Tagungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle
Die Reihe der Tagungsbände des Landesmuseums wurde 2008 ins Leben gerufen. Anlass dazu war die Konferenz „Luthers Lebenswelten“, die im Jahr 2007 in Halle (Saale) ausgerichtet wurde. Der zweite Tagungsband widmete sich mit dem Thema „Schlachtfeldarchäologie“ dem Mitteldeutschen Archäologentag, der seit 2008 jährlich vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Halle veranstaltet und zeitnah publiziert wird. Im Laufe der Jahre sind über 20 Bände dieser Reihe entstanden, die ein breites Spektrum an Tagungsthemen dokumentieren.
In den Bänden werden jeweils die Vorträge renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Fachdisziplinen vorgelegt, die zu Gast bei den Konferenzen in Halle waren.
Dem großen Anteil internationaler Autorinnen und Autoren entsprechend, erscheinen viele Beitrage dieser Reihe in englischer Sprache mit deutscher Zusammenfassung. Deutsche Beiträge haben eine englische Zusammenfassung. Zur Sicherung der wissenschaftlichen Qualität unterliegen die Beiträge der Tagungsbände in der Regel einem Peer Review-Verfahren.

Herausgeber
Prof. Dr. Harald Meller
Manuela Schwarz
Redaktion
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
– Landesmuseum für Vorgeschichte –
Richard-Wagner-Straße 9
06114 Halle (Saale)
Tel. 0345/5247-526
E-Mail: MSchwarz@lda.stk.sachsen-anhalt.de
Erscheint demnächst
Im Herzen des Imperiums – Archäologie der Ottonenzeit im mitteldeutschen Raum
Dieser Doppelband, der auf eine Konferenz in Halle (Saale) im Jahr 2022 zurückgeht, präsentiert in fast 30 Beiträgen grundlegende Darstellungen sowie aktuelle Forschungen zur Archäologie und Kulturgeschichte der Ottonenzeit im mitteldeutschen Raum. Wenngleich an der Peripherie des Ostfrankenreiches gelegen, hatten die Gebiete rund um den Harz damals zentrale Bedeutung für das Königtum der sächsischen Herrscherfamilie. Namentlich im heutigen Sachsen-Anhalt lagen zahlreiche bedeutende Schauplätze ottonischer Herrschaftspraxis. Archäologische Forschungen vermögen diese facettenreich zu beleuchten und sicher zu lokalisieren. Herausragende Stätten wie Magdeburg, Memleben und Quedlinburg stehen ebenso im Fokus der Archäologie wie weniger bekannte Königshöfe und Pfalzen, Burgen und Kirchen. So ergibt sich ein faszinierendes Bild der Architektur, Herrschaftsrepräsentation und Kunst, des Befestigungswesens und der Alltagskultur im 10. und frühen 11. Jh. Der zweite Band behandelt Burgen sowie die sakralen Orte um Kirchen, Klöster und Bistumssitze.
Bisher erschienen
Zur Geschichte der Kleidung in der Steinzeit / A Stone Age History of Clothing: Mitteldeutscher Archäologentag vom 26. bis 28. September 2024 in Halle (Saale)
Wie kleideten sich die Menschen in der Steinzeit, welche Materialien und Techniken nutzten sie und wie lassen sich diese nachweisen? Ist der Beginn der Kleidung auf ein aufkommendes Schamgefühl oder auf den praktischen Schutz vor der Witterung zurückzuführen? Eng verbunden mit diesen Fragen ist die Untersuchung von Mensch-Tier-Beziehungen und welchen Einfluss diese bei der Wahl der Rohmaterialien für die Herstellung von Schmuck und Kleidung hatten.
Diesen und weiteren zentralen Fragestellungen widmet sich dieser Band mit einem interdisziplinären Ansatz aus Archäologie, Natur-, Kultur- und Medienwissenschaften. Dafür werden in den vorliegenden Studien direkte Belege wie Fundkontexte aus Bestattungen untersucht sowie indirekte Belege über figürliche Darstellungen oder Werkzeuge herangezogen, um (Be)Kleidung in ihrer evolutionären und sozialen Bedeutung zu betrachten.
Der soziale Wert prähistorischer Beile: neue archäologische und archäometrische Ansätze /The social value of prehistoric axes –new archaeological and archaeometric approaches: 16. Mitteldeutscher Archäologentagvom 5. bis 7. Oktober 2023 in Halle (Saale) / 16th Archaeological Conference of Central German October 5–7, 2023 in Halle (Saale)
Welchen Wert hatten Beile und Äxte in prähistorischen Gesellschaften – waren sie Werkzeug, Waffe, Tauschmittel oder Statussymbol? Der vorliegende Band umfasst neben Untersuchungen zu Rohstoffvorkommen und Materialanalysen auch die wirtschaftlichen und sozialen Fragen, die mit Ressourcenmanagement, Produktions- und Distributionsprozessen einhergehen. Wo wurden und wer hat die Rohmaterialien abgebaut und die Produkte hergestellt und wie waren die Handelsnetzwerke organisiert? Die Beiträge stellen europaweite Studien verschiedener Mikro- und Makroregionen vom Neolithikum bis zum Ende der Bronzezeit vor und widmen sich jeweils einem oder mehreren Aspekten dieses umfangreichen Themas.
Kinship, Sex, and Biological Relatedness : The contribution of archaeogenetics to the understanding of social and biological relations. 15. Mitteldeutscher Archäologentag vom 6. bis 8. Oktober 2022 in Halle (Saale)
Zwischenmenschliche Beziehungen sind seit jeher die Grundlage gesellschaftlichen Zusammenlebens. Der Verwandtschaft – ob biologisch oder sozial – kommt dabei eine ganz besondere Bedeutung zu. In der Archäologie konnten diese immateriellen Verbindungen bisher nur selten zweifelsfrei nachgewiesen werden. Die Archäogenetik hat jedoch in den letzten Jahren Methoden und Verfahren entwickelt, die es bei guter DNA-Erhaltung erlauben, den Grad genetischer Nähe zwischen zwei Menschen zu bestimmen, die in der Vergangenheit gelebt haben.
Die hier gesammelten Beiträge schöpfen ihr Wissen zum Thema Verwandtschaft aus Anthropologie, Archäologie, Genetik sowie der Geschichts- und Sozialwissenschaft. Sie verdeutlichen anhand von aktuellen oder bereits bekannten Fundplätzen, welche Rückschlüsse die neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse einerseits ermöglichen, zeigen andererseits aber auch deren Grenzen bei der Interpretation von (prä-)historischen Gesellschaften auf.



