Von analogen und digitalen Zugängen zur Kunst
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Kern, Margit: Der Tatzelwurm auf der „Elektrotechnischen Ausstellung“ in Frankfurt am Main 1891, in: Effinger, Maria et al. (Hrsg.): Von analogen und digitalen Zugängen zur Kunst: Festschrift für Hubertus Kohle zum 60. Geburtstag, Heidelberg: arthistoricum.net, 2019, S. 193–202. https://doi.org/10.11588/arthistoricum.493.c6662

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ISBN 978-3-947449-57-6 (PDF)
ISBN 978-3-947449-58-3 (Softcover)
ISBN 978-3-947449-59-0 (Hardcover)

Veröffentlicht am 07.06.2019.


Margit Kern

Der Tatzelwurm auf der „Elektrotechnischen Ausstellung“ in Frankfurt am Main 1891

Eine Vorgeschichte der elektrischen Speicherung und Fernübertragung von Bildern aus der Perspektive der „ecocritical studies“

In der Frühzeit der Elektrotechnik wurden Wasserfälle auf Industrieausstellungen eingesetzt, um die gelungene Fernübertragung von Energie anzuzeigen. Die bildwissenschaftliche Untersuchung des Wasserfalls in physikalischen Experimenten dokumentiert, dass hier eine Form der elektrischen Bildübertragung vor dem digitalen Zeitalter stattgefunden hat: Die Kraft des herabstürzenden Wassers wird mit Hilfe von Turbinen in Strom umgewandelt, der an einem anderen Ort wieder im Bild des Wasserfalls entfaltet werden kann, da die elektrische Energie zur erneuten Anhebung des Wassers genutzt wurde. Bemerkenswerterweise waren diese Wasserfälle nicht als Brunnen angelegt, die ohne weiteren Dekor auskamen, sondern man imitierte Felsen und stellte Nadelbäume auf, so dass diese Wasserfälle als Heterotopien anzusprechen sind, die auf den Ursprungsort der Kraftübertragung bezogen sind, aus ihm gespeist werden, zugleich aber auf dem Ausstellungsgelände ihre gegenwärtige Entfaltung finden. Mit Hilfe der elektrischen Energie ließ sich der Neckar an den Main übertragen, ähnlich wie die Ausstellung 1891 an anderer Stelle erlaubte, am Telefon eine in München aufgeführte Oper als Gegenwart mitzuerleben.

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