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Accipe annulum
Bischofsringe im Mittelalter als Ausdruck von Erinnerung und Introspektion
Ausgehend von den richtungsweisenden Forschungen Silke Tammens zur Schmuck-Körper-Relation bei religiösem Schmuck untersucht der Beitrag den mittelalterlichen Bischofsring als Ausdruck von Erinnerung und damit zusammenhängender Introspektion, die vor allem auf das Herz des Trägers abzielte. Insofern versteht sich der Aufsatz als Ergänzung bisheriger Interpretationen solcher Ringe im Sinne von Insignien mit einer primär nach außen gerichteten, legitimierenden Funktion. Für die Untersuchung ausgewählt wurden Bischofsringe aus Mainz: der Ring des Erzbischofs Aribo (1021–1031), jener des Erzbischofs Siegfried III. von Eppstein (1230–1249) sowie zwei Ringe des Erzbischofs Adolf I. von Nassau (1381–1390). Sie alle erweisen sich in ihrer Gestaltung und Verwendung als Mittel einer auf Christus abzielenden Introspektion jeweils individueller Prägung, indem sie eine in der Christusnachfolge begründete Selbstvergewisserung, eine in die apostolische Sukzession eingebettete bischöfliche Familientradition oder eine besonders intensiv gelebte Passionsnachfolge des Trägers perpetuierten und verstärkten.



