Melanie Eigen

Die eisenzeitliche und römische Siedlung von Tönisvorst‐Vorst (Kreis Viersen)

Archäologische Quellen, Band 1

Das Buch publiziert in einer neuartigen Weise die archäologische Ausgrabung in Tönisvorst-Vorst (Kreis Viersen, Nordrhein-Westfalen) vom Sommer 2015, bei der eine eisenzeitliche (ca. 7. – 1. Jh. v.Chr.) und eine ihr folgende ländliche römische Siedlung (ca. 1. – 3. Jh. n.Chr.) freigelegt wurden. Es handelt sich um eine vom Investor finanzierte Ausgrabung, die von der Firma Archbau ausgeführt wurde. Finanzielle Mittel für eine vertiefte wissenschaftliche Auswertung der Grabung waren nicht vorhanden. Statt die Dokumentation nun wie üblich ausschließlich dem zuständigen staatlichen Archiv zu übergeben, wird sie mit dieser Publikation samt einer sehr knappen Analyse öffentlich zugänglich gemacht. So können Fachkolleginnen und -kollegen, die an verwandten Themen forschen, sich leicht und schnell informieren, was in Tönisvorst-Vorst ergraben wurde, mit den Ergebnissen weiterarbeiten und über die Fundstelle forschen. Bürgerinnen und Bürger aus der Region können sich mittels des vorliegenden Bandes über die Geschichte ihrer Heimatregion informieren.

Zugehörige Forschungsdaten finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link:

http://dx.doi.org/10.11588/data/UWPXVH

Jutta Zerres

Kapuzenmäntel in Italien und den Nordwestprovinzen des Römischen Reiches
Gebrauch – Bedeutung – Habitus

Archäologische Berichte, Band 26

Kapuzenmäntel waren in römischer Zeit wegen ihrer Wetterfestigkeit geschätzte und weit verbreitete Kleidungsstücke. Die vorliegende Studie beleuchtet mehr als die gängigen Fragen altertumskundlicher Analysen wie Typologie, Chronologie,
Material und Verbreitung, sondern sie fokussiert auf einen bislang wenig beachteten Aspekt dieses Alltagsgegenstandes: seine Rolle innerhalb der gesellschaftlichen Kommunikation. Das historische und archäologische Quellenmaterial wird im
Hinblick auf folgende Fragen analysiert: Gibt es Personen, zu deren Habitus (im Sinne des französischen Soziologen P. Bourdieu) Kapuzenmäntel zählen? Welche Personen(-gruppen) lassen sich identifizieren? Verwenden sie dabei spezielle
Formen von Mänteln? In welchen Situationen tragen sie das Kleidungsstück und welche Botschaften transportieren sie damit? Woher stammen die verwendeten Bedeutungszuweisungen an die Mäntel? Wie gestaltet sich der Umgang der Akteure
damit? Das Untersuchungsgebiet der Studie sind Italien und die Nordwestprovinzen des römischen Reiches in der Zeit der späten Republik bis in die Spätantike.

Thorsten Uthmeier

Micoquien, Aurignacien und Gravettien in Bayern
Eine regionale Studie zum Übergang vom Mittel- zum Jungpaläolithikum

Archäologische Berichte, Band 18

Bayern ist ein Schlüsselgebiet in der Diskussion des Übergangs vom Mittel- zum Jungpaläolithikum. Die in den immer eisfreien Korridor zwischen skandinavischem und alpinem Eisschild eingebettete Donauebene verbindet als ein wichtiger eiszeitlicher Wanderungsweg die reichen Fundregionen des späten Mittel- und frühen Jungpaläolithikums in Südwesteuropa einerseits und Mittel- und Osteuropa andererseits. Mit Fundstellen des spätesten Mittelpaläolithikums, des frühesten Aurignaciens und des Gravettiens bietet sich hier die einmalige Gelegenheit, bisherige Erklärungsmodelle für eine der spannendsten Kapitel der Menschheitsgeschichte - der Ausbreitung des modernen Menschen - zu überprüfen.

Irene Berti

Gerechte Götter?
Vorstellungen von göttlicher Vergeltung im Mythos und Kult des archaischen und klassischen Griechenlands

Die Idee eines Gottes als Richter, der nach abstrakten Gesetzen bestraft und belohnt, sucht man im antiken Griechenland vergebens. Die Gerechtigkeit der olympischen Götter manifestiert sich vielmehr durch Reziprozität. So ist in den literarischen Quellen der trostspendende Gedanke verbreitet, dass die Götter mit derselben Loyalität, mit der die Mitglieder der Polisgemeinschaft den Kult für die Götter pflegen, die Menschen in Krisenzeiten schützen. Was geschieht aber, wenn diese Beziehung aufgrund von Verbrechen zerbrochen wird und die Götter erzürnen? In welchen Kultpraktiken spiegelt sich die Angst vor der göttlichen Strafe und an welche Gottheiten appelliert man, wenn die Gerechtigkeit verletzt wird? Anhand von literarischen, epigraphischen und archäologischen Quellen untersucht dieses Buch die Mechanismen der göttlichen Vergeltung und wie sich diese in der kultischen Praxis des archaischen und klassischen Griechenlands widerspiegeln.

Helen Hughes-Brock und John Boardman

Oxford - The Ashmolean Museum

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band 6.1

Ingo Pini, Walter Müller (Hrsg.)

Band VI dokumentiert in zwei Teilbänden 516 Siegel, die im Ashmolean Museum in Oxford aufbewahrt werden darunter die Sammlung Sir Arthur Evans‘. Eine Vielzahl ist bereits publiziert worden, doch präsentiert der Band auch vormals unveröffentlichte Stücke und legt Wert auf eine Neubewertung einiger Siegel, deren Authentizität  als Zweifelhaft galt. Die Liste der Dubitandae konnte durch diese Arbeit stark gekürzt werden. Für viele der Siegel ist kein gesicherter Fundort bekannt, doch können in einigen Fällen vage Angaben gemacht werden, was durch einfache Anführungszeichen gekennzeichnet ist.  Teilband CMS VI,1 enthält die Nummern  1–185.

Helen Hughes-Brock und John Boardman

Oxford - The Ashmolean Museum

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band 6.2

Ingo Pini, Walter Müller (Hrsg.)

Band VI dokumentiert in zwei Teilbänden 516 Siegel, die im Ashmolean Museum in Oxford aufbewahrt werden darunter die Sammlung Sir Arthur Evans‘. Eine Vielzahl ist bereits publiziert worden, doch präsentiert der Band auch vormals unveröffentlichte Stücke und legt Wert auf eine Neubewertung einiger Siegel, deren Authentizität  als Zweifelhaft galt. Die Liste der Dubitandae konnte durch diese Arbeit stark gekürzt werden. Für viele der Siegel ist kein gesicherter Fundort bekannt, doch können in einigen Fällen vage Angaben gemacht werden, was durch einfache Anführungszeichen gekennzeichnet ist. Teilband CMS VI,2 enthält die Nummern  186–514.

Hassan Hussein Idris Ahmed et al.

Hunter-Gatherers and Early Food Producing Societies in Northeastern Africa

Jacek Kabaciński, Marek Chłodnicki, Michał Kobusiewicz (Hrsg.)
Studies in African Archaeology, Band 14

  

Andrea Lorenz

Der spätbronzezeitliche Hortfund von Stadtallendorf unter besonderer Berücksichtigung seiner Gläser

Archäologische Berichte, Band 20

Der Hortfund von Stadtallendorf bei Marburg liegt isoliert am Nordrand der süddeutschen Urnenfelderkultur. Er zählt zu jenen Depots der Spätbronzezeit, die durch eine einzigartige Zusammensetzung auffallen. Diese zeichnet sich primär durch die große Typenvielfalt der deponierten Glasperlen aus.

Die vorliegende Studie untersucht die Perlen anhand von Mikrosonden-Analysen im Hinblick auf ihre chemische Zusammensetzung. So klären sich Fragen hinsichtlich der benutzten Rohstoffe und deren Mixtur sowie des kulturellen Ursprungs der Gläser. Darüber hinaus beinhaltet die Arbeit eine komplette Neuvorlage des 1943 entdeckten Fundes.

Ivan Pavlů et al.

New Perspectives on Querns in Neolithic Societies

Caroline Hamon, Jan Graefe (Hrsg.)
Archäologische Berichte, Band 23

Seit der Zeit der ersten neolithischen Gesellschaften wird das Korn der angebauten Kulturpflanzen mittels Mahlsteinen zu Mehl verarbeitet. Grundlage einer agrarischen Lebensweise stellt die Domestikation und Zucht von Tieren sowie der Anbau und die Verarbeitung von Kulturpflanzen dar. Erst innerhalb der vergangenen fünfzehn Jahre konnten grundlegende Aspekte der Pflanzenverarbeitung geklärt werden. Untersuchungen zu Mahl- und Schleifsteinen tragen zum Verständnis und Wissen neolithischer Wirtschaftsformen und sozialer Organisation bei. Durch neue, mehr oder weniger regionale Studien wurden neue Daten gewonnen, die Aussagen zu Austauschsystemen der Rohmaterialien, der wirtschaftlichen Grundlagen oder auch der sozialen und symbolischen Bedeutung der Mahlsteine ermöglichen.

Die hier veröffentlichten Artikel resultieren aus einer Sitzung, die im Rahmen des 13. Jahrestreffens der European Association of Archaeologists (EAA) im September 2007 in Zadar (Kroatien) stattgefunden hat.

Die Aufsätze zeigen, dass durch einen globalen Überblick zu Mahl- und Schleifsteinen wichtige Beiträge für die Interpretation des Status und der Funktion eines Siedlungsplatzes geliefert werden können.

Rolf-Dieter Bauche und Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e.V.

Die Keramik des 12. Jahrhunderts zwischen Köln und Aachen

Archäologische Berichte, Band 9

Die Funde stammen aus zehn hochmittelalterlichen, ländlichen Siedlungen im Rheinischen Braunkohlerevier. Sie wurden nach typologischen und technologischen Gesichtspunkten merkmalsanalytisch bearbeitet und mittels Korrespondenzanalyse geordnet. Das Ergebnis, eine Chronologie der Befunde und Merkmale, konnte anhand bereits publizierter Materialkomplexe verifiziert werden und erlaubt es, Befunde des 12. Jahrhunderts auf ein halbes Jahrhundert genau zu datieren. Die unmittelbare Nähe des Arbeitsgebietes zu den wichtigsten Töpfereizentren des Rheinlandes machte es darüber hinaus möglich, erstmals den Einfluss regionaler Verbreitungsschwerpunkte zu umreißen. Ein umfangreicher Tafel- und Katalogteil gibt eine vollständige Übersicht über das untersuchte Material.

Jürgen Richter, Bernhard Weninger und Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e.V.

Großgartach und Oberlauterbach
Interregionale Beziehungen im südwestdeutschen Mittelneolithikum

Eric Biermann (Hrsg.)
Archäologische Berichte, Band 8

Südwestdeutschland und Südostbayern standen im Mittelneolithikum, in der ersten Hälfte des fünften vorchristlichen Jahrtausends, in einer Beziehung besonderer Art. Die Untersuchung von Eric Biermann spürt dieser Beziehung nach, sie liefert mit ihrem Karten- und Regestenteil darüber hinaus aber auch ein nützliches Nachschlagewerk.
Bei der Untersuchung der absolutchronologischen Probleme, die sich aus der Arbeit Eric Biermanns ergaben, stieß Bernhard Weninger überraschend auf neuartige methodische Wege. Die mittelneolithischen Daten wurden hier zu Fallbeispielen, sie provozierten Lösungen, die für alle Prähistoriker spannend sein dürften.

Mit Beiträgen von Jürgen Richter und Bernhard Weninger sowie einer Gesamtkartierung der Großgartacher Gruppe.

Andreas Zimmermann et al.

Zeit-Räume
Gedenkschrift für Wolfgang Taute

Birgit Gehlen, Martin Heinen, Andreas Tillmann (Hrsg.)
Archäologische Berichte, Band 14.1

In Band 1 sind Beiträge zu verschiedenen Bereichen der archäologischen Forschung zusammengestellt. Nach theoretischen Überlegungen zur Suche nach einer Wirtschaftsarchäologie sowie der Darstellung von Verfahren und Ergebnissen der C14-Analyse und der Dendrochronologie werden Probleme und Befunde vom Mittelpaläolithikum bis zur frühen Neuzeit in Deutschland thematisiert. Danach spannt sich der Bogen archäologischer und ethnoarchäologischer Untersuchungen von Nepal über die Levante nach Nord- und Westafrika und schließlich nach Amerika. Viele der hier vorgestellten Arbeiten sind durch Wolfgang Taute angeregt, betreut oder wohlwollend begleitet worden.

Andreas Zimmermann et al.

Zeit-Räume
Gedenkschrift für Wolfgang Taute

Birgit Gehlen, Martin Heinen, Andreas Tillmann (Hrsg.)
Archäologische Berichte, Band 14.2

Der zweite Band enthält Aufsätze zum eigentlichen Forschungsschwerpunkt von Wolfgang Taute, dem späten Paläolithikum, dem Mesolithikum und dem Altneolithikum in Nord- und Süddeutschland. Unter den zahlreichen hier vorgestellten Projekten, von denen eine ganze Reihe aus den Arbeiten von Wolfgang Taute hervorgegangen sind, nehmen die Ergebnisse der Untersuchungen zur La-Hoguette-Fundstelle von Stuttgart - Bad Cannstatt eine ganz zentrale Rolle ein.

Giannēs A. Sakellarakēs und Victor Ernest Glenoce Kenna

Iraklion, Sammlung Metaxas

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band 4

Friedrich Matz (Hrsg.)

Band IV publiziert die Siegel aus der Privatsammlung von Nikolaos Metaxas, die im Archäologischen Museum von Heraklion aufbewahrt wird. Die Sammlung besticht insbesondere durch die hervorragende Qualität der Siegel und die hohe Anzahl an Elfenbeinsiegeln aus Südkreta. Darüber hinaus umfasst sie einen Querschnitt der minoischen Siegeltypen über eine breite Zeitspanne von der frühminoischen bis in die mykenische Epoche. 324 Siegel und 58 Dubitandae werden in diesem Band in chronologischer Reihenfolge publiziert.

Dirk H. R. Spennemann et al.

Geschichte heißt: So ist's gewesen! abgesehen von dem wie's war ...
Geburtstagsgrüße für Günter Smolla

Martin Schmidt (Hrsg.)
Archäologische Berichte, Band 11

  

Ronald Bakker

The emergence of agriculture on the Drenthe Plateau
A palaeobotanical study supported by high-resolution 14C dating

Archäologische Berichte, Band 16

Für diese Studie wurden die Sedimente aus einem eiszeitlichen Pingorest in der Provinz Drenthe in den Niederlanden auf ihren Pollengehalt und ihre botanischen Makroreste hin untersucht. Auf der Basis von neun Pollenprofilen rekonstruiert der Autor die Vegetationsgeschichte vom Präboreal bis heute. Besonders berücksichtigt wird die Phase der Neolithisierung und der Beginn der Landwirtschaft. Auf der Grundlage von Pollendiagrammen aus der norddeutschen und niederländischen Altmoränen-Landschaft wird ein Schema erarbeitet, das den Verlauf ausgewählter Pollenkurven während des Neolithikums beschreibt.
Die sogenannte Neolithische Okkupationsperiode (Neolithic Occupation Period, NOP) wird in drei Phasen gegliedert, die drei verschiedene Formen der bäuerlichen Wirtschaft repräsentieren. Mit Hilfe hoch auflösender C14-Datierungen werden diese drei Phasen mit archäologischen Kulturen verbunden. Die Phase NOP1 wird von 4050 bis 3450 cal BC datiert. Sie ist durch geringe ackerbauliche Aktivitäten und Tierhaltung mit Laub- und Zweigfütterung charakterisiert. Sie fällt in die Zeit der Swifterband Kultur, deren Träger also die ersten Bauern auf dem Drenthe-Plateau gewesen sind. Für die Phase NOP 2, die mit der Trichterbecher Kultur verbunden werden kann, ist eine großräumige Viehhaltung charakteristisch. In der Phase NOP 3 dagegen betrieben die Menschen der Einzelgrab- und der Glockenbecher-Kultur ihre Landwirtschaft auf eher kleinen Arealen.

Barbara E. Barich et al.

Recent Research Into the Stone Age of Northeastern Africa

Lech Krzyżaniak, Karla Kroeper, Michał Kobusiewicz (Hrsg.)
Studies in African Archaeology, Band 7

  

Erika Riedmeier-Fischer

Die Hirschgeweihartefakte von Yverdon, Avenue des Sports

Archäologische Berichte, Band 15

In der vorliegenden Arbeit werden die Geweihartefakte aus der endneolithischen Siedlung von Yverdon, Avenue des Sports, am Neuenburger See in der Westschweiz untersucht. Nach einführenden Kapiteln zum Forschungsstand und zu Herstellungstechniken sowie der Wertung der bestehenden Chronologien, werden die Funde vorgestellt und stratigrafisch ausgewertet. Die Hirschgeweihfartefakte aus Yverdon, die überwiegend in den Zeitraum zwischen 2750 und 2550 vor Christus gehören, bieten die Grundlage für die Betrachtung der endneolithischen Funde aus der Westschweiz im Vergleich mit denen der Ostschweiz und des Bodenseeraumes. Dabei wird im Westen der Einfluss der südfranzösischen Saône-Rhône-Kultur deutlich, während im Osten eine starke Assimilation an die Schnurkeramik erkennbar ist, was die Ergebnisse der bereits vorliegenden Keramik-Analysen eindrucksvoll bestätigt.

Birgit Herren

Die alt- und mittelneolithische Siedlung von Harting-Nord, Kr. Regensburg/Oberpfalz
- Befunde und Keramik aus dem Übergangshorizont zwischen Linearbandkeramik und Südostbayerischem Mittelneolithikum (SOB)

Archäologische Berichte, Band 17

Im Unterschied zu allen bis dato untersuchten Fundplätzen Niederbayerns ist in Harting-Nord der Übergang von Alt- zu Mittelneolithikum erfasst. Im Altneolithikum stehen die Hausgrundrisse und Gefäße noch ganz in linearbandkeramischer Tradition.

Die Untersuchungen von Birgit Herren zeigen, dass sich mit zunehmendem Kontakt zu der in Böhmen und im Elbe-Saale-Gebiet entstandenen Stichbandkeramik entsprechende Kulturelemente auch in Harting-Nord niederschlagen: Der sukzessive, kontinuierliche Wandel von Linearbandkeramik zum älteren Südostbayerischen Mittelneolithikum (kurz SOB I) ist sowohl in den Hauskonstruktionen und den Gefäßformen als auch im Verzierungsstil anschaulich nachzuvollziehen. Die Siedlungsstruktur ändert sich hingegen nicht. Die neolithische Siedlung von Harting-Nord endet vor dem Einsetzen des regionalen Verzierungsstils im SOB II.

P. J. Felder, P. Cor M. Rademakers, Marjorie E.Th. de Grooth (Hrsg.)

Excavations of Prehistoric Flint Mines at Rijckholt-St. Geertruid (Limburg, The Netherlands) by the 'Prehistoric Flint Mines Working Group' of the Dutch Geological Society, Limburg Section

Archäologische Berichte, Band 12

Von 1964 bis 1972 führte die "Arbeitsgruppe Prähistorischer Feuersteinbergbau" der Niederländischen Geologischen Gesellschaft, Sektion Limburg, im neolithischen Feuersteinbergwerk von Rijckholt-St. Geertruid Ausgrabungen durch. Die Ausgrabungen gingen von einem nahezu 150 m langen Tunnel aus, der quer durch das neolithische Abbaugebiet getrieben wurde. Auf beiden Seiten des Tunnels wurden die prähistorischen Stollen auf einer Länge von zehn Metern verfolgt. 75 Schächte und 1.526 Quadratmetern Stollen wurden auf einer Gesamtfläche von 2.436 Quadratmetern untersucht.

Das eigentliche Abbaugebiet ist allerdings noch sehr viel größer: Der Untertagebau erstreckt sich über ca. 8 Hektar. Feuerstein ist in einem etwa 12 Hektar großen Bereich abgebaut worden, Schlagabfälle finden sich aber in einem ca. 25 Hektar großen Areal. Alle entdeckten Schächte und Stollen wurden von den Ausgräbern detailliert dokumentiert. Die Ausgrabungen erbrachten mehr als 14.000 Artefakte. Außerdem kamen Tierknochen und Schneckengehäuse sowie ein menschlicher Schädel zutage. C14-Messungen an Holzkohlen ergaben Datierungen zwischen 3.970 und 3.700 BC, allerdings werden die Abbauaktivitäten bis etwa 3.400 BC oder sogar 2.650 BC angedauert haben.

Im vorliegenden Buch werden die angewendeten Ausgrabungsmethoden beschrieben, und es wird der Versuch unternommen, die prähistorischen Abbaumethoden zu rekonstruieren. Die Kalkulation der absoluten Menge des abgebauten Feuersteins (14-16 Mio. Kilogramm von einem 8 Hektar großen Abbaugebiet) und die Anzahl der Schächte (etwa 2.000) lässt vermuten, dass sich im Boden noch mehr als 400.000 Steinartefakte befinden.