Susanne Bosche

Die Selbstrepräsentation von Handwerkern und Händlern im Grabkontext in der Provinz Gallia Belgica
Aspekte der Vermittlung sozialer Identität in einer multikulturellen Gesellschaft

Daidalos – Heidelberger Abschlussarbeiten zur Klassischen Archäologie, Band 6

Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit liegt auf einer Untersuchung des sozialen Hintergrundes der Selbstrepräsentation von Handwerkern und Händlern im Grabkontext in der römischen Provinz Gallia Belgica des 2. und 3. Jahrhunderts u.Z., sowie einiger erkennbarer Phänomene des verstärkten Kontaktes der einheimischen Bevölkerung mit der römischen Kultur. Der erste Teil der Arbeit legt nahe, dass die hohe Zahl von steinernen Grabmälern von Handwerkern und Händlern im betrachteten Zeitraum primär im Kontext von Veränderungen in der Memorialkultur und den verwendeten Materialien zu stehen scheint und nicht ausschließlich auf soziale oder wirtschaftliche Aspekte zurückgeführt werden kann.

Die ikonographische Gestaltung der Grabmäler, die im zweiten Teil hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Aspekte untersucht wird, lässt keine Verfestigung der Bildersprache als Ausdruck eines Kollektivbewusstseins erkennen. Konzeptueller Hintergrund der Repräsentativität von Handwerk und Handel ist das Herstellen von Produkten hoher und nachprüfbarer Qualität, wobei der Transport der Waren zu einem überregionalen Zielort eine wichtigere Rolle einnimmt als der Verkauf selbst, in dessen Rahmen zudem die Interaktion mit den Kunden über die Waren, und nicht deren Umtausch gegen Geld im Vordergrund steht. Die im dritten Teil untersuchte soziale Einordnung der Personen ist nur unter Einschränkungen möglich, insbesondere kann der Rechtsstatus anhand der momentanen Quellen- und Forschungslage nicht überzeugend rekonstruiert werden. Namensgebung und Kleidung legen jedoch nahe, dass es sich vorwiegend um Angehörige der lokal ansässigen Bevölkerung handelt. Die verwendeten, äußerst heterogenen Grabmalformen lassen durch  verschiedene Tendenzen der Ausweitung des memorialtechnischen Anspruches im Rahmen der Erinnerungskultur einen Anspruch auf Sozialprestige erkennen, welcher in vielen Fällen mit einer Charakterisierung der Person durch Prestigewaren kombiniert wird. Der so erkennbare Prestigeanspruch fällt tendenziell mit einer zunehmenden Orientierung an Elementen aus der römischen Kultur zusammen. Aufgrund der fehlenden Thematisierung politischer Ambitionen und der im wirtschaftlichen Bereich erkennbaren Phänomene sollte von einer zumindest partiellen Etablierung von Internationalität als sozial relevanten Wert ausgegangen werden.

Agnieszka Mączyńska

Lower Egyptian Communities and Their Interactions with Southern Levant in the 4th Millennium BC

Studies in African Archaeology, Band 12

Das Nildelta in der prädynastischen Zeit und der Kulturkontakt zu den Gesellschaften der Südlevante in der Kupferzeit und der frühen Bronzezeit sind das Thema in Band 12 der Studies in African Archaeology.
Neue Grabungsergebnisse, die weitere Erkenntnisse zur Entwicklungsgeschichte der Südlevante erbrachten sind Thema des Bandes. Die Monographie basiert auf der Dissertation der Autorin im Jahr 2004, erweitert um neue Erkenntnisse der nachfolgenden 10 Jahre.

Ariane Elisabeth Tatas

Die figürlichen Grabstelen im römischen Thessaloniki

Daidalos – Heidelberger Abschlussarbeiten zur Klassischen Archäologie, Band 5

„Ταῦτα, φίλοι ∙ μετὰ ταῦτα τί | γὰρ πλέον; οὐκέτι ταῦτα. |στήλλη ταῦτα λαλεῖ καὶ λί|θος ∙ οὐ γὰρ ἐγώ“. Mit diesen Worten kommt ein Grabepigramm des 3. Jhs. n. Chr. aus Eumeneia in Phrygien zu einem Abschluss. Gewinnt man bei den ersten Worten noch den Eindruck der Tote wende sich ein letztes Mal an den Passanten und Betrachter seiner Grabstele, so versteht sich von selbst, dass man enttäuscht werden muss. Denn welche Hoffnungen oder Befürchtungen unser Gaius auch immer an das Jenseits knüpfte, gewiss bleibt nur, dass wir ihn nicht mehr zum Sprechen bringen werden. In diesem Sinn sei hier ein Versuch  gewagt, doch zumindest die Sprache der Grabsteine, in Wort und Bild, zu deuten. So befasst sich die vorliegende Arbeit mit der Untersuchung der figürlichen Grabstelen der Stadt Thessaloniki und ihrer chora in römischer Zeit, das heißt in erster Linie vom frühen 1. Jh. v. Chr. bis gegen Ende des 3. Jhs. n. Chr.2. Ziel war es dabei, das komplette Material aufzunehmen.

Selma Abdelhamid

»Ein Ostwind wird Dich mitten auf dem Meer zerbrechen«
Phönizische Schiffswracks vom 8. bis 6. Jh. v. Chr.

Daidalos – Heidelberger Abschlussarbeiten zur Klassischen Archäologie, Band 4

Jahrhundertelang fuhren phönizische Schiffe, vom Wind angetrieben, von der syrischlibanesischen Küste über das Mittelmeer u nd über seine Grenzen hinaus. Die Berichte dieser Erkundungs- und Handelsfahrten wurden größtenteils nicht überliefert. Bis Mitte des 20. Jh.  wurden keine Fahrzeuge aufgefunden, so dass sich der Wissenschaft ein äußerst beschränktes  Bild des phönizischen Seewesens bot. Seit wenigen Jahrzehnten jedoch sind mehrere Wracks bekannt, Selbst ‚zerbrochen’ und versunken sind diese Schiffe als anschauliche  Zeugnisse früheisenzeitlicher und archaischer Kommunikationsstrukturen zu betrachten, die erstmals eine direkte Rekonstruktion des phönizischen Handels in seiner Blütezeit erlauben.  Die Wracks in Ashkelon belegen den Weinhandel. im östlichen Mittelmeer, jene in Mazarrón bringen Erkenntnisse zum Schiffsbau und dem  aktiven Handel auf der iberischen Halbinsel. Die Befunde in Bajo de la Campana und Rocheslongues schließlich bezeugen den Handel mit Rohstoffen, der in Kontexten an Land nur selten nachgewiesen werden kann.

Kristin Schuhmann

Die Schöne und die Biester
Die Herrin der Tiere im bronzezeitlichen und früheisenzeitlichen Griechenland

Daidalos – Heidelberger Abschlussarbeiten zur Klassischen Archäologie, Band 3

Die vorliegende Magisterarbeit hat die Untersuchung der frühesten Darstellungen der Herrin der Tiere im bronzezeitlichen und früheisenzeitlichen Griechenland und Kreta zum Thema. Das Schema dieses Motivs ist im gesamten Mittelmeerraum sowie Mittel- und Südeuropa bis hin nach Vorderasien und Ägypten durch viele Epochen und Kulturkreise hindurch weit verbreitet. Gegenstand der Untersuchung ist eine Gruppe von Bildwerken des 2. und frühen 1. Jahrtausends v. Chr. an, auf denen eine als Gottheit interpretierte weibliche Figur in Verbindung mit Tieren dargestellt ist. Für diese Gottheit hat sich deshalb die Bezeichnung „Herrin der Tiere“ (Potnia Theron) eingebürgert. Es handelt sich um eines der wichtigsten und in ihrer Deutung schwierigsten Bildthemen der ägäischen und frühgriechischen Kultikonographie. Schwerpunkte der Untersuchung bildet die systematische Untersuchung der unterschiedlichen Schemata der Herrin der Tiere sowie der Analyse der Natur dieser Gottheit. In der Folge werden Anhaltspunkte für die Ursprünge und sekundär auch für die Kontinuität der Darstellung und für die Kulturkontakte zu Vorderasien und dem ägäischen Raum gesucht.

Zöller Sebastian

Die Gesellschaft der frühen „Dunklen Jahrhunderte“ auf Kreta
Eine Untersuchung der archäologischen Hinterlassenschaften der Bevölkerung Kretas während der Spätminoisch IIIC und Subminoischen Zeit im Bezug auf ihre soziale Aussagekraft und Bedeutung

Daidalos – Heidelberger Abschlussarbeiten zur Klassischen Archäologie, Band 2

Im Rahmen der hier vorgelegten Arbeit „Die Gesellschaft der frühen ‚Dunklen Jahrhunderte’ auf Kreta“ soll der Versuch unternommen werden, ein Bild der gesellschaftlichen Strukturen auf Kreta zu dieser Zeit zu erstellen. Dabei steht die Untersuchung der archäologischen Quellen und Hinterlassenschaften der kretischen Bevölkerung im Mittelpunkt, um Fragen nach der Stratifizierung der Gesellschaft nachzugehen und die politische Situation auf der Insel zu klären. Auch werden Aspekte der Wirtschaft und des Handels, sowie der Religion und des Kultes als Bestandteile des alltäglichen Lebens betrachtet, soweit sie archäologisch fassbar sind. Die chronologische Spanne der bearbeiteten Epoche umfasst die Phase Spätminoisch IIIC und die Subminoische Zeit, also den Abschnitt der kretischen Prähistorie nach dem endgültigen Zusammenbruch der mykenischen Palastkultur um 1200 v. Chr., die nach der Zerstörung der minoischen Paläste um 1490 v. Chr, auch die Kontrolle über die Insel Kreta innehatte. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen spiegeln gleichermaßen ein Bild von Kontinuität und Wandel wider, welches alle Bereiche des täglichen Lebens betrifft. Der Hauptteil der Arbeit enthält einen umfassenden Katalog aller chronologisch relevanten Fundorte der Insel und die Auswertung der archäologischen Quellen in Bezug zu ihrer sozio-politischen Aussagekraft und Bedeutung während einer noch immer spärlich untersuchten Epoche der kretischen Frühgeschichte.

Esther Widmann

Die Archäologie des Haushalts in der kretischen Neupalastzeit
Archäologische und ikonographische Zeugnisse zum alltäglichen Bereich

Daidalos – Heidelberger Abschlussarbeiten zur Klassischen Archäologie, Band 1

Die vorliegende Arbeit stellt die 'einfachen' Haushalte in den Mittelpunkt, die in der minoischen Archäologie oftmals zugunsten der großen Villen und Paläste vernachlässigt werden. Eine große Zahl von Hausbefunden verdeutlicht, daß die Masse der minoischen Bevölkerung eben nicht in den Villen und Palästen, sondern in bescheideneren Bauten lebte und, wie gezeigt wird, auch dort arbeitete. Der Haushalt als soziale Einheit und die hauswirtschaftlichen Aktivitäten, die im Rahmen dieser Einheit zum Alltag gehörten, werden dargestellt. Dies kann nur auf der Basis der ergrabenen Wohnhäuser und der darin gemachten Einbauten und Funde geschehen. Eine theoretische Erläuterung der Erforschung von Haushalten in der Archäologie geht dem chronologisch geordneten Hauptteil voran. Im Hauptteil werden Befunde der Vor- und Altpalastzeit angerissen, der Schwerpunkt liegt auf der Neupalastzeit. Wohnhäuser verschiedener Größe und in unterschiedlichen Siedlungskontexten (palatial, nichtpalatial, freistehend, aneinandergrenzend) werden beschrieben und ausgewertet. Ein aufgrund der spärlichen Quellenlage sehr viel weniger umfangreicher Teil befaßt sich mit den ikonographischen Zeugnissen, die Aufschluß über Haushalt und Alltag geben können. Eine umfassende Auswertung erweitert die Perspektive auf das Wirtschaftssystem der Haushalte und damit der minoischen Gesellschaft. Es zeigt sich, daß die unbedingte Voraussetzung für eine lohnende Erforschung archäologischer Haushalte eine detaillierte Dokumentation des Hausbefundes ist. Selbst dann können jedoch über die soziale Dimension des Haushaltes, seine Größe und Zusammensetzung, kaum Aussagen getroffen werden.

Thomas Frank

Die neolithische Besiedlung zwischen der Köln-Bonner Rheinebene und den Bergischen Hochflächen

Archäologische Berichte, Band 10

Die Bedeutung jungsteinzeitlicher Funde in Mittelgebirgen wurde seit den 1950er Jahren kontrovers diskutiert, denn es waren fast nur Oberflächenfunde von Steinartefakten bekannt, besonders Einzelfunde von steinernen Beilklingen. Im Laufe der Jahrzehnte wurden viele weitere Fundstellen entdeckt, die auch siedlungsanzeigende Steingeräte der Jungsteinzeit enthielten. Damit mehren sich die Anzeichen, dass diese Funde nicht allein Verlustfunde, Hinterlassenschaften von Jagdstreifen oder in historischer Zeit verschleppte Bodenfunde (Donnerkeile) sind.

Seit der im Jahr 1954 erschienenen Landesaufnahme des Bergischen Landes von Marschall, Narr und von Uslar, in der nur wenige jungsteinzeitliche Fundstellen aufgeführt werden konnten, haben "Laienforscher" Hunderte von urgeschichtlichen Fundplätzen entdeckt, deren Quellen aber bisher nicht zusammenfassend ausgewertet wurden. Von den 975 urgeschichtlichen Fundplätzen, die im Katalog dieser Arbeit vorgelegt sind, führen rund 400 auch jungsteinzeitliche Steinartefakte. Dazu kommen fast 100 Einzelfunde von Feuerstein-Beilklingen.

Der Autor untersucht in dieser Fundlandschaft einen Transekt von der Rheinebene zu den Bergischen Hochflächen, stellt die neolithischen Funde in ihr chronologisches und topographisches Umfeld und in Beziehung zu den mesolithischen Plätzen. Dabei zeigte sich eine mittel- bis endneolithische Besiedlung unterschiedlicher Intensität, deren unvermischte Fundstellen eindeutig an die besten Böden gebunden sind. Dagegen weisen die mesolithisch-neolithisch vermischten Fundplätze eine deutlich andere Topographie auf, deren Bodengüte offensichtlich ohne Bedeutung für die Auswahl der Plätze war. Die in der Forschungsgeschichte so kontrovers diskutierten Einzelfunde von Feuerstein-Beilklingen kennzeichnen das nähere Umfeld dieser Siedlungsstellen. Damit zeichnen sich unterschiedliche, möglicherweise sich gleichzeitig ergänzende jungsteinzeitliche Wirtschaftsformen ab.

Christian Lau

Zur Keramikchronologie der Römischen Kaiserzeit in Ostwestfalen anhand der Siedlungen von Enger, Hüllhorst und Kirchlengern im Ravensberger Land

Archäologische Berichte, Band 25

Die in den 1930er-Jahren durch Rafael von Uslar erarbeitete und bis heute gültige Typologie und Chronologie der rhein-weser-germanischen Keramik (1.–3. Jh. n. Chr.) erfährt in diesem Buch eine gründliche Revision, wobei die zugrunde liegenden Fundkomplexe mithilfe einer Seriation (Korrespondenzanalyse) geordnet werden. Den Ausgangspunkt der Studie bilden die vollständige Vorlage, differenzierte Aufarbeitung und Typisierung der Keramik von drei kaiserzeitlichen Siedlungen in Ostwestfalen – Enger, Hüllhorst und Kirchlengern – sowie die Re-Analyse verwandter Keramik zahlreicher bereits veröffentlichter Komplexe, die ebenfalls zumeist von Siedlungen stammen. Die auf diesem Weg erstellte Chronologie erlaubt es nun, Siedlungen der Römischen Kaiserzeit genauer zu datieren als bisher. Auf Grundlage der Keramik wird für die drei Siedlungen Enger, Hüllhorst und Kirchlengern die Abfolge der Häuser und Nebengebäude skizziert und datiert sowie eine  Besiedlungsgeschichte der drei Orte rekonstruiert.

Zugehörige Forschungsdaten finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link:

doi:10.11588/data/10016

Markus Vosteen

Unter die Räder gekommen
Untersuchungen zu Sherratts "Secondary Products Revolution"

Archäologische Berichte, Band 7

Die Dissertation von M. Vosteen befasst sich mit Innovationen während des Neolithikums, die als Grundlage zu einer von A. Sherratt 1981 entwickelten These in Anspruch genommen wurden: Die Einführung tierischer Sekundärprodukte (Secondary Products) habe zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen geführt, die er als „Secondary Products Revolution“ bezeichnete und die sich von außen nach Mitteleuropa verbreitet hätten. Vosteen hält die Bandbreite der Datierung der dafür als Beleg in Anspruch genommenen Funde für zu groß, um von einem gemeinsamen Entwicklungsstrang und begleitenden gesellschaftlichen Veränderungen ausgehen zu können. Damit revidiert Vosteen den Anspruch Sherratts, ausgehend von der Selektion bestimmter prähistorischer Funde auf gesellschaftliche bzw. gar historische Entwicklungen schließen zu dürfen.

Sherratt rezensiert die Arbeit und provoziert Vosteen erneut zu einer weiteren Verteidigung seiner Thesen. Später wurden Sherratts Überlegungen auch von anderen Autoren aufgegriffen und geprüft, inwieweit sich ein Wandel im Fundspektrum mit seinen Thesen vereinbaren lassen, was auf verschiedene Produkte und Regionen bezogen durchaus möglich ist.

Ursula Tegtmeier

Neolithische und bronzezeitliche Pflugspuren in Norddeutschland und den Niederlanden

Archäologische Berichte, Band 3

Ursula Tegtmeier stellt in ihrer Magisterarbeit die bis 1987 bekannten prähistorischen Pflugspuren aus Norddeutschland und den Niederlanden zusammen. Im Rahmen ihrer Studien führte sie gemeinsam mit Kommilitonen und Archäologen Experimente mit Pflügen durch. Die Deutung der daraus folgenden Arbeitsergebnisse sowie eine umfangreiche Literaturstudie sind wesentliche Teile dieser Veröffentlichung. Abgerundet wird diese wichtige Arbeit durch einen umfangreichen Katalog.

Gamal el-Deen Idris

Die Altsteinzeit im Sudan

Archäologische Berichte, Band 4

Gamal el Deen Idris stellt in seiner Dissertation die paläolithischen Funde aus dem Sudan zusammen, die aus der Literatur bis 1992 bekannt waren. Außerdem werden Funde der Sahara-Expeditionen des Kölner Institutes für Ur- und Frühgeschichte beschrieben und ausgewertet. Forschungsgeschichte und Typochronologie des Paläolithikums im Sudan bilden die Schwerpunkte der Arbeit. Ein umfangreicher Katalog der Fundstellen und Inventare macht dem interessierten Leser diese frühe Epoche einer zuvor wenig beachteten Region Afrikas zugänglich.

Andreas Heege

Die Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus dem Rheinland
Stand der Forschung - Typologie, Chronologie, Warenarten

Archäologische Berichte, Band 5

Diese Veröffentlichung entstand im Rahmen der 1992 fertig gestellten Dissertation von Andreas Heege "Hambach 500 – Villa rustica und früh- bis hochmittelalterliche Siedlung bei Niederzier, Kreis Düren". Da die mittelalterliche Keramikforschung im Rheinland dringend einer neuen Standortbestimmung bedurfte und es sich bei dem vorliegenden Text um ein abgeschlossenes Kapitel der Doktorarbeit handelt, war eine von der Materialvorlage zu "Hambach 500" getrennte Veröffentlichung sinnvoll.

Günther Junghans

Gabriel de Mortillet 1821-1898
Eine Biographie

Archäologische Berichte, Band 1

In seiner Biographie Gabriel de Mortillets (1821-1898) geht Günter Junghans dem Leben und Wirken dieses vielseitigen französischen Gelehrten nach. Studien umfangreicher Originalquellen am Seminar für Vor- und Frühgeschichte sowie der Universitätsbibliothek in Saarbrücken und in der Bibliothèque Nationale in Paris lassen ihn aber nicht nur die bekannten Beiträge Mortillets zur Erforschung des Paläolithikums betonen, sondern diese Biographie konzentriert sich auch auf den "homme politique".

Johannes Müller, Reinhard Bernbeck (Hrsg.)

Prestige - Prestigegüter - Sozialstrukturen
Beispiele aus dem europäischen und vorderasiatischem Neolithikum

Archäologische Berichte, Band 6

Prestige und Prestigegüter spielen für soziale Prozesse neolithischer Gesellschaften eine entscheidende Rolle. Dies wird nach einer soziologischen und kulturanthropologischen Definition der Begriffe an den verschiedenen Beispielen in diesem Band deutlich: Vom Akeramikum der Levante, £atal Hüyük in Anatolien und linearbandkeramischem Spondylusschmuck führen die Untersuchungen bis zu den nichtmegalithischen Langhügeln Dänemarks und der Schnurkeramik des Mittelelbe-Saalegebietes. Immer zeigt sich, daß aus den prähistorischen Quellen "Prestige" bestimmter Personengruppen rekonstruierbar ist, ohne direkt  "Prestigegüter" im archäologischen Material zu fordern. Neolithische Gesellschaften wirken in einem Spannungsfeld zwischen informeller Prestigeakkumulation und reglementierender Statusbildung. Hierarchien sind die Basis erster Stratifikation: Sozialstrukturen des Neolithikums werden erkennbar.

Maria Anastasiadou

The Middle Minoan three-sided soft stone prism
A study of style and iconography

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Beiheft 9.2

Ingo Pini, Walter Müller(Hrsg.)

Maria Anastasiadou

The Middle Minoan three-sided soft stone prism
A study of style and iconography

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Beiheft 9.1

Ingo Pini, Walter Müller (Hrsg.)

Jutta Klug

Die vorgeschichtliche Besiedlung des Amöneburger Beckens und seiner Randgebiete

Archäologische Berichte, Band 2

Das Ziel der Dissertation von Jutta Klug ist, die Möglichkeiten und Grenzen siedlungsgeschichtlicher Interpretationen von archäologischen Fundkarten aufzuzeigen. Dafür bietet das Amöneburger Becken als eine geographisch abgeschlossene Siedlungskammer innerhalb der Hessischen Senke beste Voraussetzungen.

Es werden Fundkartierungen vom Paläolithikum bis zur römischen Kaiserzeit dargestellt und in Bezug auf ihre siedlungshistorischen Aussagemöglichkeiten beschrieben und interpretiert.