Bücher

401 Titel
Autoren
Micha Braun (Hrsg.), Veronika Darian (Hrsg.), Melanie Gruß (Hrsg.), Patrick Primavesi (Hrsg.), Ingo Rekatzky (Hrsg.), Janine Schulze-Fellmann (Hrsg.), Torben Schleiner (Hrsg.), Lydia Wilinski (Hrsg.)

Offene Räume: Theaterwissenschaftliche Perspektiven

Der Kongressband widmet sich historischen und gegenwärtigen Praktiken der Hervorbringung, Bespielung und Veränderung von Räumen im Theater und darüber hinaus. Im Fokus stehen Transformationen gesellschaftlicher Raumordnungen und Öffentlichkeiten, Aspekte von Körperlichkeit,  Kultur und Subjektivität, digitale Infrastrukturen wie auch sonstige neue Räume für Wissen und Wissenschaft. Dabei reflektieren die Beiträge auch die Ambivalenz  ‚offener Räume‘: Chancen für eine verbesserte Zugänglichkeit und Durchlässigkeit sozialer Ordnungen ebenso wie Risiken des Verlusts von Sicherheiten, Traditionen und (kulturellen) Identitäten.

Theres Rohde (Hrsg.), Thilo Schwer (Hrsg.)

Zukünfte bilden: Über die Ausbildungsziele des Designstudiums im geteilten Deutschland

Designausbildung übersetzt gesellschaftliche Vorstellungen von Zukunft in pädagogische Programme und gestalterische Praktiken – stets unter den Bedingungen ihrer Zeit. Im geteilten Deutschland geschah dies auf besonders kontrastierende Weise: Zwei Wirtschaftssysteme, zwei Kulturbegriffe, zwei Vorstellungen von Design brachten eine bemerkenswerte Bandbreite an Ausbildungszielen hervor. Der Band versammelt Beiträge, die anlässlich der GfDg-Jahrestagung 2025 zum Jubiläum der weißensee kunsthochschule berlin im Werkbundarchiv – Museum der Dinge in Berlin entstanden sind. Mit Beiträgen von Sandra Bischler-Hartmann, Siegfried Gronert, Christopher Haaf, Viktoria Heinrich, Silke Ihden-Rothkirch, Jörg Petruschat, Linus Rapp, Thilo Schwer, René Spitz, Katrin Stowasser.

Franziska Bloch (Hrsg.), Miriam Kühn (Hrsg.)

Erwerbungen und Provenienzen Islamischer Kunst zwischen 1933 und 1945: Aktuelle Forschungen

Dieser Sammelband beleuchtet in fünfzehn Aufsätzen aktuelle Forschungsergebnisse zur Erwerbungspraxis Islamischer Kunst in Deutschland zwischen 1933 und 1945. Der erste Teil befasst sich mit jüdischen Sammler:innen wie Felix Ganz, Alfred Cassirer und Dr. Max Ginsberg. Das Schicksal ihrer Sammlungen ist eng mit den Beständen des Museums für Islamische Kunst in Berlin verknüpft – ein Verhältnis, das in den letzten Jahren in verschiedenen Projekten intensiv erforscht wurde. Der zweite Teil widmet sich den Ankäufen durch Museen und Bibliotheken wie der Staatsbibliothek zu Berlin. Der dritte Teil stellt erfolgreiche Vermittlungspraktiken und -formate der Provenienzforschung vor und verbindet historische Forschung mit musealer Praxis.

Ilona Keil-Beruchashvili

Trost der Philosophie: Illustrationen der Straßburger Ausgabe des Boethius De Consolatione Philosophiae von Johann Grüninger 1501

FONTES, Band 97

Die prosimetrische Trostschrift De consolatione philosophiae oder einfach Consolatio Philosophiae des Anicius Manlius Severinus Boethius (um 480-524) gehört als eine der bedeutendsten philosophischen Schriften der Spätantike zur Weltkultur. Die Komplexität der facettenreichen Gedankenwelt der Consolatio spiegelt sich in der Straßburger Holzschnittfolge wider, die 1501 in der lateinischen Ausgabe bei Johann Grüninger gedruckt wurde. Ein alle Kapitel umfassendes und abgeschlossenes Konzept eröffnet dank der einzigartigen und polysemantischen Bildsprache mehrere Möglichkeiten für individuelle Interpretationen von religiös-mythologischen und philosophischen Anschauungen.

Nuray Amrhein (Hrsg.), Marcus Leifeld (Hrsg.), Iris Metje (Hrsg.), Britta Olényi von Husen (Hrsg.)

Provenienzforschung und Angewandte Kunst: Methoden, Quellen, Netzwerke

Im Mittelpunkt der Provenienzforschung steht die Identifizierung und Rückgabe von NS-Raubkunst an Opfer des Nationalsozialismus. Besondere Herausforderungen ergeben sich in der angewandten Kunst. Bei Keramiken, Metallobjekten, Möbeln oder Werken aus Elfenbein fehlen zumeist etablierte Titel und die Identifizierung der zum Teil seriell hergestellten Werke ist oftmals nicht möglich. Mit den methodischen Ansätzen in diesem Bereich hat sich eine Tagung im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) im Mai 2022 beschäftigt. Die in diesem Band versammelten Tagungsbeiträge behandeln neben objektbezogenen Forschungen vielfältige Aspekte der Sammlungs- und Institutionengeschichte sowie des Kunstmarktes.

Susanne Anna (Hrsg.), Markus Walz (Hrsg.)

1874-2024. 150 Jahre Stadtmuseum Düsseldorf

Das Stadtmuseum Düsseldorf verdankt wesentliche Impulse Prinz Georg von Preußen (1826-1902), einem dort geborenen Großneffen von Friedrich Wilhelm III.: Auf seinen Druck hin gewährt die Stadt dem Museum 1879 eigene Räume. Dieser Sammelband fokussiert das Druckmittel – umfangreiche Schenkungen von Porträtgemälden, Grafik und Kunsthandwerk – und den ersten Standort im Erdgeschoss der Landesbibliothek. Ein Mitglied der Regentenfamilie gestaltet ein historisches Museum wesentlich mit durch Auswahl und Finanzierung einer Sammlung sowie detaillierte Eingriffe in deren Präsentation. Ein repräsentativer Vergleich von 100 deutschen Lokalmuseen mit Gründung im späten 19. Jahrhundert ordnet diesen einzigartigen Fall genauer ein.

Johanna Blokker (Hrsg.), Svenja Hönig (Hrsg.)

Erhalten und Gestalten: Zum Verhältnis zwischen Denkmalpflege und Architektur

„Erhalten und Gestalten“ rückt zwei Praktiken ins Verhältnis, die oft als Gegensatz gedacht werden. Der Untertitel „Zum Verhältnis zwischen Denkmalpflege und Architektur“ verweist wiederum auf die enge, historisch gewachsene Verflechtung beider Disziplinen.
Der Tagungsband geht daher grundsätzlichen Fragen nach den gemeinsamen Ursprüngen von Architektur und Denkmalpflege nach und untersucht anhand konkreter Objekte die Prozesse des Umgangs mit Bestandsbauten zwischen Erhalten und Gestalten. Neben der Diskussion praxisnaher Herausforderungen wird gefragt, wie Theorie und Lehre der Denkmalpflege und auch der Architektur künftig gedacht werden können. 

Aleksandra Paradowska (Hrsg.)

Allmachtsphantasien / Iluzje Wszechwładzy: Architektur und Alltag unter deutscher Besatzung / Architektura i codzienność pod okupacją niemiecką

Katalog zur Ausstellung: Allmachtsphantasien. Architektur und Alltag unter deutscher Besatzung, CK Zamek Poznań, 19.10.2024–09.02.2025

Der nationalsozialistische Verwaltungsapparat erschuf im besetzten Polen in allen Lebensbereichen die Illusion einer Allmacht über das neu beherrschte Territorium. Planen und Bauen waren zentrale Elemente der Besatzungspolitik mit unmittelbaren Auswirkungen auf die polnische und jüdische Bevölkerung. Anhand der Kategorien Stadtraum, Innenraum und Landschaft wird das Verhältnis von Alltag und Architektur im sogenannten Warthegau untersucht. Wichtiger Teil der Ausstellung ist die historische Innenausstattung des Posener Schlosses, das ab 1940 zur „Führerresidenz” und zum Amtssitz des Gauleiters aus- und umgebaut wurde, sowie eine ortsspezifische Installation der Künstlerin Iza Tarasewicz.

Ulrike Keuper (Hrsg.), Léa Kuhn (Hrsg.)

Pilze – Dürer – Flaschentrockner: Künstler*innensammlungen und ihre Programmatik

Von Künstler*innen zusammengetragene Sammlungen stellen einen aufschlussreichen Sonderfall des Sammelns dar: Produktion und Rezeption von Artefakten modellieren sich hier wechselseitig. Der Band leistet einen Beitrag zu einem grundsätzlichen Verständnis künstlerischer Sammelpraktiken und nimmt Beispiele von der Frühen Neuzeit bis in die 1960er Jahre in den Blick. Erstmals wird dabei dem programmatischen Charakter von Künstler*innensammlungen Rechnung getragen. Inwiefern sich das Sammeln nicht nur auf den künstlerischen Schaffensprozess auswirkt, sondern auch auf dessen zeitgenössische und postume Rezeption, untersucht dieses Buch.

Ulrike Heinrichs (Hrsg.)

Der Wandmalereizyklus zu den Wissenschaften und Künsten in der Brandenburger Domklausur im Kontext: Kunstproduktion und Wissensorganisation um 1450

Vor rund 20 Jahren wurde der Wandmalereizyklus zu den Wissenschaften und Künsten in einem Saal der ehemaligen Dombibliothek in Brandenburg an der Havel wiederentdeckt. In diesem Band bildet das fragmentarisch erhaltene Ensemble den Ausgangspunkt für Forschungen zur Gattungsgeschichte von Bibliotheken hinsichtlich ihrer räumlichen Strukturen und programmatischen Aussagen. Forschungsbeiträge aus Kunstgeschichte, Baugeschichte, Restaurierungswissenschaft und Informatik sowie aus Handschriftenkunde, Philologie, Geschichte und Epigraphik beleuchten die spätgotische Erneuerung von Dom und Domklausur in Brandenburg unter der Ägide der Bischöfe und Pröbste des Prämonstratenserordens, profilieren Wandmalerei als Medium von ‚Wissensforen‘ – Bibliotheken unterschiedlichen Typs ebenso wie Sakristeien, Psallierchor, Kreuzgang und Dormitorium – und verweisen auf Perspektiven der digitalen Erschließung und der musealen Vermittlung in diesem Feld.

Helga Kaiser-Minn (Hrsg.), Esther Wipfler (Hrsg.)

Von gestochenen Bildern zum Kulturgüterschutz: Festschrift für Johann Michael Fritz

Mit dieser Festschrift würdigen Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Kolleginnen und Kollegen sowie ehemalige Schülerinnen und Schüler den Kunsthistoriker Johann Michael Fritz anlässlich seines 90. Geburtstages, der die Erforschung der europäischen Gold- und Silberschmiedekunst des Mittelalters und der frühen Neuzeit nachhaltig geprägt hat.
Die Beiträge spiegeln die Schwerpunkte der Forschung und der Biographie des Jubilars wider: Exemplarisch werden die Kunst und Architektur Westfalens, die Gold- und Silberschmiedekunst vom Mittelalter bis zur späten Neuzeit sowie weitere Gattungen des Kunstgewerbes behandelt. Darüber hinaus stehen grundsätzliche Fragen der Denkmalpflege an ausgewählten Beispielen zur Diskussion. Den Abschluss bilden Studien zur christlichen Ikonographie.

Ulrich Blanché

Images feat. Apes after 1859

Blanchés Buch untersucht mit kulturwissenschaftlichem Ansatz, wie sich Bilder von Affen zwischen 1859 und 2014 in Kunst, Karikatur, Film und Popkultur, etc. massiv verändern und wanderten. Es zeigt, dass Affen nicht als „Tiere an sich“, sondern als unterschiedliche Projektionsflächen menschlicher Vorstellungen erscheinen—früher als Teufel, Sünder oder Narren, im Untersuchungszeitraum dann als Spiegel, Bedrohung oder positives Alter Ego des Menschen. Werke von Frémiet, Picabia, Kahlo, Bacon, Koons, Fairhurst, Banksy, Huyghe u. a. werden analysiert, aber auch Filme und Musikvideos. Bilder mit Affen verhandeln Grenzen zwischen Natur und Kultur, Mensch und Tier, zudem Macht, Gender und Identität, West und Rest, etc.

Hans Aurenhammer (Hrsg.), Christina Clausen (Hrsg.), Daniela Grotz (Hrsg.), Christiane Salge (Hrsg.)

Vom Manuskript zum Manual: Visualisierung und Ordnung von Architektur im Buch

Wie wird Architektur im Medium des Buchs visualisiert und Architekturwissen in Text und Bild geordnet und vermittelt? In dem Sammelband gehen die Autorinnen und Autoren diesen Fragen nach der (Inter-)Medialität, dem Verhältnis von Text und architektonischer Darstellung sowie der Visualisierung von Wissen und der Operationalität von Bild und Buch nach. Der zeitliche Bogen reicht von der Frühen Neuzeit bis ins 21. Jahrhundert, wobei architekturtheoretische Werke, vom Traktat bis zum Lehrbuch, im Mittelpunkt stehen. Auch das Verhältnis von Manuskript und gedrucktem Buch wird beleuchtet. Ergänzend veranschaulicht eine kommentierte Bildstrecke mit Doppelseiten ausgewählter Architekturbücher diese Fragestellungen.

Constanze Keilholz

Das Frontispiz in der Kunstliteratur: Zur Nobilitierung und Professionalisierung der Künste in Titelbildern der Frühen Neuzeit

FONTES, Band 98

Frontispize wurden in der Kunstliteratur der Frühen Neuzeit vor allem eingesetzt, um die Profession der Künstlerautoren und das Buch als Träger von Wissen über Kunst visuell zu inszenieren. Durch das Zusammenwirken von Personifikationen wurden kunsttheoretische, -didaktische und moralische Überlegungen dargestellt. Die Motive partizipieren an zeitgenössischen Bilddiskursen. Im Laufe des 16. Jahrhunderts entwickelte sich dafür eine Bildsprache mit paneuropäischem Wirkungskreis, die bis ins 18. Jahrhundert ihre Gültigkeit behielt. Diese Studie untersucht Topoi, die die Titelillustration der Kunstliteratur in der Frühen Neuzeit prägten. Erstmals erfolgt eine umfassende Schau des Bildmaterials.

Zugehörige Forschungsdaten auf arthistoricum.net@heiDATA

Dieter Köcher

Das ältere Hochaltarretabel des Mindener Doms

Unter den Altaraufsätzen der Berliner Skulpturensammlung ist das ehemalige Hochaltarretabel des Mindener Doms das außergewöhnlichste Werk. Eine markante Besonderheit ist die einzigartige Zusammenstellung aus dem um 1425 gefertigten Schrein mit Flügeln und einem um ca. 200 Jahre älteren Untersatz, der in der bisherigen kunsttechnologischen Forschung viel zu wenig Aufmerksamkeit fand. Durch eine umfangreiche Untersuchung konnten viele Fragen zum ursprünglichen Aussehen dieses Retabels geklärt werden. Auf Basis der neu erschlossenen Architektur und des damit einhergehenden Funktionswandels ließen sich Rückschlüsse auf die Entwicklungsgeschichte früher Retabelformen ziehen.

Victoria Morick (Hrsg.), Annekathrin S. Krieger (Hrsg.)

Im Dazwischen: Praktiken und Materialitäten der Konservierung von Pflanzen, Tieren und Menschen im langen 19. Jahrhundert

Der Band versammelt die Beiträge der Konferenz „Pflanzen – Tiere – Menschen: Präparieren, Konservieren, Ausstellen. ‚Doing Objects‘ in historischer und aktueller Perspektive“, die im Oktober 2024 an der Georg-August-Universität Göttingen veranstaltet wurde. Die als Kooperation des Lehrstuhls für Mittlere und Neuere Geschichte der Georg-August-Universität Göttingen und des Netzwerks Provenienzforschung in Niedersachsen durchgeführte Konferenz wurde durch Mittel des Programms „zukunft.niedersachsen“ gefördert. Ziel war es, Akteur:innen mit unterschiedlichen Perspektiven, darunter Kultur- und Naturwissenschaftler:innen, Präparator:innen und Restaurator:innen, zu versammeln, um Debatten zum  Umgang mit Präparationen und Modellen auf Basis menschlicher, tierischer und pflanzlicher Materialität zu diskutieren. Zudem wurden bislang kaum beachtete, thematische Überschneidungen hinsichtlich konservatorischer Praktiken wie dem „Doing Objects“ in historischer und aktueller Perspektive ausgelotet.

Inga Elsbeth Schwarz

Feminismus im Zeitschriftenformat? Visuelle Diskurse bei Marta Astfalck-Vietz, Marianne Breslauer und Hanna Nagel, 1925 bis 1944

„Wir haben viele Serien einfach versucht – nicht bloß Einzelbilder – und haben dann versucht, diese als Bildfolge, als Geschichte, den Zeitungen anzubieten.“ – Marta Astfalck-Vietz

Mutig und gewitzt, technisch versiert und von Experimentierfreude geprägt, am Puls der Moderne und dies mit deutlich feministischer Haltung – das sind die Werke der beiden Fotografinnen Marta Astfalck-Vietz und Marianne Breslauer sowie der Grafikerin Hanna Nagel. Die drei Künstlerinnen kooperierten während der Weimarer Republik eng mit der zeitgenössischen Presse und gestalteten progressive Diskurse zu Gleichstellung, Körperpolitik und Mode mit.
Feminismus im Zeitschriftenformat? bearbeitet erstmals aus kunsthistorischer Perspektive eine Auswahl dieser Presseveröffentlichungen, rückt die Künstlerinnen als zeitgenössische Kulturakteurinnen in den Fokus und scheut sich nicht davor, auch die Entwicklungen ab 1933 differenziert in den Blick zu nehmen.

Katja Kaiser (Hrsg.), Ina Heumann (Hrsg.)

Colonial Objects of Natural History: Recommendations, Research, Reflections

Mit Bildern von Eran Wolff

Naturkundliche Objekte aus ehemaligen Kolonialgebieten zeugen von wissenschaftlicher Neugier, aber auch von Macht- und Gewaltverhältnissen. Häufig wurden sie zusammen mit menschlichen Überresten oder kulturellen Objekten angeeignet. Welche Verantwortung ergibt sich daraus für Naturkundemuseen?
Der Band untersucht diese Frage am Beispiel des Museums für Naturkunde Berlin. Es greift die politische Forderung auf, koloniale Sammlungen kritisch zu reflektieren, und versammelt kollektiv erarbeitet Empfehlungen, aktuelle Forschung sowie Beiträge internationaler Museumsfachleute. Er bietet neue Perspektiven für den interdisziplinären und internationalen Dialog über Kolonialismus und Naturkunde.
Deutsche Ausgabe: https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1749

Jennifer Konrad

Architektur als visuelle Störung: Zum Verhältnis von Bauform und Wahrnehmung im Dekonstruktivismus

Längst ist dekonstruktivistische Architektur im internationalen urbanen Alltag angekommen. Doch droht dabei vergessen zu werden, welche intellektuellen Positionen sie vertritt. Dieses Buch verfolgt ein doppeltes Ziel: Erstens analysiert es theoretische Texte sowie gebaute Werke von Peter Eisenman, Bernard Tschumi, Daniel Libeskind, Coop Himmelb(l)au und Rem Koolhaas (OMA) und zeigt, dass durch den gezielten Einsatz von Störungen kontingente, konstruierte Ordnungen im Sinne einer selbstreflexiven Kritik an der (Re-)Präsentation von Architektur sichtbar gemacht werden. Zweitens legt es dabei die intensive wie ambivalente Auseinandersetzung dekonstruktivistischer Architektur mit Jacques Derridas Dekonstruktion frei, die seit den 1980er Jahren zwar kritisch diskutiert, aber nie grundlegend analysiert wurde.

Sofia Baroncini

Diving into artworks interpretations through the lenses of semantic data: an Application on Panofsky’s Iconological Studies

Die Arbeit präsentiert eine Ontologie zur Beschreibung ikonografischer und ikonologischer Interpretationen, einen auf Erwin Panofskys Werk basierenden RDF-Datensatz und eine quantitative Analyse desselben. Ikonologie und Ikonografie werden oft in unstrukturierten Texten festgehalten, was ihre Nachnutzung erschwert. Eine formale Modellierung als LOD eröffnet neue Wege zur Erforschung des kulturellen Erbes. Die Ergebnisse zeigen, dass datengestützte Ansätze traditionelle kunsthistorische Fragestellungen unterstützen und neue methodische Einblicke ermöglichen.

Buket Altinoba (Hrsg.), Alexandra Karentzos (Hrsg.), Miriam Oesterreich (Hrsg.)

The Paris Universal Expositions: (Re-)Productions of Art and Fashion

Die Pariser Weltausstellungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts spielten eine zentrale Rolle als Schnittstellen von Kunst, Mode, Industrie und moderner Konsumkultur. Der Sammelband untersucht kritisch, wie diese Praktiken der Weltausstellungen die moderne visuelle Kultur geformt und die Museumssammlungen, die künstlerische Ausbildung und die Geschmacksbildung beeinflusst haben. Als Stätten des Spektakels beschleunigten die Weltausstellungen die Kommerzialisierung von Kunst und Mode und führten neue Techniken der Massenproduktion und Reproduktion ein – von illustrierten Modezeitschriften bis hin zu Kaufhausauslagen. Weit davon entfernt, neutrale Arenen des kulturellen Austauschs zu sein, dienten diese Weltausstellungen somit sowohl als Orte der Innovation als auch als Instrumente kultureller Macht, die Industrialisierung, Massenkonsum und die Ästhetik des modernen Lebens miteinander verknüpften.

Nadine Jirka (Hrsg.), Sophie Junge (Hrsg.), Wolfgang F. Kersten (Hrsg.), Miriam Volmert (Hrsg.)

Künstlerinnen zu Gast bei Bettina Gockel

Aus Anlass eines doppelten Jubiläums, zum 20-jährigen Bestehen der Lehr- und Forschungsstelle für Theorie und Geschichte der Fotografie und zum 60. Geburtstag von Bettina Gockel, legen die Herausgeber:innen eine Anthologie mit wissenschaftlichen und auch mehr oder weniger literarischen Beiträgen zu Künstlerinnen in der Kunstgeschichte seit dem Mittelalter bis in die Gegenwart vor, die von mehr als sechzig Autor:innen beigesteuert wurden.

Nathalie Dimic

Beruf, Blick und Bild: Eine Professionsgeschichte der Fotografin 1890–1940

Frauen kommen in der tradierten Fotografiegeschichte selten vor. Ihre Spuren verlieren sich in der Rezeptionsgeschichte, sie werden quasi ‚ausgeblendet‘ oder bekommen den Status einer Ausnahme zugewiesen. Anhand von Biografien rekonstruiert die Autorin die Entwicklung des Berufs der Fotografin. Beleuchtet werden auch die sozialen, bildungspolitischen und medientechnischen Bedingungen, die Frauen ab Ende des 19. Jahrhunderts vorfanden. Das junge und offene Berufsfeld Fotografie ermöglichte solide ausgebildeten Frauen schöpferisches Arbeiten und ökonomische Unabhängigkeit. Nathalie Dimic leistet mit der Studie Pionierarbeit, indem sie die Sozialfigur der Fotografin erstmals inter- und multidisziplinär konturiert.

Thomas Kirchner

Warum die Akademie das Porträt nicht liebte: Versuche zum Bildnis im Frankreich des 17. Jahrhunderts

HYBRIDS, Band 4

Das Porträt war sicherlich die fruchtbarste Kunstgattung der Frühen Neuzeit, auch wenn ihr künstlerischer Gehalt mitunter in Frage gestellt wurde. So schwieg sich die 1648 gegründete Pariser Académie Royale de Peinture et de Sculpture nahezu vollkommen zum Porträt aus und leugnete damit die Bedeutung, die es nicht nur in künstlerischer Hinsicht besaß. Konzentriert sich die Kunstgeschichte im Allgemeinen auf das Porträt in Malerei, Skulptur oder Graphik, wird hier auch gefragt, welche Bedeutung Literatur, Geschichtsschreibung, Theologie, Diplomatie, Kriminalistik, die staatliche Administration, Verhaltensnormen und selbst die Zahnheilkunde für das künstlerischen Porträt besaßen. So zeichnet die vorliegende Studie eine erstaunlich lebhafte Diskussion im Frankreich des 17. Jahrhunderts nach, in der auch überlegt wurde, ob nicht dem Porträt – statt der Historienmalerei – der erste Platz unter den künstlerischen Gattungen gebühre.

Karin Rhein

Genie Idol Star: Verehrung im 19. Jahrhundert

Katalog zur Ausstellung: Genie, Idol, Star. Verehrung im 19. Jahrhundert, GNM Nürnberg, 14.05.2026 – 06.09.2026

Die Zeit vom Ende des 18. Jahrhunderts bis um 1910 war eine Blütezeit des Personenkults. Politische Umbrüche, Krisen, gesellschaftlicher und kultureller Wandel nährten Sehnsüchte nach außergewöhnlichen Menschen, Vorbildern, potenziellen „Rettern“ und Visionären. Der Ausstellungskatalog stellt verschiedene, sich teils neu entwickelnde Typen von Genies und Idolen vor – von den klassischen Dichtergenies über das ‚Tatengenie‘, das ‚Wissenschaftsgenie‘, verehrte Frauen, bis hin zu den „Bühnenstars“ der Zeit. Er geht den Fragen nach, was an diesen Persönlichkeiten faszinierte, welchen Nutzen die Verehrenden aus ihrer Bewunderung zogen und beleuchtet die Nähe von Genie- und Starkult zu religiösen Formen der Verehrung.

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