Nils Steffen, Cord Arendes (Hrsg.)

Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben
Osteuropäische Juden in der Republik Baden (1918–1923)

Rund 10 Millionen Menschen sind nach dem Ersten Weltkrieg in Europa auf der Flucht. Unter ihnen „Ostjuden“, die vor den mörde­rischen Pogromen in ihren osteuropäischen Heimatländern nach Westen fliehen – Sehnsuchtsziel USA. Doch die Vereinigten Staaten schließen ihre Grenzen. Die Fluchtroute über die deutschen Auswandererhäfen Hamburg und Bremen wird zu einer Sackgasse für viele Geflüchtete. Tausende dieser Gestrandeten suchen ihr Glück in Baden.

Sie kommen an in einem Land, das vom Krieg gezeichnet und politisch zerrissen ist. In einem Land, das für die eigene Bevölkerung kaum genug zu essen, Wohnungen und Arbeitsplätze hat. In einem Land, das nach „Schuldigen“ sucht und sie vielfach in der jüdischen Bevölkerung zu finden glaubt. Die neu ankommenden jüdischen Geflüchte­ten sind deshalb vielen unerwünscht.

Studierende der Universität Heidelberg haben in Archiven recherchiert und versucht, Lebens­wege „lästiger Ausländer“ zu rekonstruieren sowie den Umgang der deutschen Gesell­schaft und der Behörden mit den Geflüchteten zu untersuchen. Der Band vereint ihre For­schungsergebnisse und ausgewählte Quellen aus zeitgenössischen Akten, Briefen, Parla­mentsdebatten und Zeitungsartikeln.

Christoph J. Hagemann

Geschichtsfiktion im Dienste territorialer Macht
Die Chronik von den 95 Herrschaften des Leopold von Wien

Im Zentrum dieser Arbeit steht die sogenannte Österreichische Chronik von den 95 Herrschaften des Leopold von Wien, die dieser Ende des 14. Jahrhunderts in volkssprachlicher Prosa für Herzog Albrecht III. verfasste. Ihre Merkwürdigkeit besteht in einer 95 Fürsten zählenden, zu einem großen Teil fiktiven Herrschersukzession, mit der der Verfasser die österreichische Geschichte von der biblischen Patriarchenzeit bis in seine Gegenwart heraufführt. Angesichts der Überlieferung in mehr als 80 teilweise illuminierten Handschriften, Bearbeitungen und einer erheblichen Rezeption fragt man sich: Wie konnte es zu so einem historiographischen Unfall kommen und wieso war er allem Anschein nach auch noch so beliebt?

Immo Appenzeller et al. (Hrsg.)

Heidelberger Physiker berichten: Rückblicke auf Forschung in der Physik und Astronomie
Band 1: Wege zur modernen Physik

In diesem zunächst auf vier Bände angelegten Werk berichten ehemalige Hochschullehrer der angesehenen Heidelberger Fakultät für Physik und Astronomie über ihre wissenschaftliche Arbeit und die Geschichte ihres Fachgebietes. Die Beiträge gehen auf autobiographische Vorträge zurück, die die Physiker in den Jahren 1991 bis 2016 gehalten haben. Vieles von der Lebendigkeit des mündlichen Vortrags und der Authentizität persönlicher Erinnerung ist darin erhalten geblieben. Packend und „aus dem wissenschaftlichen Leben gegriffen“ wird der jeweilige Weg zur wissenschaftlichen Erkenntnis geschildert, eingebunden in ein oft bewegtes Leben und Zeitgeschehen.

So sehr sich Lebenswege und Erfahrungen der Wissenschaftler unterscheiden, so viel Verbindendes kann der Leser darin entdecken. Und er erfährt aus erster Hand, wie Wissenschaft „gemacht“ wurde und auch heute noch, im Zeitalter von Interdisziplinarität und Großforschung, entsteht.

Im vorliegenden ersten Band finden sich Vorträge, welche die Geschichte der Physik um die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts beschreiben. Die folgenden Bände werden dann über die neueren Entwicklungen berichten.

Sonja Ehret (Hrsg.)

Symposium Echo der Generationen
Heidelberg 2016

Im Symposium Echo der Generationen werden die Ergebnisse des gleichnamigen Projekts mit international bekannten Forschungsarbeiten und Theorien verknüpft. Beziehungen zwischen jungen und sehr alten Menschen sind durch gegenseitiges Verstehen, Symmetrie und Bindung gekennzeichnet, wodurch sich neue und bisher ungeahnte Perspektiven und Türen zwischen den Generationen auftun. Neugier und Attraktion zwischen jungen und sehr alten Menschen zielen nicht nur auf geschichtliche Erfahrungen, sondern auf die Person selbst. In der Podiumsdiskussion werden die zukünftigen Aufgaben einer Gesellschaft für alle Lebensalter diskutiert, in der sich Jung und Alt stetig aktualisieren können.

Anastasia Kozyreva

Phenomenology of Affective Subjectivity
Analyses on the Pre-reflective Unity of Subjective Experience

Seit sich zeitgenössische Philosophie, Psychologie und Neurowissenschaften mit wachsendem Interesse den Problemen des Bewusstseins und der Natur des Selbstbewusstseins widmen, ist ein bemerkenswerter Wandel im Verständnis der Grundlagen von Geist und Subjektivität zu erkennen. Vom alltäglichen als auch wissenschaftlichen Standpunkt aus ist klar, dass Subjektivität nicht länger als eine einheitliche Wesensform betrachtet werden kann, definiert als kognitiv, bewusst oder geistig, und dass sie sich nicht getrennt von ihren körperlichen und affektiven Dimensionen sowie ihrer Interaktion mit der Welt und anderen Lebewesen verstehen lässt. Wie können wir in Anbetracht dieser Veränderungen verstehen, was die Einheit der subjektiven Erfahrung über die Ebene der expliziten Erkenntnis und Selbstreflexion hinaus ausmacht? Was ist es, das die Einheit eines jeden Lebens über das narrative und autobiographische Gedächtnis hinaus darstellt? Die phänomenologische Herangehensweise dieses Buches an die präreflexive Ebene der subjektiven Erfahrung und deren Konnektivität soll diese Fragen beantworten. Sich auf Husserls Analysen der passiven Synthesen sowie der zeitgenössischen philosophischen und psychologischen Forschung beziehend, untersucht dieses Buch, inwiefern Affektivität zum Verstehen der Einheit des Bewusstseins, der Wahrnehmungsorganisation, des Gedächtnisses und des Unbewussten beiträgt. Dementsprechend untersucht der erste Teil des Buches die grundlegenden Bedingungen, die für die einheitliche und kohärente Weise verantwortlich sind, in der subjektive Erfahrung organisiert ist. Der zweite Teil widmet sich der Einheit der assoziativen und affektiven Konnektivität des Bewusstseins. Schließlich untersucht der dritte Teil die präreflexive Ebene der vergangenen Erfahrung und die affektive Dimension des Gedächtnisses.

Elise Wintz

Charles VII et le conseil municipal rouennais
Communication, négociations, légitimité

En octobre 1449, Charles VII et ses hommes étaient aux portes de Rouen, prêts à mettre à siège la ville dont le roi se disait le seigneur légitime puisqu’il se voulait, et avait été sacré, roi de France. Ses prétentions à la couronne, et ainsi au contrôle de Rouen, étaient cependant contestées par son rival, Henri VI, roi d’Angleterre, lui aussi roi de France, un titre hérité de son père, Henri V. Après trente ans sous contrôle Lancastre, comment les Rouennais ont-ils accueilli Charles VII et comment les a-t-il convaincus de sa légitimité royale ? En s’appuyant sur les sources du conseil municipal rouennais, ce livre propose une analyse des relations roi-sujet à Rouen de 1449 à la mort du roi en 1461.

Tobias P. Graf (Hrsg.)

Der Preis der Diplomatie
Die Abrechnungen der kaiserlichen Gesandten an der Hohen Pforte, 1580–1583

Im Zuge eines material turn der historischen Forschung rücken die materiellen Aspekte frühneuzeitlicher Diplomatie zunehmend in den Fokus. Wie wurde Diplomatie finanziert? Welche Objekte wurden im Zuge des diplomatischen Geschenkverkehrs ausgetauscht? Welche Personenkreise wurden mit Gaben und gegebenenfalls Bestechungsgeldern bedacht?
Die vorliegende Edition bisher unveröffentlichter Ausgabenabrechnung der kaiserlichen Gesandten an der Hohen Pforte Joachim von Sinzendorff und Friedrich Preiner aus dem Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv unterstützt bei der Suche nach Antworten auf diese und vielfältige weitere Fragestellungen der neuen Diplomatiegeschichte. Ergänzt um ein umfangreiches Register und einen sachlichen Anmerkungsapparat, der besonderen Wert auf die Identifikation historischer Akteure sowie osmanischer Würdenträger und Fachbegriffe legt, eignet sich dieser Band sowohl für die historische Forschung als auch für die Verwendung in der Lehre.

Carina Branković, Simone Heidbrink, Charlotte Lagemann (Hrsg.)

Religion in Ex-Position
Eine religionswissenschaftliche Ausstellung

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 11

Der vorliegende Begleitband entstand im Kontext der Ausstellung Religion in Ex-Position (2014/2015) als Kooperation des Instituts für Religionswissenschaft und des Universitätsmuseums der Universität Heidelberg. Neben einem Katalogteil, der die Ausstellung vorstellt und zum Betrachten und ‚Nachmachen‘ anregen soll, nimmt ein ergänzender Essayteil die gesamte Ausstellung sowie einzelne Exponate und Installationen in den Blick. Die Leitfrage „Wie können wir Religion(en) untersuchen?“ lädt dazu ein, religionswissenschaftliche Konzepte kennenzulernen, neue Perspektiven einzunehmen und Ansichten zu hinterfragen. Vorgestellt werden Ansätze führender Religionswissenschaftler_innen, Schwierigkeiten der Religionsdefinition sowie unterschiedliche Blickwinkel auf den Gegenstandsbereich ‚Religion‘. Beispiele aus dem Ausstellungskontext geben vertiefende Einblicke in die Konzepte rezenter Religionsforschung. Das Spektrum reicht von international renommierten Religionswissenschaftler_innen, Dozierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen bis zu an der Ausstellung beteiligten Studierenden. Auch ‚fachfremde‘ Autor_innen kommen zu Wort.
Die Ausstellung Religion in Ex-Position war ein religionswissenschaftliches Lehrprojekt, welches anhand unterschiedlicher thematischer Schwerpunkte und praktischer Beispiele Arbeitsweisen kulturwissenschaftlicher Religionsforschung zeigte. Praxisnah und ‚zum Anfassen‘ wurden Theorien, Methoden und Konzepte der im frühen 20. Jahrhundert gegründeten ‚jungen‘ Disziplin Religionswissenschaft vorgestellt. Der Begleitband illustriert, wie vielfältig und gesellschaftsrelevant Religionsforschung sein kann.

Charlotte Lagemann, Tina Schöbel, Christian Vater (Hrsg.)

Leben Dinge Texte
Begleitheft zur Ausstellung des Sonderforschungsbereichs 933 „Materiale Textkulturen“

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 10

Die Ausstellung „LEBEN DINGE TEXTE“ stellt Dinge vor, auf denen etwas geschrieben steht. Die Exponate stammen aus Gesellschaften vor der Erfindung des Buchdrucks: Keilschrifttafeln aus Mesopotamien, antike Graffiti, magische Papyrus-Amulette, gestempelte Dachziegeln, eine Hundeleine mit Edelstein-Inschrift - an solchen 'schrifttragenden Artefakten' kann untersucht werden, wie sich Beschreibstoffe auf die Bedeutung der Texte auswirken und umgekehrt. Außerdem zeigt sich, wie Schrift nicht nur gelesen wird, sondern vielfältig mit Handlungen verbunden und in Rituale eingebettet war.

Der Sonderforschungsbereich 933 „Materiale Textkulturen“ zeigt in dieser Ausstellung Zwischenergebnisse seiner Arbeit. Der SFB 933 wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und vereint über 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg.

Iulia-Emilia Dorobanţu, Jacob Klingner, Ludger Lieb (Hrsg.)

Zwischen Anthropologie und Philologie
Beiträge zur Zukunft der Minneredenforschung

Der Sammelband vereint heterogene Beiträge zu den zentralen Themenfeldern der Minneredenforschung und liefert Einblicke in ihre aktuellen Tendenzen. Er geht auf das Symposium "Anthropologie und Philologie: Die Zukunft der Minneredenforschung. Diskussionen auf der Grundlage des Handbuchs Minnereden" zurück, das im Herbst 2013 im Internationalen Wissenschaftsforum Heidelberg stattfand. Die Beiträge bieten neue Zugänge zu der Gattungsproblematik und Binnendifferenzierung des Minneredenkorpus, seinem narrativen Potenzial sowie zu Aspekten der Textualität spätmittelalterlicher Liebesdichtung.

Maria Effinger, Kerstin Losert (Hrsg.)

"Mit schönen figuren"
Buchkunst im deutschen Südwesten

Schriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, Band 15

Der Übergang vom handgeschriebenen zum gedruckten Buch vollzog sich zwischen der Mitte des 15. Jahrhunderts und der Zeit um 1500 nach und nach. Über ein halbes Jahrhundert existierten beide Buchformen nebeneinander. Das Spektrum der Beziehungen von Handschrift und Druck reicht von der reinen Imitation über wechsel- und gegenseitige Beeinflussungen bis hin zur Konkurrenz der technischen und funktionalen Ausdrucksmittel.

Im Mittelpunkt von Katalog und Ausstellung steht der bildkünstlerische Buchschmuck für spezifische Textgattungen: Mit dem Pinsel gemalte Ranken und Bordüren, figürliche Federzeichnungsillustrationen und Deckfarbenminiaturen stehen Holzschnittfolgen und gedruckten Vignetten gegenüber.

Die Ausstellung führt den Besucher anhand ausgewählter Beispiele aus den Sammlungen der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart und der Universitätsbibliothek Heidelberg in die Jahre zwischen 1430 und 1530. Neben dem Wechselspiel von technisch-kulturellem Medienwandel und dem jeweils konkreten Erscheinungsbild des Buches wird auch die Rolle der Auftraggeber, Käufer und Besitzer beleuchtet. Sie beeinflussten oftmals die Darstellungsformen und -inhalte des Buchschmucks maßgeblich, galten Bücher doch auch als Repräsentationsobjekte.

Liane Wilhemus (Hrsg.)

memoria fotografica
Italienbilder aus der kunsthistorischen Fotothek

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 9

Die Ausstellung memoria fotografica. Italienbilder aus der kunsthistorischen Fotothek dokumentiert erstmals einen Ausschnitt des insgesamt rund 75000 Aufnahmen von unter anderem Architektur, Malerei, Zeichnung und Skulptur umfassenden Fototheksbestandes am Institut für Europäische Kunstgeschichte (IEK) an der Universität Heidelberg. Der Bestand „Topographie Italien“ ist hierbei der umfangreichste und beinhaltet qualitätsvolle Aufnahmen von bekannten Fotografen, wie den Brüdern Alinari, Carlo Naya, Giorgio Sommer und James Anderson, sowie unterschiedliche Techniken, wie Albumin- und Gelatinesilberabzüge.

Maria Effinger, Joachim Kirsch (Hrsg.)

Hier freut sich der Tod, dem Leben zu helfen
Anatomie in Heidelberg gestern und heute

Schriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, Band 13

Die Lehre vom Aufbau des menschlichen Körpers, von den Strukturen und den Beziehungen der Organe, Gewebe und Zellen untereinander, etablierte sich seit dem 16. Jahrhundert als wesentliche Grundlage der medizinischen Forschung und Lehre. Seither haben sich die Methoden der Anatomie stark verändert: Konnte einst allein mit dem Seziermesser freigelegt und mit dem bloßen Auge beobachtet werden, verfeinerten sich die Einblicke immer weiter. Heute bestehen in diesem Bereich durch Elektronenmikroskopie und Computertomographie ganz neue Möglichkeiten.
Die Ausstellung stellt verschiedene Aspekte der Anatomie vor: Neben den aktuellen Aufgaben des Heidelberger Instituts für Anatomie und Zellbiologie in Lehre und Forschung wird auch dessen bis ins Jahr 1805 zurückgehende Geschichte beleuchtet. Im Mittelpunkt stehen dabei die jeweiligen Institutsleiter, die mit ihren Forschungsschwerpunkten und Veröffentlichungen prägend wirkten. Eine dritte Abteilung stellt die seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlichen anatomischen Präparate und Modelle sowie die dabei angewendeten Techniken vor. Die Heidelberger Anatomische Sammlung, ihr Aufbau und ihr aktuelles Fortbestehen sind ein weiterer Schwerpunkt der Schau. In einem letzten Abschnitt wird die Entwicklung anatomischer Illustrationen im Spiegel von Druckwerken des 16. bis 19. Jahrhunderts, die fast alle aus dem Besitz der Universitätsbibliothek Heidelberg stammen, veranschaulicht.

Ulrich Blanché (Hrsg.)

Art the Ape of Nature
Eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 8

„Art the Ape of Nature – das Affenmotiv in der zeitgenössischen Kunst“ war Titel eines Mittelseminars am Institut für Europäische Kunstgeschichte in Heidelberg, dessen Ergebnis in der Schau „Art the Ape of Nature – Eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst“ im Universitätsmuseum in Heidelberg 2013 zu sehen war. Im Seminar „Art the Ape of Nature – das Affenmotiv in der zeitgenössischen Kunst“ wurden in jeder Sitzung namhafte Vertreter der Neuesten Kunstgeschichte hinsichtlich ihres Umgangs mit dem Motiv des Affen diskutiert. Darunter waren der britische Nachkriegsmaler Francis Bacon, die politaktivistische Schriftfotografin Barbara Kruger, der Readymade-Kitschkünstler Jeff Koons, der expressive „Maleraffe“ Jörg Immendorff, die feministischen Aktions- und Plakatkünstlerinnen Guerilla Girls oder der Street „Artivist“ Banksy. Zudem wurde die Rolle etwa von Gorillas, Schimpansen und Pavianen in Darwin-Karikaturen des 19. Jahrhunderts sowie in heutigen Evolutionskarikaturen oder in Musikvideos von Bloodhound Gang, Peter Fox oder Modeselektor untersucht. Auch dem Darwinisten und Spiritisten Gabriel von Max, der exotischen Affenmalerei des „Naiven“ Henri Rousseau oder dem Dadaisten Francis Picabia wurde je eine Sitzung gewidmet, wie dem weniger bekannten Bildhauer Hugo Reinhold (gestorben 1900) oder dem Young British Artist Angus Fairhurst.

Für die Ausstellung konnten wir Künstler aus London, München und Wien gewinnen, die nicht nur wie Anja Priska oder Gerd Dengler Werke für unsere Ausstellung zur Verfügung stellten, sondern sich wie Larissa Kopp, Eva Blanché und Florian Aschka anlässlich „Art the Ape of Nature“ mit dem Motiv des Affen auseinandersetzten und neue Arbeiten explizit für die Ausstellung schufen.

Maria Effinger, Carla Meyer, Christian Schneider (Hrsg.)

Der Codex Manesse und die Entdeckung der Liebe
Eine Ausstellung der Universitätsbibliothek Heidelberg, des Instituts für Fränkisch-Pfälzische Geschichte und Landeskunde sowie des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg zum 625. Universitätsjubiläum

Schriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, Band 11

Saget mir ieman, waz ist minne? Diese Frage des Dichters Walther von der Vogelweide nach dem Wesen der Liebe beschäftigte seit dem hohen Mittelalter fahrende Sänger, Adlige und sogar Kleriker. Wie in einer Vielzahl von Texten und Bildern immer neu reflektiert wurde, konnte es einem Ritter nicht mehr genügen, die von ihm begehrte Dame zu besitzen. Er wollte vielmehr ihr Herz erobern. Die vielstimmige Entdeckung des Themas 'Minne' als erotischer Liebe zwischen Mann und Frau beeinflusste nicht nur das Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Sie wandelte auch das Selbstverständnis des Adels und die Umgangsformen innerhalb der höfischen Gesellschaft.
Die Lieder und Bilder im Codex Manesse fangen diesen Wandel exemplarisch ein. In einzigartiger Weise versammelt die großformatige Prachthandschrift den staufischen wie auch den nachklassischen Minnesang in seiner ganzen Gattungs- und Formenvielfalt. Die Miniaturen zu den Dichtern mit ihren Darstellungen höfischer Szenen, Festlichkeiten und Turniere prägten nachhaltig das moderne Bild des ritterlichen Mittelalters. Dabei ist der Codex Manesse selbst bereits als Rückblick zu deuten: Er wollte die allmählich verklingenden, zuvor nur mündlich überlieferten Lieder erstmals schriftlich zusammentragen; viele Texte wären ohne diese Niederschrift heute verloren.
Am Beispiel des Codex Manesse und weiterer wertvoller Handschriften und Drucke aus den Tresoren der Universitätsbibliothek Heidelberg illustriert der Katalog die Entdeckung der Liebe im hohen Mittelalter.

Weitere Informationen und „Virtuelle Ausstellung“.

Sally Apeikis et al.

Himjar
Das vergessene Reich in Südarabien

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 7

Vor gut drei Jahrzehnten präsentierte eine kleine Ausstellung des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz die Ergebnisse mehrjähriger Restaurierungsarbeit an den Überresten von zwei – wie sich dabei herausstellte – fast zweieinhalb Meter hohen Königsfiguren, die im klassischen Kontrapost wie Heroenstatuen dargestellt waren, signiert von einem griechischen Künstler Phokas. Schlagartig stellte sich damit ein bis dahin den meisten Archäologen und Historikern noch völlig unbekanntes altsüdarabisches Königreich im heutigen Jemen vor – und versank danach wieder weitgehend in Vergessenheit.

Lukas Cladders, Isabella Löhr, Dominik Schaller (Hrsg.)

Ausgezeichnet!
Heidelberg und seine Nobelpreisträger. Begleitbroschüre zur Ausstellung im Universitätsmuseum Heidelberg

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 6

Die Vergabe der Nobelpreise in den Bereichen Physik, Chemie, Medizin, Literatur, Wirtschaft und Frieden wird alljährlich mit großer Spannung erwartet. Oft bieten die Entscheidungen der Nobelpreis-Jury Anlass zu emotionalen Debatten. Der Nobelpreis ist mehr als nur ein Wissenschaftspreis. Er ist die begehrteste Auszeichnung überhaupt. Wissenschaftler, denen der schwedische König im Rahmen einer prunkvollen und weltweit beachteten Nobelpreiszeremonie Medaille und Diplom überreicht, gelten als die herausragenden Vertreter ihrer Disziplin. In der Geistes- und Wissenschaftsgeschichte erlangen die Preisträger Unsterblichkeit.

Andrea Jördens et al.

Ägyptische Magie im Wandel der Zeiten
Eine Ausstellung des Instituts für Papyrologie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ägyptologie der Universität Heidelberg

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 5

Das Institut für Papyrologie der Universität Heidelberg kann sich rühmen, in seiner Sammlung eines der bedeutendsten Corpora magischer Papyri weltweit zu besitzen. Die kleine, aber feine Gruppe von Pergamenten in koptischer Sprache, die wohl um die Jahrtausendwende entstanden und häufig mit Zeichnungen ausgestattet sind, wurde zusammen mit der in einem Papiercodex erhaltenen Kyprianlegende bereits 1934 in dem von Adolf Grohmann und Friedrich Bilabel herausgegebenen Band “Griechische, koptische und arabische Texte zur Religion und religiösen Literatur in Ägyptens Spätzeit” vorgelegt. Darin wurde auch der “soeben geglückte Erwerb” zweier einzigartiger Zauberbücher vermeldet, von denen das eine seit 1945 jedoch als verschollen galt. Einer der renommiertesten Forscher auf diesem Gebiet, P. Angelicus Kropp, konnte den Text aufgrund einer früheren Abschrift immerhin noch im Jahr 1966 publizieren, doch schien P. Heid. Kopt. inv. 686 (zuvor P. Heid. inv. 1686) für immer verloren.

Reinhard Stupperich (Hrsg.)

Licht!
Lampen von der Antike bis zur Neuzeit. Begleitheft zur Ausstellung

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 4

Eine ungewöhnlich große Zahl von römischen Lampen ist in einem der größten bisher in Süddeutschland ergrabenen römischen Friedhöfe in Heidelberg zutage getreten und wird gerade von Andreas Hensen publiziert. Wie er feststellte, hat den Ausdruck „Lychnologie“ für die Lampenforschung vor fast zwei Jahrhunderten der Heidelberger Professor für Klassische Philologie und Archäologe Friedrich Creuzer geprägt. So ist es durchaus passend, dass die Internationale Lychnologie-Gesellschaft (ILA) ihren dritten internationalen Kongress im September 2009 in Heidelberg, der Geburtsstadt der Lychnologie, veranstaltet. Aus diesem Anlass haben wir in interdisziplinärer Zusammenarbeit von klassischer, provinzialrömischer und mittelalterlicher Archäologie in einem Seminar im Wintersemester 2008/09 diese kleine Ausstellung vorbereitet.

Maria Effinger, Karin Zimmermann (Hrsg.)

Löwen, Liebstöckel und Lügensteine
Illustrierte Naturbücher seit Konrad von Megenberg

Schriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, Band 9

Konrad von Megenberg gilt als spätmittelalterlicher Wegbereiter der deutschsprachigen naturwissenschaftlichen Fachprosa, die sich an ein Laienpublikum richtet. Sein siebenhundertjähriges Geburtsjubiläum nimmt die Universitätsbibliothek Heidelberg zum Anlass, sich dem bekanntesten seiner Werke, dem »buch von den natürlichen dingen«, auch »Buch der Natur« genannt, als einem Prototyp des illustrierten Naturbuchs zu widmen. Gleich vier mittelalterliche Handschriften dieses Werkes sind Teil der berühmten Heidelberger Bibliotheca Palatina. Zwei dieser Manuskripte sind mit umfangreichen Illustrationszyklen ausgestattet.
Der mittelalterlichen, scholastischen Weltsicht entsprechend, stellt Konrad von Megenberg Mensch und Kosmos an den Anfang seines Werkes, um dann die »natürlichen Ding« aus den drei Reichen der Natur - Zoologie, Botanik und Geologie - systematisch zu ordnen. Die Überlieferung des Werkes wurde im Spätmittelalter mit einprägsamen Illustrationen verknüpft. Diese beruhen wie die Texte auf einer langen Tradition und fanden ihrerseits eine bis weit in die Neuzeit reichende Nachfolge.

Weitere Informationen und „Virtuelle Ausstellung“.

Carla Meyer, Gerald Schwedler, Karin Zimmermann (Hrsg.)

Rituale und die Ordnung der Welt
Darstellungen aus Heidelberger Handschriften und Drucken des 12. bis 18. Jahrhunderts

Schriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, Band 8

Rituale ordnen die Welt. Dies gilt insbesondere für jene Epochen wie das Mittelalter und die Frühe Neuzeit, in denen keine geschriebenen Verfassungen, Gesetzesbücher und Verwaltungsordnungen das Zusammenleben der Menschen regelten. Als wiederholbare, symbolisch aufgeladene Akte bildeten Rituale soziale Ordnung und legitime Herrschaft nicht nur ab, sondern stellten Autorität, Vorrang und Hierarchie überhaupt erst her. Die Bedeutung der Rituale für die europäischen Gesellschaften der Vormoderne spiegelt sich in der Aufmerksamkeit, die ihnen die Zeitgenossen in Texten und Bildern schenkten. Der Band zeigt die Macht des Rituals in Politik, Religion, Gesellschaft und Recht am Beispiel von Handschriftenminiaturen, Holzschnitten und Drucken des 12. bis 18. Jhds. aus den Tresoren der Universitätsbibliothek Heidelberg.

Weitere Informationen und "Virtuelle Ausstellung".

Susan Richter (Hrsg.)

Wissenschaft als weiblicher Beruf?
Die ersten Frauen in Forschung und Lehre an der Universität Heidelberg

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 3

Die Entwicklungslinien der neueren Forschung zur Geschichte der Universitäten in Deutschland wurden in den letzten zwei Jahrzehnten stark von der (akademischen) Kultur- und Sozialgeschichte sowie Gender-Fragen beeinflusst. So liegen inzwischen Einzelstudien und einige übergreifende Vergleiche zu den  Qualifizierungsformen der Promotion und Habilitation als „spezifisch deutschem Weg“ neben den geschlechterspezifischen Zugangsmöglichkeiten zu Studium und wissenschaftlicher Kariere vor. Für die Universität Heidelberg fehlte bisher allerdings eine breite Untersuchung zu den ersten Frauen in Forschung und Lehre in diesem Kontext. Der vorliegende Band, den eine kleine Gruppe von Studierenden der Geschichte in einem Projekt erarbeitet hat, möchte diese Lücke schließen.

Susanne Himmelheber et al.

Universitätsmuseum Heidelberg
Begleitheft zur Ausstellung

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 2

Der Katalog ist das Begleitheft zur Dauersstellung des Heidelberger Universitätsmuseums, so wie sie im Jahr 2006 dem Publikum präsentiert wurde.  Das Universitätsmuseum ist  seit 1996 im barocken Bau der „Alten Universität“ untergebracht. Während sich das eigentliche Museum im Erdgeschoss des 1712 erbauten Gebäudes befindet, sind im ersten Obergeschoss die Alte Aula und im Nebengebäude der Studentenkarzer zu finden – beides Zeugnisse der traditionsreichen Universitätsgeschichte.
Beschrieben werden die Exponate in den drei Räumen des Museums, die sich mit der Geschichte Universität von der Gründung 1386 bis zum Jubiläum 1786 (Raum A), der Universität im 18. und 19. Jahrhundert (Raum B) sowie der Universität im 20. Jahrhundert (Raum C) beschäftigen. Außerdem enthält der Katalog Informationen zu der "Alten Aula" und zum Karzer.

Carsten Juwig, Reinhard Düchting

Heidelberger Köpfe
Die Professorenporträts von Dénes v. Szebeny

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 1

Aus Anlass des Heidelberger Universitätsjubiläums 1986 hat der Künstler und Grafiker Dénes v. Szebeny, aus Ungarn stammend und seit 1973 in Heidelberg ansässig, einen umfangreichen zeichnerischen Zyklus von Professorenporträts dieser Universität geschaffen. Der Schwerpunkt dieser Reihe liegt im 19. und frühen 20. Jahrhundert, der Rechtsphilosoph Samuel von Pufendorf (1661–1668) und der Physiker Walther Bothe (1932–1957) bilden die äußeren Exponenten.