Norbert Zimmermann, Thomas Fröhlich (Hrsg.)

The Economy of Death: New Research on Collective Burial Spaces in Rome from the Late Republic to the Late Roman Time
Panel 7.2

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 38

Die Beiträge dieses Bandes diskutieren wirtschaftliche Aspekte römischer Grabanlagen, die für eine größere Anzahl von Bestattungen ausgelegt sind, also etwa Kolumbarien, große Hypogäen oder Katakomben. Zugleich wird nach den Besitzern und Nutzern gefragt. Es wird untersucht, inwieweit wirtschaftliche Gründe bei der Erfindung, der Entwicklung und der Nutzung der großen Grabmonumente in Rom eine Rolle spielten und wie diese Bauten die religiösen und sozialen Bedürfnisse ihrer Auftraggeber bzw. der Bestatteten erfüllten, insbesondere in der Zeit des Übergangs von der römischen zur frühchristlichen Zeit. Jüngste Detailstudien zu den römischen Grabbauten lassen interessante Spuren des dynamischen Prozesses der Vorbereitung und Nutzung des Grabraumes dokumentieren, und speziell bei größeren Grabanlagen für weit mehr als eine einzige Familie ist der wirtschaftliche Aspekt von Besitz und Nutzung vielversprechend. Wer plante ein Bauvorhaben, wie und warum wurden ein bestimmter Ort und eine spezifische Architektur gewählt? Wie und wo im ursprünglichen Grabbau sah der Eigentümer für sich und seine Familie den eigenen Bestattungsplatz vor, und wo und auf welche Art und Weise wurden weitere Gräber verkauft oder sogar verschenkt? In den letzten Jahrzehnten mussten sich eine Reihe allgemeiner Studien zu römischen Bestattungen und Bestattungsbräuchen notwendigerweise auf ältere Dokumentationen stützen, während neue und detailliertere Analysen einzelner Monumente oft neue Erkenntnisse liefern und neue Interpretationen nahelegen.

Walter Berschin, Dieter Geuenich, Heiko Steuer (Hrsg.)

Mission und Christianisierung am Hoch- und Oberrhein (6. - 8. Jahrhundert)

Archäologie und Geschichte – Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 10

Mit der Konversion des Frankenkönigs Chlodwig, der nach dem Bericht des Geschichtsschreibers Gregor von Tours in einer Schlacht gegen die Alemannen 496/97 seine Bekehrung zum christlich-katholischen Glauben gelobte, begann die Christianisierung der germanischen Völker Westeuropas. Dieses Ereignis von »weltgeschichtlicher Bedeutung« wurde 1996/97, 1500 Jahre nach der legendären Alemannenschlacht, in zahlreichen Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen in Erinnerung gerufen und gewürdigt. In Bad Säckingen trafen sich im März 1997 auf Einladung der Stadt Historiker, Theologen und Archäologen zu einem Wissenschaftlichen Kolloquium, um die - wohl erst Jahrzehnte nach der Taufe Chlodwigs einsetzende – Missionierung und Christianisierung der Alemannen in den Blick zu nehmen. Die Konzentration auf den Raum zwischen Hoch- und Oberrhein und der interdisziplinäre Dialog führten zu neuen Erkenntnissen und Ergebnissen, die mit diesem Band vorgelegt werden.

Markus C. Blaich

Werla 4: Curtem nostram nomine Werla – Architektur und Struktur einer ottonischen Königspfalz

Monographien des RGZM, Band 138

Die Gesamtanalyse Werlas verknüpft die Auswertung der Altgrabungen von 1934-1939 und 1957-1964 mit gezielten Nachgrabungen und minimal-invasiven Sondagen.
Werlas gestaffelte Befestigungsanlagen sind Kennzeichen militärischer Stärke, und durch ihre monumentale Architektur wird königliche Macht in Szene gesetzt. In den Vorburgen dominieren einfache, der handwerklichen Produktion dienende Grubenhäuser und Speicherbauten, die Werla als Wirtschaftszentrum im Sinne der Elitenökonomik ausweisen.
Die Analyse der Kleinfunde bietet eine andere Perspektive als die Architektur. Sie ermöglicht Aussagen zu Gründungszeit, Blütephase und Aufgabe der Pfalz. Zudem lassen sich berittene, hochrangige Besucher der Königspfalz und ihr engeres Gefolge und sogar die selten anwesende königliche Hofhaltung erkennen.
Im mittleren 11. Jahrhundert wurde Werla aufgegeben, ihre Pfalzfunktionen sind nach Goslar übertragen worden. In einer überregionalen Betrachtung kann dies mit dem ökonomischen und politischen Strukturwandel in Zusammenhang gebracht werden, den der ostsächsische Raum erfuhr, als das Königtum von den Ottonen auf die Salier überging.
Als ein herausragendes Beispiel für die ottonische Herrschaftsarchitektur und mit seiner Einbindung in das weitere Umland und dessen Strukturierung als eigener Reichsbezirk steht Werla zugleich für die veränderte Rolle, die der Harz im politischen Konzept des 10. und 11. Jahrhunderts spielte.

Raimon Graells i Fabregat (Hrsg.)

La colección de objetos protohistóricos de la Península Ibérica. 2
Armas y elementos para el gobierno del caballo

Kataloge Vor- und Frühgeschichtlicher Altertümer, Band 49.2

Die Sammlung von Fundmaterial der Iberischen Halbinsel im RGZM besteht aus ca. 150 Objekten, die in zwei Komplexen mit besonderen Merkmalen und Problemen unterteilt sind: der Kleidungsschmuck (2018 im ersten Band dieses Katalogs veröffentlicht, Kat. 49, 1) und die Waffen, die Gegenstand dieses Bandes sind.
Dieser zweite Band präsentiert die Waffen und Pferdegeschirre, eine umfassende Analyse der Ensembles, zu denen sie gehörten, und – nicht minder wichtig – die zahlreichen Ensembles und Kriegerausrüstung, die dem RGZM im Laufe des 20. Jahrhunderts zum Erwerb angeboten wurden, aber nicht in seine Sammlung gelangten.
Wir haben einen Teil der im ersten Band angewandten Methodik wiederholt, die darin bestand, die Materialien nach Kategorien und Typen zu untersuchen und mit 3D-Nachbildungen zu bereichern, um die Klarheit der Darstellung zu verbessern und die Diskussion der untersuchten komplexen Ausarbeitungen verständlicher zu machen. Im Unterschied zur Dokumentation der Verzierungen werden hier viele der Waffen als Teil von Fundkomplexen verzeichnet, die sicher aus Bestattungen stammen. Diese Informationen wurden nicht unterschätzt, haben aber nicht den ursprünglichen Ansatz der Studie bestimmt. Wir haben uns die Mühe gemacht, jedes einzelne Stück intensiv zu untersuchen und zu vergleichen. Im Anschluss daran haben wir in einem letzten Kapitel die Kohärenz der einzelnen vorgeschlagenen Fundgruppen bewertet. Auf diese Weise sind wir dem Ziel nähergekommen, Forschung und Lehre mit der Wiederherstellung des kulturellen Erbes und der Kenntnis von Abläufen und Auswirkungen des Antiquitätenhandels zu verbinden.
Das Projekt zur Erforschung der hispanischen Sammlung des RGZM, das 2012 in Mainz auf Initiative der Institutsleitung begonnen wurde, endet nun zehn Jahre später mit der Veröffentlichung aller Metallobjekte und festigt, wenn möglich, das Interesse und die internationale Reichweite dieser Art von Projekten. Kurzum, ein fruchtbares Ende der Forschungszusammenarbeit zwischen dem RGZM und der Universität Alicante.

Noé David Michael

Settlement Patterns in the Northern Negev from the Hellenistic through the Early Islamic Periods

Diese Forschungsarbeit befasst sich mit der langjährigen Siedlungsgeschichte der nördlichen Negev, am Rande des Römischen Reiches gelegen. Beginnend bereits vor der Zeit des Römischen Reiches in der hellenistischen Periode, führt die Arbeit weiter zur Zeit der höchsten Besiedlung während der byzantinischen Periode bis hin zum Bevölkerungsrückgang am Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. Die ökologischen Einschränkungen der Halbwüstenregion werden ebenso untersucht wie Fragen der geografischen Variabilität und des Klimawandels. Das Buch stützt sich auf das große Potenzial von Geoinformationssystemen, um die zahlreichen Prospektionen in der Region zu synthetisieren, chronologisch kalibriert mittels Referenzierung auf Ausgrabungen mit größerer chronologischer Auflösung.

Mechthild Schulze-Dörrlamm (Hrsg.)

Byzantinische Goldschmiedearbeiten im Römisch-Germanischen Zentralmuseum

Kataloge Vor- und Frühgeschichtlicher Altertümer, Band 42

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz besitzt eine Sammlung byzantinischer Goldschmiedearbeiten, die bisher nur zu einem kleinen Teil publiziert wurde und deshalb weithin unbekannt ist. Da diese Kollektion von Schmuckstücken und Rangabzeichen neben Einzelfunden auch bemerkenswerte Ensembles und zudem einige Kopien von wertvollen, leider zerstörten Originalen enthält, wird sie nun erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Objekte sind in 49 Katalognummern erfasst. Sie stammen überwiegend aus den Kerngebieten des Byzantinischen Reiches, vereinzelt aber auch aus Regionen jenseits seiner Grenzen und überdies aus einem langen Zeitraum, der sich vom späten 5. bis zum 14./15. Jahrhundert erstreckt.
Besonders hervorzuheben sind zwei Schatzfunde, darunter sogar ein münzdatierter aus Kleinasien oder dem syro-palästinensischen Raum, mehrere Kettengehänge aus kunstvoll durchbrochenen Goldmedaillons, ein ebenfalls mit feinstem opus interrasile und zudem mit wertvollsten Edelsteinen verzierter Goldarmring aus Syrien, der einzige erhaltene Zierstreifen einer Frauenkronhaube, der reich ziselierte Taschendeckel eines Mannes von mutmaßlich königlichem Rang sowie ein Ensemble römischer Glasgefäße, die wohl in Konstantinopel im 8./9. Jahrhundert mit ziselierten Goldfolien beklebt worden sind und Antiquitäten aus dem dortigen Kaiserpalast sein könnten.
Außer einem Kurzkatalog mit knappen Angaben zu jedem Sammlungsobjekt enthält das Buch eine antiquarische Würdigung dieser Goldschmiedearbeiten und die numismatische Bearbeitung des münzdatierten Schatzfundes. Darüber hinaus findet man eine detaillierte Beschreibung aller angewandten Goldschmiedetechniken, die zwei erfahrene Goldschmiedinnen und Restauratorinnen in den Werkstätten des RGZM untersucht haben. Insgesamt ist der Katalog mit neuen Meisterfotos aller Preziosen und zahllosen Detailaufnahmen sowie mit Zeichnungen sehr viel reicher bebildert als vergleichbare Publikationen.

Frank Moseler

Brandstrukturen im späten Magdalénien
Betrieb, Nutzung und Funktion

Monographien des RGZM, Band 151

Die Nutzung des Feuers war einer der entscheidenden Meilensteine in der Evolution des Menschen und seines Verhaltens. Im Laufe der Jahrhunderttausende gewann das Element Feuer immer mehr an Bedeutung. Bis heute kommt ihm eine zentrale Rolle im Leben der Menschen zu – eine Rolle, die weit über die handwerkliche und kulinarische Nutzung hinausgeht: Das Feuer wurde immer mehr zum Mittelpunkt des sozialen Lebens und bildet letztendlich die Grundlage unserer Zivilisation.
Die vielschichtige Auswertung paläolithischer Brandstrukturen und ihrer näheren Umgebung liefert wichtige Beiträge zum Verständnis des räumlichen und sozialen Verhaltens der Jäger und Sammler-Gruppen, nicht zuletzt im Kontext der Entstehung überregionaler Regelwerke, die insbesondere im späten Jungpaläolithikum archäologisch greifbar werden.
Eine vergleichende, diachrone Auswertung von Brandstrukturen bedarf eines standardisierten und allgemein anwendbaren Methodenapparates. Mit der vorliegenden Arbeit wurde ein Ausgangspunkt geschaffen, basierend auf den teils hervorragend konservierten Feuerstellenbefunden aus dem späten Magdalénien. Auf dieser Grundlage konnte ein umfangreicher Methodenapparat entwickelt und gleichzeitig auf seine Anwendbarkeit und Aussagekraft hin überprüft werden. So entstand ein detailliertes Bild zur Nutzung und zur Bedeutung des Feuers nach dem Höhepunkt der letzten Kaltzeit.

Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.)

Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau
I. Nördlicher Teil. Halbband A-K

Archäologie und Geschichte – Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14

Von den einst zahlreichen mittelalterlichen Burgen im Markgräflerland und im Breisgau überdauerten nur wenige die bewegten und kriegerischen Jahrhunderte der frühen Neuzeit am Oberrhein. Einem kleinen Bestand von mehr oder minder gut erhaltenen Ruinen steht eine beträchtliche Anzahl von verschwundenen Burgen gegenüber, von denen nur noch schriftliche Aufzeichnungen und Flurnamen Zeugnis geben. Das Burgenbuch, das in der Abteilung Landesgeschichte im Historischen Seminar der Universität Freiburg i. Br. erarbeitet worden ist, enthält einen reich illustrierten Katalog sämtlicher Burgen und Burgstellen des Breisgaus in dessen mittelalterlicher Erstreckung und bietet damit erstmals eine vollständige Bestandsaufnahme der dortigen hoch- und spätmittelalterlichen Burgenlandschaft. Es wird in vier Teilbänden erscheinen, die ersten beiden Teile umfassen den nördlichen Breisgau, zwei weitere sind für den südlichen Breisgau vorgesehen.

Tommaso Spinelli

The Diachronic Frequency of Latin Words: A Computational Dictionary
(A/AB–AZYMVS)

Digital Classics Books, Band 6.1

The Diachronic Frequency of Latin Words ist eine neue Form eines Nachschlagewerkes, in dem statistische Informationen über die chronologische Entwicklung der Verwendung lateinischer Wörter in der Geschichte der Sprache vom vierten Jahrhundert v. Chr. bis zum frühen sechsten Jahrhundert n. Chr. geliefert werden. Als Grundlage dient die computergestützte Analyse der Werke von 309 lateinischen Autoren, fragmentarischen und anonymen Texten und über 520.000 Inschriften. So ist das Nachschlagewerk eine Unterstützung für Wissenschaftler:innen, den Gebrauch lateinischer Wörter in verschiedenen Zeiträumen und Sprachebenen zu untersuchen. Zusätzlich bietet es statistische Erkenntnisse zur Unterstützung philologischer, linguistischer und literarischer Analysen.

Béla Miklós Szőke

Die Karolingerzeit in Pannonien

Monographien des RGZM, Band 145

Der vorliegende Band geht detailliert auf eine bisher überhaupt nicht oder nur kaum bekannte Periode des Karpatenbeckens ein: die östliche Expansion des Karolingerreiches – jene knapp 100 Jahre, die zwischen dem Untergang des Awarenkhaganats und der Entstehung des ungarischen Fürstentums liegen.
Pannonia, die neue östliche Provinz des Karolingerreiches, umfasste den Großteil Transdanubiens und des Save-Drau-Zwischenstromlandes, wo sich ab der Mitte des 9. Jahrhunderts kleinere Grafschaften etablierten. Die bekannteste unter ihnen war die Grafschaft in Unterpannonien mit dem Zentrum Mosaburg, das Priwina und sein Sohn Chezil ab den 840er Jahren in Zalavár-Vársziget (Burginsel) ausbauten. In Unterpannonien, das zum Missionssprengel des Salzburger Erzbistums gehörte, wurden zwischen 840 und 870 bis zu 30 Kirchen errichtet, von denen heute bereits fünf als archäologisch identifiziert gelten. Konstantin (Kyrill) und sein Bruder, der zum Erzbischof Pannoniens ernannte Method, waren kurz in Mosaburg tätig. Ende der 880er Jahre stand hier eine Königspfalz Arnolfs von Kärnten, des ostfränkischen Königs. Er überließ Mosaburg 896 Herzog Braslav, der die Siedlung mit einer starken Wallkonstruktion umgab.
Den seit über 70 Jahren fortwährenden Ausgrabungen ist zu verdanken, dass wir heute über ein zuverlässiges Bild der Siedlungsgeschichte, der Bau- und Kunstdenkmäler, der gesellschaftlichen Hierarchie, der ethnischen Zusammensetzung und der kulturellen Verbindungen der Mosaburger Grafschaft verfügen.

Raimon Graells, Alberto J. Lorrio und Fernando Quesada

Cascos hispano-calcídicos
Símbolo de las elites guerreras celtibéricas

Kataloge Vor- und Frühgeschichtlicher Altertümer, Band 46

Der hispano-chalkidische Helm ist ein autochthon spanischer Typus des 4. bis 2. Jhs. v. Chr., hauptsächlich verbreitet im celtiberischen Gebiet. Die spanischsprachige Publikation untersucht die morphologischen und dekorativen Charakteristiken, um sich Produktion und Bedeutung dieser Waffen anzunähern: als Schutzelemente sowie gleichzeitig als Vehikel verschiedener Botschaften der Macht, des militärischen Ranges oder von Einflüssen durch Handelsaktivitäten mit dem Süden Italiens.

Markus Scholz

Grabbauten in den nördlichen Grenzprovinzen des Römischen Reiches zwischen Britannien und dem Schwarzen Meer, 1.-3. Jahrhundert n. Chr.

Monographien des RGZM, Band 103.2

Grabbauten dienten nicht nur dem Gedächtnis an eine Person, sondern auch der Familienrepräsentation. Die Übernahme bzw. Transformation römischer Statussymbole durch Einheimische in den Provinzen ist daher ein Gradmesser der Romanisierung. Die Adaption mediterraner Formen kann ein Bruch mit indigenen Traditionen bedeuten oder – im Gegenteil – in bestimmter Auswahl ein Instrument sein, um traditionelle Werte und Muster in einem zeitgemäßen Präsentationsrahmen zu kommunizieren.
Die Studie zeigt auf, woher die Vorbilder stammten, welche gesellschaftlichen Gruppen sie vermittelten und welche sie aufgriffen und sogar weiterentwickelten. Denkmal­topo­graphie und Architekturtypen werden dabei ebenso berücksichtigt wie die durch sie zur Wirkung gebrachten Medien Grabinschrift bzw. Skulptur. Hierbei zeigen sich aufschlussreiche Unterschiede zwischen den Rhein- und Donauprovinzen.

Markus Scholz

Grabbauten in den nördlichen Grenzprovinzen des Römischen Reiches zwischen Britannien und dem Schwarzen Meer, 1.-3. Jahrhundert n. Chr.

Monographien des RGZM, Band 103.1

Grabbauten dienten nicht nur dem Gedächtnis an eine Person, sondern auch der Familienrepräsentation. Die Übernahme bzw. Transformation römischer Statussymbole durch Einheimische in den Provinzen ist daher ein Gradmesser der Romanisierung. Die Adaption mediterraner Formen kann ein Bruch mit indigenen Traditionen bedeuten oder – im Gegenteil – in bestimmter Auswahl ein Instrument sein, um traditionelle Werte und Muster in einem zeitgemäßen Präsentationsrahmen zu kommunizieren.
Die Studie zeigt auf, woher die Vorbilder stammten, welche gesellschaftlichen Gruppen sie vermittelten und welche sie aufgriffen und sogar weiterentwickelten. Denkmal­topo­graphie und Architekturtypen werden dabei ebenso berücksichtigt wie die durch sie zur Wirkung gebrachten Medien Grabinschrift bzw. Skulptur. Hierbei zeigen sich aufschlussreiche Unterschiede zwischen den Rhein- und Donauprovinzen.

Thomas Schmidts, Martina Seifert (Hrsg.)

New Approaches to Seaborne Commerce in the Roman Empire
Panel 5.17

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 24

Der Seehandel im Römischen Reich zeichnet sich durch eine für die vormoderne Welt bemerkenswerte Leistungsfähigkeit aus. Von Ägypten bis nach Britannien lassen sich Handelsverbindungen anhand von archäologischen Funden nachweisen. Die Aktionsräume dieser Aktivitäten umfassen Mittelmeer, Schwarzes Meer und Teile des nordöstlichen Atlantik. Wichtige Bezugsgrößen für eine Beurteilung der römischen Handelsschifffahrt stellen Häfen, Schiffe und Ladungsreste dar. Aufgrund der Quantität der bekannten Schiffswracks und Häfen kann insbesondere die Archäologie zum besseren Verständnis des Seehandels beitragen.
Die Beiträge nehmen sich mit einem breiten methodischen Spektrum verschiedener Aspekte des Themas „Seehandel“ an.  Neben Wrackfunden werden die Relevanz von Aufschriften auf Amphoren und anderen Ladungsresten ebenso behandelt wie die Bildung von Netzwerken, die Rekonstruktion von Schiffsrouten und die Leistungsfähigkeit antiker Wasserfahrzeuge aufgrund von Experimenten.

Eurydice Kefalidou (Hrsg.)

The Riverlands of Aegean Thrace: Production, Consumption and Exploitation of the Natural and Cultural Landscapes | River Valleys and Regional Economies
Panel 2.4 | Panel 2.7

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 6

Flüsse waren schon immer eine wichtige Stütze für die Wirtschaft. Sie versorgten Menschen und Tiere mit Wasser, bewässerten das Land, erleichterten Kommunikation und Handel durch kleine Schiffe oder Flöße, unterstützten industrielle Aktivitäten, bildeten reiche Jagdgründe für Fischer und Jäger und boten Rohstoffe wie Sand, Kies und Placer-vorkommen von kostbaren Metallen - darunter sogar Gold. Gleichzeitig schufen die Flussdeltas und Sumpfgebiete der Flüsse eine unwirtliche Umgebung, die für eine Besiedlung ungeeignet war, insbesondere in Zeiten von Überschwemmungen. Darüber hinaus verbanden Flüsse das Meer und die Küstenzone mit dem Hinterland und ermöglichten so die Interaktion zwischen den Bevölkerungen, die diese Gebiete bewohnten, oft Einheimische und Kolonisten/Händler. 
Die Panels 2.4 und 2.7 befassen sich mit den vielfältigen Facetten einiger Flusslandschaften im mittleren und östlichen Mittelmeerraum. Panel 2.4 untersucht das ägäische Thrakien, d.h. den nordöstlichen Teil Griechenlands und den europäischen Teil der Türkei. Panel 2.7 befasst sich mit drei Flusstälern in zwei verschiedenen Gebieten: Athen und Attika mit dem Fluss Ilissos; und Nordostitalien mit den Flüssen, die in den Gebieten von Verona und Parma fließen.
Die Beiträge befassen sich mit Themen wie der Neugestaltung der antiken Flussrouten, den Siedlungs- und Nutzungsmustern, die sich um sie herum bildeten, den Grenzen der Chora verschiedener Städte, Ortschaften, Dörfer und Gehöfte sowie der Kommunikation oder den Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen, die sich aus ökologischen und/oder wirtschaftlichen Gründen über ihr ursprüngliches Siedlungsgebiet hinaus ausdehnten oder es verließen.

Salvatore De Vincenzo (Hrsg.)

Trade in Ancient Sardinia
Panel 5.4

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 29

Die Themen dieses Panels sind die Handelsrouten des antiken Sardinien. Welches sind die Handelswege, die das antike Sardinien tangieren? Welche Gebiete und Städte Sardiniens sind am stärksten in diesen Handel involviert? Welche Produkte werden ausgetauscht und wie wurde die Produktion der Insel durch den Handel beeinflusst? Welche Muster sind bei der Einfuhr und Nachahmung ausländischer Waren zu beobachten, und welche Produkte wurden von Händlern auf die Insel gebracht? Wie verändern sich diese Aspekte im Laufe der Zeit, von der Archaik bis zur Spätantike?
Diese Analyse des antiken Handels in Sardinien wird vorwiegend auf der Grundlage von Töpfereikontexten durchgeführt. Aber natürlich werden auch andere Handelsgüter berücksichtigt, wie z. B. Eisenerz, von denen Sardinien große Mengen besaß und das dadurch die Handelswege ab dem ersten Jahrtausend v. Chr. prägte. Die untersuchten chronologischen Phasen reichen von der Archaik bis in die Spätantike und umfassen Transaktionen von Ureinwohnern, Karthagern und Griechen, unter besonderer Berücksichtigung des Handels in der römischen Ära.

Mehmet Işikli (Hrsg.)

The Economic Structure of Eastern Anatolian Highland from Urartian Period to the End of Late Antiquity
Panel 2.6

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 7

Das ostanatolische Hochland war aufgrund seiner sehr spezifischen Lage eine der herausragenden Subregionen des alten Nahen Ostens. Diese Region mit ihren schwierigen geographischen und klimatischen Bedingungen liegt zentral zwischen Nordmesopotamien, dem Südkaukasus, dem nordwestlichen Iran und Zentralanatolien, die alle wichtige Kulturregionen des Nahen Ostens waren. Das ostanatolische Hochland hat eine wichtige Rolle in den wirtschaftlichen Netzwerken und kulturellen Beziehungen gespielt, die sich im Laufe der Zeit zwischen den südlichen und nördlichen Regionen entwickelten. Trotz seiner schwierigen Geographie und der eher ungünstigen klimatischen Bedingungen war diese Region aufgrund ihrer strategischen Lage und ihres Reichtums an natürlichen Ressourcen und Rohstoffen im Laufe der Zeit die Heimat viele Kulturen und Gesellschaften. Die archäologischen Funde zeigen, dass die anfänglichen Perioden der Zentralisierung und Staatsbildung in der Region mit Urartu begannen und sich im Laufe der Zeit fortsetzten. Der bedeutendste Beitrag hierzu war die Tatsache, dass das Hochland aufgrund seiner strategischen geographischen Lage als Transitregion fungierte. Danach lassen sich die wirtschaftlichen und politischen Strukturen in dieser Bergregion des Nahen Ostens leichter beobachten. Die wirtschaftlichen Strukturen dieser Randzone des antiken Vorderen Orients werden in dieser Session von der Urartu-Zeit bis zum Ende der Spätantike analysiert.

Christine Strube

Als Archäologin in Syrien / As an Archaeologist in Syria
Erfahrungen und Ereignisse. 1971–1980 und 1997–2007 / Experiences and Events. 1971–1980 and 1997–2007

Die ungewöhnlich gut erhaltenen Sakral- und Profanbauten der antiken Siedlungen im Nordsyrischen Kalksteinmassiv wurden 2011 in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen. Diese Aufnahme konnte die Zerstörungen in zahlreichen Orten nach 2011 nicht verhindern. Es bleibt die Hoffnung, dass die reiche Kulturlandschaft durch die Aufnahme des noch Erhaltenen und seine intensive Verbindung mit älteren Dokumentationen auch in Zukunft vermittelt werden kann.

Raimon Graells, Alberto J. Lorrio, Pablo Camacho (Hrsg.)

La colección de objetos proto­históricos de la Península Ibérica
1: Broches de cinturón, placas y fíbulas

Kataloge Vor- und Frühgeschichtlicher Altertümer, Band 49.1

Die Sammlung von Materialien der iberischen Halbinsel im RGZM besteht aus etwa 200 Objekten, die in zwei Gruppen mit besonderen Merkmalen und Problemen unterteilt sind: Kleidungsschmuck und Waffen.
In diesem ersten Band werden Objekte aus dem Bereich der Kleidung und/oder des persönlichen Schmucks vorgestellt, die den ersten Erwerbungen hispanischer Stücke durch das RGZM zu Beginn des 20. Jahrhunderts entsprechen.
Die Materialien sind notwendigerweise in Kategorien und Typen eingeteilt, wie in einem traditionellen Katalog, aber die Sorge um methodische Veränderungen und die Erneuerung von Erklärungsparadigmen bei der Erforschung der spanischen Frühgeschichte hat die Autoren gezwungen, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, die diesen Katalog zu einem Experiment machen. Ziel war es, das Fehlen von Kontexten durch eine intensive Untersuchung und Diskussion der Parallelen jedes Werks zu kompensieren, indem jedes Kapitel zu einer kurzen monografischen Studie wird. Dieser Ansatz ermöglicht es, das Herkunftsgebiet und die Chronologie jedes Exemplars der Sammlung zu charakterisieren. Es ist ein anspruchsvolles Werk, das versucht, über die Hauptfunktion des Katalogs (die Zusammenstellung von Stücken aus dem Antiquitätenmarkt) hinauszugehen und in die mühsame Arbeit der wissenschaftlichen und denkmalpflegerischen Aufarbeitung einzusteigen, indem es die Daten zur Diskussion stellt.
Das Projekt zur Erforschung der iberischen Sammlung des RGZM begann 2012 in Mainz auf Initiative der Institutsleitung als Beitrag zur umfassenden Erforschung und Verbreitung der archäologischen Sammlung des Hauses. Der Erfolg der Veröffentlichung dieses ersten Teils ist das Ergebnis der Koordinierung durch die Autoren (Forscher des RGZM und der Universität Alicante) und der Zusammenarbeit von Fachleuten aus verschiedenen spanischen Einrichtungen.

Anna-Katharina Rieger, Johanna Stöger (Hrsg.)

Cities, Resources and Religion – Economic Implications of Religion in Graeco-Roman Urban Environments
Panel 7.7

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 40

Stadt und Religion als Gegenstand archäologischer Forschung im Mittelmeerraum sind oft auf sakrale Bauten im räumlichen und sozialen Gefüge der Stadt beschränkt. Doch bedingen spezifisch städtische Faktoren wie die Konzentration wirtschaftlicher Potentiale, Kontrolle finanzieller Mittel, aber auch heterogene Bevölkerung, Marginalisierung und Machtgefälle religiöse Praktiken und ihre Reflexe in der materiellen Kultur.
Die Beiträge in diesem Band diskutieren, wie sich ökonomische Charakteristika von Urbanität in institutionellen, medialen und performativen Ausdrucksformen von Religion(en) in Städten Italiens und Kleinasiens spiegeln. Diese Wechselwirkungen sind nicht nur für die griechisch-römische Antike von Interesse, sondern haben hohe Aktualität in einer Welt globalisierter Märkte mit konzentrierter Wirtschaftsmacht, in der Städte so rasant wachsen wie das Potential für Spannungen und religiöse Konflikte.