Computing Art Reader
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Schelbert, Georg: Digital Art History – Digitale Kunstgeschichte, Überlegungen zum aktuellen Stand, in: Kuroczyński, Piotr, Bell, Peter und Dieckmann, Lisa (Hrsg.): Computing Art Reader: Einführung in die digitale Kunstgeschichte, Heidelberg: arthistoricum.net, 2018 (Computing in Art and Architecture, Band 1), S. 40-57. https://doi.org/10.11588/arthistoricum.413.c5768

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ISBN 978-3-947449-16-3 (PDF)
ISBN 978-3-947449-15-6 (Softcover)
ISBN 978-3-947449-67-5 (Hardcover)

Veröffentlicht am 10.12.2018.


Georg Schelbert

Digital Art History – Digitale Kunstgeschichte, Überlegungen zum aktuellen Stand

Datenmodellierung, Wissensmanagement, Bildtheorie, Bildkritik, Methodologie, Digital Humanities, Modelltheorie, Geschichte und Theorie der Kunstgeschichte

Der Beitrag versucht das Arbeitsfeld der Digitalen Kunstgeschichte zu charakterisieren, vor allem im Hinblick darauf, wie es sich zu dem größeren Gebiet der Digital Humanities verhält. Ausgangspunkt ist die kritische Selbsteinschätzung des Faches auf digitalem Gebiet, die häufig mit der Gegenüberstellung von digitalisierter — lediglich Digitalisate produzierender und benützender — und digitaler — digitale Methoden anwendender — Kunstgeschichte verbalisiert wird. Hierzu wird festgestellt, dass hier einerseits ein bestimmtes Methodenparadigma der Digital Humanities, das die Korpusanalyse als prinzipielle Operation präferiert, zugrunde gelegt wird und andererseits unterschätzt wird, welche Bedeutung für die Kunstgeschichte die Virtualisierung ihrer Gegenstände hat. Die digitale Repräsentation der Kunstwerke, die in der Tradition von Fotografie und Katalogisierung steht, ist die Voraussetzung für die Nähe zu den Objekten, so dass es nur scheinbar paradox ist, dass die digitale Form auch ein gesteigertes Interesse an Einzeldingen, Materialien und überhaupt an konkreten Sachverhalten (wieder) hervorruft. Wenn außerdem durch strukturierte Datenerhebung in ausreichendem Umfang formalisierte Korpora vorhanden sind, werden vermutlich auch quantitative und statistische Analyseverfahren eine größere Rolle spielen, aber wohl ohne je ausschließlich das Methodenspektrum des Faches zu bilden. Insbesondere ist zu betonen, dass es eine bleibende Aufgabe der Digitalen Kunstgeschichte ist, die theoretischen und praktischen Fähigkeiten zur Kritik an digital basierten visuellen Repräsentationen zu entwickeln.