Grimm, Sonja B., Mevel, Ludovic, Sobkowiak-Tabaka, Iwona, Weber, Mara-Julia (Hrsg.)

From the Atlantic to Beyond the Bug River
Finding and Defining the Federmesser-Gruppen / Azilian

RGZM – Tagungen, Band 40

Eine Session mit dem Titel »From the Atlantic to beyond the Bug River– Finding and defining the Federmesser-Gruppen / Azilian on the North European Plain and adjacent areas« fand beim 17. Kongress der Union Internationale des Sciences Préhistoriques et Protohistoriques im September 2014 in Burgos im Namen der UISPP-Kommission »The Final Palaeolithic of Northern Eurasia« statt. Mit diesem Band legen wir einige der Beiträge zu dieser Session vor, die verschiedene Aspekte des Verhaltens von Jäger-Sammler-Gruppen in West- und Mitteleuropa während des mittleren Spätglazials untersuchen, um als Grundlage für den Vergleich der unterschiedlich definierten archäologischen Einheiten zu dienen. Wie eigenständig bzw. verbunden waren diese Gruppen in Zeit und Raum?

Sauer, Jochen (Hrsg.)

Augustinus: De civitate Dei
Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Zugänge

Acta Didactica – Bielefelder Beiträge zur Didaktik der Alten Sprachen in Schule und Universität, Band 2

Die Schrift De civitate Dei des Religionsphilosophen und Kirchenvaters Augustinus, entstanden in den Jahren 413–426, verbindet in vielschichtiger Weise Staats- und Gesellschaftstheorie, Individualethik und Geschichtstheologie. Antike Philosophie wird aus christlicher Perspektive neu gedacht. Die fünf Beiträge dieses Sammelbands stellen sich der Herausforderung, Zugänge zu diesem anspruchsvollen Werk zu ermöglichen und Wege aufzuzeigen, wie insbesondere Schülerinnen und Schüler des Fachs Latein, aber auch Studierende an die augustinische Staatstheorie und Religionsphilosophie herangeführt werden können.

Simons, Angela (Hrsg.)

Hirten im Himalaya – Prähistorische Mumien im Höhlengrab Mebrak 63 (Mustang/Nepal)

Archäologische Berichte, Band 31

In diesem Band wird die vollständige Publikation der Ergebnisse der archäologischen Ausgrabung in der prähistorischen Grabhöhle Mebrak 63 im Dzong-Tal, einem Hochtal des Himalaya in Nepal, vorgelegt.
In zehn Kapiteln wird von den 15 Autorinnen und Autoren die Grabung und die Auswertung des komplexen Grabungsbefundes und des Fundmaterials dargestellt. Der Anhang dient der Vorlage der Primärdaten und umfasst Tabellen, Fundkatalog und Tafelteil. In der Zusammenarbeit von Archäologie, Anthropologie, Textilarchäologie, Archäobotanik, Archäozoologie und Dendroarchäologie wurde es möglich, die Bedeutung des prähistorischen Höhlengrabs weitgehend zu entschlüsseln und den Menschen, die im letzten vorchristlichen Jahrtausend in der Kollektiv-Grabhöhle bestattet wurden, nahe zu kommen. Die Lebensweise  dieser Menschen sowie ihre Tausch- und Handelsverbindungen konnten durch die Untersuchungen dieses – in seiner Erhaltung bislang einmaligen – Befundes  rekonstruiert werden.

Weilbach, Christoph

Wie Laien und Fachleute über Medizinisches sprechen
Ein Vergleich medizinischer Äußerungen in Briefen und Fachtexten aus der Zeit der späten römischen Republik bis in die frühe Kaiserzeit

Die Untersuchung geht der Frage nach, ob und inwiefern sich sprachliche Merkmale fachlicher medizinischer Kommunikation im Austausch über die Themen Gesundheit und Krankheit zwischen Nicht-Fachleuten in der überlieferten antiken römischen Literatur vorfinden. Um diese Frage zu beantworten, werden medizinischen Äußerungen in den Briefen Ciceros (epistulae ad Atticum, ad familiares, ad Quintum fratrem, ad Brutum), Senecas d. J. (epistulae morales ad Lucilium) und Pliniusʼ d. J. (epistulae) vergleichbare Äußerungen in den medizinischen Schriften des Celsus (de medicina), des älteren Plinius („medizinische“ Bücher 20–32 der naturalis historia) und des Scribonius Largus (compositiones) gegenübergestellt.

Mees, Allard W.

Organisationsformen römischer Töpfer-Manufakturen am Beispiel von Arezzo und Rheinzabern unter Berücksichtigung von Papyri, Inschriften und Rechtsquellen

Monographien des RGZM, Band 52

Die römische Terra Sigillata wurde mit anspruchsvoller Technologie in großen Manufakturen hergestellt. Die rot engobierte Feinkeramik wurde über das gesamte römische Imperium vermarktet. Die komplexen Organisationsformen in den Produktionszentren und das Verbreitungsnetzwerk waren bisher kaum erforscht. Dieses Buch erörtert die Sozial- und Arbeitsorganisationsstrukturen innerhalb der Produktionszentren vom 1. Jh. v. Chr. bis zum 3. Jh. n. Chr. mit einem doppelten Ansatz: Erstens werden die Figurenstempel-Kombinationen auf reliefverzierter Terra Sigillata analysiert, und zweitens werden die Resultate mit den fast 40 bekannten ägyptischen Papyri mit Töpferverträgen verglichen. Darüber hinaus werden die feststellbaren Cluster der Töpfer auf ihr Wiederkehren in den Verbreitungsmustern hin erforscht. Die Konsortium-Gruppen werden mithilfe ihres Vorkommens an datierten Plätzen zeitlich eingeordnet. Die soziale Analyse der Töpferstempel zeigt, dass Sklaven in der Terra Sigillata-Industrie nicht nachgewiesen werden können.

Hartmann, Dietrich Klaus

Archäologisch-baugeschichtliche Studie zu den Dorfkirchen im ehemaligen Bistum Konstanz

Archäologische Berichte, Band 32

Der Osten des ehemaligen Bistums Konstanz (ca. 585 bis 1821) ist eine auch heute noch weitgehend ländlich geprägte Region mit einer reichen, bis auf das Frühmittelalter zurückgehenden Kirchenlandschaft. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden an vielen dieser Kirchen archäologische Untersuchungen vorgenommen, deren Ergebnisse allerdings bislang nicht allgemein verfügbar waren. Der vorliegende Band gibt für das Gebiet des Regierungsbezirks Tübingen eine vollständige Übersicht über diese Forschungen.

Die Auswertung vergleicht im Detail die unterschiedlichen Entstehungsbedingungen der Kirchen. Neben der Aussagekraft der verschiedenen Bauformen wird auch das Umfeld der Kirchen genauer betrachtet. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Existenz zugehöriger frühmittelalterlicher Siedlungsspuren. Weiterhin wird untersucht, inwieweit lokaler klösterlicher Besitz Einfluss auf die Bauentwicklung nimmt. Das Ergebnis ist ein umfassender Überblick über die frühe Entwicklung des Kirchenbaus innerhalb einer geschlossenen historischen Landschaft. In drei Folgebänden dieser Reihe werden die Kirchen St. Georg in Burladingen, St. Vitus in Schmiechen und St. Peter und Paul in Nusplingen, die den Ausgangspunkt dieser Untersuchung bildeten, ausführlich vorgestellt werden.

Zugehörige Forschungsdaten finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link:
https://doi.org/10.11588/data/ENNK5V

 

Daum, Mirjam

Wortschatz und Lehrbuch
Ein Kriterienkatalog für die Wortschatzkonzeption in Lateinlehrwerken

Ars Didactica – Marburger Beiträge zu Studium und Didaktik der Alten Sprachen, Band 2

Als Basis für eine erfolgreiche Übersetzung lateinischer Texte ins Deutsche spielt die Wortschatzarbeit im Lateinunterricht eine überaus wichtige Rolle. Ein großer Teil dieser Wortschatzarbeit findet unter Rückgriff auf Lehrwerke statt, die jedoch nicht immer eine ausreichende Aufbereitung bieten. Folglich muss die Lehrperson selbst beurteilen, in welchen Bereichen sie durch eigene Didaktisierungen im Unterricht mögliche Defizite auffangen kann. Der vorliegende, sich auf die Lempsychologie stützende Kriterienkatalog soll dabei eine Orientierung bieten.

Nickel, Rainer

Übersetzen und Übersetzung
Anregungen zur Reflexion der Übersetzungspraxis im altsprachlichen Unterricht

Ars Didactica – Marburger Beiträge zu Studium und Didaktik der Alten Sprachen, Band 3

Dieser Band befasst sich mit einem wichtigen Aspekt der Ars didactica: Er diskutiert zwar keine neuen „Übersetzungsmethoden", will aber dazu anregen, das Übersetzen als eine unverzichtbare Kulturtechnik zu lehren und zu lernen. Er will dazu ermuntern, das Übersetzen nicht auf die informationstheoretischen bzw. nachrichtentechnischen Vorgänge des Rekodierens und Dekodierens zu reduzieren, sondern als eine anspruchsvolle und bisweilen auch kreative Leistung ernst zu nehmen, seine ästhetische Dimension nicht aus den Augen zu verlieren und den Respekt vor dem Original erkennen zu lassen

Vetters, Melissa

Die spätbronzezeitlichen Terrakotta-Figurinen aus Tiryns

Die Publikation umfasst eine detaillierte Untersuchung mykenischer Figurinen im Zeitraum von ca. 1450/1430–1070/1060 v. u. Z. Das Korpus mykenischer Terrakotta-Figurinen aus Tiryns in der Argolis bildet mit über 3200 katalogisierten Einzelfragmenten die Materialgrundlage für eine Kontextanalyse der Figurinenverteilung. Die archäologisch gut erforschte Stätte mit ihrer Zitadelle und der umgebenden Flachlandsiedlung ist Ausgangspunkt für Untersuchungen zur Verwendung und Interpretation der Gattung: Auf Basis der Grabungsdaten dieser mykenischen Kernsiedlung werden Fallbeispiele aus Haus-, Handwerks- und kommunalen Kultkontexten analysiert, aber auch andernorts publizierte Ergebnisse integriert.
Die Publikation erfolgte mit Unterstützung durch das Institute for Aegean Prehistory.

Lichtenberger, Achim, Tal, Oren, Weiss, Zeev (Hrsg.)

Judaea/Palaestina and Arabia: Cities and Hinterlands in Roman and Byzantine Times
Panel 8.6

Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 44

Seit mehreren Jahrzehnten steht die Survey-Archäologie und die Untersuchung von Stadt-Hinterland-Beziehungen im Fokus der mediterranen Archäologie. In der südlichen Levante wurden diese Ansätze bisher jedoch nur selten verfolgt. So wurden nur wenige Städte dieser Region durch systematische intensive oder extensive Surveys untersucht. Dieser Band ist der städtischen Infrastruktur gewidmet und konzentriert sich auf die Untersuchung der Beziehungen zwischen Städten und ihrem Hinterland. Hierbei fokussiert er sich auf Haupt- und Nebenverwaltungszentren in Judäa / Palästina und Arabien unter römischer und byzantinischer Herrschaft (1. bis 7. Jh. n. Chr.). Während die Erforschung der historischen Geographie der südlichen Levante eine lange Tradition hat, haben sich heutzutage die Forschungsfragen gewandelt und die Erforschung von Mikroregionen und ihres Hinterlandes steht nun in vielen Fällen im Mittelpunkt der Projekte. Solche Studien können nur systematisch durchgeführt werden, wobei multidisziplinäre Ansätze und hochauflösende Analysen verwendet werden, um alle Arten von Zonen städtischer Siedlungen und Verbindungen innerhalb des Standorts und seiner Peripherie und seines Hinterlandes zu untersuchen. Die Beiträge dieses Bandes bieten einen ersten Versuch, die städtischen Siedlungen in der südlichen Levante aus einer vergleichenden Perspektive zu betrachten.

Stegbauer, Katharina

Magie als Waffe gegen Schlangen in der ägyptischen Bronzezeit

Ägyptologische Studien Leipzig, Band 1

Unter den Zaubersprüchen des Mittleren und Neuen Reichs machen Texte gegen Schlangen und ihr Gift den größten Teil aus. Diese Sammlung von Sprüchen bildet die Grundlage für die Untersuchung der Merkmale der Textsorte der Zaubersprüche. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist eine Zusammenstellung des in diesen Sprüchen enthaltenen altägyptischen Wissens über Schlangen und ihr Gift. Zudem wird der Frage nachgegangen, warum die altägyptische Kultur so lange an der Verwendung solcher Sprüche festgehalten hat. Thematisiert wird außerdem der ägyptologische Umgang mit den Zaubersprüchen, der lange Zeit von großen Schwierigkeiten geprägt war. Die Arbeit enthält einen Katalog, der die 52 ausgewerteten Sprüche in Transkription und Übersetzung vorgelegt - jeweils begleitet von einer inhaltlichen Interpretation.

Drbal, Vlastimil

Pilgerfahrt im spätantiken Nahen Osten (3./4. - 8. Jahrhundert)
Paganes, christliches, jüdisches und islamisches Pilgerwesen. Fragen der Kontinuitäten

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 7

Das Phänomen des spätantiken Pilgerwesens im Nahen Osten wird oft mit dem Entstehen der christlichen Pilgerfahrt gleichgesetzt. Das christliche Pilgerwesen war aber nur ein – wenn auch bedeutender – Teil der nahöstlichen Pilgertradition. Es konkurrierte mit den älteren Traditionen des jüdischen Pilgerwesens in Palästina und der paganen Pilgerfahrt im pharaonischen Ägypten auf der einen Seite und mit der gleichfalls insbesondere auf Jerusalem fokussierten frühislamischen Pilgerfahrt auf der anderen Seite. Diese verschiedenen Pilgertraditionen, die sich gleichzeitig an einem Ort (vor allem in Jerusalem, aber auch in zahlreichen kleineren Pilgerzentren) beobachten lassen, stehen im Zentrum dieser Untersuchung.

Hoeper, Michael, Steuer, Heiko, Lienemann, Jörg, Bücker, Christel

Völkerwanderungszeitliche Höhenstationen am Oberrhein

Archäologie und Geschichte – Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 12

Im Rahmen eines Projektes zu den »Spätantiken Höhensiedlungen am Oberrhein« konnten durch die Forschungen des »Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters« der Universität Freiburg in den letzten Jahren vier Höhensiedlungsplätze lokalisiert und teilweise auch archäologisch untersucht werden. Die Höhenstationen auf dem Geißkopf und dem Kügeleskopf liegen am Ausgang des Kinzigtales gegenüber dem spätantiken Legionslager von Straßburg auf der östlichen Rheinseite. Die große Zahl der Waffen, Werkzeuge und Beschläge spätrömischer Militärgürtel vom Geißkopf weisen darauf hin, daß sich auf diesem Berg vor allem Krieger und Handwerker aufhielten. Deshalb kann man hier eher von einem militärischen Stützpunkt als von einem Fürstensitz im Sinne des Zähringer Burgberges bei Freiburg ausgehen. Im vorliegenden Band wird das umfangreiche Fundmaterial der Höhenstationen auf dem Geißkopf und auf dem Kügeleskopf aus der alamannischen Frühzeit vorgestellt und analysiert sowie ihrer Deutung im Vergleich zu weiteren Höhensiedlungen, besonders im Oberrheingebiet, nachgegangen.

Cziesla, Erwin

Archäologie auf der Ortsumfahrung Passow (Lkr. Uckermark, Bundesland Brandenburg)

Archäologische Quellen, Band 3

In den Jahren 2003 bis 2005 wurde die Umgehungstrasse bei Passow (Lkr. Uckermark) prospektiert, anschließend fanden fünf Flächengrabungen statt, wobei ca. 1.350 archäologische Befunde in sechs getrennten Arealen dokumentiert wurden.

Aus den Fundstellen Passow 27 und 6 stammen die ältesten Funde: spätmesolithische Steinartefakte. Außerdem jungsteinzeitliche Keramikdepots und Einzelgräber. Aber die meisten Befunde datieren in den Übergang von der jüngeren Bronzezeit zur älteren Eisenzeit, wobei zwei räumlich getrennte Bereiche erkennbar sind: (1) Eng beieinander liegende, mit Keramik verfüllte Gruben, die auch Sonderfunde wie die Reste von Sumpfschildkröten und menschliche Knochen enthielten. (2) Linear angeordnete, mit Steinen verfüllte Grubenreihen. Exemplarisch untersuchte Gruben belegen, dass die Steine nicht in den Gruben zersprungen sind, sondern hier nur zur Ablage kamen. Zusammen mit den neolithischen Keramik-Deponierungen und Gräbern auch aus der Umgebung - wie u.a. den nur ausschnitthaft untersuchten Fundstellen Passow 26 und Passow 20 - wird eine ritualisierte Landschaft rekonstruiert, die seit ca. 4.000 v. Chr. Bestand hatte und bis in die Römische Kaiserzeit (Grubenbefunde und ein Brunnen) von Bedeutung war.

Weitere Siedlungsbefunde der römischen Kaiserzeit stammen aus Wendemark 10 und Passow 25. Befunde eines frühslawischen Dorfes nehmen einen anderen Bereich auf dem Fundplatz Passow 27 ein, und sie gehören nicht mehr der ritualisierten Landschaft an. Weitere slawische technische Anlagen stammen linken Seite der Welse aus Wendemark 10.

Die Grabungsberichte unterschiedlicher Autoren wurden 2007 der Denkmalbehörde übergeben und dort archiviert. Seitdem hat sich niemand den Ergebnissen angenommen: ein Fall für die „Archäologischen Quellen“.

Nickel, Rainer

Kofferpacken mit Ovid
Anregungen zur Herstellung von Annäherungstexten

Ars Didactica – Marburger Beiträge zu Studium und Didaktik der Alten Sprachen, Band 5

Das „Kofferpacken“ ist ein beliebtes Gesellschaftsspiel: Ein Spieler sagt einen einfachen Satz, der nächste wiederholt den Satz und fügt zugleich eine kleine Erweiterung hinzu, der dritte wiederholt den ursprünglichen Satz mit der ersten Erweiterung und erweitert seinerseits das bisher vorliegende Sprachgebilde usw. In diesem Sinne lässt sich auch der Zugang zu einem lateinischen Text gewinnen. Dieser wird in seine syntaktisch‑semantischen Teile (Sätze, Kola) zerlegt und Schritt für Schritt wieder „konstruiert“.
Die graphische Steuerung der einzelnen Schritte erfolgt dadurch, dass bestimmte Teile eines Textabschnitts zunächst ausgeblendet bleiben. Mit jedem Schritt nimmt die Menge der ausgeblendeten Wörter ab, bis im letzten Schritt eine Sequenz von mehreren Versen vollständig sichtbar ist.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass man mit überschaubaren Wortverbindungen und kürzeren Sätzen beginnt, die Schritt für Schritt an Umfang zunehmen und sich somit dem Original nach und nach annähern.

Hoeper, Michael, Bücker, Christel, Bakker, Lothar, Steger, Hugo

Römer und Alamannen im Breisgau
Studien zur Besiedlungsgeschichte in Spätantike und frühem Mittelalter

Archäologie und Geschichte – Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 6

Christel Bücker hat die römischen sowie frühalamannischen Keramikfunde vom Zähringer Burgberg bei Freiburg ausgewertet. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die gewaltigen Baurnaßnahmen auf dem Burgberg in der Spätantike stattfanden und dazu dienten, die Bergkuppe zu einer etwa 5 ha großen ebenen Siedlungsfläche umzugestalten. Darüber hinaus wird die Keramik vorgestellt, woraus ein fortgeschrittener Grad der Romanisierung dieser alamannischen Oberschicht erschlossen werden kann. Die Studie bildet die Basis für alle weiteren kulturgeschichtlichen Auswertungen nicht nur zur Höhensiedlung auf dem Zähringer Burgberg, sondern auch zu den ländlichen Siedlungen in der Breisgauebene.

Michael Hoeper hat in seinem Beitrag alle frühalamannischen und merowingerzeitlichen Fundstellen, Siedlungen und vor allem Gräberfelder, registriert, ihre Verbindung zu den Ortsnamen analysiert und die Lage der Friedhöfe innerhalb der seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts überlieferten Gemarkungsgrenzen beschrieben. Der Gang der Besiedlung ist für den gesamten Breisgau an der Abfolge der Ortsnamen und über die Reihengräber zu beschreiben. Auffällig ist die Beziehung zwischen den Orten auf -heim und den ehemals römischen Siedlungszentren. Außerdem wird das alte Modell des Besiedlungsbildes, dass die Siedlungen an der gleichen Stelle wie die heutigen Dörfer bestanden, ersetzt durch ein differenziertes Modell.

Hugo Steger greift eine aus dem 19. Jahrhundert überkommene Fehlinterpretation des Ortsnamens Riegel am Kaiserstuhl auf. Im Einklang mit zahlreichen lateinischen, altitalienischen und bairischen Belegen erweist sich das frühalthochdeutsche (8.Jh.) Femininum riegula/reigula aus lat. regula für Riegel als eine lateinische Bezirksbezeichnung. Die Frage einer civitas in Riegel kann damit neu diskutiert werden. Nicht ein alter Ortsname, sondern die Bezirksbezeichnung wurde als neuer Ortsname übernommen. Eine intensive Neuinterpretation antiker Geographien und Reisehandbücher sowie archäologischer und flurnamenkundlicher Zeugnisse für die römischen Hauptstraßen im Bereich Breisach – Wolfenweiler – Umkirch – Riegel begründet die Hypothese, dass der alte Ortsname für Riegel [H]Elvetum war.

Nuber, Hans Ulrich, Schmid, Karl, Steuer, Heiko, Zotz, Thomas (Hrsg.)

Freiburg 1091-1120
Neue Forschungen zu den Anfängen der Stadt

Archäologie und Geschichte – Freiburger Forschungen zum ersten Jahrtausend in Südwestdeutschland, Band 7

Die in Freiburg erst vor wenigen Jahren in Gang gekommene archäologische Erforschung des Stadtgrundes und der frühen Siedlungselemente, die vor allem in den Kellerbereichen von später neu errichteten Bauten erhalten blieben, hat die Diskussion um die Entstehung Freiburgs und um die Frühzeit der von den Zähringern begründeten städtischen Siedlung neu aufleben lassen. Die ältere Auffassung, die meinte, man halte mit dem berühmten Marktprivileg Konrads von Zähringen aus dem Jahre 1120 den urkundlichen Beweis für eine planmäßig durchgeführte Gründung der Stadt auf weitgehend unvorbereitetem Gelände in der Hand, sieht sich nun wieder mit der gegenteiligen, durch die archäologischen Befunde gestützten Ansicht konfrontiert, die die Entstehung Freiburgs als einen zeitlich gestreckten Vorgang zu deuten geneigt ist. Damit aber tritt auch das andere, von den Marbacher Annalen überlieferte, durch Eduard Heycks frühes Verdikt nie recht ernst genommene »Gründungsjahr« Freiburgs, nämlich 1091, wieder in das Blickfeld des Interesses. Es zwingt dazu, die Frage nach den Anfängen statt nach dem Anfang - von Markt und Stadt zu stellen. Diesen Versuch unternahm im »Jubiläumsjahr« 1991 die im vorliegenden Band vereinigte, vom Historischen Seminar der Universität und vom Stadtarchiv Freiburg veranstaltete Reihe von sieben Vorträgen. Es zeigte sich: Seit spätrömischer Zeit bot der gut strukturierte, durch Verkehrswege erschlossene weitere Raum um Freiburg günstige Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Nutzung und intensive Besiedlung und damit für die Entstehung stadtähnlicher Zentren mit zentralörtlichen Funktionen wie Breisach, Sasbach, Riegel und die befestigte Großsiedlung auf dem Zähringer Burgberg. Seit den 1090er Jahren lagen die politischen Voraussetzungen vor für eine Konsolidierung der wirtschaftlichen Prosperität mit der Anlage einer jetzt archäologisch nachgewiesenen, unter dem Schutz der Burg auf dem Schloßberg stehenden Siedlung. Die Marktprivilegierung von 1120 schloß die vorausgegangene Phase organisatorisch und rechtlich ab. Auf diesem Fundament bildete sich der herrschaftliche Markt zur mittelalterlichen Stadt aus, deren sozial- und verfassungsgeschichtliche Entwicklung in den ersten anderthalb Jahrhunderten zwar im ganzen nur umrißartig, gelegentlich aber, vor allem im Hinblick auf die führenden Familien, unerwartet detailliert dargestellt werden kann.

Schmölder-Veit, Andrea, Schröder-Griebel, Nele (Hrsg.)

Lebendiger Gips
150 Jahre Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke München

Das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke München feiert sein 150-jähriges Bestehen. Mit rund 2.000 Exponaten ist das Museum eine der größten Abguss-Sammlungen Deutschlands.
Zu diesem Jubiläum Anlass präsentiert das Museum eine große Sonderausstellung mit umfangreichen Begleitband. Naturgemäß geht der Blick dabei zum einen zurück auf die wechselvolle Sammlungs-Geschichte, die hierfür erstmals vollständig aufgearbeitet und dargestellt wird.
Zum anderen wird mit dem Begleitband die Frage beantwortet: Warum sammelt man Abgüsse? Und hierauf gibt es nicht nur eine Antwort: Abgüsse dienen auf vielfältige Weise der archäologischen Forschung und Lehre und sind wertwolle Instrumente in der Didaktik.

Kahlke, Ralf-Dietrich (Hrsg.)

Das Pleistozän von Untermassfeld bei Meiningen (Thüringen)

Monographien des RGZM, Band 40.3

Teil 3 der Monographie enthält die Bearbeitungen des spektakulären Feliden-Materials von Untermaßfeld, das Jaguar, Gepard, Puma, Luchs sowie Dolch- und Säbelzahnkatze umfasst. In dem reich illustrierten Band sind Untersuchungsergebnisse zu Insektenfressern, Hasenartigen und Nagetieren, Studien zu Herbivoren-Osteophagie und zu Kleinsäuger-Nagespuren sowie Ergebnisse von Paläotemperatur-Bestimmungen enthalten. Es schließt sich eine umfangreiche Darstellung der Entstehungsgeschichte des Fossilvorkommens sowie der Paläoökologie und Biostratigraphie des Frühpleistozäns von Untermaßfeld an. Beigegeben sind 15 Grabungspläne zur Dokumentation der über mehr als zwei Jahrzehnte geführten Grabungsarbeiten. Die Beiträge sind in deutscher oder englischer Sprache verfasst, sie verfügen jeweils über eine ausführliche englische Zusammenfassung.

Kahlke, Ralf-Dietrich (Hrsg.)

Das Pleistozän von Untermassfeld bei Meiningen (Thüringen)

Monographien des RGZM, Band 40.2

In Fortsetzung des 1997 erschienenen Teils 1 der Monographie werden in Teil 2 neue Forschungsergebnisse einer internationalen Arbeitsgruppe (Koordination R.-D. Kahlke) zur frühpleistozänen Fossilfundstelle Untermaßfeld behandelt. Der Band beinhaltet die Forschungsgeschichte 1989 bis 1996 sowie Abhandlungen zum geologischen Bau des Vorkommens sowie zur Entstehung der ungewöhnlichen Anreichung von Skelettresten, zur Methodik der osteologischen Präparation und Konservierung, zu Cerviden-Neufunden und Hippopotamus-Schädelresten, außerdem die Bearbeitungen des Gesamtmaterials der Rhinocerotiden, Equiden, Elephantiden, Caniden,

Ursiden, Musteliden und Hyaeniden sowie entsprechender Funde von Koprolithen. Die wiederum reich bebilderten Beiträge sind in deutscher oder englischer Sprache verfasst, sie verfügen jeweils über eine ausführliche englische Zusammenfassung.