Maria Effinger , Karin Seeber (Hrsg.)

"Es ist schon eine wunderbare Zeit, die ich jetzt lebe"
Die Heidelberger Gelehrte Marie Luise Gothein (1863–1931). Eine Ausstellung der Universitätsbibliothek Heidelberg

Schriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, Band 14

Marie Luise Gotheins "Geschichte der Gartenkunst" erschien 1914 und ist bis heute ein Standardwerk. In Preußen geboren, verdankte sie ihrem Mann, dem Nationalökonom und Kulturwissenschaftler Eberhard Gothein, ihr akademisches Leben in Karlsruhe, Bonn und Heidelberg. Früh emanzipierte sich die Mutter von vier Söhnen jedoch mit eigenen anglistischen Studien und Übersetzungen. Die Stadt am Neckar wurde der Autorin zur "dritten letzten Heimat". Briefe und Texte von Max und Marianne Weber sowie von Edgar Salin belegen Gotheins Beitrag zum "Heidelberger Geist".
Jedoch sind dies nur Facetten einer vernachlässigten Persönlichkeit der deutschen Wissenschaftsgeschichte. Neben den Gärten beschäftigten sie religions- und kulturhistorische Fragen, später wandte sie sich dem asiatischen Kulturkreis zu und lernte Sanskrit, um das indische Drama zu erforschen. Für ihre Studien reiste sie nach England, Italien, Griechenland, Indonesien, China und Japan. Der Katalog zur Ausstellung stellt Gotheins Leben, Werk und Reisen in einer Gesamtschau vor.

Laura Henkelmann

Der "Kalendrier la Royne" des Wilhelm von Saint-Cloud
Edition und lexikalische Analyse

Das Kalendarium Regine, den der Pariser Astronom Wilhelm von Saint-Cloud im Jahr 1296 im Auftrag der Königin Marie von Brabant erstellte und wenige Jahre später als Kalendrier la Royne ins Altfranzösische übersetzte, dokumentiert auf eindrückliche Weise die Öffnung der mittelalterlichen Wissenschaft von einer reinen Klerikalkultur hin zu einer Laienkultur. Indem der Kalendrier einerseits den Wissensstand der Astronomie und Komputistik um 1300 reflektiert, andererseits aber auch von einem ausführlichen didaktischen, als Gebrauchsanleitung fungierenden Kommentar begleitet wird, offenbart er den Naturwissenschaft und Alltagspraxis verbindenden Stellenwert des mittelalterlichen Kalenderwesens.

Maria Effinger , Kerstin Losert (Hrsg.)

"Mit schönen figuren"
Buchkunst im deutschen Südwesten

Schriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, Band 15

Der Übergang vom handgeschriebenen zum gedruckten Buch vollzog sich zwischen der Mitte des 15. Jahrhunderts und der Zeit um 1500 nach und nach. Über ein halbes Jahrhundert existierten beide Buchformen nebeneinander. Das Spektrum der Beziehungen von Handschrift und Druck reicht von der reinen Imitation über wechsel- und gegenseitige Beeinflussungen bis hin zur Konkurrenz der technischen und funktionalen Ausdrucksmittel.

Im Mittelpunkt von Katalog und Ausstellung steht der bildkünstlerische Buchschmuck für spezifische Textgattungen: Mit dem Pinsel gemalte Ranken und Bordüren, figürliche Federzeichnungsillustrationen und Deckfarbenminiaturen stehen Holzschnittfolgen und gedruckten Vignetten gegenüber.

Die Ausstellung führt den Besucher anhand ausgewählter Beispiele aus den Sammlungen der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart und der Universitätsbibliothek Heidelberg in die Jahre zwischen 1430 und 1530. Neben dem Wechselspiel von technisch-kulturellem Medienwandel und dem jeweils konkreten Erscheinungsbild des Buches wird auch die Rolle der Auftraggeber, Käufer und Besitzer beleuchtet. Sie beeinflussten oftmals die Darstellungsformen und -inhalte des Buchschmucks maßgeblich, galten Bücher doch auch als Repräsentationsobjekte.

Lukas Ruprecht Herbert

Die akademische Gerichtsbarkeit der Universität Heidelberg
Rechtsprechung, Statuten und Gerichtsorganisation von der Gründung der Universität 1386 bis zum Ende der eigenständigen Gerichtsbarkeit 1867

Von der Gründung der Universität bis ins ausgehende 19. Jahrhundert existierte in Heidelberg eine akademische Gerichtsbarkeit. Bekanntestes Relikt ist heute der Karzer, das Studentengefängnis. Allerdings waren der akademischen Gerichtsbarkeit  nicht nur Studenten unterworfen, sondern auch Professoren, Hausangestellte von Universitätsmitgliedern und bestimmte Handwerker. Zuständig für alle Rechtsgebiete, waren die Fälle, die vor dem akademischen Gericht verhandelt wurden, vielfältig und die Kompetenzen durchaus weitreichend. Mindestens in einem Fall verhängte das Gericht die Todesstrafe.

Walter Rings

Die altlothringische Übersetzung der Ezechielhomilien Gregors I. des Großen (Codex Bernensis 79)
Edition und Analyse

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wurden im Raum Metz die Ezechielhomilien Gregors I. des Großen ins Altfranzösische, genauer: Altlothringische übersetzt. Damit liegt eines der äußerst raren literarischen Zeugnisse des Altlothringischen vor. Die hier vorgelegte Edition verfolgt vor allem linguistische Ziele: Mit ihrem ausführlichen Glossar, den Grammatikkapiteln und den Scripta-Untersuchungen möchte sie einen Beitrag zur noch sehr lückenhaften Erforschung des Altlothringischen leisten. Daneben versuchen Exkurse zu Ezechiel, zu Gregor und zum mehrfachen Schriftsinn, die Homilien und ihren Autor auch in ihren geschichtlichen Kontext zu situieren und die Auslegungsmethode Gregors zu erhellen.

Ulrich Blanché (Hrsg.)

Art the Ape of Nature
Eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 8

„Art the Ape of Nature – das Affenmotiv in der zeitgenössischen Kunst“ war Titel eines Mittelseminars am Institut für Europäische Kunstgeschichte in Heidelberg, dessen Ergebnis in der Schau „Art the Ape of Nature – Eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst“ im Universitätsmuseum in Heidelberg 2013 zu sehen war. Im Seminar „Art the Ape of Nature – das Affenmotiv in der zeitgenössischen Kunst“ wurden in jeder Sitzung namhafte Vertreter der Neuesten Kunstgeschichte hinsichtlich ihres Umgangs mit dem Motiv des Affen diskutiert. Darunter waren der britische Nachkriegsmaler Francis Bacon, die politaktivistische Schriftfotografin Barbara Kruger, der Readymade-Kitschkünstler Jeff Koons, der expressive „Maleraffe“ Jörg Immendorff, die feministischen Aktions- und Plakatkünstlerinnen Guerilla Girls oder der Street „Artivist“ Banksy. Zudem wurde die Rolle etwa von Gorillas, Schimpansen und Pavianen in Darwin-Karikaturen des 19. Jahrhunderts sowie in heutigen Evolutionskarikaturen oder in Musikvideos von Bloodhound Gang, Peter Fox oder Modeselektor untersucht. Auch dem Darwinisten und Spiritisten Gabriel von Max, der exotischen Affenmalerei des „Naiven“ Henri Rousseau oder dem Dadaisten Francis Picabia wurde je eine Sitzung gewidmet, wie dem weniger bekannten Bildhauer Hugo Reinhold (gestorben 1900) oder dem Young British Artist Angus Fairhurst.

Für die Ausstellung konnten wir Künstler aus London, München und Wien gewinnen, die nicht nur wie Anja Priska oder Gerd Dengler Werke für unsere Ausstellung zur Verfügung stellten, sondern sich wie Larissa Kopp, Eva Blanché und Florian Aschka anlässlich „Art the Ape of Nature“ mit dem Motiv des Affen auseinandersetzten und neue Arbeiten explizit für die Ausstellung schufen.

Eva Ferro , Tino Licht , Kirsten Wallenwein (Hrsg.)

Artefakte früher Mainzer Schriftkultur

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 12

Die markante frühmittelalterliche Überlieferung von Mainz bietet trotz hoher Verluste genügend Material, um alte Quantität und Qualität zu erkennen. Ausgehend von ihren Überresten, den Authentiken, hatte das Teilprojekt A08 am SFB 933 «Materiale Textkulturen» die Idee einer kleinen Ausstellung. Das Vorhaben hat Unterstützung durch das Dommuseum erfahren und ist zur Sonderausstellung «In Gold geschrieben» angewachsen, zu der ein umfangreicher Katalog erschienen ist. Auf Grundlage der dortigen Beiträge dokumentiert dieses Themenheft Artefaktbeschreibungen, die Materialien bis zur späten Karolingerzeit betreffen. Die Auswahl bietet einen virtuellen Rundgang durch die frühe Mainzer Schriftkultur.

Lukas Cladders , Isabella Löhr , Dominik Schaller (Hrsg.)

Ausgezeichnet!
Heidelberg und seine Nobelpreisträger. Begleitbroschüre zur Ausstellung im Universitätsmuseum Heidelberg

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 6

Die Vergabe der Nobelpreise in den Bereichen Physik, Chemie, Medizin, Literatur, Wirtschaft und Frieden wird alljährlich mit großer Spannung erwartet. Oft bieten die Entscheidungen der Nobelpreis-Jury Anlass zu emotionalen Debatten. Der Nobelpreis ist mehr als nur ein Wissenschaftspreis. Er ist die begehrteste Auszeichnung überhaupt. Wissenschaftler, denen der schwedische König im Rahmen einer prunkvollen und weltweit beachteten Nobelpreiszeremonie Medaille und Diplom überreicht, gelten als die herausragenden Vertreter ihrer Disziplin. In der Geistes- und Wissenschaftsgeschichte erlangen die Preisträger Unsterblichkeit.

Zsolt Vasáros und Christian Witschel

Castrum Virtuale
Rekonstruktion eines spätantiken Fundorts am Plattensee. Eine Ausstellung in Gedenken an Prof. Géza Alföldy

Orsolya Heinrich-Tamáska , Roland Prien (Hrsg.)
Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 14

Im vierten Jahrhundert nach Christus wurde auf dem Boden der römischen Provinz Pannonien in Keszthely-Fenékpuszta eine 15 ha große Festung errichtet. Die bisherigen archäologischen Untersuchungen am Westufer des Plattensees haben Wehr- und Monumentalbauten sowie zahlreiche Gräber aufgedeckt. Sie bieten Einblicke in die über 300 Jahre fortdauernde Besiedlungsgeschichte dieses Platzes.

Im Begleitheft zur Ausstellung werden die Ergebnisse der 2009 begonnenen deutsch-ungarischen Ausgrabungen vorgestellt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Möglichkeiten der Visualisierung der untersuchten Bauten in Form von 3D-Rekonstruktionen, Lebensbildern und Modellen.

Elise Wintz

Charles VII et le conseil municipal rouennais
Communication, négociations, légitimité

En octobre 1449, Charles VII et ses hommes étaient aux portes de Rouen, prêts à mettre à siège la ville dont le roi se disait le seigneur légitime puisqu’il se voulait, et avait été sacré, roi de France. Ses prétentions à la couronne, et ainsi au contrôle de Rouen, étaient cependant contestées par son rival, Henri VI, roi d’Angleterre, lui aussi roi de France, un titre hérité de son père, Henri V. Après trente ans sous contrôle Lancastre, comment les Rouennais ont-ils accueilli Charles VII et comment les a-t-il convaincus de sa légitimité royale ? En s’appuyant sur les sources du conseil municipal rouennais, ce livre propose une analyse des relations roi-sujet à Rouen de 1449 à la mort du roi en 1461.

Lajos Berkes , Laura Willer (Hrsg.)

Christen und Muslime am Nil
Zusammenleben im früharabischen Ägypten. Begleitheft zur Ausstellung im Universitätsmuseum Heidelberg vom 28. April bis 16. Juli 2017

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 13

Mit der arabischen Eroberung Ägyptens änderte sich zunächst wenig für die einheimische Bevölkerung.

Die Ausstellung "Christen und Muslime am Nil" (28. April - 16. Juli 2017) im Universitätsmuseum Heidelberg zeigte anhand griechischer, koptischer und arabischer Papyri und archäologischer Objekte Veränderungen und Kontinuitäten innerhalb der früharabischen Zeit Ägyptens im Vergleich zur ausgehenden byzantinischen Epoche. Untersucht wurden unter anderem Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Glaube und Jenseitsvorstellungen, das Alltagsleben mit seinen Aspekten Ernährung und Kleidung sowie Veränderungen in den Verwaltungsstrukturen.

Maria Effinger , Carla Meyer , Christian Schneider (Hrsg.)

Der Codex Manesse und die Entdeckung der Liebe
Eine Ausstellung der Universitätsbibliothek Heidelberg, des Instituts für Fränkisch-Pfälzische Geschichte und Landeskunde sowie des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg zum 625. Universitätsjubiläum

Schriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, Band 11

Saget mir ieman, waz ist minne? Diese Frage des Dichters Walther von der Vogelweide nach dem Wesen der Liebe beschäftigte seit dem hohen Mittelalter fahrende Sänger, Adlige und sogar Kleriker. Wie in einer Vielzahl von Texten und Bildern immer neu reflektiert wurde, konnte es einem Ritter nicht mehr genügen, die von ihm begehrte Dame zu besitzen. Er wollte vielmehr ihr Herz erobern. Die vielstimmige Entdeckung des Themas 'Minne' als erotischer Liebe zwischen Mann und Frau beeinflusste nicht nur das Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Sie wandelte auch das Selbstverständnis des Adels und die Umgangsformen innerhalb der höfischen Gesellschaft.
Die Lieder und Bilder im Codex Manesse fangen diesen Wandel exemplarisch ein. In einzigartiger Weise versammelt die großformatige Prachthandschrift den staufischen wie auch den nachklassischen Minnesang in seiner ganzen Gattungs- und Formenvielfalt. Die Miniaturen zu den Dichtern mit ihren Darstellungen höfischer Szenen, Festlichkeiten und Turniere prägten nachhaltig das moderne Bild des ritterlichen Mittelalters. Dabei ist der Codex Manesse selbst bereits als Rückblick zu deuten: Er wollte die allmählich verklingenden, zuvor nur mündlich überlieferten Lieder erstmals schriftlich zusammentragen; viele Texte wären ohne diese Niederschrift heute verloren.
Am Beispiel des Codex Manesse und weiterer wertvoller Handschriften und Drucke aus den Tresoren der Universitätsbibliothek Heidelberg illustriert der Katalog die Entdeckung der Liebe im hohen Mittelalter.

Weitere Informationen und „Virtuelle Ausstellung“.

Benjamin Held et al. (Hrsg.)

Corona als Riss
Perspektiven für Kirche, Politik und Ökonomie

FEST kompakt – Analysen – Stellungnahmen – Perspektiven , Band 1

In kaum vorstellbarer Weise hat die Corona-Pandemie unseren Alltag, die Politik und die Wirtschaft verändert. Selbstverständliches ist ausgesetzt – die lebensweltliche Kontinuität hat Risse bekommen. Manche wirken entlarvend, andere führen zu Brüchen oder werden nur mühsam zusammengehalten. Persönliche Möglichkeiten sind eingeschränkt, in der Hoffnung, die Pandemie zu beherrschen. Alternativen – nicht selten Notlösungen – entwickeln sich zu neuen ‚Normalitäten‘. Wie können wir auf die Pandemie und die mit ihr verbundenen Probleme und Dilemmata reagieren, wie sich auftuende Chancen nutzen? Die Autorinnen und Autoren entwickeln Perspektiven für die Zeit mit und nach Corona.

Wiebke Beushausen

Dirty Skirts
Body Politics and Coming-of-Age in Feminist Fiction of the Caribbean Diaspora

Der karibisch-diasporische Coming of age-Roman setzt sich kritisch mit dem Verhältnis von Körper, Subjekt und Gesellschaft auseinander. Die literaturwissenschaftliche Studie untersucht Form und Funktion dieser Gattung als post- und dekoloniale Neuperspektivierung des Bildungsromans. Sie analysiert Repräsentationen hegemonialer und subversiver Körperpolitiken und -diskurse unter kolonialen, postkolonialen und migrantischen Bedingungen in den Romanen von Angie Cruz, Edwidge Danticat, Ramabai Espinet und Makeda Silvera. Ihre Werke erzählen von adoleszenten, mütterlichen, homoerotischen, widerspenstigen, verletzlichen oder rebellischen Körpern. Das vorliegende Buch zeigt auf, wie feministisches, politisches Schreiben marginalisierten Körpern, Identitäten und Geschichten Sichtbarkeit verschafft.

Der Gegenstand dieses Buches, Körper in migrantischen Kontexten, ist von aktueller und höchst politischer Relevanz. Sich bewegende Körper sind gewiss kein neues Phänomen. In Anbetracht des  Widerspruchs zwischen grenzfreien globalen Märkten und frei beweglichem Kapital einerseits und gleichzeitig steigender Kontrolle ganz  bestimmter Körper an sehr realen Grenzen andererseits haben sich die Bedeutungszuschreibungen dieser Köper stark verändert. Die in den Romanen beschriebenen Körper erfüllen eine soziale, kulturelle und historische Funktion. Sie imaginieren und dokumentieren politische Diskurse unserer Zeit.

Jonas Kratzke , Vincent Heuveline (Hrsg.)

E-Science-Tage 2017
Forschungsdaten managen

Abstract:

Die Möglichkeiten des digitalen Forschens beflügeln gleichsam Methodik, Vernetzung und Erkenntnisgewinn in der Wissenschaft. Moderne Informationssysteme fördern insbesondere die Entwicklung innovativer Forschungsmethoden, unterstützen virtuelle Kollaboration und erhöhen den Wert von Daten für den Forschungsprozess. Der vorliegende Tagungsband zu den E-Science-Tagen 2017 gibt einen Einblick in aktuelle Entwicklungen für das Management von Forschungsdaten. Vorgestellt werden zukunftsweisende fachspezifische Ansätze neben innovativen institutionellen Lösungen für die Handhabung, die Publikation und die Archivierung von Forschungsdaten.

Keywords: Forschungsdaten; Forschungsdatenmanagement; E-Science; Digitalisierung; Proceedings

Vincent Heuveline , Fabian Gebhart , Nina Mohammadianbisheh (Hrsg.)

E-Science-Tage 2019
Data to Knowledge

Die Digitalisierung bietet ein neues, effizientes Hilfsmittel, den wissenschaftlichen Fortschritt zu unterstützen. In nahezu allen Bereichen lassen sich mit Hilfe moderner Informationssysteme Forschungsdaten digital archivieren und bei Bedarf leichter wiederverwenden. In der heutigen Zeit, in der das kollektive Wissen ein enormes Ausmaß angenommen hat, ist die Systematisierung von Forschungsdaten zwingender denn je erforderlich. Die E-Science-Tage 2019, aus denen dieser Tagungsband hervorgegangen ist, haben neue Wege der Verarbeitung von Forschungsdaten aufgezeigt und durch den regen Austausch von Erfahrungen und Innovationen die digitale Wissenschaft weiter vorangetrieben.

Nils Steffen , Cord Arendes (Hrsg.)

Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben
Osteuropäische Juden in der Republik Baden (1918–1923)

Rund 10 Millionen Menschen sind nach dem Ersten Weltkrieg in Europa auf der Flucht. Unter ihnen „Ostjuden“, die vor den mörde­rischen Pogromen in ihren osteuropäischen Heimatländern nach Westen fliehen – Sehnsuchtsziel USA. Doch die Vereinigten Staaten schließen ihre Grenzen. Die Fluchtroute über die deutschen Auswandererhäfen Hamburg und Bremen wird zu einer Sackgasse für viele Geflüchtete. Tausende dieser Gestrandeten suchen ihr Glück in Baden.

Sie kommen an in einem Land, das vom Krieg gezeichnet und politisch zerrissen ist. In einem Land, das für die eigene Bevölkerung kaum genug zu essen, Wohnungen und Arbeitsplätze hat. In einem Land, das nach „Schuldigen“ sucht und sie vielfach in der jüdischen Bevölkerung zu finden glaubt. Die neu ankommenden jüdischen Geflüchte­ten sind deshalb vielen unerwünscht.

Studierende der Universität Heidelberg haben in Archiven recherchiert und versucht, Lebens­wege „lästiger Ausländer“ zu rekonstruieren sowie den Umgang der deutschen Gesell­schaft und der Behörden mit den Geflüchteten zu untersuchen. Der Band vereint ihre For­schungsergebnisse und ausgewählte Quellen aus zeitgenössischen Akten, Briefen, Parla­mentsdebatten und Zeitungsartikeln.

Christoph J. Hagemann

Geschichtsfiktion im Dienste territorialer Macht
Die Chronik von den 95 Herrschaften des Leopold von Wien

Im Zentrum dieser Arbeit steht die sogenannte Österreichische Chronik von den 95 Herrschaften des Leopold von Wien, die dieser Ende des 14. Jahrhunderts in volkssprachlicher Prosa für Herzog Albrecht III. verfasste. Ihre Merkwürdigkeit besteht in einer 95 Fürsten zählenden, zu einem großen Teil fiktiven Herrschersukzession, mit der der Verfasser die österreichische Geschichte von der biblischen Patriarchenzeit bis in seine Gegenwart heraufführt. Angesichts der Überlieferung in mehr als 80 teilweise illuminierten Handschriften, Bearbeitungen und einer erheblichen Rezeption fragt man sich: Wie konnte es zu so einem historiographischen Unfall kommen und wieso war er allem Anschein nach auch noch so beliebt?

Ute Hennige , Ulambayar Badarch , Andreas Eickhorst und Manfred Cierpka

gesund – beschützt – geborgen
Frühe Hilfen für Familien – ein Projekt zur psychosozialen Prävention für junge Eltern in schwierigen Lebenslagen in Ulaanbaatar/Mongolei (2013-2017)

Wie lassen sich junge Mütter und Väter in Gesellschaften im Umbruch in der kritischen Lebensphase des Übergangs in die Elternschaft unterstützen, wenn das  Erlernen und Aktivieren elterlicher Kompetenzen durch Anschauung und Tun im Alltagskontext nicht mehr gewährleistet ist?

Grundlage des Projekts gesund – beschützt – geborgen bildete das von Manfred Cierpka und seinem Team entwickelte Präventionsprogramm Das Baby verstehen. In einer explorativen Studie in der Mongolei wurden die Bedingungen für den Transfer sowie die Akzeptanz des Programms bei jungen Eltern in der Hauptstadt Ulaanbaatar untersucht.

Theresa Ruperti Repilado

La grand et la parfit overaigne de geomancie
Edition und lexikalische Analyse der ersten "Parcel" nach der Handschrift Oxford, Bodleian Library, Ashmole 398

Die Divinationstechnik der Geomantik stellte eine sich im Mittelalter enormer Beliebtheit erfreuende Wissenschaft dar, die ihre Daseinsberechtigung aus der Nähe zur Astronomie schöpfte.

Als einer der wichtigsten Autoren einer mittelalterlichen Geomantik ist der flämische Geistliche Wilhelm von Moerbeke anzusehen. Sein wahrscheinlich 1269 verfasster lateinischer Geomantiktraktat wurde Mitte des 14. Jahrhunderts ins Französische übersetzt. Die vorliegende Arbeit umfasst neben einer kritischen Textedition und umfassenden lexikalischen Analyse des ersten Teils dieser altfranzösischen Übersetzung allerhand Rahmeninformationen zu Text, Sachgegenstand und Sprache, um ein tiefes Textverständnis zu ermöglichen.