Zitationsvorschlag

Davidović, Darija et al.: Representability and the Afterlife of Violence: Theatrical Interventions, Embodied Archives, and the Ethics of Representation, in Braun, Micha et al. (Hrsg.): Offene Räume: Theaterwissenschaftliche Perspektiven, Heidelberg: arthistoricum.net, 2026 (PERFORMING ARTS Books, Band 1), S. 459–474. https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1757.c26493

Identifier (Buch)

ISBN 978-3-98501-428-6 (PDF)
ISBN 978-3-98501-427-9 (Hardcover)

Veröffentlicht

04.09.2026

Autor/innen

Darija Davidović , Leon Gabriel , Martina Groß , Balindile ka Ngcobo , Diana Rojas-Feile, Felipe dos Santos Boquimpani

Representability and the Afterlife of Violence

Theatrical Interventions, Embodied Archives, and the Ethics of Representation

Dieser kollektive Beitrag hinterfragt die moderne Annahme einer allgemeinen Öffentlichkeit, eines angeblich 'offenen Raums' für alle. Entgegen dieser Annahme enthüllen die Essays die Schatten­seiten des Versprechens der Moderne und deren Verflechtung mit dem Kolonialismus, indem sie sich mit verschiedenen Dispositiven der Repräsentation auseinandersetzen. Leon Gabriel kritisiert den Kant'schen Universalismus sowie die kolonialen Grundlagen der Theatermaschinerie und fordert heterogene Formen der Weltge­staltung. Balindile ka Ngcobo führt den Begriff Mbokodofication ein, der beschreibt, wie die Körper Schwarzer Frauen zu politischen Objekten gemacht werden und dadurch das anhaltende Trauma verschleiert wird. Martina Groß betrachtet Dorothée Munyanezas Tanzperformance Toi, moi, Tituba … aus der Perspektive von Geschichtsschreibung als kritische ästhetische Praxis. Darija Davidović analysiert Kamilė Gudmonaitės Inszenierung XÁTA – Zuhause , deren Dramaturgie des Bruchs sich symbolischer Einheit und kolonialen Rahmenbedingungen widersetzt. Diana Rojas­-Feile untersucht die ethischen Herausforderungen der Inszenierung von Zeugnissen aus dem kolumbianischen Bürgerkrieg und stellt dabei das Zuhören und die kritische Reflexion in den Vordergrund. Felipe dos Santos Boquimpani kritisiert die europäische dekoloniale Kul­turpolitik und schlägt Alternativen vor, die in indigenen und afro­diasporischen Erkenntnistheorien verwurzelt sind.