Bücher
"Castellum, civitas, urbs"
Pietro della Valle, Giovanni Pietro Bellori und die erste Entwicklungsphase der Berliner Ägyptensammlung in den Jahren 1685 bis 1819
Dieser erste Band einer Geschichte des ägyptischen Museums Berlin behandelt die Frühzeit seit dem 17. Jh. bis 1820. Alle in jener Zeit erworbenen Aegyptiaca werden in chronologischer Reihung wissenschaftlich publiziert, teilweise erstmals, dazu kommen Studien zu ihren Vorbesitzern sowie frühen Publikationen. Darüber hinaus wird die generelle Entwicklung vom Einzelobjekt bis hin zu den frühen Zugängen größerer Ägyptenkonvolute (z. B. Giovanni Pietro Bellori) für die Berliner Sammlung beleuchtet. Einen weiteren Schwerpunkt bilden einige in Dresden befindliche Objekte aus den Besitz Pietro della Valles, aus dessen Besitz andere Stücke in die Sammlung Bellori und somit später nach Berlin kamen.
Trans-Adriatic Interactions in the 2nd Millennium BC
Das Buch analysiert die transadriatischen Interaktionen im 2. Jahrtausend v. Chr., mit Fokus auf die Beziehungen zwischen Nordapulien und Zentraldalmatien vom 18. bis zum 12. Jahrhundert v. Chr. Anhand von Keramikensembles aus Fundorten in Zentraldalmatien und der Herzegowina wird Keramik als Schlüsselindikator zur diakronischen Rekonstruktion adriatischer Netzwerke verwendet.
Dies wurde durch die Entwicklung eines chronologischen Rahmens ermöglicht, der Fundstellen und Funde sowohl der westlichen als auch der östlichen Adriaküste synchronisiert. Archäometrische Analysen ausgewählter Keramikfunde identifizieren Importe und Nachahmungen und erlauben eine tiefere Erforschung der Interaktionen.
Daidalos: KI in der Klassischen Philologie
Das DFG-Projekt Daidalos (2023-2026) baut eine Forschungsinfrastruktur auf, die es Literaturwissenschaftler*innen der Klassischen Philologie und benachbarter Disziplinen ermöglicht, KI, z.B. Methoden des Natural Language Processing, für ihre Forschung zu nutzen. Der vorliegende Sammelband ist zweisprachig angelegt. Er bietet Beiträge, die zum einen KI in der Klassischen Philologie, die Arbeit von Daidalos und Ergebnisse der Forschungskooperationen thematisieren. Zum anderen enthält er Beiträge aus der (inter-)nationalen literatur- und sprachwissenschaftlichen Forschung, die für die Daidalos-Konferenz „Historical Languages and AI“ (2026) eingereicht wurden.
Übersetzen und Übersetzung im altsprachlichen Unterricht
Das Buch ist eine Neubearbeitung der 2016 als Ars Didactica 3 erschienenen Studie. Die neue Studie bleibt zwar dem konventionellen Übersetzungsbetrieb verpflichtet, stellt aber das kommentierende Übersetzen und den Übersetzungskommentar mit Hilfe zahlreicher Textbeispiele in den Mittelpunkt. Das kommentierende Übersetzen kann somit als Alternative zum konventionellen Übersetzen verstanden werden. Damit erhalten der existentielle Transfer, der Gegenwartsbezug, die Vernetzung von Wissensinhalten und die Kompetenzorientierung ein besonderes Gewicht.
The Social Significance of Technology in Hunter-Gatherer Communities
Krisen im eisenzeitlichen Europa
Der Tagungsband versammelt Beiträge der Jahrestagung der AG Eisenzeit, die in Bochum im Jahr 2024 stattfand. Er widmet sich der Frage, wie Krisen in der europäischen Eisenzeit erkennbar sind und bewältigt wurden. Fallstudien zu Reaktionen auf Umweltveränderungen und soziale Konflikte finden sich hier ebenso wie zu Strategien der Resilienz, Mobilität und Transformation. Untersucht werden unterschiedliche archäologische Kontexte wie Siedlungen und Gräberfelder ebenso wie einzelne Funde anhand regionaler Beispiele – von Britannien bis Südwestdeutschland.
Romanization – Romanisation?!
Im Dezember 2017 fand in Heidelberg eine internationale Konferenz zum Stand der Romanisierungsdebatte statt. Der Fokus lag v.a. auf den römischen Provinzen Achaia, Epirus und Macedonia, die Beiträge widmeten sich aber auch theoretischen Themen und angrenzenden Regionen. Während der Begriff der Romanisierung vor allem im ‚provinzialrömischen‘ Kontext aufgegriffen wurde, ist das komplexe Verhältnis von römischer und griechischer Identität aus verschiedenen Gründen lange vernachlässigt worden. Die hier in Auswahl enthaltenen Konferenzbeiträge gehen dieses Missverhältnis an und beleuchten die Diversität dieses Problemfeldes in Skulptur, Epigraphik, Stadtplanung, Architektur und Politik.
Die mittelalterliche Burg auf der Steinklöbe von Kleinwangen an der Unstrut
Auf der Steinklöbe bei Kleinwangen (Unstrut) zeugen ausgedehnte Wallbefestigungen von einer Burganlage. Erbaut im mittleren 9. Jh. stand der Burgwall in der Ottonenzeit in Beziehung zum nahen Pfalzort Memleben. Im 12./13. Jh. nahm eine Niederadelsfamilie hier ihren Sitz. Sie errichtete einen stattlichen Wehrbau, dessen Zentrum ein künstlicher Hügel (Motte) mit einem steinernen Hauptturm war. Die Ausgrabungen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt erhellten die Geschichte des Ortes, zudem kam ein reiches Fundmaterial zutage. Die Auswertung und Vorlage der Grabungsergebnisse bezieht naturwissenschaftliche Forschungen (z. B. Anthropologie, Archäozoologie) mit ein.
Sorgen | Altern | Sterben
Sterben in Schwyz
Der alte Schwyzer Friedhof der Pfarrkirche St. Martin ist seit dem frühen 8. Jh. durch ein alemannisches Reihengräberfeld bezeugt, die alemannische Einwanderung in Schwyz erfolgte um die Mitte des 7. Jh. 1988/89 erfolgten archäologische Ausgrabungen in einem Teilbereich des Friedhofs. Die Untersuchungen versuchen das Brauchtum rund um das Sterben, den Tod und das Totengedächtnis, wie es im Spätmittelalter und in der Neuzeit in Schwyz ausgeübt wurde, anhand von materiellen und schriftlichen Überlieferungen umfassend darzustellen.
Die Auswertung des archäologischen Befundes (Gabriele Keck) wird durch die archäo-anthropologischen Untersuchung der menschlichen Gebeine (Andreas Cueni) ergänzt. Einige thematische Kapitel vertiefen die Materialsammlung aus dem archäologischen Fundkatalog. Franz Auf der Maur zeigt in seinem Beitrag über die Bestattungstopographie auf, wo und in welchem Bezugsrahmen Verstorbene auch ausserhalb des Kirchhofes bestattet wurden. Während Erwin Horat die schriftliche Überlieferung zum Sterbe-, Toten- und Gedächtnisbrauchtum in Schwyz den Lesern erschliesst, entschlüsselt uns der Denkmalpfleger und Kunsthistoriker Markus Bamert die erhaltenen Sachzeugnisse eines Friedhofs wie Eisenkreuze und Grabmonumente aus dem 16.–19. Jh. Alte Grafiken vermitteln einen Eindruck davon, wie der alte Schwyzer Kirchhof noch im 19. Jh. ausgesehen hat. Die Gruppe von Wallfahrts- und Segenszeichen wird von Christian Hesse dargestellt.
Ein ausführliches Résumé «Mourir à Schwyz» erschliesst die Publikation auch einem französischsprachigen Publikum. Über den Resten der ersten Kirche erhebt sich heute die sechste Kirche: der spätbarocke Bau steht für die ungebrochene Kraft dieser christlichen Kultstätte.



