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Das Neuenbürger Erzrevier
Ein Wirtschaftsraum im Nordschwarzwald während der Späthallstatt- und Frühlatènezeit
Keltische Schmelzmeister produzierten während des 6. und 5. Jahrhunderts v. Chr. im Nordschwarzwald in großem Stil Eisen. Auf dem Neuenbürger Schlossberg waren bereits in den 1930er Jahren Siedlungsspuren der frühen Eisenzeit entdeckt und mit dem nahegelegenen Erzrevier in Zusammenhang gebracht worden – der tatsächliche Umfang der bergbaulichen Nutzung der Region konnte aber erst durch ein Forschungsprojekt in den Jahren 2004 bis 2011 erfasst werden. Systematische Prospektionen in den Wäldern um Neuenbürg brachten umfangreiche Relikte der keltischen Metallproduktion und -verarbeitung zutage. Ausgrabungen an sechs der über 80 erfassten Verhüttungsplätze belegen, dass in einem etwa 5 × 6 km großen Gebiet über einen begrenzten Zeitraum während der späten Hallstatt- und frühen Latènezeit eine zentral organisierte und hoch spezialisierte Eisenproduktion betrieben wurde. Die außergewöhnlich gut erhaltenen Verhüttungsplätze gehören zu den ältesten Nachweisen der Eisentechnologie nördlich der Alpen und sind ein über Baden-Württemberg hinaus bedeutendes montanarchäologisches Denkmal.



