Angela Zieger

„Ich bereite vor: eine Ausstellung nach meinem Tode.“
Zum grafischen, malerischen und kalligrafischen Werk von F.H. Ernst Schneidler

Friedrich Hermann Ernst Schneidler (1882-1956) war ein bekannter Schriftgestalter, Buchkünstler, Gebrauchsgrafiker und Professor für Schrift und Grafik. Auf diesem beruflichen Wirken gründet seine Bekanntheit in breiten Fachkreisen. Parallel zu diesen ‚Tagarbeiten‘ entsteht ein umfangreiches, freies künstlerisches Werk, das Schneidler weitgehend verborgen hält. Gerade diesen Teil seiner Arbeit bezeichnet er jedoch immer wieder als Quell seiner schöpferischen Existenz.
Primär widmet sich dieses Buch deshalb dem bislang unerforschten freien Werk Schneidlers. Bezüge zwischen freiem und gebrauchsgrafischem Werk werden aufgezeigt und die Entstehung der künstlerischen Arbeiten in einen kunsthistorischen Zusammenhang eingebunden sowie vor dem Hintergrund biografischer und zeithistorischer Bedingungen analysiert.

Claudia Selheim, G. Ulrich Großmann (Hrsg.)

Reisebegleiter – mehr als nur Gepäck

Aussehen und Material von Reisegepäck passten sich in den letzten 250 Jahren den veränderten Verkehrsmitteln und Bedürfnissen einer zunehmend mobileren Gesellschaft an. Die 23 Beiträge des Ausstellungsbegleitbandes präsentieren die breite Palette an Gepäckstücken von der Gesindetruhe über den Schrankkoffer bis zu Bord-Case und Plastiktüte und bilden nahezu alle Exponate der Ausstellung zumeist in Farbe ab.
Erstmals sind Materialität, Funktionalität und zeitliche Einordnung gemeinsam erfasst. Unterschiedlichste Facetten von „Reisebegleitern“ wie Kofferwerbung, der Gepäckverkehr bei der Bahn, Militärgepäck, der Koffer im Museum, Gepäckversicherung, das Schreiben auf Reisen oder umfangreiche Reiseservice erscheinen in ihrem jeweiligen kulturgeschichtlichen Kontext. Im Anhang sind nach dem Ausstellungsplan die technischen Daten der Exponate erfasst.

Frank Matthias Kammel (Hrsg.)

Enthüllungen
Restaurierte Kunstwerke von Riemenschneider bis Kremser Schmidt

In einem vierjährigen Projekt wurden 21 hochrangige Gemälde und Skulpturen, u.a. von Riemenschneider, Altdorfer, Wertinger, Mauch und Kremser Schmidt, kunsttechnologisch untersucht und restauriert. Die Ergebnisse der Restaurierung sowie die kunsttechnischen und kunstgeschichtlichen Forschungen werden erstmals im Rahmen der Ausstellung und in der vorliegenden Begleitpublikation präsentiert.

Peter Daners, Frederik Poppe, Annika Schank, Melanie Schmitt (Hrsg.)

Wechselwirkungen
Kunst im Kontext der Inklusionsdebatte

Der Tagungsband widmet sich dem Thema Kunst und Inklusion aus unterschiedlichen Perspektiven: Expert*innen aus dem Museum, der Rehabilitationswissenschaft, der Kunstwissenschaft und den Disability Studies diskutieren die künstlerische Produktion, Präsentation, Vermittlung und Rezeption der Arbeiten von Künstler*innen mit Assistenzbedarf. Der Band dokumentiert die Ergebnisse der Tagung Wechselwirkungen, die 2018 als Kooperation des Museum Folkwang mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe stattfand, und erweitert zugleich den bisher eher in der Pädagogik verankerten Diskurs zur Situation von Künstler*innen mit Assistenzbedarf um eine kunstwissenschaftliche Ebene.
Anders als die Verwendung kunsthistorischer Begriffe wie Art Brut und Outsider Art suggeriert, sind kulturelle Einflüsse in den Arbeiten von Künstler*innen mit Behinderungen nicht nur vorhanden, sondern wechselseitig. Die Beiträge in diesem Buch befassen sich mit kollaborativen Arbeitsweisen und multiplen Autorenschaften sowie mit den strukturellen Rahmenbedingungen inklusiver Projekte und einer kreativen Umsetzung von Barrierefreiheit in Ausstellungen. Sie werfen einen kritischen Blick auf die Deutungshoheit der Museen und den Einfluss der Medien und benennen Faktoren, die zu einer behinderungssensiblen kuratorischen Praxis und mehr Diversität im Kulturbetrieb beitragen.
Künstlerkollektive und Ateliers geben anhand von Projektbeispielen Einblicke in ihre Arbeitsweisen und Netzwerke. Interviews und Werkbesprechungen stellen Künstler*innen mit Assistenzbedarf vor.
Allen Beiträgen gemeinsam ist, dass sie die Frage nach Reziprozität stellen und ein dialogisches Interaktionsprinzip als Grundlage für eine Inklusion auf Augenhöhe sehen.

ICOM Deutschland (Hrsg.)

Difficult Issues
Proceedings of the ICOM international conference 2017

Beiträge zur Museologie, Band 7

Museen sind die Schatzkammern des kulturellen Erbes, Stätten der Erinnerung und der Selbstvergewisserung. Aber wessen Geschichten erzählen sie? Was wird in Museen erinnert, was „vergessen“? – Rund 200 Museumsexperten haben dazu auf der internationalen ICOM-Tagung 2017 unterschiedliche Handlungskonzepte diskutiert. Zwischenbilanz: Um ihre Akzeptanz bei möglichst vielen Bezugsgruppen zu sichern, gehen Museen dazu über, ihr Profil und ihre Rahmenbedingungen offensiv zu kommunizieren. Sie machen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen sichtbar, verschaffen ihren Lebensgeschichten Gehör und präsentieren sie als gleichberechtigte Teile des gemeinsamen kulturellen Erbes.
Der Tagungsband vereinigt zahlreiche Beispiele aus europäischen Museen, mit denen die beteiligten Experten den fachlichen Austausch stärken und zu einem gemeinsamen Lernen beitragen möchten.

ZADIK, basis wien, Institut für moderne Kunst (Hrsg.)

State of the Art Archives
Internationale Konferenz für Archive zur Dokumentation von moderner und zeitgenössischer Kunst

Anlässlich ihrer Gründungsjubiläen luden das ZADIK – Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung e.V. in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln, die basis wien und das Institut für moderne Kunst Nürnberg zu einer Konferenz internationaler Kunstarchive ein. Der vorliegende Tagungsband umfasst die Vorträge der eingeladenen internationalen Kunstarchive, die über ihre Institutionen, die jeweiligen Sammlungsschwerpunkte, die eigene Arbeit sowie ihre Benutzerservices informieren.

Heinz Herbert Mann

Marcel Duchamp: 1917

"Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet." Als Joseph Beuys dies 1964 aussprach, konnte er nicht ahnen, daß dreißig Jahre später die Literatur über Duchamp auch für Spezialisten nicht mehr zu überblicken, geschweige denn zu verstehen ist. Und dennoch sind viele blinde Stellen geblieben: zum Beispiel der "in manchen Details unklare Versuch, als R. Mutt ein Pissoir in eine Juryfreie Ausstellung zu schmuggeln, deren Komitee er selbst angehörte." In seiner detaillierten Recherche widmet sich der Autor diesem "Fall Mutt", entzieht einigen Spekulationen den Nährboden und rückt diverse Unwahrheiten und Irrtümer zurecht.

G. Ulrich Großmann, Annika Dix (Hrsg.)

Heiß diskutiert: Kachelöfen
Geschichte - Technologie - Restaurierung

Veröffentlichung des Instituts für Kunsttechnik und Konservierung am Germanischen Nationalmuseum; Band 9
Der Tagungsband verbindet aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse aus dem Gebiet der Kunst- und Kulturgeschichte, Archäologie und Volkskunde mit Fallbeispielen aus der handwerklichen sowie der restauratorischen Praxis und Forschung. Die Beiträge erörtern die Aspekte der historischen Wohnforschung, der Werkstattpraxis oder des Auftragswesens. Es werden Facetten der Firmengeschichte, der Materialkunde und der Sammlungsgeschichte angerissen. V.a. die restauratorischen Beiträge behandeln ein bislang vernachlässigtes Thema: Sie zeigen nicht nur die komplexen Tätigkeitsfelder auf, sondern auch Möglichkeiten im Umgang mit Kachelöfen und Einzelkacheln in Museen und Denkmalpflege im Spannungsfeld zwischen konservatorisch-restauratorischer und handwerklich-traditioneller Herangehensweise. Die 14 Beiträge sind in Deutsch und Englisch zusammengefasst.

Thomas W. Gaehtgens, Uwe Fleckner (Hrsg.)

Historienmalerei

Geschichte der klassischen Bildgattungen in Quellentexten und Kommentaren, Band 1
Mit 43 Quellentexten von Alberti bis ins späte 19. Jahrhundert gibt der Band "Historienmalerei" einen umfassenden Überblick über die Theoriegeschichte dieser Gattung, der die führende Rolle in der Hierarchie der Bildaufgaben zugewiesen worden ist. die vorliegende Textsammlung bietet damit die Möglichkeit, bei der Deutung des einzelnen Kunstwerks und seiner historischen Stellung die kunsthistorische Debatten der unterschiedlichen Epochen stärker zu berücksichtigen.

Frank Matthias Kammel

Heiße Kufen. Schlittenfahren: Repräsentation, Vergnügen, Sport

Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum, Band 10

Der Band stellt Schlitten und Schlittendarstellungen aus den reichen Beständen des GNM vor und behandelt die kulturgeschichtliche Bedeutung des Schlittenfahrens vom 16. Jh. bis heute. Hervorgehoben wird die mit den geselligen Vergnügungen von Adeligen und Patriziern verbundene Repräsentation von Herrschaft und Macht. Neben Prachtfahrzeugen werden Schlitten als Transport- und Verkehrsmittel in der Arbeitswelt der Neuzeit thematisiert, ferner Aspekte ihrer Verwendung im kindlichen Spiel und in der winterlichen Freizeitgestaltung. Schlitten und Schlittenfahren stehen darüber hinaus metaphorisch etwa für die Eitelkeit oder die Wechselfälle des Lebens. Die zahlreichen, meist farbigen Abbildungen vermitteln dazu informative, individuell künstlerische und überraschende Einblicke.