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Der Künstler als Kundschafter im Dienst der militärischen Aufklärung
Zu Schlachtenbildern des Louis François Lejeune
Vor dem Hintergrund eines Beitrags Silke Tammens zum Sehen und zur Bildwahrnehmung im Mittelalter wirft der vorliegende Aufsatz einen Blick auf zwei Schlachtenbilder, die der Maler und Militär Louis François Lejeune im ersten Jahrzehnt des 19. Jhs. im Kontext der napoleonischen Kriege gefertigt hat. Angeregt durch Tammens nachdrückliche Hinweise auf Sehtheorie einerseits und Multi-Sensorik und Körperlichkeit des Sehens andererseits wird argumentiert, dass Lejeune seinen Darstellungen beides, sowohl ein abstraktes Sehmodell als auch die Körperlichkeit des Sehens, eingeschrieben hat. Ursächlich dafür ist, so die These des vorliegenden Aufsatzes, Lejeunes Tätigkeit auf dem Feld der militärischen Aufklärung, die eine großräumige Geländeerfassung, aber auch kleinteilige Informationsgewinnung durch Verhöre von Spionen und von Gefangenen umfasste. Die diskutierten Bilder nehmen damit innerhalb der Schlachtenmalerei eine besondere Position ein, eine, die vom Zusammenfall des Blicks von Künstler und Kundschafter gekennzeichnet ist.





