Birte Kleine-Benne (Hrsg.)

Kunst_Kontext_Kunst

Anliegen der Aufsatzsammlung Kunst_Kontext_Kunst ist, durch die Untersuchung künstlerischer und theoretischer Arbeiten (Theorietexte, Videoinstallationen, ein Perzeptionsmodell, In-Situ-Installationen, ortsspezifische Interventionen und institutionskritische Praktiken) den Begriff, das Konzept und die Operationen des „catchall term“ Kontext zu schärfen, unsere künstlerischen und theoretischen Untersuchungsgegenstände wie auch unsere epistemischen Rahmungen und nicht zuletzt auch uns Wissenschaftler*innen in dem Kontext u. a. von Institutionen, Methoden und Medien zu begreifen. Damit gehen wir von ökologisierenden, nämlich kontext- bzw. umweltgebundenen Relationalitäten aus.

André Gunthert, Thomas Kirchner, Marie-Madeleine Ozdoba (Hrsg.)

Nouveaux médias: mythes et expérimentations dans les arts

Passages online, Band 10

Herausgegeben unter Mitwirkung von Sara Alonso Gómez, François Aubart, Juliette Bessette, Marie-Laure Delaporte, Claus Gunti, Caroline Marié, Julie Martin und Marie Vicet.

Von den Anfängen des Films, über Videoinstallationen und kybernetische Kunst, bis hin zu den neuesten Virtual-Reality-Brillen: in kunstwissenschaftlichen und künstlerischen Beiträgen analysiert der Band die komplexen Beziehungen zwischen den Künsten und den neuen Medien. 
Die Beiträge distanzieren sich vom Mythos der Neuen Medien als Symbol von Modernität und widmen sich praxisbezogen, anhand künstlerischer Ansätze, den Herausforderungen, vor die uns die Neuen Medien stellen. Fern vom technologischen Determinismus, der am Beginn der Auseinandersetzung mit der medialen Entwicklung stand, erscheinen Medien und Technik vor allem im Licht des Gebrauchs, als Werkzeug zur Erforschung von Kunst und Kultur. Mit einem Schwerpunkt auf experimentelle Ausdrucksformen werden auch Strategien des Widerstandes beleuchtet, wenn es um den hegemonialen Einsatz des Visuellen geht. Exemplarisch wenden sich die Autor*innen dem neuerlichen Durchdenken des Kunstobjekts und der Publikumserfahrung, dem Hinterfragen der Museumspraxis und der Kritik am Stellenwert von Technologie zu.

Des débuts du cinéma jusqu’aux dispositifs de réalité virtuelle, en passant par l’art vidéo ou l’art cybernétique, les recherches en histoire de l’art qui explorent les relations entre les arts et les nouveaux médias questionnent aussi bien les ressources des formes expérimentales que les enjeux de la résistance à l’hégémonie visuelle.
Cet ouvrage prend ses distances avec la mythologie des nouveaux médias comme symbole de modernité, pour tenter d’en saisir les enjeux à travers les pratiques artistiques. Loin du déterminisme technologique qui a contribué à charpenter le domaine, médias et techniques apparaissent alors comme des outils d’investigation des arts et de la culture. Reconfiguration de l’objet artistique et de l’expérience des publics, interrogation des pratiques muséales, critique du rôle des technologies : vingt-quatre contributions scientifiques et artistiques déploient une géographie extensive de la recherche la plus récente.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Theresa Witting, Ulrike Weinhold (Hrsg.)

Farbfassungen auf Gold und Silber / Paints on Gold and Silver

Viele Goldschmiedearbeiten präsentierten sich einst in überraschender Buntheit. Ihr Erscheinungsbild prägten sogenannte Farbfassungen. Wegen ihrer schlechten Haltbarkeit sind diese polychromen Oberflächen oft nur noch in Resten erhalten und wurden daher von der Wissenschaft bislang wenig beachtet. Im vorliegenden Band nähern sich Fachleute aus europäischen Kulturinstitutionen diesem Forschungsbereich aus kunsthistorischer, restauratorischer und naturwissenschaftlicher Perspektive und spannen einen zeitlichen Bogen vom Mittelalter bis in das frühe 19. Jahrhundert. In Ergänzung der vom Grünen Gewölbe 2018 vorgelegten Publikation Natürlich bemalt. Farbfassungen auf Goldschmiedearbeiten des 16. bis 18. Jahrhunderts am Dresdner Hof, die das Thema erstmals umfassender behandelt, liegen nun weiterführende Erkenntnisse zu diesem faszinierenden Gestaltungsmittel vor.

Anne Breimaier, Matthias Gründig (Hrsg.)

Hollis Frampton
ADSVMVS ABSVMVS, in memory of Hollis William Frampton, Sr., 1913–1980, abest

Die Publikation dokumentiert die erste europäische Einzelpräsentation einer fotokonzeptuellen Arbeit Hollis Framptons (1936–1984), die 2018 im UG im Folkwang, Essen, zu sehen war. Der Band enthält Reproduktionen der elften Auflage von ADSVMVS ABSVMVS, in memory of Hollis William Frampton, Sr., 1913–1980, abest (1982) sowie ein Re-Design der Begleitbroschüre und Ausstellungsansichten. Die hier versammelten Texte verorten ADSVMVS ABSVMVS im Feld der Kunst-, Fotografie- und Ausstellungsgeschichte. Die Ausstellung und der Katalog sind im Rahmen einer Kollaboration zwischen der Freien Universität Berlin und der Folkwang Universität der Künste in Essen entstanden.

Thierry Grandin, Ruba Kasmo und Giulia Annalinda Neglia

Post-Conflict Documentation of a Historic Neighborhood
(Suwayqat Ali Area – Old City of Aleppo)

Dima Dayoub, Ruba Kasmo, Anne Mollenhauer (Hrsg.)

Aleppo ist eine der ältesten, durchgehend bewohnten Städte der Welt. Die Altstadt zeigt noch heute die Spuren des hellenistischen Straßenrasters und historische Monumente aus verschiedenen Epochen. Das Gebiet "Suwayqat Ali" befindet sich nördlich des Suqs (Marktgebiet). Es handelt sich um ein gemischtes Viertel mit öffentlichen und privaten Gebäuden. Es wurde aufgrund der funktionalen Diversität, historischen Bedeutung und den erheblichen Schäden, die es erlitt, ausgewählt. Studie erfasst das Viertel ganzheitlich: durch eine städtebauliche Analyse sowie die Geschichte und Architektur der wichtigsten Gebäude, einschließlich des heutigen Zustands. Die Publikation ist zweisprachig, englisch und arabisch.

Katharina Weiger

Studien zu einer Kreuzigung im Louvre
Malerei nach Giotto in Unteritalien und Kunst am Anjou-Hof

Blut und Gotteserkenntnis – das sind die Themen, welche die Konzeption der in dieser Arbeit behandelten Kreuzigung aus Giottos neapolitanischer Werkstatt, datiert auf 1332/33, bestimmt haben. Giotto hat das Bild begonnen und die Ausführung an einen Mitarbeiter, dem die Kunst Sienas und Assisis vertraut war, delegiert. Die Datierung ergibt sich aus der Debatte um die visio beatifica Dei, die den Hof Roberts von Anjou stark beschäftigt und die Gestaltung der Tafel beeinflusst hat. Davon ausgehend erforscht die Arbeit die Kunst Unteritaliens aus der Zeit nach Giottos Aufenthalt in Neapel. Dass die Kreuzigung, wie die Stuttgarter Apokalypse, die ebenso dem Anjou-Hof zuzuordnen ist, eine zweifache Rezeption – zeitnah in der höfischen Buch- und einige Jahrzehnte später in der Wandmalerei des Königreichs – erfuhr, ist mit der Kunstpolitik Roberts zu erklären.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Christine Nagel (Hrsg.)

Bibliographie Grünes Gewölbe 1800 bis 2020

Diese Bibliographie ist der Versuch, sämtliche Literatur zur Geschichte und den Werken der kurfürstlichen und königlichen Schatzkammer Grünes Gewölbe, der Kunstkammer und des Museums Grünes Gewölbe seit 1800 zu erfassen.
Neben Bestandskatalogen und Sammlungsführern entstanden zahlreiche Aufsätze und Beiträge in Fachzeitschriften, Ausstellungskatalogen und Monographien; sowohl von den Mitarbeitern der Sammlung als auch von externen Wissenschaftlern, die, soweit sie recherchierbar und bekannt sind, hier aufgenommen wurden.
Die Zusammenstellung gliedert sich in drei zeitliche Abschnitte: 1800-1945, 1959-1989 sowie 1990-2020.

Maria Effinger, Hubertus Kohle (Hrsg.)

Die Zukunft des kunsthistorischen Publizierens

Das wissenschaftliche Publikationswesen ist im Umbruch begriffen, am Digitalen als universellem game changer kommt niemand vorbei. Ob in diesem Feld das gedruckte Buch in Zukunft das gängige Modell sein wird, ist sehr zu bezweifeln. Vielmehr bietet sich das Internet als äußerst flexibles Medium an, das einerseits einen deutlichen Mehrwert liefert, andererseits aber auch geläufige Rezeptionsweisen ermöglicht. Welche Möglichkeiten das digitale Publizieren in vielerlei Hinsicht eröffnet, wird in diesem Band in einer Reihe von 14 Aufsätzen aus kunsthistorischer Perspektive beleuchtet.

Der Sammelband erscheint nicht nur als PDF-E-Book, HTML-Version und Print-on-Demand-Ausgabe, sondern wird zusätzlich als eine um Normdatentagging angereichte XML-Version publiziert.

Christoph Luitpold Frommel

L' architettura del santuario e del palazzo apostolico di Loreto da Paolo II a Paolo III

Das an der Ostgrenze des Kirchenstaates bei Ancona gelegene Wallfahrtsheiligtum von Loreto kann sich in Größe und Ausstattung zwar nicht mit dem Dom von Florenz oder dem Petersdom in Rom messen, aber es spiegelt, deutlicher als jeder andere monumentale Kirchenbau dieser Epoche, achzig Jahre Entwicklung in der Renaissance-Architektur wider.
Die Errichtung der Wallfahrtskirche und der umgebenden Bauten ist Papst Paul II. Barbo zu verdanken, der nach seiner wundersamen Genesung der Muttergottes versprochen hatte, ihr ein prächtiges Heiligtum zu errichten. Seit dem Baubeginn 1468 und über die folgenden Pontifikate hinweg bis zu Paul III. waren bedeutende Architekten, Bildhauer und Maler wie Francesco dal Borgo, Giuliano da Maiano, Baccio Pontelli, Donato Bramante, Andrea Sansovino und Antonio da Sangallo d. J. an der Ausführung dieses nie ganz fertiggestellten Werks beschäftigt.
Christioph Luitpold Frommel hat die Geschichte dieses Bauwerks auf der Basis seiner jahrzehntelangen Studien erstmals in dieser, von der Fondazione Cassa di Risparmio di Loreto finanzierten und 2018 in italienischer Sprache publizierten Monografie zusammenfassend dargestellt. Das Werk, das auch umfangreiche, von Marco Calafati erarbeitete, Quellenregister enthält, wird nun auf ART-Books online veröffentlicht.

Walter Grasskamp

Walter Grasskamp. Ein Engel verschwindet
Künstlerportraits aus vierzig Jahren

Danièle Perrier (Hrsg.)

Die Publikation erscheint anlässlich der Vergabe des Preises für ein herausragendes kunstkritisches Lebenswerk durch den Kunstkritikerverband AICA an Walter Grasskamp.
Unter dem poetischen und mysteriös anmutenden Titel Ein Engel verschwindet hat Grasskamp 19 monographische Künstlerportraits versammelt, die - zwischen 1979 und 2019 geschrieben - hier in chronologischer Reihenfolge erscheinen. Der Schwerpunkt der Anthologie liegt auf dem Werk von Künstlern, denen er über einen langen Zeitraum verbunden war wie Hans Haacke, Sigmar Polke und Gerhard Richter. Daneben finden auch Künstler wie Markus Raetz, Aldo Walker, Axel Kasseböhmer oder Ben Willikens mit ihren eigenwilligen Werken Beachtung. Daran schließen sich seine kunstkritischen Betrachtungen zum „Kunstmarktkater“ über die veränderte Rolle der Kunstkritik an.

Museumslandschaft Hessen Kassel (Hrsg.)

» …denn der Ausverkauf ist bereits weit fortgeschritten...«
Die vergessenen Erwerbungen der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel in Paris 1941/1942

Mit der Besetzung Frankreichs im Sommer 1940 setzte, dank Wegfall vermögender Käufer und eines von den Deutschen festgelegten günstigen Wechselkurses, ein Run der Deutschen auf den Pariser Kunstmarkt ein. Zahlreiche Kunstsammler und auch Mitarbeiter deutscher Museen reisten nach Paris und verfielen in einen Kaufrausch. Hans Möbius, Archäologe und stellvertretender Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel, der als Mitarbeiter des Kunstschutzes 1941 nach Paris beordert wurde, nutzte ebenfalls die günstige Gelegenheit.
Der Band, der in Zusammenhang mit der gleichnamigen Ausstellung in Kassel entstanden ist, widmet sich dem Thema und stellt anhand von erhaltenen Dokumenten und Fotos die Umstände der Erwerbungen vor sowie die Vorgänge der Rückgabe an Frankreich nach dem Kriegsende. Im Zentrum stehen dabei die in Kassel verbliebenen Kunstwerke und Bücher. Warum wurden diese nicht zurückgegeben? Was wissen wir über deren Erwerb? Und wie gehen wir heute mit ihnen um?
Vieles ist im Zusammenhang der Pariser Erwerbungen noch offen, was im internationalen Netzwerk der Provenienzforschung zukünftig erarbeitet werden wird.

Birgit Ulrike Münch, Wiebke Windorf (Hrsg.)

Transformer le Monument funéraire
Möglichkeitsräume künstlerischer Überbietung des französischen Monuments im 18. und 19. Jahrhundert

Passages online, Band 7

Die durchaus originelle französische Skulptur im 18. und 19. Jahrhunderts wurde bislang zu oft lediglich im Kontext einer illustrierten Mentalitätsgeschichte thematisiert und dabei ihre Eigenständigkeit verkannt. Sicherlich trug auch die gewichtige Einschätzung Erwin Panofskys hierzu bei, der der Grabskulptur nach Bernini mangelnden Innovationsgeist attestiert hatte. Der vorliegende Band möchte hingegen die „Möglichkeitsräume“ ausloten, die zu einem tieferen Verständnis der Memorialkultur und ihrer Transformationen beitragen, und plädiert hierbei für eine Überwindung der starren Trennung in prä- und postrevolutionäre Kunst. Neben den Räumen des Monuments, die um 1800 durch den Wechsel des Begräbnisortes einem Wandel unterworfen waren, fragen die Beiträge nach den unterschiedlichen Öffentlichkeitssphären dieser Transformationen, nach der Innovationskraft des „aufgeklärten“ (Grab-)monuments und seinen neuen wie resilienten Funktionszuweisungen.

La sculpture française des XVIIIe et XIXe siècles, qui était en tout cas originale, n’a jusqu’à présent trop souvent été abordée que dans le cadre d’une histoire illustrée des mentalités, ne reconnaissant ainsi pas son indépendance. Certes, l’évaluation pesante d'Erwin Panofsky, qui avait attesté d’un manque d’esprit novateur dans la sculpture funéraire après Bernin, y a également contribué. Le présent volume se propose au contraire d’explorer les « espaces de possibles » permettant une meilleure compréhension de la culture du monument funéraire et de ses transformations ; il plaide ce faisant pour un dépassement de la stricte démarcation entre art pré- et postrévolutionnaire. Outre les espaces du monument, métamorphosés sous l’effet du changement de lieu des sépultures au tournant du XIXe siècle, les articles ici réunis interrogent les différentes sphères publiques de ces mutations, la puissance d’innovation du monument (funéraire) « éclairé », hérité des Lumières ou encore les nouvelles fonctions de résilience qui lui sont attribuées.

Jörg Ebeling, Guillaume Nicoud, Thorsten Smidt (Hrsg.)

Jérôme Napoléon - und die Kunst und Kultur im Königreich Westphalen / et l’art et la culture dans le Royaume de Westphalie
Kolloquiumsakten und Archive / Colloque et recueil d’archives

Passages online, Band 6

Das nur sechs Jahre existierende Königreich Westphalen unter dem jüngsten der Napoleoniden Jérôme Bonaparte (1784–1860) – bekannt als „König Lustik“ − ist ein Musterbeispiel für den künstlerischen wie kulturellen Transfer zwischen Frankreich und Deutschland. Die in diesem Band versammelten Texte gehen den Fragen des französischen Vorbilds und Einflusses sowie den lokalen Tendenzen der Assimilation oder der Abwandlung des vielfältigen Kulturlebens in der westphälischen Hauptstadt und seinen Provinzen nach. Sekundiert durch eine Auswahl der die Themen »Kunst und Kultur unter König Jérôme« betreffenden Archive in Deutschland und Frankreich, bietet sich ein entscheidendes Fundament für das genaue Ausloten des Verhältnisses von Zentrum und Peripherie im napoleonisch geprägten Europa.

 

Malgré ses six années d’existence, le royaume de Westphalie dirigé par le plus jeune des Napoléonides Jérôme Bonaparte (1784-1860), surnommé le « König Lustik », apparaît comme un exemple paradigmatique des transferts artistiques et culturels entre la France et l’Allemagne. Les textes réunis dans le présent volume explorent les modèles et influences françaises de même que les tendances locales à l’assimilation ou à la modification de la vie culturelle multiforme de la capitale westphalienne et de ses provinces. Étayée par une sélection d'archives conservée en Allemagne et en France traitant de la thématique de « l'art et de la culture sous le roi Jérôme Napoléon », cette étude aspire à fournir une base essentielle pour l'exploration précise de la relation entre centre et périphérie dans l'Europe napoléonienne.

Seraina Renz

Kunst als Entscheidung
Performance- und Konzeptkunst der 1970er Jahre

Die 1970er Jahre waren eine Blütezeit der Performance- und Konzeptkunst in Jugoslawien. Zu den wichtigsten Orten der Kunstproduktion gehörten die im Anschluss an die 68er-Unruhen gegründeten, selbstverwalteten studentischen Kulturzentren, insbesondere das in der Hauptstadt Belgrad. Seraina Renz untersucht ausgewählte Werke und Ausstellungen dieses bislang kaum erforschten Ortes und Abschnitts der jüngeren europäischen Kunstgeschichte. Historische Zeitzeugnisse und theoretische Auseinandersetzungen werden hier zum ersten Mal analysiert und die Werke im internationalen kunsthistorischen Kontext verortet.

Julia Drost, Fabrice Flahutez, Martin Schieder (Hrsg.)

Le surréalisme et l’argent

Passages online, Band 4

Durch die zunehmenden Migrationsbewegungen im 20. Jahrhundert geprägt, entwickelte sich der Surrealismus zu einer einzigartigen – und in vielerlei Hinsicht wegweisenden – Kunstrichtung mit weltweiter Wirkung und Rezeption. Die vorliegende Publikation nimmt erstmals die Rollen von Künstlern, Händlern, Sammlern und Museen in den Netzwerken in den Blick, die den Surrealismus ausgehend von Paris in Europa als eine der großen Avantgarden des 20. Jahrhunderts konstituierten. 20 Essays rücken die verschiedenen Akteure des Kunstmarktes und des internationalen Kunstbetriebes mit Blick auf den Surrealismus in Europa von 1924 bis 1969 in den Mittelpunkt.

Gudrun Knaus

Leitfaden für digitales Sammlungsmanagement an Kunstmuseen

Christian Bracht (Hrsg.)

Der Leitfaden dient als Einstieg in das Thema Digitalisierung an Kunstmuseen. Er setzt den Fokus auf das digitale Sammlungsmanagement und erläutert alle Arbeitsschritte rund um die computergestützte Dokumentation einer Sammlung und die anschließende Vernetzung der Daten in sammlungsübergreifenden Portalen. Dabei baut der Leitfaden auf international etablierte Standards sowie auf unmittelbare Arbeitserfahrungen der Autoren auf. Die idealtypischen Empfehlungen können jeweils auf die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen eines Museums, gleich welcher Gattung und Größe, angepasst werden. Wertvolle Praxistipps und Literaturempfehlungen machen ihn zu einem nützlichen Arbeitsinstrument.

Marie-Therese Feist, Michael Lackner, Ulrike Ludwig (Hrsg.)

Zeichen der Zukunft
Wahrsagen in Ostasien und Europa / Signs of the Future. Divination in East Asia and Europe

Was wird werden? Die Ausstellung „Zeichen der Zukunft. Wahrsagen in Ostasien und Europa“ zeigt erstmals Instrumente, Formen und Protagonist*innen des Wahrsagens im kulturhistorischen Dialog. Internationale Expert*innen stellen in diesem zweisprachigen Katalog 132 Objekte aus dem Germanischen Nationalmuseum, dem National Museum of Taiwan History und der Academia Sinica vor: Vom Feng Shui-Kompass, über Instrumente der Sterndeutung bis hin zu Tarotkarten.
Die für Dezember 2020 am Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, geplante Eröffnung der Ausstellung kann wegen der COVID-19-Pandemie erst 2021 erfolgen.

Claudia Andratschke, Maik Jachens (Hrsg.)

Nach dem Erstcheck
Provenienzforschung nachhaltig vermitteln

Veröffentlichungen des Netzwerks Provenienzforschung in Niedersachsen, Band 1

Der Band versammelt die Beiträge der gleichnamigen Tagung am 4. November 2019, veranstaltet vom Netzwerk Provenienzforschung in Niedersachsen, dem Landschaftsverband Südniedersachsen und dem StadtMuseum Einbeck. Herausgeber_innen und Autor_innen behandeln darin, wie die Ergebnisse von sog. „Erstcheck“-Projekten der Provenienzforschung zur Suche nach und Identifikation von NS-Raubgut in Stadt- und Regionalmuseen in Südniedersachsen nachhaltig dokumentiert, partizipativ genutzt und dauerhaft sichtbar gemacht oder vermittelt werden können.

Anika Reineke

Der Stoff der Räume
Textile Raumkonzepte im französischen Interieur des 18. Jahrhunderts

Textilien waren zentrales Material und Medium des europäischen Interieurs im frühneuzeitlichen West- und Mitteleuropa. Anika Reineke eröffnet neue kulturwissenschaftliche Blickwinkel auf die Ästhetik des Rokoko und legt dabei besonderen Fokus auf Raumkonzepten, Illusionismus und Kunsthandwerk. Am Beispiel von Tapisserien, Seidenwandbespannungen und Paravents bietet diese transmediale Studie aktuelle Perspektiven auf die plurale Autorschaft der Kunsthandwerker und Künstler, die visuellen Wirkweisen der Raumausstattungen und das ambivalente Verhältnis zwischen Zünften, Manufakturen und Akademien im 18. Jahrhundert.

Holger Simon

Die Morphologie des Bildes
Eine kunsthistorische Methode der Kunstkommunikation

Die Studie nähert sich Kunst, indem sie die visuelle Wahrnehmung in den Fokus ihrer Betrachtung stellt und die zentrale Frage zu beantworten versucht, wie Kommunikation durch Kunst, also durch Wahrnehmung möglich ist. Am Beispiel von sakralen Innenräumen der Neuzeit wird das Verhältnis von Betrachter und Bild problematisiert, um basierend auf einem differenztheoretischen Kunstbegriff (Luhmann, Spencer-Brown) die Eckpfeiler einer kunsthistorischen Methode herauszuschälen, mit der die auf Wahrnehmung basierende Bildrezeption untersucht und im Hinblick auf Kunstkommunikation interpretiert werden kann. Eine solche Methode wird Morphologie des Bildes genannt.