Jürgen Stöhr

Das Sehbare und das Unsehbare
Abenteuer der Bildanschauung. Théodore Géricault, Frank Stella, Anselm Kiefer

Die Bildanschauung wird zum unvergleichlichen Abenteuer, wenn Kunstwerke intensiv betrachten werden: Erst dann ist es möglich, tief in ihre Phänomenwelt und in die Eigenwirklichkeit der Malerei einzutauchen. Erst dann aktualisiert sich auch das genuine Wirkungspotential der Bilder. Jürgen Stöhr, Professor für Kunstgeschichte an der Universität Konstanz, lädt ein zu einer rezeptionsästhetisch-phänomenologischen Reise durch großartige Bildlandschaften.

In Théodore Géricaults Floß der Medusa gilt es, das dynamische Seh-Geschehen und die komplexen Gestaltbildungen zu verfolgen, die dem Werk bisher ungesehene Sinndimensionen eröffnen. Mit den Bildreliefs von Frank Stella beginnt die Jagd auf Moby Dick. Alles kreist hier um die Frage: Wie können dessen ungegenständliche Werke Melvilles Roman narrativ folgen, wenn dieser selber schon von der Unmöglichkeit des Erzählens handelt? Die Bildlandschaft, die Anselm Kiefer in seinem Historienbild Varus entfaltet, erfordert ein Eintreten in den Gründungsmythos der Hermannsschlacht. Hier stößt man auf eine detaillierte bildlogisch entfaltete Genealogie patriotisch-vaterländischen Denkens – aber auch auf die Frakturen und Instabilitäten und auf die apokalyptischen Konsequenzen dieses deutschen Ur-Narrativs.

Stets geht es um das, was für das Auge sehbar wird, und um das, was unsehbar bleibt, aber dennoch nicht wegzudenken ist.

Stephanie Armer, Thomas Eser (Hrsg.)

Luther, Kolumbus und die Folgen
Welt im Wandel 1500-1600

Mit den Namen Luther und Kolumbus verbinden sich heute meist Vorstellungen von Aufbruch, Expansion und Glaubensfreiheit. Ausstellung und Katalog fragen anlässlich des 500. Reformationsjubiläums nach den Folgen der Gleichzeitigkeit von Glaubens- und Weltbildwandel im 16. Jahrhundert. Wie konnte eine sich auf die Autorität des Alten berufende Gesellschaft mit dem Veränderungsdruck ihrer Zeit umgehen? Ein 185 Nummern umfassender, reich illustrierter Katalog und sieben wissenschaftliche Beiträge beleuchten eine faszinierende Welt im Wandel, in der Aufbruchs-und Endzeitstimmung gleichermaßen ihren Platz hatten und der Umgang mit Neuem und Fremdem erst erprobt werden musste.

Jutta Zander-Seidel (Hrsg.)

Kleiderwechsel
Frauen-, Männer- und Kinderkleidung des 18. bis 20. Jahrhunderts

Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 1

Die Neukonzeption der Schausammlung »Kleidung des 18. bis 20. Jahrhunderts« konnte 2002 mit einer feierlichen Eröffnung abgeschlossen werden. Die neue Dauerausstellung der Kostümsammlung führt durch 300 Jahre Kleidungskultur. Da sie nicht nur den Wandel der Kleider und Moden zeigt, sondern auch inhaltlich und ausstellungstechnisch auf neuen Grundlagen beruht, trägt sie den Titel »Kleiderwechsel«. Die Kostümsammlung des Germanischen Nationalmuseums gehört zu den ältesten textilen Fachsammlungen. Begleitet wird die Ausstellung vom ersten Band einer Publikationsreihe, mit der das Germanische Nationalmuseum seine neu eingerichteten Schausammlungen erschließt.

Claudia Selheim, G. Ulrich Großmann, Barbara Stambolis (Hrsg.)

Aufbruch der Jugend
Deutsche Jugendbewegung zwischen Selbstbestimmung und Verführung

Begleitband zur Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum vom 26.09.2013–19.01.2014.
Jugend stand ganz besonders um 1900 für Aufbruch und Erneuerung, für Zukunft und Visionen. Jugendliche aus bürgerlichen Kreisen begehrten gegen die Elternwelt auf. Viele ihrer Ziele trafen sich mit den Forderungen der Lebensreformbewegung. Junge Leute schlossen sich in Bünden wie dem „Wandervogel“ zusammen. Gemeinsame Unternehmungen stärkten das Gruppengefühl.
Der reich bebilderte Band zeichnet in 35 wissenschaftlich kritischen Essays und einem 280 Nummern umfassenden Objektkatalog die Jugendbewegung von ihren Anfängen über ihre politische Ideologisierung bis hin zum ersten Open-Air-Festival in der BRD auf Schloss Waldeck 1964 nach.

Klaus Dieter Gaus

Friedrich Albert Schmidt, 1846–1916
Landschaftsmaler Weimarer Malerschule – Biographie und Werkverzeichnis

Dritte, vollständig überarbeitete Ausgabe 2018.

Friedrich Albert Schmidt, 1846–1916, zählt zu den Weimarer Malern der ausgehenden Epoche des Realismus im Übergang zum Impressionismus. Prägende Stationen im Leben des Künstlers sind, nach seiner Ausbildung in München, die Lehrjahre bei Eugène Lavieille und dessen Künstlerfreunden in Barbizon sowie die folgenden Jahre bei Arnold Böcklin in Florenz. Diese beiden Meister wirken in Schmidts Bildern der Weimarer Schaffensjahre noch bis weit über die Jahrhundertwende nach. Aus Schmidts Lebensstationen und den ihnen zugeordneten Malperioden zeigt sich die eindrucksvolle künstlerische Vielfalt des Künstlers, die auch in der Wahl der Ausdrucksmittel anschaulich wird. Sie reicht vom großformatigen Ölbild der Ateliersarbeit über Gemälde und Skizzen mittlerer bis kleiner Bildformate aus der Arbeit im Freien bis hin zu Radierungen, Aquarellen und Tuschearbeiten.

„Friedrich Albert Schmidt, 1846–1916: Biographie und Werkverzeichnis“ will der heutigen Generation das Lebenswerk eines künstlerisch und menschlich hoch geschätzten Landschaftsmalers des ausgehenden 19. Jahrhunderts wieder nahebringen. In diesem Sinne konzentriert sich die vorliegende Arbeit darauf, die formativen Stufen des Künstlerlebens und seines künstlerischen Werkes nach Malperioden zu dokumentieren. In der vorliegenden, vollständig überarbeiteten dritten Ausgabe sind die neuesten Erkenntnisse über den Künstler und sein Werk festgehalten.

Thomas Steinruck

Business Artists. Strategische Vermarkter im Kunstbetrieb
Andy Warhol - Damien Hirst - Jeff Koons - Takashi Murakami

Seit wenigen Jahrzehnten hat sich ein neuer Künstlertypus herausgebildet, dessen Existenz als ein weiteres Symptom der aktuellen Ökonomisierung aller Lebensbereiche verstanden werden kann: der Business Artist. Er ist Unternehmer und Manager, Art Director und Designer. Er organisiert die Produktion streng ökonomisch und delegiert die Arbeit an zahlreiche Mitarbeiter. Er ist als globale Marke etabliert und kontrolliert alle strategischen Vermarktungsaktivitäten. Als Kunstmarktstar inszeniert er sein Image und verbindet nicht selten seine  Marke mit den Luxusmarken internationaler Unternehmen.

In der Nachfolge von Andy Warhol sind mit Damien Hirst, Jeff Koons und Takashi Murakami die drei aktuell erfolgreichsten Business Artists ausgewählt, die in den einschlägigen Diskursen diesen Typus gegenwärtig am prominentesten repräsentieren.

Thomas Kirchner, Laurence Bertrand Dorléac, Déborah Laks, Nele Putz (Hrsg.)

Les Arts à Paris après la Libération
Temps et Temporalités

Passages online, Band 2

Der Band wirft neues Licht auf die Pariser Kunstwelt nach dem Zweiten Weltkrieg, ihre Akteure, (inter)nationalen Dimensionen und ästhetischen Spannungsfelder. Er vereint eine Auswahl an Beiträgen des Jahreskongresses 2014/2015 des Deutschen Forums für Kunstgeschichte Paris sowie weitere Forschungsergebnisse dieses Jahres. Neben historiografischen Fragestellungen stellt der Band konkrete Fallbeispiele in den Mittelpunkt, in denen bekannte Protagonisten wie Giacometti, Picasso und Brassaï untersucht werden, aber auch neue Akteure, Institutionen und Medien vorgestellt sowie innovative Perspektiven entwickelt werden. Er leistet so einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Kunst der Nachkriegszeit.

Cet ouvrage porte sur le contexte artistique après la Libération, ses acteurs, ses dimensions (inter)nationales, ses enjeux esthétiques. Il réunit un choix d’interventions du congrès annuel 2014/2015 du Centre allemand d’histoire de l’art Paris ainsi que d’autres contributions liées au sujet de recherche de cette année. A l’intérêt historiographique de cette publication s’ajoute nombre d’études de cas précis, portant sur des protagonistes bien connus tels que Giacometti, Picasso et Brassaï, tout en introduisant d’autres acteurs, des institutions et medias variés ainsi que des perspectives novatrices. L’ouvrage constitue ainsi un apport important à la recherche sur la période de la Libération à Paris.

Janneke Schoene

Beuys’ Hut
Performance und autofiktionale Subjektivität

Die exegetische Rezeption um Joseph Beuys geht davon aus, dass Beuys ein ‚authentischer‘ Künstler ist, dessen Performance sich durch eine besondere Unmittelbarkeit auszeichnet. Die Studie zeigt anhand einer Untersuchung der Tatarenlegende als Erzählung, einiger autobiographischer Schriftstücke, Performances bzw. Medialisierungen und der Beuys-Retrospektive im New Yorker Guggenheim Museum 1979 als Bühne der Künstlerschaft, dass Beuys eine autofiktionale Figur ist, die ihre Künstlichkeit, Konstruiertheit und Fiktionalität selbst ausstellt. So wird ersichtlich, dass die Beuys’sche Inszenierung als ironischer Kommentar des Stellenwerts und der Rolle des Künstlers zu sehen ist, die er zugleich so offensiv einnahm.

Sigrid Ruby

Mit Macht verbunden
Bilder der Favoritin im Frankreich der Renaissance

Die Mätressen der französischen Könige prägen unser Bild vom Leben am frühneuzeitlichen Fürstenhof – ein Leben voll Glamour, Affären und Intrigen, animiert von schönen Frauen, die viel Macht und Einfluss hatten. In dieser kunsthistorischen Studie geht es um die kritische Überprüfung und Präzisierung dieser populären Vorstellung. Untersucht werden medial verschiedene Artefakte aus dem Bereich der Bildkünste, der Architektur und der Literatur, die zur Zeit der französischen Renaissance für die bzw. anlässlich der königlichen Favoritin entstanden und sie als ein besonders facettenreiches Phänomen höfischer Kultur konturieren.

Im Zentrum stehen zwei historische Frauenfiguren, Anne de Pisseleu (1508-1580?) und Diane de Poitiers (1500-1566). Die für sie geschaffenen oder auf sie zu beziehenden Bilder, Architekturen und Schriften evozieren komplexe Rollenentwürfe der Favoritin am Hof der Valois-Könige Franz I. respektive Heinrich II. Diese Entwürfe, die auch von der steten Konkurrenz der Frauen mit den männlichen Günstlingen des Monarchen zeugen, sind weniger als historische Vorstufen oder -bilder des dann unter Ludwig XIV. und im Zeitalter der Absolutismus institutionalisierten Mätressenwesens anzusehen. Vielmehr veranschaulichen sie epochen- und milieuspezifische Möglichkeiten weiblicher Machtkonstitution unter Rückgriff auf die Künste.

Henry Keazor (Hrsg.)

Film - Plakat - Kunst
Dietrich Lehmann und der Heidelberger Filmclub der 50er Jahre

In den 50er Jahren schuf der Medizinstudent Dietrich Lehmann (1929-2014) handgemalte Filmplakate für den studentischen Filmclub Heidelberg, dessen Wirken über Heidelberg hinaus eine beachtliche Strahlkraft in das bundesrepublikanische Nachkriegsdeutschland hatte. Der die gleichnamige Ausstellung des Universitätsmuseums Heidelberg begleitende Katalog ordnet die Plakatschöpfungen Lehmanns innerhalb der Entwicklungsgeschichte des Filmplakats ein und setzt sich in Beiträgen mit der Geschichte des Heidelberger Filmclubs wie der Filmclubs in Deutschland generell auseinander. Darüber hinaus werden Hintergründe zur nationalen und lokalen Kinogeschichte beleuchtet und die Persönlichkeit Dietrich Lehmanns vorgestellt.

Mehr zur Ausstellung, die noch bis zum 15. April 2018 im Universitätsmuseum Heidelberg zu sehen ist, erfahren Sie  hier.

 

Michael Falser, Wilfried Lipp (Hrsg.)

Eine Zukunft für unsere Vergangenheit
Zum 40. Jubiläum des Europäischen Denkmalschutzjahres (1975–2015)

Unter dem Motto Eine Zukunft für unsere Vergangenheit war das Europäische Denkmalschutzjahr von 1975 die bisher bedeutendste und erfolgreichste Kampagne zur Bewahrung und Emporwertung des architektonischen Erbes in Europa. In der Anerkennung der Bedeutung städtebaulicher Ensembles, in der Bedachtnahme auf die Pluralität der Denkmalkategorien, im partiellen Engagement der Bürger und in legalen bzw. administrativen Weichenstellungen fand dieses Jahr nachhaltigen Niederschlag. Programmatik und Ideen von 1975 sind nach wie vor virulent und fordern eine Neuinterpretation unter den Bedingungen der Gegenwart heraus. Zum 40. Jubiläum 2015 stellt diese Publikation mit über 40 internationalen Beiträgen über Europa hinaus die erste umfassende Würdigung der europäischen Kampagne von 1975 dar.

Birgit Franz, Gerhard Vinken (Hrsg.)

Das Digitale und die Denkmalpflege
Bestandserfassung – Denkmalvermittlung – Datenarchivierung – Rekonstruktion verlorener Objekte

Veröffentlichungen des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V., Band 26

Die „digitale Revolution“ ist längst in vollem Gange. Für die Denkmalpflege haben digitale Anwendungen neue Perspektiven geöffnet, etwa in der interaktiven Visualisierung verlorener Zustände, im Monitoring bedrohter Stätten und Artefakte oder in der komplexen Vernetzung heterogener Wissensbestände. Deutlicher werden inzwischen auch Grenzen und ungelöste Probleme im Einsatz digitaler Technologien, etwa was die Nachhaltigkeit der rapide wachsenden Datenmengen betrifft.
Doch haben wir es in Bezug auf die Digitalisierung nicht in erster Linie mit einer nur „technischen“ Neuerung zu tun. So wird das Bemühen um das digitale Erbe, mit dem Auftrag zur Dokumentation, Erforschung und Publizierung von Kulturgütern, nicht nur die Institution Museum transformieren. Zu beobachten ist auch, dass sich mit der neuen Fülle an digital erzeugten Bildern die wissenschaftlichen Standards verändern. Ein weiterer unterschätzter Aspekt der digitalen Revolution ist eine Umschichtung der Aufmerksamkeiten auf dem „Markt“ der Wissenschaften.
Die wohl auffälligste Folge des digitalen Versprechens einer genauen und verlustfreien Reproduktion des Verlorenen ist, dass bei jeder spektakulären Zerstörung von bekannten Monumenten reflexhaft die Forderung nach einer Rekonstruktion aufkommt. Deutlich wird hier, dass dem Digitalen eine innere Affinität zur Rekonstruktion innewohnt, insofern seine Leistungsfähigkeit in der Übersetzung aller Informationen in einen binären Code, in der angeblich verlustfreien Speicherung und Kopie beruht. Im digitalen Zeitalter wird die Unterscheidung von Original und Kopie so an Relevanz verlieren – auch zu dem Preis einer totalen Manipulierbarkeit der Daten, wie der Realität. (Gerhard Vinken)

Marius Lausch

Sprechende Bilder
Architektur, Glasmalerei und Ikonographie der Kathedrale Saint-Étienne in Auxerre

Es brauchte mehrere Generationen, um die Kathedrale Saint-Étienne von Auxerre zu vollenden, und dennoch weist der Bau eine bemerkenswerte Einheitlichkeit auf. Neben der Architektur verdienen vor allem die zahlreichen Bilderzyklen der Glasmalerei und die Skulpturen Beachtung. Diese „sprechenden Bilder“ sind nicht nur dekorative Elemente, sondern integrale Bestandteile der Bischofskirche. Nur im Zusammenspiel aller einzelnen Werke vermittelt die Kathedrale Saint-Étienne einen realistischen Eindruck von der Komplexität mittelalterlicher Sakralbauten und der Religiosität einer urbanen Gesellschaft des 13. Jahrhunderts.

Daniel Hess, Dagmar Hirschfelder (Hrsg.)

Renaissance · Barock · Aufklärung
Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert

Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3

Der Band begleitet die im Germanischen Nationalmuseum 2010 neu eröffnete Dauerausstellung zur Kunst und Kulturgeschichte des 16. bis 18. Jh. im deutschen Sprachraum. Die Schausammlung erschließt mit rund 1.000 Exponaten in 33 Räumen zentrale Themen der Frühen Neuzeit, wie Sammeln und Repräsentieren, Antikenrezeption und Naturstudium, die Wechselwirkung von Kunst und Religion oder das sich wandelnde Bild vom Menschen. Zu diesen Leitthemen bietet die Publikation vertiefende Beiträge und einen wissenschaftlichen Katalog aller ausgestellten Objekte. Auf der Basis aktueller Forschung werden Gemälde und Skulpturen, darunter Meisterwerke von Albrecht Dürer, Peter Vischer, Lucas Cranach oder Franz Xaver Messerschmidt, wie auch Glasgemälde, graphische Blätter und illustrierte Bücher, Kunsthandwerk, Textilien, Schmuck, Medaillen, Möbel und Musikinstrumente in ihrem künstlerischen und historischen Kontext verortet. Von den rund 1.000 Exponaten sind in dem attraktiv gestalteten Band rund zwei Drittel in herausragender Qualität farbig abgebildet.

Doris H. Lehmann (Hrsg.)

Vom Streit zum Bild
Bildpolemik und andere Waffen der Künstler

Wie stritten bildende Künstler und wie setzten sie dabei ihre Werke als Waffen ein? Ausgehend von dieser Frage zeigt der Sammelband des DFG-Projekts „Streitstrategien bildender Künstler in der Neuzeit“ exemplarisch, wie Maler, Graphiker und Bildhauer ihre Bilderfindungen im Kontext ihrer Auseinandersetzungen mit anderen Künstlern, Kritikern und Auftraggebern als eigenständiges Medium der Kommunikation, der Selbstpositionierung und -inszenierung einsetzten. Die Beiträge basieren auf den Vorträgen und Diskussionen der vom 4. bis 5. Dezember 2015 an der Universität Bonn veranstalteten internationalen Tagung „Vom Streit zum Bild – Bildpolemik und andere Waffen der Künstler“. Jenseits der bereits intensiv erforschten Aspekte Paragone, Agon, Aemulatio und der Künstler als Verbrecher widmet sich dieser Sammelband damit dem Phänomen des Künstlerstreits unter Berücksichtigung des durch die persönlichen Auseinandersetzungen freigesetzten kreativen Potentials, seiner bildsprachlichen Traditionen und Innovationen. Das behandelte Spektrum von Fallstudien umfasst im Schwerpunkt Beispiele des 16. Jahrhunderts und reicht bis in die Gegenwart.

Elisabeth Tietmeyer (Hrsg.)

Glances into Fugitive Lives

Schriftenreihe des Museums Europäischer Kulturen, Band 19

The starting point of this publication is the presentation daHEIM: Glances into Fugitive Lives realized in Berlin by the Museum Europäischer Kulturen with the artist barbara caveng and the initiative KUNSTASYL in 2016/17. Against the background of the situation of immigrants fleeing to Europe since 2015, it highlights the experiences and dreams of its protagonists from a residential hostel in the Berlin district of Spandau. Biographical examples of people who have migrated within, to and from Europe in the last two centuries are brought into comparison with current fates. This demonstrates that flight is not a new phenomenon, but has always been with us - at various times and in various places. Twelve authors from Europe, North and South America describe individual migration experiences, looking back as far as the 19th century from 2016. Over and beyond this, European migration movements are placed in global contexts, and forms of institutional migration remembrance presented.

2nd edition 2017.

Elisabeth Tietmeyer (Hrsg.)

Einsichten in flüchtige Leben

Schriftenreihe des Museums Europäischer Kulturen, Band 19

Ausgangspunkt der Publikation ist die Präsentation daHEIM: Einsichten in flüchtige Leben, die das Museum Europäischer Kulturen 2016/17 in Zusammenarbeit mit der Künstlerin barbara caveng und der Initiative KUNSTASYL in Berlin realisiert hat. Vor dem Hintergrund der Situation von Zuwander_innen durch Flucht in Europa seit 2015 stellt sie Erfahrungen und Träume der Protagonist_innen aus einem Wohnheim in Berlin-Spandau dar. Mit biografischen Beispielen von Menschen, die in den letzten beiden Jahrhunderten in, nach und aus Europa migriert sind, werden die aktuellen Schicksale verglichen. Dies zeigt, dass Flucht kein neues Phänomen ist; es hat sie immer gegeben - zu unterschiedlichen Zeiten, an unterschiedlichen Orten. Zwölf Autor_innen aus Europa, Nord- und Südamerika beschreiben individuelle Migrationserfahrungen von 2016 rückblickend bis ins 19. Jahrhundert. Darüber hinaus werden europäische Wanderungsbewegungen in globale Zusammenhänge gestellt und Formen der institutionellen Erinnerung an Migration präsentiert.

2. Auflage 2017.

Thomas W. Gaehtgens, Markus A. Castor, Frédéric Bussmann, Christophe Henry (Hrsg.)

Versailles et l'Europe
L’appartement monarchique et princier, architecture, décor, cérémonial

Passages online, Band 1

Der vorliegende Band untersucht den Einfluss eines der brillantesten Repräsentationsleistungen der Frühen Neuzeit auf die europäischen Höfe des 17. und 18. Jahrhunderts. Das Versailler Schloss, ein „Showroom“, der die französischen Luxusgüter über die Grenzen hinaus bekannt und zum begehrten Gut machte, zog die Blicke aller Regenten der Zeit auf sich. Doch wenngleich von Künstlern und Kunsthandwerkern, die sich an den europäischen Höfen niederließen, zahlreiche Formen und Ideen übernommen wurden, darf die Beharrlichkeit der lokalen Traditionen dennoch nicht unterschätzt werden.

Beginnend mit einer Analyse des Versailler Appartements nach Form und Funktion wird das in Frankreich entwickelte Modell in seiner Bedeutung für die Konzepte des Appartements der europäischen Höfe betrachtet. Die Beiträge analysieren das Zusammenspiel von Architektur, Dekor und Zeremoniell und die besondere Bedeutung des Appartements für die höfische Repräsentation. Die räumliche Disposition tritt als komplexes Verweissystem hervor, das die Inszenierung der Macht und die Zugänglichkeit des Regenten bestimmte. Die Logik der Ausstattungssysteme erschließt sich nur in interdisziplinärer Betrachtung, die auch die sozialen und politisch--historischen Bedingungen berücksichtigt. Bereits vorhandene Traditionen der europäischen Häuser werden in diesem Prozess zwischen Übernahmen und Transformationen neu konfiguriert.

Der erste Teil widmet sich dem in Frankreich entwickelten Modell des Appartements und versucht die komplexe Entwicklung in Versailles bis 1701 nachzuvollziehen, in der die Chambre de Parade zum Herzstück des Schlosses wurde. Im zweiten Teil beleuchten die Fallstudien zu Residenzen der deutschsprachigen Länder den komplexen Austausch und die Vielfalt der heterogenen Lösungen. Mit Beiträgen zu einigen wesentlichen europäischen Höfen in England, Holland, Schweden, Polen, Spanien und Italien schließt die Studie ab.

Pamela Sylvia Pachl

Das Phänomen Skatesticker
Bildrezeptionen und Kunstadaptionen in der Skateboardszene

Skatesticker sind grafisch gestaltete Aufkleber, die von Skatelabels – den Herstellern von Skateboards und Zubehör – distribuiert werden. Ursprünglich zu reinen Werbezwecken produziert, haben sich Skatesticker als Symbole der Szene etabliert: Befragte Skater bekennen, dass Skatesticker ein „Ausdruck eines Lebensgefühls“, ein „visueller Eindruck unserer Gefühle“ und eine „[e]infache Möglichkeit[,] sich einer Gruppe zuzuordnen“ sind. Sie werden von Skatern gesammelt, gehandelt und wertgeschätzt. Die vorliegende Arbeit verfolgt einen bildwissenschaftlich orientierten Forschungsansatz, der es ermöglicht, die komplexen – oftmals bildende Kunst adaptierenden – Bildmotive dieser Grafikdesignobjekte und ihre zunehmend autonomisierten Funktionen als visuelle Medien einer Szene zu analysieren und anzuerkennen.

Nicolai Kemle (Hrsg.)

Kunstrecht
Normen, Gesetze und Vorschriften

Kunstrecht kompakt, Band 1

Im ständig wachsenden Kunstmarkt hat sich das Kunstrecht zu einer eigenständigen Disziplin entwickelt und nimmt heute einen wichtigen Platz in der Praxis ein. Das neue Kulturgüterschutzgesetz zeigt dies exemplarisch auf.

Künstler, Sammler, Galeristen, Händler, Kunstvermittler, Auktionatoren, Kuratoren, Museumsleute, Publizisten und Juristen besitzen mit dieser Sammlung von Vorschriften, Gesetzen und ethischen Richtlinien einen schnellen Zugriff auf alle relevanten Normen aus den verschiedenen Rechtsgebieten, die für den täglichen Umgang mit der Kunst und dem Kunstrecht von Bedeutung sind.

Die Sammlung vereint in einem Band die anwendbaren deutschen Gesetze, europäischen Richtlinien und Verordnungen, internationale Übereinkommen, angefangen von den Washington Principles bis zu UNIDROIT, sowie die ethischen Grundsätze der einzelnen Kunsthandelsverbände.

Eva von Engelberg-Dočkal, Markus Krajewski, Frederike Lausch (Hrsg.)

Mimetische Praktiken in der neueren Architektur
Prozesse und Formen der Ähnlichkeitserzeugung

Praktiken des Zitierens, Kopierens, der Montage, des Rekonstruierens, der Analogiebildung und der Mimikry sind gängige Verfahren im architektonischen Alltag. Dennoch ist das Paradigma der Originalität bis heute beherrschend und verstellt oft den Blick auf mimetische Phänomene. Der Tagungsband versammelt zwölf im Jahr 2016 auf der Konferenz „Ähnlichkeit: Prozesse und Formen“ in der Bibliothek der Stiftung Werner Oechslin in Einsiedeln gehaltene Vorträge, ergänzt durch zwei Artikel der Herausgeberinnen. Der Fokus der Tagung lag auf aktuellen Forschungen zu Praktiken der Ähnlichkeitserzeugung in der neueren Architektur und wurde von Teilprojekten der DFG-SNF-Forschergruppe „Medien und Mimesis“ organisiert.

Elisabeth Tietmeyer (Hrsg.)

Glances into Fugitive Lives

Schriftenreihe des Museums Europäischer Kulturen, Band 19

The starting point of this publication is the presentation daHEIM: Glances into Fugitive Lives realized in Berlin by the Museum Europäischer Kulturen with the artist barbara caveng and the initiative KUNSTASYL in 2016/17. Against the background of the situation of immigrants fleeing to Europe since 2015, it highlights the experiences and dreams of its protagonists from a residential hostel in the Berlin district of Spandau. Biographical examples of people who have migrated within, to and from Europe in the last two centuries are brought into comparison with current fates. This demonstrates that flight is not a new phenomenon, but has always been with us - at various times and in various places. Twelve authors from Europe, North and South America describe individual migration experiences, looking back as far as the 19th century from 2016. Over and beyond this, European migration movements are placed in global contexts, and forms of institutional migration remembrance presented.

Elisabeth Tietmeyer (Hrsg.)

Einsichten in flüchtige Leben

Schriftenreihe des Museums Europäischer Kulturen, Band 19

Ausgangspunkt der Publikation ist die Präsentation daHEIM: Einsichten in flüchtige Leben, die das Museum Europäischer Kulturen 2016/17 in Zusammenarbeit mit der Künstlerin barbara caveng und der Initiative KUNSTASYL in Berlin realisiert hat. Vor dem Hintergrund der Situation von Zuwander_innen durch Flucht in Europa seit 2015 stellt sie Erfahrungen und Träume der Protagonist_innen aus einem Wohnheim in Berlin-Spandau dar. Mit biografischen Beispielen von Menschen, die in den letzten beiden Jahrhunderten in, nach und aus Europa migriert sind, werden die aktuellen Schicksale verglichen. Dies zeigt, dass Flucht kein neues Phänomen ist; es hat sie immer gegeben - zu unterschiedlichen Zeiten, an unterschiedlichen Orten. Zwölf Autor_innen aus Europa, Nord- und Südamerika beschreiben individuelle Migrationserfahrungen von 2016 rückblickend bis ins 19. Jahrhundert. Darüber hinaus werden europäische Wanderungsbewegungen in globale Zusammenhänge gestellt und Formen der institutionellen Erinnerung an Migration präsentiert.

Juliane Betz

Le Chant du cygne
Die Gazette des Beaux-Arts und die französische Reproduktionsgraphik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

In seinem Artikel über den Salon des Beaux-Arts von 1881 unterschied der Kritiker Jules Buisson zwischen den Druckgraphiken der großen Kupferstecher des 17. und 18. Jahrhunderts, die er als »Chant du Triomphe« titulierte, und jenen des ausklingenden 19. Jahrhunderts, die er als »Chant du Cygne« charakterisierte. Die Bezeichnung als »Schwanengesang« deutet unmissverständlich darauf hin, dass der als durchaus kunstvoll wahrgenommenen Gattung der Reproduktionsgraphik die Ablösung durch photographische Verfahren bevorstand.
Die vorliegende Untersuchung der französischen Reproduktionsgraphik basiert auf der 1859 gegründeten Gazette des Beaux-Arts, einer der wichtigsten Kunstzeitschriften des 19. Jahrhunderts. Bis 1927 wurden dort Reproduktionsgraphiken und bis 1933 Originalgraphiken publiziert, die auch Gegenstand zahlreicher Artikel waren. In diesen geht es vor allem um die Erwartungen, die an druckgraphische Reproduktionen gestellt wurden, um die Beurteilung einzelner Blätter und Graphiker sowie um die Frage, ob und warum angesichts photographischer Reproduktionsmöglichkeiten die ›bloße‹ Wiedergabe von Gemälden oder auch Skulpturen im Medium der Druckgraphik als eigenständige Kunst zu betrachten sei.
Aus den rund 1450 Tafeln, die die Gazette bis zum Jahr 1900 regelmäßig veröffentlichte, wurden 64 Reproduktionsgraphiken ausgewählt. Die Untersuchung dieser und weiterer Beispiele veranschaulicht, dass es während des gut fünfzig Jahre dauernden Übergangs von der manuellen zur photographischen Kunstreproduktion zwei wesentliche Tendenzen in der stilistischen Entwicklung gab: Zunächst orientierten sich die Graphiker an Reproduktionsstichen der vorangegangenen Jahrhunderte und an der Malerradierung, die ab den 1840er Jahren wieder auflebte. Später entwickelten einige von ihnen eine deutlich durch die Photographie beeinflusste Reproduktionsweise.

Christina Haak, Miguel Helfrich (Hrsg.)

Casting. Ein analoger Weg ins Zeitalter der Digitalisierung?
Ein Symposium zur Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin

Als älteste bis heute aktive Einrichtung der Staatlichen Museen zu Berlin feiert die Gipsformerei 2019 ihr zweihundertjähriges Bestehen. Ihr bevorstehendes Jubiläum ist ein willkommener Anlass, um u. a. folgende Frage zu diskutieren: Wie kann sich eine Institution, deren Fokus auf der traditionellen handwerklichen Fertigung liegt, gegenüber technischen Innovationen behaupten? Die Publikation widmet sich dieser Frage und bietet darüber hinaus einen interessanten Querschnitt zur aktuellen Forschungsdebatte. Neben den einzelnen Vorträgen werden sämtliche Diskussionsbeiträge, eine Podiums- sowie eine Schlussdiskussion am Ende der Publikation in deutscher und in englischer Sprache zusammengefasst.
Den Band als interaktive Version direkt im Browser ansehen.

Andreas Bienert, Anko Börner, Eva Emenlauer-Blömers, James Hemsley (Hrsg.)

Konferenzband EVA Berlin 2016. Elektronische Medien & Kunst, Kultur und Historie
23. Berliner Veranstaltung der internationalen EVA-Serie Electronic Media and Visual Arts

EVA Berlin, Band 23

  

Pieter Martens (Hrsg.)

Virtual Palaces, Part I
Digitizing and Modelling Palaces

PALATIUM e-Publications, Band 2

Dieser Band befasst sich mit den Möglichkeiten virtueller Modelle für die wissenschaftliche Erforschung historischer Orte und Plätze. Das Aufkommen digitaler Messtechniken und Entwicklungen im Modellbau haben die Art und Weise revolutioniert, in der historische Gebäude wie bspw. Residenzen untersucht werden können. Die neuen Techniken bieten noch nie da gewesene Möglichkeiten für Architekturhistoriker, führen aber auch zu neuen Herausforderungen.

Eine dieser Herausforderungen betrifft die Zuverlässigkeit und Nachprüfbarkeit der Daten, die für die Erstellung der Modelle – sowohl bestehender als auch rekonstruierter Bauten - verwendet werden. Auch die Verwendung virtueller Gebäude als eigentliche „Werkzeuge“ für die Forschung, die dabei helfen sollen, Hypothesen über Bauphasen oder zur zeremoniellen Verwendung von Räumen zu visualisieren und zu erläutern, birgt nicht selten Probleme.

Stephan Hoppe, Stefan Breitling (Hrsg.)

Virtual Palaces, Part II
Lost Palaces and their Afterlife. Virtual Reconstruction between Science and Media

PALATIUM e-Publications, Band 3

Der Band befasst sich mit der digitalen Rekonstruktion und Visualisierung von Schlössern, Burgen und Residenzarchitektur der Frühen Neuzeit. Das Hauptaugenmerk liegt dabei weniger darauf, digitale Modelle von noch bestehenden Gebäuden zu erstellen als vielmehr auf der virtuellen Rekonstruktion „verlorener“ Bauten, besonders bezogen auf Schlösser, die zerstört, stark umgebaut oder auch nie errichtet wurden.
Die 13 Aufsätze des Bandes wurden zuerst anlässlich des Palatium Workshops "Virtual Palaces, Part II" präsentiert, der im April 2012 in München stattfand.

Andreas Bienert, Anko Börner, Eva Emenlauer-Blömers, James Hemsley (Hrsg.)

Konferenzband EVA Berlin 2015. Elektronische Medien & Kunst, Kultur und Historie
22. Berliner Veranstaltung der internationalen EVA-Serie: Electronic Media and Visual Arts

EVA Berlin, Band 22

  

Christian Gether, Dorthe Juul Rugaard, Stine Høholt, Camilla Jalving (Hrsg.)

The Model

ARKENs forschungsbasierte Online-Publikation von 2014 thematisiert die Neuinstallation von Palle Nielsens Pionierarbeit „The Model“. Spiel, Partizipation und relationale Ästhetik stehen im Mittelpunkt des Kunstwerks – ein gigantischer Spielplatz für Kinder, der ursprünglich im Jahr 1968 im Moderna Museet in Stockholm installiert wurde. Verknüpft mit seiner Neuerscheinung in ARKEN wird „The Model 1968/2014“ gleichzeitig Teil der Sammlung des Museums und in dieser Publikation dokumentiert.

Drei neue Texte nähern sich „The Model“ aus der Perspektive des Kurators, des Kunsthistorikers und des Spielforschers. Welche Art von Partizipation entsteht in „The Model“ heutzutage? Wie hat sich die Idee der Utopie seit 1968 verändert? Und welches sind die sinnlichen Erfahrungen (des Spiels), die „The Model“ mit seinem kreativen und gestaltenden Potenzial als Spielplatz hervorruft? Die Online-Veröffentlichung beinhaltet auch ein Interview mit Palle Nielsen sowie einige seiner bisher unveröffentlichten und neuveröffentlichten Texte. Darüber hinaus bietet „The Model“ die erste verständliche Biographie des Künstlers.