Falko Daim, Dominik Heher, Claudia Rapp (Hrsg.)

Menschen, Bilder, Sprache, Dinge
Wege der Kommunikation zwischen Byzanz und dem Westen 1: Bilder und Dinge

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 9.1

2018 zeigt das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz in Zusammenarbeit mit der Schallaburg in dem prachtvollen Renaissanceschloss nahe Melk (Niederösterreich) die Ausstellung »Byzanz & der Westen. 1000 vergessene Jahre«. Beide, Byzanz und der europäische Westen, entspringen dem römischen Weltreich, doch nehmen sie schon ab dem 5. Jahrhundert unterschiedliche Entwicklungen. Während das Römische Reich im Osten Bestand hatte und sich zum Byzantinischen Reich des Mittelalters wandelte, traten im Westen gentile Herrschaften an dessen Stelle, Königreiche der Goten, Vandalen, Angelsachsen, Langobarden und Franken. Zwar blieb Byzanz zumindest 800 Jahre lang das Vorbild für die anderen europäischen Entitäten, doch kam es sehr schnell zu Missverständnissen, Meinungsverschiedenheiten und Zwistigkeiten. Die Verständigung wurde immer schwieriger – im orthodoxen Osten sprach man zumeist Griechisch, im katholischen Westen war die Verkehrssprache Latein. Auch bei der Auslegung des christlichen Glaubens war man sich zusehends uneinig. Aber immer noch bewunderte man die byzantinischen Schätze – die herrlichen Seiden, Elfenbeinreliefs, technische Wunderwerke, die vielen Reliquien, grandiose Bauwerke.

Die Wende kam 1204 mit der Eroberung und Plünderung Konstantinopels durch die Bischöfe und Ritter des Vierten Kreuzzugs. Für das bereits vorher geschwächte Byzantinische Reich bedeutete diese Katastrophe den Abstieg in die zweite politische Liga. Im Osten machten sich Kreuzfahrerstaaten breit, Venedig und Genua waren schon früher im Handel erfolgreich, jetzt hatten sie praktisch die alleinige Kontrolle.

Anlässlich dieser Schau erscheinen drei Begleitbände mit insgesamt 40 Beiträgen zu den ebenso vielfältigen wie wechselhaften Beziehungen zwischen dem lateinischen Westen und dem Byzantinischen Reich. Die Bände sind nach den Medien der Kommunikation strukturiert: Menschen, Bilder, Sprache, Dinge. Sie versammeln Beiträge namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit archäologischer, kunsthistorischer, philologischer und historischer Schwerpunktsetzung. Das vielschichtige Bild an Überblicksdarstellungen und Detailstudien gewinnt zusätzlichen Wert durch teils erstmals veröffentlichte Ergebnisse aktueller Forschungsprojekte, vornehmlich des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident sowie der byzantinistischen Forschungseinrichtungen in Wien.

Karl-Ernst Behre (Hrsg.)

Die chronologische Einordnung der paläolithischen Fundstellen von Schöningen

Forschungen zur Urgeschichte aus dem Tagebau Schöningen, Band 1

Die Aufdeckung eines Jagdlagers im Braunkohlen-Tagebau von Schöningen mit den ältesten Speeren der Welt hat sowohl in der Wissenschaft als auch in der breiten Öffentlichkeit eine große Resonanz gefunden. Daneben stellt die Grube ein Fenster in die Vergangenheit dar, das über mehrere Hunderttausend Jahre den geologischen Ablauf und die Umweltgeschichte aufzeigt.

Die riesigen geologischen Aufschlüsse und die archäologischen Ausgrabungen haben Schöningen zu einem Schlüsselgebiet für die gesamte mitteleuropäische Eiszeitalterforschung gemacht. In dem ersten Band der neuen Reihe zu diesem Fundplatz werden in sieben Beiträgen die Untersuchungsergebnisse der beteiligten Disziplinen zum zeitlichen Ablauf des Mittelpleistozäns vorgelegt. Vier weitere Beiträge stellen die Ergebnisse aus Schöningen in den größeren Kontext Mitteleuropas, für dessen zeitliche Gliederung sie große Bedeutung haben.

Matthias Fröhlich

Burg und Bergbau im südlichen Schwarzwald
Die Ausgrabungen in der Burg am Birkenberg (Gde. Bollschweil-St. Ulrich)

Archäologie und Geschichte – Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 20

In vielen Tälern des Südschwarzwaldes finden sich heute meist unzugängliche Stollen und Schächte, die Zeugnis von dem hier im Mittelalter betriebenen Bergbau auf Silber geben. In der älteren Literatur werden diese Reviere oft in Verbindung mit nahe gelegenen Burgen gebracht, in der Annahme, dass die lokalen Bergherren von dort die Gewinnung der Erze und deren Aufbereitung überwacht hätten. Am rund 10 km südlich von Freiburg im Breisgau gelegenen Birkenberg konnten im Rahmen des durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanzierten Projekts „Burg & Bergbau“ erstmals die Überreste einer Burganlage ergraben werden, bei der sowohl die urkundliche Überlieferung, als auch die archäologischen Zeugnisse einen solchen Zusammenhang sicher belegen. Die Forschungsergebnisse werden mit diesem Band vorgelegt.

Henriette Baron, Falko Daim (Hrsg.)

A Most Pleasant Scene and an Inexhaustible Resource Steps Towards a Byzantine Environmental History
Interdisciplinary Conference November 17th and 18th 2011 in Mainz

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 6

Was wissen wir über die Umwelten, in denen sich das Byzantinische Reich im östlichen Mittelmeerraum entfaltete? Wie wurden sie wahrgenommen und wie prägten sich Mensch und Umwelt im Laufe des byzantinischen Jahrtausends (395-1453 n. Chr.) gegenseitig? Welche Zugangswege wurden bisher erprobt, um diese Wechselwirkungen zu ergründen? Und wie könnte eine weitere umweltgeschichtliche Forschungsagenda aussehen?
Diese Fragen standen im Zentrum einer interdisziplinären Tagung, die am 17. und 18. November 2011 in Mainz stattfand. Dieser Tagungsband versammelt Beiträge von Forschern, die sich diesen Fragen von ganz unterschiedlichen Blickwinkeln genähert haben. Sie richten ihr Augenmerk auf das Aussagepotenzial traditioneller wie auch »neuer« Quellen und Methoden der Byzantinistik und Byzantinischen Archäologie für diese bislang noch wenig ergründete Sphäre. Dabei wird sichtbar, wie eng die Umweltgeschichte mit klassischen Themen der Byzanzforschung – seien sie wirtschafts-, sozial- oder kulturgeschichtlicher Natur – verwoben ist.

 

Alfons Zettler, Helmut Schlichtherle

Die frühen Klosterbauten der Reichenau
Ausgrabungen - Schriftquellen - St. Galler Klosterplan

Archäologie und Geschichte – Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 3

Das Kloster Reichenau, im Jahr 724 von Bischof Pirmin gegründet, entwickelte sich während des 8. Jahrhunderts zu einer KuIturstätte ersten Ranges im Fränkischen Reich. Ausgestattet mit einer berühmten Bibliothek und einer weithin bekannten Schule, zählte die Augia zu den herausragenden geistigen Zentren im frühmittelalterlichen Europa. Alfons Zettler hat in jahrelangen Forschungen die frühe Baugeschichte der Klosteranlagen rekonstruiert. Seine Untersuchungen schöpfen aus vielen Schrift- und Bildquellen. Im Mittelpunkt stehen jedoch die archäologischen Beobachtungen, die der Autor von 1970 bis 1984 vor Ort vorgenommen hat. Eingehend erörtert er anhand der Grabungsbefunde die Entwicklung von Wirtschaftsgebäuden, Wohntrakten und Kirchen des Klosterbezirks. Karten, Pläne, historische Ansichten und Photographien begleiten den Text. Ein Anhang enthält Grabungsdokumentationen und Bemerkungen von Helmut Schlichterle zur urgeschichtlichen Besiedlung des Klosterplatzes. Das Buch vermittelt wichtige Erkenntnisse der modernen Mittelalterarchäologie und gibt einen faszinierenden Einblick in das Alltagsleben einer frühmittelalterlichen Mönchsgemeinschaft.

Jarod M. Hutson et al. (Hrsg.)

The origins of bone tool technologies
"Retouching the Palaeolithic: Becoming Human and the Origins of Bone Tool Technology" Conference at Schloss Herrenhausen in Hannover, Germany, 21.- 23. October 2015

RGZM – Tagungen, Band 35

Dieser Band versammelt die Beiträge der Konferenz “Retouching the Palaeolithic: Becoming Human and the Origins of Bone Tool Technology”, die im Oktober 2015 im Schloss Herrenhausen in Hannover veranstaltet wurde. Mit großzügiger Unterstützung der VolkswagenStiftung (Förderangebot Symposien und Sommerschulen) brachte die Konferenz eine internationale Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eines breiten Forschungsbereichs zusammen, um die Entstehung und Entwicklung von Knochengerättechnologien in der Vorgeschichte zu erforschen, vor allem Retuscheure, Druck- und Schlaggeräte, die in verschiedenen lithischen Abschlagaktivitäten genutzt wurden. Das breite Teilnehmerspektrum lieferte eine Reihe von Blickwinkeln auf Knochengerätnutzung von Westeuropa bis zur Levante, vom Altpaläolithikum bis ins Neolithikum. Zusammen liefern diese Beiträge einen Überblick, wie die Einbindung von Knochengeräten mit anderen paläolithischen Technologien die menschliche Subsistenz und andere sozioökonomische Verhaltensweisen über Zeit und Raum beeinflusste. Schließlich behandelt dieser Band nicht nur Knochengeräte; vielmehr beabsichtigt die Aufsatzsammlung, weitergehende Ideen zu Technologie und Innovation anzuregen, da die Fähigkeit und der Wunsch, neue Geräte zu entwickeln, wahrhaftig im Kern dessen liegt, was uns zum Menschen macht.

Mirko Geisendorf

Der eisenzeitliche Siedlungsplatz von Schwerte-Wandhofen (Kreis Unna)

Archäologische Quellen, Band 2

Im Frühjahr 2017 wurde im Zuge einer archäologischen Ausgrabung durch die Firma ARCHBAU in Schwerte-Wandhofen (Kreis Unna, NRW) ein ungewöhnlicher Siedlungsplatz aus der Eisenzeit (ca. 8. – 1. Jh. v. Chr.) freigelegt, der für die Besiedlungs- und Heimatgeschichte des östlichen Ruhrgebietes von großer Bedeutung ist. Bei der durch einen Investor finanzierten Ausgrabung wurden für Westfalen bisher einmalige Befunde aufgedeckt: ein ungewöhnlicher 18-Pfosten-Bau und ein sehr großer Erdofen. Der Ausgräber Mirko Geisendorf deutet seine Beobachtungen in Summe so, dass hier vermutlich eine größere Personengruppe aus dem näheren Umland zusammenkommen konnte, um Hochzeiten, Geburten oder religiöse Festlichkeiten abzuhalten. Die vorliegende Publikation macht die Grabungsergebnisse schnell und knapp der Öffentlichkeit zugänglich. Das Buch ist sowohl gedruckt als auch im Open Access zugänglich.

Claudia Maderna-Sieben

Königseulogien der frühen Ramessidenzeit
Politische Propaganda im Dienst der Legitimierung einer neuen Dynastie

Mit der 19. Dynastie des Neuen Reiches gelangten Herrscher auf den ägyptischen Thron, die keinerlei familiäre Verbindung zur königlichen Familie der 18. Dynastie besaßen. Ramses I., ein hochverdienter Militärbeamter, wurde von Haremhab in einer Zeit zum königlichen Nachfolger eingesetzt, die für die Großmacht Ägypten innen- wie außenpolitisch äußerst brisant war. Innenpolitisch stand Ägypten noch unter dem Einfluss der Thronwirren der Nachamarnazeit, und die Rückkehr zum traditionellen Schema des ägyptischen Königtums war nicht endgültig vollzogen. Außenpolitisch stellte die immer größer werdende Macht der Hethiter eine ernste Bedrohung dar. In diesem Spannungsfeld mussten die ersten Könige der Ramessidenzeit bezüglich ihrer Herrscherlegitimierung neue Strategien entwickeln, konnten sie sich doch nicht auf die Zugehörigkeit zu einer königlichen Dynastie berufen. Für eine Betrachtung der Herrscherrepräsentation der frühen 19. Dynastie bietet das Material der Königseulogien offizieller, von der Staatsführung selbst in Auftrag gegebener Denkmäler einen eindrücklichen Überblick über die textliche Darstellung der ramessidischen Herrscherlegitimation, die im Zusammenspiel mit einem großangelegten Bildprogramm auf eine neue Art und Weise politisch propagiert wurde.

Karl Weber

Die Formierung des Elsass im Regnum Francorum
Adel, Kirche und Königtum am Oberrhein in merowingischer und frühkarolingischer Zeit

Archäologie und Geschichte – Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 19

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung des Elsass im frühen Mittelalter. Die Landschaft verdankt ihr Profil dem Wirken der merowingischen und frühkarolingischen Könige sowie den Inhabern königlicher Ämter aus dem Adel. Als Herzöge, Bischöfe und Grafen gaben sie dem Elsass ein Gesicht. Eine zentrale Rolle spielten dabei die zahlreichen Klostergründungen der adligen Familien. Ausgeleuchtet wird in dieser Studie, wie sich die Institutionen des Bistums und Herzogtums am Oberrhein durch die Tätigkeit der königlichen Amtsträger vor Ort etablierten.

Birgitta Hoffmann

Römisches Glas aus Baden-Württemberg

Archäologie und Geschichte – Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 11

Glas ist eine feste Fundgattung römischer Siedlungen. Mit Ausnahme einiger gängiger Formen gilt es jedoch in der Regel als schwer identifizierbar, sobald es nur als Fragment vorhanden ist. Das vorliegende Buch bietet hier  erstmalig für den südwestdeutschen Raum eine Klassifizierung speziell für lediglich partiell erhaltenes Glas aus Siedlungen. Ausgehend von den reichen Fundbeständen in den Siedlungen Ladenburg, Bad Wimpfen, Rottweil und Heidenheim wird hier das repräsentative Spektrum des Glasmaterials des späten ersten bis dritten Jahrhunderts vorgelegt.

Michael Borgolte

Die Grafen Alemanniens in merowingischer und karolingischer Zeit
Eine Prosopographie

Archäologie und Geschichte – Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 2

Die Prosopographie bietet ein Verzeichnis aller Grafen Alemanniens bis zum Ende der Karolingerzeit mit chronologisch angeordneten Quellennachweisen. Die Zeugnisse sind in personengeschichtlichen Artikeln verarbeitet; diese haben den Zweck, die einzelnen Grafen zu identifizieren, ihren Wirkungskreis und besonders ihre Grafschaften zu bestimmen und ihre genealogische Herkunft zu klären. Das Personenbuch enthält so die Quellen- und Materialgrundlage zur »Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit«, die der Verfasser bei Thorbecke veröffentlicht hat. Die umfassende Berücksichtigung der Quellen und der wissenschaftlichen Literatur dürfte die Prosopographie aber darüber hinaus bald zum unentbehrlichen Hilfsmittel für die Geschichte Alemanniens im Frühmittelalter und für die Geschichte des Frankenreiches werden lassen.

Petra Linscheid

Spätantike und Byzanz. Bestandskatalog Badisches Landesmuseum Karlsruhe
Textilien

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 8.2

Textilfunde aus dem frühbyzantinischen Ägypten stellen die umfangreichste Gattung unter den byzantinischen Artefakten des Badischen Landesmuseums Karlsruhe. Insgesamt 207 Objekte, darunter Tuniken, Kopfbedeckungen, Polsterstoffe, Decken und Vorhänge, vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Aussehen frühbyzantinischer Kleidung und textiler Raumausstattung. In einem ausführlichen Katalogteil und einleitenden Kapiteln finden besonders die Herstellungstechnik und die Funktionsbestimmung der Textilien Beachtung. Mit wenigen Ausnahmen waren die Objekte bisher unveröffentlicht.

Falko Daim, Benjamin Fourlas, Katarina Horst, Vasiliki Tsamakda (Hrsg.)

Spätantike und Byzanz. Bestandskatalog Badisches Landesmuseum Karlsruhe
Objekte aus Bein, Elfenbein, Glas, Keramik, Metall und Stein

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 8.1

Die Sammlung des Badischen Landesmuseums Karlsruhe birgt einen umfangreichen Bestand an spätantiken und byzantinischen Objekten, der bislang nur in Teilen durch Publikationen zugänglich war. Bei den Artefakten und Kunstwerken handelt es sich vornehmlich um kleinformatige Gegenstände von z.T. hohem wissenschaftlichem Wert. Sie sind sowohl dem sakralen wie dem profanen Bereich zugehörig und vermitteln ein breites Spektrum des Alltagslebens sowie des Kunst- und Kulturschaffens im spätrömischen bzw. Byzantinischen Reich. Die 268 Objekte aus Bein, Elfenbein, Glas, Keramik, Metall und Stein, darunter auch einige mit Inschriften, werden in dem Bestandskatalog grundlegend dokumentiert, interpretiert und kulturgeschichtlich eingeordnet.

Florian Ebeling (Hrsg.)

Aegyptiaca. Journal of the History of Reception of Ancient Egypt: Mnemohistory and Cultural Memory - Essays in Honour of Jan Assmann
Nr. 3 (2018)

Das Themenheft der Zeitschrift Aegyptiaca. Journal of the History of Reception of Ancient Egypt würdigt das wissenschaftliche Werk von Jan Assmann, der mit seinem Konzept der Gedächtnisgeschichte das methodische Fundament für die Erforschung der Geschichte der Ägyptenrezeption geschaffen hat. Die Beiträge in diesem Heft machen deutlich, wie sehr Kultur-, Musik- und Literaturwissenschaften, Philosophie, Religionsgeschichte oder Archäologie von Assmanns Studien zum kulturellen Gedächtnis angeregt wurden und bei aller Gelehrsamkeit dabei die Fachgrenzen überwinden und fröhliche Wissenschaft sein können.

Lucie Siftar

Das Phänomen der unvollständigen Gestalt in der griechischen Kunst
Unterschiedliche Facetten eines besonderen Darstellungsmittels

Daidalos – Heidelberger Abschlussarbeiten zur Klassischen Archäologie, Band 8

Obwohl die unvollständige Gestalt als Bestandteil eines narrativen Kontextes in der griechischen Flächenkunst vielfach greifbar ist, hat sie bislang noch nicht die Aufmerksamkeit erfahren, die sie verdient. Das vorliegende Werk unternimmt erstmals eine systematische Auseinandersetzung mit diesem Phänomen. Besonders am Beispiel der Vasenbilder kann gezeigt werden, dass es sich bei dem Abschneiden einer Figur durch den Rahmen zumeist um ein sehr bewusst herangezogenes Darstellungsmittel handelt. Auf diese Weise kann nicht nur Bildraum eingespart und zugleich Handlungsraum gewonnen werden, sondern es lassen sich an die Teilfigur auch unterschiedliche semantische Werte knüpfen. Ausgehend von den Gesetzmäßigkeiten der optischen Wahrnehmung machten sich die Bilderzeuger eben diese kreativen Möglichkeiten zunutze, ihre dargestellten Inhalte mit gesteigerter Effizienz in Szene zu setzen und den Betrachter in höchstem Maße einzubinden.

 

Marc Brüssel

Altsprachliche Erwachsenendidaktik in Deutschland
Von den Anfängen bis zum Jahr 1945

Die Untersuchung versteht sich als erster systematischer Beitrag zur Erschließung der altsprachlichen Erwachsenendidaktik als bildungswissenschaftlicher Teildisziplin. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Entstehungsgeschichte der im Wege von Universitätskursen und Ergänzungsprüfungen erworbenen Abschlüsse Latinum und Graecum. Einen weiteren Schwerpunkt des Buches bildet die Analyse historischer Lehrmittel für den altsprachlichen Erwachsenenunterricht und Selbstunterricht. Als empirisches Fallbeispiel für die Implementierung der universitären Anfängerkurse in Griechisch und Latein werden die Verhältnisse an der Berliner Universität bis 1945 gründlich untersucht.

 

Ingo Pini, Jean-Claude Poursat (Hrsg.)

Sceaux minoens et myceniens
IVe Symposium international 10-12 septembre 1992, Clermont-Ferrand

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Beiheft 5

  

John G. Younger

A bibliography for Aegean glyptic in the Bronze Age

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Beiheft 4

Ingo Pini (Hrsg.)

Michael Rathmann

Untersuchungen zu den Reichsstraßen in den westlichen Provinzen des Imperium Romanum

Beihefte der Bonner Jahrbücher, Band 55

Die Studie legt den Fokus auf die Reichsstraßen in den Provinzen des Imperium Romanum, ihre Definition, Administration und Finanzierung. Auf italischem Boden wird eine Via publica durch Rechtsnormen  definiert, für überregionale Straßen in den Provinzen sind wir hingegen auf Meilensteine entlang der Strecke, die Erwähnung der Verbindung in den Itineraren sowie ihre Darstellung auf der Tabula Peutingeriana angewiesen. Die Administration erfolgt in Italien durch Straßenkuratoren, in den Provinzen primär durch die Städte, punktuell von den Statthaltern unterstützt; kaiserliche Eingriffe sind selten. Folglich obliegen auch die Finanzierung und der Unterhalt den Städten an der Strecke.

Rezensionen: Gerion 22, 2004, S. 554f.; sehepunkte 5, 2005, Nr. 9; Gymnasium 112, 2005, S. 570f.; Museum Helveticum 62, 2005, S. 257; Historische Zeitschrift 282, 2006, S. 174f.; Latomus 65, 2006, S. 1072f.; Klio 89, 2007, 237f.; Anzeiger für die Altertumswissenschaft 62, 2009, S. 72-74; Gnomon 85, 2013, S. 342-347 

Heide Frielinghaus, Thomas Schmidts, Vasiliki Tsamakda (Hrsg.)

Schiffe und ihr Kontext
Darstellungen, Modelle, Bestandteile – von der Bronzezeit bis zum Ende des Byzantinischen Reiches

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 5

Die Schifffahrt war in Antike und Mittelalter von herausragender Bedeutung für Wirtschaft und Herrschaftsausübung. Sie ermöglichte darüber hinaus Kontakte zwischen weit entfernten Räumen. Schiffe als maßgebliche Objekte wurden zum einen dekoriert und ausgeschmückt, zum anderen waren sie auch häufig Gegenstand von Abbildungen. Dabei reicht die Spannweite vom skizzenhaften Graffito bis zur dreidimensionalen Wiedergabe. Die Kontexte der Darstellungen umfassen so unterschiedliche Bereiche wie die öffentliche und private Repräsentation sowie die Religion.
Der Band versammelt 18 Beiträge, die im Rahmen eines internationalen Workshops im Jahre 2013 in Mainz präsentiert wurden. Für den Zeitraum von der Bronzezeit bis zum Ende des Byzantinischen Reiches werden verschiedene Materialgruppen untersucht sowie schiffbauliche und nautische Entwicklungen dargestellt. Ein  Schwerpunkt liegt dabei auf den Darstellungen von Schiffen, die in ihrer Vielschichtigkeit bislang kaum erforscht sind.