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Rashida Hussein-Oglü

Typologie und Chronologie spätbronze- und früheisenzeitlicher Grabkeramik in Westfalen und Overijssel

Gräberfelder sind die häufigste historische Quelle für Westfalen und die niederländische Provinz Overijssel während der späten Bronze- und frühen Eisenzeit (ca. 1300-600/500 v. Chr.). Anhand charakteristischer Grabformen unterschied A. D. Verlinde diese Friedhöfe von denen der südlich verbreiteten Urnenfelderkultur und definierte die „Ems-Kultur“. Eine einheitliche Gefäßtypologie und eine detailliertere zeitliche Ordnung der Keramik sind seither ein Desiderat. Die hier erarbeitete „Systematisierte Verlinde-Typologie“ sowie die „Westfalen-Overijssel-Chronologie“ ermöglichen nun eine einheitliche Typisierung der Keramik und eine zeitliche Gliederung in vier Stufen von je 200 Jahren Dauer. – Die vorliegende Studie wurde 2020 an der Universität Münster als Promotionsschrift eingereicht und angenommen. Eine Teilstudie dazu wurde 2016 von der DGUF mit dem Deutschen Studienpreis für Archäologie ausgezeichnet.

Eszter Bánffy (Hrsg.), Judit P. Barna (Hrsg.)

Trans Lacum Pelsonem: prähistorische Forschungen in Südwestungarn (5500–500 vor Chr.)

Die Region Klein-Balaton und Südwestungarn weisen ein dichtes Netz an Fundplätzen vom Neolithikum bis zur Eisenzeit auf. Im vorliegenden Band werden Ergebnisse aus archäologischen Projekten aus dieser Zeit und aus diesem Gebiet vorgestellt, ergänzt durch aktuelle Ausgrabungsergebnisse. Einige Beiträge setzen sich mit neuen naturwissenschaftlichen Methoden auseinander, während andere wichtige Materialauswertungen älterer Ausgrabungen liefern.

Orsolya Heinrich-Tamáska (Hrsg.), Péter Straub (Hrsg.)

Mensch, Siedlung und Landschaft im Wechsel der Jahrtausende am Balaton

Im Band werden neue Ergebnisse der archäologischen Erforschung der Balaton-Region präsentiert. Der Band ist dem 70. Geburtstag von Dr. Róbert Müller gewidmet, der als langjähriger Erforscher der Region hervortrat. Die Studien bieten Einblicke in aktuelle Ausgrabungsergebnisse, in die Forschungsgeschichte oder suchen nach neuen methodischen Wegen in Kooperation mit den Naturwissenschaften, um alte Fragen beantworten zu können. Das Buch bietet somit eine interessante Auswahl an neuen Forschungsergebnissen, die, von Keszthely-Fenékpuszta ausgehend, die Besonderheiten und Spezifika des Siedlungsgebietes um den Balaton vom Neolithikum bis zum späten Mittelalter aufzeigen.

Eleonora Maiello

Poetry in the Name of God: (Self-)Representation of Clerical Spiritual Authorityin the Carmina Latina Epigraphica of Italy (4th–5th Centuries CE)

Dieses Buch untersucht die Selbstdarstellung von Bischöfen und Klerikern als Träger spiritueller und asketischer Autorität in den lateinischen metrischen Inschriften Italiens (4.–5. Jh. n. Chr.). Vier zentrale Aspekte dieser Autorität werden analysiert: erstens das Thema von Heil und Auferstehung; zweitens die Darstellung der Bischöfe als heilige Lehrer; drittens das Vorhandensein petrinischer Rhetorik; und schließlich das Thema der Taufe. Abschließend kommt das Buch zu dem Ergebnis, dass die metrische Epigraphik ein fundamentales Kommunikationsmedium der kirchlichen Eliten im Italien des 4. und 5. Jahrhunderts darstellte, das dazu diente, entweder die Legitimität des Bischofs zu stärken oder sein Charisma durch die Feier seiner Heiligkeit zu erhöhen.

 

Bernhard Stapel, Hans-Otto Pollmann (Hrsg.), Michael Baales (Hrsg.)

Westfalen in der Jungsteinzeit

Vor ca. 11.000 Jahren begannen Menschengruppen im Vorderen Orient damit, Wildgetreide anzubauen und Schafe und Ziegen als Haustiere zu halten. Diese scheinbar unwesentlichen Veränderungen zogen einen der größten Umbrüche in der Menschheitsgeschichte nach sich. Der Übergang zur produzierenden Wirtschaftsweise ermöglichte einen außergewöhnlichen Bevölkerungsanstieg, Sesshaftigkeit und letztlich eine arbeitsteilige Ökonomie. Dieser Prozess der „Neolithischen Revolution“ ist damit die Grundlage unserer modernen Lebensweise.
Erst fast 6000 Jahre später erreichten diese Innovationen Westfalen. Einen möglichst aktuellen Überblick über den Zeitraum der westfälischen Jungsteinzeit von etwa 5300 bis 2000 v. Chr. bietet dieser Band. Im Vordergrund stand dabei der Versuch, die Lebenswirklichkeit der damaligen Menschen in all ihren Facetten zu erfassen und zu rekonstruieren.

Jens Wittig, Sylvia Kurowsky

Digitale Korpusarithmetik mit antikem Text: Ein Annäherungsversuch

Die digitale Analyse antiker Texte bewegt sich im Spannungsfeld zwischen traditioneller Hermeneutik, der quantitativen Philologie und den neuesten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Eingebettet in einen wissenschaftlichen Kontext ist die digitale Korpusarithmetik nicht nur die Anwendung technischer Werkzeuge, sondern auch ein Weg methodischer Entscheidungen, der von der Auswahl des Korpus über die Definition von Textmerkmalen bis hin zu den Parametern der computergestützten Analyse reicht. Vorliegendes Buch verdeutlicht anhand der Sprachen Altgriechisch und Latein die methodischen und epistemischen Herausforderungen der wissenschaftlichen Textanalyse im digitalen Zeitalter.

Orsolya Heinrich-Tamáska (Hrsg.)

Keszthely-Fenékpuszta im Kontext spätantiker Kontinuitätsforschung zwischen Noricum und Moesia

Keszthely-Fenékpuszta besitzt in der Erforschung von Transformationsprozessen zwischen Spätantike und frühem Mittelalter (4.-9- Jh.) einen besonderen Stellenwert. Die Erschließung der spätantiken Befestigung sowie der ausgedehnten Gräberfelder blickt bereits auf eine lange Forschungsgeschichte zurück. 2006 begann im Rahmen eines Projektes die Bearbeitung des archäologischen Fundmaterials und es wurden weitere Untersuchungen zur Rekonstruktion der einstigen Umwelt- und Lebensverhältnisse durchgeführt. Mit dem vorliegenden Band werden die erzielten Resultate vorgelegt. Die Projektergebnisse werden durch Beiträge einer internationalen Tagung komplettiert, die im Oktober 2009 in Keszthely stattfand.

Mathias Austermann, Ulrich Holtfester, Holger Jakobi, Arie J. Kalis, Jutta Meurers-Balke, Nadine Nolde, Alfred Pohlmann, Tanja Zerl

Die Stadt Münster: Ausgrabungen an der Königsstraße

Die aus zahlreichen Städten bekannten Königsstraßen hatten in karolingischer Zeit als überregionale Heerstraßen vor allem militärische Bedeutung und dienten in Westfalen als fränkische Anmarschwege während der Sachsenkriege. Im Mittelalter standen sie unter obrigkeitlicher Aufsicht, im Hochmittelalter unter dem Schutz der deutschen Könige.
Dank umfangreicher Untersuchungen der Stadtarchäologie Münster in den Jahren 2005 bis 2007 konnte die wechselvolle Geschichte der Königsstraße 48 bis 58 in Münster bis in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. Aus dieser Zeit stammt mit einem Kastenbrunnen der älteste sicher datierbare Befund der Ausgrabungen mit einer dendrochronologischen Datierung »um 1085«.
Die Untersuchungen an der Königsstraße sind ein beinahe mustergültiges Beispiel dafür, welchen Erkenntnisgewinn eine interdisziplinäre Zusammenarbeit bringen kann. Die Ergebnisse aus Archäologie, Archäozoologie und Archäobotanik lassen den Wandel auf den innerstädtischen Parzellen von noch landwirtschaftlich geprägten Anwesen bis zur städtischen Bebauung in der Neuzeit nachvollziehen.

Hubertus Manderscheid

»Diaetae hypocaustae«: Klimatisierung von römischer Oberschichtarchitektur unter besonderer Berücksichtigung der urbs und der Region Latium

Die interdisziplinäre Studie unter internationaler Beteiligung befaßt sich mit der Hypokaustenheizung (und Kühlsystemen) in Wohnhäusern, Villen und Residenzen, hauptsächlich in Rom und Latium. Den Hauptteil bildet, neben generellen Überlegungen, einem geographischen Überblick, der Diskussion der Schriftquellen und einem Befundkatalog, die Analyse von drei Baukomplexen: der sog. Tempio di Minerva Medica und die Residenz des Maxentius in Rom sowie der Winterpalast in der Villa Adriana bei Tivoli. Mehrere Appendices ergänzen einzelne Aspekte des Themas. Die wichtigsten Ergebnisse sind: Die weite Verbreitung des Phänomens im gesamten Römischen Reich, auch in Rom und Latium mit ihrem milden Klima; die Beschränkung der Hypokaustenheizung auf die Oberschicht der römischen Gesellschaft.

Azzurra Scarci (Hrsg.), Holger Baitinger (Hrsg.)

Fragmentation in Greek Sanctuaries and Bronze Age Hoards: An Interdisciplinary Approach

Aus ganz Europa und dem Mittelmeerraum ist eine große Anzahl absichtlich fragmentierter Artefakte aus Hortfunden und aus rituellen Kontexten bekannt. Dieser Band untersucht auf der Grundlage neuester Forschungsergebnisse die kulturellen, rituellen und praktischen Beweggründe für das Phänomen der Fragmentierung, von der Kupferzeit in West-, Mittel- und Südosteuropa bis zur archaischen Periode in Griechenland. Der Band versammelt Beiträge führender internationaler Wissenschaftler aus den Bereichen Archäologie, Archäometallurgie und Konservierung und geht auf eine internationale Tagung zurück, die im November 2023 im Leibniz-Zentrum für Archäologie in Mainz stattgefunden hat.

Lutz Kindler (Hrsg.), Sabine Gaudzinski-Windheuser (Hrsg.)

Beyond Hunting: The »Man the Hunter« Research Paradigm and the Evolution of Archaeological Thought

Vor mehr als 50 Jahren erschien eines der einflussreichsten Bücher, das die Agenda der Pleistozän-Archäologie revolutionierte – „Man the hunter“ (Der Mensch als Jäger), herausgegeben von Richard B. Lee und Irven DeVore. In „Man the Hunter“ wird die Großwildjagd als Lebensweise und nicht nur als Überlebenstechnik betrachtet. Zum ersten Mal wurden die Auswirkungen der Jagd auf unsere Sozialstruktur und unser Verhalten aus evolutionärer Perspektive diskutiert. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner Veröffentlichung wird in diesem Band das Paradigma von „Man the Hunter“ anhand einer Sammlung von Artikeln, die neue Perspektiven auf die Komplexität der Vergangenheit der frühen Menschen bieten, kritisch neu bewertet.

Joachim Harnecker

Katalog der Eisenfunde von Haltern aus den Grabungen der Jahre 1949-1994

Mit Band 35 der Bodenaltertümer Westfalens werden die Eisenfunde aus den archäologischen Ausgrabungen in Haltern in den Jahren 1949 bis 1994 vorgelegt. Das reiche Spektrum der untersuchten Eisenfunde belegt unterschiedliche Tätigkeitsfelder im römischen Militärlager von Haltern, darunter Holz- und Metallbearbeitung. Das weitgehende Fehlen militärischer Ausrüstungsteile bestätigt die These einer kriegerischen Auseinandersetzung am Ende der Belegungszeit.

Wolfgang Börner (Hrsg.), Hendrik Rohland (Hrsg.)

The World’s Heritage in the Digital Age: New Technologies Towards Sustainable Research, Conservation and Communication

Die 26. internationale Konferenz „Cultural Heritage and New Technologies“ fand 2021 zu dem Thema „The World’s Heritage in the Digital Age – New Technologies Towards Sustainable Research, Conservation and Communication“ im Wiener Rathaus und online statt.
Die Beiträge in diesem Konferenzband behandeln technologiegestütze Verfahren und Methoden in allen Bereichen des Cultural Heritage. Die hier versammelten Artikel diskutieren Themen aus dem Bereich quantitativer Methoden, Fragen der Datenmodellierung und des Semantic Web, Modellierung, Methoden der digitalen (Not-)Dokumentation sowie Fragen des (Welt-) Kulturerbemanagements im Zeichen der Digitalisierung.

Olaf Jöris (Hrsg.), Oliver Dietrich (Hrsg.), Roberto Risch (Hrsg.), Harald Meller (Hrsg.)

Zur Geschichte der Kleidung in der Steinzeit / A Stone Age History of Clothing: Mitteldeutscher Archäologentag vom 26. bis 28. September 2024 in Halle (Saale)

Wie kleideten sich die Menschen in der Steinzeit, welche Materialien und Techniken nutzten sie und wie lassen sich diese nachweisen? Ist der Beginn der Kleidung auf ein aufkommendes Schamgefühl oder auf den praktischen Schutz vor der Witterung zurückzuführen? Eng verbunden mit diesen Fragen ist die Untersuchung von Mensch-Tier-Beziehungen und welchen Einfluss diese bei der Wahl der Rohmaterialien für die Herstellung von Schmuck und Kleidung hatten.
Diesen und weiteren zentralen Fragestellungen widmet sich dieser Band mit einem interdisziplinären Ansatz aus Archäologie, Natur-, Kultur- und Medienwissenschaften. Dafür werden in den vorliegenden Studien direkte Belege wie Fundkontexte aus Bestattungen untersucht sowie indirekte Belege über figürliche Darstellungen oder Werkzeuge herangezogen, um (Be)Kleidung in ihrer evolutionären und sozialen Bedeutung zu betrachten. 

[In Version 2 wurde die ursprünglich in Version 1 vorhandene Abbildung 7 auf Seite 371 aus urheberrrechtlichen Gründen geschwärzt.]

Guntram Gassmann, Günther Wieland, Felicitas Schmitt

Das Neuenbürger Erzrevier: Ein Wirtschaftsraum im Nordschwarzwald während der Späthallstatt- und Frühlatènezeit

Keltische Schmelzmeister produzierten während des 6. und 5. Jahrhunderts v. Chr. im Nordschwarzwald in großem Stil Eisen. Auf dem Neuenbürger Schlossberg waren bereits in den 1930er Jahren Siedlungsspuren der frühen Eisenzeit entdeckt und mit dem nahegelegenen Erzrevier in Zusammenhang gebracht worden – der tatsächliche Umfang der bergbaulichen Nutzung der Region konnte aber erst durch ein Forschungsprojekt in den Jahren 2004 bis 2011 erfasst werden. Systematische Prospektionen in den Wäldern um Neuenbürg brachten umfangreiche Relikte der keltischen Metallproduktion und -verarbeitung zutage. Ausgrabungen an sechs der über 80 erfassten Verhüttungsplätze belegen, dass in einem etwa 5 × 6 km großen Gebiet über einen begrenzten Zeitraum während der späten Hallstatt- und frühen Latènezeit eine zentral organisierte und hoch spezialisierte Eisenproduktion betrieben wurde. Die außergewöhnlich gut erhaltenen Verhüttungsplätze gehören zu den ältesten Nachweisen der Eisentechnologie nördlich der Alpen und sind ein über Baden-Württemberg hinaus bedeutendes montanarchäologisches Denkmal.

 

Ute Seidel

Oberderdingen-Großvillars, Lkr. Karlsruhe: Epirössen und der Beginn der Michelsberger Kultur

Die zweite Hälfte des 5. Jahrtausends v. Chr. ist eine Zeit des Wandels: Die jungneolithische Michelsberger Kultur löst die alt- und mittelneolithischen Traditionen ab, die weite Teile Mitteleuropas rund ein Jahrtausend lang geprägt hatten. Wie sich diese neue Kultur in den verschiedenen Regionen etablierte, ist seit langem Gegenstand der Diskussion. Für den Kraichgau bietet die in den Jahren 2000 bis 2002 untersuchte Siedlungsstelle von Oberderdingen-Großvillars, Lkr. Karlsruhe, erstmals die Voraussetzungen, eine lokale, flachbodige Bischheimer Gruppe zu umreißen, die nicht als Vorgänger der Michelsberger Kultur gelten kann. Über die Auswertung der Befunde und Funde hinaus umfasst der vorliegende Band eine Evaluation des aktuellen Kenntnisstands zur frühen Michelsberger Kultur und zu den ihr vorangehenden epirössener Gruppen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Interpretation der Keramikverzierungen, wobei das klassische Konzept geschlossener „Kulturgruppen“ zugunsten einer flexibleren Betrachtung von „Keramikstilen“ aufgegeben wird. Eine systematische Sammlung der verfügbaren C14-Daten bildet die Grundlage der chronologischen Einordnung. Daneben stehen GIS-gestützte Analysen zum Siedlungswesen und der regionalen Verbreitung der Stilgruppen im Fokus.

Jonathan Ethier

Cooking Food - Creating Culture? Food Culture as a Concept for Archaeology. A case study from Early Neolithic Southeast Europe

Das Buch untersucht am Beispiel von Milch- und Subsistenzwirtschaft auf dem Nordbalkan und im Karpatenbecken die Esskultur des Frühneolithikums in Südosteuropa. Mithilfe von Analysen organischer Rückstände und Daten zur Fauna sowie kulturtheoretischer Ansätze verdeutlicht es, wie Essverhalten zwischen Tradition und Innovation verhandelt wird. Jenseits funktionalistischer Erklärungen beleuchtet der Autor auch die symbolische, soziale und ökologische Dimension von Essen und hinterfragt, wie Begegnung, Anpassung und Identität Ernährungsstrategien prägten. So entsteht ein nuanciertes Bild des Übergangs zur Jungsteinzeit.

Zugehöriger Katalog

Claus Kropp (Hrsg.)

Draft Cattle: Their history, significance and value with a global perspective: Proceedings of the World Draft Cattle Symposium (March 8–9, 2024)

Im Jahr 2024 versammelten sich mehr als 126 Wissenschaftler, Museumsfachleute und Praktiker aus dem Bereich Zugrinderanspannung im UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch zum ersten World Draft Cattle Symposium. Dieser Tagungsband bietet einen umfassenden Überblick über die Ergebnisse der Konferenz und gibt einen tiefen Einblick in die Geschichte, Bedeutung und den Wert von Zugrindern aus einer globalen Perspektive.

Armand Baeriswyl

Stadt, Vorstadt und Stadterweiterung im Mittelalter: Archäologische und historische Studienzum Wachstum der drei Zähringerstädte Burgdorf, Bern und Freiburg im Breisgau

Die Städtegründungen der Herzöge von Zähringen haben Generationen von Forschern fasziniert. Allerdings konzentrierte sich das Interesse vornehmlich auf den Gründungsakt, den Gründungsplan, die Person des Stadtgründers, allenfalls noch auf die Frage nach der Vorgängerbesiedlung. In der vorliegenden, reich illustrierten Studie über drei «klassische» Zähringerstädte stehen nun die späteren Erweiterungen der Gründungsstädte im Zentrum. Ausgehend von den drei Fallbeispielen wird ganz allgemein nach dem flächenmässigen Wachstum der mittelalterlichen Stadt gefragt.
Wann, wo, wie und warum wachsen Städte? Basierend auf archäologischen, schriftlichen und bildlichen Quellen werden die einzelnen Erweiterungen der drei ausgewählten Zähringerstädte eingehend analysiert und miteinander verglichen, wobei die Fragen zur Stadtentstehung aber nicht ausgeklammert werden. Es zeigt sich, dass Stadterweiterungen meist komplexe Entstehungsgeschichten im Spannungsfeld von Wirtschaft, Bevölkerungswachstum und Repräsentation aufweisen.

Clive Bridger

Römische Funde aus dem rechtsrheinischen Teil der Kreise Kleve und Wesel

Grundlage dieser Arbeit sind die römischen Funde von 208 Fundstellen aus den rechtsrheinischen Teilen der Kreise Kleve und Wesel am Niederrhein. Der Großteil der Funde wird hier erstmals vorgelegt.
Der Forschungsgeschichte folgt die Bearbeitung der vielen Funde, die von 60 v. Chr. bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts datieren. Etliche Fundtypen waren bisher kaum oder gar nicht aus diesem Gebiet bekannt. Beschrieben werden die antiken Topographie und die Böden, die Besiedlungsgeschichte von der Späteisen- bis zur Merowingerzeit, die Archäologie und antike Quellen, die u. a. den Grad der römischen Kontrolle im Limesvorland und die Rolle des Rheins als Grenze des Römischen Reiches beleuchten.

Kristina Krüger, Peter Barthold, Thomas Eißing, Claus Peter

Die Klosterkirche Corvey: Bauuntersuchung und Baugeschichte des Westbaus. Teil 1

Als ältestes Baudenkmal in Westfalen-Lippe hat der karolingische Westbau der Kirche St. Stephanus und Vitus des ehemaligen Abteiklosters Corvey herausragende Bedeutung für die historische Identität des Landes. Die 822 am Westufer der Weser errichtete Benediktinerabtei Corvey war eines der wichtigsten kulturellen und wirtschaftlichen Zentren zwischen Nordsee und Süddeutschland und stand in regem geistig-kulturellem Austausch mit anderen frühmittelalterlichen Bildungszentren Europas. Mit dem vorliegenden Band gelingt eine umfassende Darstellung der wechselvollen Baugeschichte des Westbaus, von den karolingischen Anfängen im 9. Jahrhundert über hochmittelalterliche Umbauten bis hin zu neuzeitlichen Eingriffen und Erweiterungen.

Kristina Krüger, Peter Barthold, Thomas Eißing, Claus Peter

Die Klosterkirche Corvey: Bauuntersuchung und Baugeschichte des Westbaus. Beilagen

Als ältestes Baudenkmal in Westfalen-Lippe hat der karolingische Westbau der Kirche St. Stephanus und Vitus des ehemaligen Abteiklosters Corvey herausragende Bedeutung für die historische Identität des Landes. Die 822 am Westufer der Weser errichtete Benediktinerabtei Corvey war eines der wichtigsten kulturellen und wirtschaftlichen Zentren zwischen Nordsee und Süddeutschland und stand in regem geistig-kulturellem Austausch mit anderen frühmittelalterlichen Bildungszentren Europas. Mit dem vorliegenden Band gelingt eine umfassende Darstellung der wechselvollen Baugeschichte des Westbaus, von den karolingischen Anfängen im 9. Jahrhundert über hochmittelalterliche Umbauten bis hin zu neuzeitlichen Eingriffen und Erweiterungen.

Kristina Krüger, Peter Barthold, Thomas Eißing, Claus Peter

Die Klosterkirche Corvey: Bauuntersuchung und Baugeschichte des Westbaus. Teil 2

Als ältestes Baudenkmal in Westfalen-Lippe hat der karolingische Westbau der Kirche St. Stephanus und Vitus des ehemaligen Abteiklosters Corvey herausragende Bedeutung für die historische Identität des Landes. Die 822 am Westufer der Weser errichtete Benediktinerabtei Corvey war eines der wichtigsten kulturellen und wirtschaftlichen Zentren zwischen Nordsee und Süddeutschland und stand in regem geistig-kulturellem Austausch mit anderen frühmittelalterlichen Bildungszentren Europas. Mit dem vorliegenden Band gelingt eine umfassende Darstellung der wechselvollen Baugeschichte des Westbaus, von den karolingischen Anfängen im 9. Jahrhundert über hochmittelalterliche Umbauten bis hin zu neuzeitlichen Eingriffen und Erweiterungen.

Stefanie Esser

Ergebnisse zur archäologischen Abbruchbegleitung der ehemaligen Eternitfabrik im Bereich des augusteisch-tiberischen Truppenplatzes NOVAESIUM im Neusser Augustinusviertel

Neuss gehört zu den wenigen Orten in Deutschland, deren Wurzeln tief in der Antike liegen. Schon in den letzten beiden vorchristlichen Jahrzehnten befand sich hier an der Mündung der Erft in den Rhein eine stark befestigte Operationsbasis der römischen Streitkräfte. Dort führte das Pulheimer Fachbüro minerva X in den Jahren 2021 und 2022 auf dem ca. 7 ha großen Gelände der ehemaligen Eternitfabrik anlässlich des Abbruchs der Werkshallen eine archäologische Untersuchung durch. Wenngleich der Fundplatz als Teil des augusteisch-tiberischen Truppenplatzes NOVAESIUM seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt ist und hier über Jahrzehnte zahlreiche Maßnahmen stattfanden, bildet der derzeitige Publikationsstand nicht die Höhe der Forschung ab. Der vorliegende Bericht fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen und gibt eine Übersicht der Befundlage im Westen der UNESCO-Welterbefläche.

Laura Müller

Die Darstellung und Selbstdarstellung der kaiserlichen Familie im römischen Ägypten: Eine Untersuchung von Octavian-Augustus bis Hadrian (30 v. Chr.–138 n. Chr.)

Die Arbeit untersucht die Frage, welche Funktionen den Frauen und weiteren Mitgliedern der Kaiserfamilie für die Repräsentation des Kaiserhauses im römischen Ägypten zukamen. Aufgrund ihres seriellen Charakters stellen Münzen hierfür die beste Quellengruppe dar, sodass die alexandrinische Provinzialprägung im Zentrum steht und mit der römischen Reichsprägung verglichen wird, um provinzielle Eigenheiten sowie römische Einflüsse aufzudecken. Kontextualisiert wird dies durch weitere Quellen wie Papyri und Inschriften, um so ein möglichst umfassendes Bild der Darstellung, Selbstdarstellung und – wo möglich – der Wahrnehmung der kaiserlichen Familie in der Provinz zu gewinnen.

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