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Versuch über ein Reisealtärchen im Augustinermuseum in Freiburg mit einer Replik der Ikone von S. Maria Maggiore (Salus Populi Romani), Rom
Ein Reisealtärchen im Triptychonformat im Freiburger Augustinermuseum (Inv.-Nr. M 90/005), um 1770–1780 auf der Basis der Simon Göser zugeschriebenen Malerei der Flügel datiert, überrascht mit einer mittig platzierten ovalen Elfenbeintafel. Der Aufsatz zielt auf eine erste Inaugenscheinnahme dieses unpublizierten Objektes.
Erste Indizien für die Rekonstruktion eines originären Ambientes des Artefaktes bieten die
jesuitischen Heiligen der Flügel. Das Elfenbein wartet mit einem signifikanten Bildtypus der Gottesmutter mit dem Christuskind auf und erweist sich als einem umfangreichen jesuitischen Netzwerk von Repliken der römischen Ikone aus S. Maria Maggiore (Salus Populi Romani) zugehörig. Das einzigartige Artefakt ist somit in die Bild- und Verfahrenspraktiken dieses Umfeldes einzustellen. Hierzu zählen der 1657 von Wilhelm Gumppenberg verantwortete Marianische Atlas wie auch die barocken Neupräsentationen hochverehrter Gnadenbilder. Die Wertschätzung gegenüber dem Material Elfenbein im zeitgenössischen Kontext manifestiert sich zudem in einer spezifischen Ästhetik dieses Objekts. Die Frage nach einer unmittelbaren Zugehörigkeit von Malerei und Elfenbein drängt sich am Ende auf, da letzteres durch eine Reihe von ›Ungelenkigkeiten‹ oder auch ikonographischen Unsicherheiten gekennzeichnet ist. Dem Bildnetzwerk der Repliken der Salus Populi Romani kann jedoch ohne Zweifel ein einzigartiger Baustein hinzugefügt werden.



