Bücher

374 Titel
Autoren
Doris H. Lehmann

Bildpolemischer Künstlerstreit: Von Leonbruno bis Hogarth

Wie lässt sich erkennen, dass Gemälde, Reliefs oder Grafiken im Zusammenhang mit einem Streit zwischen Künstlern oder mit deren Auftraggebern entstanden sind? Die Monografie zum DFG-Projekt „Streitstrategien bildender Künstler in der Neuzeit“ zeigt dies anhand von 18 Fällen, die zwischen 1525 und 1763 datiert sind. Beispiele u.a. von Leonbruno, Lelio Orsi, Stradanus, Federico Zuccari, Leone Leoni, Rembrandt, Piranesi und William Hogarth zeigen den kreativen Umgang mit Verleumdung, Zensur und moralischen Verboten beleidigender Personendarstellungen. Der vergleichende Überblick entlarvt Traditionen bildpolemischer Codes: Emotionsfreier Künstlerstreit ist eine Fiktion wirkmächtiger Legenden.

Bettina Gockel (Hrsg.), Hans Bjarne Thomsen (Hrsg.)

Japan Inside/Out: Transcultural, Historiographical, and Institutional Perspectives on Japanese Art History

Das Buch dokumentiert die Beiträge zu der Eröffnungssektion «Gastland Japan» der Jahreskonferenz der VKKS (Vereinigung der Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker in der Schweiz) im Jahr 2022, die am Kunsthistorischen Institut der Universität Zürich stattfand. Ein breites Fachpublikum erhielt ausgewählte Einblicke in die Museumsgeschichte Japans, in die Wissenschaftsgeschichte des Faches Kunstgeschichte und in Forschungsthemen vom Mittelalter bis zur Moderne, vom Farbholzschnitt bis zur Fotografie. Dabei wurden komplexe Perspektiven von Innen nach Außen zwischen «Ost» und «West» in globalen Netzwerken eingenommen. – Mit Beiträgen von Bettina Gockel, Ikeda Yuko, Susanne Pollack, Judith Rauser, Christian Rümelin, Satō Naoki, Shimizu Minoru, Hans Bjarne Thomsen, Yamamoto Satomi.

Katja Kaiser (Hrsg.), Ina Heumann (Hrsg.)

Umgang mit kolonialen Objekten der Naturkunde: Empfehlungen, Forschung, Reflexionen

Mit Bildern von Eran Wolff

Naturkundliche Objekte aus ehemaligen Kolonialgebieten zeugen von wissenschaftlicher Neugier, aber auch von Macht- und Gewaltverhältnissen. Häufig wurden sie zusammen mit menschlichen Überresten oder kulturellen Objekten angeeignet. Welche Verantwortung ergibt sich daraus für Naturkundemuseen?
Der Band untersucht diese Frage am Beispiel des Museums für Naturkunde Berlin. Es greift die politische Forderung auf, koloniale Sammlungen kritisch zu reflektieren, und versammelt kollektiv erarbeitet Empfehlungen, aktuelle Forschung sowie Beiträge internationaler Museumsfachleute. Er bietet neue Perspektiven für den interdisziplinären und internationalen Dialog über Kolonialismus und Naturkunde.

Felix Thürlemann

Der Blick des Pan: Cornelis Floris und die ‚Heemskerck‘-Skizzenbücher. Textband

Die Studie begründet eine neue These zum Berliner Zeichnungskonvolut mit den berühmten Romzeichnungen. Ihr Autor war nicht, wie traditionell angenommen, Maarten van Heemskerck, sondern Cornelis Floris (1514–1575), Schöpfer zahlreicher figürlicher Grabmäler, Architekt des Antwerpener Rathauses und Erfinder der niederländischen Groteske. Floris’ Auseinandersetzung mit den Werken der Antike und der Renaissance – sie ist in drei zwischen 1535/6 und 1538 in Mantua und Rom entstandenen Skizzenbüchern dokumentiert – war für sein späteres Schaffen zentral.

Felix Thürlemann

Der Blick des Pan: Cornelis Floris und die ‚Heemskerck‘-Skizzenbücher

Die Studie begründet eine neue These zum Berliner Zeichnungskonvolut mit den berühmten Romzeichnungen. Ihr Autor war nicht, wie traditionell angenommen, Maarten van Heemskerck, sondern Cornelis Floris (1514–1575), Schöpfer zahlreicher figürlicher Grabmäler, Architekt des Antwerpener Rathauses und Erfinder der niederländischen Groteske. Floris’ Auseinandersetzung mit den Werken der Antike und der Renaissance – sie ist in drei zwischen 1535/6 und 1538 in Mantua und Rom entstandenen Skizzenbüchern dokumentiert – war für sein späteres Schaffen zentral.

Philipp Gutbrod (Hrsg.), Miriam Olivia Merz (Hrsg.), Shammua-Maria Mohr (Hrsg.)

Die Kunststadt Darmstadt 1933–1945: Erwerbungspolitik, Netzwerke und Akteure

Die Suche nach NS-Raubgut in Sammlungsbeständen ist eine bedeutsame und herausfordernde Aufgabe aller kulturgutbewahrenden Institutionen. In Darmstadt wird seit mehreren Jahren an verschiedenen Häusern Provenienzforschung betrieben: Herkunft und Geschichte von Sammlungsobjekten werden systematisch erforscht und dokumentiert. Über die Klärung der Objektbiografien und der Erwerbungskontexte hinaus, erweitern diese Recherchen auch die Kenntnisse zur jeweiligen Sammlungs- und Institutionsgeschichte. Die Beiträge der Expert*innen verschiedener Disziplinen auf dem Gebiet der Provenienz- und Sammlungsforschung bieten erstmals einen Überblick über Strukturen und Netzwerke einiger bedeutender kommunaler, staatlicher Darmstädter und Mainzer Kulturinstitutionen in der Zeit des Nationalsozialismus.

Andreas Bienert (Hrsg.), Eva Emenlauer-Blömers (Hrsg.), Dominik Lengyel (Hrsg.)

EVA Berlin 2023. Elektronische Medien & Kunst, Kultur und Historie: 27. Berliner Veranstaltung der internationalen EVA-Serie

EVA Berlin, Band 27

'Game-changing'-Technologien stehen im Zentrum der Konferenz EVA-Berlin 2023. Machine-Learning, Künstliche Intelligenz, Blockchain-, NFT-und XReality-Applikationen sind die innovativen Impulsgeber in den Ökosystemen des Kulturbetriebs, der Kreativwirtschaft und in der künstlerischen Produktion. Haptische Komponenten eines Werks können greifbar gemacht und bildliche Darstellungen in passende Worte gefasst werden. Ein Landschaftsgemälde gewinnt als Klanglandschaft einen neuen akustischen Erlebnishorizont, oder es wird als animierte Wetterkulisse in ein Gaming-Setting eingebunden.

Antje Bosselmann-Ruickbie (Hrsg.), Markus Späth (Hrsg.), Matthias Schulz (Hrsg.)

Nachdenken über Sinne, Bildwahrnehmung und Materialität: Silke Tammens Forschungen auf der Spur

Silke Tammen (1964–2018) hat die Erforschung mittelalterlicher Kunst wesentlich geprägt. Ihr besonderes Verdienst liegt in einer Sensibilisierung für ungewöhnliche Gegenstände und Themen. Im Horizont einer die Vielfalt der Bildkulturen betonenden Kunstgeschichte hat sie neue theoretisch-methodische Zugänge zur Bildwahrnehmung erschlossen. Dem Gedenken Silke Tammens ist nun eine zweiteilige Publikation gewidmet. Band 1 umfasst die kommentierten Schriften Silke Tammens. Band 2 enthält Beiträge von Weggefährt:innen aus verschiedenen Disziplinen, die Tammens Ideen, Themen und Ansätze in ihren eigenen Forschungen aufgreifen.

Henning Arnecke

Bildpraktiken des Klimaprotests: Perspektiven auf aktivistisch geprägte Bildstrategien

Bildpraktiken des Klimaprotests erzeugen Sichtbarkeit in einem hochgradig politisierten und von Interessen bestimmten Umfeld. Häufig folgen sie bekannten Bildtraditionen und erprobten Erzählungen. Mithilfe bildwissenschaftlicher und mediensoziologischer Beobachtungen lassen sich Zugänge zu den aktivistisch geprägten Bildveröffentlichungen und den darin sichtbaren Kategorien der Zeitlichkeit und Personalisierung finden. Von zentraler Bedeutung sind dabei die Bildstrategien der Zeugenschaft, das In-Beziehung-Setzen von Tätern und Opfern, ziviler Ungehorsam sowie Landschaftsdarstellungen. Ihre Analysen lassen sowohl verschiedene Bildpolitiken der Klimabewegung als auch visuelle Leerstellen sichtbar werden.

Andreas Bienert (Hrsg.), Eva Emenlauer-Blömers (Hrsg.), Dominik Lengyel (Hrsg.)

EVA Berlin 2025. Electronic Media and Visual Arts: 28th Issue of the EVA Berlin Conference

EVA Berlin, Band 28

Die 28. EVA Berlin Konferenz befasst sich mit den aktuellen disruptiven Veränderungen in Kultur und Digitalisierung. Zu den behandelten Themen gehören der Aufstieg der künstlichen Intelligenz, digitale Projekte im Kultursektor, webbasierte Forschung, Kommunikationskooperationen sowie Informationstechnologie und Multimedia-Dienste für Bibliotheken, Archive, Museen und Einrichtungen der darstellenden Künste. Seit 1994 ist die Berliner Veranstaltung Teil des internationalen EVA-Konferenznetzwerks, zu dem auch Veranstaltungsorte in London, Florenz und Paris gehören. Sie dient als Plattform für einen breiten internationalen Austausch und europäische Zusammenarbeit.

Lieselotte E. Saurma-Jeltsch

Alexander der Große und sein Wunderpferd Bucephalus: Spätmittelalterliche Buchmaler gestalten eine Wesensverwandtschaft zwischen Mensch und Tier

Das Wunderpferd Bucephalus, das redet, Ereignisse voraussieht, Tränen vergießt und über unglaubliche Kräfte verfügt, führt Alexander den Großen siegreich durch seine Erfolge. In der mittelalterlichen Ritterkultur sind enge Beziehungen zwischen Ross und Reiter selbstverständlich. Die Wesensverwandtschaft, das Spiel mit Grenzen und Verschmelzungen zwischen Mensch und Tier, wie es in der Alexander-Literatur geschildert wird, bedarf allerdings der Erklärung. Insbesondere in den spätmittelalterlichen Illustrationen, in denen Alexander der Große den Rezipienten als Vorbild, nicht selten sogar Urahn dient, muss diese ungewöhnliche Überblendung zweier Wesen mit mysteriöser Abkunft in vertraute kulturelle Muster eingebunden werden. Mit faszinierender Kreativität debattieren die Buchmaler im frühhumanistischen Augsburg und im höfischen Paris das Unerklärliche dieses Ausnahmepaars.

Sarah Kreiseler

Das zweite Original: Fotografische Kunstreproduktion von Wilhelm Weimar

Im Mittelpunkt steht ein erstmals erschlossenes Konvolut von Glasplattennegativen Wilhelm Weimars (1857–1917). Der Zeichner und spätere Fotograf erstellte ab 1883 Reproduktionen von Kunstobjekten vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Das Buch beleuchtet den Gebrauch und die Zirkulation dieser Aufnahmen, ihre Wahrnehmung sowie den medientechnischen Wandel von der Zeichnung zur systematischen Nutzung von Fotografien. Als Dokumente der Zeitgeschichte geben die Negative und Abzüge Hinweise auf die Entwicklung des fotografischen Handwerks um 1900 und spiegeln den damaligen Anspruch wider, möglichst objektive Bilder anzufertigen. Galten sie damals als reines Anschauungsmaterial, erfahren sie nun eine kulturwissenschaftliche Neubewertung als anerkannte Foto-Objekte: Sie werden zu einem zweiten Original. Doch wie lässt sich diese Anerkennung im digitalen Raum sichtbar fortsetzen?

Zu dieser Dissertation gehört ein Katalog, der auf ART-Dok. Publikationsplattform Kunst- und Bildwissenschaften dauerhaft frei verfügbar (Open Access) ist. DOI: https://doi.org/10.11588/artdok.00009760

Thomas Hensel

Albrecht Dürers Traumgesicht von 1525: Ein Bildexperiment zwischen Kontingenz und Kalkül

HYBRIDS, Band 3

Das Traumgesicht gilt als eines der bedeutendsten Bilder Albrecht Dürers. Zu Papier gebracht im Jahr 1525, in einer Zeit gewaltigster Panik vor dem Weltuntergang, wird Dürers Aquarell einer Sintflut gemeinhin als Niederschlag einer unmittelbar persönlichen Vision des Künstlers interpretiert. Das vorliegende Buch schlägt eine konträre Deutung vor. Unter Bezugnahme auf andere Werke der Reformationszeit wie Michael Ostendorfers berühmten Holzschnitt der Wallfahrt zur Schönen Maria‛ von Regensburg wird das Traumgesicht als ein höchst konstruiertes, ambigues Bild und als nichts Geringeres als eine Summe von Dürers Kunsttheorie verstanden.

Wolfgang F. Kersten

Photographic Thought Pieces II: Kenneth C. & Sabina R. Korfmann-Bodenmann: “Through Different Lenses”, Eight Portfolios, 2021–2023

»Nichts ist ohne das Wort«: Das Durchdenken der Fotografie gehört für das Künstlerpaar Korfmann-Bodenmann in ihrem langfristig angelegten Projekt «Through Different Lenses» zu den zentralen Arbeitsprinzipien. Dabei nehmen die praktischen Interaktionen, die intellektuellen Dialoge und last but not least die pure Freude am Denken eine zentrale Bedeutung ein. Es geht in den gemeinsam durchgeführten Fotoprojekten stets darum, das Selbst in Beziehung zum Anderen zu verstehen und zu verwirklichen, anstatt sich zu isolieren und den Anderen auszuschliessen. – Die dezidiert wissenschaftlich konzipierte Publikation präsentiert und analysiert acht Portfolios aus den Jahren 2021 bis 2023 mit 192 Fotografien.

Lukas Töpfer

Die Beiwerke der Leere – Die Beiwerke des Lebens: Paratext und Parergon: Konstellationen der Konzeptkunst

Dieses Buch untersucht die Funktion und den Status der Beiwerke sowie die Transformation und Zerstreuung des Werks in der New Yorker Konzeptkunst der Jahre 1966 bis 1972. Im Zentrum stehen Auseinandersetzungen mit je einem paradigmatischen Werkkomplex von On Kawara („Today“), Lee Lozano („Drawing for Lucy’s Peace Show“) und Lawrence Weiner („Done Without“). Ergänzt werden sie um theoretisch-methodische Fallstudien zu Gérard Genettes „Paratext“ und Jacques Derridas „Parergon“, die eine bis dato noch immer unterbestimmte Zone der Transaktion zwischen Exponat und Diskurs, Text und Kontext sowie Werk und Deutungsrahmen fokussieren helfen. Es wird im Einzelnen begründet, warum konzeptuelle Kunstwerke eher als offene und vielteilige „parergonale Konstellationen“ beschrieben werden sollten und wie in ihnen die Aufteilung in ein scheinbar vorrangiges Werk und seine scheinbar nachrangigen Beiwerke parasitär und paradox außer Kraft gesetzt ist.

Katharina Weinstock

Post-Readymade

Namenlose Grabsteine; ein Turnschuh, auf dem statt des Markennamens Balenciaga das Wort ‚Belanciege‘ steht; ein ‚lächelnder‘ Achat, der auf Ebay für eine Million Dollar gelistet ist… Mit Werken von Luke Willis Thompson, Hito Steyerl und Lindsay Lawson vor Augen führt Katharina Weinstock die Rezeptions- und Transformationsgeschichten von Duchamps ‚Readymade‘ und Bretons ‚Objet Trouvé‘ parallel, um aus ihrem Zusammenspiel den neuen Begriff ‚Post-Readymade‘ zu entwickeln, mit dem heutige Spielweisen der Kunst mit Fundobjekten greifbar werden. Statt von Kunstobjekten auf Sockeln handelt dieses Buch von driftenden, prekären, beredsamen Dingen und den mit ihnen verwobenen menschlichen Schicksalen.

Sabine Coady Schäbitz (Hrsg.), Svenja Hönig (Hrsg.)

Heritage and Democracy: Jahrestagung 2024

Demokratie ist ein zerbrechliches Gebilde. Das Gleiche gilt für das kulturelle Erbe. Die Ausweisung, Interpretation und Verwaltung von Kulturerbe wird stets von politischen Umständen beeinflusst. Demokratie kann verschiedene Formen annehmen, aber allen gemeinsam ist die Betonung der Mitbestimmung des Volkes, des Demos, bei der Gestaltung der Politik und Ausrichtung des Staates. Unabhängig davon, wie in demokratischen Gesellschaften mit dem Kulturerbe umgegangen wird, muss es der Kontrolle durch die Öffentlichkeit unterliegen, was auch einen Dialog und Diskurs über die Fachkreise hinaus einschließt. Dies wirft die Frage auf: Wer definiert, interpretiert, nutzt oder instrumentalisiert das Kulturerbe und zu welchem Zweck? Die Publikation „Heritage and Democracy” vereint interdisziplinäre Perspektiven zu diesem Thema und untersucht das Kulturerbe unter den Gesichtspunkten des öffentlichen Wohls, der Zivilgesellschaft, der Politik und des Staatswesens.

Johannes Pommeranz (Hrsg.), Anne Sowodniok (Hrsg.)

Fastnacht: Tanz und Spiele in Nürnberg

Im Frühhumanismus hatte sich die Reichsstadt zu einer deutschen Fastnachtshochburg entwickelt – mit dem von 1449 bis 1539 aufgeführten Schembartlauf (Maskenlauf) als Höhepunkt. Zeitgleich zu den ab 1475 von Mottowagen begleiteten Umzügen bildeten sich die Nürnberger Fastnachtspiele zu einem weiteren Schwerpunkt der örtlichen Fastnachtskultur aus. Und damit nicht genug: Handwerker zogen in eigenen Rotten durch die Stadt und führten zudem folkloristische Tänze auf, die Patrizier liefen nicht nur ihren Maskenlauf, sie bewiesen sich auch in Turnieren wie dem Gesellenstechen, und der Nürnberger Stadtrat hatte auf alles ein Auge. Denn die Fastnacht als verkehrte Welt war ein Gegenentwurf zur sozialen Ordnung und stellte somit die städtischen Normen auf den Kopf. Den Widerspruch, dass die Fastnacht zugleich dem Machterhalt des Rats diente, erklärt dieser Band.
Die Beiträge fußen auf den im November 2024 gehaltenen Vorträgen der Tagung Fastnacht in Nürnberg: Mehr als der Schembartlauf im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Stephan Lehmann (Hrsg.), Olaf Peters (Hrsg.)

Olympiapark Berlin 1936: Vorläufe, Fragen, Kontexte, Antworten

Dieser Band geht auf eine Tagung im Jahr 2023 in Halle zurück. Thema war die Kunstausstattung des Berliner Olympiaparks von 1936 und ihr kultureller Kontext. Die künstlerische Ausgestaltung des Berliner Olympiaparks wird darin erstmals in den kulturellen Kontext der künstlerischen Bewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingebettet. Sie steht in der Kontinuität der neu gegründeten Olympischen Spiele von 1896, bei denen die Grundlagen für die Olympia-Ikonografie geschaffen wurden. Dies betrifft die Entwicklung des Parks in der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und der Nachkriegszeit. Die Instrumentalisierung der Spiele von 1936 durch den NS-Staat rückte jedoch die ‚Zeitschichten‘ des Olympiaparks in den Hintergrund.

Michael G. Gromotka

Die Geschichte der Kirchenausstattung von S. Pietro in Perugia: Räumliche Disposition und Gestaltung der Raumhülle und Einrichtungsgegenstände. Ein exemplarischer Beitrag zur Kircheninnenraumforschung

Die Innenräume italienischer Kirchen sind regelmäßig Gegenstand umfassender Umgestaltungskampagnen geworden. Dabei wurden die Raumhülle sowie die Einrichtungsgegenstände wechselnden Repräsentationsbedürfnissen, religiösen und profanen Nutzungen und verändertem künstlerischem Geschmack angepasst. Die vorliegende Schrift untersucht dieses Phänomen am Beispiel der Kirche S. Pietro in Perugia und skizziert dabei auch die übergreifende Geschichte der Kircheninnenräume in Umbrien, Mailand, Venetien und Rom. Besondere Berücksichtigung erfährt die frühwissenschaftliche Beschäftigung mit italienischer Kirchen- und Heiligengeschichte sowie die Baugesetzgebung der Cassinensischen Kongregation.

Michael G. Gromotka

Die Geschichte der Kirchenausstattung von S. Pietro in Perugia: Räumliche Disposition und Gestaltung der Raumhülle und Einrichtungsgegenstände. Ein exemplarischer Beitrag  zur Kircheninnenraumforschung

Mit zahlreichen Fotografien, Grafiken und Rekonstruktionen dokumentieren die vorliegenden Bildbände den Kircheninnenraum von S. Pietro in Perugia in seinem heutigen und in historischen Zuständen. Außerdem erfassen sie die Innenräume zahlreicher weiterer Kirchen der umbrischen Romanik samt ihren späteren Transformationen und von solchen Kirchen, die in Mailand, Venetien, der Toskana und Rom besonders im 16. und 17. Jahrhundert umgestaltet worden sind. Damit liefert der vorliegende Katalog nicht nur die notwendigen Bildbelege für die ersten beiden Textbände, sondern kann auch als Ausgangspunkt für weitere Forschungen zur übergreifenden Geschichte der Kircheninnenräume in Italien dienen.

Ulrich Pfisterer

Mandrake - The Plant as Artist: A Natural History of Image-Making in Early Modern Europe

HYBRIDS, Band 2

Pflanzen produzieren Bilder, die Natur ist eine Künstlerin. Was sich wie ein Bekenntnis aktueller Öko-Art liest, beschäftigte bereits die Frühe Neuzeit intensiv: Gibt es doch in der Natur vielfach Formen, die an eine menschliche Gestalt erinnern – etwa die Mandragora oder Alraunwurzel. Erklärungen reichten von Aberglauben über Spekulationen zu göttlichen Botschaften in der Schöpfung bis hin zu wissenschaftlichen Theorien. Nachgedacht wurde zugleich über das Verhältnis von Natur- versus Kunstprodukten und über die Bedingungen genauen Beobachtens. Ein Höhepunkt dieser Diskussionen ist die Publikation einer anthropomorphen Rübe 1670 in der ersten naturwissenschaftlichen Zeitschrift Deutschlands.
Deutsche Version: https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1369

Amalia Barboza (Hrsg.), Mariel Rodriguez (Hrsg.)

Umwege / Detours: Künstlerische Wissenspraktiken als dekoloniale Strategien. Artistic Knowledge Practices as Decolonial Strategies

Dieses Buch versammelt Beiträge von Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Kulturschafenden, die Wege der Dekolonisierung des Wissens durch kunstbasierte Praktiken und aktivistische Strategien erkunden. Wie vereinen sich Ansätze der künstlerischen Forschung mit dekolonialen Strategien? Über das Nicht-Gesagte, das situierte Wissen, das Wissen des Körpers und das transformative Wissen. Über geteilte Dérives und Umwege.

Lukas Töpfer

Die Menschlichkeit des Massenmörders: Zur Normalisierung und Neutralisierung der Shoah in Jonathan Glazers „The Zone of Interest“

Wenige Filme der vergangenen Jahre haben derart gegensätzliche Reaktionen hervorgerufen wie Jonathan Glazers ebenso hart kritisierte wie hochgelobte Auschwitz-Auseinandersetzung „The Zone of Interest“ (2023). Einerseits wurde der Film als ungewöhnlich präzise Rekonstruktion der Vergangenheit begriffen, andererseits als kontroverser Kommentar zur Gegenwart. Das vorliegende Buch widmet sich auf Basis eines sorgfältigen Abgleichs mit den historischen Quellen, die sich zum Kommandanten des Vernichtungslagers Auschwitz und zu seiner Familie erhalten haben, insbesondere einer Frage, die der Film aufzuwerfen scheint. Provokant verkürzt, klingt die Frage so: Sind wir alle wie Rudolf Höß?

Angela Matyssek (Hrsg.), Franciska Nowel Camino (Hrsg.)

Wann fängt Kunst an? Das variable Frühwerk in der Gegenwartskunst

Mit dem Begriff Frühwerk wird eine Werkgruppe bezeichnet, die den Anfang eines künstlerischen Œuvres bildet. Die Ausgangsthese dieses Sammelbandes ist, dass es sich dabei um eine variable und retrospektive Konstruktion handelt: Denn das Frühwerk avanciert erst dann zu einem Interessensfeld von Künstler*innen, Kurator*innen und Kunsthistoriker*innen, wenn ein Hauptwerk und d. h. künstlerische Relevanz festgestellt sind, eine Entwicklung und Kontinuitäten gesucht werden. Die Frage, was ein Frühwerk ausmacht und die verschiedenen Praktiken im Umgang mit frühen Arbeiten stehen im Zentrum der Texte.

1-25 von 374