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Von Mücken und Elefanten
Das »Kleine« in der Naturalis Historia des älteren Plinius
Die Relation von Groß und Klein spielt in der Naturalis Historia des älteren Plinius schon auf der makrostrukturellen Ebene eine zentrale Rolle. In seinem Werk durchschreitet er nämlich von der gewaltigen Größe des Kosmos bis hin zu den kleinen Steinen im Edelsteinbuch die vielfältigen Manifestationen des von der Dea Natura geschaffenen, anthropozentrisch gefassten Weltsystems. Allerdings lässt sich beobachten, dass auch auf der Ebene der einzelnen Phänomene diese Aspekte für Plinius wichtig sind. Im Zentrum steht die Bedeutung des Kleinen als Ort der Erkenntnis des Großen und der philosophischen Reflexion. Ein markantes Beispiel hierfür ist die Beschreibung der Stechmücke am Eingang des Insektenbuches. Hier wird am Beispiel einer zoologischen Miniatur das artificium der Dea Natura im Detail sichtbar gemacht und gerade die Kleinheit des Gegenstandes zum Instrument, einerseits das Staunen über das wundersame Wirken der Natur zu erwecken und andererseits den Betrachter und in diesem Fall natürlich auch den Leser vom Staunen zur Erkenntnis zu führen. Dieses zentrale Element des Staunens ist auch in die stilistische Haltung der Passage eingeschrieben. Plinius, der sich ansonsten eines eher nüchternen Stils bedient, verwendet hier Verfahren poetischer Ekphrasis, sodass sich die Stechmückenbeschreibung ihrerseits in ein artificium verwandelt.



