Archäologische Quellen

Sebastian Hornung, Johannes Gilhaus und Bettina Glunz-Hüsken

Rituell oder profan? Ein bronzezeitlicher Fundplatz in der bayerischen Donau-Aue
Berichte über die archäologischen Untersuchungen im Gesamtprojekt der Gas-Loopleitung von Forchheim nach Finsing, Trassenabschnitt 26 bei Gaden, Gde. Pförring, Lkr. Eichstätt

Archäologische Quellen, Band 4

Die Verlegung der 75 km langen Gas-Loopleitung von Forchheim nach Finsing in Bayern in den Jahren 2017-18 förderte den Ausschnitt einer bronzezeitlichen Siedlung in der Donau-Aue zu Tage (ca. 2000–1650 v. Chr.). Der vorliegende Grabungsbericht beschreibt umfassend die Grabungsmethoden, Befunde und Funde, ergänzt durch erste Auswertungen des in Pförring, Landkreis Eichstätt liegenden Fundplatzes. Im Fokus stehen Brandstellen, Keramikkonzentrationen, kleinstteilige kalzinierte Knochenfragmente, eine Steinsetzung sowie Pfostenstellungen, die einen früh- bis mittelbronzezeitlichen Platz mit aufgehender Bebauung bezeugen. Schließlich steht die entscheidende Frage nach dem Charakter der Befunde im Raum: rituell oder profan? Außergewöhnlich hoch ist die Menge der archäometrischen Beprobung (Geologie, Botanik, 14C-Datierung), die ideale Voraussetzungen für zukünftige wissenschaftliche Forschungen bietet.

Ergänzende Materialien finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link: https://doi.org/10.11588/data/JZFWWW

Erwin Cziesla

Archäologie auf der Ortsumfahrung Passow (Lkr. Uckermark, Bundesland Brandenburg)

Archäologische Quellen, Band 3

In den Jahren 2003 bis 2005 wurde die Umgehungstrasse bei Passow (Lkr. Uckermark) prospektiert, anschließend fanden fünf Flächengrabungen statt, wobei ca. 1.350 archäologische Befunde in sechs getrennten Arealen dokumentiert wurden.

Aus den Fundstellen Passow 27 und 6 stammen die ältesten Funde: spätmesolithische Steinartefakte. Außerdem jungsteinzeitliche Keramikdepots und Einzelgräber. Aber die meisten Befunde datieren in den Übergang von der jüngeren Bronzezeit zur älteren Eisenzeit, wobei zwei räumlich getrennte Bereiche erkennbar sind: (1) Eng beieinander liegende, mit Keramik verfüllte Gruben, die auch Sonderfunde wie die Reste von Sumpfschildkröten und menschliche Knochen enthielten. (2) Linear angeordnete, mit Steinen verfüllte Grubenreihen. Exemplarisch untersuchte Gruben belegen, dass die Steine nicht in den Gruben zersprungen sind, sondern hier nur zur Ablage kamen. Zusammen mit den neolithischen Keramik-Deponierungen und Gräbern auch aus der Umgebung - wie u.a. den nur ausschnitthaft untersuchten Fundstellen Passow 26 und Passow 20 - wird eine ritualisierte Landschaft rekonstruiert, die seit ca. 4.000 v. Chr. Bestand hatte und bis in die Römische Kaiserzeit (Grubenbefunde und ein Brunnen) von Bedeutung war.

Weitere Siedlungsbefunde der römischen Kaiserzeit stammen aus Wendemark 10 und Passow 25. Befunde eines frühslawischen Dorfes nehmen einen anderen Bereich auf dem Fundplatz Passow 27 ein, und sie gehören nicht mehr der ritualisierten Landschaft an. Weitere slawische technische Anlagen stammen linken Seite der Welse aus Wendemark 10.

Die Grabungsberichte unterschiedlicher Autoren wurden 2007 der Denkmalbehörde übergeben und dort archiviert. Seitdem hat sich niemand den Ergebnissen angenommen: ein Fall für die „Archäologischen Quellen“.

Mirko Geisendorf

Der eisenzeitliche Siedlungsplatz von Schwerte-Wandhofen (Kreis Unna)

Archäologische Quellen, Band 2

Im Frühjahr 2017 wurde im Zuge einer archäologischen Ausgrabung durch die Firma ARCHBAU in Schwerte-Wandhofen (Kreis Unna, NRW) ein ungewöhnlicher Siedlungsplatz aus der Eisenzeit (ca. 8. – 1. Jh. v. Chr.) freigelegt, der für die Besiedlungs- und Heimatgeschichte des östlichen Ruhrgebietes von großer Bedeutung ist. Bei der durch einen Investor finanzierten Ausgrabung wurden für Westfalen bisher einmalige Befunde aufgedeckt: ein ungewöhnlicher 18-Pfosten-Bau und ein sehr großer Erdofen. Der Ausgräber Mirko Geisendorf deutet seine Beobachtungen in Summe so, dass hier vermutlich eine größere Personengruppe aus dem näheren Umland zusammenkommen konnte, um Hochzeiten, Geburten oder religiöse Festlichkeiten abzuhalten. Die vorliegende Publikation macht die Grabungsergebnisse schnell und knapp der Öffentlichkeit zugänglich. Das Buch ist sowohl gedruckt als auch im Open Access zugänglich.

Melanie Eigen

Die eisenzeitliche und römische Siedlung von Tönisvorst‐Vorst (Kreis Viersen)

Archäologische Quellen, Band 1

Das Buch publiziert in einer neuartigen Weise die archäologische Ausgrabung in Tönisvorst-Vorst (Kreis Viersen, Nordrhein-Westfalen) vom Sommer 2015, bei der eine eisenzeitliche (ca. 7. – 1. Jh. v.Chr.) und eine ihr folgende ländliche römische Siedlung (ca. 1. – 3. Jh. n.Chr.) freigelegt wurden. Es handelt sich um eine vom Investor finanzierte Ausgrabung, die von der Firma Archbau ausgeführt wurde. Finanzielle Mittel für eine vertiefte wissenschaftliche Auswertung der Grabung waren nicht vorhanden. Statt die Dokumentation nun wie üblich ausschließlich dem zuständigen staatlichen Archiv zu übergeben, wird sie mit dieser Publikation samt einer sehr knappen Analyse öffentlich zugänglich gemacht. So können Fachkolleginnen und -kollegen, die an verwandten Themen forschen, sich leicht und schnell informieren, was in Tönisvorst-Vorst ergraben wurde, mit den Ergebnissen weiterarbeiten und über die Fundstelle forschen. Bürgerinnen und Bürger aus der Region können sich mittels des vorliegenden Bandes über die Geschichte ihrer Heimatregion informieren.

Zugehörige Forschungsdaten finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link:

http://dx.doi.org/10.11588/data/UWPXVH