Martina Horn

Adam-und-Eva-Erzählungen im Bildprogramm kretischer Kirchen
Eine ikonographische und kulturhistorische Objekt- und Bildfindungsanalyse

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 16

Die westliche sakrale Kunstlandschaft des Mittelalters präsentiert ein reiches, gattungsübergreifendes Bildrepertoire an Adam-und-Eva-Erzählungen. In der ostkirchlichen Monumentalmalerei hingegen findet die Thematik erst in postbyzantinischer Zeit Aufnahme in die Bildprogramme der Kirchen. Umso bemerkenswerter ist die innovative Genese von Adam-und-Eva-Zyklen im venezianisch beherrschten Kreta des 14. und 15. Jahrhunderts. In fünf der überaus zahlreichen ausgemalten kretischen Kirchen werden Bildsequenzen mit den Ureltern in das ikonographische Konzept integriert. Neben der Rekonstruktion der teilweise zerstörten Fresken erfolgt in dieser kunst- und kulturhistorisch orientierten Arbeit eine umfassende Bildfindungsanalyse, die durch das Spannungsfeld von Bewahrungstendenzen traditioneller Bildbausteine und Freiräumen für kreative Neuschöpfungen normiert ist. Die weitgefächerten, westliche und östliche Kunsttradition einbeziehenden Recherchen bieten nicht nur überraschende Einblicke in außergewöhnliche Bildformulierungen, sondern auch in die variierenden stifterorientierten Motivationsgründe für die kirchenindividuelle Rezeption des Sujets.

Falko Daim , Neslihan Asutay-Effenberger (Hrsg.)

Sasanidische Spuren in der byzantinischen, kaukasischen und islamischen Kunst und Kultur
Sasanian Elements in Byzantine, Caucasian and Islamic Art and Culture

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 15

Das Reich der persischen Sasaniden (224-651 n. Chr.) erstreckte sich über Gebiete des heutigen Iran, Irak, Aserbaidschan, Pakistan und Afghanistan. Auch die Kaukasusregionen standen unter seinem politischen Einfluss. Viele Elemente der sasanidischen Kunst und Kultur sind in angrenzenden Ländern wie Byzanz oder dem christlichen Kaukasus zu finden und lebten nach dem Untergang der Sasaniden in den islamischen Herrschaftsgebieten fort, die auf ihrem einstigen Territorium entstanden waren.
Um die fortwirkende Rolle der sasanidischen Perser und ihrer Kultur zu untersuchen, fand im September 2017 eine internationale Tagung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz statt. Die von WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen gehaltenen Beiträge werden in dem vorliegenden Band publiziert. 

Heinz Sperling

Rekonstruktion von Betriebsmodellen antiker Produktionsanlagen mit Hilfe von Prozessketten-Analysen
Methodik und Fallstudien bei der Ziegelherstellung, Brennholzgewinnung und den Transporten in römischer Zeit

Römische Ziegeleien in den Nordwest-Provinzen: Hierfür wurden Betriebsmodelle rekonstruiert, die quantitative Aussagen zur maximalen Produktionskapazität, dem Personal- und Brennstoffbedarf und dem anfallenden Transportaufwand solcher Anlagen möglich machen. Anwendungsbeispiel ist die römische Ziegelei in Dormagen. Die erarbeiteten Algorithmen sind als Open-Source angelegt und an andere Befunde leicht anpassbar. Wegen der Vergleichbarkeit der in den römischen Nordwest-Provinzen vorgefundenen Öfen mit denen am oberen Tiber - für die Herstellung der Ziegel für Bauten in Rom - konnten so die dort dafür benötigten Ziegeleikapazitäten erstmals ermittelt werden.

Den zugehörigen Algorithmus finden Sie hier.

 

Max Ritter

Zwischen Glaube und Geld
Zur Ökonomie des byzantinischen Pilgerwesens (4.-12. Jh.)

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 14

Frömmigkeit ist nicht die alleinige Triebfeder für die Entwicklung des christlichen Pilgerwesens. Das Buch behandelt in einer weiten chronologischen und räumlichen Perspektive die ökonomischen Zusammenhänge, die auf das byzantinische Pilgerwesen (5.-12. Jh.) einwirkten.
Das Pilgern ist stets religiös motiviert und sozial eingebettet, doch die nähere Auswahl des Pilgerziels, die Pilgerroute, die Dankesgaben bei der Ankunft und vieles andere mehr wurden und werden durch ökonomische Grundkonstanten und zeitabhängige sozioökonomische Dynamiken bestimmt.
Das Buch beleuchtet die byzantinischen Pilgerheiligtümer, untersucht ihre Genese, aber auch ihre Organisations- und Finanzierungsstruktur, die bereits in der Spätantike durch Gesetze gerahmt wurde.

Banu Pekol (Hrsg.)

Kayseri, Adana, İzmir, Elazığ, Niğde, Bursa : assessment report of architectural cultural heritage

Dieses Buch befasst sich mit dem architektonischen Erbe, das von nicht-muslimischen anatolischen Gemeinschaften gebaut wurde, das lange Zeit vernachlässigt und verlassen wurde und heute stark ruiniert und offen für Vandalismus ist.
Es ist ein Produkt von Forschungsmissionen in den Provinzen Adana, Bursa, Elazığ, İzmir, Kayseri und Niğde, die zwischen 2015-2016 von Association for the Protection of Cultural Heritage durchgeführt wurden.
Die Gebäude wurden nach ihrer Architekturgeschichte, ihrem Stil, ihrem Plan und ihren Bautechniken analysiert. Ihr aktueller Zustand und Risikofaktoren einschließlich struktureller und materieller Probleme wurden identifiziert. Entsprechend ihrem Kontext wurden Empfehlungen für ihre Erhaltung und zukünftige Nutzung erarbeitet.

Jürgen Süß und Brigitte Gräf

LOPODVNVM VI
Die 3D-Rekonstruktion des römischen Forums von Ladenburg Beschreibung und Begründung der Nachbildung

Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg, Band 6

Das Zentrum der römischen Stadt Lopodunum beherrschte ein Baukomplex aus Forum und Basilika, der sich durch eine enorme Fläche und ein großes Volumen auszeichnete. Von den Gebäuden blieb allerdings bis auf Reste der Fundamente nur wenig im mittelalterlich geprägten Kern der heutigen Stadt Ladenburg erhalten. Die vorliegende Abhandlung erläutert die Überlegungen, die zur virtuellen 3D-Rekonstruktion des antiken Forums geführt haben, wie sie heute im Lobdengau-Museum in Ladenburg präsentiert wird. Neben der Darlegung der Rekonstruktionsansätze werden dabei auch Perspektiven für die weitere wissenschaftliche Beschäftigung mit dem historisch so bedeutsamen römischen Baukomplex aufgezeigt.

Stylianos Chronopoulos , Felix K. Maier , Anna Novokhatko (Hrsg.)

Digitale Altertumswissenschaften:
Thesen und Debatten zu Methoden und Anwendungen

Digital Classics Books, Band 4

Dieser Sammelband analysiert unterschiedliche Prozesse in den Digitalen Altertumswissenschaften für Wissenschaftler, die sich bisher noch nicht intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Dabei handelt es sich um eine selektive Bestandsaufnahme zu einzelnen zentralen Entwicklungen und Problemfeldern. Auf diese Weise erhält der Leser einen instruktiven Einblick in verschiedene Debatten, die ihn wiederum andere, hier weniger angesprochene Themen schneller verstehen und erfassen lassen. Neben Erörterungen grundsätzlicher Sachfragen und Tendenzen (neue Arbeitsmethoden, digitales Publizieren, Arbeiten mit Datenbanken und Informationssystemen) vereinigt der Band auch eine paradigmatische Diskussion zu den digitalen Editionen, um bestimmte Spezialfragen zu präsentieren und damit verbundene Debatten exemplarisch für die allgemeine Diskussion über Digitalisierung in den Altertumswissenschaften nachzuzeichnen. Gerade in einem oftmals schwer zu überblickenden fließenden Prozess, bei dem viele gleichzeitige Entwicklungen sich überschneiden, versteht sich der Band als Angebot, zwischenzeitliche Ergebnisse, Errungenschaften, Potentiale oder Sackgassen zu thematisieren und auf diese Weise Orientierung zu bieten.

Jörg Bofinger , Stephan M. Heidenreich (Hrsg.)

Befund – Rekonstruktion – Touristische Nutzung
Keltische Denkmale als Standortfaktoren

Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg, Band 72

Der Heidengraben auf der Schwäbischen Alb birgt die Reste einer befestigten spätkeltischen Großsiedlung des 2. und 1. Jahrhunderts v. Chr. Archäologische Funde und obertägig sichtbare Wallreste verdeutlichen die überregionale Bedeutung und die räumlichen Ausmaße des keltischen Oppidums, das zu den größten Mitteleuropas gehört.
Anlässlich neuer Planungen zur touristischen Aufwertung des Großdenkmals „Heidengraben“ wurde im Herbst 2013 ein international besetztes Kolloquium in Grabenstetten abgehalten. Die Ergebnisse dieser Tagung  werden im vorliegenden Band präsentiert. Die Beiträge befassen sich mit zentralen Fragen der Rekonstruktion archäologischer Befunde. Das Themenspektrum beschränkt sich dabei jedoch nicht auf fachlich-archäologische Problemstellungen, sondern behandelt auch Kernaspekte einer touristischen Konzeption. In diesem Zusammenhang stellen zahlreiche Experten verschiedener wissenschaftlicher Einrichtungen und Museen „best practice“-Projekte in Deutschland und Österreich vor.

Sören Frommer (Hrsg.)

Gammertingen, St. Michael
Auswertung der archäologischen Ausgrabungen insbesondere unter herrschafts-, siedlungs- und landesgeschichtlicher Fragestellung

Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg, Band 4

Am Rand der spätmittelalterlichen Kleinstadt Gammertingen liegt die unscheinbare Michaelskapelle. Sie ist ein Überbleibsel eines Hochadelssitzes des 10.–12. Jahrhunderts, dessen Wurzeln bis in die Merowingerzeit zurückreichen. Die interdisziplinäre Auswertung der archäologischen Ausgrabungen bietet einen ungewöhnlich dichten Einblick in die Entstehung und Entwicklung eines mittelalterlichen Dynastensitzes und zugleich einen Hinweis darauf, welche Rolle örtlicher Tradition bereits in der Frühzeit der Adelsgenese zukommen kann. Mit dem um 980 errichteten ersten massiven Kirchenbau beginnt unmittelbar die Nutzung als Familiengrablege der ansässigen Hochadelssippe. Aber auch zu späteren Zeiten liefert die Michaelskapelle Informationen aus erster Hand – so etwa zum epochalen Konflikt zwischen dem Gammertinger Stadtherrn Dietrich von Speth und Herzog Ulrich von Württemberg im 16. Jahrhundert.

Zugehörige Forschungsdaten finden Sie hier.

 

 

Daniel A. Werning

Das Höhlenbuch im Grab des Petamenophis (TT33)
Szenen, Texte, Wandtafeln

Das Höhlenbuch ist eines von drei großen Unterweltsbüchern des ägyptischen Neuen Reiches (16.–11. Jh. v. Chr.) und beschreibt in 80 Szenen und ca. zwölfausend Textwörtern die nächtliche Reise des Sonnengottes vom Westzum Osthorizont durch eine Folge von sechs unterweltlichen Höhlen. Mit diesem Werk veröffentlicht der Autor den Text und Bildbestand des bislang unpublizierten Textzeugen des altägyptischen Höhlenbuches im Grab des Obersten Vorlesepriesters Petamenophis (Theban Tomb 33, Asasif, Luxor). Der Textzeuge in  TT33 ist einer der drei wichtigsten vollständigen Textzeugen dieses Unterweltsbuches. Es ist in diesem Grab in geschickter Weise auf den Wänden einer Folge von drei Räumen und Korridoren angebracht, die zur Sarkophagkammer führen, und ist vergleichsweise vollständig erhalten. Die vorliegende Publikation bietet eine kurze Einführung in die Forschungsgeschichte, die Gestaltung und Ausführung des Textzeugen, sowie eine genaue Beschreibung der Herstellung der Edition. Der Hauptteil besteht aus 80 Szenen-Umzeichnungen mit Textkolumnen-Nummerierung und 135 Tafeln mit digital gesetztem hieroglyphischem Text, sowie 29 Wandüberblickstafeln. An geeigneten Stellen wird mittels DOI auf die Publikation der den Umzeichnungen zugrundeliegenden Arbeitsfotos im Online-Repositorium der Edition Topoi verwiesen.

Sonja B. Grimm , Ludovic Mevel , Iwona Sobkowiak-Tabaka , Mara-Julia Weber (Hrsg.)

From the Atlantic to Beyond the Bug River
Finding and Defining the Federmesser-Gruppen / Azilian

RGZM – Tagungen, Band 40

Eine Session mit dem Titel »From the Atlantic to beyond the Bug River– Finding and defining the Federmesser-Gruppen / Azilian on the North European Plain and adjacent areas« fand beim 17. Kongress der Union Internationale des Sciences Préhistoriques et Protohistoriques im September 2014 in Burgos im Namen der UISPP-Kommission »The Final Palaeolithic of Northern Eurasia« statt. Mit diesem Band legen wir einige der Beiträge zu dieser Session vor, die verschiedene Aspekte des Verhaltens von Jäger-Sammler-Gruppen in West- und Mitteleuropa während des mittleren Spätglazials untersuchen, um als Grundlage für den Vergleich der unterschiedlich definierten archäologischen Einheiten zu dienen. Wie eigenständig bzw. verbunden waren diese Gruppen in Zeit und Raum?

Jochen Sauer (Hrsg.)

Augustinus: De civitate Dei
Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Zugänge

Acta Didactica – Bielefelder Beiträge zur Didaktik der Alten Sprachen in Schule und Universität, Band 2

Die Schrift De civitate Dei des Religionsphilosophen und Kirchenvaters Augustinus, entstanden in den Jahren 413–426, verbindet in vielschichtiger Weise Staats- und Gesellschaftstheorie, Individualethik und Geschichtstheologie. Antike Philosophie wird aus christlicher Perspektive neu gedacht. Die fünf Beiträge dieses Sammelbands stellen sich der Herausforderung, Zugänge zu diesem anspruchsvollen Werk zu ermöglichen und Wege aufzuzeigen, wie insbesondere Schülerinnen und Schüler des Fachs Latein, aber auch Studierende an die augustinische Staatstheorie und Religionsphilosophie herangeführt werden können.

Angela Simons (Hrsg.)

Hirten im Himalaya – Prähistorische Mumien im Höhlengrab Mebrak 63 (Mustang/Nepal)

Archäologische Berichte, Band 31

In diesem Band wird die vollständige Publikation der Ergebnisse der archäologischen Ausgrabung in der prähistorischen Grabhöhle Mebrak 63 im Dzong-Tal, einem Hochtal des Himalaya in Nepal, vorgelegt.
In zehn Kapiteln wird von den 15 Autorinnen und Autoren die Grabung und die Auswertung des komplexen Grabungsbefundes und des Fundmaterials dargestellt. Der Anhang dient der Vorlage der Primärdaten und umfasst Tabellen, Fundkatalog und Tafelteil. In der Zusammenarbeit von Archäologie, Anthropologie, Textilarchäologie, Archäobotanik, Archäozoologie und Dendroarchäologie wurde es möglich, die Bedeutung des prähistorischen Höhlengrabs weitgehend zu entschlüsseln und den Menschen, die im letzten vorchristlichen Jahrtausend in der Kollektiv-Grabhöhle bestattet wurden, nahe zu kommen. Die Lebensweise  dieser Menschen sowie ihre Tausch- und Handelsverbindungen konnten durch die Untersuchungen dieses – in seiner Erhaltung bislang einmaligen – Befundes  rekonstruiert werden.

Christoph Weilbach

Wie Laien und Fachleute über Medizinisches sprechen
Ein Vergleich medizinischer Äußerungen in Briefen und Fachtexten aus der Zeit der späten römischen Republik bis in die frühe Kaiserzeit

Die Untersuchung geht der Frage nach, ob und inwiefern sich sprachliche Merkmale fachlicher medizinischer Kommunikation im Austausch über die Themen Gesundheit und Krankheit zwischen Nicht-Fachleuten in der überlieferten antiken römischen Literatur vorfinden. Um diese Frage zu beantworten, werden medizinischen Äußerungen in den Briefen Ciceros (epistulae ad Atticum, ad familiares, ad Quintum fratrem, ad Brutum), Senecas d. J. (epistulae morales ad Lucilium) und Pliniusʼ d. J. (epistulae) vergleichbare Äußerungen in den medizinischen Schriften des Celsus (de medicina), des älteren Plinius („medizinische“ Bücher 20–32 der naturalis historia) und des Scribonius Largus (compositiones) gegenübergestellt.

Allard W. Mees

Organisationsformen römischer Töpfer-Manufakturen am Beispiel von Arezzo und Rheinzabern unter Berücksichtigung von Papyri, Inschriften und Rechtsquellen

Monographien des RGZM, Band 52

Die römische Terra Sigillata wurde mit anspruchsvoller Technologie in großen Manufakturen hergestellt. Die rot engobierte Feinkeramik wurde über das gesamte römische Imperium vermarktet. Die komplexen Organisationsformen in den Produktionszentren und das Verbreitungsnetzwerk waren bisher kaum erforscht. Dieses Buch erörtert die Sozial- und Arbeitsorganisationsstrukturen innerhalb der Produktionszentren vom 1. Jh. v. Chr. bis zum 3. Jh. n. Chr. mit einem doppelten Ansatz: Erstens werden die Figurenstempel-Kombinationen auf reliefverzierter Terra Sigillata analysiert, und zweitens werden die Resultate mit den fast 40 bekannten ägyptischen Papyri mit Töpferverträgen verglichen. Darüber hinaus werden die feststellbaren Cluster der Töpfer auf ihr Wiederkehren in den Verbreitungsmustern hin erforscht. Die Konsortium-Gruppen werden mithilfe ihres Vorkommens an datierten Plätzen zeitlich eingeordnet. Die soziale Analyse der Töpferstempel zeigt, dass Sklaven in der Terra Sigillata-Industrie nicht nachgewiesen werden können.

Dietrich Klaus Hartmann

Archäologisch-baugeschichtliche Studie zu den Dorfkirchen im ehemaligen Bistum Konstanz

Archäologische Berichte, Band 32

Der Osten des ehemaligen Bistums Konstanz (ca. 585 bis 1821) ist eine auch heute noch weitgehend ländlich geprägte Region mit einer reichen, bis auf das Frühmittelalter zurückgehenden Kirchenlandschaft. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden an vielen dieser Kirchen archäologische Untersuchungen vorgenommen, deren Ergebnisse allerdings bislang nicht allgemein verfügbar waren. Der vorliegende Band gibt für das Gebiet des Regierungsbezirks Tübingen eine vollständige Übersicht über diese Forschungen.

Die Auswertung vergleicht im Detail die unterschiedlichen Entstehungsbedingungen der Kirchen. Neben der Aussagekraft der verschiedenen Bauformen wird auch das Umfeld der Kirchen genauer betrachtet. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Existenz zugehöriger frühmittelalterlicher Siedlungsspuren. Weiterhin wird untersucht, inwieweit lokaler klösterlicher Besitz Einfluss auf die Bauentwicklung nimmt. Das Ergebnis ist ein umfassender Überblick über die frühe Entwicklung des Kirchenbaus innerhalb einer geschlossenen historischen Landschaft. In drei Folgebänden dieser Reihe werden die Kirchen St. Georg in Burladingen, St. Vitus in Schmiechen und St. Peter und Paul in Nusplingen, die den Ausgangspunkt dieser Untersuchung bildeten, ausführlich vorgestellt werden.

Zugehörige Forschungsdaten finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link:
https://doi.org/10.11588/data/ENNK5V

 

Mirjam Daum

Wortschatz und Lehrbuch
Ein Kriterienkatalog für die Wortschatzkonzeption in Lateinlehrwerken

Ars Didactica – Marburger Beiträge zu Studium und Didaktik der Alten Sprachen, Band 2

Als Basis für eine erfolgreiche Übersetzung lateinischer Texte ins Deutsche spielt die Wortschatzarbeit im Lateinunterricht eine überaus wichtige Rolle. Ein großer Teil dieser Wortschatzarbeit findet unter Rückgriff auf Lehrwerke statt, die jedoch nicht immer eine ausreichende Aufbereitung bieten. Folglich muss die Lehrperson selbst beurteilen, in welchen Bereichen sie durch eigene Didaktisierungen im Unterricht mögliche Defizite auffangen kann. Der vorliegende, sich auf die Lempsychologie stützende Kriterienkatalog soll dabei eine Orientierung bieten.

Rainer Nickel

Übersetzen und Übersetzung
Anregungen zur Reflexion der Übersetzungspraxis im altsprachlichen Unterricht

Ars Didactica – Marburger Beiträge zu Studium und Didaktik der Alten Sprachen, Band 3

Dieser Band befasst sich mit einem wichtigen Aspekt der Ars didactica: Er diskutiert zwar keine neuen „Übersetzungsmethoden", will aber dazu anregen, das Übersetzen als eine unverzichtbare Kulturtechnik zu lehren und zu lernen. Er will dazu ermuntern, das Übersetzen nicht auf die informationstheoretischen bzw. nachrichtentechnischen Vorgänge des Rekodierens und Dekodierens zu reduzieren, sondern als eine anspruchsvolle und bisweilen auch kreative Leistung ernst zu nehmen, seine ästhetische Dimension nicht aus den Augen zu verlieren und den Respekt vor dem Original erkennen zu lassen

Melissa Vetters

Die spätbronzezeitlichen Terrakotta-Figurinen aus Tiryns

Die Publikation umfasst eine detaillierte Untersuchung mykenischer Figurinen im Zeitraum von ca. 1450/1430–1070/1060 v. u. Z. Das Korpus mykenischer Terrakotta-Figurinen aus Tiryns in der Argolis bildet mit über 3200 katalogisierten Einzelfragmenten die Materialgrundlage für eine Kontextanalyse der Figurinenverteilung. Die archäologisch gut erforschte Stätte mit ihrer Zitadelle und der umgebenden Flachlandsiedlung ist Ausgangspunkt für Untersuchungen zur Verwendung und Interpretation der Gattung: Auf Basis der Grabungsdaten dieser mykenischen Kernsiedlung werden Fallbeispiele aus Haus-, Handwerks- und kommunalen Kultkontexten analysiert, aber auch andernorts publizierte Ergebnisse integriert.
Die Publikation erfolgte mit Unterstützung durch das Institute for Aegean Prehistory.

Achim Lichtenberger , Oren Tal , Zeev Weiss (Hrsg.)

Judaea/Palaestina and Arabia: Cities and Hinterlands in Roman and Byzantine Times
Panel 8.6

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 44

Seit mehreren Jahrzehnten steht die Survey-Archäologie und die Untersuchung von Stadt-Hinterland-Beziehungen im Fokus der mediterranen Archäologie. In der südlichen Levante wurden diese Ansätze bisher jedoch nur selten verfolgt. So wurden nur wenige Städte dieser Region durch systematische intensive oder extensive Surveys untersucht. Dieser Band ist der städtischen Infrastruktur gewidmet und konzentriert sich auf die Untersuchung der Beziehungen zwischen Städten und ihrem Hinterland. Hierbei fokussiert er sich auf Haupt- und Nebenverwaltungszentren in Judäa / Palästina und Arabien unter römischer und byzantinischer Herrschaft (1. bis 7. Jh. n. Chr.). Während die Erforschung der historischen Geographie der südlichen Levante eine lange Tradition hat, haben sich heutzutage die Forschungsfragen gewandelt und die Erforschung von Mikroregionen und ihres Hinterlandes steht nun in vielen Fällen im Mittelpunkt der Projekte. Solche Studien können nur systematisch durchgeführt werden, wobei multidisziplinäre Ansätze und hochauflösende Analysen verwendet werden, um alle Arten von Zonen städtischer Siedlungen und Verbindungen innerhalb des Standorts und seiner Peripherie und seines Hinterlandes zu untersuchen. Die Beiträge dieses Bandes bieten einen ersten Versuch, die städtischen Siedlungen in der südlichen Levante aus einer vergleichenden Perspektive zu betrachten.