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Identitätskonstruktion im Porträt
Im Fokus des interdisziplinär ausgerichteten Sammelbandes steht die Frage, inwiefern Porträts an der Identitätskonstitution des Selbst teilhaben und durch Porträtkulturen Identität nicht nur reproduziert, sondern konstruiert wird. Der Band beleuchtet diese Fragestellungen über Zeiträume und Kulturen hinweg und richtet den Fokus insbesondere auf die Herausbildung kultureller und geschlechtlicher Identitäten. Er erweitert den Forschungsdiskurs zum Porträt um aktuelle gesellschaftsrelevante Fragestellungen und geht auf die internationale Tagung Portraiture and the Construction of Identity zurück, die 2023 am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn stattfand.
The EU's European Capital of Culture format between local and international cultural policies: Insights from the German bidding process for the 2025 European Capital of Culture
Die „Kulturhauptstadt Europas“ gilt als kulturpolitische Flagship-Initiative der Europäischen Union. Insgesamt acht deutsche Städte hatten sich in einem Auswahlverfahren um diesen Titel für das Jahr 2025 beworben, welcher schließlich Chemnitz zugesprochen wurde. Kulturelle und kulturpolitische Veranstaltungen und zum Beispiel öffentliche Diskussionen in den Städten gingen der Abgabe der Bewerbungsbücher voraus. Der Beitrag gibt einen Einblick in das Auswahlverfahren, die städtischen Bewerbungsaktivitäten und die lokalen stadt-, kultur- und europapolitischen Debatten. Er zeigt auf, wie verschiedene Lesarten des EU-Formats ineinandergreifen und dessen Erfolg begünstigen.
Deutsche Ausgabe: https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1501
Silke Tammen: Jenseits des Kanons: Alternative Perspektiven auf die mittelalterlichen Bildkünste
Silke Tammen (1964–2018) hat die Erforschung mittelalterlicher Kunst wesentlich geprägt. Ihr besonderes Verdienst liegt in einer Sensibilisierung für ungewöhnliche Gegenstände und Themen. Im Horizont einer die Vielfalt der Bildkulturen betonenden Kunstgeschichte hat sie neue theoretisch-methodische Zugänge zur Bildwahrnehmung erschlossen. Dem Gedenken Silke Tammens ist nun eine zweiteilige Publikation gewidmet. Band 1 umfasst die kommentierten Schriften Silke Tammens. Band 2 enthält Beiträge von Weggefährt:innen aus verschiedenen Disziplinen, die Tammens Ideen, Themen und Ansätze in ihren eigenen Forschungen aufgreifen.
Ein Bildschnitzer am Vorabend der Reformation - Michael Zeynsler, der Meister der Biberacher Sippe: Werktechnische Untersuchungen als Zuschreibungsbasis
lm ersten Teil der vorliegenden Studie wird versucht, das Leben und das hypothetische Werk des Bildhauers Michael Zeynsler - des Meisters der Biberacher Sippe - in die gesellschaftliche, wirtschaftliche und religionspolitische Situation seiner Zeit einzuordnen und die Funktion seiner Bildwerke zu hinterfragen. Der zweite Teil widmet sich der Herstellung seiner Werke. Der dritte - der Katalogteil - stellt die Ergebnisse der werktechnischen Untersuchungen jedes einzelnen zugeschriebenen Objektes vor, kombiniert mit relevanten ikonographischen und kunsthistorischen Aspekten sowie, wenn möglich, den Provenienzen.
Geschichte des Kunsthandels in der Schweiz / Histoire du marché de l'art en Suisse / Storia del mercato dell'arte in Svizzera
Mit dieser Publikation legt das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA), Zürich, das erste Überblickswerk zur Geschichte des Kunsthandels in der Schweiz vor. Die 65 Beiträge in drei Bänden sind chronologisch aufgebaut, beginnend beim Handel mit kunstvoll gestalteten Gelehrtenbüchern ab dem späten 15. Jahrhundert bis hin zu Strategien des Kunsthandels im 21. Jahrhundert. Die Darstellung ist in neun Zeitabschnitte gegliedert, die jeweils von einer kurzen wirtschaftsgeschichtlichen Epocheneinführung eingeleitet werden, denen dann ausführliche thematische Beiträge von Spezialist:innen unterschiedlicher Fachrichtungen folgen.
Natur als Versprechen: Eine Materialgeschichte der Cellulose
„Natürliche Produkte“ und „nachhaltige Materialien“ – diese Schlagwörter tauchen häufig in Beschreibungen von Kunststoffen auf, die unsere Welt besser, gerechter und umweltfreundlicher machen sollen. Als Hoffnungsträger auf diesem Gebiet galt schon vor über 100 Jahren und heute mehr denn je die Cellulose, stoffliche Grundlage aller Pflanzen und Bäume und damit die größte nachwachsende Biomasse.
Dieses Buch entschlüsselt erstmals die konsumorientierten Narrative rund um die verschiedenen cellulosebasierten Materialien und beleuchtet, wie diese in ihrer Geschichte einerseits als Natur- und andererseits als Kunststoffe vermarktet wurden.
Damien Hirst: neue Mythologien: Die Analyse von zwei ›totalen‹ Installationen
Dies sind die Abenteuer des Damien Hirst, der mit seiner Crew über zehn Jahre lang unterwegs war, um fremde mythologische Welten zu erforschen ...
Untersucht werden hier zwei Rauminstallationen. Es handelt es sich um große Environments, die geheimnisvolle Geschichten erzählen. Sie werden daraufhin befragt, welche Rolle und Relevanz mythologische Erzählungen heute – lange nach dem »Ende der großen Erzählungen« der Moderne – noch oder wieder haben können.
In Venedig ging es dabei um den Mythos eines sagenhaften antiken Sammlers, dessen versunkene Kunstschätze mit Damien Hirsts Hilfe wiederentdeckt worden sein sollen. In New York war es die Installation einer ›Schulklasse‹, die aus enthaupteten Lämmern bestand. Sie waren – umgeben von rückwärtslaufenden Uhren – in einer Laborszenerie in Aquarien in Formaldehyd aufgebahrt. Hier wird danach gefragt, wie heute erneut über Tod, Auferweckung und Unsterblichkeit verhandelt wird.
Suchen wir nach Hirsts neuen Mythologien.
Zur Geschichte der Restaurierungen an Correggios "Madonna des heiligen Sebastian"
Die vorliegende Publikation erklärt die umfangreiche Restaurierungsgeschichte des großen Altargemäldes "Madonna des heiligen Sebastian" von Correggio in der Dresdner Gemäldegalerie. Anhand zahlreicher Archivalien werden die einzelnen Restaurierungen an diesem Kunstwerk nachvollzogen, die zuerst in Italien ausgeführt wurden und sich nach dem Ankauf des Werkes 1746 nach Dresden bis zur jüngsten Restaurierung von 2022 bis 2025 fortsetzten.
Democratization of the Arts? Through the Arts? New Strategies for Arts and Culture Education in Europe: Documentation of the European Conference. Berlin, 9 October 2025
Kulturelle Bildung hat das Potenzial, bürgerschaftliches Engagement und demokratische Teilhabe zu stärken. Allerdings geraten kulturelle Einrichtungen zunehmend in den Mittelpunkt politischer Auseinandersetzungen um Fragen der Akzeptanz, Repräsentation und Relevanz.
Die europäische Konferenz Democratization of the Arts? Through the Arts? New Strategies for Arts and Culture Education in Europe am 9. Oktober 2025 in Berlin untersuchte notwendige Transformationsbedarfe zur Demokratisierung von Kultureinrichtungen, diskutierte zukunftsweisende Strategien für eine demokratischere Kultur- und Bildungslandschaft in Europa und vermittelte neue Ansätze sowie praktisch umsetzbare Impulse.
Die Revolution des Gewöhnlichen: Mierle Laderman Ukeles' Manifest der "Maintenance Art"
CLOSE READING EINES IKONISCHEN FEMINISTISCHEN TEXTES. — Im Oktober 1969 verfasste Mierle Laderman Ukeles ihr wegweisendes Manifest der "Maintenance Art". In diesem außergewöhnlichen Zeitdokument spricht sie sich entschlossen für eine Kunst der Fürsorge und des ökofeministischen, ethischen Erhaltens und Bewahrens aus. Im gleichen Zug schlägt sie ein ambitioniertes Ausstellungsprojekt namens "CARE" vor, das persönlich beginnt, ins Sozialpolitische ausgreift und schließlich mit "Earth Maintenance" im Globalen endet. Ukeles' Manifest wird nun erstmals gebührend ausführlich – Wort für Wort – kommentiert und als eine radikale "Revolution des Gewöhnlichen" kontextualisiert.
Offene Räume: Theaterwissenschaftliche Perspektiven
Der Kongressband widmet sich historischen und gegenwärtigen Praktiken der Hervorbringung, Bespielung und Veränderung von Räumen im Theater und darüber hinaus. Im Fokus stehen Transformationen gesellschaftlicher Raumordnungen und Öffentlichkeiten, Aspekte von Körperlichkeit, Kultur und Subjektivität, digitale Infrastrukturen wie auch sonstige neue Räume für Wissen und Wissenschaft. Dabei reflektieren die Beiträge auch die Ambivalenz ‚offener Räume‘: Chancen für eine verbesserte Zugänglichkeit und Durchlässigkeit sozialer Ordnungen ebenso wie Risiken des Verlusts von Sicherheiten, Traditionen und (kulturellen) Identitäten.
Trost der Philosophie: Illustrationen der Straßburger Ausgabe des Boethius De Consolatione Philosophiae von Johann Grüninger 1501
Die prosimetrische Trostschrift De consolatione philosophiae oder einfach Consolatio Philosophiae des Anicius Manlius Severinus Boethius (um 480-524) gehört als eine der bedeutendsten philosophischen Schriften der Spätantike zur Weltkultur. Die Komplexität der facettenreichen Gedankenwelt der Consolatio spiegelt sich in der Straßburger Holzschnittfolge wider, die 1501 in der lateinischen Ausgabe bei Johann Grüninger gedruckt wurde. Ein alle Kapitel umfassendes und abgeschlossenes Konzept eröffnet dank der einzigartigen und polysemantischen Bildsprache mehrere Möglichkeiten für individuelle Interpretationen von religiös-mythologischen und philosophischen Anschauungen.
Zukünfte bilden: Über die Ausbildungsziele des Designstudiums im geteilten Deutschland
Designausbildung übersetzt gesellschaftliche Vorstellungen von Zukunft in pädagogische Programme und gestalterische Praktiken – stets unter den Bedingungen ihrer Zeit. Im geteilten Deutschland geschah dies auf besonders kontrastierende Weise: Zwei Wirtschaftssysteme, zwei Kulturbegriffe, zwei Vorstellungen von Design brachten eine bemerkenswerte Bandbreite an Ausbildungszielen hervor. Der Band versammelt Beiträge, die anlässlich der GfDg-Jahrestagung 2025 zum Jubiläum der weißensee kunsthochschule berlin im Werkbundarchiv – Museum der Dinge in Berlin entstanden sind. Mit Beiträgen von Sandra Bischler-Hartmann, Siegfried Gronert, Christopher Haaf, Viktoria Heinrich, Silke Ihden-Rothkirch, Jörg Petruschat, Linus Rapp, Thilo Schwer, René Spitz, Katrin Stowasser.
Erwerbungen und Provenienzen Islamischer Kunst zwischen 1933 und 1945: Aktuelle Forschungen
Dieser Sammelband beleuchtet in fünfzehn Aufsätzen aktuelle Forschungsergebnisse zur Erwerbungspraxis Islamischer Kunst in Deutschland zwischen 1933 und 1945. Der erste Teil befasst sich mit jüdischen Sammler:innen wie Felix Ganz, Alfred Cassirer und Dr. Max Ginsberg. Das Schicksal ihrer Sammlungen ist eng mit den Beständen des Museums für Islamische Kunst in Berlin verknüpft – ein Verhältnis, das in den letzten Jahren in verschiedenen Projekten intensiv erforscht wurde. Der zweite Teil widmet sich den Ankäufen durch Museen und Bibliotheken wie der Staatsbibliothek zu Berlin. Der dritte Teil stellt erfolgreiche Vermittlungspraktiken und -formate der Provenienzforschung vor und verbindet historische Forschung mit musealer Praxis.
Provenienzforschung und Angewandte Kunst: Methoden, Quellen, Netzwerke
Im Mittelpunkt der Provenienzforschung steht die Identifizierung und Rückgabe von NS-Raubkunst an Opfer des Nationalsozialismus. Besondere Herausforderungen ergeben sich in der angewandten Kunst. Bei Keramiken, Metallobjekten, Möbeln oder Werken aus Elfenbein fehlen zumeist etablierte Titel und die Identifizierung der zum Teil seriell hergestellten Werke ist oftmals nicht möglich. Mit den methodischen Ansätzen in diesem Bereich hat sich eine Tagung im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) im Mai 2022 beschäftigt. Die in diesem Band versammelten Tagungsbeiträge behandeln neben objektbezogenen Forschungen vielfältige Aspekte der Sammlungs- und Institutionengeschichte sowie des Kunstmarktes.
1874-2024. 150 Jahre Stadtmuseum Düsseldorf
Das Stadtmuseum Düsseldorf verdankt wesentliche Impulse Prinz Georg von Preußen (1826-1902), einem dort geborenen Großneffen von Friedrich Wilhelm III.: Auf seinen Druck hin gewährt die Stadt dem Museum 1879 eigene Räume. Dieser Sammelband fokussiert das Druckmittel – umfangreiche Schenkungen von Porträtgemälden, Grafik und Kunsthandwerk – und den ersten Standort im Erdgeschoss der Landesbibliothek. Ein Mitglied der Regentenfamilie gestaltet ein historisches Museum wesentlich mit durch Auswahl und Finanzierung einer Sammlung sowie detaillierte Eingriffe in deren Präsentation. Ein repräsentativer Vergleich von 100 deutschen Lokalmuseen mit Gründung im späten 19. Jahrhundert ordnet diesen einzigartigen Fall genauer ein.
Erhalten und Gestalten: Zum Verhältnis zwischen Denkmalpflege und Architektur
„Erhalten und Gestalten“ rückt zwei Praktiken ins Verhältnis, die oft als Gegensatz gedacht werden. Der Untertitel „Zum Verhältnis zwischen Denkmalpflege und Architektur“ verweist wiederum auf die enge, historisch gewachsene Verflechtung beider Disziplinen.
Der Tagungsband geht daher grundsätzlichen Fragen nach den gemeinsamen Ursprüngen von Architektur und Denkmalpflege nach und untersucht anhand konkreter Objekte die Prozesse des Umgangs mit Bestandsbauten zwischen Erhalten und Gestalten. Neben der Diskussion praxisnaher Herausforderungen wird gefragt, wie Theorie und Lehre der Denkmalpflege und auch der Architektur künftig gedacht werden können.
Allmachtsphantasien / Iluzje Wszechwładzy: Architektur und Alltag unter deutscher Besatzung / Architektura i codzienność pod okupacją niemiecką
Katalog zur Ausstellung: Allmachtsphantasien. Architektur und Alltag unter deutscher Besatzung, CK Zamek Poznań, 19.10.2024–09.02.2025
Der nationalsozialistische Verwaltungsapparat erschuf im besetzten Polen in allen Lebensbereichen die Illusion einer Allmacht über das neu beherrschte Territorium. Planen und Bauen waren zentrale Elemente der Besatzungspolitik mit unmittelbaren Auswirkungen auf die polnische und jüdische Bevölkerung. Anhand der Kategorien Stadtraum, Innenraum und Landschaft wird das Verhältnis von Alltag und Architektur im sogenannten Warthegau untersucht. Wichtiger Teil der Ausstellung ist die historische Innenausstattung des Posener Schlosses, das ab 1940 zur „Führerresidenz” und zum Amtssitz des Gauleiters aus- und umgebaut wurde, sowie eine ortsspezifische Installation der Künstlerin Iza Tarasewicz.
Pilze – Dürer – Flaschentrockner: Künstler*innensammlungen und ihre Programmatik
Von Künstler*innen zusammengetragene Sammlungen stellen einen aufschlussreichen Sonderfall des Sammelns dar: Produktion und Rezeption von Artefakten modellieren sich hier wechselseitig. Der Band leistet einen Beitrag zu einem grundsätzlichen Verständnis künstlerischer Sammelpraktiken und nimmt Beispiele von der Frühen Neuzeit bis in die 1960er Jahre in den Blick. Erstmals wird dabei dem programmatischen Charakter von Künstler*innensammlungen Rechnung getragen. Inwiefern sich das Sammeln nicht nur auf den künstlerischen Schaffensprozess auswirkt, sondern auch auf dessen zeitgenössische und postume Rezeption, untersucht dieses Buch.
Der Wandmalereizyklus zu den Wissenschaften und Künsten in der Brandenburger Domklausur im Kontext: Kunstproduktion und Wissensorganisation um 1450
Vor rund 20 Jahren wurde der Wandmalereizyklus zu den Wissenschaften und Künsten in einem Saal der ehemaligen Dombibliothek in Brandenburg an der Havel wiederentdeckt. In diesem Band bildet das fragmentarisch erhaltene Ensemble den Ausgangspunkt für Forschungen zur Gattungsgeschichte von Bibliotheken hinsichtlich ihrer räumlichen Strukturen und programmatischen Aussagen. Forschungsbeiträge aus Kunstgeschichte, Baugeschichte, Restaurierungswissenschaft und Informatik sowie aus Handschriftenkunde, Philologie, Geschichte und Epigraphik beleuchten die spätgotische Erneuerung von Dom und Domklausur in Brandenburg unter der Ägide der Bischöfe und Pröbste des Prämonstratenserordens, profilieren Wandmalerei als Medium von ‚Wissensforen‘ – Bibliotheken unterschiedlichen Typs ebenso wie Sakristeien, Psallierchor, Kreuzgang und Dormitorium – und verweisen auf Perspektiven der digitalen Erschließung und der musealen Vermittlung in diesem Feld.
Von gestochenen Bildern zum Kulturgüterschutz: Festschrift für Johann Michael Fritz
Mit dieser Festschrift würdigen Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Kolleginnen und Kollegen sowie ehemalige Schülerinnen und Schüler den Kunsthistoriker Johann Michael Fritz anlässlich seines 90. Geburtstages, der die Erforschung der europäischen Gold- und Silberschmiedekunst des Mittelalters und der frühen Neuzeit nachhaltig geprägt hat.
Die Beiträge spiegeln die Schwerpunkte der Forschung und der Biographie des Jubilars wider: Exemplarisch werden die Kunst und Architektur Westfalens, die Gold- und Silberschmiedekunst vom Mittelalter bis zur späten Neuzeit sowie weitere Gattungen des Kunstgewerbes behandelt. Darüber hinaus stehen grundsätzliche Fragen der Denkmalpflege an ausgewählten Beispielen zur Diskussion. Den Abschluss bilden Studien zur christlichen Ikonographie.
Images feat. Apes after 1859
Blanchés Buch untersucht mit kulturwissenschaftlichem Ansatz, wie sich Bilder von Affen zwischen 1859 und 2014 in Kunst, Karikatur, Film und Popkultur, etc. massiv verändern und wanderten. Es zeigt, dass Affen nicht als „Tiere an sich“, sondern als unterschiedliche Projektionsflächen menschlicher Vorstellungen erscheinen—früher als Teufel, Sünder oder Narren, im Untersuchungszeitraum dann als Spiegel, Bedrohung oder positives Alter Ego des Menschen. Werke von Frémiet, Picabia, Kahlo, Bacon, Koons, Fairhurst, Banksy, Huyghe u. a. werden analysiert, aber auch Filme und Musikvideos. Bilder mit Affen verhandeln Grenzen zwischen Natur und Kultur, Mensch und Tier, zudem Macht, Gender und Identität, West und Rest, etc.
Vom Manuskript zum Manual: Visualisierung und Ordnung von Architektur im Buch
Wie wird Architektur im Medium des Buchs visualisiert und Architekturwissen in Text und Bild geordnet und vermittelt? In dem Sammelband gehen die Autorinnen und Autoren diesen Fragen nach der (Inter-)Medialität, dem Verhältnis von Text und architektonischer Darstellung sowie der Visualisierung von Wissen und der Operationalität von Bild und Buch nach. Der zeitliche Bogen reicht von der Frühen Neuzeit bis ins 21. Jahrhundert, wobei architekturtheoretische Werke, vom Traktat bis zum Lehrbuch, im Mittelpunkt stehen. Auch das Verhältnis von Manuskript und gedrucktem Buch wird beleuchtet. Ergänzend veranschaulicht eine kommentierte Bildstrecke mit Doppelseiten ausgewählter Architekturbücher diese Fragestellungen.
Das Frontispiz in der Kunstliteratur: Zur Nobilitierung und Professionalisierung der Künste in Titelbildern der Frühen Neuzeit
Frontispize wurden in der Kunstliteratur der Frühen Neuzeit vor allem eingesetzt, um die Profession der Künstlerautoren und das Buch als Träger von Wissen über Kunst visuell zu inszenieren. Durch das Zusammenwirken von Personifikationen wurden kunsttheoretische, -didaktische und moralische Überlegungen dargestellt. Die Motive partizipieren an zeitgenössischen Bilddiskursen. Im Laufe des 16. Jahrhunderts entwickelte sich dafür eine Bildsprache mit paneuropäischem Wirkungskreis, die bis ins 18. Jahrhundert ihre Gültigkeit behielt. Diese Studie untersucht Topoi, die die Titelillustration der Kunstliteratur in der Frühen Neuzeit prägten. Erstmals erfolgt eine umfassende Schau des Bildmaterials.
Zugehörige Forschungsdaten auf arthistoricum.net@heiDATA
Das ältere Hochaltarretabel des Mindener Doms
Unter den Altaraufsätzen der Berliner Skulpturensammlung ist das ehemalige Hochaltarretabel des Mindener Doms das außergewöhnlichste Werk. Eine markante Besonderheit ist die einzigartige Zusammenstellung aus dem um 1425 gefertigten Schrein mit Flügeln und einem um ca. 200 Jahre älteren Untersatz, der in der bisherigen kunsttechnologischen Forschung viel zu wenig Aufmerksamkeit fand. Durch eine umfangreiche Untersuchung konnten viele Fragen zum ursprünglichen Aussehen dieses Retabels geklärt werden. Auf Basis der neu erschlossenen Architektur und des damit einhergehenden Funktionswandels ließen sich Rückschlüsse auf die Entwicklungsgeschichte früher Retabelformen ziehen.




