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A Corpus of Roman Lead Ingots
"Castellum, civitas, urbs"
Richtstätte und Wasenplatz in Emmenbrücke (16.-19. Jahrhundert)
Die Richtstätten an den Ausfallstrassen waren weithin sichtbare Zeichen der städtischen hohen Gerichtsbarkeit. Sie verschwanden an den meisten Orten erst nach dem Ende des Ancien Regime im frühen 19. Jh. Die frühneuzeitliche Richtstätte von Luzern LU ist das am besten archäologisch untersuchte Objekt dieser Art weit über die Schweiz hinaus.
Die Richtstätte, die zuvor unmittelbar vor dem Sentitor in der Südwestecke der Stadt an der Reuss gelegen war, wurde 1562 an die Verzweigung der nördlichen Ausfallstrasse unmittelbar bei der Mündung der kleinen Emme in die Reuss verlegt. Sie diente seit 1589 auch als Wasenplatz. Das von einer Umfassungsmauer umgebende Areal hatte einen dreistempeligen Galgen, Pfostenlöcher dienten vielleicht der Fixierung von Geräderten. Die rund 45 menschlichen Skelette konzentrierten sich um den Galgen herum bzw. lagen im Innern des dreieckigen, spitz zulaufenden Fundaments. Die Tierknochen lagen hingegen über das ganze Gelände verstreut. Die Benutzung der Richtstätte wurde 1833 eingestellt, während die Funktion des Areals als Wasenplatz noch bis 1866 weiterbestand.
Die zweibändige Auswertung dieser Notgrabung umfasst neben dem eigentlichen Grabungsbericht Beiträge zur Anthropologie der Hingerichteten und zu den pathologisch-anatomischen Untersuchungen der Tierknochen sowie umfangreiche Studien zur Rechts- und Kulturgeschichte der Abdecker und Nachrichter im frühneuzeitlichen Luzern.
Pietro della Valle, Giovanni Pietro Bellori und die erste Entwicklungsphase der Berliner Ägyptensammlung in den Jahren 1685 bis 1819
Dieser erste Band einer Geschichte des ägyptischen Museums Berlin behandelt die Frühzeit seit dem 17. Jh. bis 1820. Alle in jener Zeit erworbenen Aegyptiaca werden in chronologischer Reihung wissenschaftlich publiziert, teilweise erstmals, dazu kommen Studien zu ihren Vorbesitzern sowie frühen Publikationen. Darüber hinaus wird die generelle Entwicklung vom Einzelobjekt bis hin zu den frühen Zugängen größerer Ägyptenkonvolute (z. B. Giovanni Pietro Bellori) für die Berliner Sammlung beleuchtet. Einen weiteren Schwerpunkt bilden einige in Dresden befindliche Objekte aus den Besitz Pietro della Valles, aus dessen Besitz andere Stücke in die Sammlung Bellori und somit später nach Berlin kamen.
Wandmalereien und Wandputz der römischen Straßenstation von Sontheim an der Brenz
Zwischen 1982 und 1994 wurden in Sontheim an der Brenz die Reste einer römischen Straßenstation ausgegraben. Zahlreiche stark beschädigte bemalte Wandputzstücke galten lange als wissenschaftlich kaum auswertbar. Die vorliegende Studie zeigt, welches Erkenntnispotenzial selbst weitgehend zerstörtes Material besitzt: Mithilfe einer neu entwickelten digitalen Methode zur Dokumentation und Auswertung sowie ergänzender Pigmentanalysen lassen sich die Grundzüge der antiken Wanddekorationen wieder sichtbar machen. Besondere Aufmerksamkeit gilt einer außergewöhnlichen Darstellung der Dea Fortuna. Die Studie eröffnet neue Perspektiven für den Umgang mit fragmentierten Wandmalereifunden.
Trans-Adriatic Interactions in the 2nd Millennium BC
Daidalos
Mittelalterliche Geschossspitzen
Bernd Zimmermann hat in einer umfassenden Dissertation knapp 4000 mittelalterliche Geschossspitzen aus Zentraleuropa untersucht. Anhand des Längs- und Querprofils der Spitzen gelang es, in einer «offenen» Systematik das recht vielfältige Erscheinungsbild zu ordnen und eine auch in der Bestimmungspraxis brauchbare Klassifizierung zu entwickeln. Das Klassifizierungsschema ist so angelegt, dass auch zukünftige, neu auftauchende Formen darin eingegliedert werden können.
Obwohl der Hauptakzent auf der typologischen und chronologischen Bearbeitung lag, wurde zusätzlich in einem interdisziplinären Ansatz versucht, die Technologie der Geschossherstellung aufzuklären.
Von der Boiersiedlung zur Villa Murocinta
Die römische Villa von Bruckneudorf (Burgenland, Österreich, Pannonia superior bzw. Pannonia prima) lag an der Bernsteinstraße und wurde in der Antike als Villa Murocincta angesprochen. Neue Grabungen und Prospektionen der 2000er Jahre erlauben es nunmehr, ein umfassend neues Bild von den Baustrukturen und ihrer diachronen Entwicklung zu zeichnen. Die Villenanlage in ihrer letzten Ausbaustufe ist als größter römerzeitlicher ländlicher Baukomplex auf österreichischem Boden anzusprechen. Von besonderer Bedeutung sind die repräsentative Mosaik- und Wandmalereiausstattung der spätantiken Villa.
Übersetzen und Übersetzung im altsprachlichen Unterricht
Das Buch ist eine Neubearbeitung der 2016 als Ars Didactica 3 erschienenen Studie. Die neue Studie bleibt zwar dem konventionellen Übersetzungsbetrieb verpflichtet, stellt aber das kommentierende Übersetzen und den Übersetzungskommentar mit Hilfe zahlreicher Textbeispiele in den Mittelpunkt. Das kommentierende Übersetzen kann somit als Alternative zum konventionellen Übersetzen verstanden werden. Damit erhalten der existentielle Transfer, der Gegenwartsbezug, die Vernetzung von Wissensinhalten und die Kompetenzorientierung ein besonderes Gewicht.
Krisen im eisenzeitlichen Europa
Der Tagungsband versammelt Beiträge der Jahrestagung der AG Eisenzeit, die in Bochum im Jahr 2024 stattfand. Er widmet sich der Frage, wie Krisen in der europäischen Eisenzeit erkennbar sind und bewältigt wurden. Fallstudien zu Reaktionen auf Umweltveränderungen und soziale Konflikte finden sich hier ebenso wie zu Strategien der Resilienz, Mobilität und Transformation. Untersucht werden unterschiedliche archäologische Kontexte wie Siedlungen und Gräberfelder ebenso wie einzelne Funde anhand regionaler Beispiele – von Britannien bis Südwestdeutschland.
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