Zitationsvorschlag
Lizenz (Kapitel)

Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International.
Veröffentlicht
Vom Museum der Dinge zur Erzählung von Menschen
Die Möglichkeiten der digitalen Transformation erlauben die Erweiterung des Museums in einen umfassenden Informationsraum. Begleitet wird diese Entwicklung nicht nur durch Prozesse der Kontextualisierung und Dekolonisierung, sondern auch durch zunehmende Zweifel an der „Aura“ des Originals. Damit wird die Frage aufgeworfen, ob das Sammeln physischer Objekte eine zwingende Notwendigkeit für die Existenz des Museums als Gedächtnisorganisation darstellt oder ob nicht vielmehr die menschliche Tätigkeit als Voraussetzung für die Existenz und Betrachtung von Objekten stärker in den Fokus der Museumsarbeit zu rücken wäre. Die Provenienzforschung hat gezeigt, dass die Rolle von Personen als Subjekte in den räumlichen und zeitlichen Zusammenhängen ihrer Tätigkeit im konventionellen Museum zu wenig Beachtung fand. Die Modellierung der „Person“ (E21) als „Actor“ (E39) im „CIDOC Conceptual Reference Model“ erlaubt eine systematische Fortentwicklung der Museumsdokumentation unter verändertem Blickwinkel zum Beispiel in den Bereichen Forschung, Restaurierung, Vermittlung und Ausstellung. Gemeinsam mit den Erzählungen in Herkunftsgemeinschaften und überlieferten Texten könnte dies der „Anfang von etwas anderem“ werden und die Erzählung vom Museum als Gedächtnisorganisation fortschreiben.
Kurzlink: https://0cn.de/MuseumDingeMenschen



