Manja Wilkens, Yves Guignard (Hrsg.)

Wilhelm Uhde
Briefe an Freunde, Künstler und Kunsthändler; mit zwei unveröffentlichten Texten "Mona Lisa und Olympia" "Der Sammler"

Passages online, Band 12

Wilhelm Uhde war im besten Sinn des Wortes ein Dilettant: als Kunsthändler, wie als Kunsthistoriker und als Sammler. Vor dem Ersten Weltkrieg hatte er sich um die Pariser Avantgarde verdient gemacht, konzentrierte sich dann vor allem auf die Förderung der sog. Naiven Malerei. Er lebte ab 1904 mit weltkriegsbedingten Unterbrechungen in Paris. Das Buch publiziert Briefe an Händler und Freunde und zeichnet so die Situation eines überzeugten Europäers, zwischen den Nationen lebenden und Deutschen nach, dem die Nationalsozialisten die Staatsbürgerschaft aberkannten. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben ihm nur zwei Jahre; jetzt geriet zudem die abstrakte Malerei in sein Blickfeld.

Wilhelm Uhde était un dilettante dans le meilleur sens du terme : en tant que marchand d'art, historien de l'art et collectionneur. Avant la Première Guerre mondiale, il avait rendu des services exceptionnels à l'avant-garde parisienne. Entre-deux-guerres, il s'est concentré sur la promotion de la peinture dite naïve. Il vit à Paris à partir de 1904, avec des interruptions dues aux guerres mondiales. Le livre publie ses correspondances avec des collectionneurs, des amis. Il retrace par la même occasion le parcours d'un Européen convaincu, vivant entre les nations, déchu de sa citoyenneté allemande par les nationaux-socialistes. Après la Seconde Guerre mondiale, il ne reste à Uhde plus que deux ans à vivre ; la peinture abstraite arrive alors au cœur de ses préoccupations.

Birgit Dalbajewa, Andreas Dehmer, Hilke Wagner (Hrsg.)

The Internationale Kunstausstellung Dresden 1926 in Historic Photographs by Alexander Paul Walther
Annotated edition

Die Internationale Kunstausstellung Dresden 1926 war eine der markantesten ihrer Art in der Weimarer Republik. Auf ihren Errungenschaften fußte auch die erste documenta 1955 in Kassel. Anhand historischer Aufnahmen des Architekturfotografen Alexander Paul Walther werden Erscheinungsbild, Intentionen und Wirkung dieses Großereignisses nachgezeichnet.
Die bedeutenden fotografischen Dokumente befinden sich im Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und wurden bisher noch nie gemeinsam und vollständig publiziert. Ihre kommentierte Edition leistet das Dresdner Albertinum innerhalb des BMBF-Verbundforschungsprojekts „Vom Gegenstand zum Exponat“ als eine inspirierende Grundlage für weitere Forschungen.

Eine deutsche Version ist ebenfalls online: https://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/695

Sabine Lang und Andrea Nicklisch

Den Sammlern auf der Spur
Provenienzforschung zu kolonialen Kontexten am Roemer- und Pelizaeus- Museum Hildesheim 2017/18

Claudia Andratschke (Hrsg.)
Veröffentlichungen des Netzwerks Provenienzforschung in Niedersachsen, Band 2

„Den Sammlern auf der Spur“ präsentiert die Ergebnisse eines Provenienzforschungsprojektes, das 2017/18 am Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim durchgeführt wurde. Im Fokus standen Herkunft und Erwerbungsumstände von ethnografischen Objekten, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert aus den umfangreichen Beständen des Königlichen Museums für Völkerkunde Berlin nach Hildesheim gelangten. Die meisten dieser Gegenstände von nahezu sämtlichen Erdteilen stammen aus kolonialen Zusammenhängen. Der Schwerpunkt des Bandes liegt auf einer Vorstellung der Sammler und einer Erörterung der sehr heterogenen Umstände, unter denen sie Ethnographica erworben haben.

Simon Baier

Feld und Signal
Aporien der Malerei bei Elʹ Lisickij und Kazimir Malevič

Die Untersuchung stellt zwei zentrale Figuren der historischen Avantgarden ins Zentrum: Kazimir Malevič und El’ Lisickij. Für beide markiert das Jahr 1928 eine Wende. Lisickij bricht seine Praxis abstrakter Malerei ab, um sich auf die Produktion monumentaler, politisch motivierter sowie medientechnisch avancierter Installationen zu konzentrieren. Lisickijs ehemaliger Mitstreiter Kazimir Malevič kehrt dagegen nicht nur zur Handarbeit der Malerei zurück: Diese zeigt mit einem Mal wieder menschliche Figuren, jedoch inmitten einer dystopisch leeren Welt. Beides sind Reaktionen auf die Exzesse der Moderne, die Ende der 1920er Jahre die Situation unserer Gegenwart vorzeichnen.

Gefördert durch den SNF (Schweizerischer Nationalfonds)

Antoinette Maget Dominicé, Claudius Stein, Niklas Wolf (Hrsg.)

Lehr- und Schausammlungen im Wandel
Archive, Displays, Objekte

Wie können öffentliche und universitäre Sammlungen in Zukunft bewahrt und ausgestellt werden? Aktuell wird die Präsentation solcher Sammlungen oft von Veränderungen in den Institutionen bestimmt. Dabei spielt die Disziplin- und Institutionsgeschichte ebenso eine Rolle wie der auf Einzelobjekte gelegte Fokus der Wissenschaft, wenn es um Provenienz und Ausstellungsmöglichkeiten geht.
Die Autor:innen behandeln die Herausforderungen und die Zukunft von Lehr- und Schausammlungen. Neben der Integration der Objekte in Forschung und Lehre werden Fragen der Präsentation heterogener Sammlungen und Unsicherheiten in der Eigentumslage von Objekten thematisiert.

Michail Chatzidakis, Henrike Haug, Lisa Marie Roemer, Ursula Rombach (Hrsg.)

Con bella maniera
Festgabe für Peter Seiler zum 65. Geburtstag

Con bella maniera... unter diesem Titel ehren die Autor:innen des vorliegenden Bandes den Kunsthistoriker Peter Seiler. Ihre Beiträge spiegeln nicht nur das gattungs- und epochenübergreifende Forschungsinteresse und den interdisziplinären Zugang des Jubilars, sondern bezeugen Freundschaften, die sich aus allen Phasen seiner wissenschaftlichen Vita erhalten haben – von den studentischen Anfängen in Heidelberg über die prägende Zeit als Stipendiat in Rom an der Bibliotheca Hertziana bis zu seinem Wirken an den kunstgeschichtlichen Instituten der Freien Universität und der Humboldt-Universität zu Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Privatdozent, Leiter des Census und außerplanmäßiger Professor. Seine bella maniera geht über den kunsthistorischen terminus technicus hinaus und verbindet „altehrwürdige erlernbare Praktiken“ der Kunstgeschichte, innovative Forschungsansätze und die feine Art des menschlichen Umgangs.

Ute Christiane Hoefert

Rollenflexibilität und Demokratisierung in der Kunst
Der Konzeptkünstler, Mail Artist und Networker H. R. Fricker

Bettina Gockel (Hrsg.)
Art & Photography, Band 1

Der 1947 geborene Schweizer Künstler Hans Ruedi Fricker praktiziert seit 1981 Mail Art. Diese Kunstform findet in einem offenen Netzwerk statt, in dem die Teilnehmenden über den Postweg Objekte und Gegenstände sowie selbstgestaltete Briefmarken, Postkarten und Kuverts austauschen und eigenverantwortlich die Aufgaben des Ausstellens, Sammelns und Bewahrens übernehmen. Fricker beabsichtigte bereits vor seiner Mail Art-Aktivität, den von ihm als elitär empfundenen Kunstmarkt zu enthierarchisieren, zu dezentralisieren und schließlich zu demokratisieren. Er zählt zu einem neuen Künstlertypus, der auf originelle Weise auf Gegenwärtiges reagiert und sich mit seiner Kunst für persönliche und gesellschaftliche Prozesse engagiert.

Zum Buch ist ein Dokumentarfilm über Mail Art entstanden. Der Film wird auf Festivals eingereicht und später veröffentlicht.

Arbeitskreis Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V., Stephanie Herold, Christian Raabe (Hrsg.)

Erhaltung
Akteure – Interessen – Utopien

Veröffentlichungen des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V., Band 29

Der Wille zur Erhaltung des baulichen kulturellen Erbes kann als einer der Grundpfeiler der denkmalpflegerischen Theorie und Praxis betrachtet werden. Vom „Konservieren, nicht Restaurieren“ der letzten Jahrhundertwende, über die Forderungen nach Erhaltung und „Bewahrung des geschichtlichen Zeugnisses“ (Carta von Venedig, 1964) bis hin zur „Erhaltung des Kulturerbes in allen seinen Formen“ (Nara-Dokument zur Echtheit/Authentizität, 1994) zieht sich der Wunsch nach Erhaltung durch die verschiedenen Grundlagentexte der Denkmalpflege. Neben diesem scheinbar gemeinsamen, übergeordneten Ziel zeigt sich jedoch bei genauer Betrachtung auch hier ein breites Spektrum an unterschiedlichen Zielvorstellungen und Schwerpunktsetzungen. Diese sind jeweils eng verbunden mit den gesellschaftlichen Kontexten und den beteiligten Akteuren. Denn was unter Erhaltung verstanden wird und was an einem Denkmal erhalten werden soll, hängt in hohem Maße damit zusammen, was an einem Objekt als denkmalwert betrachtet wird – und ist somit abhängig nicht nur von den sich stetig wandelnden technischen Voraussetzungen, sondern auch von persönlichen und gesellschaftlichen Wertzuschreibungen.

Germanisches Nationalmuseum, Ingo Wiwjorra, Dietrich Hakelberg (Hrsg.)

Archäologie und Nation: Kontexte der Erforschung „vaterländischen Alterthums“
Zur Geschichte der Archäologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1800 bis 1860

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm das wissenschaftliche Interesse an der einheimischen Archäologie spürbar zu. Schon die Zeitgenossen haben die „vaterländische Altertumskunde“ mit einem nach den Befreiungskriegen neu erwachten Nationalbewusstsein begründet. Diesen Topos gilt es kritisch zu hinterfragen: Wie hängen die damaligen Nationsvorstellungen mit dem anwachsenden Interesse am einheimischen Altertum zusammen? Unter welchen historischen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen entwickelte sich jene „vaterländische“ Archäologie? Diesen Fragen gehen Archäologen und Historiker aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Tschechien in ihren Beiträgen nach.

Die Verlinkungen „Inhaltsverzeichnis –> Beiträge“, „Beiträge <–> Zusammenfassungen“ sowie „Personenregister –> Beiträge“ können nur im Gesamt-PDF gewährleistet werden.

Danièle Perrier, Ellen Wagner (Hrsg.)

Kunstkritik in Zeiten von Populismen und Nationalismen
Akten des 52. internationalen AICA Kongresses, Köln/Berlin 1. bis 7. Oktober 2019

Diese Publikation dokumentiert den 52. Internationalen Kongress des Kunstkritikerverbands AICA, der 2019 in Köln und Berlin zum Thema Kunstkritik in Zeiten von Populismen und Nationalismen getagt hat. Mehr als 40 Vortragende und Moderatoren lieferten eine Definition des Populismus, beschäftigten sich mit den Fragen von Diskriminierung, der Zensur in vielen Ländern sowie der Übernahme künstlerischer Strategien im „rechten“ Sprachgebrauch. Diskutiert wurde auch Autonomie und Verantwortung von Kunst und Kunstkritik. Die hier wiedergegebenen Diskussionen zeigen die ganze Komplexität des Themas.
Die Dokumentation erscheint in zwei gesonderten Bänden jeweils in Deutsch und Englisch.

Danièle Perrier (Hrsg.)

Art Criticism in Times of Populism and Nationalism
Proceedings of the 52nd International AICA Congress, Cologne/Berlin 1–7 October 2019

 

Diese Publikation dokumentiert den 52. Internationalen Kongress des Kunstkritikerverbands AICA, der 2019 in Köln und Berlin zum Thema Kunstkritik in Zeiten von Populismen und Nationalismen getagt hat. Mehr als 40 Vortragende und Moderatoren lieferten eine Definition des Populismus, beschäftigten sich mit den Fragen von Diskriminierung, der Zensur in vielen Ländern sowie der Übernahme künstlerischer Strategien im „rechten“ Sprachgebrauch. Diskutiert wurde auch Autonomie und Verantwortung von Kunst und Kunstkritik. Die hier wiedergegebenen Diskussionen zeigen die ganze Komplexität des Themas.
Die Dokumentation erscheint in zwei gesonderten Bänden jeweils in Deutsch und Englisch.

ICOM Deutschland (Hrsg.)

Chancen und Nebenwirkungen – Museum 4.0
Jahrestagung von ICOM Deutschland, 14. bis 16. November 2019 in München. Tagungsband

Beiträge zur Museologie, Band 10

Die Herausforderungen der Museen im digitalen Zeitalter sind vielfältig, doch womit angesichts der Fülle der Aufgaben beginnen? Die Jahrestagung 2019 von ICOM Deutschland diskutierte anhand interessanter Fallbeispiele – Museum4punkt0, NUMiD, ViSIT (Universität Passau), Cadolzburg (Bayerische Schlösserverwaltung), Digitale Strategie für Museen (Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern) u. v. a. – unterschiedliche Wahrnehmungen des Aufgabenfeldes Digitalisierung in Kulturbetrieben, einzelne Handlungsfelder und häufig in der musealen Realität auftretende Schwierigkeiten. So verschieden die Museen auch sind, die rund zwanzig präsentierten Beispiele machen deutlich: Soll die Digitalisierung eine gelungene, nachhaltige Öffnung der Museen ins Digitale sein und damit über einzelne digitale Vermittlungsangebote hinausreichen, so Julian Nida-Rümelin in der Einführung, muss sie mit einer digitalen Geisteshaltung und einer entsprechenden Arbeitskultur einhergehen. Ferner sind eine zum eigenen Haus passende Digitalstrategie sowie ausreichende Ressourcen und der Rückhalt der Museumsträger wichtige Voraussetzungen.

Patricia Schmiedlechner

Modi Operandi in Rubens’s Workshop
A Study on the Creative Process and Studio Practice

Stuttgarter Akademieschriften, Band 3

Peter Paul Rubens’ umfangreiches Œuvre umfasst mehr als 1500 Gemälde sowie vorbereitende Zeichnungen und Ölskizzen. Wie zu jener Zeit üblich, beschäftigte Rubens als Meister der St. Lukasgilde eine mehrköpfige Werkstatt und seine Mitarbeiter und Schüler waren maßgeblich an seinem künstlerischen Schaffen beteiligt. Dieser kollaborative Arbeitsprozess erschwert die Zuschreibung von Rubens’ Werken nach den heutigen Maßstäben der eigenhändigen Ausführung.

Die Studie beleuchtet die Abläufe in der Werkstatt unter Berücksichtigung sozialgeschichtlicher Voraussetzungen und schriftlicher Quellen, wobei der der Arbeitsprozess am Fallbeispiel des Hochaltarbildes der Augustinerkirche in Antwerpen vorgestellt wird. Die mit der Entstehung dieses Bildes assoziierten Zeichnungen und Skizzen werden nicht nur als Zeugnisse des kreativen Prozesses, sondern auch als Produkte der Arbeitsteilung und des Lehrbetriebs in Rubens’ Werkstatt betrachtet.

Andrea Bärnreuther (Hrsg.)

Taking a Stand?
Debating the Bauhaus and Modernism

Die Publikation “Taking a Stand? Debating the Bauhaus and Modernism” ist die erweiterte und weiterentwickelte Version eines Symposiums mit integriertem Schulprojekt. Der Titel „Was heißt hier Haltung?“ bezieht sich zum einen auf den Forschungsgegenstand Bauhaus und zum anderen auf die Haltung, die ihm gegenüber eingenommen wird. Der Begriff Haltung spannt einen weiten Bogen für die Erforschung des Bauhauses und der Bauhausgeschichtsschreibung sowie für die Öffnung des Bauhauses in die Zukunft. Das Bauhaus wird als ein Komplex aus materieller Kultur, Ideen, Praktiken und Politiken erkennbar, während sein Verständnis als transnationales und transkulturelles Beziehungsgeflecht zum Motor transkulturellen Austauschs wird. Das kuratierte Format dieser hybriden Print- und Online-Publikation eröffnet mit übergreifenden Fragen und Schlagwörtern nicht-lineare und multiperspektivische Zugänge.

Um die volle Funktionalität und die Dokument interne Navigation nutzen zu können, laden Sie bitte den Gesamtband herunter.

Birte Kleine-Benne (Hrsg.)

Kunst_Kontext_Kunst

Anliegen der Aufsatzsammlung Kunst_Kontext_Kunst ist, durch die Untersuchung künstlerischer und theoretischer Arbeiten (Theorietexte, Videoinstallationen, ein Perzeptionsmodell, In-Situ-Installationen, ortsspezifische Interventionen und institutionskritische Praktiken) den Begriff, das Konzept und die Operationen des „catchall term“ Kontext zu schärfen, unsere künstlerischen und theoretischen Untersuchungsgegenstände wie auch unsere epistemischen Rahmungen und nicht zuletzt auch uns Wissenschaftler*innen in dem Kontext u. a. von Institutionen, Methoden und Medien zu begreifen. Damit gehen wir von ökologisierenden, nämlich kontext- bzw. umweltgebundenen Relationalitäten aus.

André Gunthert, Thomas Kirchner, Marie-Madeleine Ozdoba (Hrsg.)

Nouveaux médias: mythes et expérimentations dans les arts

Passages online, Band 10

Herausgegeben unter Mitwirkung von Sara Alonso Gómez, François Aubart, Juliette Bessette, Marie-Laure Delaporte, Claus Gunti, Caroline Marié, Julie Martin und Marie Vicet.
http://dev.androidandrea.com/dfk/
Von den Anfängen des Films, über Videoinstallationen und kybernetische Kunst, bis hin zu den neuesten Virtual-Reality-Brillen: in kunstwissenschaftlichen und künstlerischen Beiträgen analysiert der Band die komplexen Beziehungen zwischen den Künsten und den neuen Medien. 
Die Beiträge distanzieren sich vom Mythos der Neuen Medien als Symbol von Modernität und widmen sich praxisbezogen, anhand künstlerischer Ansätze, den Herausforderungen, vor die uns die Neuen Medien stellen. Fern vom technologischen Determinismus, der am Beginn der Auseinandersetzung mit der medialen Entwicklung stand, erscheinen Medien und Technik vor allem im Licht des Gebrauchs, als Werkzeug zur Erforschung von Kunst und Kultur. Mit einem Schwerpunkt auf experimentelle Ausdrucksformen werden auch Strategien des Widerstandes beleuchtet, wenn es um den hegemonialen Einsatz des Visuellen geht. Exemplarisch wenden sich die Autor*innen dem neuerlichen Durchdenken des Kunstobjekts und der Publikumserfahrung, dem Hinterfragen der Museumspraxis und der Kritik am Stellenwert von Technologie zu.

Des débuts du cinéma jusqu’aux dispositifs de réalité virtuelle, en passant par l’art vidéo ou l’art cybernétique, les recherches en histoire de l’art qui explorent les relations entre les arts et les nouveaux médias questionnent aussi bien les ressources des formes expérimentales que les enjeux de la résistance à l’hégémonie visuelle.
Cet ouvrage prend ses distances avec la mythologie des nouveaux médias comme symbole de modernité, pour tenter d’en saisir les enjeux à travers les pratiques artistiques. Loin du déterminisme technologique qui a contribué à charpenter le domaine, médias et techniques apparaissent alors comme des outils d’investigation des arts et de la culture. Reconfiguration de l’objet artistique et de l’expérience des publics, interrogation des pratiques muséales, critique du rôle des technologies : vingt-quatre contributions scientifiques et artistiques déploient une géographie extensive de la recherche la plus récente.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Theresa Witting, Ulrike Weinhold (Hrsg.)

Farbfassungen auf Gold und Silber / Paints on Gold and Silver

Viele Goldschmiedearbeiten präsentierten sich einst in überraschender Buntheit. Ihr Erscheinungsbild prägten sogenannte Farbfassungen. Wegen ihrer schlechten Haltbarkeit sind diese polychromen Oberflächen oft nur noch in Resten erhalten und wurden daher von der Wissenschaft bislang wenig beachtet. Im vorliegenden Band nähern sich Fachleute aus europäischen Kulturinstitutionen diesem Forschungsbereich aus kunsthistorischer, restauratorischer und naturwissenschaftlicher Perspektive und spannen einen zeitlichen Bogen vom Mittelalter bis in das frühe 19. Jahrhundert. In Ergänzung der vom Grünen Gewölbe 2018 vorgelegten Publikation Natürlich bemalt. Farbfassungen auf Goldschmiedearbeiten des 16. bis 18. Jahrhunderts am Dresdner Hof, die das Thema erstmals umfassender behandelt, liegen nun weiterführende Erkenntnisse zu diesem faszinierenden Gestaltungsmittel vor.

Anne Breimaier, Matthias Gründig (Hrsg.)

Hollis Frampton
ADSVMVS ABSVMVS, in memory of Hollis William Frampton, Sr., 1913–1980, abest

Die Publikation dokumentiert die erste europäische Einzelpräsentation einer fotokonzeptuellen Arbeit Hollis Framptons (1936–1984), die 2018 im UG im Folkwang, Essen, zu sehen war. Der Band enthält Reproduktionen der elften Auflage von ADSVMVS ABSVMVS, in memory of Hollis William Frampton, Sr., 1913–1980, abest (1982) sowie ein Re-Design der Begleitbroschüre und Ausstellungsansichten. Die hier versammelten Texte verorten ADSVMVS ABSVMVS im Feld der Kunst-, Fotografie- und Ausstellungsgeschichte. Die Ausstellung und der Katalog sind im Rahmen einer Kollaboration zwischen der Freien Universität Berlin und der Folkwang Universität der Künste in Essen entstanden.

Thierry Grandin, Ruba Kasmo und Giulia Annalinda Neglia

Post-Conflict Documentation of a Historic Neighborhood
(Suwayqat Ali Area – Old City of Aleppo)

Dima Dayoub, Ruba Kasmo, Anne Mollenhauer (Hrsg.)

Aleppo ist eine der ältesten, durchgehend bewohnten Städte der Welt. Die Altstadt zeigt noch heute die Spuren des hellenistischen Straßenrasters und historische Monumente aus verschiedenen Epochen. Das Gebiet "Suwayqat Ali" befindet sich nördlich des Suqs (Marktgebiet). Es handelt sich um ein gemischtes Viertel mit öffentlichen und privaten Gebäuden. Es wurde aufgrund der funktionalen Diversität, historischen Bedeutung und den erheblichen Schäden, die es erlitt, ausgewählt. Studie erfasst das Viertel ganzheitlich: durch eine städtebauliche Analyse sowie die Geschichte und Architektur der wichtigsten Gebäude, einschließlich des heutigen Zustands. Die Publikation ist zweisprachig, englisch und arabisch.

Katharina Weiger

Studien zu einer Kreuzigung im Louvre
Malerei nach Giotto in Unteritalien und Kunst am Anjou-Hof

Blut und Gotteserkenntnis – das sind die Themen, welche die Konzeption der in dieser Arbeit behandelten Kreuzigung aus Giottos neapolitanischer Werkstatt, datiert auf 1332/33, bestimmt haben. Giotto hat das Bild begonnen und die Ausführung an einen Mitarbeiter, dem die Kunst Sienas und Assisis vertraut war, delegiert. Die Datierung ergibt sich aus der Debatte um die visio beatifica Dei, die den Hof Roberts von Anjou stark beschäftigt und die Gestaltung der Tafel beeinflusst hat. Davon ausgehend erforscht die Arbeit die Kunst Unteritaliens aus der Zeit nach Giottos Aufenthalt in Neapel. Dass die Kreuzigung, wie die Stuttgarter Apokalypse, die ebenso dem Anjou-Hof zuzuordnen ist, eine zweifache Rezeption – zeitnah in der höfischen Buch- und einige Jahrzehnte später in der Wandmalerei des Königreichs – erfuhr, ist mit der Kunstpolitik Roberts zu erklären.