Von analogen und digitalen Zugängen zur Kunst
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Haffner, Dorothee: Babylonische Löwen, in: Effinger, Maria et al. (Hrsg.): Von analogen und digitalen Zugängen zur Kunst: Festschrift für Hubertus Kohle zum 60. Geburtstag, Heidelberg: arthistoricum.net, 2019. https://doi.org/10.11588/arthistoricum.493.c6583

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Identifikatoren (Buch)
ISBN 978-3-947449-57-6 (PDF)

Veröffentlicht am 07.06.2019.


Haffner, Dorothee

Babylonische Löwen

Rezeption und Wanderungen

Bei der Eröffnung des Pergamonmuseums im Oktober 1930 riefen die raumhohen Rekonstruktionen des babylonischen Ischtartors, der Prozessionsstraße und der Thronsaalfassade überwiegend große Begeisterung hervor. Souvenirs wie Bilderhefte oder Buntkarten trugen die Motive in die Ferne, und man konnte sich das orientalische Flair sogar als Dekoration ins Wohnzimmer holen. Einer der schreitenden Löwen wie auch die Thronsaalfassade erschienen, ins Populär-Profane gewendet, als Motive in einem
Leipziger Stickvorlagenheft. Auch andere Städte profitierten von den reichen Beständen an zusammengesetzten Tieren aus farbig glasierten Formziegeln. Um Geld für die Ausstattung der übrigen Ausstellungsräume einzunehmen, verkaufte Walter Andrae einzelne, rekonstruierte Löwen, Stiere und Drachen an verschiedene Museen in Europa und Übersee. Dort werden sie heute stolz präsentiert, der Hinweis auf ihre Berliner Provenienz allerdings manchmal verschämt verschwiegen. Es stünde den Häusern gut an, die vielschichtige Objekt- und Sammlungsgeschichte transparent zu vermitteln.

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