Sebastian Starystach, Kristina Höly (Hrsg.)

The Silence of Organizations
How Organizations Cover up Wrongdoings

Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche, Manipulationen von Transplantationslisten oder die aktuelle Dieselgate-Affäre: Immer wieder erschüttern Skandale unser Vertrauen in Organisationen. Vor dem Hintergrund der verheerenden Folgen, die Regelverstöße in und durch Organisationen in unserer Gesellschaft hinterlassen, ist es notwendig, sich damit auseinanderzusetzen, wie und warum Regelverletzungen und Verbrechen regelmäßig unter den organisationalen Teppich gekehrt werden. Zu diesem Zweck führt der vorliegende Sammelband Beiträge internationaler Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, um zu erklären, wie organisationales Fehlverhalten trotz verschärfter Vorschriften, verstärkter Compliance-Bemühungen und Strafverfolgung im Schatten organisationalen Schweigens gedeihen kann.

Christine Nawa, Christoph Meinel (Hrsg.)

Von der Forschung gezeichnet
Instrumente und Apparaturen in Heidelberger Laboratorien, skizziert von Friedrich Veith (1817–1907)

In der Blütezeit der Universität Heidelberg im 19. Jahrhundert wirkten hier Forscher wie der Chemiker Robert Bunsen, der Physiker Gustav Kirchhoff und der Physiologe Hermann Helmholtz. Sie alle ließen ihre wissenschaftlichen Instrumente und Versuchsaufbauten vom Universitätszeichenlehrer Friedrich Veith (1817–1907) im Bild festhalten. Eine gut 50 Blätter umfassende Mappe seiner Zeichnungen aus den Jahren 1856 bis 1891 ist eine einzigartige Quelle für die Experimentalkultur jener Zeit. Sie verdeutlicht zugleich die Bedeutung der visuellen Kommunikation in den Wissenschaften und die Rolle der vielen ‚unsichtbaren Hände‘, auf die Forschung angewiesen ist.

Ladislaus Ludescher

Vergessene Welten und blinde Flecken
Die mediale Vernachlässigung des Globalen Südens. Quantitative geografische Mediendiskursanalyse über die Berichterstattung der "Tagesschau" und ausgewählter Leitmedien

"Wie realistisch bilden Medien die Welt ab?“ ist eine der Kernfragen der Medienwissenschaften und auch eine Frage, die sich wohl jeder Zuschauer oder Leser irgendwann einmal gestellt hat. Die Langzeitstudie Vergessene Welten und blinde Flecken hat unter anderem etwa 5.100 Sendungen der Hauptausgabe der Tagesschau aus den Jahren 1996 und 2007 bis 2019 sowie Berichte ausgewählter Leitmedien (Deutschlandfunk, Süddeutsche Zeitung, Der Spiegel, Brennpunkt, Anne Will, Hart aber Fair, Maischberger, Maybrit Illner, CBS Evening News, The Washington Post, Time, The Guardian und Le Monde) ausgewertet und gelangt zu dem Schluss, dass die Länder des Globalen Südens (die sogenannten Entwicklungsländer bzw. Staaten der sogenannten Dritten Welt) in der Berichterstattung massiv vernachlässigt werden.

Gernot Burkhardt

Minor Planet Names with Ties to Heidelberg

Dieser Auszug aus der Datenbank Dictionary of Minor Planet Names (DMPN) mit Stand August 2020 listet 169 Namen kleiner Planeten mit einem gewissen Bezug zu Heidelberg aus der Gesamtzahl von 22.129 Namen. Es ist eine Aktualisierung des Wissenschaftsatlas der Universität Heidelberg, der anlässlich der 625-Jahr-Feier der Universität im Jahre 2011 erschien und in dem 97 Namen kleiner Planeten aufgeführt sind.

Ernst G. Jung

Haut
Kultur und Geschichte

Die Geschichte und die Kultur unserer Haut sind, getrieben vom wachsenden Interesse, bedeutsam, viel diskutiert und gelegentlich auch missbraucht worden. Haut und Hautpflege wandelten sich mit der Zeit. Schönheit und Hässlichkeit ergänzen sich zur neuen Qualität der Attraktivität. Unsere Haut spielt eine große Rolle bei der Selbstdarstellung und sie gestaltet unsere Außenwirkung mit.  Eine facettenreiche Entwicklung, welche aus der frühen Epoche der Mythen bis in die Gegenwart reicht. Und historische Reminiszenzen bereichern das Geschehen und belegen, unsere Haut ist lebensnotwendig, hochinteressant und wahrlich von besonderer Bedeutung.

Henry Keazor, Maria Effinger (Hrsg.)

FAKE - Fälschungen, wie sie im Buche stehen
Eine Ausstellung der Universitätsbibliothek Heidelberg und des Instituts für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg

Schriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, Band 16

Fälschungen und Bücher haben mehr miteinander zu tun, als man gemeinhin denken könnte. Naheliegend und nicht weiter erstaunlich ist, dass Fälscher Bücher konsultieren, um daraus Vorlagen für ihre Fälschungen zu gewinnen und sich das notwendige Wissen zu deren Herstellung anzueignen.

Doch es gibt noch mehr Bezüge zwischen Fälschungen und Büchern: Denn die Fälschungen werden sodann oftmals mit Hilfe von Büchern lanciert (z.B. mittels Werkkatalogen), in denen sie von getäuschten Autoren unwissentlich als vermeintliche Originale veröffentlicht werden. Im schlimmsten Fall manipulieren Fälscher zu Täuschungszwecken sogar gleich direkt Kataloge, in denen die Fälschungen dann plötzlich als echte Werke erscheinen. Und am Ende können, wie der spektakuläre 'Galileo'-Fall kürzlich zeigte, sogar ganze historische Bücher gefälscht und als vermeintliche Preziosen verkauft werden. Bücher sind für Fälscher jedoch nicht immer nur von Vorteil, sie können ihnen auch zum Verhängnis werden: Wissenschaftliche Bücher enttarnen Fälschungen und lassen deren Schöpfer auffliegen. Entlarvt, aber dafür nun eventuell populär, vermarkten Fälscher nicht selten ihre eigene Geschichte im Rahmen von Autobiografien bzw. werden in Romanen zu literarischen Figuren.

Die Ausstellung 'FAKE: Fälschungen, wie sie im Buche stehen' thematisiert und dokumentiert diese und weitere Aspekte anhand einer Gegenüberstellung von echten Büchern und gefälschten Kunstwerken.

Benjamin Held et al. (Hrsg.)

Corona als Riss
Perspektiven für Kirche, Politik und Ökonomie

FEST kompakt – Analysen – Stellungnahmen – Perspektiven , Band 1

In kaum vorstellbarer Weise hat die Corona-Pandemie unseren Alltag, die Politik und die Wirtschaft verändert. Selbstverständliches ist ausgesetzt – die lebensweltliche Kontinuität hat Risse bekommen. Manche wirken entlarvend, andere führen zu Brüchen oder werden nur mühsam zusammengehalten. Persönliche Möglichkeiten sind eingeschränkt, in der Hoffnung, die Pandemie zu beherrschen. Alternativen – nicht selten Notlösungen – entwickeln sich zu neuen ‚Normalitäten‘. Wie können wir auf die Pandemie und die mit ihr verbundenen Probleme und Dilemmata reagieren, wie sich auftuende Chancen nutzen? Die Autorinnen und Autoren entwickeln Perspektiven für die Zeit mit und nach Corona.

Eike U. Decker

„Rezessive“ In­for­ma­tion in Spra­che
Ein probabilistisches Informationsmodell als Grundlage informationslinguistischer und systemlinguistischer Ansätze

Die Arbeit stellt ein Sprachmodell vor, das auf informations- und systemtheoretischen Analysen fußt. Sprache wird als informationsverarbeitendes System begriffen, dessen Elemente in gewichteter Relation zueinander stehen. Die Relationen sind, insbesondere im Austausch des Systems mit seiner Umwelt, veränderlich und erlauben es, sprachliche Äußerungen wahrscheinlichkeitstheoretisch zu bestimmen bzw. vorherzusagen. Insofern lässt sich auf Grundlage des Modells Sprache darstellen und neue Sprachtechnologie entwickeln, wobei eine Unterscheidung wahrgenommener Information („sprachlicher Phänotyp“) und nicht wahrgenommener Information („rezessive Information“) Flexibilität und Erfolg verspricht.

Laura Henkelmann

Der "Kalendrier la Royne" des Wilhelm von Saint-Cloud
Edition und lexikalische Analyse

Das Kalendarium Regine, den der Pariser Astronom Wilhelm von Saint-Cloud im Jahr 1296 im Auftrag der Königin Marie von Brabant erstellte und wenige Jahre später als Kalendrier la Royne ins Altfranzösische übersetzte, dokumentiert auf eindrückliche Weise die Öffnung der mittelalterlichen Wissenschaft von einer reinen Klerikalkultur hin zu einer Laienkultur. Indem der Kalendrier einerseits den Wissensstand der Astronomie und Komputistik um 1300 reflektiert, andererseits aber auch von einem ausführlichen didaktischen, als Gebrauchsanleitung fungierenden Kommentar begleitet wird, offenbart er den Naturwissenschaft und Alltagspraxis verbindenden Stellenwert des mittelalterlichen Kalenderwesens.

Vincent Heuveline, Fabian Gebhart, Nina Mohammadianbisheh (Hrsg.)

E-Science-Tage 2019
Data to Knowledge

Die Digitalisierung bietet ein neues, effizientes Hilfsmittel, den wissenschaftlichen Fortschritt zu unterstützen. In nahezu allen Bereichen lassen sich mit Hilfe moderner Informationssysteme Forschungsdaten digital archivieren und bei Bedarf leichter wiederverwenden. In der heutigen Zeit, in der das kollektive Wissen ein enormes Ausmaß angenommen hat, ist die Systematisierung von Forschungsdaten zwingender denn je erforderlich. Die E-Science-Tage 2019, aus denen dieser Tagungsband hervorgegangen ist, haben neue Wege der Verarbeitung von Forschungsdaten aufgezeigt und durch den regen Austausch von Erfahrungen und Innovationen die digitale Wissenschaft weiter vorangetrieben.