Byzanz zwischen Orient und Okzident

Jessica Schmidt

Die spätbyzantinischen Wandmalereien des Theodor Daniel und Michael Veneris
Eine Untersuchung zu den Werken und der Vernetzung zweier kretischer Maler

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 20

Kreta bietet für die spätbyzantinische Kunstgeschichte einen einzigartigen Denkmälerbestand. Der Zeitraum 1211 bis 1669, als die Insel unter venezianischer Herrschaft stand, ermöglicht Einblicke in ein facettenreiches und vielschichtiges Gesellschaftsgefüge. Innerhalb dieser einzigartigen Kunst- undKulturlandschaft sind die Arbeiten des spätbyzantinischen Kirchenmalers Theodor Daniel und seines Neffens Michael Veneris besonders hervorzuheben. Die vorliegende Publikation widmet sich erstmals einer umfassenden und breitgefächerten Untersuchung ihrer Werke. Neben der Identifizierung und Zuschreibung ihrer unsignierten Arbeiten stehen auch darauf aufbauende Untersuchungen im Fokus. Der zentrale Schritt für die genannten Zielsetzungen bildet die systematische Händescheidung der beiden. Diese und die Zuschreibung der unsignierten Werke erfolgen im ersten Teil der Publikation. Im zweiten Teil wird die Vernetzung von Theodor Daniel und Michael Veneris mit anderen kretischen Künstlern thematisiert. Neben einer Verbindung zu Ioannes Pagomenos, dem wohl prominentesten kretischen Kirchenmaler des 14. Jahrhunderts, gibt es noch eine Reihe weiterer Hinweise, die dafür sprechen, dass es ein regelrechtes Künstlernetzwerk auf der Insel gab.

Falko Daim et al. (Hrsg.)

Pilgrimage to Jerusalem. Journeys, Destinations, Experiences across Times and Cultures
Proceedings of the Conference held in Jerusalem, 5th to 7th December 2017

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 19

Jerusalem ist eine Stadt, die drei Weltreligionen heilig ist: dem Judentum, dem Christentum und dem Islam. Seit frühbyzantinischer Zeit entwickelte sich die christliche Pilgerfahrt zu dieser und anderen heiligen Stätten zu einem "Massenphänomen". Tausende Christen machten sich auf den Weg zu heiligen Stätten in Palästina, Ägypten und anderen Orten, um die Heilsgeschichte physisch zu erleben und um göttliche Intervention in ihrem Leben zu suchen. Zahlreiche Reiseberichte, Pilgerführer und andere schriftliche Quellen heben wichtige Aspekte der Pilgerfahrt hervor. Darüber hinaus bieten uns viele gut erhaltene Kirchen, Klöster, Herbergen und andere Gebäude sowie die reichhaltigen archäologischen Funde, ein lebendiges Bild der Geschichte der Pilgerfahrt ins Heilige Land.

Athanassios Mailis

Obscured by Walls
The Bēma Display of the Cretan Churches from Visibility to Concealment

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 18

Das Buch untersucht die Bēma-Darstellung der kretischen Kirchen im Zeitraum der byzantinischen Rückeroberung der Insel (11. Jahrhundert) bis zur Mitte der venezianischen Dominanz (15. Jahrhundert). Es konzentriert sich auf das Auftreten und die Verteilung der Templon-Barriere, die Funktion einer bestimmten  Gruppe von Fresken als Prostatio-Bilder und die (teilweise) Aufstellung von mit Fresken bemalten, gemauerten Altarraumabschrankungen in den orthodoxen Kirchen der Insel, kurz vor der Verbreitung der »hölzernen Ikonen-Wand« – bekannt als Ikonostase.
Diese Studie zeigt die künstlerische und kultische Vielfalt der Gestaltungen, bestehend aus Archaismus und Modernisierung, bis zur Herauskristallisierung der Ikonostase als »charakteristisches Merkmal der Kirchen des byzantinischen Ritus« und damit als materieller Beweis für die kulturelle Identität und das religiöse Bewusstsein der orthodoxen Bevölkerung in einem Gebiet (Kreta) und einer Zeit (venezianische Herrschaft), die sowohl von Osmose als auch von Konflikten geprägt ist.

Ludger Körntgen , Jan Kusber , Johannes Pahlitzsch , Filippo Carlà-Uhink (Hrsg.)

Byzanz und seine europäischen Nachbarn
Politische Interdependenzen und kulturelle Missverständnisse

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 17

Kulturelle Missverständnisse stellen einerseits eine Grundbedingung interkultureller Kommunikation dar, können andererseits aber auch als Modus oder Ergebnis von Interkulturalität und transkulturellen Beziehungen verstanden werden. Dabei gibt es sowohl unreflektierte als auch provozierte oder politisch ausgenutzte Missverständnisse bzw. vermeintliche Missverständnisse, die reale politische oder kirchenpolitische Interessensgegensätze verdecken, wie auch Missverständnisse der Forschung, die mitunter vorschnell ein Missverständnis konstatiert, wo Logik und Sinnzusammenhang sich nicht sofort erschließen. Derlei Missverständnisse bestimmten das politisch-kulturelle Beziehungsgefüge zwischen Byzanz, dem lateinisch geprägten Westen und der slavischen Welt, die sich allesamt als Teile der christlichen Ökumene begriffen und über viele Jahrhunderte in engem politischen und kulturellen Kontakt standen. Der Untersuchung dieses Phänomens widmen sich im vorliegenden Band Vertreterinnen und Vertreter von Geschichtswissenschaft, Byzantinistik, Kunstgeschichte und Theologie.

Martina Horn

Adam-und-Eva-Erzählungen im Bildprogramm kretischer Kirchen
Eine ikonographische und kulturhistorische Objekt- und Bildfindungsanalyse

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 16

Die westliche sakrale Kunstlandschaft des Mittelalters präsentiert ein reiches, gattungsübergreifendes Bildrepertoire an Adam-und-Eva-Erzählungen. In der ostkirchlichen Monumentalmalerei hingegen findet die Thematik erst in postbyzantinischer Zeit Aufnahme in die Bildprogramme der Kirchen. Umso bemerkenswerter ist die innovative Genese von Adam-und-Eva-Zyklen im venezianisch beherrschten Kreta des 14. und 15. Jahrhunderts. In fünf der überaus zahlreichen ausgemalten kretischen Kirchen werden Bildsequenzen mit den Ureltern in das ikonographische Konzept integriert. Neben der Rekonstruktion der teilweise zerstörten Fresken erfolgt in dieser kunst- und kulturhistorisch orientierten Arbeit eine umfassende Bildfindungsanalyse, die durch das Spannungsfeld von Bewahrungstendenzen traditioneller Bildbausteine und Freiräumen für kreative Neuschöpfungen normiert ist. Die weitgefächerten, westliche und östliche Kunsttradition einbeziehenden Recherchen bieten nicht nur überraschende Einblicke in außergewöhnliche Bildformulierungen, sondern auch in die variierenden stifterorientierten Motivationsgründe für die kirchenindividuelle Rezeption des Sujets.

Falko Daim , Neslihan Asutay-Effenberger (Hrsg.)

Sasanidische Spuren in der byzantinischen, kaukasischen und islamischen Kunst und Kultur
Sasanian Elements in Byzantine, Caucasian and Islamic Art and Culture

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 15

Das Reich der persischen Sasaniden (224-651 n. Chr.) erstreckte sich über Gebiete des heutigen Iran, Irak, Aserbaidschan, Pakistan und Afghanistan. Auch die Kaukasusregionen standen unter seinem politischen Einfluss. Viele Elemente der sasanidischen Kunst und Kultur sind in angrenzenden Ländern wie Byzanz oder dem christlichen Kaukasus zu finden und lebten nach dem Untergang der Sasaniden in den islamischen Herrschaftsgebieten fort, die auf ihrem einstigen Territorium entstanden waren.
Um die fortwirkende Rolle der sasanidischen Perser und ihrer Kultur zu untersuchen, fand im September 2017 eine internationale Tagung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz statt. Die von WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen gehaltenen Beiträge werden in dem vorliegenden Band publiziert. 

Max Ritter

Zwischen Glaube und Geld
Zur Ökonomie des byzantinischen Pilgerwesens (4.-12. Jh.)

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 14

Frömmigkeit ist nicht die alleinige Triebfeder für die Entwicklung des christlichen Pilgerwesens. Das Buch behandelt in einer weiten chronologischen und räumlichen Perspektive die ökonomischen Zusammenhänge, die auf das byzantinische Pilgerwesen (5.-12. Jh.) einwirkten.
Das Pilgern ist stets religiös motiviert und sozial eingebettet, doch die nähere Auswahl des Pilgerziels, die Pilgerroute, die Dankesgaben bei der Ankunft und vieles andere mehr wurden und werden durch ökonomische Grundkonstanten und zeitabhängige sozioökonomische Dynamiken bestimmt.
Das Buch beleuchtet die byzantinischen Pilgerheiligtümer, untersucht ihre Genese, aber auch ihre Organisations- und Finanzierungsstruktur, die bereits in der Spätantike durch Gesetze gerahmt wurde.

Antje Bosselmann-Ruickbie (Hrsg.)

New Research on Late Byzantine Goldsmiths’ Works (13th-15th Centuries)
Neue Forschungen zur spätbyzantinischen Goldschmiedekunst (13.-15. Jahrhundert)

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 13

Dieser Band umfasst 13 Vorträge der Konferenz »New Research on Late Byzantine Goldsmiths‘ Works (13th-15th Centuries) – Neue Forschungen zur spätbyzantinischen Goldschmiedekunst (13.-15. Jahrhundert)«, die im Oktober 2015 im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz stattfand. Die Beiträge beschäftigen sich mit der materiellen Kultur der spätbyzantinischen Goldschmiedekunst, z.B. Kreuze, Reliquiare, Schmuck, Emailarbeiten und Edelsteine, und spannen einen weiten geographischen Rahmen von Byzanz zu vielen seiner Nachbarn wie Russland, Trapezunt, Serbien und Kreta. Darüber hinaus liefern schriftliche Quellen zu byzantinischen Goldschmieden, ihrem Handwerk und der Herkunft von Edelmetallen Hinweise auf die Goldschmiedekunst in Byzanz während seiner langen Geschichte.

Zachary Chitwood , Johannes Pahlitzsch (Hrsg.)

Ambassadors, Artists, Theologians
Byzantine Relations with the Near East from the Ninth to the Thirteenth Centuries

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 12

Die Autoren des Sammelbandes »Ambassadors, Artists, Theologians: Byzantine Relations with the Near East from the Ninth to the Thirteenth Centuries« untersuchen die komplexe Dynamik zwischen dem Byzantinischen Reich und dem Nahen Osten.
Die hier gesammelten Beiträge gehen über die Tradition des histoire événementielle hinaus und verdeutlichen den Übergang künstlerischer Praktiken, Ideen und Gesprächspartner zwischen Byzanz und der islamischen Welt. Auf diese Weise versucht dieser Band, unser Verständnis der Beziehung zwischen diesen beiden mittelalterlichen Kulturbereichen zu nuancieren und zu kontextualisieren.

Alena Alshanskaya , Andreas Gietzen , Christina Hadjiafxenti (Hrsg.)

Imagining Byzantium
Perceptions, Patterns, Problems

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 11

Byzanz das Andere. Byzanz das Pompöse. Byzanz das Ewige. Die bloße Existenz dieses Reiches mit seiner reichen Geschichte und seiner Andersartigkeit zu westeuropäischen Traditionen beflügelte den Geist von Gelehrten, Adligen, Politikern und den einfachen Menschen während seines Andauerns bis weit über seinen Untergang im Jahr 1453 hinaus. Schriftsteller der Aufklärung  vernachlässigten den weitreichenden politischen und kulturellen Einfluss von Byzanz auf seine Nachbarländer und beraubten dem Reich darüber hinaus seiner ursprünglichen historischen Realität. So wurde ein Modell geschaffen, das in allzu unterschiedlichen Konstrukten verwendet werden konnte und sich von positiven bis zu höchst negativen Konnotationen erstreckte. Mit dem Aufkommen neuer Nationalismen, vor allem in Ost- und Südosteuropa und den damit verbundenen politisch inspirierten historischen (Re-) Konstruktionen im 19. und 20. Jahrhundert gewann die Rezeption und die Wahrnehmung von Byzanz neue Facetten. In diesem Band möchten wir diese Muster und die damit verbundenen Probleme näher beleuchten sowie die verschiedenen Arten aufzeigen, wie »Byzanz« als Argumentationsgrundlage für die Nationsbildung und die Konstruktion neuer historiographischer Erzählungen verwendet wurde und wie darüber hinaus sein Erbe in der kirchlichen Geschichtsschreibung fortdauerte.

Despoina Ariantzi , Ina Eichner (Hrsg.)

Für Seelenheil und Lebensglück
Das byzantinische Pilgerwesen und seine Wurzeln

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 10

Die internationale Abschlusskonferenz des Projekts »Für Seelenheil und Lebensglück. Das byzantinische Pilgerwesen und seine Wurzeln« vom Dezember 2015 versammelte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Disziplinen von Archäologie, Byzantinistik, Kunstgeschichte,  Geschichtswissenschaften, Religionsgeschichte, Epigraphik und Historischer Geographie, die sich dem Phänomen der Pilgerfahrt im Byzantinischen Reich widmeten.
Die Beiträge erörtern die Zusammenhänge des byzantinischen Pilgerwesens mit der heidnischen und jüdischen Pilgerfahrt. Vor allem aber präsentieren und diskutieren sie die Praxis des Pilgerwesens zwischen »Kult und Kommerz« im sakraltopographischen und landschaftlichen Kontext einzelner Regionen und Orte des Byzantinischen Reiches von Ägypten bis Bulgarien und von Süditalien bis zum Heiligen Land.

Falko Daim , Christian Gastgeber , Dominik Heher , Claudia Rapp (Hrsg.)

Menschen, Bilder, Sprache, Dinge
Wege der Kommunikation zwischen Byzanz und dem Westen 2: Menschen und Worte

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 9.2

2018 zeigt das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz in Zusammenarbeit mit der Schallaburg in dem prachtvollen Renaissanceschloss nahe Melk (Niederösterreich) die Ausstellung »Byzanz & der Westen. lOOO vergessene Jahre«.
Beide, Byzanz und der europäische Westen, entspringen dem römischen Weltreich, doch nehmen sie schon ab der Spätantike unterschiedliche Entwicklungen. Während das Römische Reich im Osten Bestand hatte und nahtlos in das Byzantinische Reich des Mittelalters überging, traten im Westen gentile Herrschaften an dessen Stelle, Königreiche der Goten, Vandalen, Angelsachsen, Langobarden und Franken. Zwar blieb Byzanz zumindest 800 Jahre lang für die anderen europäischen Entitäten respektierte oder akzeptierte Großmacht, doch kam es sehr schnell zu Gebietsstreitigkeiten, Zwistigkeiten und kulturellen Differenzen. Zudem wurde die Verständigung immer schwieriger - im »orthodoxen« Osten war Griechisch Verkehrssprache, im »katholischen« Westen Latein die lingua franca. Unterschiede in Liturgie und Glaubensfragen verstärkten die Differenzen oder wurden (religions)politisch zur Betonung der Verschiedenheit sogar noch unterstrichen. Aber immer noch bewunderte man das »reiche Konstantinopel« und die byzantinischen Schätze - darunter die herrlichen Seiden, Elfenbeinreliefs, technische Wunderwerke, die vielen Reliquien, grandiose Bauwerke.
Die Wende kam 1204 mit der Eroberung und Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer. Für das bereits vorher geschwächte Byzantinische Reich bedeutete diese Katastrophe eine völlige neue Situation als ein Exilreich, dessen Kaiser und Patriarch nach Kleinasien ausweichen mussten. In einem Großteil des ehemals europäischen Byzantinischen Reiches machten sich Kreuzfahrerstaaten breit; Venedig und Genua, die durch Sonderverträge schon zuvor als Handelsmächte stark präsent waren, wurden zu bestimmenden Faktoren der westlichen Mächte im Osten.
Anlässlich dieser Schau erscheinen zwei Begleitbände mit insgesamt 41 Beiträgen zu den ebenso vielfältigen wie wechselhaften Beziehungen zwischen dem lateinischen Westen und dem Byzantinischen Reich. Die Bände sind nach den Medien der Kommunikation strukturiert: Menschen, Bilder, Sprache, Dinge. Sie versammeln Beiträge namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit archäologischer, kunsthistorischer, philologischer und historischer Schwerpunktsetzung. Mehrere Überblicksdarstellungen und Detailstudien schöpfen aus Forschungsprojekten des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident sowie dem Schwerpunkt Byzanzforschung und Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien.

Falko Daim , Dominik Heher , Claudia Rapp (Hrsg.)

Menschen, Bilder, Sprache, Dinge
Wege der Kommunikation zwischen Byzanz und dem Westen 1: Bilder und Dinge

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 9.1

2018 zeigt das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz in Zusammenarbeit mit der Schallaburg in dem prachtvollen Renaissanceschloss nahe Melk (Niederösterreich) die Ausstellung »Byzanz & der Westen. 1000 vergessene Jahre«. Beide, Byzanz und der europäische Westen, entspringen dem römischen Weltreich, doch nehmen sie schon ab dem 5. Jahrhundert unterschiedliche Entwicklungen. Während das Römische Reich im Osten Bestand hatte und sich zum Byzantinischen Reich des Mittelalters wandelte, traten im Westen gentile Herrschaften an dessen Stelle, Königreiche der Goten, Vandalen, Angelsachsen, Langobarden und Franken. Zwar blieb Byzanz zumindest 800 Jahre lang das Vorbild für die anderen europäischen Entitäten, doch kam es sehr schnell zu Missverständnissen, Meinungsverschiedenheiten und Zwistigkeiten. Die Verständigung wurde immer schwieriger – im orthodoxen Osten sprach man zumeist Griechisch, im katholischen Westen war die Verkehrssprache Latein. Auch bei der Auslegung des christlichen Glaubens war man sich zusehends uneinig. Aber immer noch bewunderte man die byzantinischen Schätze – die herrlichen Seiden, Elfenbeinreliefs, technische Wunderwerke, die vielen Reliquien, grandiose Bauwerke.

Die Wende kam 1204 mit der Eroberung und Plünderung Konstantinopels durch die Bischöfe und Ritter des Vierten Kreuzzugs. Für das bereits vorher geschwächte Byzantinische Reich bedeutete diese Katastrophe den Abstieg in die zweite politische Liga. Im Osten machten sich Kreuzfahrerstaaten breit, Venedig und Genua waren schon früher im Handel erfolgreich, jetzt hatten sie praktisch die alleinige Kontrolle.

Anlässlich dieser Schau erscheinen drei Begleitbände mit insgesamt 40 Beiträgen zu den ebenso vielfältigen wie wechselhaften Beziehungen zwischen dem lateinischen Westen und dem Byzantinischen Reich. Die Bände sind nach den Medien der Kommunikation strukturiert: Menschen, Bilder, Sprache, Dinge. Sie versammeln Beiträge namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit archäologischer, kunsthistorischer, philologischer und historischer Schwerpunktsetzung. Das vielschichtige Bild an Überblicksdarstellungen und Detailstudien gewinnt zusätzlichen Wert durch teils erstmals veröffentlichte Ergebnisse aktueller Forschungsprojekte, vornehmlich des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident sowie der byzantinistischen Forschungseinrichtungen in Wien.

Petra Linscheid

Spätantike und Byzanz. Bestandskatalog Badisches Landesmuseum Karlsruhe
Textilien

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 8.2

Textilfunde aus dem frühbyzantinischen Ägypten stellen die umfangreichste Gattung unter den byzantinischen Artefakten des Badischen Landesmuseums Karlsruhe. Insgesamt 207 Objekte, darunter Tuniken, Kopfbedeckungen, Polsterstoffe, Decken und Vorhänge, vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Aussehen frühbyzantinischer Kleidung und textiler Raumausstattung. In einem ausführlichen Katalogteil und einleitenden Kapiteln finden besonders die Herstellungstechnik und die Funktionsbestimmung der Textilien Beachtung. Mit wenigen Ausnahmen waren die Objekte bisher unveröffentlicht.

Falko Daim , Benjamin Fourlas , Katarina Horst , Vasiliki Tsamakda (Hrsg.)

Spätantike und Byzanz. Bestandskatalog Badisches Landesmuseum Karlsruhe
Objekte aus Bein, Elfenbein, Glas, Keramik, Metall und Stein

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 8.1

Die Sammlung des Badischen Landesmuseums Karlsruhe birgt einen umfangreichen Bestand an spätantiken und byzantinischen Objekten, der bislang nur in Teilen durch Publikationen zugänglich war. Bei den Artefakten und Kunstwerken handelt es sich vornehmlich um kleinformatige Gegenstände von z.T. hohem wissenschaftlichem Wert. Sie sind sowohl dem sakralen wie dem profanen Bereich zugehörig und vermitteln ein breites Spektrum des Alltagslebens sowie des Kunst- und Kulturschaffens im spätrömischen bzw. Byzantinischen Reich. Die 268 Objekte aus Bein, Elfenbein, Glas, Keramik, Metall und Stein, darunter auch einige mit Inschriften, werden in dem Bestandskatalog grundlegend dokumentiert, interpretiert und kulturgeschichtlich eingeordnet.

Vlastimil Drbal

Pilgerfahrt im spätantiken Nahen Osten (3./4. - 8. Jahrhundert)
Paganes, christliches, jüdisches und islamisches Pilgerwesen. Fragen der Kontinuitäten

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 7

Das Phänomen des spätantiken Pilgerwesens im Nahen Osten wird oft mit dem Entstehen der christlichen Pilgerfahrt gleichgesetzt. Das christliche Pilgerwesen war aber nur ein – wenn auch bedeutender – Teil der nahöstlichen Pilgertradition. Es konkurrierte mit den älteren Traditionen des jüdischen Pilgerwesens in Palästina und der paganen Pilgerfahrt im pharaonischen Ägypten auf der einen Seite und mit der gleichfalls insbesondere auf Jerusalem fokussierten frühislamischen Pilgerfahrt auf der anderen Seite. Diese verschiedenen Pilgertraditionen, die sich gleichzeitig an einem Ort (vor allem in Jerusalem, aber auch in zahlreichen kleineren Pilgerzentren) beobachten lassen, stehen im Zentrum dieser Untersuchung.

Rainer Schreg et al.

A Most Pleasant Scene and an Inexhaustible Resource Steps Towards a Byzantine Environmental History
Interdisciplinary Conference November 17th and 18th 2011 in Mainz

Henriette Baron , Falko Daim (Hrsg.)
Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 6

Was wissen wir über die Umwelten, in denen sich das Byzantinische Reich im östlichen Mittelmeerraum entfaltete? Wie wurden sie wahrgenommen und wie prägten sich Mensch und Umwelt im Laufe des byzantinischen Jahrtausends (395-1453 n. Chr.) gegenseitig? Welche Zugangswege wurden bisher erprobt, um diese Wechselwirkungen zu ergründen? Und wie könnte eine weitere umweltgeschichtliche Forschungsagenda aussehen?
Diese Fragen standen im Zentrum einer interdisziplinären Tagung, die am 17. und 18. November 2011 in Mainz stattfand. Dieser Tagungsband versammelt Beiträge von Forschern, die sich diesen Fragen von ganz unterschiedlichen Blickwinkeln genähert haben. Sie richten ihr Augenmerk auf das Aussagepotenzial traditioneller wie auch »neuer« Quellen und Methoden der Byzantinistik und Byzantinischen Archäologie für diese bislang noch wenig ergründete Sphäre. Dabei wird sichtbar, wie eng die Umweltgeschichte mit klassischen Themen der Byzanzforschung – seien sie wirtschafts-, sozial- oder kulturgeschichtlicher Natur – verwoben ist.

 

Thomas Guttandin et al.

Schiffe und ihr Kontext
Darstellungen, Modelle, Bestandteile – von der Bronzezeit bis zum Ende des Byzantinischen Reiches

Heide Frielinghaus , Thomas Schmidts , Vasiliki Tsamakda (Hrsg.)
Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 5

Die Schifffahrt war in Antike und Mittelalter von herausragender Bedeutung für Wirtschaft und Herrschaftsausübung. Sie ermöglichte darüber hinaus Kontakte zwischen weit entfernten Räumen. Schiffe als maßgebliche Objekte wurden zum einen dekoriert und ausgeschmückt, zum anderen waren sie auch häufig Gegenstand von Abbildungen. Dabei reicht die Spannweite vom skizzenhaften Graffito bis zur dreidimensionalen Wiedergabe. Die Kontexte der Darstellungen umfassen so unterschiedliche Bereiche wie die öffentliche und private Repräsentation sowie die Religion.
Der Band versammelt 18 Beiträge, die im Rahmen eines internationalen Workshops im Jahre 2013 in Mainz präsentiert wurden. Für den Zeitraum von der Bronzezeit bis zum Ende des Byzantinischen Reiches werden verschiedene Materialgruppen untersucht sowie schiffbauliche und nautische Entwicklungen dargestellt. Ein  Schwerpunkt liegt dabei auf den Darstellungen von Schiffen, die in ihrer Vielschichtigkeit bislang kaum erforscht sind.

Ewald Kislinger et al.

Die byzantinischen Häfen Konstantinopels

Falko Daim (Hrsg.)
Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 4

Die Geschicke des byzantinischen Konstantinopel waren stets untrennbar mit dem Meer verbunden. Die topographische, demographische und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt spiegelt sich in der Geschichte ihrer Häfen, die erstmalig im vorliegenden Band in ihrer Gesamtheit behandelt wird.
Zwölf Untersuchungen zu den Häfen und Anlegestellen der Stadt am Marmarameer und am Goldenen Horn – aber auch zu jenen in ihrem europäischen und asiatischen Vorfeld – schaffen unter Auswertung schriftlicher, bildlicher und archäologischer Quellen eine Synthese des aktuellen Forschungsstandes

John Haldon et al.

Hinter den Mauern und auf dem offenen Land
Leben im Byzantinischen Reich

Falko Daim , Jörg Drauschke (Hrsg.)
Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 3

Wie lebten die Menschen im Byzantinischen Reich, wie gestaltete sich ihre Lebenswirklichkeit in den Städten und auf dem Land? Was war jeweils anders? Es lohnt sich, diese Frage aus interdisziplinärer Perspektive zu stellen.
Die Ausstellung „Byzanz – Pracht und Alltag“ der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (26.2.-13.6.2010) eröffnete für die Byzanzforschung neue Perspektiven. Die begleitende Tagung “Hinter den Mauern und auf dem offenen Land: Neue Forschungen zum Leben im Byzantinischen Reich” nahm diesen Ansatz auf und vertiefte im interdisziplinären Rahmen die Themen der Ausstellung. Im Mittelpunkt stand dabei das Alltagsleben innerhalb der urbanen und ländlichen Regionen des Reiches. Die Beiträge des Bandes führen die Ergebnisse der Mainzer Tagung zusammen. Sie widmen sich der Hauptstadt Konstantinopel, den Städten und ihrem Umland auf dem Balkan und in Kleinasien sowie dem alltäglichen Leben zur See, in Klöstern und auf dem Land.

Anastassios Ch. Antonaras

Arts, Crafts and Trades in Ancient and Byzantine Thessaloniki
Archaeological, Literary and Epigraphic Evidence

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 2

Zum ersten Mal werden das Handwerk und Kunsthandwerk Thessalonikis, ehemals die zweitgrößte Stadt des byzantinischen Reiches nach Konstantinopel, untersucht und die archäologischen, historischen und epigraphischen Quellen ausgewertet.

Über 80 Jahre archäologische und lebenslange persönliche Forschungen zu 112 Ausgrabungen geben detaillierte Hinweise auf mindestens 16 Handwerke. Das Buch ist chronologisch aufgebaut und umfasst auch Überblicke über die politische Geschichte und Topographie Thessalonikis für den Zeitraum der ersten 19 Jahrhunderte der Stadtgeschichte. Durch den bebilderten Katalog zu jeder Ausgrabungsstätte sowie Fundkarten eröffnet dieses Werk unbekannte Aspekte des Alltagslebens in der Antike, der frühchristlichen und byzantinischen Zeit.

Leicht veränderte Neuauflage zu Anastassios Ch. Antonaras: Arts, Crafts and Trades in Ancient and Byzantine Thessaloniki Archaeological, Literary and Epigraphic Evidence von 2016

Neslihan Asutay-Effenberger , Falko Daim (Hrsg.)

Der Doppeladler
Byzanz und die Seldschuken in Anatolien vom späten 11. bis zum 13. Jahrhundert

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 1

Das nach der für die Byzantiner vernichtenden Schlacht bei Manzikert 1071 im zuvor byzantinischen Anatolien entstandene Reich der Rum-Seldschuken war bis zu seiner Auflösung Anfang des 14. Jahrhunderts der wichtigste Nachbar der Byzantiner an ihrer Ostgrenze. Das Reich der Rum-Seldschuken vereinte Seldschuken wie griechisch-orthodoxe Einwohner und stand schon daher in einem intensiven Kontakt mit Byzanz, der sich vor allem in Handel, im Austausch von Kunstschaffenden und in Eheschließungen manifestierte. Diese sozialen und politischen Beziehungen sowie die durch ethnische und religiöse Toleranz geprägte Koexistenz der verschiedenen Völkerschaften innerhalb des Seldschukenreiches waren Grundlage für große Kunst. Gleichwohl wissen wir heute nur wenig über die Rum-Seldschuken und ihr Interagieren mit den Byzantinern, sodass bisweilen der Eindruck vorherrscht, es habe kaum einen kulturellen Austausch gegeben.
Der Tagungsband legt die Ergebnisse einer interdisziplinären Tagung vor, die vom 1. bis  zum 3. Oktober 2010 im Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz stattfand, um diesem Eindruck die Grundlage zu entziehen und um eine Diskussion über die Probleme der byzantinisch-seldschukischen Beziehungen zu eröffnen.