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Betz, Juliane: Le Chant du cygne: Die Gazette des Beaux-Arts und die französische Reproduktionsgraphik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Heidelberg: arthistoricum.net, 2016. DOI: 10.11588/arthistoricum.149.187

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ISBN

978-3-946653-22-6 (PDF)

Veröffentlicht am 29.08.2016.

Die gedruckte Ausgabe erschien 2016 bei ad picturam Fachverlag für kunstwissenschaftliche Literatur e. K. ISBN: 978-3-942919-03-6

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Juliane Betz

Le Chant du cygne

Die Gazette des Beaux-Arts und die französische Reproduktionsgraphik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

In seinem Artikel über den Salon des Beaux-Arts von 1881 unterschied der Kritiker Jules Buisson zwischen den Druckgraphiken der großen Kupferstecher des 17. und 18. Jahrhunderts, die er als »Chant du Triomphe« titulierte, und jenen des ausklingenden 19. Jahrhunderts, die er als »Chant du Cygne« charakterisierte. Die Bezeichnung als »Schwanengesang« deutet unmissverständlich darauf hin, dass der als durchaus kunstvoll wahrgenommenen Gattung der Reproduktionsgraphik die Ablösung durch photographische Verfahren bevorstand.
Die vorliegende Untersuchung der französischen Reproduktionsgraphik basiert auf der 1859 gegründeten Gazette des Beaux-Arts, einer der wichtigsten Kunstzeitschriften des 19. Jahrhunderts. Bis 1927 wurden dort Reproduktionsgraphiken und bis 1933 Originalgraphiken publiziert, die auch Gegenstand zahlreicher Artikel waren. In diesen geht es vor allem um die Erwartungen, die an druckgraphische Reproduktionen gestellt wurden, um die Beurteilung einzelner Blätter und Graphiker sowie um die Frage, ob und warum angesichts photographischer Reproduktionsmöglichkeiten die ›bloße‹ Wiedergabe von Gemälden oder auch Skulpturen im Medium der Druckgraphik als eigenständige Kunst zu betrachten sei.
Aus den rund 1450 Tafeln, die die Gazette bis zum Jahr 1900 regelmäßig veröffentlichte, wurden 64 Reproduktionsgraphiken ausgewählt. Die Untersuchung dieser und weiterer Beispiele veranschaulicht, dass es während des gut fünfzig Jahre dauernden Übergangs von der manuellen zur photographischen Kunstreproduktion zwei wesentliche Tendenzen in der stilistischen Entwicklung gab: Zunächst orientierten sich die Graphiker an Reproduktionsstichen der vorangegangenen Jahrhunderte und an der Malerradierung, die ab den 1840er Jahren wieder auflebte. Später entwickelten einige von ihnen eine deutlich durch die Photographie beeinflusste Reproduktionsweise.

Juliane Betz studierte Kunstgeschichte, Italianistik, Erziehungswissenschaften und Historische Anthropologie in Freiburg im Br. und in Reggio Calabria. 2013 folgte die Promotion an der Universität Heidelberg. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Ihr Forschungsinteresse gilt der Druckgraphik, der französischen Kunst des späten 19. Jahrhunderts und der Wiederholung in der Kunst.

Inhaltsverzeichnis
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Titelei
Inhalt
Danksagung
1. Einführung
2. Die Gazette des Beaux-Arts und ihr Verhältnis zur Druckgraphik
3. Der Diskurs über die französische Reproduktionsgraphik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
4. Die stilistische Entwicklung der Reproduktionsgraphik nach 1859
5. Zusammenfassung
Katalog der besprochenen Reproduktionsgraphiken
Anhang
Bibliographie
Bildnachweis