Zitationsvorschlag
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Wie kommt die Würze in die Kürze?
Reiz-volle Lektüren schöner Stellen
Der Beitrag versteht das ›Kleine‹ als relationale Größe, die konkret nur jeweils kontextuell bestimmt werden kann. Für das Kleine in der Literatur kommen dabei zum einen generische und materielle Faktoren in Betracht, zum anderen bedarf die Wahrnehmung des Kleinen seiner Ausstellung mithilfe im weitesten Sinne stilistischer Verfahren. Der Beitrag wendet sich dann der spezifischen Ästhetik des Kleinen zu und bestimmt sie in Anlehnung an romantische wie auch an postmoderne Theorie als die Intensität des Reizvollen, das einerseits als textuelle Affordanz bestimmt wird, andererseits einer entsprechenden Aufnahmefähigkeit seitens der Rezipienten bedarf. Das Paradigma des reizvollen Kleinen in der Literatur ist die so genannte ›schöne Stelle‹. Der Beitrag untersucht die Voraussetzungen und die Modalitäten der Reizentfaltung an drei Text-beispielen aus der Anthologia Palatina, den Imagines Lukians und abschließend des Finales aus dem dritten Buch von Longos’ Roman Daphnis und Chloe.



