Michael Koch (Hrsg.)

Archäologie in der Großregion
Beiträge des internationalen Symposiums zur Archäologie in der Großregion in der Europäischen Akademie Otzenhausen vom 19. - 22. Februar 2015

Archäologentage Otzenhausen – Archäologie in der Großregion, Band 2

Der vorliegende Tagungsband dokumentiert die Vorträge und Präsentationen der 2. Archäologentage Otzenhausen und macht sie damit auch denjenigen zugänglich, die nicht an den Archäologentagen teilnehmen konnten. Die ungezählten Gespräche und „Grenzüberschreitungen“ am Rande und in den Pausen, an den Abenden und bei den Exkursionen lassen sich nicht dokumentieren. Und doch machen gerade sie den besonderen Reiz der Archäologentage Otzenhausen aus.

Peter Knötzele

Das römische Gräberfeld von Stettfeld II
Katalog der Gräber und übrigen Befunde

Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg, Band 7

Von 1979 bis 1981 wurde in Stettfeld (Gemeinde Ubstadt-Weiher, Landkreis Karlsruhe) eines der größten römischen Gräberfelder ausgegraben. Die Kenntnis über das römische Stettfeld beschränkte sich bisher aber hauptsächlich auf den dazugehörigen Vicus. Im unmittelbaren Anschluss an die Ausgrabung wurde mit einer interdisziplinären Auswertung unter modernen Gesichtspunkten begonnen. Bereits 1988 erschien der erste Band über das römische Gräberfeld, der die anthropologischen und osteologischen Untersuchungen behandelt und einen ersten Eindruck über die Bedeutung der römischen Nekropole vermittelt. Im vorliegenden zweiten Band werden die knapp 390 Gräber und anderen Fundstellen unter archäologischen Gesichtspunkten dargestellt. Erstmals werden die kompletten Grabensembles sowie die Befundsituationen vorgelegt und somit für die weitere Forschung zugänglich gemacht.

Stefan Wenzel, Martin Grünewald und Ricarda Giljohann

Römische Landnutzung im antiken Industrierevier der Osteifel

Monographien des RGZM, Band 155

Seit Beginn der Römischen Kaiserzeit erlebte die Gegend zwischen Mayen am Rande der Eifel und Andernach am Rhein eine enorme Steigerung ihrer wirtschaftlichen Aktivität. In kurzer Zeit entstand dort ein Industrierevier, von dem aus weite Gebiete in den römischen Nordwestprovinzen mit hochwertigen Basaltlava-Mühlsteinen, leichten Tuffsteinen und später auch mit hitzebeständiger Keramik versorgt wurden. Steinbrüche wurden neu angelegt, Land- und Wasserwege ausgebaut, bestehende Absatzräume ausgedehnt und andere erst noch erschlossen. Auf Rückschläge im 3. und 4. Jahrhundert folgten weitere Boomphasen.

Wie konnten die zahlreichen Arbeiter und ihre Familien ernährt werden, und welche Folgen hatte der Erfolg der Stein- und der energieintensiven Keramikindustrie für die Umwelt? Um dies zu klären, wurden zwei römische Villen am Nordrand der Mayener Mühlsteinbrüche mit geophysikalischen Messungen, Grabungen, geoarchäologischen und botanischen Untersuchungen erforscht und ihr gesamtes Umfeld erkundet. Die Ergebnisse präsentiert dieses Buch. Die Bewohner der villa Mendig, »Im Winkel« waren selbst an der Herstellung von Mühlsteinen beteiligt. In der Spätantike dürfte eine Flächendrainage dort einen Umschlagplatz für Mühlsteine am Segbach trocken gehalten haben, während ein wehrhafter Speicherbau die Versorgung der Steinbrucharbeiter sicherstellte. In der villa Mendig, »Lungenkärchen« residierten Steinbruchbesitzer. Sie erwies sich als Axialhofanlage mit imposantem Wasserbecken. Begehungen führten ebenso zur Auffindung des zu »Lungenkärchen« gehörenden Begräbnisplatzes mit Monumenten aus Lothringer Kalkstein wie zur Entdeckung eines bislang unbekannten vicus »Im Terl«.

Polly Lohmann (Hrsg.)

Archäologie und Politik
Die zwei Geschichten des Tropaeum Traiani zwischen Heidelberg und Adamklissi

Wem gehört kulturelles Erbe, und was erzählt es uns? Diese hochaktuellen Fragen sind Teil eines Spannungsfeldes zwischen Besitzansprüchen und Geschichtskonstruktionen, für das die Archäologie immer wieder herhalten muss. Das Tropaeum Traiani von Adamklissi in Rumänien steht beispielhaft für die historischen Verflechtungen von Archäologie und Politik. Die Pop-up-Ausstellung und dieses Buch erzählen die zwei Geschichten desselben Monuments, das – als Original in Rumänien und als Kopie in Heidelberg – im Verlauf des 20. Jahrhunderts ganz unterschiedlich rezipiert und politisch instrumentalisiert wurde. Mit der Archäologie im Ersten Weltkrieg, der Antikenrezeption im kommunistischen Rumänien und der 1968er-Bewegung in Deutschland werden schlaglichtartig verschiedene politische Kontexte und ihre Auswirkungen auf das kulturelle Erbe der Antike gezeigt.

Agnieszka Mączyńska

In Search of the Origins of Lower Egyptian Pottery
A New Approach to Old Data

Studies in African Archaeology, Band 16

Ein Bericht über Studien, die die Autorin von 2015 bis 2018 im Rahmen des Projekts "The Development of the Early Neolithic Societies in Lower Egypt in the 5th Millennium BC and their Interactions with the Southern Levant", finanziert durch das National Wissenschaftszentrum Polen durchführte. Ein Schwerpunkt bilden die Untersuchungen zu Ursprüngen der neolithischen Keramik in Unterägypten.

Michael Koch (Hrsg.)

Archäologie in der Großregion
Beiträge des internationalen Symposiums zur Archäologie in der Großregion in der Europäischen Akademie Otzenhausen vom 7. - 9. März 2014

Archäologentage Otzenhausen – Archäologie in der Großregion, Band 1

Bei der Poster-Ausstellung anlässlich der Archäologentagung Otzenhausen 2014 wurden von der Hochschule der Bildenden Künste im Saarland (HBKsaar) zwei aktuelle Konzeptstudien zum Themenbereich „Digital Cultural Heritage“ präsentiert.
Noch vor Markteinführung (2015) konnte dieses System in einer Studienarbeit auf die Tauglichkeit im Bereich Digital Cultural Heritage untersucht werden. Ein Versuchsaufbau bot den Tagungsteilnehmern in Otzenhausen die Möglichkeit, das System kennen zu lernen und selbst zu testen.

Marianne Dumitrache (Hrsg.)

Die Konstanzer Marktstätte im Mittelalter und in der Neuzeit

Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg, Band 5

Konstanz am Bodensee zählt zu den Städten Baden-Württembergs, die den Zweiten Weltkrieg weitgehend unversehrt überstanden haben. Die umfangreichen und besonders unter den Aufschüttungen am ehemaligen Seeufer hervorragend erhaltenen archäologischen Überreste führten dazu, dass die Konstanzer Altstadt sich seit den 1980er-Jahren zu einem der Schwerpunkte der archäologischen Denkmalpflege des Landes entwickelte. 1989 bis 1992 fanden im Bereich der Marktstätte groß angelegte Grabungen statt, die sich durch eine außergewöhnliche Befunddichte und große Mengen an Fundmaterial auszeichneten. Die detaillierte Auswertung der Befunde und Funde, die in diesem Band vorgelegt wird, erlaubt neue Einblicke in die Stadtentwicklung des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Im Mittelpunkt stehen dabei neben der Bebauung insbesondere die mittelalterliche Landgewinnung, der Hafenbau und die neuzeitliche Marktplatznutzung.

Zugehörige Forschungsdaten finden Sie hier.

Marek Chłodnicki

Ceramika neolityczna w środkowym Sudanie

Studies in African Archaeology, Band 6

Die Veröffentlichung von Band 6 der "Studies in African Archaeology" war für 1987 geplant.
Nach mehr als 30 Jahren wurde der Band, der die Ergebniss der archäologischen Grabungen, die zwischen 1972 und 1982 in Kadero durchgeführt wurden, vorstellen sollte, publiziert. Da viele der seinerzeit zur Veröffentlichung vorgesehenen Ergebnisse inzwischen durch neue Erkenntnisse überholt sind, werden im vorliegenden Band jetzt die Keramiken der Fundorte u.a. von Shaqadud, Geili, Ghaba, Kadada, Umm Direiwa und Zakiab präsentiert.

Svenja Höltkemeier

L’usage des ressources animales au Néolithique en Mittelelbe-Saale (Allemagne centrale): la faune des enceintes de Wallendorf « Hutberg » et Salzmünde « Schiepzig » dans leur contexte régional

Forschungsberichte des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle, Band 18

Das Mittelelbe-Saale-Gebiet war zwischen 4200 und 2800 v. Chr. von verschiedenen frühbäuerlichen Kulturen besiedelt. Um die kulturelle Vielfalt und die Entwicklung der Tiernutzung zu erfassen, wurden die Faunenreste der zwei bedeutenden Fundplätze Wallendorf » Hutberg « und Salzmünde » Schiepzig « untersucht und mit 29 veröffentlichten Fundorten verglichen. Insgesamt wurden mehr als 33.000 Tierreste anhand archäozoologischer Methoden statistisch ausgewertet. Es zeigt sich, dass die Nahrungsmittelproduktion hauptsächlich auf der Viehzucht basierte und dass bestimmte Fundplätze eine Spezialisierung bei genutzten Tierarten und Tierprodukten aufwiesen. Darüber hinaus belegen symbolische Praktiken die besondere Wertschätzung bestimmter Tiere und somit eine einzigartige Beziehung zu den Menschen.

Ergänzende Materialien finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link: https://doi.org/10.11588/data/QXMSS3

Marion Brüggler, Julia Obladen-Kauder, Harry van Enckevort (Hrsg.)

Town-Country Relations in the Northern Parts of Germania inferior from an Economic Perspective
Panel 8.9

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 46

Die Provinz Germania inferior ist ein interessanter Kandidat für die Forschung zu Stadt-Land-Beziehungen. Während ihr südlicher Teil an das Verbreitungsgebiet der oppida grenzt, gab es in ihren nördlichen Teilen keine eisenzeitliche Tradition größerer Siedlungen. Dennoch wurden hier in der Römerzeit Städte gegründet: die Colonia Ulpia Traiana (Xanten) und die Municipia Ulpia Noviomagus (Nimwegen) sowie Forum Hadriani/Municipium Aelium Cananefatium (Voorburg). Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der damaligen Zeit war die römische Armee mit ihren zahlreichen Kastellen entlang des Niederdeutschen Limes. Diese massiven und neuen Ansammlungen von Personen, die nicht primär in der Nahrungsmittelproduktion tätig waren, müssen eine Herausforderung für die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Gütern gewesen sein.

Dieses Panel fasst die Stadt-Land-Beziehungen in zwei civitates zusammen und vergleicht sie: die civitas Cugernorum mit ihrer Hauptstadt Colonia Ulpia Traiana und die civitas Batavorum mit ihrer Hauptstadt Municipium Ulpia Noviomagus. Welche Versorgungsstrategien für die Städte lassen sich ausmachen? In welcher Weise haben die Primärzentren das Land beeinflusst? Gibt es Unterschiede zwischen den civitates? Unterscheiden sie sich von den civitates in den südlichen Teilen von Germania inferior? Und wenn ja, was sind die Gründe hierfür? Ein weiterer Schwerpunkt sind Fragen methodische Art, wie z.B.: Können wir diese Fragen mit den Daten, die uns vorliegen, überhaupt beantworten? Und wenn das nicht der Fall ist, welche anderen Methoden können angewandt werden, um einen tieferen Einblick in diesen Aspekt der römischen Wirtschaft zu gewinnen?

Eleni Hasaki, Martin Bentz (Hrsg.)

Reconstructing Scales of Production in the Ancient Greek World: Producers, Processes, Products, People
Panel 3.4

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 8

Forscher haben unterschiedliche, sowohl traditionelle als auch experimentelle Ansätze verfolgt, um den Umfang handwerklicher Produktion zu bestimmen, eine wichtige Grundlage für Aussagen zur antiken Wirtschaft. In diesem Panel werden neue Berechnungsmethoden vorgestellt: zur Größe von Werkstätten und ihrer Belegschaft, zum Zeitaufwand für den gesamten Herstellungsprozess von Produkten, zur Bedarfsmenge bzw. zur Nachfrage der Bevölkerung nach bestimmten Produkten sowie zum heute erhaltenen Anteil antiker Produktionsmengen. Methoden, die teilweise von benachbarten Disziplinen entwickelt wurden, helfen, das archäologische Material neu zu interpretieren. Durch Anwendung der sozialen Netzwerkanalyse und durch Berechnungen der Arbeitsleistung einzelner Handwerker, der Bauwirtschaft und des Verhältnisses von Produktions- und Konsumptionsmengen soll ein besseres Verständnis der Leistungsfähigkeit und des Umfangs des Handwerks in Griechenland und in den griechischen Kolonien geschaffen werden. Archäologen und Wirtschaftshistoriker nutzen hierbei, vor allem auf der Mikro-Ebene, Variablen wie die Rohstoffbeschaffung, den Einsatz von Arbeitskraft, gegenseitige Abhängigkeiten verschiedener Handwerke, Ausbildungszeiten und Nachfragezahlen. Chronologisch reicht der Rahmen von der Prähistorie bis in die klassische Zeit, geographisch liegt der Fokus auf Griechenland und Italien, thematisch auf Keramik, aber auch auf Fußbodenbelägen sowie Grabarchitektur.

Aiman Ashmawy, Klara Dietze, Dietrich Raue (Hrsg.)

Heliopolis – Kultzentrum unter Kairo

Kleine Schriften des Ägyptischen Museums Leipzig, Band 13

Anlässlich einer Sonderausstellung im Ägyptischen Museum – Georg Steindorff – der Universität Leipzig wurden vom Januar – August 2020 aktuelle Forschungsergebnisse der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Hierbei wurde der Kontext der Arbeiten der ägyptisch-deutschen Gemeinschaftsunternehmung im Tempel von Heliopolis vorgestellt und in dem nun vorgelegten E-Book zusammengefasst. Mit eingeschlossen sind Essays zu Funden des 3.–2. Jts. v. Chr. aus Heliopolis, die als Leihgaben des Ägyptischen Museums Berlin in der Sonderausstellung zu sehen waren sowie zur Geschichte der ägyptischen Arbeiter auf deutschen Ausgrabungen.

Dominik Kimmel, Stefan Brüggerhoff (Hrsg.)

Museen – Orte des Authentischen? Museums – Places of Authenticity?

RGZM – Tagungen, Band 42

Museen, aber auch Gedenk- und Kulturerbestätten sowie Archive und Bibliotheken sind die Hüter, Bewahrer und Auszeichnungsinstitutionen »authentischer Dinge« und in vielerlei Hinsicht zugleich »Orte des Authentischen«. Gerade vor dem Hintergrund der sich rasant entwickelnden digitalen Möglichkeiten sind sie damit wichtige Instanzen mit dem Anspruch, das »Echte« und das »Wahre« zu bewahren und zu vermitteln. Der Band gibt einen Einblick in die Breite der Diskussion zum Topos »Authentizität« in Museum und Kulturerbe.
Die Publikation geht auf eine Serie von internationalen Fachtagungen des Leibniz-Forschungsverbundes Historische Authentizität zurück, die am Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz sowie an der Universität Cambridge zwischen 2016 und 2019 stattfanden, und greift zudem die Diskussion vorangehender Veröffentlichungen des Forschungsverbundes auf.
56 Autorinnen und Autoren beschreiben aus unterschiedlichsten disziplinären Sichtweisen in 43 übergreifenden Beiträgen und anhand von ausgewählten Fallbeispielen verschiedenste Dimensionen der Auseinandersetzung mit dem Phänomen »Authentizität« in Sammlung, Forschung, Konservierung, Restaurierung, Ausstellung, Vermittlung und virtueller Darstellung. Die behandelten »Museumstypen« reichen dabei von Naturkundemuseen über Technik-, Kunst-, Universitäts-, Forschungsmuseen bis hin zu Personenmuseen. Sie gehen aber auch darüber hinaus, indem sie andere sammelnde Einrichtungen wie Bibliotheken und Archive einbeziehen.

Jean-Pierre Brun, Nicolas Garnier, Gloria Olcese (Hrsg.)

A. Making Wine in Western-Mediterranean B. Production and the Trade of Amphorae: Some New Data from Italy
Panel 3.5

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 9

Ziel dieses Bandes ist es, mit Hilfe von Archäologie, Archäometrie, Archäobotanik und Molekulararchäologie neue Daten und aktuelle multidisziplinäre Projekte zum Weinbau in der Antike vorzustellen; und zwar sowohl zur Weinherstellung und -verbreitung als auch zu den Behältern, in denen der Wein aufbewahrt wurde.

Die Studien in diesem Band konzentrieren sich auf Italien und seine Beziehungen zu anderen Gebieten (Spanien, Malta), um unsere Kenntnisse über die Veränderungen in der Agrarlandschaft zu vertiefen. Ein weiterer Schwerpunkt sind Weinproduktionsanlagen, die bisher noch wenig erforscht sind, wie z.B. in den Fels eingearbeitete Behälter.

Die fortschreitende Entwicklung technischer Analysemöglichkeiten ermöglicht nach und nach die Beantwortung der alte Frage der Unterscheidung zwischen Produktionsanlagen für Wein und Olivenöl. Es war bekannt, dass für beide Produkte die gleichen Pressen verwendet werden, aber jetzt können durch die systematische Flotationsanalyse Olivenkerne oder Traubenkerne zum Vorschein kommen, und biochemische Analysen in der Gaschromatographie oder Flüssigkeitschromatographie in Verbindung mit der Massenspektrometrie liefern heute sehr zuverlässige Ergebnisse über die Rückstände in den Fässern.

Im zweiten Teil des Bandes werden einige neue archäologische und archäometrische Daten zur Herstellung und Verbreitung von Weinamphoren - die von der tyrrhenischen Küste Italiens, Spaniens und Afrikas stammen - in Italien und im westlichen Mittelmeerraum vorgestellt, deren Untersuchung ebenfalls mit Labormethoden durchgeführt wurde.

Tiberius Bader (Hrsg.)

Hemmingen in der Vor- und Frühgeschichte

Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg, Band 79

Der heute rund 7300 Einwohner zählende Ort Hemmingen liegt 15 km nordwestlich der Landeshauptstadt Stuttgart, zwischen dem mittleren Neckartal und dem Vorschwarzwald in der durch sanfte Anhöhen und flache Talmulden geprägten Landschaft des „Strohgäus“. Die ausgesprochen fruchtbaren Lössböden der Region werden bereits seit dem Beginn der Jungsteinzeit vor etwa 7500 Jahren und durch alle folgenden Epochen hindurch landwirtschaftlich genutzt. Zahlreiche Funde von Siedlungen der ersten Ackerbauern ebenso wie Spuren der Kelten, Römer und Alamannen bezeugen die Jahrtausende alte Besiedlungsgeschichte in und um Hemmingen. Das vorliegende Heft geht auf eine Vortragsreihe des Ortsgeschichtlichen Vereins Hemmingen zurück. Neben einem kurzen Abriss der lokalen Forschungsgeschichte bietet es einen zusammenfassenden Überblick über die wichtigsten Epochen der Vor- und Frühgeschichte und die Bodendenkmäler und Funde, mit denen sie in Hemmingen vertreten sind.

Annalisa Marzano (Hrsg.)

Villas, Peasant Agriculture, and the Roman Rural Economy
Panel 3.15

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 17

Die römische Villa war ein prägendes Element der römischen Welt, dessen Aussehen und Verbreitung in den Regionen Italiens und darüber hinaus mit verschiedenen historischen Phänomenen in Verbindung gebracht wurde: Die territoriale Ausdehnung Roms, die Errichtung von Kolonialstädten und die Bereitschaft der einheimischen Eliten, an Formen römischen Lebens teilzunehmen. Während die traditionelle Geschichtsschreibung die zunehmende Ausbreitung großer Villen in Italien während der Republik als ein Phänomen ansah, das kleine und mittlere Landbesitzer vom Land verdrängte und damit zu den sozio-politischen Problemen Roms beitrug, haben neuere Studien gezeigt, dass große Villen und Bauernhöfe nicht im Widerspruch zueinander standen. Die in diesem Band gesammelten Artikel versuchen, eine organischere Bewertung der Funktionsweise der "Villenwirtschaft" und der "bäuerlichen Wirtschaft" zu erreichen und zu untersuchen, inwieweit - wenn überhaupt - die beiden Wirtschaftsweisen ineinander integriert waren. Dies wird durch die Beantwortung zweier Hauptfragen erreicht: ob Villen und kleine und mittlere Bauernhöfe Teil von zwei unterschiedlichen Produktions- und Verteilungssystemen waren oder nicht; und inwieweit das Bild, das sich aus den Provinzen ergibt, mit der Situation im römischen Italien verglichen werden kann.

Miko Flohr, Nicolas Monteix (Hrsg.)

Shops, Workshops and Urban Economic History in the Roman World
Panel 8.3

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 42

Die materiellen Überreste römischer Läden und Werkstätten im urbanen Kontext spielten in der klassischen Archäologie lange Zeit eine marginale Rolle, doch in den vergangenen Jahren erfreuten sie sich einer deutlich gestiegenen wissenschaftlichen Aufmerksamkeit. Beeinflusst durch Debatten über das Wesen der antiken städtischen Wirtschaftsstrukturen begann die Forschung ab den späten 1990er Jahren die archäologischen Beweise für den städtischen Einzelhandel sowie die städtische Produktion mit einer neuen und stärkeren Intensität zu untersuchen.

Seit der Jahrtausendwende haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunehmend damit begonnen, die Gestaltung von Läden und Werkstätten in Bezug auf gewinnorientierte Investitionsstrategien zu untersuchen und die Wirtschaftsgeschichte städtischer Gewerbelandschaften zu erforschen. Dieser Band diskutiert die Art und Weise, in der die Untersuchung von urbanen Läden und Werkstätten unsere Konzeptualisierung der städtischen Wirtschaftsgeschichte in der römischen Welt in Frage gestellt hat, und er untersucht mögliche Wege, um unser Verständnis des sich wandelnden Charakters des römischen urbanen Handels weiter zu vertiefen und räumliche sowie zeitliche Distanzen zwischen lokalen Zeugnissen zu überbrücken.

Eva Mol, Lisa Lodwick (Hrsg.)

AIAC-Round Table Discussion. Diversity in the Past, Diversity in the Present? Issues of Gender, Whiteness, and Class in ‘Classical’ Archaeology
Panel 12.10

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 52

Dieser kleine Band im Rahmen der AIAC-Aktens ist das Ergebnis einer Podiumsdiskussion über Vielfalt in der Klassischen Archäologie und kann als Aufruf und Pamphlet für mehr Inklusivität und soziale Gerechtigkeit in diesem Bereich gelesen werden. Angesichts der Bestürzung vieler über das anfänglich rein männlich besetzte keynote panel der AIAC2018 zielte das Panel darauf ab, breitere Fragen zur Diversität und Intersektionalität in der griechisch-römischen Archäologie zu diskutieren. Als Archäologen haben wir es zu einer unserer Hauptaufgaben gemacht, "die Menschen ohne Geschichte" in den Vordergrund zu rücken und ein vielfältigeres Bild der griechisch-römischen Vergangenheit zu zeigen. Warum spiegelt sich diese Vielfalt dann nicht in der Disziplin selbst wider? Das rein männliche Panel war symptomatisch für grundlegendere Probleme, unter denen die Disziplin leidet, sowohl in Bezug auf das Geschlecht als auch in Bezug auf die untrennbar damit verbundenen Fragen der whiteness, der Klasse und des "Klassischen". Das AIAC-Panel erwies sich als konstruktiver und ermächtigender Treffpunkt, auf dem wichtige Fragen der Ungleichheit und Ungerechtigkeit diskutiert wurden, sowie die Fähigkeit der Disziplin, sich auf eine selbstreflexivere und sozial engagierte Zukunft zuzubewegen. Die Beiträge in diesem Band gelten als Spiegel dieser fruchtbaren und andauernden Debatte, die hoffentlich zu mehr Bewusstsein und mehr Dialog führen wird.

Michael Herdick, Angelika Hunold, Holger Schaaff (Hrsg.)

Pre-modern Industrial Districts
Panel 3.12

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 14

Das antike Steinbruch- und Bergwerksrevier der Osteifel wird seit 1997 vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) in Mainz und Mayen erforscht. Die Produkte – allen voran Mühlsteine aus Basaltlava, Baumaterial aus Tuffstein und Keramikgeschirr – wurden viele Jahrhunderte lang in weite Teile Europas exportiert.

Um dieses reichhaltige Bodenarchiv zur antiken Steinindustrie zu untersuchen und deren Rolle bei der römischen Okkupation und der Romanisierung nördlich der Alpen zu definieren, wurde ein umfangreiches Forschungsprogramm initiiert. Wesentliche Themen waren die Basalt- und Tuffsteinindustrie sowie das Wirtschaftszentrum Mayen. Die Keramikindustrie wird aus der Perspektive archäologischer Materialstudien, aber auch durch die experimentelle Archäologie untersucht. Weitere Studien widmeten sich den Voraussetzungen, unter denen sich der wirtschaftliche Aufschwung vollzog, insbesondere der Infrastruktur und der ländlichen Besiedlung.

Als Industrierevier von überregionaler Bedeutung erwies sich das Steinbruch- und Bergwerksrevier der Osteifel als hervorragende Fallstudie für die Erforschung vormoderner Industriereviere allgemein und ermöglichte die Ableitung eines Modelles zur Untersuchung antiker Industrien. Von besonderer Bedeutung für ihr Verständnis sind die Langzeitperspektive und ein ganzheitlicher Ansatz, der ökonomische und soziale Aspekte sowie die Siedlungsentwicklung berücksichtigt.

 

Vassilis Orfanos

Turkish loanwords in Cretan Greek
Gathered from dictionaries, textes, and oral speech

Im vorliegenden Werk wird eine detaillierte und dokumentierte Liste türkischer Lehnwörter aus dem Griechischen präsentiert. Diese Lehnwörter werden auf Kreta seit der Zeit des Kretischen Krieges (1645-1669) bis heute verwendet. Das Material stammt aus Wörterbüchern, Texten und mündlichen Äußerungen und umfasst etwa 4000 Einträge. Enthalten sind Wörter, die direkt aus dem Türkischen stammen, aber auch solche, die durch Ableitung oder Zusammensetzung folgten. Das Korpus bietet eine solide Grundlage für die Untersuchung der Auswirkungen der türkischen Sprache auf das kretische Idiom und die griechische Sprache im Allgemeinen. Die erste Ausgabe dieses Werkes wurde 2014 von der Stadtbibliothek Vikelaia in Heraklion (Kreta, Griechenland) veröffentlicht.