Marcello Beato

Profane Wandmalerei im Raum Bozen um 1400
Mit einem Katalog der profanen Wandgemälde des Mittelalters im historischen Tirol

Innerhalb der europäischen Kunstgeschichte kommt der mittelalterlichen profanen Wandmalerei des Tiroler Raumes eine herausragende Bedeutung zu. Dies gründet auf verschiedenen Faktoren, zum Beispiel dem frühen Überlieferungsbeginn, dem Umfang und dem verhältnismäßig guten Erhaltungszustand zahlreicher Zyklen. Unter den erhaltenen profanen Wandmalereien nehmen diejenigen, die um 1400 in der Stadt Bozen und in deren näherer Umgebung entstanden sind, eine besondere Stellung ein. Hier ist um diese Zeit eine sehr umfangreiche und qualitätsvolle Produktion nachweisbar, die bislang zum Teil jedoch nur wenig Beachtung fand. Die vorliegende Arbeit bietet die erste kunsthistorische Studie, die den Bozner Bestand in seiner Gesamtheit und Komplexität behandelt und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich macht.

Lisa Beißwanger, Alexandra Karentzos, Christiane Salge (Hrsg.)

Zwischen Enklave und Vernetzung
Kunstgeschichte an der TU Darmstadt

Die Kunstgeschichte an der Technischen Universität Darmstadt blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Dieses Jubiläum war der Ausgangspunkt für ein Forschungsprojekt und ein Symposium, deren Ergebnisse dieser Band vorstellt.

Eine Besonderheit der Kunstgeschichte in Darmstadt ist, dass sie nicht an einem Institut angesiedelt ist, sondern durch zwei Professuren an den Fachbereichen Architektur und Humanwissenschaften repräsentiert wird. Der vorliegende Band perspektiviert diese außergewöhnliche Konstellation historisch und vertritt die These, dass gerade der Status als kunstgeschichtliche „Enklave“ zu intensiver Vernetzung geführt hat.

Moritz Lampe

The Involuntary Self-Portrait
Automimesis and Self-Referentiality in the Art Literature of the Italian Renaissance

Automimesis oder die Idee, dass „jeder Maler sich selbst malt“, war eine Vorstellung, die in der Kunstliteratur der italienischen Renaissance immer wieder formuliert wurde. Zunächst als Makel von Malern interpretiert, der einer exakten Nachahmung der Natur entgegenstand, wurde die körperliche oder geistige Ähnlichkeit eines Künstlers mit seinem Werk jedoch schon bald positiv aufgefasst. Anhand von Künstlerbiografien, Kunsttraktaten und Kunstwerken untersucht diese Studie die Gründe für diesen Paradigmenwechsel und zeichnet nach, wie frühneuzeitliche Ideen unser Verständnis von der Autonomie der Künste bis heute prägen.

Lisa Dieckmann, Bettina Pfleging, Georg Schelbert, Thorsten Wübbena (Hrsg.)

4D
Dimensionen | Disziplinen | Digitalität | Daten

Computing in Art and Architecture, Band 6

Vor 20 Jahren wurde prometheus als verteiltes digitales Bildarchiv für Kunstgeschichte und bildbasierte Disziplinen ins Leben gerufen und damit ein grundlegender Schritt für den digitalen Wandel in den jeweiligen Fächern vollzogen. Seitdem bilden sich die Konturen einer zukünftigen digital gestützten Wissenschaft deutlicher heraus. Die Digital Humanities erweitern das Methodenfeld der Geisteswissenschaften, interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Beantwortung von Forschungsfragen setzt sich zunehmend durch und mit dem Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur werden die Fundamente für ein sich im Wandel befindendes Wissenschaftssystem geschaffen.
Die Jubiläumstagung 2021 hat den Wandel der Wissenschaften unter vier Perspektiven (4D) diskutiert und ist bewusst über die Fachgrenzen der Kunstgeschichte hinausgegangen.

Bei dieser Publikation erscheinen die Beiträge sukzessive. Sie sind redigiert, im finalen Layout und werden unverändert in den Gesamtband übernommen. Jeder Early-View-Artikel erhält einen persistenten DOI und ist damit voll zitierfähig, es können lediglich noch keine Seiten angegeben werden. Erst wenn alle Beiträge vorliegen, werden sie mit Seitenzahlen versehen. Bitte verwenden Sie die im PDF angegebene Zitierempfehlung für den Early View. Neben dem E-Book (PDF) wird auch eine Printausgabe erscheinen.

Lucy Wasensteiner, Meike Hopp, Alice Cazzola (Hrsg.)

Wenn Bilder sprechen
Provenienzforschung zu Max Liebermann und seinem Netzwerk

Dank einer Förderung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste führt die Liebermann-Villa am Wannsee seit 2020 ein Provenienzforschungsprojekt zur Überprüfung der Objekte in der Sammlung der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin e.V. auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut durch. Der vorliegende Band geht aus einer 2021 stattgefundenen Konferenz „Provenienzforschung zu Max Liebermann und seinem Netzwerk. Berichte aus der Praxis“ in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin hervor und erscheint anlässlich der Ausstellung „Wenn Bilder sprechen. Provenienzforschung zur Sammlung der Liebermann-Villa“ (Liebermann-Villa am Wannsee, Oktober 2022 bis März 2023). Im Vordergrund stehen die Provenienzforschung zu Max Liebermann und seinem Netzwerk im Archiv, im Kunsthandel, im Museum und in der Universität.

Roger Fayet, Regula Krähenbühl (Hrsg.)

Kunst und Material. Konzepte, Prozesse, Arbeitsteilungen

Outlines, Band 12

Medienvielfalt, ein erweiterter Werkbegriff und ein gewandeltes Verständnis von Kreativität prägen die Kunst seit der Moderne. Daraus erwachsen neue, für die Rezeption und die Erhaltung eines Werks sowie für den Begriff der Autorschaft und die Idee des Authentischen folgenreiche Herausforderungen. Durch das Auseinandertreten von Entwurf und Herstellung im aktuellen Kunstschaffen etabliert sich zudem eine neue Form arbeitsteiliger Produktion mit vielfältigen Implikationen. Die Beiträge im vorliegenden Band zeigen, dass solche Entwicklungen innovative, interdisziplinär abgestützte Herangehensweisen an der Schnittstelle von Technikgeschichte, Konservierungswissenschaft und Kunstgeschichte verlangen.

Ismene Wyss

Social Media Performance
YouTube und Instagram als Ort künstlerischer Aufführungen

Digitale Prozesse haben in Bezug auf die Produktion, Präsentation und Rezeption von Kunst seit der digitalen Revolution substantiell an Bedeutung gewonnen. Die Allgegenwärtigkeit der sozialen Medien in unserem Alltag hat zur Folge, dass auch die Praktiken von zeitgenössischen Künstler:innen durch die online präsentierten Lebensstile und Kommunikationsformen wie auch deren spezifische Ästhetik geprägt werden und diese selbst mitprägen. Ismene Wyss fokussiert auf Kunstwerke mit einem dezidierten Einbezug von Social Media in den künstlerischen Entstehungsprozess. Dabei werden (insbesondere solche) gegenwärtigen Positionen analysiert, die soziale Medien auf performative Art und Weise einsetzen: die «Social Media Performance». Diesem Buch liegt die These zugrunde, dass die spezifische performative Nutzung von Social Media eine künstlerische Strategie der Gegenwart ist, die digitalisierte Gesellschaften reflektiert und hinterfragt. Anhand der künstlerischen Positionen von Amalia Ulman, Molly Soda, Arvida Bytröm und Leah Schrager wird analysiert, wie soziale Medien in die künstlerische Praxis seit 2010 Eingang finden und diskutiert Konsequenzen einer solchen Kunstproduktion für die Kunstgeschichte der Gegenwart.

Gefördert durch den SNF (Schweizerischer Nationalfonds)

Anneli Kraft

Das gute Glas. Design digital sammeln und erforschen
Eine designhistorische Betrachtung und Entwicklung einer digitalen Infrastruktur zur Analyse von Trinkgläsern

Unter der Prämisse der guten Form wurden in der Nachkriegszeit Alltagsgegenstände mit verschiedenen Designpreisen ausgezeichnet oder in Ausstellungen gezeigt, um für gute Gestaltung zu sensibilisieren. Die Trinkgläser aus dieser Zeit stehen hier im Fokus. Was ist ein gutes Glas? Dieser Frage geht die Autorin anhand von damals verfassten Richtlinien und prämierten Gläsern nach. Zusätzlich legt sie die Entwicklung des digitalen Instrumentariums dar, das für die Forschung und den Vergleich der Objekte zum Einsatz kam. Dazu gehört die Typisierung von Trinkgläsern sowie eine genaue Formzuschreibung.
Diese designhistorische Betrachtung zeigt auf, wie zeitgemäße Forschung zu einem spezifischen Fachgebiet in Museen aussehen könnte.

Barbara Preisig

Mobil, autonom, vernetzt
Kritik und ökonomische lnnovation in Ephemera der Konzeptkunst, 1966-1975

Jan Dibbets, Adrian Piper, Daniel Buren und Eleanor Antin schufen zwischen 1966 und 1975 in hoher Auflage gedruckte Anzeigen und Ausstellungsankündigungen. Diese Ephemera – gleichzeitig Kunstwerke, Werbeinstrumente und Dokumentationen für künstlerische Aktionen – stehen exemplarisch für die kommunikationsbasierte, flexible und mobile Praxis der Konzeptkunst.
Das Buch zeigt mit Blick auf die ökonomische Entwicklung der Zeit, wie die KünstlerInnen Formen immaterieller Arbeit exemplarisch vorwegnahmen. Die Ephemera zeugen von einem komplexen Verhältnis zwischen der Kritik an hierarchischen Organisationsstrukturen und der Forderung nach Authentizität und Individualität. Autonomiebestreben und Institutionskritik bilden hierbei keinen Gegensatz zu ökonomischer Innovation. Sie sind Bedingung einer postfordistischen Gegenwart.

Gefördert durch den SNF (Schweizerischer Nationalfonds)

David Nelting, Valeska von Rosen (Hrsg.)

Gattungsmischungen – Hybridisierungen – Amalgamierungen
Perspektiven auf das Verhältnis von Traditionen und Novationen in Bild, Text und Musik des Barock

Wie inszenieren Texte, Bilder und musikalische Kompositionen das Verhältnis von ›Altem‹ und ›Neuem‹ in Zeiten, in denen sich mit den Gattungsordnungen auch die ästhetischen Sicherheiten auflösen? Wie setzen sie ›Novationen‹ in anderen diskursiven Ordnungen, etwa religiösen oder gesellschaftlich-politischen, ins Werk und machen damit auch epistemischen Wandel sichtbar? Und wie lassen sich diese Prozesse historisch angemessen beschreiben, ohne auf moderne Fortschritts-teleologien zurückzugreifen?
Diesen Grundfragen der historisch ausgerichteten Literatur-, Kunst- und Musikwissenschaft geht der vorliegende Sammelband nach. Er untersucht mit Schwerpunkt auf dem italienischen 17. Jahrhundert mit Ausblicken auf Shakespeares Sommernachtstraum sowie den englischen Antiquarismus systematische Verschränkungen von Traditionen und Novationen und deren mediale Modellierungen. Im Fokus steht die ›neue‹ Bildsprache der sich naturalistisch inszenierenden, emphatisch mit der Tradition brechenden, de facto aber neue ausbildenden Malweise der Caravaggio-Nachfolge. Im Bereich der Literatur entsteht eine ›neue‹ Dichtungstheorie und -praxis, welche mit einem Autor wie Giovan Battista Marino zwar einerseits ausdrücklich an Regel- und Wertesysteme des Humanismus anschließt, diese aber andererseits im spielerischen Rückbezug auf die Tradition gleichsam in die Leere laufen lässt und durch einen barocken ›Subjektivismus‹ ersetzt. Für die Musik ist die unerhörte Experimentierfreude von Claudio Monteverdi beispielhaft, der in seinen Madrigalen alte und neue Kompositions- und Musizierpraktiken hybridisiert und Third Spaces barocker Polyvalenz eröffnet.
Als überwölbendes Merkmal der barocken Neuerungsphänomene erweist sich das Prinzip der Gattungsmischung. Die Möglichkeiten reichen dabei von Hybridisierungen, in denen das Spannungspotential des Verschiedenen sichtbar ausgestellt wird, bis zu Amalgamierungen, in denen die Differenzqualität der unterschiedlichen Bezugssysteme zugunsten neuer ästhetischer Harmonie bis zur Unkenntlichkeit überspielt wird.

Andreas Beyer, Godehard Janzing, Andrea Pinotti, Céline Trautmann-Waller (Hrsg.)

Le monument en débat
Théories et pratiques de la monumentalisation en Allemagne et en Autriche après 1945

Passages online, Band 17

Zweifelsohne wird das Denkmal als erinnerungskulturelles Medium in wenigen europäischen Ländern so akut und virulent verhandelt wie in Deutschland und Österreich nach 1945. Die Debatten reichen von der unabdingbaren Erinnerung an die Shoah über Fragen nach der Nutzung nationalsozialistischer und stalinistischer Überreste bis hin zu jüngsten Wiederaufbauprojekten und sind Ausdruck unseres ethischen wie politischen Verhältnisses zur Geschichte. Was also sagen Denkmäler, ihre Gestaltung, Wiedererrichtung oder Zerstörung aus und wie gestalten sie unsere Zukunft? Anhand diverser Fallstudien sucht dieser Tagungsband nach einem gegenwärtigen Denkmalbegriff jenseits seiner nationalen Wurzeln.

Il existe peu de pays en Europe où la question du monument comme medium de la mémoire historique se soit posée de manière aussi aiguë et virulente qu’en Allemagne et en Autriche après 1945. Expressions de notre rapport éthique et politique à l’histoire, les débats interrogent la nécessité de la mémoire de la Shoah, l’usage possible des résidus encombrants du national-socialisme et du stalinisme ou encore de récents projets de reconstruction. Qu’est-ce qu’un monument « dit » ou « ne dit pas », et en quoi sa création, sa modification ou sa destruction engagent-elles notre avenir ? Les études de cas allemands et autrichiens rassemblées ici tentent une définition actuelle du monument, au-delà de son enracinement national.

Isabelle Dolezalek, Tobias Mörike, Wibke Schrape, Tulga Beyerle (Hrsg.)

Sammlungsgeschichten
Islamische Kunst im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (1873–1915)

Der Band Sammlungsgeschichten. Islamische Kunst im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (1873–1915) blickt auf die Wege der Werke aus West- und Zentralasien ins Museum. Elf Einzelstudien beleuchten die Interessen des MK&G Gründungsdirektors Justus Brinckmann, sie spüren seinen Ankäufen nach und betrachten die Biografien einzelner Objekte – darunter ein Prachtkoran oder Fliesen eines Mausoleums aus Buchara. Im Mittelpunkt stehen die Verbindungen lokaler und globaler Netzwerke mit der Geschichte des Kunsthandels.

Juliane Wenzl

Facettierungen
Bewegung, Raum, Zeit und Erzählung in David Hockneys Joiner Photographs

David Hockneys joiner photographs sind Bilder zwischen Einzelbild und Sequenz, die im Zusammenspiel einen räumlichen und zeitlichen Eindruck des zu Sehenden entstehen lassen. Die Bildensembles sind zugleich monoszenisch und polychron, sie zeigen raumzeitliche Brüche und lassen Relationen instabil werden. Einzelfotografien werden so zu komplexen Bildstrukturen zusammengefügt, die neue semantische Felder eröffnen und zur Narrativierung auffordern. Die Autorin liest die joiners mit Deleuzes Theorien des Bewegungs- und Zeitbildes und erörtert, inwiefern ihnen Erzählung inhärent ist.

Christina Leber, Katrin Thomschke (Hrsg.)

Licht ins Dunkel
Wohin entwickelt sich die künstlerische Fotografie?

Der vorliegende Band versammelt die Beiträge des gleichnamigen Symposiums am 8. und 9. Oktober 2020, veranstaltet von der DZ BANK Kunstsammlung, der heutigen Kunststiftung DZ BANK. Künstlerinnen und Künstler, Kuratorinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich der Kunst- und Kulturwissenschaften sowie der Philosophie haben sich der Frage nach der Zukunft fotografischer Ausdrucksformen gestellt. In ihren Aufsätzen beleuchten sie aus unterschiedlichen Perspektiven aktuelle Tendenzen, die in einem Spannungsverhältnis zwischen der Immaterialität des digitalen Bildes und einer wiederkehrenden Betonung von Materialität/Stofflichkeit angesiedelt sind. Dabei werden ebenso Begrifflichkeiten wie die Auflösung tradierter Gattungsgrenzen thematisiert.

Leonie Häsler

Textiles Entwerfen in Serie
Nahtlosigkeit als Gestaltungsprinzip bei der Hanro AG 1884–1991

Die ehemalige Schweizer Textilfabrik „Hanro“ produzierte im 20. Jahrhundert Strickstoffe, Unterwäsche und Oberbekleidung. Dabei bildete Nahtlosigkeit als konkrete textile Technik sowie als Gestaltungsideal eine wichtige Größe innerhalb der internen Produktionsabläufe. Auf einem Rundgang durch die Fabrik untersucht die Autorin den textilen Entwurfsprozess im Kontext wechselnder Modezyklen und der Serienproduktion. Sie liefert neue Erkenntnisse über die Entstehungsbedingungen einer heute globalisierten Industrie.

Gefördert durch den SNF (Schweizerischer Nationalfonds)

Karoline Beltinger

Hans Emmenegger. «Maltechnik-Notizbuch» und Werkprozess 1901–1905

KUNSTmaterial, Band 6

Mit dem Ziel, seine Maltechnik weiterzuentwickeln und die Haltbarkeit seiner Gemälde zu verbessern, dokumentierte der Schweizer Maler Hans Emmenegger (1866–1940) zwischen 1901 und 1905 akribisch seine Arbeitsprozesse, Materialien und Techniken. Sein «Maltechnik-Notizbuch» wurde am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft in Zürich ausgewertet und mit den Ergebnissen technologischer Gemäldeanalysen verknüpft. Der vorliegende Band präsentiert die Ergebnisse dieser Forschungen. Erläutert werden Emmeneggers Suche nach Sujets, die Funktion von Studien, der Malvorgang, sein Ringen um das Bildkolorit, seine technischen Versuchsreihen und vieles mehr.

Andreas Winkelmann, Holger Stoecker, Sarah Fründt und Larissa Förster

Interdisziplinäre Provenienzforschung zu menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten
Eine methodische Arbeitshilfe des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste, des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité und von ICOM Deutschland

Beiträge zur Museologie, Band 11

Die Arbeitshilfe bietet eine praktische Einführung in die Provenienzforschung zu menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten. Sie fokussiert auf deutsche Institutionen mit einem Appendix zur Situation in Österreich. Die Arbeitshilfe bezieht sich auf biologisch-anthropologische, anatomische und medizinhistorische Sammlungen menschlicher Überreste vor allem an Universitäten und Museen. Die Interdisziplinarität und das Zusammenspiel der Methoden stehen im Vordergrund. Sie enthält ausführliche Hinweise zu historischen und anthropologisch-naturwissenschaftlichen Methoden der Provenienzforschung, sowie zur Dokumentation der Rechercheergebnisse. Erörtert werden ebenso die transkulturellen und transnationalen Dimensionen von Provenienzforschung.

Nino Nanobashvili

Die Ausbildung von Künstlern und Dilettanti
Das ABC des Zeichnens

Die Zeichenkunst gehörte in der Frühen Neuzeit zu einer grundlegenden künstlerischen Arbeitspraxis. Seit dem 16. Jahrhundert begannen in Italien zunehmend auch Kunstliebhaber damit, sich das Zeichnen anzueignen. Nanobashvili stellt erstmals in der Studie die Lerntechniken von Künstlern und Dilettanti gegenüber. Auf diesem Weg werden entscheidende Erkenntnisse zur Kunsttheorie und Zeichenpraxis in den Jahren von 1560 bis 1630 erlangt. Dies erlaubt eine Neubewertung von Alessandro Alloris Ragionamenti delle regole del disegno, der Carracci-Akademie in Bologna sowie der Praxis des Aktzeichnens, ausgehend von den Werkstattbeständen des venezianischen Künstlers Filippo Esengren.

Gudrun Knaus, Angela Kailus und Regine Stein

LIDO-Handbuch für die Erfassung und Publikation von Metadaten zu kulturellen Objekten
Band 2: Malerei und Skulptur

Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, Christian Bracht (Hrsg.)
LIDO-Handbuch, Band 2

Band 2 des LIDO-Handbuchs widmet sich Objekten der Gattungen Malerei und Skulptur. Es handelt sich dabei um ein Anwendungsprofil des international etablierten Metadatenstandards LIDO (Lightweight Information Describing Objects), das als Anleitung für die schlüssige Strukturierung von Informationen in lokalen Sammlungsmanagement-Systemen dient. Jedes Datenfeld enthält eine Definition, Tipps für die Erfassung, Beispiele sowie Hinweise, die beim Datenexport gemäß des LIDO-XML-Schemas zu beachten sind. Sämtliche Empfehlungen dienen dem Ziel, Daten aus unterschiedlichen Quellen so aufzubereiten, dass möglichst umfassende und präzise Suchergebnisse erzielt und Wege zur weiteren Informationsvernetzung eröffnet werden können.

Christopher Manuel Galler, Jochen Meiners (Hrsg.)

Regionaler Kunsthandel
Eine Herausforderung für die Provenienzforschung?!

Veröffentlichungen des Netzwerks Provenienzforschung in Niedersachsen, Band 3

Der Band versammelt die Beiträge der gleichnamigen Online-Tagung am 1. März 2021, veranstaltet vom Bomann-Museum Celle. Die Quellenlage für die Provenienzforschung zum regionalen Kunsthandel ist oft schwierig, weil Geschäftsunterlagen oder Auktions- und Verkaufskataloge meistens nicht erhalten sind. Daher stand im Zentrum der Tagung die Frage, wie dennoch eine bestmögliche Provenienzforschung gelingen kann. Die einzelnen Beiträge gehen dem anhand von Beispielen aus verschiedenen Museen und Forschungsprojekten in Norddeutschland nach.