Anna-Katharina Rieger, Johanna Stöger (Hrsg.)

Cities, Resources and Religion – Economic Implications of Religion in Graeco-Roman Urban Environments
Panel 7.7

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 40

Stadt und Religion als Gegenstand archäologischer Forschung im Mittelmeerraum sind oft auf sakrale Bauten im räumlichen und sozialen Gefüge der Stadt beschränkt. Doch bedingen spezifisch städtische Faktoren wie die Konzentration wirtschaftlicher Potentiale, Kontrolle finanzieller Mittel, aber auch heterogene Bevölkerung, Marginalisierung und Machtgefälle religiöse Praktiken und ihre Reflexe in der materiellen Kultur.
Die Beiträge in diesem Band diskutieren, wie sich ökonomische Charakteristika von Urbanität in institutionellen, medialen und performativen Ausdrucksformen von Religion(en) in Städten Italiens und Kleinasiens spiegeln. Diese Wechselwirkungen sind nicht nur für die griechisch-römische Antike von Interesse, sondern haben hohe Aktualität in einer Welt globalisierter Märkte mit konzentrierter Wirtschaftsmacht, in der Städte so rasant wachsen wie das Potential für Spannungen und religiöse Konflikte.

Michael J. Curtis (Hrsg.)

Economy and the Maritime Cultural Landscape of Greece
Panel 5.3

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 28

In den letzten Jahren haben neue Forschungen und Untersuchungen entlang der Küstenlinien zu unserem Verständnis der maritimen Kulturen und Traditionen des antiken Griechenlands beigetragen. Dennoch sind die maritimen Kulturen, Traditionen und sozialen Aspekte nach wie vor wenig erforscht, und die traditionellen Grenzen zwischen Land- und Unterwasserarchäologie sind nach wie vor problematisch und eine Herausforderung für die Forscher. Im Laufe der Zeit wurden die Siedlungen am Meer für die lokale und regionale Wirtschaft immer wichtiger, da sie oft vom lokalen, inselinternen und intermediterranen Handel und den sich daraus ergebenden Handels- und Vernetzungsmöglichkeiten profitierten. Viele dieser Siedlungen waren die erste Anlaufstelle für Seeleute, Reisende und Migranten und spielten eine wichtige Rolle bei der Verbreitung kultureller, politischer und religiöser Ideologien. 
Die Beiträge in diesem Band nehmen uns mit auf eine Zeitreise von einer frühbronzezeitlichen Siedlung auf Paros über die geschlossenen Häfen des archaischen und klassischen Griechenlands bis hin zum Leben im hellenistischen und römischen Kreta.  Die Beiträge in diesem Band sind zwar nur vorläufige Perspektiven, zeigen aber die breite Vielfalt des Themenmaterials und bieten einen interessanten Einblick in die Welt des maritimen Griechenlands.

Marco Giglio, Luana Toniolo (Hrsg.)

The Production and Distribution Network of the Bay of Naples: from a Regional to a Mediterranean Perspective
Panel 5.8

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 31

Jüngste Ausgrabungen an Produktions- und Verbrauchsstätten in Kampanien und internationale Konferenzen zur römischen Keramik haben der Forschung zur materiellen Kultur und zu den regionalen und internationalen Keramikhandelssystemen neue Impulse gegeben.
Der Band analysiert die Verbreitung der im Golf von Neapel produzierten Keramik von der spätrepublikanischen Periode bis in die frühen Kaiserzeit aus einer doppelten Perspektive: auf der einen Seite die Netzwerke, die die Keramik aus dem Golf zu verschiedenen Punkten entlang der Mittelmeerküste transportierten, und auf der anderen Seite die Lebensmittel, die von verschiedenen Punkten des Mittelmeers nach Neapel kamen.
Die Ausgrabungskontexte der Piazza Municipio in Neapel, Puteoli und Herculaneum liefern sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht neue relevante Datensätze. Diese Belege verdeutlichen die engen Beziehungen dieses Gebietes mit dem östlichen Mittelmeerraum, insbesondere bei feinen Waren und Transportbehältern - von den rhodischen Weinamphoren aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. bis zu kretischen Produkten aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.'Das Gebiet des Magdalensbergs importierte bereits in spätrepublikanischer Zeit und in  der augusteischen Epoche in besonders hohen Mengen kampanische Red Slip ware, ein Zeit, in der  kampanische Kochwaren auch in Aquileia in Norditalien bezeugt sind, dem Hotspot für die Verbreitung dieser Gefäße in die Provinzen Nordeuropas.

Holger Baitinger

Waffenweihungen in griechischen Heiligtümern

Monographien des RGZM, Band 94

Bei Ausgrabungen in bedeutenden griechischen Heiligtümern wie Olympia oder Delphi wurden große Mengen an Waffen und Rüstungsstücken aus dem 8. bis 4. Jahrhundert v. Chr. gefunden. Sie gelten als Beutestücke, die griechische Stadtstaaten nach siegreichen Schlachten den Göttern gestiftet haben.

Im vorliegenden Band wird die Sitte der Waffenweihungen in der griechischen Welt zwischen Sizilien und Zypern zusammenfassend untersucht. Mehr als 130 Heiligtümer mit Waffenfunden bilden die Basis der Auswertung, in die auch schriftliche und epigraphische Quellen Eingang gefunden haben. Somit wird der Band zum umfassenden Kompendium einer wichtigen Votivsitte der griechischen Antike.

Martin Guggisberg, Matthias Grawehr (Hrsg.)

Economy and Cultural Contact in the Mediterranean Iron Age
Panel 5.9

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 32

Überregionale wirtschaftliche Verbindungen sind Triebkräfte des Kulturkontakts, denn Warenaustausch ist zwangsläufig auch kultureller Austausch. Die Analyse von Warenströmen bietet sich daher als Grundlage für das Studium interkultureller Verbindungen an. Die frühe Eisenzeit im Mittelmeerraum ist eine Epoche, in der zwischenzeitlich unverbundene kulturelle Einheiten neu miteinander in Kontakt geraten. Die in dieser Zeit aufkommenden wirtschaftlichen und kulturellen Verflechtungen stellen ein faszinierendes Modell der Entstehung eines überregionalen wirtschaftlichen und kulturellen Systems dar. Grundlegende Fragen sind dabei: Wo verliefen Handelsrouten? Wie beeinflusste die Nachfrage auf fernen Märkten die lokale Produktion und wie veränderte sie das lokale soziale System? Und wie beeinflussten im Gegenzug importierte Güter die eigene Kultur? Mit einer Reihe von Beiträgen, deren Fokus auf dem 8. bis 6. Jahrhundert vor Christus liegt, wird im vorliegenden Band solchen und weiteren Fragen nachgegangen. Mittels ausführlicher und mit aktuellen Methoden durchgeführten Analysen von Objekten und ihrer Biographie geben die Autoren neue Einsichten in das Zusammenspiel von lokalen Produktionen, Handelswegen, und der Rezeption der verhandelten Güter. Der Band stellt damit wichtige neue Bausteine für unser Verständnis des Verhältnisses von Wirtschaft und Kulturaustausch in der frühen Eisenzeit vor.

Mahand Vogt

Spangenhelme
Baldenheim und verwandte Typen

Kataloge Vor- und Frühgeschichtlicher Altertümer, Band 39

Die kleine Gruppe der frühmittelalterlichen Helme stößt seit Jahrzehnten auf reges Interesse in der archäologischen Forschung. Besonders die teilweise vergoldeten und reich verzierten Spangenhelme vom Typ Baldenheim wurden immer wieder diskutiert, fanden sie sich doch nördlich der Alpen zumeist in reich ausgestatteten Kriegergräbern des 5. und 6. Jahrhunderts.

Dimitris Paleothodoros (Hrsg.)

Greek and Etruscan Vases: Shapes and Markets
Panel 5.15

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 34

Die acht Aufsätze, die in diesem Band veröffentlicht werden, behandeln Themen im Zusammenhang mit der Produktion, dem Verbrauch und dem Handel mit bemalter Keramik in der antiken mediterranen Welt, während der archaischen und klassischen Periode, mit besonderem Schwerpunkt auf der italienischen Halbinsel, Griechenland und dem Balkan. Wichtige Fragen zum Gebrauch, zur Funktion und zur Rolle von Vasen auf einer breiteren sozialen oder religiösen Ebene wurden ebenfalls berücksichtigt, indem der Schwerpunkt auf die Reaktion einzelner Kunden sowohl auf Importe als auch auf lokale Vasen gelegt wurde oder indem spezifische Formen untersucht wurden, die sowohl auf dem heimischen Markt als auch in Übersee gehandelt wurden. Ein weiteres Ziel, welches anvisiert und weitgehend erreicht wurde, war die Präsentation neuen Materials, das kürzlich ausgegraben oder neu untersucht wurde. Vor allem war es unser Ziel, originelle Studien vorzustellen, die als wertvolle Beiträge zur Vasenkunde angesehen werden können.

Georg Eggenstein

Das Siedlungswesen der jüngeren vorrömischen Eisenzeit und der frühen römischen Kaiserzeit im Lippebereich

Bodenaltertümer Westfalens, Band 40

Die römische Okkupation des westfälischen Raums und die Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen bildete zwar von jeher einen Schwerpunkt der westfälischen Altertumskunde, jedoch stand die Untersuchung der römischen Hinterlassenschaften im Vordergrund. Ziel dieser Arbeit ist es, die kulturelle Situation im Lippebereich aus germanischer Sicht zu beleuchten. Im Vordergrund stehen dabei die einheimischen Siedlungsspuren, die im Zuge der Ausgrabungen der römischen Lager dokumentiert worden sind. Die zeitliche Spanne reicht von der Mittel- und Spätlatènezeit bis in die Jahre um Christi Geburt. Nach der Auswertung der Einzelsiedlungen werden Aussagen zu Umfang und Dichte der Besiedlung und Erschließung des Landes sowie zur Besiedlungsgeschichte getroffen. Zudem werden der Prozess der Ausbreitung elbgermanisch geprägter Sachgüter und die Beziehungen zwischen der einheimischen Bevölkerung und der römischen Lagerbesatzung beleuchtet.
Die Arbeit wurde 1998 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster als Dissertation angenommen.

Rebecca Döhl

Felsbilder Ägyptens
Zeichen einer sozialisierten Landschaft

Felsbilder Ägyptens weisen eine Problematik bezüglich ihrer sicheren Datierung und ihrer kulturellen Kontextualisierung auf. Daher wird in dieser Arbeit ein Interpretationszugang gewählt, der sich auf eine räumliche Analyse stützt und die Verwendung der Felsbilder als Zeichen in einem Kommunikationsprozess betrachtet. Als Fallbeispiele wurden Felsbilder der Zentralen Ostwüste und des Wadi Berber in Assuan gewählt. Die räumliche Analyse umfasst die kontextuelle Einbettung der Bilder und ihrer Plätze in die rekonstruierte naturräumliche und sozioökonomisch genutzte Landschaft. Der semiotische Zugang untersucht die Felsbilder als Zeichen innerhalb eines Systems graphischer Informationsverarbeitung, um sich so der Funktionsweise der Bilder anzunähern.

Ergänzende Materialien finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link: https://doi.org/10.11588/data/PSHEQP

Frank Hulek, Sophia Nomicos (Hrsg.)

Ancient Mining Landscapes
Panel 4.2

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 25

Die wirtschaftliche Bedeutung der Rohstoffgewinnung, insbesondere des Bergbaus auf Metalle, für antike Gesellschaften wurde schon oft betont. Aber erst in den letzten Jahrzehnten sind dabei auch die archäologischen Hinterlassenschaften in den Blickpunkt der Forschung gerückt. Diese umfassen nicht nur die Bergbauüberreste im engeren Sinn, wie Bergwerke und Aufbereitungswerkstätten sowie deren Abfälle, sondern auch Siedlungsplätze und Infrastruktur im weiteren Sinne, die im Zusammenhang mit der Rohstoffgewinnung entstanden sind.
Dieses Panel beim 19. Internationalen Kongress für Klassische Archäologie sollte einen Überblick über laufende und geplante Forschungen zu Landschaften geben, die in besonderer Weise durch den antiken Bergbau geprägt sind. Es zielte außerdem darauf ab, die Auswirkungen des Bergbaus nicht nur auf die physische Umgebung, sondern auch auf die Kulturlandschaft zu diskutieren. Anhand von Fallbeispielen stand dabei die Identifikation von materiellen Eigenschaften von Bergbaulandschaften, die Unterschiede zwischen ihnen und eventuelle gemeinsame Organisationsmuster im Vordergrund.

Eva Cichy

Der Siedlungsplatz Hamm-Westhafen
Teil II: Katalog und Tafeln

Bodenaltertümer Westfalens, Band 46.2

Im Bereich des Westhafens von Hamm wurden auf einer Fläche von 4,2 ha Spuren aus der vorrömischen Eisenzeit, der römischen Kaiserzeit und dem Frühmittelalter freigelegt. Ihre herausragende Bedeutung erlangt die Grabung aber durch die hochmittelalterlichen Siedlungsbefunde. Nicht allein das Hauptgebäude des Hofes erreicht mit über 35 m Länge Ausmaße, die es aus der Masse zeitgleicher Häuser hervorhebt, sondern auch die Nebengebäude, Keller und Brunnen weisen Dimensionen auf, die über normale bäuerliche Bedürfnisse weit hinausgehen. Das Fundmaterial bestätigt dies eindrucksvoll. Der Hof muss eine zentrale Bedeutung in seiner Region gehabt haben. Durch überregionale Vergleiche konnte wahrscheinlich gemacht werden, dass die Anlage als Ober- oder Meierhof genutzt wurde. Gleichwohl gibt es keine Anzeichen, dass sich hier ein Übergang zu einem adeligen Anwesen vollzieht.
Die Arbeit wurde 2005 an der Ruhr-Universität Bochum als Dissertation angenommen.

Eva Cichy

Der Siedlungsplatz Hamm-Westhafen
Teil I: Text

Bodenaltertümer Westfalens, Band 46.1

Im Bereich des Westhafens von Hamm wurden auf einer Fläche von 4,2 ha Spuren aus der vorrömischen Eisenzeit, der römischen Kaiserzeit und dem Frühmittelalter freigelegt. Ihre herausragende Bedeutung erlangt die Grabung aber durch die hochmittelalterlichen Siedlungsbefunde. Nicht allein das Hauptgebäude des Hofes erreicht mit über 35 m Länge Ausmaße, die es aus der Masse zeitgleicher Häuser hervorhebt, sondern auch die Nebengebäude, Keller und Brunnen weisen Dimensionen auf, die über normale bäuerliche Bedürfnisse weit hinausgehen. Das Fundmaterial bestätigt dies eindrucksvoll. Der Hof muss eine zentrale Bedeutung in seiner Region gehabt haben. Durch überregionale Vergleiche konnte wahrscheinlich gemacht werden, dass die Anlage als Ober- oder Meierhof genutzt wurde. Gleichwohl gibt es keine Anzeichen, dass sich hier ein Übergang zu einem adeligen Anwesen vollzieht.
Die Arbeit wurde 2005 an der Ruhr-Universität Bochum als Dissertation angenommen.

Ulrich Hofstätter, Andrea Schmölder-Veit, Nele Schröder-Griebel (Hrsg.)

Das antike Olympia in München
1972–2022

Das 50jährige Jubiläum der Olympischen Sommerspiele 1972 in München nehmen wir am Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke zum Anlass, um an die damalige Sonderausstellung „100 Jahre deutsche  Ausgrabung in Olympia“ im Deutschen Museum anzuknüpfen. Der vorliegende Band rückt diese Präsentation und deren Prunkstücke in den Fokus, wie die Rekonstruktion des Westgiebels des Zeus-Tempels mitsamt dem architektonischen Rahmen. Weitere Schwerpunkte sind die Geschichte des Heiligtums, die antiken Olympischen Spiele und die wissenschaftliche Erforschung von Olympia mit besonderer Berücksichtigung der Abformungen. Schließlich werden auch neue wissenschaftliche und museumspädagogische Ansätze vorgestellt, die auf 3D-Scans und 3D-Drucken basieren.

David Wengrow (Hrsg.)

Image, thought, and the making of social worlds

Freiburger Studien zur Archäologie und visuellen Kultur , Band 3

Welche Bedeutung und welchen Status haben Bildersysteme in menschlichen Kulturen? Das komplexe Zusammenspiel zwischen Bildern, Vorstellungen, mentalen Prozessen und der Konstruktionen des Sozialen vom prä-kolumbischen Amerika bis zum antiken Mittelmeerraum und China ist das Thema der in diesem Band vereinten Originalbeiträge. Sie wenden sich gegen die Vorstellung, Bildern seien nicht mehr als illustrative Ausdrücke des in Sprache oder Schrift Artikulierten. Im Blick auf Kulturen Amazoniens, Ozeaniens und Zentralafrikas machen wird die Autonomie von Bildsystemen als intellektuelle Mittel eigenen Rechts deutlich. Sie spielen eine beständige Rolle in der Entwicklung und Transformation menschlicher Gesellschaften jenseits der traditionellen Unterscheidung von ‚mündlichen‘ und ‚schriftlichen‘ Kulturen.

Mechthild Schulze-Dörrlamm

Die Einwanderung von Angelsachsen ins Frankenreich aus archäologischer Sicht.
Zu den Spuren der »angelsächsischen Mission« im ausgehenden 7. bis mittleren 9. Jahrhundert

Monographien des RGZM, Band 158

Im 8. Jahrhundert lag der Höhepunkt einer geistigen Bewegung, die viele hoch gebildete Männer sowie einige Frauen aus Angelsachsen dazu veranlasst hatte, auf den Kontinent auszuwandern. Deren Ziel war es, die heidnische Bevölkerung – insbesondere Friesen und die stammesverwandten Altsachsen – für das Christentum zu gewinnen oder deren religiöse Bildung zu verbessern. Vor allem im nördlichen und östlichen Frankenreich arbeiteten sie zeitlebens als Missionare, Priester, Mönche und Nonnen, Lehrer oder Lehrerinnen, teils auch als Gelehrte. Von den Teilnehmern an der „angelsächsischen Mission“ sind heute nur wenige allgemein bekannt, z. B. der in Friesland ermordete Erzbischof Bonifatius und der Missionar Willibrord von Echternach, weil es bisher fast unmöglich war, sich ein umfassendes Bild dieses Personenkreises zu verschaffen.
In dem reich illustrierten Buch werden erstmals 70 Männer und 15 Frauen, die nachweislich aus Angelsachsen eingewandert sind, mit ihren Namen und Lebensdaten vorgestellt. Es enthält überdies Grundrisspläne der von ihnen gegründeten Kirchen und Klöster, zeigt die heute noch erhaltenen Gegenstände aus ihrem Besitz und dokumentiert ihre Gräber sowie das einzigartige Bonifatius-Grabmal in Mainz. Fünf neue Verbreitungskarten zeigen nicht nur die Lage von Wirkungsstätten und Begräbnisplätzen der Einwanderer, sondern auch der heutigen Aufbewahrungsorte von Werken der angelsächsischen Kunst und des Kunsthandwerks sowie der Fundorte archäologischer Gegenstände angelsächsischer Herkunft im Frankenreich.

Jochen Sauer (Hrsg.)

Lateinische Grammatik unterrichten
analog und digital in Theorie und Praxis

Acta Didactica – Bielefelder Beiträge zur Didaktik der Alten Sprachen in Schule und Universität, Band 3

Lateinischer Grammatikunterricht erhebt den Anspruch, sprachfördernd und heterogenitätssensibel zu sein und sich in digitalen Settings ebenso wie im traditionellen Unterricht organisieren lassen. In letzter Zeit stellt sich vermehrt die Frage nach dem richtigen Stoffpensum und den Kriterien für dessen zweckmäßiger Auswahl. Stets wichtig ist dabei die angemessene Wahl des Einführungsprinzips (induktiv/deduktiv). Die Beiträge dieses Bandes nehmen sich der genannten Herausforderungen an und zeigen Wege auf, wie lateinische Grammatik wirkungsvoll und motivierend vermittelt werden kann. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Lernen auf Distanz.

Nicholas J. Conard et al. (Hrsg.)

The Homotherium Finds from Schöningen 13II-4
Man and Big Cats of the Ice Age. Contributions of the scientific workshop at the paläon (Schöningen) from 05.06 to 07.06.2015

Forschungen zur Urgeschichte aus dem Tagebau Schöningen, Band 4

Säbelzahnkatzen und andere große Raubkatzen sind für viele Menschen das Sinnbild eines gefährlichen Raubtiers. Nach der Entdeckung der ältesten Holzwaffen der Menschheit sind in der etwa 300 000 Jahre alten Fundstelle von Schöningen 2012 erstmalig auch die Überreste der europäischen Säbelzahnkatze (Homotherium latidens) entdeckt, dokumentiert und ausgegraben worden. In Folge dieser Entdeckung wurde in Schöningen 2015 ein zweitägiger wissenschaftlicher Workshop mit dem Titel »The Homotherium finds from Schöningen 13II-4 and big cats of the Ice Age« abgehalten. Dieser Band basiert auf den Vorträgen und gibt einen Überblick über ein für die Entwicklung des Menschen entscheidendes Thema – unser Zusammenleben mit großen Raubkatzen. Ziel ist es, die vielfältigen Themen vom fossilen Beleg der europäischen Säbelzahnkatze, der Frage ihres Aussterbens, aktualistische Vergleiche zu heutigen Raubkatzen und die Rezeption und Beziehung von Menschen zu Raubkatzen zu thematisieren. 

Andrea Sinclair

Outlooks on the International Koiné Style
Hybrid Visual Idiom from New Kingdom Elite Iconography

Ägyptologische Studien Leipzig, Band 3

Die Spätbronzezeit des Nahen Ostens ist bekannt für eine verstärkte politische und wirtschaftliche Interkonnektivität, da die Könige reicher Staaten wie Ägypten und Hatti bei der Jagd nach wertvollen Rohstoffen und Technologien miteinander konkurrierten. Ein Ergebnis dieser Interaktion soll die Schaffung einer gemeinsamen visuellen Kultur der Elite sein, ein Idiom des Königtums, das in der Forschung als "Internationaler Stil" bezeichnet wurde. Diese Dissertation kritisiert das Modell und untersucht Beweise für diesen sogenannten Stil aus Ägypten, insbesondere in Bezug auf Artefakte aus dem Grab von Tutanchamun, die in der Vergangenheit mit diesem Stil in Verbindung gebracht wurden. Sie stellt das Modell für einen gemeinsamen Stil aus Ägypten in Frage und schlägt stattdessen einen internen Wert innerhalb der königlichen Rhetorik der 18. Dynastie vor.

Heiko Steuer, Ulrich Zimmermann (Hrsg.)

Montanarchäologie in Europa
Berichte zum Internationalen Kolloquium »Frühe Erzgewinnung und Verhüttung in Europa« in Freiburg im Breisgau vom 4. bis 7. Oktober 1990

Archäologie und Geschichte – Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 4

Ausgehend von den Vorträgen eines internationalen und interdisziplinär angelegten Symposiums (Oktober 1990) in Freiburg/Br. bietet der Band einen Überblick über die neuesten montanarchäologischen Untersuchungen in fast ganz Europa. Der Bogen der über 40 Beiträge spannt sich zeitlich vom urgeschichtlichen bis hin zum frühneuzeitlichen Bergbau. Berücksichtigt ist die Gewinnung von Gold und Silber, von Buntmetallen sowie von Eisen, wobei der Weg vom Erzabbau über die Verhüttung bis zur Weiterverarbeitung der Rohmetalle aufgezeigt wird und Schlagworte wie Arbeitsverhältnisse und Umwelteinflüsse die thematische Vielfalt des Bandes andeuten. Das mit einem umfangreichen Ortsregister und mit über 300 Abbildungen ausgestattete Buch zeigt anschaulich die Forschungsansätze, Methoden und bisherigen Ergebnisse der Montanarchäologie auf.

Kristina Nowak-Klimscha

Die früh- bis hochmittelalterliche Wüstung Twesine im Hochsauerlandkreis
Siedlungsentwicklung an der Grenze zum Frankenreich

Bodenaltertümer Westfalens, Band 54

Am Fuße des Bergplateaus der Eresburg – dem heutigen Obermarsberg – befindet sich die früh- bis hochmittelalterliche Wüstung Twesine. Für die Geschichte Westfalens hat diese Siedlung eine besondere Bedeutung, da hier frühe Relikte der Kupferverhüttung entdeckt wurden. Die Abfallprodukte der Kupfer- und Eisengewinnung finden sich in Twesine in einer bis zu 60 cm hohen und 3000 m2 großen Halde. Sie zeugen von allen Stufen der Metallverarbeitung, für die die Lagerstätten am Obermarsberg ausgebeutet wurden. Kristina Nowak-Klimscha geht der Frage nach, ob die Siedlung mit den hier vorhandenen metallurgischen Kenntnissen zusammen mit der Eresburg zum Spielball der macht- und wirtschaftspolitischen Interessen Karls des Großen in den Sachsenkriegen wurde.
Die vorliegende Arbeit wurde 2014 an der Ruhr-Universität Bochum als Dissertation angenommen.