Ines-Jacqueline Werkner, Lotta Mayer, Madlen Krüger (Hrsg.)

Wege aus dem Krieg in der Ukraine
Szenarien - Chancen - Risiken

FEST kompakt – Analysen – Stellungnahmen – Perspektiven , Band 5

Ausgehend von sechs Szenarien, die verschiedene Formen und Wege der Beendigung des Krieges in der Ukraine skizzieren, diskutieren die Autorinnen und Autoren dieses Bandes deren jeweilige Chancen und Risiken. Verhandelt werden zentrale Fragen von Sieg, Niederlage und Verhandlungsfrieden. Die verschiedenen Szenarien werden völkerrechtlich sowie in friedens- und rechtsethischer Perspektive reflektiert. Zudem richtet sich der Blick auf die gesellschaftliche Dimension des Krieges. Dieser reicht von Einblicken in die russische Zivilgesellschaft über die Rolle der Kirchen im Kriegsgebiet bis hin zu friedenspolitischen Fragen einer künftigen Annäherung und Verständigung.

Frederike van Oorschot, Selina Fucker (Hrsg.)

Framing KI
Narrative, Metaphern und Frames in Debatten über Künstliche Intelligenz

FEST Forschung, Band 2

In gesellschaftlichen, politischen und medialen Debatten kommt „Künstliche Intelligenz“ als Heilsbringer, Erweiterung oder Bedrohung des Menschen und Ähnliches in den Blick. Diese Beschreibungen konstruieren soziale Imaginationen, welche den Rahmen individueller und gesellschaftlicher Rede über KI bilden.

Der Band verbindet Fallstudien dieser Frames, Narrative und Metaphern mit einer Reflexion der damit verbundenen ethischen Fragen unter der Aufgabe einer imaginationssensiblen Ethik. Der Band bietet somit die erste interdisziplinäre Einführung in die Imaginationen Künstlicher Intelligenz aus der Medienwissenschaft, Kommunikations­wissenschaft, Linguistik, Filmwissenschaft und Medienethik.

Johannes Bosch, Jakob Fesenbeckh, Katja Patzel-Mattern (Hrsg.)

Studienbuch Körpergeschichte

Der Körper hat eine Geschichte: Diese Einsicht bildet den Ausgangspunkt für die Körpergeschichte und verwandte Ansätze aus verschiedenen geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen, die seit den 1970er-Jahren entwickelt und in den letzten Jahrzehnten für vielfältige Untersuchungen fruchtbar gemacht wurden.

Dieses Studienbuch stellt sechs theoretische Ansätze vor, mit deren Hilfe der Körper als historisch-kultureller Gegenstand begriffen werden kann. Neben einer Darstellung der Theorie und Methode wird jeweils an einem Quellenbeispiel vorgeführt, wie mit einem theoretisch informierten Zugriff Perspektiven auf den Körper in der Geschichte geschaffen werden können, die sich vom Alltagsverständnis abheben. Das Buch richtet sich an fortgeschrittene Studierende, die eine Abschlussarbeit mit einem körpergeschichtlichen Interesse planen und eine praxisorientierte Einführung in das theoriegeleitete Arbeiten suchen. 

Benjamin Held et al. (Hrsg.)

Coronafolgenforschung

FEST kompakt – Analysen – Stellungnahmen – Perspektiven , Band 3

„Im Anfang war der Riss“ – und es blieb nicht nur bei einem. Die sozialen, politischen, psychischen, juristischen, ethischen, ökonomischen, religiösen und kirchlichen Coronafolgen werden lebende und Generationen noch jahre-, wenn nicht jahrzehntelang herausfordern. Die wissenschaftliche, literarische, ästhetische und schlicht diskursiv alltägliche Verarbeitung dieser Widerfahrung, jenes „kollektiven Traumas“, wird dauern. Vor diesem Hintergrund nehmen die Autorinnen und Autoren im vorliegenden Band – anschließend an den ersten FEST kompakt-Band – die komplexe Thematik der Coronafolgenabschätzung aus verschiedenen disziplinären Perspektiven in den Blick.

Ines-Jacqueline Werkner, Madlen Krüger, Lotta Mayer (Hrsg.)

Krieg in der Ukraine
Hintergründe - Positionen - Reaktionen

FEST kompakt – Analysen – Stellungnahmen – Perspektiven , Band 4

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine stellt die bislang größte Gefährdung des Friedens in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges dar. Aber noch viel mehr: Der militärische Einmarsch am 24. Februar 2022 markiert eine Zäsur in der europäischen Friedens- und Sicherheitsordnung, geht es Putin doch nicht nur um eine Ausweitung seines Einflusses in Osteuropa, sondern um die Etablierung einer neuen Weltordnung. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes geben Einblicke in die Hintergründe und die Konfliktkonstellation, nehmen friedensethische und kirchliche Positionen in den Blick und beleuchten Reaktionen des Westens auf den Krieg in der Ukraine.

Vincent Heuveline, Nina Bisheh (Hrsg.)

E-Science-Tage 2021
Share Your Research Data

Durch die offene Bereitstellung von Forschungsdaten profitieren Wissenschaftler:innen ungemein: vorhandene Datensätze können wiederverwendet und die Effizienz des wissenschaftlichen Fortschritts gesteigert werden. Der Datenaustausch schafft mehr Transparenz, macht die Zusammenarbeit effizienter und kann als Qualitätssicherungsmaßnahme betrachtet werden.

Im Rahmen der E-Science-Tage 2021 wurden die Bedeutung, die Risiken und die Vorteile der gemeinsamen Nutzung von Forschungsdaten erörtert. Der vorliegende Tagungsband ist eine Sammlung von Vorträgen und Postern zum Thema „Share Your Research Data“.

Lisa Horstmann

Ikonographie in Bewegung
Die Überlieferungsgeschichte der Bilder des ›Welschen Gastes‹

Wie werden mittelalterliche Bücher mit Bild und Text überliefert und wie verändern sich diese im Laufe der Kopierprozesse? Der Frage geht dieses Buch nach und untersucht die Bildüberlieferung des ›Welschen Gastes‹ aus kunsthistorischer Perspektive mit Hilfe philologischer Ansätze. Der ›Welsche Gast‹ ist ein mittelhochdeutsches Lehrgedicht, das 1215/1216 von dem italienischen Kleriker Thomasin von Zerklaere verfasst wurde. Ein Großteil der heute in 24 Kopien überlieferten Handschrift ist mit einem Bilderzyklus ausgestattet worden. In diesem Buch werden Struktur und Genese des Bilderzyklus sowie die Veränderung innerhalb der knapp 250-jährigen Überlieferung analysiert.

Ulrich Blanché (Hrsg.)

Stencil Stories
A Stencil History of Street Art / Geschichte des Schablonen-Graffiti

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 15

Banksy ist heute einer der bekanntesten Künstler. Die Ursprünge seiner bevorzugten Technik, des Schablonengraffiti, blieben bislang weitgehend unerforscht. Ihrer Geschichte widmet sich „Stencil Stories“. Beginnend 1870, wird eine Linie von Gebrauchsschablonen über Propaganda- und Widerstandsschablonen vor 1945, Protestschablonen des Mai 1968, Künstlerschablonen der Pop Art und Konzeptkunst, Schablonen des Punk und der Pochoiristen bis hin zu Street-Art-Schablonen und Banksy gezogen. Behandelt werden u. a. Blek Le Rat, John Fekner, David Wojnarowicz, Vhils, Alex Vallauri, C215, Banksy oder Punkbands wie CRASS und The Clash. Studierende der Universität und der PH Heidelberg steuerten Texte bei.

F. C. Kohlenberger

Valses de l’université de Heidelberg für Klavier zu zwei Händen

Anastasia Eckert, Felicitas Julia Hübner, Fabienne Kathrin Knittel, Rüdiger Thomsen-Fürst (Hrsg.)

Die Valses de l’université de Heidelberg für Klavier zu zwei Händen sind das Werk von F. C. Kohlenberger (1814‒1895), der in Genf als Klavierhändler tätig war. Neben seinem Hauptberuf komponierte Kohlenberger und gab seine Werke im Selbstverlag heraus. Der Band enthält neben dem Notentext auch umfangreiche Kommentare, die sich der Biografie des Komponisten, der Geschichte des Walzers im 19. Jahrhundert sowie dem Tanz im akademischen Kontext der Universität Heidelberg widmen.

 

Stephan Nicolussi-Köhler (Hrsg.)

Change and Transformation of Premodern Credit Markets
The Importance of Small-Scale Credits

Kreditmärkte zur Mobilisierung großer Kapitalmengen sind kein modernes Phänomen. Schon im Mittelalter und Früher Neuzeit gab es gut funktionierende Kreditmärkte, die allerdings mehrheitlich dem Bedarf nach Kleinkrediten von Handwerkern, Bauern und Stadtbürgern – also dem Großteil der gesamten historischen Bevölkerung – dienten. Die in diesem Buch vorgestellten Studien konzentrieren sich auf Kreditmärkte in verschiedenen Regionen (England, Wales, Tirol, Norditalien, Deutschland, Niederlande). Die einzelnen Beiträge diskutieren, wie der Wandel der Akteure und die Transformation der Institutionen auf vormodernen Kreditmärkten den Zugang zu Kapital und die Praxis der Geldvergabe beeinflusst haben.

Adrian Kuhl, Silke Leopold, Dorothea Redepenning (Hrsg.)

Über das Marionettentheater (hinaus)
Musik und Puppen

Ausgehend von einem Symposium thematisiert der Band in verschiedenen Beiträgen das in seiner langen Historie vielfältige Verhältnis von Musik und Figurentheater. Einerseits steht die Aufführung von Oper mit Puppen im 18. Jahrhundert sowie musikalisiertes Figurentheater in der Mitte des 20. Jahrhunderts im Fokus, andererseits nimmt der Band die Integration von Figurenthematik in Sujet, Ästhetik und Inszenierung von Oper mit realen Sängerinnen und Sängern in den Blick. Ergänzt wird dieser Fokus durch einen historischen Rundgang zum Verhältnis von Puppen und Musik sowie durch einen Blick auf die Institutionalisierung von Puppenspiel in internationalen Organisationen am Beispiel der UNIMA und der UNESCO.

Benjamin Held, Frederike van Oorschot (Hrsg.)

Digitalisierung: Neue Technik – neue Ethik
Interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den Folgen der digitalen Transformation

FEST Forschung, Band 1

Neue Technik – neue Ethik? Der vorliegende Band, der im interdisziplinären Dialog an der FEST entstanden ist, fragt vor diesem Hintergrund in unterschiedlichen Wissenschafts- und Handlungsfeldern nach dem „Neuen“ in und durch digitale Technologien: Was ist das wirklich Neue? Entstehen neuartige Gegenstände, Werkzeuge, Wahrnehmungsformen, Erkenntnismittel, Fragestellungen, Akteure und/oder Kommunikationsformen? Ist überhaupt „Neues“ erkennbar oder setzen sich bestehende Fragestellungen in anderen Medien fort?

Zwischen den Beiträgen zeigen sich dabei vernetzende Linien, die – ähnlich wie Hashtags – einzelne Aussagen zu Fäden (Threads) miteinander verweben und so eine netzförmig verbundene Kartierung einer Debatte um Begriffe oder Phänomene ermöglichen. Dabei haben sich insbesondere drei thematische Verdichtungen herauskristallisiert:

 

  • #Berechenbarkeit #Überwachung #Steuerung #Freiheit #Demokratie
  • #Medienwandel #Wahrnehmung #Hermeneutik
  • #Anthropologie #Ethik #Theologie

Der Band stellt einen Beitrag zur notwendigen Debatte um die Gestaltung der digitalen Transformation dar und soll zum weiteren Nachdenken, Forschen und Diskutieren über neue Techniken und neue Ethiken im Kontext der Digitalisierung anregen.

Susan Richter (Hrsg.)

Amo te solo
Briefe der Kurfürstin Elisabeth Augusta an den Herzog Clemens Franz in Bayern 1743–1770

Im Jahr 2021 jährt sich der 300. Geburtstag von Elisabeth Augusta (1721–1794), Kurfürstin von der Pfalz. Als älteste Enkelin des Kurfürsten Carl Philipp wurde sie an ihrem 21. Geburtstag im Schloss Mannheim mit dem Erben der Kurwürde, Carl Theodor, verheiratet. Ihre jüngere Schwester, Maria Anna, wurde am gleichen Tag mit Clemens Franz von Paula, Herzog in Bayern, getraut. Elisabeth Augusta und Clemens Franz hatten sich im Vorfeld der Eheschließungen ineinander verliebt und über viele Jahre ein enges, vertrautes und auch erotisches Verhältnis gepflegt. Ihr Briefwechsel spiegelt die enge Bindung, reflektiert Pflichten und Grenzen, Langeweile und Hoffnungen, zeitweiligen Überdruss am Hofleben sowie ihr fürstliches Rollenverständnis. Es handelt sich dabei nicht um einen Austausch über gelehrte Inhalte oder ernste Kommentare zu politischen Entwicklungen, sondern um einen Blick in den fürstlichen Alltag, ein Stück Normalität. Dennoch erscheint gerade dieser umso spannender, da sich hier auch die privaten Handlungsspielräume fürstlicher Personen und die versteckte Sprache der Liebe und Leidenschaften offenbaren.   

Klaus Lieberz, Lucie Adamek, Bertram Krumm (Hrsg.)

Die Richtlinien-Psychotherapie
Expeditionen in einem dunklen Kontinent

Das Buch beschäftigt sich mit den bis heute ungelösten Fragen der Therapeutenwahl, der psychosomatisch-psychotherapeutischen/psychiatrischen Diagnostik, der Indikationsstellung und Differentialindikation hinsichtlich verschiedener psychotherapeutischer Verfahren, der Einschätzung der Krankheitsschwere und der prognostischen Aussichten unter den naturalistischen Bedingungen der psychotherapeutischen Praxis im Rahmen der Richtlinien-Psychotherapie. Das Buch berührt insbesondere die Interessen ärztlicher und psychologischer Psychotherapeuten. Die Verknüpfung von psychotherapeutischer Praxis und Forschung beinhaltet die Frage nach Art und Ausmaß der Qualitätssicherung in diesem Bereich.

Susanna Werger

Le Caractère destructeur dans l'art
Poétique, musique et performance des mouvements d'avant-garde autour de la première guerre mondiale

Die vorliegende Arbeit sucht nach Wiederholungen in der Geistesgeschichte der Avantgarde, um Momente der Kontinuität oder des Bruchs zu finden. Die Konzentration auf den gemeinsamen Nenner der Destruktivität dient dazu, eine zentrale Facette des Stils jener Zeit zu erkennen. Dass es dabei von Interesse ist, gleich mehrere verschiedene künstlerische Bereiche der Avantgarde in den Blick zu nehmen, liegt in der künstlerischen Praxis selbst begründet: Die Ausdrucksformen der Avantgarde prallen aufeinander und beginnen zunehmend miteinander zu kommunizieren. Die mitreißende Parole der Destruktivität vereint die schöpferischen Grundlagen der Avantgardekunst und berührt ihr unvermeidliches Paradox: Die Zerstörung impliziert in der Tat schöpferische Aspekte; der frei gewordene Raum will bald wieder gefüllt werden.

Klaus-Peter Schroeder

Die Heidelberger Universität auf dem Weg in das „Dritte Reich“
Arnold Paul Ruge, Philipp Lenard – Emil Julius Gumbel

„Kommilitonen - der Pesthauch der Judenherrschaft weht Euch entgegen!“ – So lautete die Überschrift eines 1920 erschienenen Flugblatts aus der Feder des Heidelberger Philosophiedozenten Arnold Ruge. Ruge wie auch Philipp Lenard, erster Nobelpreisträger für Physik der Ruperto Carola, stehen exemplarisch für eine keineswegs kleine Gruppe akademischer „Brandstifter“, welche schon in den ersten Jahren der Weimarer Republik eine antisemitische Sturmflut entfesselten. Ein Opfer der gleichfalls von der Heidelberger Studentenschaft weithin begeistert aufgenommenen, von Lenard und Ruge unterstützten Hetzjagd wurde Emil Julius Gumbel. Das vom NSDStB organisierte Kesseltreiben gegen Gumbel endete mit der Entziehung der Venia legendi. An prominenter Stelle stand er auf der ersten Liste von 34 Deutschen, die am 23. August 1933 „ausgebürgert“ wurden. Vor dem Hintergrund dieser weit über Heidelberg hinaus Aufsehen erregenden Geschehnisse soll der Weg der Ruperto Carola in die Katastrophe des Dritten Reiches beispielhaft dargestellt werden.

Detlef Junker

Deutschland und die USA 1871–2021

Deutschland und die USA 1871–2021 ist die erste Gesamtdarstellung zu 150 Jahren transatlantischer Beziehungen zwischen dem 1871 gegründeten deutschen Nationalstaat und den USA. Das Buch ist eine Sammlung von Aufsätzen, Artikeln und Vorträgen, die der Autor zum 19. Jahrhundert, zum Ersten Weltkrieg und zum Zweiten Weltkrieg sowie zum Kalten Weltkrieg veröffentlicht hat, ergänzt um einen neuen Essay, der bis an die unmittelbare Gegenwart und das Ende der Präsidentschaft Donald Trumps führt.

Dietrich Harth

José Rizals Kampf um Leben und Tod
Facetten einer kolonialismuskritischen Biografie

José Rizal (1861–1896) studierte Medizin in Manila und Madrid, absolvierte eine Fachausbildung als Augenarzt in Paris, Heidelberg und Berlin, schrieb Gedichte und sozialkritische Romane, attackierte mit spitzer Feder die kolonialistische Willkürherrschaft der Spanier über seine philippinisch-tagalische Heimat und wurde – obwohl er ein Partisan der gewaltlosen Dekolonisierung war – von einem spanischen Militärgericht wegen Anstiftung zum Aufruhr zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die Biografie des Kulturwissenschaftlers Dietrich Harth nähert sich Leben und Werk des philippinischen Intellektuellen in vier Schritten. In einem ersten Teil resümiert sie die wichtigsten Phasen der mehr als 300 Jahre währenden Kolonialherrschaft der spanischen Krone und skizziert die vom unmittelbar anschließenden amerikanischen Regime ausgehenden Veränderungen, die auch zu Rizals Idolisierung beigetragen haben. Der zweite Teil erzählt, der Chronik folgend, die Herkunfts-, Bildungs- und Verfolgungsgeschichte Rizals, während ein darauf folgender dritter Teil sich seinen vielseitigen, wissenschaftlich inspirierten, in zahlreichen Essays behandelten Forschungsinteressen und nicht zuletzt seiner damit eng verbundenen kolonialismuskritischen Polemik widmet. Der letzte Teil gilt der Analyse des sowohl politisch als auch literarisch bemerkenswerten Romandyptichons (Noli me tángere und El Filibusterismo), das Rizals Ruhm in der südostasiatischen Welt begründet hat und zur staatlich verordneten Lektüre in allen Bildungseinrichtungen der Philippinen gehört. Die vorliegende Biografie ist die erste umfassende Darstellung in deutscher Sprache, die sich auf direktem Weg, nämlich aus dem philippinischen Spanisch übersetzend, Rizals Denkart zu nähern sucht.

Sarah Jäger

Jenseits des Patriarchats
Ansätze feministischer Theologie

FEST kompakt – Analysen – Stellungnahmen – Perspektiven , Band 2

„Wenn Gott männlich ist, muß das Männliche Gott sein“ – so formulierte die amerikanische feministische Theologin Mary Daly 1973. Seitdem ist viel geschehen: Unterschiedliche Konzepte feministischer Theologie haben zentrale Zusammenhänge christlicher Theologie neu gedacht und von einer gerechteren Welt für Männer und Frauen geträumt.

Dieses Buch stellt die zentralen Entwicklungslinien feministischer Theologien von ihren Anfängen bis in die Gegenwart dar. Zugleich skizziert es einen eigenen Ansatz, der die Möglichkeiten einer gegenwärtigen queeren geschlechterbewussten Theologie auslotet.

Sebastian Starystach, Kristina Höly (Hrsg.)

The Silence of Organizations
How Organizations Cover up Wrongdoings

Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche, Manipulationen von Transplantationslisten oder die aktuelle Dieselgate-Affäre: Immer wieder erschüttern Skandale unser Vertrauen in Organisationen. Vor dem Hintergrund der verheerenden Folgen, die Regelverstöße in und durch Organisationen in unserer Gesellschaft hinterlassen, ist es notwendig, sich damit auseinanderzusetzen, wie und warum Regelverletzungen und Verbrechen regelmäßig unter den organisationalen Teppich gekehrt werden. Zu diesem Zweck führt der vorliegende Sammelband Beiträge internationaler Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, um zu erklären, wie organisationales Fehlverhalten trotz verschärfter Vorschriften, verstärkter Compliance-Bemühungen und Strafverfolgung im Schatten organisationalen Schweigens gedeihen kann.

Christine Nawa, Christoph Meinel (Hrsg.)

Von der Forschung gezeichnet
Instrumente und Apparaturen in Heidelberger Laboratorien, skizziert von Friedrich Veith (1817–1907)

In der Blütezeit der Universität Heidelberg im 19. Jahrhundert wirkten hier Forscher wie der Chemiker Robert Bunsen, der Physiker Gustav Kirchhoff und der Physiologe Hermann Helmholtz. Sie alle ließen ihre wissenschaftlichen Instrumente und Versuchsaufbauten vom Universitätszeichenlehrer Friedrich Veith (1817–1907) im Bild festhalten. Eine gut 50 Blätter umfassende Mappe seiner Zeichnungen aus den Jahren 1856 bis 1891 ist eine einzigartige Quelle für die Experimentalkultur jener Zeit. Sie verdeutlicht zugleich die Bedeutung der visuellen Kommunikation in den Wissenschaften und die Rolle der vielen ‚unsichtbaren Hände‘, auf die Forschung angewiesen ist.

Ladislaus Ludescher

Vergessene Welten und blinde Flecken
Die mediale Vernachlässigung des Globalen Südens. Quantitative geografische Mediendiskursanalyse über die Berichterstattung der "Tagesschau" und ausgewählter Leitmedien

"Wie realistisch bilden Medien die Welt ab?“ ist eine der Kernfragen der Medienwissenschaften und auch eine Frage, die sich wohl jeder Zuschauer oder Leser irgendwann einmal gestellt hat. Die Langzeitstudie Vergessene Welten und blinde Flecken hat unter anderem etwa 5.100 Sendungen der Hauptausgabe der Tagesschau aus den Jahren 1996 und 2007 bis 2019 sowie Berichte ausgewählter Leitmedien (Deutschlandfunk, Süddeutsche Zeitung, Der Spiegel, Brennpunkt, Anne Will, Hart aber Fair, Maischberger, Maybrit Illner, CBS Evening News, The Washington Post, Time, The Guardian und Le Monde) ausgewertet und gelangt zu dem Schluss, dass die Länder des Globalen Südens (die sogenannten Entwicklungsländer bzw. Staaten der sogenannten Dritten Welt) in der Berichterstattung massiv vernachlässigt werden.

Gernot Burkhardt

Minor Planet Names with Ties to Heidelberg

Dieser Auszug aus der Datenbank Dictionary of Minor Planet Names (DMPN) mit Stand August 2020 listet 169 Namen kleiner Planeten mit einem gewissen Bezug zu Heidelberg aus der Gesamtzahl von 22.129 Namen. Es ist eine Aktualisierung des Wissenschaftsatlas der Universität Heidelberg, der anlässlich der 625-Jahr-Feier der Universität im Jahre 2011 erschien und in dem 97 Namen kleiner Planeten aufgeführt sind.

Ernst G. Jung

Haut
Kultur und Geschichte

Die Geschichte und die Kultur unserer Haut sind, getrieben vom wachsenden Interesse, bedeutsam, viel diskutiert und gelegentlich auch missbraucht worden. Haut und Hautpflege wandelten sich mit der Zeit. Schönheit und Hässlichkeit ergänzen sich zur neuen Qualität der Attraktivität. Unsere Haut spielt eine große Rolle bei der Selbstdarstellung und sie gestaltet unsere Außenwirkung mit.  Eine facettenreiche Entwicklung, welche aus der frühen Epoche der Mythen bis in die Gegenwart reicht. Und historische Reminiszenzen bereichern das Geschehen und belegen, unsere Haut ist lebensnotwendig, hochinteressant und wahrlich von besonderer Bedeutung.

Henry Keazor, Maria Effinger (Hrsg.)

FAKE - Fälschungen, wie sie im Buche stehen
Eine Ausstellung der Universitätsbibliothek Heidelberg und des Instituts für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg

Schriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, Band 16

Fälschungen und Bücher haben mehr miteinander zu tun, als man gemeinhin denken könnte. Naheliegend und nicht weiter erstaunlich ist, dass Fälscher Bücher konsultieren, um daraus Vorlagen für ihre Fälschungen zu gewinnen und sich das notwendige Wissen zu deren Herstellung anzueignen.

Doch es gibt noch mehr Bezüge zwischen Fälschungen und Büchern: Denn die Fälschungen werden sodann oftmals mit Hilfe von Büchern lanciert (z.B. mittels Werkkatalogen), in denen sie von getäuschten Autoren unwissentlich als vermeintliche Originale veröffentlicht werden. Im schlimmsten Fall manipulieren Fälscher zu Täuschungszwecken sogar gleich direkt Kataloge, in denen die Fälschungen dann plötzlich als echte Werke erscheinen. Und am Ende können, wie der spektakuläre 'Galileo'-Fall kürzlich zeigte, sogar ganze historische Bücher gefälscht und als vermeintliche Preziosen verkauft werden. Bücher sind für Fälscher jedoch nicht immer nur von Vorteil, sie können ihnen auch zum Verhängnis werden: Wissenschaftliche Bücher enttarnen Fälschungen und lassen deren Schöpfer auffliegen. Entlarvt, aber dafür nun eventuell populär, vermarkten Fälscher nicht selten ihre eigene Geschichte im Rahmen von Autobiografien bzw. werden in Romanen zu literarischen Figuren.

Die Ausstellung 'FAKE: Fälschungen, wie sie im Buche stehen' thematisiert und dokumentiert diese und weitere Aspekte anhand einer Gegenüberstellung von echten Büchern und gefälschten Kunstwerken.

Benjamin Held et al. (Hrsg.)

Corona als Riss
Perspektiven für Kirche, Politik und Ökonomie

FEST kompakt – Analysen – Stellungnahmen – Perspektiven , Band 1

In kaum vorstellbarer Weise hat die Corona-Pandemie unseren Alltag, die Politik und die Wirtschaft verändert. Selbstverständliches ist ausgesetzt – die lebensweltliche Kontinuität hat Risse bekommen. Manche wirken entlarvend, andere führen zu Brüchen oder werden nur mühsam zusammengehalten. Persönliche Möglichkeiten sind eingeschränkt, in der Hoffnung, die Pandemie zu beherrschen. Alternativen – nicht selten Notlösungen – entwickeln sich zu neuen ‚Normalitäten‘. Wie können wir auf die Pandemie und die mit ihr verbundenen Probleme und Dilemmata reagieren, wie sich auftuende Chancen nutzen? Die Autorinnen und Autoren entwickeln Perspektiven für die Zeit mit und nach Corona.

Eike U. Decker

„Rezessive“ In­for­ma­tion in Spra­che
Ein probabilistisches Informationsmodell als Grundlage informationslinguistischer und systemlinguistischer Ansätze

Die Arbeit stellt ein Sprachmodell vor, das auf informations- und systemtheoretischen Analysen fußt. Sprache wird als informationsverarbeitendes System begriffen, dessen Elemente in gewichteter Relation zueinander stehen. Die Relationen sind, insbesondere im Austausch des Systems mit seiner Umwelt, veränderlich und erlauben es, sprachliche Äußerungen wahrscheinlichkeitstheoretisch zu bestimmen bzw. vorherzusagen. Insofern lässt sich auf Grundlage des Modells Sprache darstellen und neue Sprachtechnologie entwickeln, wobei eine Unterscheidung wahrgenommener Information („sprachlicher Phänotyp“) und nicht wahrgenommener Information („rezessive Information“) Flexibilität und Erfolg verspricht.

Laura Henkelmann

Der "Kalendrier la Royne" des Wilhelm von Saint-Cloud
Edition und lexikalische Analyse

Das Kalendarium Regine, den der Pariser Astronom Wilhelm von Saint-Cloud im Jahr 1296 im Auftrag der Königin Marie von Brabant erstellte und wenige Jahre später als Kalendrier la Royne ins Altfranzösische übersetzte, dokumentiert auf eindrückliche Weise die Öffnung der mittelalterlichen Wissenschaft von einer reinen Klerikalkultur hin zu einer Laienkultur. Indem der Kalendrier einerseits den Wissensstand der Astronomie und Komputistik um 1300 reflektiert, andererseits aber auch von einem ausführlichen didaktischen, als Gebrauchsanleitung fungierenden Kommentar begleitet wird, offenbart er den Naturwissenschaft und Alltagspraxis verbindenden Stellenwert des mittelalterlichen Kalenderwesens.

Vincent Heuveline, Fabian Gebhart, Nina Mohammadianbisheh (Hrsg.)

E-Science-Tage 2019
Data to Knowledge

Die Digitalisierung bietet ein neues, effizientes Hilfsmittel, den wissenschaftlichen Fortschritt zu unterstützen. In nahezu allen Bereichen lassen sich mit Hilfe moderner Informationssysteme Forschungsdaten digital archivieren und bei Bedarf leichter wiederverwenden. In der heutigen Zeit, in der das kollektive Wissen ein enormes Ausmaß angenommen hat, ist die Systematisierung von Forschungsdaten zwingender denn je erforderlich. Die E-Science-Tage 2019, aus denen dieser Tagungsband hervorgegangen ist, haben neue Wege der Verarbeitung von Forschungsdaten aufgezeigt und durch den regen Austausch von Erfahrungen und Innovationen die digitale Wissenschaft weiter vorangetrieben.

Sarah-Denise Fabian, Rüdiger Thomsen-Fürst (Hrsg.)

Oper – Südwest
Beiträge zur Geschichte der Oper an den südwestdeutschen Höfen des 18. Jahrhunderts

Für Silke Leopold zum 70. Geburtstag vorgelegt von den Mitarbeitern der Forschungsstelle »Geschichte der Südwestdeutschen Hofmusik« der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

»Oper – Südwest« beleuchtet Aspekte des Musiktheaters vor allem an den südwestdeutschen Höfen des 18. Jahrhunderts. So werden neue Möglichkeiten zur Rekonstruktion des Opernrepertoires in Rastatt, Baron Sigismund von Rumlings Musiktheater für Zweibrücken und die besondere Finalgestaltung von Niccolò Jommellis Didone abbandonata am württembergischen Hof, aber auch der Kompositionsprozess von Johann Adolph Hasses Dresdner Opern thematisiert. Daneben widmen sich drei Beiträge Franz Danzi und dessen Auseinandersetzung mit Wolfgang Amadeus Mozart.