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Frühmittelalterliche Schmuckdinge
Wirkmacht nach innen und außen
Die theoretische Aufwertung mittelalterlichen Schmucks war ein Ziel von Silke Tammen. Der vorliegende Aufsatz zeigt, dass einige ihrer Kernüberlegungen zu »Schmuckdingen« – die Dialektik von Sichtbarem und Verborgenem, das Verhältnis zum Körper sowie die Mehransichtigkeit und sinnliche Erfahrung der kleinen Objekte – neue Fragestellungen anregen, die auch frühmittelalterlichen Schmuck des insularen Raums betreffen. Ausgehend von einer komponierten Scheibenfibel (Harford Farm Brooch) und einem Anhänger (Winfarthing Pendant), beides Funde aus Frauengräbern des 7. Jhs. im heutigen Norfolk, werden mögliche Wahrnehmungskontexte insularer Schmuckdinge diskutiert. In der Forschung sind vor allem die Fundsituation und die soziale Stellung der Trägerin bedacht worden; aus einem genaueren Studium der Reparaturen, Zusätze, Formen und Materialien der Objekte heraus lassen sich jedoch weitere in frühmittelalterlichen Kontexten geschätzte Formen der Erfahrbarkeit von Schmuck vermuten.



