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Ethische Erfahrungen in Videogaming. Eine Medienphilosophische Perspektive
Abstract Ausgehend von der medienanthropologischen These, dass der Mensch ein radikal mediales
Wesen ist, schlägt dieser Beitrag eine Relektüre der Religionsphilosophie als Ressource für die Medientheorie vor. Dabei wird insbesondere die historische Bindung der Philosophie an das Medium der Schrift problematisiert und im Hinblick auf neuere audiovisuelle Ausdrucksformen kritisch hinterfragt. Anhand einer Analyse ausgewählter Videospiele (Red Dead Redemption II, Horizon Zero Dawn, Detroit: Become Human) wird das Potenzial interaktiver Medien zur Generierung ethisch-philosophischer Erfahrung untersucht. Im Anschluss an Bernard Stieglers Konzept der tertiären Retention argumentiert
der Beitrag, dass Videospiele nicht nur Gegenstand philosophischer Reflexion sein können, sondern selbst Bedingungen für genuine philosophische Erfahrung bereitstellen.
Keywords Videospiele, Medienphilosophie, Ethik, Interaktivität, tertiäre Retention, Religionsphilosophie

