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Autoren
Irene Cazzaro

Digital 3D reconstruction as a research environment in art and architecture history: Uncertainty classification and visualisation

Die quellenbasierte 3D-Rekonstruktion in der Archäologie, Kunst- und Architekturgeschichte ist mit vielen ungelösten Herausforderungen verbunden. In diesem Zusammenhang konzentrieren wir uns hier auf die Bewertung quellenbasierter 3D-Rekonstruktionen, wobei der Schwerpunkt auf der Unsicherheitsbewertung zerstörter oder nie gebauter Artefakte liegt. Zentrale Fragen betreffen den Ausdruck und die gemeinsame Nutzung von Unsicherheiten in Datenmodellen, wobei die Bemühungen um die Definition von Standards für 3D-Modelle zur Gewährleistung von Authentizität, Transparenz und Zugänglichkeit untersucht werden. Es werden verschiedene Strategien zur Visualisierung von Unsicherheiten diskutiert, die auf eine Vereinheitlichung abzielen. Die Studie plädiert auch für die gemeinsame Nutzung von Modellen über virtuelle Forschungsumgebungen, die Förderung des offenen Zugangs und die Einhaltung der Grundsätze von Linked Open Data.

Jacqueline Maurer

Jean-Luc Godard INFRASTRUCTURE(S) GRAND(S) ENSEMBLE(S) DÉ/MONTAGE(S)

Die vorliegende Studie zu Jean-Luc Godard (1930–2022) verbindet das Interesse für die Geschichte der gestalteten Umwelt (frz. décor) mit jenem für filmische décors. Die Wechselwirkungen zwischen décor, Filmcharakteren und, bei Filminstallationen, Betrachter:innen werden am jeweiligen Werk und durch historische Kontextualisierungen der Film- und Bauprojekte untersucht. Die drei thematischen Schwerpunkte der Arbeit fokussieren auf Godards Debütfilm Opération «Béton» (CH 1955), das Scharnierwerk Deux ou trois choses que je sais d’elle (FR 1967), das den Übergang zu seiner politischen Phase markiert, und sein Spätwerk Le Livre d’image (CH/FR 2018–), das sich installativ im Raum entfaltet.

Qiao Hu

Economic Modelling of Smellscape: From Predictive Coding to Smell-mediated Art and Ecological Understanding

Dieses Buch untersucht die kognitiven Prozesse, die Geruchserlebnissen und geruchsvermittelten Kunstwerken zugrunde liegen, mit einem interdisziplinären Ansatz, der Perspektiven aus der Kunstgeschichte, den Neurowissenschaften, der Ökonomie, der Mathematik und der Physik einbezieht. Die Studie entwickelt einen ökonomischen Rahmen für die Quantifizierung geruchsbezogener Risiken und Vorteile und untersucht gleichzeitig, wie Vorwissen und zeitliche Faktoren unsere Geruchswahrnehmungen prägen. Durch die Analyse zeitgenössischer geruchsbezogener Kunstpraktiken wird untersucht, wie Künstler Düfte nutzen, um ökologische Krisen, kulturelles Gedächtnis und soziale Dynamik zu thematisieren. Die Forschung untersucht darüber hinaus die Rolle der Zeit in Geruchserlebnissen und zeigt, wie Gerüche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durch individuelle und kollektive Erinnerungen miteinander verbinden. Durch die Integration wissenschaftlicher Methoden mit künstlerischen Untersuchungen eröffnet diese Arbeit neue Perspektiven auf die Bedeutung des Geruchsinns in der menschlichen Wahrnehmung und sein Potenzial zur Bewältigung ökologischer und sozialer Herausforderungen.

Giulia Simonini

Color Charts in 18th-century Europe: Natural, Pigmentary, Trichromatic

Dieses Buch untersucht das Phänomen der Farbkarten, die im Europa des 18. Jahrhunderts kreiert, entwickelt und zuweilen veröffentlicht wurden. In dieser Arbeit werden zum ersten Mal Farbordnungsysteme, Musterbücher der Maler und Färber sowie die Farbtabellen von Naturhistorikern als color charts betrachtet. Das Buch bietet eine historiographische Kategorisierung der Tafeln in natural, pigmentary und trichromatic color charts und sodann erforscht und erklärt worauf ihre Unterschiede beruhen und auf welche Faktoren sind ihre Übereinstimmungen zurückzuführen. Zahlreiche Primärquellen und bunte Abbildungen werden in dieser Arbeit ans Licht geholt, einander gegenübergestellt und ausgewertet. 

Henna Keski-Mäenpää

Kunst der Fotografie: Das dynamische Nachleben des internationalen Piktorialismus und die Schweizer Zeitschrift »Camera«

Als Forum internationalen Austausches spielte die 1922 in Luzern gegründete Fotozeitschrift Camera eine zentrale Rolle bei der Mitgestaltung der piktorialistischen Nachgeschichte. Durch zahlreiche Bild- und Textanalysen und eingehende Untersuchung der Zeitschrift als Medium arbeitet diese Studie heraus, wie Camera durch medienspezifische Mittel selbst aktiv an den Verhandlungen teilnahm, was gute künstlerische Fotografie sei. Das Buch beleuchtet die dynamischen Entwicklungen der bisher wenig erforschten Spätgeschichte der bildmäßigen Fotografie in den 1920er- und 1930er-Jahren und stellt schließlich die Vorstellung vom Piktorialismus als starrer Gegenpol der ‚Moderne‘ infrage.

Philippe Cordez (Hrsg.)

Art médiéval et médiévalisme

Das „Mittelalter“ ist eine junge und sich stets verändernde Schöpfung und zugleich eine stratigrafisch historiografische Aufarbeitung und Würdigung der historischen Gegenstände in der Gegenwart. Was wir wissen und uns vorstellen, prägt unsere Wahrnehmung. Die Erforschung der mittelalterlichen Künste erfordert daher eine Betrachtung der Mediävismen und umgekehrt.
Der vorliegende Band, der 2015/2016 am Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris entstanden ist, versammelt fünfzehn Studien zu mittelalterlichen Artefakten und ihres Nachlebens bis in die Gegenwart hinein. Begleitet werden sie von einem Überblick über die deutschsprachige Forschung zur mittelalterlichen Kunst in Frankreich seit 1933.

Le « Moyen Âge » est une création récente et mouvante, à la fois élaboration historiographique stratifiée et appréciation d’objets historiques dans le présent. Ce que nous savons et imaginons informe notre perception. Étudier les arts médiévaux exige donc d’étudier les médiévalismes, et réciproquement.
Ce volume issu de travaux menés en 2015/2016 au Centre allemand d’histoire de l’art à Paris rassemble quinze études à propos d’artefacts médiévaux et de leur histoire ultérieure, jusqu’à nos jours. Elles sont accompagnées d’un bilan des études germanophones sur l’art médiéval en France depuis 1933.

Roger Fayet (Hrsg.), Marianne Wackernagel (Hrsg.)

Gotthard Jedlicka

Engramme, Band 1

Gotthard Jedlicka (1899–1965), der bedeutende Monografien über Henri de Toulouse-Lautrec, Pieter Bruegel, Edouard Manet und Max Gubler verfasste, war nicht zuletzt dank seiner umfangreichen publizistischen Tätigkeit in der schweizerischen und ausländischen Tagespresse und in Fachzeitschriften seit Ende der 1920er Jahre eine der prägenden Figuren der Schweizer Kunstgeschichte. Die Auseinandersetzung mit dem einzelnen Kunstwerk stand für ihn im Vordergrund. Dabei vertrat er die Auffassung, dass die Betrachtung eines Kunstwerks stets den ‹ganzen Menschen› einbeziehen müsse, also nicht nur intellektuelle Kompetenz erfordere, sondern auch Gefühle, Ahnungen und Intuition.

Thomas Schmitt, Jonas Lendl

Das EU-Format „Kulturhauptstadt Europas“ zwischen lokalen und internationalen Kulturpolitiken: Einsichten aus dem deutschen Auswahlverfahren für die Kulturhauptstadt 2025

Die „Kulturhauptstadt Europas“ gilt als kulturpolitische Flagship-Initiative der Europäischen Union. Insgesamt acht deutsche Städte hatten sich in einem Auswahlverfahren um diesen Titel für das Jahr 2025 beworben, welcher schließlich Chemnitz zugesprochen wurde. Kulturelle und kulturpolitische Veranstaltungen und zum Beispiel öffentliche Diskussionen in den Städten gingen der Abgabe der Bewerbungsbücher voraus. Der Beitrag gibt einen Einblick in das Auswahlverfahren, die städtischen Bewerbungsaktivitäten und die lokalen stadt-, kultur- und europapolitischen Debatten. Er zeigt auf, wie verschiedene Lesarten des EU-Formats ineinandergreifen und dessen Erfolg begünstigen.

Giacomo Berra

Il cardinale Federico Borromeo e il pittore Jan Brueghel dei Velluti: Lettere e documenti inediti

Diese Studie stellt verschiedene unveröffentlichte Briefe vor, deren Absender oder Empfänger der Kardinal und Erzbischof von Mailand Federico Borromeo, sein Neffe Graf Giovanni Borromeo, der Maler Jan Brueghel (Velvet Brueghel) und sein Sohn Jan Brueghel der Jüngere waren. Einige dieser Briefe erlauben es uns, auch durch einen Vergleich mit anderen bereits bekannten Dokumenten, fast die Stimme des Kardinals selbst zu hören, wie er mit seinem flämischen Lieblingsmaler spricht, den er so sehr bewunderte. Außerdem werden hier zum ersten Mal verschiedene Zahlungen zugunsten von Jan Brueghel veröffentlicht, die von Kardinal Borromeo angeordnet und in den Kontobüchern der erzbischöflichen Kurie von Mailand verzeichnet wurden. Diese Arbeit enthüllt auch andere Briefe und mehrere unveröffentlichte Archivdokumente, die es uns ermöglichen, genauere Informationen nicht nur über einige Gemälde in der Pinacoteca Ambrosiana, sondern auch über andere Einrichtungen der Ambrosiana selbst, wie die Biblioteca, das Collegio dei Dottori und die Accademia del Disegno zu erhalten. Ein Kapitel dieser Studie ist auch der problematischen Beziehung zwischen Kardinal Borromeo und Caravaggio gewidmet, wobei einige bedeutende, wenig bekannte Zeugnisse über den lombardischen Maler analysiert werden.

In questo studio vengono presentate varie lettere inedite che hanno come mittenti o destinatari il cardinale e arcivescovo di Milano Federico Borromeo, il nipote conte Giovanni Borromeo, il pittore Jan Brueghel dei Velluti e il figlio Jan Brueghel il Giovane. Alcune di queste missive ci consentono, anche attraverso un confronto con altri documenti già conosciuti, di sentire quasi la viva voce dello stesso cardinale che parla al suo favorito pittore fiammingo che tanto ammirava. Inoltre sono qui pubblicati per la prima volta diversi pagamenti a favore di Jan Brueghel ordinati dal cardinale Borromeo e registrati nei libri contabili della Curia arcivescovile di Milano. In questo lavoro vengono pure rese note altre lettere e diverse carte d’archivio inedite che ci permettono di avere delle informazioni più precise non solo su alcuni dipinti presenti nella Pinacoteca Ambrosiana, ma anche su altre istituzioni della stessa Ambrosiana, come la Biblioteca, il Collegio dei Dottori e l’Accademia del Disegno. Un capitolo di questo studio è anche dedicato al problematico rapporto intercorso tra il cardinale Borromeo e il Caravaggio con l’analisi di alcune significative testimonianze, poco conosciute, relative al pittore lombardo.

Matthias Schulz (Hrsg.), Victoria von Flemming (Hrsg.)

Vom Fließen der Dinge: Konzepte, Motive und Paradigmen von Fluidität aus frühneuzeitlichen und gegenwärtigen Perspektiven

Dass die Anfänge des Universums nicht im Festen, Harten, Starren liegen, aber auch nicht einfach im Gegenteil, dem Fließenden und Strömenden, hat naturphilosophische Reflexionen über Jahrtausende hinweg beschäftigt. Bis heute aber hat sich eine darin geborgene, binär strukturierte Weltsicht in ihrer gesamten Macht entfaltet. Dabei lassen sich bereits in der frühneuzeitlichen Ideen- und Bildgeschichte Impulse identifizieren, die das vermeintlich Ruhende, Unbewegliche unterlaufen und stattdessen das Wandelbare, Ephemere und Dynamische hervorkehren. Stasis wird auf ganz unterschiedliche Weise und in ebenso unterschiedlichen Bereichen dynamisiert und einer Transformation unterworfen. Die Beiträge des vorliegenden Bandes zeigen aus philosophischer, physikalischer, geowissenschaftlich-klimatologischer und kunstwissenschaftlicher Perspektive Fallbeispiele, die das Phänomen in einem interdisziplinären Spektrum zusammenführen.

Alexandra Avrutina (Hrsg.), Lily Baumeister (Hrsg.), Eva Blüml (Hrsg.), Daniel Bucher (Hrsg.), Lavinia Hunder (Hrsg.), Katharina Roßmy (Hrsg.), Anna Rudakova (Hrsg.)

VerWandlungEn: Tagungsband anlässlich des 100. Kunsthistorischen Studierendenkongresses in München

In welcher Weise erfolgen Wandlungen und Verwandlungen in der Kunst und der Kunstgeschichte? Der Tagungsband zum 100. Kunsthistorischen Studierendenkongress mit dem Thema VerWandlungEn dokumentiert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Frage. Beiträge zu Metamorphosen und Transformationen anhand diverser künstlerischer Sujets, Medien, Strukturen sowie Institutionen der Kunstgeschichte und angrenzender Disziplinen wollen Wandelbarkeit und Entwicklung des Faches behandeln. Neben der Skizzierung von spezifischen Themen werden auch grundlegende Fragen zum Studierendenkongress selbst erörtert.

Florian Abe (Hrsg.), Christine Beese (Hrsg.)

Bauten – Bilder – Geschichten. Kunsthistorische Perspektiven auf Architektur: Festschrift für Christian Freigang

Was macht eine kunsthistorische Architekturgeschichte aus, welches Erkenntnisinteresse verfolgt sie und was kann sie leisten? Die vorliegende Festschrift zum 65. Geburtstag von Christian Freigang versammelt fünfzehn Beiträge von Weggefährt:innen des Jubilars, die anhand der Beschäftigung mit konkreten Bauten, Bildern und Geschichten vom Mittelalter bis in die Gegenwart zur Beantwortung dieser Fragen beitragen. Die Aufsätze spiegeln eine Auswahl der Themenfelder wider, auf die sich Christian Freigangs Forschungsinteresse richtet und werden von den Herausgeber:innen dialogisch miteinander ins Gespräch gesetzt.

Dorit Kluge (Hrsg.), Gaëtane Maës (Hrsg.), Isabelle Pichet (Hrsg.)

L’ expérience sensorielle dans les expositions d’art au XVIIIe siècle: The Sensory Experience in 18th Century Art Exhibitions

Die im 18. Jahrhundert von der Académie royale de Peinture et de Sculpture im Pariser Louvre veranstalteten Ausstellungen (Salons) waren ein neuartiges soziokulturelles Ereignis, das unmittelbar Neugier und Neid in der französischen Provinz so gut wie im europäischen Ausland auslöste. Der Besuch des Salon du Louvre oder anderer Kunstausstellung, bei dem sich Unterhaltung und Belehrung durchdrangen, war eine Erfahrung, bei der die verschiedensten Sinne angesprochen werden. Das macht es naheliegend, von einem „sensorischen Körper“ zu sprechen, denn nicht nur das Sehen, sondern auch das Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken werden in jedem Moment des Besuchs auf vielfältige und komplexe Weise angesprochen werden.
Unter verschiedenen Ansätzen und auf Grundlage der bildlichen und textlichen Quellen der Zeit sollen in diesem Buch die Erfahrungen von Besuchern von Kunstausstellungen für das europäische lange 18. Jahrhundert (1680-1815) nachgezeichnet werden. 

Au XVIIIe siècle, les expositions d’art organisées au Louvre à Paris par l’Académie royale de Peinture et de Sculpture créent un événement socioculturel inédit, qui a rapidement suscité la curiosité et l’envie du public de province et des autres nations. La visite du Salon du Louvre ou de toute autre exposition d’art, où s’entremêlent la volonté de se divertir et celle de s’instruire, se présente alors comme une expérience où les différents sens sont sollicités. Il est alors possible d’introduire la notion de « corps sensoriel », car non seulement la vue, mais encore l’ouïe, le toucher, l’odorat et le goût sont interpelés de manière variée et complexe à tout moment de la visite. À travers différentes approches, ce livre vise à retranscrire les expériences des visiteurs des expositions d’art entendues dans leur acception la plus large durant le long XVIIIe siècle (1680-1815) en Europe en s’appuyant sur les sources visuelles et textuelles de l’époque.

Hans-Peter Bühler

Künstlerlexikon zur französischen Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts

Das vorliegende Lexikon zur Französischen Landschaftsmalerei ist Ergebnis von Jahrzehnten des Forschens, Sammelns und Dokumentierens, dem sich der Archäologe, Kunstsammler und Galerist Hans-Peter Bühler verschrieben hat. Es verzeichnet mehr als dreitausend Einträge zu Künstlern und Künstlerinnen der Landschafts-, Marine- und Architekturmalerei der Geburtsjahrgänge 1800 bis 1870. Mit einer Charakterisierung von Hauptwerken sowie mit biographischen und bibliographischen Angaben ermöglicht das zweibändige Werk zahlreiche Querverweise zu Schulen und Strömungen der Landschaftsmalerei des französischen 19. Jahrhunderts, eine Kunstproduktion, deren Vielgestaltigkeit entgegen unserer oftmals auf wenige Namen reduzierten Vorstellung der Kunstgeschichte verblüfft.

Atreju Allahverdy (Hrsg.), Anna Brettl (Hrsg.), Theresa Knosp (Hrsg.), Thomas Moser (Hrsg.), Sabine Plakolm-Forsthuber (Hrsg.)

Wiener Moderne International: Export & Experiment in der Architektur der Jahrhundertwende

Seit gut fünf Jahrzehnten ist die Wahrnehmung Wiens bestimmt durch die Architektur und Kunst um 1900. Das Experiment Moderne ist dem Stadtbild bis heute unübersehbar einbeschrieben, während die Migration und Mobilität der Architekt:innen oftmals im Schatten bleiben. Wiener Moderne International beleuchtet die komplexen Austauschprozesse von Wissen und Akteur:innen, die die Wiener Jahrhundertwendearchitektur geprägt und in die gesamte Doppelmonarchie und darüber hinaus exportiert haben.

Thomas Flierl (Hrsg.), Angelika Weissbach (Hrsg.)

Der Wille zum Glück. Max Lingner im Kontext: Kunst und Politik in Frankreich 1929–1949

Der Sammelband verknüpft die Arbeit der Berliner Max Lingner-Stiftung mit der lebendigen Forschung zur Kunst-, Politik- und Kulturgeschichte Frankreichs in der Zwischenkriegszeit. In den Texten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Länder werden neben der klassischen biographischen Perspektive zur Lebensgeschichte Max Lingners vor allem der breitere künstlerisch-politische Kontext in den Blick genommen. Die leitmotivische Überschrift für diesen Band «Der Wille zum Glück“ steht für die Aufbruchssituation des Front populaire 1936 und situiert darin auch den Maler und Pressezeichner Max Lingner.

Susanne Thürigen (Hrsg.), Daniel Hess (Hrsg.), Alexandra Böhm (Hrsg.)

Hello Nature: Wie wollen wir zusammenleben?

Das Begleitbuch zur Ausstellung „Hello Nature. Wie wollen wir zusammenleben?“ geht der langen Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur im Spannungsfeld von Beherrschung, Bedrohung und Bewahrung nach. Auf welche Weise veränderten Menschen die Natur? Welche Grenzen setzt die Natur dem Menschen? Und: Wie können wir ein neues Miteinander gestalten? Der Bogen von der Ur- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart zeigt, in welchem Ausmaß das Verhältnis zur Natur kulturell geprägt ist. Um die aktuellen ökologischen Krisen meistern zu können, ist auch ein kultureller Wandel notwendig. Wir brauchen neue Visionen, Bilder und Erzählungen, um ein zukunftsfähiges Zusammenleben von Mensch und Natur zu entwickeln.

Maria Schröder

Die Beinsättel des 13. bis 17. Jahrhunderts: Reitzeuge als Sinnbilder ritterlich-höfischer Ideale

In Museen weltweit werden Sättel und Sattelfragmente des 13. bis 17. Jahrhunderts aufbewahrt, die durch prächtige oberflächendeckende Beinarbeiten faszinieren. Als Reitsitze scheinen sie aufgrund ihres detailreichen Dekors ungeeignet, aber zu welchem Zweck wurden sie dann gefertigt? Auf Grundlage umfassender Objektstudien und zeitgenössischer Text- und Bildquellen ermittelt Maria Schröder die ursprüngliche Bedeutung und Funktion der Beinsättel. Insbesondere der höfische Roman ist hier eine Schlüsselquelle. Die Beinsättel erweisen sich als Repräsentationsmedien der aristokratischen und später auch der bürgerlichen Elite. Die Studie ist für die Elfenbeinforschung, die frühe Sachkultur und die Materialsemantik von herausragendem Interesse.

Thomas Flierl (Hrsg.), Angelika Weissbach (Hrsg.)

La volonté de bonheur: Max Lingner dans son contexte. L’art et la politique en France entre 1929 et 1949

Ce recueil met en relation le travail de la Fondation Max Lingner de Berlin avec la recherche vivante sur l'histoire de l'art, de la politique et de la culture en France dans l'entre-deux-guerres. Dans les textes des chercheurs des deux pays, outre la perspective biographique classique sur l'histoire de la vie de Max Lingner, c'est surtout le contexte artistique et politique plus large qui est pris en compte. Le titre de ce volume, "La volonté de bonheur », évoque la situation de départ du Front populaire en 1936 et situe également le peintre et dessinateur de presse Max Lingner dans ce contexte.
Deutsche Ausgabe: Der Wille zum Glück. Max Lingner im Kontext

Doris H. Lehmann

Bildpolemischer Künstlerstreit: Von Leonbruno bis Hogarth

Wie lässt sich erkennen, dass Gemälde, Reliefs oder Grafiken im Zusammenhang mit einem Streit zwischen Künstlern oder mit deren Auftraggebern entstanden sind? Die Monografie zum DFG-Projekt „Streitstrategien bildender Künstler in der Neuzeit“ zeigt dies anhand von 18 Fällen, die zwischen 1525 und 1763 datiert sind. Beispiele u.a. von Leonbruno, Lelio Orsi, Stradanus, Federico Zuccari, Leone Leoni, Rembrandt, Piranesi und William Hogarth zeigen den kreativen Umgang mit Verleumdung, Zensur und moralischen Verboten beleidigender Personendarstellungen. Der vergleichende Überblick entlarvt Traditionen bildpolemischer Codes: Emotionsfreier Künstlerstreit ist eine Fiktion wirkmächtiger Legenden.

Marcus Becker (Hrsg.), Eva Dolezel (Hrsg.), Meike Knittel (Hrsg.), Diana Stört (Hrsg.), Sarah Wagner (Hrsg.)

The Berlin Kunstkammer: Collection History in Object Biographies from the 16th to the 21th Century

Die eine Berliner Kunstkammer hat es nie gegeben. Im Laufe ihrer langen Geschichte erlebte die erst kurfürstliche und später königliche Institution einen stetigen Wandel. In ihrem Umgang mit der Sammlung erfanden die Akteure und Akteurinnen die Brandenburgisch-Preußische Kunstkammer immer wieder neu. Das Buch bietet einen innovativen Zugang zu dieser sammlungshistorischen Vieldeutigkeit über die individuellen Biografien der Sammlungsobjekte. Wie Prismen fächern sie die Geschichte der Kunstkammer von den Anfängen um 1600 bis heute auf und zeigen die sich permanent ändernden Sinnzuschreibungen von Artefakten und Naturalien. Die Texte der Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Fachrichtungen spüren der Vorgeschichte der heutigen Berliner Museumslandschaft und den Wegen der Objekte in die Sammlungen nach. Sie präsentieren die Ergebnisse eines gemeinsamen Forschungs­projekts der Humboldt-Universität zu Berlin, des Museums für Naturkunde Berlin und der Staatlichen Museen zu Berlin.

Das Buch ist auch in deutscher Sprache erschienen: https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1461

Svenja Hönig (Hrsg.), Marco Špikić (Hrsg.)

Erschütterung. Erde und Erbe in der Krise: Tremor. Earth and Heritage in Crisis

Erschütterung spannt bewusst einen Bogen von der Zerstörung und Beschädigung von Baudenkmälern, bedingt durch physische Krisen wie Erdbeben, Flut oder Krieg, hin zu den emotionalen wie sozialen und gesellschaftlichen Erschütterungen, die in diesem Kontext entstehen. Der Untertitel Erde und Erbe in der Krise verweist dabei auf die enge Verflechtung zwischen globalen Katastrophen, Heritage Making und Denkmalschutz. Der Tagungsband behandelt daher grundsätzliche Fragen nach dem denkmalpflegerischen Umgang mit solchen Krisen und ihren Folgen. Neben Themen des Konservierens und Restaurierens, Strategien des Wiederaufbauens und Erinnerns, wird danach gefragt, wie die Disziplin der Denkmalpflege selbst durch Krisen geformt wurde. Anhand interdisziplinärer Fallbeispiele wird erörtert, welche Grenzen, Möglichkeiten und Konflikte des Erbens durch Krieg und Trauma entstehen.

Marcus Becker (Hrsg.), Eva Dolezel (Hrsg.), Meike Knittel (Hrsg.), Diana Stört (Hrsg.), Sarah Wagner (Hrsg.)

Die Berliner Kunstkammer: Sammlungsgeschichte in Objektbiografien vom 16. bis 21. Jahrhundert

Die eine Berliner Kunstkammer hat es nie gegeben. Im Laufe ihrer langen Geschichte erlebte die erst kurfürstliche und später königliche Institution einen stetigen Wandel. In ihrem Umgang mit der Sammlung erfanden die Akteure und Akteurinnen die Brandenburgisch-Preußische Kunstkammer immer wieder neu. Das Buch bietet einen innovativen Zugang zu dieser sammlungshistorischen Vieldeutigkeit über die individuellen Biografien der Sammlungsobjekte. Wie Prismen fächern sie die Geschichte der Kunstkammer von den Anfängen um 1600 bis heute auf und zeigen die sich permanent ändernden Sinnzuschreibungen von Artefakten und Naturalien. Die Texte der Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Fachrichtungen spüren der Vorgeschichte der heutigen Berliner Museumslandschaft und den Wegen der Objekte in die Sammlungen nach. Sie präsentieren die Ergebnisse eines gemeinsamen Forschungs­projekts der Humboldt-Universität zu Berlin, des Museums für Naturkunde Berlin und der Staatlichen Museen zu Berlin.

Das Buch ist auch in englischer Sprache erschienen: https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1383

Matthias Schulz

Das Vermächtnis des Steins: Morphologische Dramaturgien zwischen Transition und Transformation im Werk Andrea Mantegnas

Die Malerei Andrea Mantegnas weist zahlreiche wechselseitige Bezugnahmen von organischen und anorganischen Bedeutungsträgern im Bild auf. Eine exponierte Rolle kommt dabei der Inszenierung von Steinmaterialität sowie von mineralisch anmutenden Texturen und Objekten zu, die als eine Übergangszone zwischen belebter und unbelebter Materie, zwischen Stasis und Verlebendigung in Erscheinung treten. Die vorliegende Studie geht diesen auffälligen Merkmalen der Materialinszenierung und -ästhetik nach und widmet sich den potentiellen Rezeptionen und Austauschprozessen mit der naturphilosophischen Ideen- und Diskurslandschaft des Quattrocento.

Wolfgang F. Kersten

Photographic Thought Pieces: Kenneth C. & Sabina R. Korfmann-Bodenmann: “Through Different Lenses”, Sixteen Portfolios, 2019–2022

Unter dem Leitgedanken »Through Different Lenses« widmen sich Sabina R. und Kenneth C. Korfmann-Bodenmann in Fotoprojekten zeitgeschichtlich und kulturell relevanten Themen. Dazu gehören Festungsanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg, diskrepante Inszenierungen von Mode und Religion, Architekturen sozialer Brennpunkte, Erfahrungen von Einsamkeit sowie Mythisierungen von Orten und Landschaften. Die jeweilige Thematik führt zur Konzeption von Reisen, die Entdeckungen und Dokumentationen umfassen. Die Differenz der Blickwinkel der beiden Fotografen wird durch die strikte Trennung der täglichen Streifzüge manifestiert. ­ Die Publikation präsentiert und analysiert sechzehn Portfolios mit insgesamt 384 Fotografien.

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