Virginia Fabrizi (Hrsg.)

The Semantics of Space in Greek and Roman Narratives

Distant Worlds Journal Special Issues, Band 2

Im Rahmen des „spatial turns“ der Geisteswissenschaften wurde in letzter Zeit den Formen der literarischen Raumdarstellung wachsende Aufmerksamkeit geschenkt. Erzähltheoretische Studien haben u. A. gezeigt, dass Raum bei literarischen Erzählungen keinen bloßen realistischen oder dekorativen Rahmen bildet: Räume und Orte, in denen die erzählten Ereignisse spielen, können semantisiert – d.h. mit extra-räumlicher Bedeutung aufgeladen – werden und somit an der Erzeugung des Sinnes eines Textes teilnehmen. Dieses Buch widmet sich der Raumsemantik bei griechischen und römischen Erzählungen. Die Aufsätze behandeln Texte, die zu unterschiedlichen Gattungen der griechischen und römischen Literatur gehören, und die vom 5. Jh. v. Chr. bis zum 1. Jh. n. Chr. verfasst wurden. Durch die Analyse wird neues Licht auf antike Diskurse über Städte, Landschaften und Gesellschaften geworfen.

John H. Betts , Margaret A.V. Gill , Dietrich Sürenhagen und Hartmut Waetzoldt

Kleinere europäische Sammlungen

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band 11

Ingo Pini (Hrsg.)


Band XI beinhaltet Siegel aus kleineren europäischen Sammlungen, die im Verlauf zahlreicher Reisen in ganz Europa zusammengetragen worden sind. Aufgrund der großen zeitlichen Unterschiede sind insbesondere in den Fotografien und Zeichnungen Qualitätsunterschiede teilweise uneinheitlich. Das Material ist in alphabetischer Reihenfolge der einzelnen Länder und, innerhalb dieser, nach Aufbewahrungsorten sortiert. Stücke in öffentlichen Sammlungen gehen denen privater Sammlungen voraus. Den Abschluss bilden Siegel im europäischen Kunsthandel, deren Aufbewahrungsort zum Zeitpunkt der Publikation nicht bekannt waren.

Ewald Kislinger et al.

Die byzantinischen Häfen Konstantinopels

Falko Daim (Hrsg.)
Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 4

Die Geschicke des byzantinischen Konstantinopel waren stets untrennbar mit dem Meer verbunden. Die topographische, demographische und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt spiegelt sich in der Geschichte ihrer Häfen, die erstmalig im vorliegenden Band in ihrer Gesamtheit behandelt wird.
Zwölf Untersuchungen zu den Häfen und Anlegestellen der Stadt am Marmarameer und am Goldenen Horn – aber auch zu jenen in ihrem europäischen und asiatischen Vorfeld – schaffen unter Auswertung schriftlicher, bildlicher und archäologischer Quellen eine Synthese des aktuellen Forschungsstandes

Victor Ernest Glenoce Kenna

Nordamerika I
New York, The Metropolitan Museum Of Art

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band 12

Friedrich Matz, Ingo Pini (Hrsg.)

Band XII präsentiert die Siegel aus dem New Yorker Metropolitan Museum of Arts, das sich damit rühmt, eine der vollständigsten Sammlungen minoischer und mykenischer Siegel zu besitzen. Diese wurden dem Museum  aus der Sammlung Richard B. Seagers vermacht. Vor allem in den Bereichen der dreiseitigen Prismen der Phasen MM I–II, Siegeln aus SM I, sowie der talismanischen Siegel verfügt es über viele wichtige Siegel. Allerdings haben nur wenige Exemplare dokumentierte Fundorte. Die Stücke sind in chronologischer Reihenfolge geordnet, die den Datierungen FM – MM –SM unter Berücksichtigung von Übergangsphasen folgt.

John H. Betts et al.

Fragen und Probleme der bronzezeitlichen ägäischen Glyptik
Beiträge zum 3. Internationalen Marburger Siegel-Symposium 5.-7. September 1985

Ingo Pini (Hrsg.)
Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Beiheft 3

CMS Beiheft 3 beinhaltet die Beiträge des 3. Marburger Siegel-Symposiums im September 1985. Wie bereits die Beiträge des vorangegangenen Symposiums decken die Beiträge chronologisch wie auch thematisch ein weites  Spektrum der minoischen und mykenischen Glyptik ab und behandeln sowohl Fragen der Technik, Datierung, des Materials, Stil und Ikonographie sowie verschiedenen regionale Gruppen von Siegeln in allen Phasen der ägäischen Bronzezeit.

Guido Nockemann

Die bandkeramische Siedlungsgruppe Weisweiler 107 / Weisweiler 108 im Schlangengrabental
Band 2. Anhang und Tafeln

Archäologische Berichte, Band 29

Die Aldenhovener Platte liegt seit über 40 Jahren im Fokus der Bandkeramik-Forschung. Im Vorfeld der rheinischen Braunkohletagebaue wurden und werden zahlreiche Grabungen und Prospektionen durchgeführt. Dieses Buch beschäftigt sich mit der Auswertung der archäologischen Funde und Befunde der bandkeramischen Siedlungsgruppe Weisweiler 107/Weisweiler 108 im Schlangengrabental der Aldenhovener Platte. Ziel der hier vorgelegten Untersuchung ist zum einem die Dokumentation und Vorlage der bandkeramischen Hinterlassenschaften und zum anderen die Herausarbeitung der Besonderheiten und Charakteristika der Siedlungsgruppe Weisweiler 107/Weisweiler 108 sowie die Klärung ihrer kulturhistorischen Position und Funktion in der rheinischen Bandkeramik. Hierzu werden ihre Hinterlassenschaften untersucht und mit anderen Siedlungen verglichen. Des Weiteren wird die Chronologie der Siedlungsgruppe vorgestellt und ihre Rolle in verschiedenen Netzwerken (Keramikverzierungen, Weitergabe von Silexartefakten etc.) analysiert. Damit schließt diese Arbeit eine Lücke, denn nun liegen alle bisher bekannten bandkeramischen Siedlungen im Schlangengrabental vor und werden in dieser Arbeit zusammenfassend betrachtet. Band 2 dokumentiert die Datengrundlagen der Untersuchungen.
Band 1 stellt die Analysen und ihre Ergebnisse vor.

Guido Nockemann

Die bandkeramische Siedlungsgruppe Weisweiler 107 / Weisweiler 108 im Schlangengrabental
Band 1. Dokumentation und Auswertung

Archäologische Berichte, Band 28

Die Aldenhovener Platte liegt seit über 40 Jahren im Fokus der Bandkeramik-Forschung. Im Vorfeld der rheinischen Braunkohletagebaue wurden und werden zahlreiche Grabungen und Prospektionen durchgeführt. Dieses Buch beschäftigt sich mit der Auswertung der archäologischen Funde und Befunde der bandkeramischen Siedlungsgruppe Weisweiler 107/Weisweiler 108 im Schlangengrabental der Aldenhovener Platte. Ziel der hier vorgelegten Untersuchung ist zum einem die Dokumentation und Vorlage der bandkeramischen Hinterlassenschaften und zum anderen die Herausarbeitung der Besonderheiten und Charakteristika der Siedlungsgruppe Weisweiler 107/Weisweiler 108 sowie die Klärung ihrer kulturhistorischen Position und Funktion in der rheinischen Bandkeramik. Hierzu werden ihre Hinterlassenschaften untersucht und mit anderen Siedlungen verglichen. Des Weiteren wird die Chronologie der Siedlungsgruppe vorgestellt und ihre Rolle in verschiedenen Netzwerken (Keramikverzierungen, Weitergabe von Silexartefakten etc.) analysiert. Damit schließt diese Arbeit eine Lücke, denn nun liegen alle bisher bekannten bandkeramischen Siedlungen im Schlangengrabental vor und werden in dieser Arbeit zusammenfassend betrachtet. Band 1 stellt die Analysen und ihre Ergebnisse vor.
Band 2 dokumentiert die Datengrundlagen der Untersuchungen.

Artemis Onassoglou

Die >Talismanischen< Siegel

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Beiheft 2

Ingo Pini (Hrsg.)

CMS Beiheft 2 publiziert die Erkenntnisse aus Artemis Onassoglous Dissertation zur Gattung der sogenannten „talismanischen Siegel“. Dabei handelt es sich um eine ikonographische Zuweisung einer Gruppe von Siegeln mit stereotypen Motiven (i.d.R. Gegenstände oder Tiere) und einigen für den modernen Betrachter schwer- oder unverständlichen Darstellungen. Sie stimmen in ihrem schlichten linearen Stil überein. Onassoglou zeigt auf, dass die Siegel für die breite Masse gearbeitet waren, was unter anderem an der Einheitlichkeit des Motivrepertoires und dem großen Umfang der Gruppen talismanischer Siegel festgemacht wird. Beiheft 2 beginnt mit einem forschungsgeschichtlichen Kapitel, gefolgt von einer Darstellung der Motivgruppen und Untergruppen. Des Weiteren wird die Bearbeitungstechnik der Siegel dargelegt und der sogenannte Cut Style vorgestellt.

John H. Betts et al.

Studien zur minoischen und helladischen Glyptik
Beiträge zum 2. Marburger Siegel-Symposium 26.-30. September 1978

Ingo Pini (Hrsg.)
Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Beiheft 1

CMS Beiheft 1 enthält die Beiträge des 2. Marburger Siegel-Symposiums im September 1978. Diese decken chronologisch wie auch thematisch ein weites Spektrum der minoischen und mykenischen Glyptik ab und behandeln sowohl Fragen der Technik, Datierung, des Materials, Stil und Ikonographie sowie verschiedenen regionale Gruppen von Siegeln in allen Phasen der ägäischen Bronzezeit.

Ingo Pini (Hrsg.)

Kleinere Griechische Sammlungen

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band 5.2

Der zweiteilige Band CMS V publiziert Siegel von Neolithikum bis zum Ende der späthelladischen Periode aus Museen und Sammlungen in Griechenland mit Ausnahme des Athener Nationalmuseums (siehe CMS I, CMS I  Suppl.) und des Archäologischen Museums Iraklion (siehe CMS II, III, IV). Die Erfassung des Materials für den Band wurde 1973 abgeschlossen.

Für viele Siegel liegen Kontextdatierungen vor, da die Mehrheit der Stücke aus gesicherten Fundplätzen sowie wissenschaftlichen Ausgrabungen stammt. Die Anordnung des Materials erfolgt zunächst in der alphabetischen Reihenfolge der Museumsorte. Der zweite Teil des Bands enthält Siegel, die in Sammlungen von „Delphi“ bis „Volos“ aufbewahrt sind.

Victor Ernest Glenoce Kenna und Eberhard Thomas

Nordamerika II
Kleinere Sammlungen

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band 13

Friedrich Matz, Ingo Pini (Hrsg.)

Band XIII beinhaltet die Siegel aus verschiedenen nordamerikanischen Sammlungen exklusive der Siegel des Metropolitan Museum of Art, New York, welche bereits in Band XII publiziert sind. Der vorliegende Band beinhaltet Siegel aus dem University Museum in Philadelphia, dem Museum of Fine Arts in Boston sowie Sammlungen aus Baltimore, Cambridge (Mass.), Harvard und kleineren öffentlichen Sammlungen. Der Katalogeinträge sind alphabetisch nach den Aufbewahrungsorten der Siegel gegliedert. Die öffentlichen Sammlungen stehen vor den privaten, den Abschluss des Bandes bilden die Gemmae Dubitandae. Die Datierung erfolgt nach den Perioden FM – MM – SM/SH.

Hans-Joachim Schalles et al.

Urbanitas – urbane Qualitäten
Die antike Stadt als kulturelle Selbstverwirklichung

Alexandra W. Busch , Jochen Griesbach , Johannes Lipps (Hrsg.)
RGZM – Tagungen, Band 33

Die schier unüberschaubare Anzahl antiker Städte lässt keinen Zweifel daran, wo im klassischen Altertum das Leben pulsierte. Worin genau die große Anziehungskraft der Städte bestand, lässt sich allerdings nur anhand seltener Äußerungen in den Schriftquellen erahnen: Abgesehen von den vielfältigen Unterhaltungsangeboten, mit denen die Städte aufwarten konnten, ist dort stets von Verfeinerungen die Rede, sei es im gesellschaftlichen Miteinander oder in der Gestaltung der materiellen Welt. Aber wie lassen sich solche Facetten urbaner Kultur auch archäologisch nachweisen? Der Tagungsband wendet sich der Frage antiker urbanitas exemplarisch von verschiedenen Seiten zu: Zum einen gilt das Augenmerk all denjenigen architektonisch greifbaren Installationen, die ein kultiviertes Leben jenseits ökonomischer Kriterien der Nützlichkeit erkennen lassen. Zum anderen wird beleuchtet, mit welchen Mitteln sich die  Städte ein eigenes Selbstbewusstsein verschafft haben, das von Stolz, Prestigedrang und nachhaltigem Wir-Gefühl zeugt. Schließlich geht es aber auch ganz einfach um die Frage: Was macht die Stadt in den Augen der antiken Menschen zur Stadt? Welche urbanen Qualitäten mussten erfüllt sein, damit ein Gemeinwesen den Anspruch erheben konnte, sich auf Augenhöhe mit anderen Städten zu befinden? Die hier gesammelten Beiträge, die nicht nur die  großen Zentren, sondern auch Städte verschiedenster Größenordnungen bis an die Peripherie der Mittelmeerwelt im Zeitraum vom 7. Jahrhundert v. Chr. bis in die Spätantike in den Blick nehmen, geben unterschiedliche Antworten  darauf: Es gibt durchaus wiedererkennbare Muster und verbindliche Normvorstellungen, aber nicht minder eigenwillige Lösungen und Sonderwege, dank derer die Städte ein eigenes Image entwickeln konnten.

Michaela Rücker

Der Protreptikos des Iamblich
Rekonstruktion, Refragmentarisierung und Kontextualisierung mit Textmining

Charlotte Schubert , Sven-Philipp Brandt (Hrsg.)
Digital Classics Books, Band 1

Der vorliegende Sammelband vereint verschiedene Aufsätze, die mit den Methoden des Textmining Iamblichs Protreptikos analysieren und dadurch neue Erkenntnisse für den Forschungsdiskurs über dessen Zusammenhänge mit dem aristotelischen Protreptikos und mit den Werken Platons liefern.

Iamblichs Protreptikos befasst sich mit der Lehre des Pythagoras und setzt sich zu diesem Zweck mit den philosophischen Strömungen der klassischen Zeit auseinander. Entsprechend viele Zitate jener Philosophen sind in diesem Werk zu finden. Die hier verwendeten Textminingtools des Portals eAQUA sind die Zitatanalyse und die Kookkurrenzanalyse. Beide Tools geben einen vielversprechenden Einblick in die Zitationspraxis Iamblichs.

John Haldon et al.

Hinter den Mauern und auf dem offenen Land
Leben im Byzantinischen Reich

Falko Daim , Jörg Drauschke (Hrsg.)
Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 3

Wie lebten die Menschen im Byzantinischen Reich, wie gestaltete sich ihre Lebenswirklichkeit in den Städten und auf dem Land? Was war jeweils anders? Es lohnt sich, diese Frage aus interdisziplinärer Perspektive zu stellen.
Die Ausstellung „Byzanz – Pracht und Alltag“ der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (26.2.-13.6.2010) eröffnete für die Byzanzforschung neue Perspektiven. Die begleitende Tagung “Hinter den Mauern und auf dem offenen Land: Neue Forschungen zum Leben im Byzantinischen Reich” nahm diesen Ansatz auf und vertiefte im interdisziplinären Rahmen die Themen der Ausstellung. Im Mittelpunkt stand dabei das Alltagsleben innerhalb der urbanen und ländlichen Regionen des Reiches. Die Beiträge des Bandes führen die Ergebnisse der Mainzer Tagung zusammen. Sie widmen sich der Hauptstadt Konstantinopel, den Städten und ihrem Umland auf dem Balkan und in Kleinasien sowie dem alltäglichen Leben zur See, in Klöstern und auf dem Land.

Francisca Feraudi-Gruénais

… ubique naufragium …? Aspekte und Bedeutungen von Schiffsdarstellungen im Grab
II. Repertorium der Schiffsdarstellungen auf Grabdenkmälern der hellenistischen und römischen Zeit unter besonderer Berücksichtigung der Inschriften

Das vorliegende Online-Repertorium ist als Materialgrundlage für eine kürzlich erschienene Studie der Verfasserin zu Aspekten und Bedeutungen von Schiffsdarstellungen im Grab entstanden. Zunächst schlicht ‚propädeutisches Nebenprodukt‘, nahm sich die über 500 Beispiele zählende Sammlung einschlägiger Darstellungen von Schiffen in Grabkontexten als zu reichhaltig aus, um nach Abschluss der  Studie zu den Akten gelegt und der weiteren Nutzung entzogen zu werden. Die Entscheidung für eine elektronische Publikationsform war dabei von der Absicht geleitet, dem Repertorium durch Hyperlinks auf frei im Netz verfügbare Digitalisate ein Maximum an Bildmaterial zur Seite stellen zu können. In gedruckter Form hätte ein solches Ansinnen jeglichen Rahmen gesprengt. Neben den bisherigen einschlägigen Sammelwerken zu antiken Schiffsdarstellungen, dem Repertorium von I. Pekáry und der Navis II Datenbank, positioniert sich das Online-Repertorium als verlässliche Sammlung von Schiffsdarstellungen im Grabbereich unter besonderer Berücksichtigung der dort bezeugten Inschriften.

Zugehörige Forschungsdaten finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link:

https://doi.org/10.11588/data/OOC0ZI

Georg Korting

VARUS’ UNTERGANG
Textkritische Anmerkungen zu Florus 2,30,34 b

Diese Arbeit geht der Frage nach, ob der Überfall des Arminius auf Varus im Jahre 9 im Lager stattfand oder unterwegs und an mehreren Tagen, ob Florus oder Dio Recht hatte, Ranke oder Mommsen. Sie vertritt die These, dass der römische Historiker, Rhetor und Dichter Florus in seinem Abriss der römischen Geschichte, in dem er auf diesen Vorgang zu sprechen kommt (2,30,34 b cum ille o securitas ad tribunal citaret, undique invadunt), falsch verstanden wurde. Nach dem üblichen Verständnis der Florus-Stelle soll Varus die Germanen vor sein Tribunal zitiert haben und diese sollen dann ins Lager eingedrungen sein. Die Historiker folgen zwar mittlerweile in großer Mehrheit Dio, werten aber häufig Florus ab.
Von Germanen ist in dem Satz aber nicht die Rede. Meine Hauptthese lautet: Es fehlt das Akkusativobjekt zu citaret. Mehr als 200 Sätze mit citare im Lateinischen werden deshalb daraufhin überprüft, ob in ihnen der Akkusativ überhaupt wegfallen darf. Ergebnis: In der Regel darf er es nicht. Ausnahmen werden eigens untersucht. Danach bleibt für mich die Möglichkeit für Konjekturen. Ich schlage eine vor, die es ermöglicht, den Widerspruch zu Dio ganz aufzuheben. Es sollte eigentlich heißen: cum ille securi ita se ad tribunal citaret.
Alle maßgeblichen Editionen von Florus’ Epitome kommen ohne eine Konjektur an der fraglichen Stelle aus. Eine nachträgliche Prüfung zahlreicher neuzeitlicher Florus-Editionen (aus einer Zahl von ca. 150-200) ergab aber, dass die Hauptthese (fehlender Akkusativ) implizit bereits 1672 von Tanneguy Le Fèvre (Tanaquillus Faber) und 1674 ausdrücklich von seiner Tochter Anne le Fèvre (Anna Fabri filia / Anne Dacier) jeweils in einer kurzen Anmerkung vorgetragen und hier und da (bis 1844) rezipiert wurde.

Henri van Effenterre und Micheline van Effenterre

Paris, Cabinet des Médailles

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band 9

Friedrich Matz, Ingo Pini (Hrsg.)

Band IX präsentiert die bis dato größtenteils unpublizierten Siegel aus der Sammlung des Cabinet des Médailles in Paris sowie diejenigen aus dem Musée du Louvre, da diese im Jahr 1950 in das Cabinet ausgelagert worden sind. Die Siegel stammten ursprünglich aus verschiedenen Kollektionen, die in der Einleitung kurz umrissen werden. Aufgrund ihrer Herkunft aus dem Kunsthandel sind keine gesicherten Fundplatz- und Kontextangaben  vorhanden. Die angegebenen Datierungen sind daher stilistischer Natur und nach dem Schema Vor-, Alt-, Neupalastzeit und Mykenisch unterteilt. Die Gliederung des Bandes verläuft nach ebendieser chronologischen Einordnung der Stücke.

John H. Betts

Die Schweizer Sammlungen

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band 10

Ingo Pini (Hrsg.)

Band X enthält Siegel aus den öffentlichen und privaten Sammlungen in der Schweiz, die zuvor größtenteils unveröffentlicht waren. Die Gliederung setzt sich in alphabetischer Reihenfolge nach den Aufbewahrungsorten zusammen (Wie in CMS V und XIII). Da die Stücke aus dem Kunsthandel stammen, fehlen sicher dokumentierte Fundplatz- und Kontextangaben. Die Siegel der Schweizer Privatsammlungen werden noch rege gehandelt und  bereits zur Zeit der Publikation des Bandes hatten einige den Besitzer gewechselt. In den Fällen, in denen der neue Aufbewahrungsort unbekannt ist, wird stets der Händler oder Sammler angegeben, bei dem die Siegel zuletzt gesehen worden sind.

Michael Ohl et al.

Authentisierung im Museum
Ein Werkstatt-Bericht

Thomas Eser et al. (Hrsg.)
RGZM – Tagungen, Band 32

Museen sind Orte des »Originals« und »authentischer« Objekte. Aber was ist mit dem schillernden Begriff des Authentischen im musealen Bereich überhaupt gemeint? Können Kopien, wenn schon keine Originale, so doch authentische Objekte sein? Ist Authentizität eine Eigenschaft der Dinge oder eine Zuschreibung durch Museumsmacher? Und welche Rolle spielen Authentizität und Aura für die Besucher und Nutzer unterschiedlicher Museen?
Der vorliegende Band schlägt einen neuen Weg bei der Beantwortung dieser Fragen ein: Er untersucht Praktiken des Authentisierens im Museum. Thematisiert wird, wie Sammlungslogiken und Auswahlprozesse, wissenschaftliche Forschung, restauratorische und konservierende Praktiken sowie Ausstellungspräsentationen und Vermittlungsperspektiven Dinge authentisieren, auratisieren und sakralisieren. Oder aber umgekehrt ehemalige Gewissheiten infrage stellen und das zunächst als authentisch Angesehene dekonstruieren. Insofern schaffen Museen nicht nur historische Authentizität, sondern sie zerstören sie auch, indem alte Zusammenhänge verändert und neue kreiert werden – etwa wenn Gebrauchs- oder Fundzusammenhänge in eine Ausstellung überführt oder modifiziert werden.
Der Band gibt Einblicke in archäologische, kultur- und zeithistorische, technik- und naturkundliche Museen und ihren Umgang mit dem Authentischen. Er geht auf aktuelle Forschungen des Leibniz-Forschungsverbunds Historische Authentizität und seiner beteiligten Institutionen zurück und will zugleich dafür sensibel machen, in der kuratorialen Praxis die Chancen und Hürden beim Operieren mit dem Authentizitätsbegriff stärker wahrzunehmen.

Mariusz Jucha et al.

Cultural Markers in the Later Prehistory of Northeastern Africa and Recent Research

Lech Krzyżaniak , Karla Kroeper , Michał Kobusiewicz (Hrsg.)
Studies in African Archaeology, Band 8