How to Cite

Schweizer, Yvonne: Beeples Versionen. Plattformbasierte Arbeiten zwischen Digitalkultur und Werkstatus: Version, Postproduktion, Social Web, digitale Kunst, Plattform, NFT, in Dieckmann, Lisa et al. (Eds.): 4D: Dimensionen | Disziplinen | Digitalität | Daten, Heidelberg: arthistoricum.net, 2022 (Computing in Art and Architecture, Volume 6), p. . https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1100.c15429

Identifiers (Book)

ISBN 978-3-98501-124-7 (PDF)

Published

10/17/2022

Authors

Yvonne Schweizer

Beeples Versionen. Plattformbasierte Arbeiten zwischen Digitalkultur und Werkstatus

Version, Postproduktion, Social Web, digitale Kunst, Plattform, NFT

Der Beitrag schlägt einen Analyserahmen für plattformbasierte Artefakte vor. Ausgangspunkt ist die aktuelle Debatte um NFT-basierte Arbeiten des Künstlers Beeple zwischen Digitalkultur und Werkstatus. Derzeit stehen sich zwei Perspektiven auf Beeples Bildproduktion gegenüber. Auf der einen Seite trieb das Auktionshaus Christie’s für die Versteigerung im Frühjahr 2021 die aktive Konstruktion eines Oeuvres voran. Die Ansammlung von 5000 Grafiken in einem Werk wird gerahmt durch Kategorisierungen des Retrospektiven. Dem steht der Ursprung von Beeples Grafiken in den Digitalkulturen der Social-Media-Plattformen gegenüber. Hier wird durch eine verteilte Postproduktion das Prospektive der Bildproduktion gewürdigt.

Ausgehend von der zweiten Perspektive liegt diesem Beitrag die Annahme zugrunde, dass die Kunstproduktion im Social Web auf eine künftige Versionierbarkeit hin ausgelegt ist. Der Vorschlag führt den Begriff „Version” in die Kunstgeschichte ein. Bisher vorwiegend als Arbeitsbegriff für die Beschreibung von Fassungen geläufig, schlägt der Beitrag „Version” als konzeptuellen Begriff vor. Eine Versionierung wird zum einen von den ursprünglichen Autor:innen unternommen, wie das Fallbeispiel von Beeple zeigt. Hier umfasst das Konzept der Versionierbarkeit die Migration eines Werkes vom Ursprungsort in den Sozialen Medien in andere Dateiformate oder andere Infrastrukturen. Zum anderen beschreibt das Konzept der Versionierbarkeit die Weiterbearbeitung von Bildinhalten durch Dritte. Ich lege dies an einem historischen Fallbeispiel, der Online-Version der Ausstellung do it (2002), dar.

Die These ist, dass Bildproduktion auf Social-Media-Plattformen auf Nachbearbeitung ausgelegt ist. Anstelle des Retrospektiven wird das Prospektive als grundlegende Haltung gegenüber plattformbasierter Kunstproduktion erarbeitet.