Von analogen und digitalen Zugängen zur Kunst
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Reichardt, Rolf: „Le Serment des Horaces“, in: Effinger, Maria et al. (Hrsg.): Von analogen und digitalen Zugängen zur Kunst: Festschrift für Hubertus Kohle zum 60. Geburtstag, Heidelberg: arthistoricum.net, 2019, S. 117–130. https://doi.org/10.11588/arthistoricum.493.c6571

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Identifikatoren (Buch)
ISBN 978-3-947449-59-0 (Hardcover)
ISBN 978-3-947449-58-3 (Softcover)
ISBN 978-3-947449-57-6 (PDF)

Veröffentlicht am 07.06.2019.


Rolf Reichardt

„Le Serment des Horaces“

Zur Rezeption einer Ikone in der politischen Bildpublizistik

Die von Jacques-Louis David geschaffene berühmte Bildformel des Horatierschwurs erweist ihre Breitenwirkung nicht zuletzt in Anverwandlungen und Parodien der politischen Gebrauchsgrafik. Hier entfaltete sich ihre Rezeption in drei Schritten. Während der Französischen Revolution machten sich Zeichner und Stecher ihr patriotisches Pathos zu eigen, um den nationalen Föderationseid von 1790 zu feiern, die Verfassung von 1791 zu bekräftigen und die kämpferische Einheit der Republik zu beschwören. In der Restauration polarisierte sich die Verwendung des Motivs: einerseits diente es der politischen Legitimierung der Charte constitutionnelle und der bourbonischen Dynastie, andererseits unterstützte es Forderungen einer liberalen Verfassungsreform. Gleichzeitig begannen Karikaturen, reaktionäre Verschwörer als pervertierte „Horatier“ anzuprangern – eine satirische Verkehrung, welche ab 1830 die sinngemäße Weiterverwendung des sublimen Vorbildes verdrängte.

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