Javier Andreu Pintado (Hrsg.)

From "splendidissima ciuitas" to "oppidum labens": Financial Problems and Material Ruin in Roman Provincial Cities at the End of the High-Empire. The Hispanic Provinces
Panel 8.7

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 45

Die antiken römischen Schriftsteller betrachteten die klassische Stadt als eine dauerhafte, ja ewige Struktur und erkannten und betonten ihren symbolischen Wert als Spiegel der maiestas Imperii Romani und als Bild der Romanisierung selbst. Andererseits beziehen sich verschiedene Quellen, von Plinius dem Jüngeren bis zur Historia Augusta, sowie einige Inschriften auf die Schwächen und Probleme der Kommunalverwaltungen bei der Aufrechterhaltung der städtischen Lebensweise und bei der Unterstützung des Finanzsystems dieser Zentren, insbesondere nach der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr., unmittelbar vor der vieldiskutierten "Krise des 3. Jahrhunderts". Dieses Phänomen verwandelte viele ehemalige splendidissimae ciuitates, die alle Einrichtungen und Anlagen einer klassisch-römischen Stadt besaßen, in oppida labentia, Städte im Niedergang und im Prozess der Verödung. Dieser faszinierende Prozess ist nur durch eine angemessene Analyse der archäologischen Zeugnisse sichtbar. Dieses Buch befasst sich mit einigen der juristischen, historischen, institutionellen und politischen Faktoren und Fakten, die dazu beitragen können, uns über die Elemente dieses Niedergangs einiger kleiner Städte im römischen Westen aufzuklären, insbesondere über einige paradigmatische Beweise und Fallstudien aus dem römischen Spanien.

Franziska Fritzsche

So einfach – in der Theorie
Überlegungen zur Interdisziplinarität in der Klassischen Archäologie

Daidalos – Heidelberger Abschlussarbeiten zur Klassischen Archäologie, Band 11

Die Anwendbarkeit von interdisziplinären Theorien in der Klassischen Archäologie steht im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung. Zunächst wird dafür der Begriff der Wissenschaft und seine Entwicklungsgeschichte analysiert, um notwendige Fachtermini wie Inter-, Trans- und Multidisziplinarität ableiten zu können. Daran schließt eine Übersicht der Geschichte sowie der Methoden und Theorien der Klassischen Archäologie an. Da dem Fach ein Mangel an interdisziplinaren Theorien vorgeworfen wird, vergleicht die Autorin die Konzeption der Klassischen Archäologie mit der Arbeitsweise der Ur- und Frühgeschichte, da diese ein großes Spektrum an – teilweise widersprüchlichen – Theorieströmungen aufweist. Zu diesem Zwecke werden verschiedene Theorien der Ur- und Frühgeschichte ausgewählt und vorgestellt. Als letzter Schritt werden diese auf zwei Fallbeispielen aus der Klassischen Archäologie übertragen. Am Beispiel der Libationsrituale aus der bronzezeitlichen und klassischen Epoche Griechenlands soll untersucht werden, ob interdisziplinäre Theorien für die klassische Altertumsforschung anwendbar sind bzw. was die Voraussetzungen dafür wären.

Manfred Rösch, Tanja Märkle (Hrsg.)

Kelten, Dinkel, Eisenerz
Sieben Jahrtausende Siedlung und Wirtschaft im Enztal

Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg, Band 73

Das Enztal verbindet die alten Länder Baden, Württemberg und Kurpfalz und gleichzeitig die Landschaften Schwarzwald, Kraichgau, Stromberg, Gäu und mittleres Neckarland. Seit der Linearbandkeramik besiedelt, lässt sich hier die Erschließung des Landes modellhaft nachvollziehen. Aufgrund der politischen Zerrissenheit fehlen aber historische Über sichten. Der vorliegende Band schließt diese Lücke und betrachtet die Besiedlungs-, Wirtschafts- und Umweltgeschichte des Enztals während der vergangenen sieben Jahr tausende aus interdisziplinärer Warte.

Rinse Willet (Hrsg.)

The Economics of Urbanism in the Roman East
Panel 8.4

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 43

Dieser Band beschäftigt sich mit der Geographie der Städte des östlichen Mittelmeerraumes unter römischer Herrschaft. Die Altertumskunde hat sich intensiv mit römischem Urbanismus auseinandergesetzt, es ist jedoch so, dass viele Studien die antike Stadt als isoliertes historisches Phänomen betrachtet haben oder bestenfalls als Spiegelbild der Verbreitung des Hellenismus oder der Romanitas. Dieser Band versucht, einen Schritt weiterzugehen und die Stadt in sozioökonomischer Hinsicht zu verstehen und dabei die neuesten statistischen Daten für das Phänomen Stadt im römischen Osten zu präsentieren. Sechs Beiträge setzen sich hierbei mit Fragen der räumlichen Verteilung der Städte in der östlichen Reichshälfte auseinander. Ein Beitrag befasst sich als Vergleich mit Aspekten des römischen Urbanismus auf der Iberischen Halbinsel. Beginnend mit einem Überblick über den östlichen Mittelmeerraum als Ganzes, fokussiert sich jeder Beitrag auf eine spezifische Region zur Untersuchung der Faktoren, die das Muster der städtischen Besiedlung und die Variation der Stadtgröße auf (über-)regionaler und lokaler Ebene geprägt haben. Diese Faktoren sind vielfältig und reichen von klimatischen Schwankungen und Möglichkeiten der Konnektivität über Straßen oder Seewege über historische Pfadabhängigkeiten und das jeweilige landwirtschaftliche Potential bis hin zu spezifischen Strategien des römischen Imperialismus.

Jacobus Bracker (Hrsg.)

Homo pictor
Image Studies and Archaeology in Dialogue

Freiburger Studien zur Archäologie und visuellen Kultur , Band 2

Die Beiträge dieses Tagungsbandes erörtern sowohl aus allgemeiner Perspektive wie auch anhand konkreter Beispiele, welche neuen Erkenntnispotentiale sich aus den gegenwärtigen interdisziplinären Arbeiten zum Phänomen des Bildes und seiner Wahrnehmung, die sich seit den Wenden zum Bildlichen mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Vorgehensweisen unter den Bezeichnungen Bildwissenschaften und Visual Culture Studies vielfältig entwickeln, für die archäologische Erforschung von Bildkulturen ergeben. Dabei werden semiotische und perzeptuelle, framesemantische, affekttheoretische und kognitionswissenschaftliche Ansätze ebenso angesprochen wie Fragen der Bildkontexte und der Wirkmacht des Bildes.

Elon D. Heymans, Marleen K. Termeer (Hrsg.)

Politics of Value: New Approaches to Early Money and the State
Panel 5.11

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 33

Als eine der beständigsten Ikonen des Wirtschaftslebens war Geld von der Antike bis zur Gegenwart ein gemeinsames Merkmal und ein zentraler Fokuspunkt in komplexen Gesellschaften. Im Laufe des ersten Jahrtausends v. Chr. gewann es als wesentliches Merkmal der Volkswirtschaften des Mittelmeerraums an Gewicht, meist in Form von Münzen. Aber Geld ist mehr als nur eine Münze, und seine Bedeutung ist nicht nur im engeren Feld der "Wirtschaft" allgegenwärtig.

Im antiken Mittelmeerraum waren Geld und sein Bedeutungsgewinn überwiegend mit dem Staat assoziiert. Aber kann Geld nur unter staatlicher Autorität entstehen? Der vorliegende Band hinterfragt den vermuteten Zusammenhang zwischen der Verbreitung früher Geldformen und dem Staat und macht auf verschiedene Möglichkeiten aufmerksam, wie Geld als Innovation verankert und gesellschaftlich eingebettet werden konnte.

Johanna Banck-Burgess, Lisa-Maria Rösch (Hrsg.)

Verknüpft und zugenäht! Bound and Stitched Up !
Gräser, Bast, Rinde – Alleskönner der Steinzeit / Grass, Bast, Bark – Stone Age All-Rounders

Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg, Band 82

Wahre Alleskönner waren die Textilien aus den prähistorischen Pfahlbausiedlungen am Bodensee und in Oberschwaben. Komplexe Herstellungstechniken und vielfältige Rohstoffe lassen eine erstaunliche Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten erkennen. Das Forschungsprojekt „THEFBO“ (2018–2021) untersucht die kulturhistorische Bedeutung der Textilien für frühe landwirtschaftliche Gemeinschaften. Das vorliegende Begleitheft zu einer Wanderausstellung zeigt in zahlreichen Beiträgen der Projektpartner* innen und Interviews mit den Beteiligten die Vielfalt dieses Themas.

Sonja B. Grimm

Resilience and Reorganisation of Social Systems during the Weichselian Lateglacial in North-West Europe
An Evaluation of the Archaeological, Climatic, and Environmental Record

Monographien des RGZM, Band 128

Jäger- und Sammlergruppen mussten sich und ihre sozialen Systeme am Ende der Eiszeit im nordwestlichen Europa an abrupte Klimaumschwünge und tiefgreifende Umweltveränderungen anpassen. Dieser Anpassungsprozess wird hier im Detail rekonstruiert anhand von 25 archäologischen Fundplätzen und in Verbindung mit hochaufgelösten Klima- und Umweltarchiven. Durch die enge Verknüpfung können Klima-, Umwelt- und Kulturwandel in eine zeitliche Relation zueinander gesetzt werden, die erstmals für das Ende der Eiszeit fundierte Aussagen über Ursache und Wirkung zulassen. Es zeigt sich, dass die sozialen Systeme der Eiszeit zwar signifikante Klimaveränderungen meistern konnten, jedoch bei schnell wechselnden Umweltbedingungen an ihre Grenzen stießen.

R. Nicholas E. Barton, Abdeljalil Bouzouggar, Simon N. Collcutt, Louise T. Humphrey (Hrsg.)

Cemeteries and Sedentism in the Later Stone Age of NW Africa: Excavations at Grotte des Pigeons, Taforalt, Morocco

Monographien des RGZM, Band 147

Die Grotte des Pigeons, Taforalt (Marokko) ist eine der berühmtesten Höhlenfundstellen in Nordafrika. Wir stellen neue Funde der Jäger und Sammler des Iberomaurusien vor, die sich größeren Herausforderungen durch ein sich rapide änderndes Klima ausgesetzt sahen.

In diesem Band beschreiben wir archäologische Zeugnisse, die den Zeitraum von vor 23000 bis 12500 Jahren abdecken. Wir untersuchen die Eigenschaften der Umwelt- und Verhaltensänderungen, die in einer größeren Erweiterung des Nahrungsspektrums vor etwa 15000 Jahren gipfelten; verbunden ist dies mit technologischen Neuerungen in einigen Aspekten und Konservatismus in anderen. Die Höhle wurde auch als bedeutender Bestattungsplatz genutzt, der es uns ermöglicht, die Bestattungspraktiken zu untersuchen und zusätzliche Informationen zur Ernährungsweise und zum Lebensstil zu gewinnen.

Ilias Valiakos

Nikolaos Myrepsos' "Dynameron"
Kritische Edition

Das vorliegende Werk stellt eine zweite, um eine englische Einleitung erweiterte Auflage von Nikolaos Myrepsos‘ Dynameron dar – der ersten kritischen Edition seit 800 Jahren. Entstanden in spätbyzantinischer Zeit, steht der Text in einer langen Tradition medizinischer und pharmazeutischer Handbücher, die bis in die Antike zurückreicht. Infolge der sich über mehrere Jahrhunderte erstreckenden Tradition weist das Dynameron Wörter aus allen Phasen der griechischen Sprache sowie  Fremd- und Lehnwörter aus dem Lateinischen, Arabischen und Persischen auf. Da der Text schon sehr früh als lateinische Übersetzung vorlag, hatte es großen Einfluss auf die Entstehung zahlreicher abendländischer Pharmaziehandbücher wie auch anderer therapeutischer Lehrbücher.

Neuauflage zu Ilias Valiakos: Das Dynameron des Nikolaos Myrepsos. Erstedition von 2019

Eugenia Equini Schneider (Hrsg.)

Men, Goods and Ideas Travelling over the Sea. Cilicia at the Crossroad of Eastern Mediterranean Trade Network
Panel 5.16

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 35

Aufgrund seiner besonderen geographischen Lage an der Kreuzung der wichtigsten See- und Landhandelsrouten, an einem Übergangs- und Verbindungspunkt zwischen Syrien, Zypern und Ägypten, spielte Kilikien eine bedeutende Rolle im Kontext des kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Austauschs im Mittelmeerraum. Insbesondere während seiner Romanisierung waren die Handelsbeziehungen zu den verschiedenen Gebieten des Reiches, insbesondere zum östlichen Mittelmeerraum, von grundlegender Bedeutung, die bis in frühbyzantinische Zeit substantiell und dauerhaft unterhalten wurden. Gegenstand dieses Panels war eine Übersicht zum Forschungsstand über diese Region, mit einem Schwerpunkt auf interdisziplinären Studien zu Produktionsaustausch, Handel und Verkehr im Mittelmeerraum. Die Unterwasserforschung, archäologische und geophysikalische Untersuchungen von Hafenbecken, Untersuchungen zu Produktionsanlagen und Analysen der materiellen Kultur und der numismatischen Zeugnisse haben zu einem umfangreichen Panorama der Veränderungen und Transformationsprozesse geführt, die die Region und ihre städtischen Zentren im Laufe der Jahrhunderte als Ergebnis großer sozialer und wirtschaftlicher Prozesse betroffen haben. Die daraus resultierende Fülle von Informationen über die Rolle der Region als Produktionszentrum und Umschlagplatz hat komparative Beispiele für andere Forschungsarbeiten in Kilikien und der südöstlichen Türkei erbracht.

Andreas Thiel und Sarah Roth

Vicus Aurelianus
Das römische Öhringen

Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg, Band 74

Öhringen um 200 n.Chr.: Mehrere hundert Soldaten in zwei Kastellen überwachen den nahen Limes. Um die Militärlager leben ihre Familien, Händler und Handwerker. Die Siedlung – mit dem Namen vicus Aurelianus – ist ein wichtiger Posten des Römischen Reiches an der Grenze zu den Germanen. Schon im 18. Jh. erkannte die Altertumsforschung die Bedeutung des Platzes. Christian Ernst Hanßelmann, einer der Pioniere der Provinzialrömischen Archäologie, leitete hier erste Ausgrabungen. Er deckte Mauerzüge auf und barg Münzen, Keramik, Inschriften und weitere Funde. Die Römer sind bis heute in Öhringen präsent. Das UNESCO-Welterbe Limes, das Weygang-Museum, die Limes Blicke und die Landesgartenschau 2016: Auf vielfältige Weise werden wir an den vicus Aurelianus erinnert.

Michael Heinzelmann, Cathalin Recko (Hrsg.)

Quantifying Ancient Building Economy
Panel 3.24

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 23

Die Forschung zu antiker Baugeschichte und Architektur hat sich in den letzten Jahren auf wirtschaftliche Aspekte der unterschiedlichen Bau- und Arbeitsprozesse fokussiert. In diesem Zuge können nicht nur einzelne Arbeitsschritte und Abläufe untersucht werden, sondern auch die Organisation einer Baustelle. Dafür werden Versuche unternommen, sowohl das Baumaterial als auch die benötigte Arbeitszeit zum Bau eines Gebäudes zu quantifizieren, um die Größenordnung sowie die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen zu erfassen.

Ziel dieses Bandes ist es, verschiedene Ansätze zur Untersuchung dieser Bauökonomie zusammenzubringen. Mit Hilfe der Methodik der Quantifizierung sowie detaillierter Studien zur Architektur werden die Bauwerke der hier gesammelten Fallstudien in Bezug auf ihre baulichen Charakteristika und die damit verbundenen wirtschaftlichen Implikationen beleuchtet. Zu diesen Bauwerken gehören Stadtmauern, Holzbauten, Thermen und Tempel. Der zeitliche Horizont der Beiträge erstreckt sich vom Messene des 4. Jh. v. Chr. bis hin zur Kaiserzeit und wird vervollständigt durch praxisorientierte Einblicke in Ingenieurshandbücher aus dem 19. Jh.

Stefan Kipf

Altsprachlicher Unterricht in der Bundesrepublik Deutschland
Historische Entwicklung, didaktische Konzepte und methodische Grundfragen von der Nachkriegszeit bis zum Ende des 20. Jahrhunderts

Die historische Entwicklung des altsprachlichen Unterrichts in der Bundesrepublik Deutschland wird in dieser auf reichster Quellenbasis erstellten Untersuchung erstmals umfassend dargestellt.
Durch die systematische Bestandsaufnahme und Analyse der didaktischen und methodischen Leitlinien dieser Epoche schließt das Werk eine Lücke in der Erforschung der Geschichte des altsprachlichen Unterrichts in Deutschland. Der Band liefert nicht nur wertvolle Erkenntnisse über die Theorie, sondern auch über die Praxis des Latein- und Griechischunterrichts und seine gesellschaftliche Stellung in dieser Zeit.
Der umfassende historische Orientierungsrahmen erleichtert das Verständnis der gegenwärtigen Lage der Schulfächer Latein und Griechisch und legt zugleich eine fundierte Basis für die Diskussion um ihre zukünftige Begründung, Gestalt und Weiterentwicklung.

Jessica Schmidt

Die spätbyzantinischen Wandmalereien des Theodor Daniel und Michael Veneris
Eine Untersuchung zu den Werken und der Vernetzung zweier kretischer Maler

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 20

Kreta bietet für die spätbyzantinische Kunstgeschichte einen einzigartigen Denkmälerbestand. Der Zeitraum 1211 bis 1669, als die Insel unter venezianischer Herrschaft stand, ermöglicht Einblicke in ein facettenreiches und vielschichtiges Gesellschaftsgefüge. Innerhalb dieser einzigartigen Kunst- undKulturlandschaft sind die Arbeiten des spätbyzantinischen Kirchenmalers Theodor Daniel und seines Neffens Michael Veneris besonders hervorzuheben. Die vorliegende Publikation widmet sich erstmals einer umfassenden und breitgefächerten Untersuchung ihrer Werke. Neben der Identifizierung und Zuschreibung ihrer unsignierten Arbeiten stehen auch darauf aufbauende Untersuchungen im Fokus. Der zentrale Schritt für die genannten Zielsetzungen bildet die systematische Händescheidung der beiden. Diese und die Zuschreibung der unsignierten Werke erfolgen im ersten Teil der Publikation. Im zweiten Teil wird die Vernetzung von Theodor Daniel und Michael Veneris mit anderen kretischen Künstlern thematisiert. Neben einer Verbindung zu Ioannes Pagomenos, dem wohl prominentesten kretischen Kirchenmaler des 14. Jahrhunderts, gibt es noch eine Reihe weiterer Hinweise, die dafür sprechen, dass es ein regelrechtes Künstlernetzwerk auf der Insel gab.

Falko Daim et al. (Hrsg.)

Pilgrimage to Jerusalem. Journeys, Destinations, Experiences across Times and Cultures
Proceedings of the Conference held in Jerusalem, 5th to 7th December 2017

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 19

Jerusalem ist eine Stadt, die drei Weltreligionen heilig ist: dem Judentum, dem Christentum und dem Islam. Seit frühbyzantinischer Zeit entwickelte sich die christliche Pilgerfahrt zu dieser und anderen heiligen Stätten zu einem "Massenphänomen". Tausende Christen machten sich auf den Weg zu heiligen Stätten in Palästina, Ägypten und anderen Orten, um die Heilsgeschichte physisch zu erleben und um göttliche Intervention in ihrem Leben zu suchen. Zahlreiche Reiseberichte, Pilgerführer und andere schriftliche Quellen heben wichtige Aspekte der Pilgerfahrt hervor. Darüber hinaus bieten uns viele gut erhaltene Kirchen, Klöster, Herbergen und andere Gebäude sowie die reichhaltigen archäologischen Funde, ein lebendiges Bild der Geschichte der Pilgerfahrt ins Heilige Land.

Athanassios Mailis

Obscured by Walls
The Bēma Display of the Cretan Churches from Visibility to Concealment

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 18

Das Buch untersucht die Bēma-Darstellung der kretischen Kirchen im Zeitraum der byzantinischen Rückeroberung der Insel (11. Jahrhundert) bis zur Mitte der venezianischen Dominanz (15. Jahrhundert). Es konzentriert sich auf das Auftreten und die Verteilung der Templon-Barriere, die Funktion einer bestimmten  Gruppe von Fresken als Prostatio-Bilder und die (teilweise) Aufstellung von mit Fresken bemalten, gemauerten Altarraumabschrankungen in den orthodoxen Kirchen der Insel, kurz vor der Verbreitung der »hölzernen Ikonen-Wand« – bekannt als Ikonostase.
Diese Studie zeigt die künstlerische und kultische Vielfalt der Gestaltungen, bestehend aus Archaismus und Modernisierung, bis zur Herauskristallisierung der Ikonostase als »charakteristisches Merkmal der Kirchen des byzantinischen Ritus« und damit als materieller Beweis für die kulturelle Identität und das religiöse Bewusstsein der orthodoxen Bevölkerung in einem Gebiet (Kreta) und einer Zeit (venezianische Herrschaft), die sowohl von Osmose als auch von Konflikten geprägt ist.

Alena Alshanskaya, Andreas Gietzen, Christina Hadjiafxenti (Hrsg.)

Imagining Byzantium
Perceptions, Patterns, Problems

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 11

Byzanz das Andere. Byzanz das Pompöse. Byzanz das Ewige. Die bloße Existenz dieses Reiches mit seiner reichen Geschichte und seiner Andersartigkeit zu westeuropäischen Traditionen beflügelte den Geist von Gelehrten, Adligen, Politikern und den einfachen Menschen während seines Andauerns bis weit über seinen Untergang im Jahr 1453 hinaus. Schriftsteller der Aufklärung  vernachlässigten den weitreichenden politischen und kulturellen Einfluss von Byzanz auf seine Nachbarländer und beraubten dem Reich darüber hinaus seiner ursprünglichen historischen Realität. So wurde ein Modell geschaffen, das in allzu unterschiedlichen Konstrukten verwendet werden konnte und sich von positiven bis zu höchst negativen Konnotationen erstreckte. Mit dem Aufkommen neuer Nationalismen, vor allem in Ost- und Südosteuropa und den damit verbundenen politisch inspirierten historischen (Re-) Konstruktionen im 19. und 20. Jahrhundert gewann die Rezeption und die Wahrnehmung von Byzanz neue Facetten. In diesem Band möchten wir diese Muster und die damit verbundenen Probleme näher beleuchten sowie die verschiedenen Arten aufzeigen, wie »Byzanz« als Argumentationsgrundlage für die Nationsbildung und die Konstruktion neuer historiographischer Erzählungen verwendet wurde und wie darüber hinaus sein Erbe in der kirchlichen Geschichtsschreibung fortdauerte.

Zachary Chitwood, Johannes Pahlitzsch (Hrsg.)

Ambassadors, Artists, Theologians
Byzantine Relations with the Near East from the Ninth to the Thirteenth Centuries

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 12

Die Autoren des Sammelbandes »Ambassadors, Artists, Theologians: Byzantine Relations with the Near East from the Ninth to the Thirteenth Centuries« untersuchen die komplexe Dynamik zwischen dem Byzantinischen Reich und dem Nahen Osten.
Die hier gesammelten Beiträge gehen über die Tradition des histoire événementielle hinaus und verdeutlichen den Übergang künstlerischer Praktiken, Ideen und Gesprächspartner zwischen Byzanz und der islamischen Welt. Auf diese Weise versucht dieser Band, unser Verständnis der Beziehung zwischen diesen beiden mittelalterlichen Kulturbereichen zu nuancieren und zu kontextualisieren.

Gerlinde Bigga

Die Pflanzen von Schöningen

Forschungen zur Urgeschichte aus dem Tagebau Schöningen, Band 3

Die Speere von Schöningen belegen als die ältesten Jagdwaffen der Menschheit die Nutzung der Ressource Holz durch die Menschen vor etwa 300 000 Jahren. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass eine breite Artenvielfalt von Pflanzen für die Schöninger Jäger großes Nutzungspotential hatte von der Nutzung kohlenhydratreicher Wurzeln im Winter bis zur Medizinalpflanze. Gerlinde Bigga hat in ihrer hier vorgelegten Dissertation die Pflanzenfunde der Ausgrabungen von Schöningen auf ihr Nutzungspotential für den Menschen hin untersucht und zeigt die vielfältigen Ressourcen auf, die den Urmenschen zur Verfügung standen. Auch wenn für diese Forschungen archäologische Nachweise schwer zu erbringen sind, kann sie mit dem Rückgriff auf ethnologische Untersuchungen und Berechnung des Energieverbrauchs die Nutzung von Pflanzenressourcen aufzeigen. Ihre Arbeit ist ein wichtiger Baustein, um das komplexe Verhältnis zwischen Mensch und Natur zur Zeit der Schöninger Speere besser zu verstehen und die damaligen Menschen nicht nur als Jäger kennenzulernen.