Archäologie auf der Ortsumfahrung Passow (Lkr. Uckermark, Bundesland Brandenburg)
Empfohlene Zitierweise

Cziesla, Erwin: Archäologie auf der Ortsumfahrung Passow (Lkr. Uckermark, Bundesland Brandenburg), Heidelberg: Propylaeum, 2019 (Archäologische Quellen, Band 3). https://doi.org/10.11588/propylaeum.577

Weitere Zitierweisen
Lizenz

Dieses Werk ist unter der
Creative Commons-Lizenz 4.0
(CC BY 4.0)
veröffentlicht.
Creative Commons Lizenz BY 4.0

Identifikatoren
ISBN 978-3-948465-06-3 (PDF)

Veröffentlicht am 18.11.2019.

Statistik


Cziesla, Erwin

Archäologie auf der Ortsumfahrung Passow (Lkr. Uckermark, Bundesland Brandenburg)

Archäologische Quellen

In den Jahren 2003 bis 2005 wurde die Umgehungstrasse bei Passow (Lkr. Uckermark) prospektiert, anschließend fanden fünf Flächengrabungen statt, wobei ca. 1.350 archäologische Befunde in sechs getrennten Arealen dokumentiert wurden.

Aus den Fundstellen Passow 27 und 6 stammen die ältesten Funde: spätmesolithische Steinartefakte. Außerdem jungsteinzeitliche Keramikdepots und Einzelgräber. Aber die meisten Befunde datieren in den Übergang von der jüngeren Bronzezeit zur älteren Eisenzeit, wobei zwei räumlich getrennte Bereiche erkennbar sind: (1) Eng beieinander liegende, mit Keramik verfüllte Gruben, die auch Sonderfunde wie die Reste von Sumpfschildkröten und menschliche Knochen enthielten. (2) Linear angeordnete, mit Steinen verfüllte Grubenreihen. Exemplarisch untersuchte Gruben belegen, dass die Steine nicht in den Gruben zersprungen sind, sondern hier nur zur Ablage kamen. Zusammen mit den neolithischen Keramik-Deponierungen und Gräbern auch aus der Umgebung - wie u.a. den nur ausschnitthaft untersuchten Fundstellen Passow 26 und Passow 20 - wird eine ritualisierte Landschaft rekonstruiert, die seit ca. 4.000 v. Chr. Bestand hatte und bis in die Römische Kaiserzeit (Grubenbefunde und ein Brunnen) von Bedeutung war.

Weitere Siedlungsbefunde der römischen Kaiserzeit stammen aus Wendemark 10 und Passow 25. Befunde eines frühslawischen Dorfes nehmen einen anderen Bereich auf dem Fundplatz Passow 27 ein, und sie gehören nicht mehr der ritualisierten Landschaft an. Weitere slawische technische Anlagen stammen linken Seite der Welse aus Wendemark 10.

Die Grabungsberichte unterschiedlicher Autoren wurden 2007 der Denkmalbehörde übergeben und dort archiviert. Seitdem hat sich niemand den Ergebnissen angenommen: ein Fall für die „Archäologischen Quellen“.

Erwin Cziesla, geb. 1955, arbeitet nach Magister 1980 und Promotion 1989 an der Universität zu Köln seit 1993 zunächst als wiss. Leiter, dann als Geschäftsführer der Grabungsfachfirma „Wurzel Archäologie und  Umwelttechnik GmbH“ mit Sitz in Stahnsdorf bei Berlin. Zuvor war er beim Zweckverband Neandertal (1979) und im DFG-Projekt „BOS - Besiedlungsgeschichte der Ostsahara“ an der Universität Köln (1980-1992) tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind methodische Fragen in der Archäologie der Steinzeiten, die Erforschung  des Mesolithikums und die Interaktion im mesolithisch - neolithischen Kulturgeschehen. 1987 organisierte er das erste internationale Symposium über das Zusammenpassen von Steinartefakten („The  Big Puzzle“) und erkannte den vermeintlichen Wolf vom Fundplatz Bonn-Oberkassel als einen der ältesten domestizierten Hunde Europas. Er ist Gründungsmitglied der „Arbeitsgemeinschaft Mesolithikum“. Seine bisherigen Mo-nographien von Verursachergrabungen gelten den beiden Großgrabungen von Merzenich-Valdersweg und Arnoldsweiler bei Düren (mit Fokus Bandkeramik; 2014) und der mesolithischen Grabung am Berliner Autobahnring A 10 bei Jühnsdorf (2017). Bisher hat er rund 200 wissenschaftliche Publikationen verfasst, insbesondere acht Monografien, darunter als Herausgeber einen Tagungsband und eine Festschrift.

Inhaltsverzeichnis
PDF
Titelei
Inhalt
Widmung
Vorbemerkungen - Danksagungen
Einleitung
Topografie und Geologie
Regionalgeschichte und Forschungsstand
Die neue Ortsumfahrung Passow
Die archäologischen Fundstellen
Zusammenfassung
Summary
Literaturverzeichnis
Presseartikel
Wurzel Archäologie
Pläne
Überblicksplan Passow 6, 20, 26, 27 (B 166: Ortsumgehung Passow)
Gesamtplan Passow 27 & 6 (B 166: Ortsumgehung Passow)
Überblicksplan Passow 25 (B 166: Ortsumgehung Passow)