Mechthild Schulze-Dörrlamm (Hrsg.)

Byzantinische Goldschmiedearbeiten im Römisch-Germanischen Zentralmuseum

Kataloge Vor- und Frühgeschichtlicher Altertümer, Band 42

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz besitzt eine Sammlung byzantinischer Goldschmiedearbeiten, die bisher nur zu einem kleinen Teil publiziert wurde und deshalb weithin unbekannt ist. Da diese Kollektion von Schmuckstücken und Rangabzeichen neben Einzelfunden auch bemerkenswerte Ensembles und zudem einige Kopien von wertvollen, leider zerstörten Originalen enthält, wird sie nun erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Objekte sind in 49 Katalognummern erfasst. Sie stammen überwiegend aus den Kerngebieten des Byzantinischen Reiches, vereinzelt aber auch aus Regionen jenseits seiner Grenzen und überdies aus einem langen Zeitraum, der sich vom späten 5. bis zum 14./15. Jahrhundert erstreckt.
Besonders hervorzuheben sind zwei Schatzfunde, darunter sogar ein münzdatierter aus Kleinasien oder dem syro-palästinensischen Raum, mehrere Kettengehänge aus kunstvoll durchbrochenen Goldmedaillons, ein ebenfalls mit feinstem opus interrasile und zudem mit wertvollsten Edelsteinen verzierter Goldarmring aus Syrien, der einzige erhaltene Zierstreifen einer Frauenkronhaube, der reich ziselierte Taschendeckel eines Mannes von mutmaßlich königlichem Rang sowie ein Ensemble römischer Glasgefäße, die wohl in Konstantinopel im 8./9. Jahrhundert mit ziselierten Goldfolien beklebt worden sind und Antiquitäten aus dem dortigen Kaiserpalast sein könnten.
Außer einem Kurzkatalog mit knappen Angaben zu jedem Sammlungsobjekt enthält das Buch eine antiquarische Würdigung dieser Goldschmiedearbeiten und die numismatische Bearbeitung des münzdatierten Schatzfundes. Darüber hinaus findet man eine detaillierte Beschreibung aller angewandten Goldschmiedetechniken, die zwei erfahrene Goldschmiedinnen und Restauratorinnen in den Werkstätten des RGZM untersucht haben. Insgesamt ist der Katalog mit neuen Meisterfotos aller Preziosen und zahllosen Detailaufnahmen sowie mit Zeichnungen sehr viel reicher bebildert als vergleichbare Publikationen.

Frank Moseler

Brandstrukturen im späten Magdalénien
Betrieb, Nutzung und Funktion

Monographien des RGZM, Band 151

Die Nutzung des Feuers war einer der entscheidenden Meilensteine in der Evolution des Menschen und seines Verhaltens. Im Laufe der Jahrhunderttausende gewann das Element Feuer immer mehr an Bedeutung. Bis heute kommt ihm eine zentrale Rolle im Leben der Menschen zu – eine Rolle, die weit über die handwerkliche und kulinarische Nutzung hinausgeht: Das Feuer wurde immer mehr zum Mittelpunkt des sozialen Lebens und bildet letztendlich die Grundlage unserer Zivilisation.
Die vielschichtige Auswertung paläolithischer Brandstrukturen und ihrer näheren Umgebung liefert wichtige Beiträge zum Verständnis des räumlichen und sozialen Verhaltens der Jäger und Sammler-Gruppen, nicht zuletzt im Kontext der Entstehung überregionaler Regelwerke, die insbesondere im späten Jungpaläolithikum archäologisch greifbar werden.
Eine vergleichende, diachrone Auswertung von Brandstrukturen bedarf eines standardisierten und allgemein anwendbaren Methodenapparates. Mit der vorliegenden Arbeit wurde ein Ausgangspunkt geschaffen, basierend auf den teils hervorragend konservierten Feuerstellenbefunden aus dem späten Magdalénien. Auf dieser Grundlage konnte ein umfangreicher Methodenapparat entwickelt und gleichzeitig auf seine Anwendbarkeit und Aussagekraft hin überprüft werden. So entstand ein detailliertes Bild zur Nutzung und zur Bedeutung des Feuers nach dem Höhepunkt der letzten Kaltzeit.

Alfons Zettler, Thomas Zotz (Hrsg.)

Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau
I. Nördlicher Teil. Halbband A-K

Archäologie und Geschichte – Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 14

Von den einst zahlreichen mittelalterlichen Burgen im Markgräflerland und im Breisgau überdauerten nur wenige die bewegten und kriegerischen Jahrhunderte der frühen Neuzeit am Oberrhein. Einem kleinen Bestand von mehr oder minder gut erhaltenen Ruinen steht eine beträchtliche Anzahl von verschwundenen Burgen gegenüber, von denen nur noch schriftliche Aufzeichnungen und Flurnamen Zeugnis geben. Das Burgenbuch, das in der Abteilung Landesgeschichte im Historischen Seminar der Universität Freiburg i. Br. erarbeitet worden ist, enthält einen reich illustrierten Katalog sämtlicher Burgen und Burgstellen des Breisgaus in dessen mittelalterlicher Erstreckung und bietet damit erstmals eine vollständige Bestandsaufnahme der dortigen hoch- und spätmittelalterlichen Burgenlandschaft. Es wird in vier Teilbänden erscheinen, die ersten beiden Teile umfassen den nördlichen Breisgau, zwei weitere sind für den südlichen Breisgau vorgesehen.

Tommaso Spinelli

The Diachronic Frequency of Latin Words: A Computational Dictionary
(A/AB–AZYMVS)

Digital Classics Books, Band 6.1

The Diachronic Frequency of Latin Words ist eine neue Form eines Nachschlagewerkes, in dem statistische Informationen über die chronologische Entwicklung der Verwendung lateinischer Wörter in der Geschichte der Sprache vom vierten Jahrhundert v. Chr. bis zum frühen sechsten Jahrhundert n. Chr. geliefert werden. Als Grundlage dient die computergestützte Analyse der Werke von 309 lateinischen Autoren, fragmentarischen und anonymen Texten und über 520.000 Inschriften. So ist das Nachschlagewerk eine Unterstützung für Wissenschaftler:innen, den Gebrauch lateinischer Wörter in verschiedenen Zeiträumen und Sprachebenen zu untersuchen. Zusätzlich bietet es statistische Erkenntnisse zur Unterstützung philologischer, linguistischer und literarischer Analysen.

Béla Miklós Szőke

Die Karolingerzeit in Pannonien

Monographien des RGZM, Band 145

Der vorliegende Band geht detailliert auf eine bisher überhaupt nicht oder nur kaum bekannte Periode des Karpatenbeckens ein: die östliche Expansion des Karolingerreiches – jene knapp 100 Jahre, die zwischen dem Untergang des Awarenkhaganats und der Entstehung des ungarischen Fürstentums liegen.
Pannonia, die neue östliche Provinz des Karolingerreiches, umfasste den Großteil Transdanubiens und des Save-Drau-Zwischenstromlandes, wo sich ab der Mitte des 9. Jahrhunderts kleinere Grafschaften etablierten. Die bekannteste unter ihnen war die Grafschaft in Unterpannonien mit dem Zentrum Mosaburg, das Priwina und sein Sohn Chezil ab den 840er Jahren in Zalavár-Vársziget (Burginsel) ausbauten. In Unterpannonien, das zum Missionssprengel des Salzburger Erzbistums gehörte, wurden zwischen 840 und 870 bis zu 30 Kirchen errichtet, von denen heute bereits fünf als archäologisch identifiziert gelten. Konstantin (Kyrill) und sein Bruder, der zum Erzbischof Pannoniens ernannte Method, waren kurz in Mosaburg tätig. Ende der 880er Jahre stand hier eine Königspfalz Arnolfs von Kärnten, des ostfränkischen Königs. Er überließ Mosaburg 896 Herzog Braslav, der die Siedlung mit einer starken Wallkonstruktion umgab.
Den seit über 70 Jahren fortwährenden Ausgrabungen ist zu verdanken, dass wir heute über ein zuverlässiges Bild der Siedlungsgeschichte, der Bau- und Kunstdenkmäler, der gesellschaftlichen Hierarchie, der ethnischen Zusammensetzung und der kulturellen Verbindungen der Mosaburger Grafschaft verfügen.

Raimon Graells, Alberto J. Lorrio und Fernando Quesada

Cascos hispano-calcídicos
Símbolo de las elites guerreras celtibéricas

Kataloge Vor- und Frühgeschichtlicher Altertümer, Band 46

Der hispano-chalkidische Helm ist ein autochthon spanischer Typus des 4. bis 2. Jhs. v. Chr., hauptsächlich verbreitet im celtiberischen Gebiet. Die spanischsprachige Publikation untersucht die morphologischen und dekorativen Charakteristiken, um sich Produktion und Bedeutung dieser Waffen anzunähern: als Schutzelemente sowie gleichzeitig als Vehikel verschiedener Botschaften der Macht, des militärischen Ranges oder von Einflüssen durch Handelsaktivitäten mit dem Süden Italiens.

Markus Scholz

Grabbauten in den nördlichen Grenzprovinzen des Römischen Reiches zwischen Britannien und dem Schwarzen Meer, 1.-3. Jahrhundert n. Chr.

Monographien des RGZM, Band 103.2

Grabbauten dienten nicht nur dem Gedächtnis an eine Person, sondern auch der Familienrepräsentation. Die Übernahme bzw. Transformation römischer Statussymbole durch Einheimische in den Provinzen ist daher ein Gradmesser der Romanisierung. Die Adaption mediterraner Formen kann ein Bruch mit indigenen Traditionen bedeuten oder – im Gegenteil – in bestimmter Auswahl ein Instrument sein, um traditionelle Werte und Muster in einem zeitgemäßen Präsentationsrahmen zu kommunizieren.
Die Studie zeigt auf, woher die Vorbilder stammten, welche gesellschaftlichen Gruppen sie vermittelten und welche sie aufgriffen und sogar weiterentwickelten. Denkmal­topo­graphie und Architekturtypen werden dabei ebenso berücksichtigt wie die durch sie zur Wirkung gebrachten Medien Grabinschrift bzw. Skulptur. Hierbei zeigen sich aufschlussreiche Unterschiede zwischen den Rhein- und Donauprovinzen.

Markus Scholz

Grabbauten in den nördlichen Grenzprovinzen des Römischen Reiches zwischen Britannien und dem Schwarzen Meer, 1.-3. Jahrhundert n. Chr.

Monographien des RGZM, Band 103.1

Grabbauten dienten nicht nur dem Gedächtnis an eine Person, sondern auch der Familienrepräsentation. Die Übernahme bzw. Transformation römischer Statussymbole durch Einheimische in den Provinzen ist daher ein Gradmesser der Romanisierung. Die Adaption mediterraner Formen kann ein Bruch mit indigenen Traditionen bedeuten oder – im Gegenteil – in bestimmter Auswahl ein Instrument sein, um traditionelle Werte und Muster in einem zeitgemäßen Präsentationsrahmen zu kommunizieren.
Die Studie zeigt auf, woher die Vorbilder stammten, welche gesellschaftlichen Gruppen sie vermittelten und welche sie aufgriffen und sogar weiterentwickelten. Denkmal­topo­graphie und Architekturtypen werden dabei ebenso berücksichtigt wie die durch sie zur Wirkung gebrachten Medien Grabinschrift bzw. Skulptur. Hierbei zeigen sich aufschlussreiche Unterschiede zwischen den Rhein- und Donauprovinzen.

Thomas Schmidts, Martina Seifert (Hrsg.)

New Approaches to Seaborne Commerce in the Roman Empire
Panel 5.17

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 24

Der Seehandel im Römischen Reich zeichnet sich durch eine für die vormoderne Welt bemerkenswerte Leistungsfähigkeit aus. Von Ägypten bis nach Britannien lassen sich Handelsverbindungen anhand von archäologischen Funden nachweisen. Die Aktionsräume dieser Aktivitäten umfassen Mittelmeer, Schwarzes Meer und Teile des nordöstlichen Atlantik. Wichtige Bezugsgrößen für eine Beurteilung der römischen Handelsschifffahrt stellen Häfen, Schiffe und Ladungsreste dar. Aufgrund der Quantität der bekannten Schiffswracks und Häfen kann insbesondere die Archäologie zum besseren Verständnis des Seehandels beitragen.
Die Beiträge nehmen sich mit einem breiten methodischen Spektrum verschiedener Aspekte des Themas „Seehandel“ an.  Neben Wrackfunden werden die Relevanz von Aufschriften auf Amphoren und anderen Ladungsresten ebenso behandelt wie die Bildung von Netzwerken, die Rekonstruktion von Schiffsrouten und die Leistungsfähigkeit antiker Wasserfahrzeuge aufgrund von Experimenten.

Eurydice Kefalidou (Hrsg.)

The Riverlands of Aegean Thrace: Production, Consumption and Exploitation of the Natural and Cultural Landscapes | River Valleys and Regional Economies
Panel 2.4 | Panel 2.7

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 6

Flüsse waren schon immer eine wichtige Stütze für die Wirtschaft. Sie versorgten Menschen und Tiere mit Wasser, bewässerten das Land, erleichterten Kommunikation und Handel durch kleine Schiffe oder Flöße, unterstützten industrielle Aktivitäten, bildeten reiche Jagdgründe für Fischer und Jäger und boten Rohstoffe wie Sand, Kies und Placer-vorkommen von kostbaren Metallen - darunter sogar Gold. Gleichzeitig schufen die Flussdeltas und Sumpfgebiete der Flüsse eine unwirtliche Umgebung, die für eine Besiedlung ungeeignet war, insbesondere in Zeiten von Überschwemmungen. Darüber hinaus verbanden Flüsse das Meer und die Küstenzone mit dem Hinterland und ermöglichten so die Interaktion zwischen den Bevölkerungen, die diese Gebiete bewohnten, oft Einheimische und Kolonisten/Händler. 
Die Panels 2.4 und 2.7 befassen sich mit den vielfältigen Facetten einiger Flusslandschaften im mittleren und östlichen Mittelmeerraum. Panel 2.4 untersucht das ägäische Thrakien, d.h. den nordöstlichen Teil Griechenlands und den europäischen Teil der Türkei. Panel 2.7 befasst sich mit drei Flusstälern in zwei verschiedenen Gebieten: Athen und Attika mit dem Fluss Ilissos; und Nordostitalien mit den Flüssen, die in den Gebieten von Verona und Parma fließen.
Die Beiträge befassen sich mit Themen wie der Neugestaltung der antiken Flussrouten, den Siedlungs- und Nutzungsmustern, die sich um sie herum bildeten, den Grenzen der Chora verschiedener Städte, Ortschaften, Dörfer und Gehöfte sowie der Kommunikation oder den Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen, die sich aus ökologischen und/oder wirtschaftlichen Gründen über ihr ursprüngliches Siedlungsgebiet hinaus ausdehnten oder es verließen.

Salvatore De Vincenzo (Hrsg.)

Trade in Ancient Sardinia
Panel 5.4

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 29

Die Themen dieses Panels sind die Handelsrouten des antiken Sardinien. Welches sind die Handelswege, die das antike Sardinien tangieren? Welche Gebiete und Städte Sardiniens sind am stärksten in diesen Handel involviert? Welche Produkte werden ausgetauscht und wie wurde die Produktion der Insel durch den Handel beeinflusst? Welche Muster sind bei der Einfuhr und Nachahmung ausländischer Waren zu beobachten, und welche Produkte wurden von Händlern auf die Insel gebracht? Wie verändern sich diese Aspekte im Laufe der Zeit, von der Archaik bis zur Spätantike?
Diese Analyse des antiken Handels in Sardinien wird vorwiegend auf der Grundlage von Töpfereikontexten durchgeführt. Aber natürlich werden auch andere Handelsgüter berücksichtigt, wie z. B. Eisenerz, von denen Sardinien große Mengen besaß und das dadurch die Handelswege ab dem ersten Jahrtausend v. Chr. prägte. Die untersuchten chronologischen Phasen reichen von der Archaik bis in die Spätantike und umfassen Transaktionen von Ureinwohnern, Karthagern und Griechen, unter besonderer Berücksichtigung des Handels in der römischen Ära.

Mehmet Işikli (Hrsg.)

The Economic Structure of Eastern Anatolian Highland from Urartian Period to the End of Late Antiquity
Panel 2.6

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 7

Das ostanatolische Hochland war aufgrund seiner sehr spezifischen Lage eine der herausragenden Subregionen des alten Nahen Ostens. Diese Region mit ihren schwierigen geographischen und klimatischen Bedingungen liegt zentral zwischen Nordmesopotamien, dem Südkaukasus, dem nordwestlichen Iran und Zentralanatolien, die alle wichtige Kulturregionen des Nahen Ostens waren. Das ostanatolische Hochland hat eine wichtige Rolle in den wirtschaftlichen Netzwerken und kulturellen Beziehungen gespielt, die sich im Laufe der Zeit zwischen den südlichen und nördlichen Regionen entwickelten. Trotz seiner schwierigen Geographie und der eher ungünstigen klimatischen Bedingungen war diese Region aufgrund ihrer strategischen Lage und ihres Reichtums an natürlichen Ressourcen und Rohstoffen im Laufe der Zeit die Heimat viele Kulturen und Gesellschaften. Die archäologischen Funde zeigen, dass die anfänglichen Perioden der Zentralisierung und Staatsbildung in der Region mit Urartu begannen und sich im Laufe der Zeit fortsetzten. Der bedeutendste Beitrag hierzu war die Tatsache, dass das Hochland aufgrund seiner strategischen geographischen Lage als Transitregion fungierte. Danach lassen sich die wirtschaftlichen und politischen Strukturen in dieser Bergregion des Nahen Ostens leichter beobachten. Die wirtschaftlichen Strukturen dieser Randzone des antiken Vorderen Orients werden in dieser Session von der Urartu-Zeit bis zum Ende der Spätantike analysiert.

Christine Strube

Als Archäologin in Syrien / As an Archaeologist in Syria
Erfahrungen und Ereignisse. 1971–1980 und 1997–2007 / Experiences and Events. 1971–1980 and 1997–2007

Die ungewöhnlich gut erhaltenen Sakral- und Profanbauten der antiken Siedlungen im Nordsyrischen Kalksteinmassiv wurden 2011 in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen. Diese Aufnahme konnte die Zerstörungen in zahlreichen Orten nach 2011 nicht verhindern. Es bleibt die Hoffnung, dass die reiche Kulturlandschaft durch die Aufnahme des noch Erhaltenen und seine intensive Verbindung mit älteren Dokumentationen auch in Zukunft vermittelt werden kann.

Raimon Graells, Alberto J. Lorrio, Pablo Camacho (Hrsg.)

La colección de objetos proto­históricos de la Península Ibérica
1: Broches de cinturón, placas y fíbulas

Kataloge Vor- und Frühgeschichtlicher Altertümer, Band 49.1

Die Sammlung von Materialien der iberischen Halbinsel im RGZM besteht aus etwa 200 Objekten, die in zwei Gruppen mit besonderen Merkmalen und Problemen unterteilt sind: Kleidungsschmuck und Waffen.
In diesem ersten Band werden Objekte aus dem Bereich der Kleidung und/oder des persönlichen Schmucks vorgestellt, die den ersten Erwerbungen hispanischer Stücke durch das RGZM zu Beginn des 20. Jahrhunderts entsprechen.
Die Materialien sind notwendigerweise in Kategorien und Typen eingeteilt, wie in einem traditionellen Katalog, aber die Sorge um methodische Veränderungen und die Erneuerung von Erklärungsparadigmen bei der Erforschung der spanischen Frühgeschichte hat die Autoren gezwungen, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, die diesen Katalog zu einem Experiment machen. Ziel war es, das Fehlen von Kontexten durch eine intensive Untersuchung und Diskussion der Parallelen jedes Werks zu kompensieren, indem jedes Kapitel zu einer kurzen monografischen Studie wird. Dieser Ansatz ermöglicht es, das Herkunftsgebiet und die Chronologie jedes Exemplars der Sammlung zu charakterisieren. Es ist ein anspruchsvolles Werk, das versucht, über die Hauptfunktion des Katalogs (die Zusammenstellung von Stücken aus dem Antiquitätenmarkt) hinauszugehen und in die mühsame Arbeit der wissenschaftlichen und denkmalpflegerischen Aufarbeitung einzusteigen, indem es die Daten zur Diskussion stellt.
Das Projekt zur Erforschung der iberischen Sammlung des RGZM begann 2012 in Mainz auf Initiative der Institutsleitung als Beitrag zur umfassenden Erforschung und Verbreitung der archäologischen Sammlung des Hauses. Der Erfolg der Veröffentlichung dieses ersten Teils ist das Ergebnis der Koordinierung durch die Autoren (Forscher des RGZM und der Universität Alicante) und der Zusammenarbeit von Fachleuten aus verschiedenen spanischen Einrichtungen.

Anna-Katharina Rieger, Johanna Stöger (Hrsg.)

Cities, Resources and Religion – Economic Implications of Religion in Graeco-Roman Urban Environments
Panel 7.7

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 40

Stadt und Religion als Gegenstand archäologischer Forschung im Mittelmeerraum sind oft auf sakrale Bauten im räumlichen und sozialen Gefüge der Stadt beschränkt. Doch bedingen spezifisch städtische Faktoren wie die Konzentration wirtschaftlicher Potentiale, Kontrolle finanzieller Mittel, aber auch heterogene Bevölkerung, Marginalisierung und Machtgefälle religiöse Praktiken und ihre Reflexe in der materiellen Kultur.
Die Beiträge in diesem Band diskutieren, wie sich ökonomische Charakteristika von Urbanität in institutionellen, medialen und performativen Ausdrucksformen von Religion(en) in Städten Italiens und Kleinasiens spiegeln. Diese Wechselwirkungen sind nicht nur für die griechisch-römische Antike von Interesse, sondern haben hohe Aktualität in einer Welt globalisierter Märkte mit konzentrierter Wirtschaftsmacht, in der Städte so rasant wachsen wie das Potential für Spannungen und religiöse Konflikte.

Michael J. Curtis (Hrsg.)

Economy and the Maritime Cultural Landscape of Greece
Panel 5.3

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 28

In den letzten Jahren haben neue Forschungen und Untersuchungen entlang der Küstenlinien zu unserem Verständnis der maritimen Kulturen und Traditionen des antiken Griechenlands beigetragen. Dennoch sind die maritimen Kulturen, Traditionen und sozialen Aspekte nach wie vor wenig erforscht, und die traditionellen Grenzen zwischen Land- und Unterwasserarchäologie sind nach wie vor problematisch und eine Herausforderung für die Forscher. Im Laufe der Zeit wurden die Siedlungen am Meer für die lokale und regionale Wirtschaft immer wichtiger, da sie oft vom lokalen, inselinternen und intermediterranen Handel und den sich daraus ergebenden Handels- und Vernetzungsmöglichkeiten profitierten. Viele dieser Siedlungen waren die erste Anlaufstelle für Seeleute, Reisende und Migranten und spielten eine wichtige Rolle bei der Verbreitung kultureller, politischer und religiöser Ideologien. 
Die Beiträge in diesem Band nehmen uns mit auf eine Zeitreise von einer frühbronzezeitlichen Siedlung auf Paros über die geschlossenen Häfen des archaischen und klassischen Griechenlands bis hin zum Leben im hellenistischen und römischen Kreta.  Die Beiträge in diesem Band sind zwar nur vorläufige Perspektiven, zeigen aber die breite Vielfalt des Themenmaterials und bieten einen interessanten Einblick in die Welt des maritimen Griechenlands.

Marco Giglio, Luana Toniolo (Hrsg.)

The Production and Distribution Network of the Bay of Naples: from a Regional to a Mediterranean Perspective
Panel 5.8

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 31

Jüngste Ausgrabungen an Produktions- und Verbrauchsstätten in Kampanien und internationale Konferenzen zur römischen Keramik haben der Forschung zur materiellen Kultur und zu den regionalen und internationalen Keramikhandelssystemen neue Impulse gegeben.
Der Band analysiert die Verbreitung der im Golf von Neapel produzierten Keramik von der spätrepublikanischen Periode bis in die frühen Kaiserzeit aus einer doppelten Perspektive: auf der einen Seite die Netzwerke, die die Keramik aus dem Golf zu verschiedenen Punkten entlang der Mittelmeerküste transportierten, und auf der anderen Seite die Lebensmittel, die von verschiedenen Punkten des Mittelmeers nach Neapel kamen.
Die Ausgrabungskontexte der Piazza Municipio in Neapel, Puteoli und Herculaneum liefern sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht neue relevante Datensätze. Diese Belege verdeutlichen die engen Beziehungen dieses Gebietes mit dem östlichen Mittelmeerraum, insbesondere bei feinen Waren und Transportbehältern - von den rhodischen Weinamphoren aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. bis zu kretischen Produkten aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.'Das Gebiet des Magdalensbergs importierte bereits in spätrepublikanischer Zeit und in  der augusteischen Epoche in besonders hohen Mengen kampanische Red Slip ware, ein Zeit, in der  kampanische Kochwaren auch in Aquileia in Norditalien bezeugt sind, dem Hotspot für die Verbreitung dieser Gefäße in die Provinzen Nordeuropas.

Holger Baitinger

Waffenweihungen in griechischen Heiligtümern

Monographien des RGZM, Band 94

Bei Ausgrabungen in bedeutenden griechischen Heiligtümern wie Olympia oder Delphi wurden große Mengen an Waffen und Rüstungsstücken aus dem 8. bis 4. Jahrhundert v. Chr. gefunden. Sie gelten als Beutestücke, die griechische Stadtstaaten nach siegreichen Schlachten den Göttern gestiftet haben.

Im vorliegenden Band wird die Sitte der Waffenweihungen in der griechischen Welt zwischen Sizilien und Zypern zusammenfassend untersucht. Mehr als 130 Heiligtümer mit Waffenfunden bilden die Basis der Auswertung, in die auch schriftliche und epigraphische Quellen Eingang gefunden haben. Somit wird der Band zum umfassenden Kompendium einer wichtigen Votivsitte der griechischen Antike.

Martin Guggisberg, Matthias Grawehr (Hrsg.)

Economy and Cultural Contact in the Mediterranean Iron Age
Panel 5.9

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 32

Überregionale wirtschaftliche Verbindungen sind Triebkräfte des Kulturkontakts, denn Warenaustausch ist zwangsläufig auch kultureller Austausch. Die Analyse von Warenströmen bietet sich daher als Grundlage für das Studium interkultureller Verbindungen an. Die frühe Eisenzeit im Mittelmeerraum ist eine Epoche, in der zwischenzeitlich unverbundene kulturelle Einheiten neu miteinander in Kontakt geraten. Die in dieser Zeit aufkommenden wirtschaftlichen und kulturellen Verflechtungen stellen ein faszinierendes Modell der Entstehung eines überregionalen wirtschaftlichen und kulturellen Systems dar. Grundlegende Fragen sind dabei: Wo verliefen Handelsrouten? Wie beeinflusste die Nachfrage auf fernen Märkten die lokale Produktion und wie veränderte sie das lokale soziale System? Und wie beeinflussten im Gegenzug importierte Güter die eigene Kultur? Mit einer Reihe von Beiträgen, deren Fokus auf dem 8. bis 6. Jahrhundert vor Christus liegt, wird im vorliegenden Band solchen und weiteren Fragen nachgegangen. Mittels ausführlicher und mit aktuellen Methoden durchgeführten Analysen von Objekten und ihrer Biographie geben die Autoren neue Einsichten in das Zusammenspiel von lokalen Produktionen, Handelswegen, und der Rezeption der verhandelten Güter. Der Band stellt damit wichtige neue Bausteine für unser Verständnis des Verhältnisses von Wirtschaft und Kulturaustausch in der frühen Eisenzeit vor.

Mahand Vogt

Spangenhelme
Baldenheim und verwandte Typen

Kataloge Vor- und Frühgeschichtlicher Altertümer, Band 39

Die kleine Gruppe der frühmittelalterlichen Helme stößt seit Jahrzehnten auf reges Interesse in der archäologischen Forschung. Besonders die teilweise vergoldeten und reich verzierten Spangenhelme vom Typ Baldenheim wurden immer wieder diskutiert, fanden sie sich doch nördlich der Alpen zumeist in reich ausgestatteten Kriegergräbern des 5. und 6. Jahrhunderts.

Dimitris Paleothodoros (Hrsg.)

Greek and Etruscan Vases: Shapes and Markets
Panel 5.15

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 34

Die acht Aufsätze, die in diesem Band veröffentlicht werden, behandeln Themen im Zusammenhang mit der Produktion, dem Verbrauch und dem Handel mit bemalter Keramik in der antiken mediterranen Welt, während der archaischen und klassischen Periode, mit besonderem Schwerpunkt auf der italienischen Halbinsel, Griechenland und dem Balkan. Wichtige Fragen zum Gebrauch, zur Funktion und zur Rolle von Vasen auf einer breiteren sozialen oder religiösen Ebene wurden ebenfalls berücksichtigt, indem der Schwerpunkt auf die Reaktion einzelner Kunden sowohl auf Importe als auch auf lokale Vasen gelegt wurde oder indem spezifische Formen untersucht wurden, die sowohl auf dem heimischen Markt als auch in Übersee gehandelt wurden. Ein weiteres Ziel, welches anvisiert und weitgehend erreicht wurde, war die Präsentation neuen Materials, das kürzlich ausgegraben oder neu untersucht wurde. Vor allem war es unser Ziel, originelle Studien vorzustellen, die als wertvolle Beiträge zur Vasenkunde angesehen werden können.

Georg Eggenstein

Das Siedlungswesen der jüngeren vorrömischen Eisenzeit und der frühen römischen Kaiserzeit im Lippebereich

Bodenaltertümer Westfalens, Band 40

Die römische Okkupation des westfälischen Raums und die Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen bildete zwar von jeher einen Schwerpunkt der westfälischen Altertumskunde, jedoch stand die Untersuchung der römischen Hinterlassenschaften im Vordergrund. Ziel dieser Arbeit ist es, die kulturelle Situation im Lippebereich aus germanischer Sicht zu beleuchten. Im Vordergrund stehen dabei die einheimischen Siedlungsspuren, die im Zuge der Ausgrabungen der römischen Lager dokumentiert worden sind. Die zeitliche Spanne reicht von der Mittel- und Spätlatènezeit bis in die Jahre um Christi Geburt. Nach der Auswertung der Einzelsiedlungen werden Aussagen zu Umfang und Dichte der Besiedlung und Erschließung des Landes sowie zur Besiedlungsgeschichte getroffen. Zudem werden der Prozess der Ausbreitung elbgermanisch geprägter Sachgüter und die Beziehungen zwischen der einheimischen Bevölkerung und der römischen Lagerbesatzung beleuchtet.
Die Arbeit wurde 1998 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster als Dissertation angenommen.

Rebecca Döhl

Felsbilder Ägyptens
Zeichen einer sozialisierten Landschaft

Felsbilder Ägyptens weisen eine Problematik bezüglich ihrer sicheren Datierung und ihrer kulturellen Kontextualisierung auf. Daher wird in dieser Arbeit ein Interpretationszugang gewählt, der sich auf eine räumliche Analyse stützt und die Verwendung der Felsbilder als Zeichen in einem Kommunikationsprozess betrachtet. Als Fallbeispiele wurden Felsbilder der Zentralen Ostwüste und des Wadi Berber in Assuan gewählt. Die räumliche Analyse umfasst die kontextuelle Einbettung der Bilder und ihrer Plätze in die rekonstruierte naturräumliche und sozioökonomisch genutzte Landschaft. Der semiotische Zugang untersucht die Felsbilder als Zeichen innerhalb eines Systems graphischer Informationsverarbeitung, um sich so der Funktionsweise der Bilder anzunähern.

Ergänzende Materialien finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link: https://doi.org/10.11588/data/PSHEQP

Frank Hulek, Sophia Nomicos (Hrsg.)

Ancient Mining Landscapes
Panel 4.2

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 25

Die wirtschaftliche Bedeutung der Rohstoffgewinnung, insbesondere des Bergbaus auf Metalle, für antike Gesellschaften wurde schon oft betont. Aber erst in den letzten Jahrzehnten sind dabei auch die archäologischen Hinterlassenschaften in den Blickpunkt der Forschung gerückt. Diese umfassen nicht nur die Bergbauüberreste im engeren Sinn, wie Bergwerke und Aufbereitungswerkstätten sowie deren Abfälle, sondern auch Siedlungsplätze und Infrastruktur im weiteren Sinne, die im Zusammenhang mit der Rohstoffgewinnung entstanden sind.
Dieses Panel beim 19. Internationalen Kongress für Klassische Archäologie sollte einen Überblick über laufende und geplante Forschungen zu Landschaften geben, die in besonderer Weise durch den antiken Bergbau geprägt sind. Es zielte außerdem darauf ab, die Auswirkungen des Bergbaus nicht nur auf die physische Umgebung, sondern auch auf die Kulturlandschaft zu diskutieren. Anhand von Fallbeispielen stand dabei die Identifikation von materiellen Eigenschaften von Bergbaulandschaften, die Unterschiede zwischen ihnen und eventuelle gemeinsame Organisationsmuster im Vordergrund.

Eva Cichy

Der Siedlungsplatz Hamm-Westhafen
Teil II: Katalog und Tafeln

Bodenaltertümer Westfalens, Band 46.2

Im Bereich des Westhafens von Hamm wurden auf einer Fläche von 4,2 ha Spuren aus der vorrömischen Eisenzeit, der römischen Kaiserzeit und dem Frühmittelalter freigelegt. Ihre herausragende Bedeutung erlangt die Grabung aber durch die hochmittelalterlichen Siedlungsbefunde. Nicht allein das Hauptgebäude des Hofes erreicht mit über 35 m Länge Ausmaße, die es aus der Masse zeitgleicher Häuser hervorhebt, sondern auch die Nebengebäude, Keller und Brunnen weisen Dimensionen auf, die über normale bäuerliche Bedürfnisse weit hinausgehen. Das Fundmaterial bestätigt dies eindrucksvoll. Der Hof muss eine zentrale Bedeutung in seiner Region gehabt haben. Durch überregionale Vergleiche konnte wahrscheinlich gemacht werden, dass die Anlage als Ober- oder Meierhof genutzt wurde. Gleichwohl gibt es keine Anzeichen, dass sich hier ein Übergang zu einem adeligen Anwesen vollzieht.
Die Arbeit wurde 2005 an der Ruhr-Universität Bochum als Dissertation angenommen.

Eva Cichy

Der Siedlungsplatz Hamm-Westhafen
Teil I: Text

Bodenaltertümer Westfalens, Band 46.1

Im Bereich des Westhafens von Hamm wurden auf einer Fläche von 4,2 ha Spuren aus der vorrömischen Eisenzeit, der römischen Kaiserzeit und dem Frühmittelalter freigelegt. Ihre herausragende Bedeutung erlangt die Grabung aber durch die hochmittelalterlichen Siedlungsbefunde. Nicht allein das Hauptgebäude des Hofes erreicht mit über 35 m Länge Ausmaße, die es aus der Masse zeitgleicher Häuser hervorhebt, sondern auch die Nebengebäude, Keller und Brunnen weisen Dimensionen auf, die über normale bäuerliche Bedürfnisse weit hinausgehen. Das Fundmaterial bestätigt dies eindrucksvoll. Der Hof muss eine zentrale Bedeutung in seiner Region gehabt haben. Durch überregionale Vergleiche konnte wahrscheinlich gemacht werden, dass die Anlage als Ober- oder Meierhof genutzt wurde. Gleichwohl gibt es keine Anzeichen, dass sich hier ein Übergang zu einem adeligen Anwesen vollzieht.
Die Arbeit wurde 2005 an der Ruhr-Universität Bochum als Dissertation angenommen.

Ulrich Hofstätter, Andrea Schmölder-Veit, Nele Schröder-Griebel (Hrsg.)

Das antike Olympia in München
1972–2022

Das 50jährige Jubiläum der Olympischen Sommerspiele 1972 in München nehmen wir am Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke zum Anlass, um an die damalige Sonderausstellung „100 Jahre deutsche  Ausgrabung in Olympia“ im Deutschen Museum anzuknüpfen. Der vorliegende Band rückt diese Präsentation und deren Prunkstücke in den Fokus, wie die Rekonstruktion des Westgiebels des Zeus-Tempels mitsamt dem architektonischen Rahmen. Weitere Schwerpunkte sind die Geschichte des Heiligtums, die antiken Olympischen Spiele und die wissenschaftliche Erforschung von Olympia mit besonderer Berücksichtigung der Abformungen. Schließlich werden auch neue wissenschaftliche und museumspädagogische Ansätze vorgestellt, die auf 3D-Scans und 3D-Drucken basieren.

David Wengrow (Hrsg.)

Image, thought, and the making of social worlds

Freiburger Studien zur Archäologie und visuellen Kultur , Band 3

Welche Bedeutung und welchen Status haben Bildersysteme in menschlichen Kulturen? Das komplexe Zusammenspiel zwischen Bildern, Vorstellungen, mentalen Prozessen und der Konstruktionen des Sozialen vom prä-kolumbischen Amerika bis zum antiken Mittelmeerraum und China ist das Thema der in diesem Band vereinten Originalbeiträge. Sie wenden sich gegen die Vorstellung, Bildern seien nicht mehr als illustrative Ausdrücke des in Sprache oder Schrift Artikulierten. Im Blick auf Kulturen Amazoniens, Ozeaniens und Zentralafrikas machen wird die Autonomie von Bildsystemen als intellektuelle Mittel eigenen Rechts deutlich. Sie spielen eine beständige Rolle in der Entwicklung und Transformation menschlicher Gesellschaften jenseits der traditionellen Unterscheidung von ‚mündlichen‘ und ‚schriftlichen‘ Kulturen.

Mechthild Schulze-Dörrlamm

Die Einwanderung von Angelsachsen ins Frankenreich aus archäologischer Sicht.
Zu den Spuren der »angelsächsischen Mission« im ausgehenden 7. bis mittleren 9. Jahrhundert

Monographien des RGZM, Band 158

Im 8. Jahrhundert lag der Höhepunkt einer geistigen Bewegung, die viele hoch gebildete Männer sowie einige Frauen aus Angelsachsen dazu veranlasst hatte, auf den Kontinent auszuwandern. Deren Ziel war es, die heidnische Bevölkerung – insbesondere Friesen und die stammesverwandten Altsachsen – für das Christentum zu gewinnen oder deren religiöse Bildung zu verbessern. Vor allem im nördlichen und östlichen Frankenreich arbeiteten sie zeitlebens als Missionare, Priester, Mönche und Nonnen, Lehrer oder Lehrerinnen, teils auch als Gelehrte. Von den Teilnehmern an der „angelsächsischen Mission“ sind heute nur wenige allgemein bekannt, z. B. der in Friesland ermordete Erzbischof Bonifatius und der Missionar Willibrord von Echternach, weil es bisher fast unmöglich war, sich ein umfassendes Bild dieses Personenkreises zu verschaffen.
In dem reich illustrierten Buch werden erstmals 70 Männer und 15 Frauen, die nachweislich aus Angelsachsen eingewandert sind, mit ihren Namen und Lebensdaten vorgestellt. Es enthält überdies Grundrisspläne der von ihnen gegründeten Kirchen und Klöster, zeigt die heute noch erhaltenen Gegenstände aus ihrem Besitz und dokumentiert ihre Gräber sowie das einzigartige Bonifatius-Grabmal in Mainz. Fünf neue Verbreitungskarten zeigen nicht nur die Lage von Wirkungsstätten und Begräbnisplätzen der Einwanderer, sondern auch der heutigen Aufbewahrungsorte von Werken der angelsächsischen Kunst und des Kunsthandwerks sowie der Fundorte archäologischer Gegenstände angelsächsischer Herkunft im Frankenreich.

Jochen Sauer (Hrsg.)

Lateinische Grammatik unterrichten
analog und digital in Theorie und Praxis

Acta Didactica – Bielefelder Beiträge zur Didaktik der Alten Sprachen in Schule und Universität, Band 3

Lateinischer Grammatikunterricht erhebt den Anspruch, sprachfördernd und heterogenitätssensibel zu sein und sich in digitalen Settings ebenso wie im traditionellen Unterricht organisieren lassen. In letzter Zeit stellt sich vermehrt die Frage nach dem richtigen Stoffpensum und den Kriterien für dessen zweckmäßiger Auswahl. Stets wichtig ist dabei die angemessene Wahl des Einführungsprinzips (induktiv/deduktiv). Die Beiträge dieses Bandes nehmen sich der genannten Herausforderungen an und zeigen Wege auf, wie lateinische Grammatik wirkungsvoll und motivierend vermittelt werden kann. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Lernen auf Distanz.