Stephanie Herold, Gerhard Vinken (Hrsg.)

Denkmal_Emotion
Politisierung – Mobilisierung – Bindung

Veröffentlichungen des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V., Band 30

In Bezug auf das Kulturerbe sind die Emotionen als Thema zurück; der „emotional turn“, so scheint es, hat die Denkmalwissenschaften erreicht. Die Verbindung zwischen Emotionen und Erbe/Denkmal ist dabei als eine wechselseitige und voneinander abhängige Beziehung zu denken. Verstanden als integraler Bestandteil von Prozessen individueller und kollektiver Sinnstiftung, werden Emotionen vom Nebenprodukt zu einem prägenden Aspekt von Inwertsetzungen, Aneignungen und Ablehnungen, wie sie für das Feld der Denkmalpflege konstituierend sind. Die hier versammelten Beiträge spiegeln in ihrer Bandbreite die unterschiedlichen Facetten des komplexen Verhältnisses zwischen Denkmalwissenschaften und Emotionen wider, sei es in Bezug auf seine politischen Dimensionen, auf die Entwicklung neuer emotionaler Bezugspunkte oder auf ganz konkrete Prozesse von Denkmalaneignung oder -ablehnung.

Thomas Schleper (Hrsg.)

Kultur unterwegs: Relevanz einer Instanz
Reisebilder, Dingwelten, Perspektiven

Woran liegt es, dass der Kultur heute kaum mehr die Kraft zugestanden wird, die ihr ein Jacob Burckhardt noch wie selbstverständlich bescheinigte? 13 Kulturexpert:innen verschiedenster Sparten suchen Antworten auf die gerade in der Pandemie gestellte Frage nach der Relevanz von Kultur. Kultur kann vitale Treiberin für Nachhaltigkeit, Inklusion und Demokratie sein. Dazu muss sie ihre relative Autonomie zurücknehmen, sich politisch verstehen und selbstkritisch begegnen. Was ist zu verteidigen und wo steht Aufgabenkritik für eine Transformation an? „Kultur unterwegs“ leuchtet multiperspektivische Zugänge für ein eigenes Urteil aus.

Olia Lialina

Turing Complete User
Resisting Alienation in Human Computer Interaction

Interface Critique book
Um das Jahr 2010 herum begannen der Bereich der Human-Computer-Interaction (HCI) und die IT-Branche insgesamt mit einer tiefgreifenden Reform ihrer Terminologie: einige Wörter wurden verboten und die Bedeutung anderer Wörter wurde umgekehrt, um die wachsende Kluft zwischen Benutzern und Entwicklern zu verbergen, um die Übergänge zu erleichtern von Computern zu “dumb terminals”, von Servern zu „Buckets“, vom Doppelklicken zum „OK, Google“. Computernutzer*innen lernten also auch laut und deutlich zu sprechen, um von Siri, Alexa, Google Glass, HoloLens und anderen Produkten, die sowohl zuhören als auch antworten, verstanden zu werden. Vielleicht ist es genau diese Verschmelzung von Input und Output zu einem „Gespräch“, das das vergangene Jahrzehnt prägt und in den kommenden Jahren den Kern der HCI-Forschung bilden wird. Wer skriptet die Gespräche mit diesen unsichtbaren Ohren und Mündern? Wie können die Nutzer*innen diese Interaktionen steuern? Wenn sich Hard- und Software in anthropomorphe Formen und formlose „Experiences“ auflösen, dann hören Wörter auf, bloße Namen und Metaphern zu sein. Sie regen nicht nur die Fantasie an und geben unsichtbaren Produkten Gestalt. Wörter selbst werden zu Schnittstellen – und entsprechend wird jede Änderung im Vokabular relevant.

Inga Elisabeth Tappe

Böse Bilder?
Theorie und Ethik der Gewaltfotografie

Dissertationen der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Band 3

Gewaltbilder wie Kriegsfotografien und Bildzeugnisse der Shoah stehen im Zentrum ethischer Kontroversen. Der Hoffnung, diese Bilder könnten ihre Betrachter*innen für das Leid anderer Menschen sensibilisieren, steht die Überzeugung, Empathie mit Anderen sei nicht durch Bilder vermittelbar und menschliches Leid nicht angemessen medial darstellbar, gegenüber. Dabei wird häufig eine Tendenz zum personalisierenden Sprechen deutlich, die Bilder zu eigenständigen, moralisch verantwortlichen Akteuren erhebt, sodass Bilder, die Böses zeigen, nicht als Bilder des Bösen, sondern als böse Bilder aufgefasst werden. Mit diesen Diskursen setzt sich der vorliegende Band kritisch auseinander.

Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel (Hrsg.)

Fair und Gerecht?
Restitution und Provenienz im Kunstmarkt. Praxis – Probleme – Perspektiven

Im Oktober 2019 fand in München ein Symposium statt, auf dem erstmals das historisch und juristisch komplexe Thema der NS-Raubkunst, der Restitution und Provenienz aus Sicht des Kunsthandels beleuchtet wurde. Die Tagung gab Einblicke in die Praxis des etablierten Kunsthandels, der mit hoher Expertise und Verantwortung für die Vermittlung und den Erhalt kultureller Güter einsteht. Der Tagungsband „Fair und Gerecht?“ umfasst sämtliche Vorträge und Diskussionsrunden der Veranstaltung. Renommierte Juristen, Provenienzforscher und Kunsthändler begaben sich vor dem Hintergrund des rechtlich-moralischen Spannungsfeldes auf die Suche nach Best-Practice-Lösungen mit dem Ziel, dem Kunsthandel auch in Zukunft die Arbeit zu ermöglichen.

Christiane Lukatis

Treffpunkt Rom 1810
Die Geschichte eines Künstlerstammbuchs

Kataloge der Museumslandschaft Hessen Kassel, Band 68, hrsg. von Museumslandschaft Hessen Kassel

2019 konnte die Museumslandschaft Hessen Kassel ein unpubliziertes Künstlerstammbuch erwerben, das der livländische Adlige Wilhelm von Blankenhagen (1761–1840) 1810 in Rom zusammentrug. Die Sammlung umfasst über 30 Zeichnungen von so bedeutenden Künstlern wie Thorvaldsen, Koch oder den Lukasbrüdern Overbeck und Pforr. Russische oder livländische Künstler wie Matwejeff oder Grass sind ebenso vertreten wie der englische Archäologe und Griechenlandreisende Dodwell. Wie Schick oder Rauch stammen die meisten Künstler aus dem Umfeld Caroline von Humboldts.
Die Bedeutung des Albums für die Forschung ist nicht zu unterschätzen. Durch eine ausgezeichnete Quellenlage veranschaulicht es beispielhaft das Beziehungsgeflecht der Künstler des Humboldt-Kreises.

Michael Hofbauer

Cranach - Parerga und Paralipomena
Neues zu Lucas Cranach und seinen Söhnen

In 16 ausführlichen Aufsätzen werden verschiedene Aspekte der Cranach-Forschung behandelt. Sie zeigen eine Auswahl von Ergebnissen aus der Arbeit mit der Datenbank www.cranach.net, darunter vier Neuzuschreibungen von bisher als Frühwerke Cranachs betrachteten Bildnissen. Aus der Arbeit mit dieser digitalen Forschungsdatenbank ergeben sich unzählige weitere neue Erkenntnisse, die innerhalb umfangreicher digitaler Dossiers der Werke des Werkverzeichnisses CORPUS CRANACH dokumentiert sind. Der Aufsatzband will eine Brücke schlagen zu neuen Methoden digitaler Kunstgeschichte, die eine erhebliche Beschleunigung des wissenschaftlichen Diskurses und damit einhergehend einen schnelleren Erkenntnisgewinn ermöglichen.

Nicole Krup Oest

Photography and Modern Public Housing in Los Angeles

Art & Photography, Band 2

In den 1940er Jahren war Los Angeles mit einer akuten Wohnungskrise konfrontiert. Die lokale Housing Authority reagierte mit einem kontroversen Programm zur Slumräumung und öffentlichen Wohnungsbau als auch mit Fotografie, die diese Krise auf innovative Weise darstellte. Dieses Buch bringt diese Fotografie mit bisher unveröffentlichten Quellen zusammen, um ein weitgehend ununtersuchtes Konzept der Wohnungsfotografie aufzudecken. Fallstudien aus Los Angeles, New York und Berlin zusammen mit FBI-Aufzeichnungen und fast vergessenen Bulletins laden zu einem neuen Verständnis der Geschichte des Wohnens und der Fotografie ein, in der Wissenschaftlerinnen und Fotografen zentale Rollen spielten.

Gefördert durch den SNF (Schweizerischer Nationalfonds)

María López-Fanjul y Díez del Corral, Skulpturensammlung und das Museum für Byzantinische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.)

The Second Glance: Women

Mit der integrierten Ausstellungsreihe „Der zweite Blick“ werden Besucher*innen dazu eingeladen sich mit aktuellen, gesellschaftsrelevanten Themen in der Dauerausstellung des Bode-Museums auseinanderzusetzen. „Frauen“ bildet den zweiten Schwerpunkt der mehrteiligen Reihe. Anhand der Objekte und der Vergegenwärtigung der jeweils abgebildeten Persönlichkeit können die Besucher*innen sich mit der Rolle der Frau in der Geschichte, ihrer Wahrnehmung in der Gesellschaft und der künstlerischen Umsetzung der auf Frauen bezogenen Bildthemen auseinandersetzen.

Deutsche Version: Der zweite Blick: Frauen

María López-Fanjul y Díez del Corral, Skulpturensammlung und das Museum für Byzantinische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.)

Der zweite Blick: Frauen

Mit der integrierten Ausstellungsreihe „Der zweite Blick“ werden Besucher*innen dazu eingeladen sich mit aktuellen, gesellschaftsrelevanten Themen in der Dauerausstellung des Bode-Museums auseinanderzusetzen. „Frauen“ bildet den zweiten Schwerpunkt der mehrteiligen Reihe. Anhand der Objekte und der Vergegenwärtigung der jeweils abgebildeten Persönlichkeit können die Besucher*innen sich mit der Rolle der Frau in der Geschichte, ihrer Wahrnehmung in der Gesellschaft und der künstlerischen Umsetzung der auf Frauen bezogenen Bildthemen auseinandersetzen.

Englische Version: The Second Glance: Women
Weiterer Band: Der zweite Blick. Spielarten der Liebe

Giacomo Berra

Il viaggio della marchesa di Caravaggio Costanza Colonna da Genova a Napoli a bordo di una galera maltese
Lettere inedite

In questo studio vengono analizzate diverse lettere inedite scritte e ricevute da alcuni illustri membri della famiglia Colonna, tra cui la marchesa di Caravaggio Costanza Colonna. Questa nobildonna fu un’importante protettrice di Michelangelo Merisi da Caravaggio. Attraverso queste e diverse altre missive è possibile avere un’idea della vita quotidiana della marchesa e dei suoi stretti contatti con la famiglia dell’artista. In particolare queste lettere ci permettono di seguire direttamente il viaggio via mare che Costanza e il figlio fra’ Fabrizio Sforza Colonna intrapresero nel giugno del 1607 da Genova sino a Napoli. Le lettere documentano anche un incontro che ci permette di comprendere meglio come il Caravaggio, con l’appoggio della potente famiglia Colonna, sia salito, quasi certamente, a bordo di una delle galere comandate dal ‘caravaggino’ fra’ Fabrizio in modo da poter raggiungere in tutta sicurezza l’isola di Malta.

Diese Studie analysiert mehrere unveröffentlichte Briefe, die von einigen illustren Mitgliedern der Familie Colonna geschrieben und empfangen wurden, darunter die Marquise von Caravaggio Costanza Colonna. Diese Adelige war eine wichtige Beschützerin von Michelangelo Merisi da Caravaggio. Durch diese und andere Briefe ist es möglich, einen Einblick in das tägliche Leben der Marquise und ihre engen Kontakte mit der Familie des Künstlers zu bekommen. Insbesondere erlauben uns diese Briefe, die Seereise zu verfolgen, die Costanza und ihr Sohn fra' Fabrizio Sforza Colonna im Juni 1607 von Genua nach Neapel unternahmen. Die Briefe dokumentieren auch eine Begegnung, die es uns ermöglicht nachzuvollziehen, wie Caravaggio mit der Unterstützung der mächtigen Familie Colonna mit großer Wahrscheinlichkeit eine der Galeeren bestieg, die vom "caravaggino" fra' Fabrizio kommandiert wurden, um sicher die Insel Malta zu erreichen.

Manja Wilkens, Yves Guignard (Hrsg.)

Wilhelm Uhde
Briefe an Freunde, Künstler und Kunsthändler; mit zwei unveröffentlichten Texten "Mona Lisa und Olympia" "Der Sammler"

Passages online, Band 12

Wilhelm Uhde war im besten Sinn des Wortes ein Dilettant: als Kunsthändler, wie als Kunsthistoriker und als Sammler. Vor dem Ersten Weltkrieg hatte er sich um die Pariser Avantgarde verdient gemacht, konzentrierte sich dann vor allem auf die Förderung der sog. Naiven Malerei. Er lebte ab 1904 mit weltkriegsbedingten Unterbrechungen in Paris. Das Buch publiziert Briefe an Händler und Freunde und zeichnet so die Situation eines überzeugten Europäers, zwischen den Nationen lebenden und Deutschen nach, dem die Nationalsozialisten die Staatsbürgerschaft aberkannten. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben ihm nur zwei Jahre; jetzt geriet zudem die abstrakte Malerei in sein Blickfeld.

Wilhelm Uhde était un dilettante dans le meilleur sens du terme : en tant que marchand d'art, historien de l'art et collectionneur. Avant la Première Guerre mondiale, il avait rendu des services exceptionnels à l'avant-garde parisienne. Entre-deux-guerres, il s'est concentré sur la promotion de la peinture dite naïve. Il vit à Paris à partir de 1904, avec des interruptions dues aux guerres mondiales. Le livre publie ses correspondances avec des collectionneurs, des amis. Il retrace par la même occasion le parcours d'un Européen convaincu, vivant entre les nations, déchu de sa citoyenneté allemande par les nationaux-socialistes. Après la Seconde Guerre mondiale, il ne reste à Uhde plus que deux ans à vivre ; la peinture abstraite arrive alors au cœur de ses préoccupations.

Birgit Dalbajewa, Andreas Dehmer, Hilke Wagner (Hrsg.)

The Internationale Kunstausstellung Dresden 1926 in Historic Photographs by Alexander Paul Walther
Annotated edition

Die Internationale Kunstausstellung Dresden 1926 war eine der markantesten ihrer Art in der Weimarer Republik. Auf ihren Errungenschaften fußte auch die erste documenta 1955 in Kassel. Anhand historischer Aufnahmen des Architekturfotografen Alexander Paul Walther werden Erscheinungsbild, Intentionen und Wirkung dieses Großereignisses nachgezeichnet.
Die bedeutenden fotografischen Dokumente befinden sich im Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und wurden bisher noch nie gemeinsam und vollständig publiziert. Ihre kommentierte Edition leistet das Dresdner Albertinum innerhalb des BMBF-Verbundforschungsprojekts „Vom Gegenstand zum Exponat“ als eine inspirierende Grundlage für weitere Forschungen.

Eine deutsche Version ist ebenfalls online: https://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/695

Sabine Lang und Andrea Nicklisch

Den Sammlern auf der Spur
Provenienzforschung zu kolonialen Kontexten am Roemer- und Pelizaeus- Museum Hildesheim 2017/18

Claudia Andratschke (Hrsg.)
Veröffentlichungen des Netzwerks Provenienzforschung in Niedersachsen, Band 2

„Den Sammlern auf der Spur“ präsentiert die Ergebnisse eines Provenienzforschungsprojektes, das 2017/18 am Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim durchgeführt wurde. Im Fokus standen Herkunft und Erwerbungsumstände von ethnografischen Objekten, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert aus den umfangreichen Beständen des Königlichen Museums für Völkerkunde Berlin nach Hildesheim gelangten. Die meisten dieser Gegenstände von nahezu sämtlichen Erdteilen stammen aus kolonialen Zusammenhängen. Der Schwerpunkt des Bandes liegt auf einer Vorstellung der Sammler und einer Erörterung der sehr heterogenen Umstände, unter denen sie Ethnographica erworben haben.

Simon Baier

Feld und Signal
Aporien der Malerei bei Elʹ Lisickij und Kazimir Malevič

Die Untersuchung stellt zwei zentrale Figuren der historischen Avantgarden ins Zentrum: Kazimir Malevič und El’ Lisickij. Für beide markiert das Jahr 1928 eine Wende. Lisickij bricht seine Praxis abstrakter Malerei ab, um sich auf die Produktion monumentaler, politisch motivierter sowie medientechnisch avancierter Installationen zu konzentrieren. Lisickijs ehemaliger Mitstreiter Kazimir Malevič kehrt dagegen nicht nur zur Handarbeit der Malerei zurück: Diese zeigt mit einem Mal wieder menschliche Figuren, jedoch inmitten einer dystopisch leeren Welt. Beides sind Reaktionen auf die Exzesse der Moderne, die Ende der 1920er Jahre die Situation unserer Gegenwart vorzeichnen.

Gefördert durch den SNF (Schweizerischer Nationalfonds)

Antoinette Maget Dominicé, Claudius Stein, Niklas Wolf (Hrsg.)

Lehr- und Schausammlungen im Wandel
Archive, Displays, Objekte

Wie können öffentliche und universitäre Sammlungen in Zukunft bewahrt und ausgestellt werden? Aktuell wird die Präsentation solcher Sammlungen oft von Veränderungen in den Institutionen bestimmt. Dabei spielt die Disziplin- und Institutionsgeschichte ebenso eine Rolle wie der auf Einzelobjekte gelegte Fokus der Wissenschaft, wenn es um Provenienz und Ausstellungsmöglichkeiten geht.
Die Autor:innen behandeln die Herausforderungen und die Zukunft von Lehr- und Schausammlungen. Neben der Integration der Objekte in Forschung und Lehre werden Fragen der Präsentation heterogener Sammlungen und Unsicherheiten in der Eigentumslage von Objekten thematisiert.

Michail Chatzidakis, Henrike Haug, Lisa Marie Roemer, Ursula Rombach (Hrsg.)

Con bella maniera
Festgabe für Peter Seiler zum 65. Geburtstag

Con bella maniera... unter diesem Titel ehren die Autor:innen des vorliegenden Bandes den Kunsthistoriker Peter Seiler. Ihre Beiträge spiegeln nicht nur das gattungs- und epochenübergreifende Forschungsinteresse und den interdisziplinären Zugang des Jubilars, sondern bezeugen Freundschaften, die sich aus allen Phasen seiner wissenschaftlichen Vita erhalten haben – von den studentischen Anfängen in Heidelberg über die prägende Zeit als Stipendiat in Rom an der Bibliotheca Hertziana bis zu seinem Wirken an den kunstgeschichtlichen Instituten der Freien Universität und der Humboldt-Universität zu Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Privatdozent, Leiter des Census und außerplanmäßiger Professor. Seine bella maniera geht über den kunsthistorischen terminus technicus hinaus und verbindet „altehrwürdige erlernbare Praktiken“ der Kunstgeschichte, innovative Forschungsansätze und die feine Art des menschlichen Umgangs.

Ute Christiane Hoefert

Rollenflexibilität und Demokratisierung in der Kunst
Der Konzeptkünstler, Mail Artist und Networker H. R. Fricker

Art & Photography, Band 1

Der 1947 geborene Schweizer Künstler Hans Ruedi Fricker praktiziert seit 1981 Mail Art. Diese Kunstform findet in einem offenen Netzwerk statt, in dem die Teilnehmenden über den Postweg Objekte und Gegenstände sowie selbstgestaltete Briefmarken, Postkarten und Kuverts austauschen und eigenverantwortlich die Aufgaben des Ausstellens, Sammelns und Bewahrens übernehmen. Fricker beabsichtigte bereits vor seiner Mail Art-Aktivität, den von ihm als elitär empfundenen Kunstmarkt zu enthierarchisieren, zu dezentralisieren und schließlich zu demokratisieren. Er zählt zu einem neuen Künstlertypus, der auf originelle Weise auf Gegenwärtiges reagiert und sich mit seiner Kunst für persönliche und gesellschaftliche Prozesse engagiert.

Zum Buch ist ein Dokumentarfilm über Mail Art entstanden. Der Film wird auf Festivals eingereicht und später veröffentlicht.

Arbeitskreis Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V., Stephanie Herold, Christian Raabe (Hrsg.)

Erhaltung
Akteure – Interessen – Utopien

Veröffentlichungen des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V., Band 29

Der Wille zur Erhaltung des baulichen kulturellen Erbes kann als einer der Grundpfeiler der denkmalpflegerischen Theorie und Praxis betrachtet werden. Vom „Konservieren, nicht Restaurieren“ der letzten Jahrhundertwende, über die Forderungen nach Erhaltung und „Bewahrung des geschichtlichen Zeugnisses“ (Carta von Venedig, 1964) bis hin zur „Erhaltung des Kulturerbes in allen seinen Formen“ (Nara-Dokument zur Echtheit/Authentizität, 1994) zieht sich der Wunsch nach Erhaltung durch die verschiedenen Grundlagentexte der Denkmalpflege. Neben diesem scheinbar gemeinsamen, übergeordneten Ziel zeigt sich jedoch bei genauer Betrachtung auch hier ein breites Spektrum an unterschiedlichen Zielvorstellungen und Schwerpunktsetzungen. Diese sind jeweils eng verbunden mit den gesellschaftlichen Kontexten und den beteiligten Akteuren. Denn was unter Erhaltung verstanden wird und was an einem Denkmal erhalten werden soll, hängt in hohem Maße damit zusammen, was an einem Objekt als denkmalwert betrachtet wird – und ist somit abhängig nicht nur von den sich stetig wandelnden technischen Voraussetzungen, sondern auch von persönlichen und gesellschaftlichen Wertzuschreibungen.

Germanisches Nationalmuseum, Ingo Wiwjorra, Dietrich Hakelberg (Hrsg.)

Archäologie und Nation: Kontexte der Erforschung „vaterländischen Alterthums“
Zur Geschichte der Archäologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1800 bis 1860

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm das wissenschaftliche Interesse an der einheimischen Archäologie spürbar zu. Schon die Zeitgenossen haben die „vaterländische Altertumskunde“ mit einem nach den Befreiungskriegen neu erwachten Nationalbewusstsein begründet. Diesen Topos gilt es kritisch zu hinterfragen: Wie hängen die damaligen Nationsvorstellungen mit dem anwachsenden Interesse am einheimischen Altertum zusammen? Unter welchen historischen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen entwickelte sich jene „vaterländische“ Archäologie? Diesen Fragen gehen Archäologen und Historiker aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Tschechien in ihren Beiträgen nach.

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