Zitationsvorschlag

Bawden, Tina: Frühmittelalterliche Schmuckdinge: Wirkmacht nach innen und außen, in Bosselmann-Ruickbie, Antje, Späth, Markus und Schulz, Matthias (Hrsg.): Silke Tammen (1964-2018) zum Gedenken, Bd. 2: Nachdenken über Sinne, Bildwahrnehmung und Materialität: Silke Tammens Forschungen auf der Spur, Heidelberg: arthistoricum.net, 2025, S. 165–182. https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1620.c24657

Identifier (Buch)

ISBN 978-3-98501-366-1 (PDF)

Veröffentlicht

19.12.2025

Autor/innen

Tina Bawden

Frühmittelalterliche Schmuckdinge

Wirkmacht nach innen und außen

Die theoretische Aufwertung mittelalterlichen Schmucks war ein Ziel von Silke Tammen. Der vorliegende Aufsatz zeigt, dass einige ihrer Kernüberlegungen zu »Schmuckdingen« – die Dialektik von Sichtbarem und Verborgenem, das Verhältnis zum Körper sowie die Mehransichtigkeit und sinnliche Erfahrung der kleinen Objekte – neue Fragestellungen anregen, die auch frühmittelalterlichen Schmuck des insularen Raums betreffen. Ausgehend von einer komponierten Scheibenfibel (Harford Farm Brooch) und einem Anhänger (Winfarthing Pendant), beides Funde aus Frauengräbern des 7. Jhs. im heutigen Norfolk, werden mögliche Wahrnehmungskontexte insularer Schmuckdinge diskutiert. In der Forschung sind vor allem die Fundsituation und die soziale Stellung der Trägerin bedacht worden; aus einem genaueren Studium der Reparaturen, Zusätze, Formen und Materialien der Objekte heraus lassen sich jedoch weitere in frühmittelalterlichen Kontexten geschätzte Formen der Erfahrbarkeit von Schmuck vermuten.