Charlotte Schubert, Sven-Philipp Brandt (Hrsg.)

Der Protreptikos des Iamblich
Rekonstruktion, Refragmentarisierung und Kontextualisierung mit Textmining

Digital Classics Books, Band 1

Der vorliegende Sammelband vereint verschiedene Aufsätze, die mit den Methoden des Textmining Iamblichs Protreptikos analysieren und dadurch neue Erkenntnisse für den Forschungsdiskurs über dessen Zusammenhänge mit dem aristotelischen Protreptikos und mit den Werken Platons liefern.

Iamblichs Protreptikos befasst sich mit der Lehre des Pythagoras und setzt sich zu diesem Zweck mit den philosophischen Strömungen der klassischen Zeit auseinander. Entsprechend viele Zitate jener Philosophen sind in diesem Werk zu finden. Die hier verwendeten Textminingtools des Portals eAQUA sind die Zitatanalyse und die Kookkurrenzanalyse. Beide Tools geben einen vielversprechenden Einblick in die Zitationspraxis Iamblichs.

Falko Daim, Jörg Drauschke (Hrsg.)

Hinter den Mauern und auf dem offenen Land
Leben im Byzantinischen Reich

Byzanz zwischen Orient und Okzident, Band 3

Wie lebten die Menschen im Byzantinischen Reich, wie gestaltete sich ihre Lebenswirklichkeit in den Städten und auf dem Land? Was war jeweils anders? Es lohnt sich, diese Frage aus interdisziplinärer Perspektive zu stellen.
Die Ausstellung „Byzanz – Pracht und Alltag“ der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (26.2.-13.6.2010) eröffnete für die Byzanzforschung neue Perspektiven. Die begleitende Tagung “Hinter den Mauern und auf dem offenen Land: Neue Forschungen zum Leben im Byzantinischen Reich” nahm diesen Ansatz auf und vertiefte im interdisziplinären Rahmen die Themen der Ausstellung. Im Mittelpunkt stand dabei das Alltagsleben innerhalb der urbanen und ländlichen Regionen des Reiches. Die Beiträge des Bandes führen die Ergebnisse der Mainzer Tagung zusammen. Sie widmen sich der Hauptstadt Konstantinopel, den Städten und ihrem Umland auf dem Balkan und in Kleinasien sowie dem alltäglichen Leben zur See, in Klöstern und auf dem Land.

Francisca Feraudi-Gruénais

… ubique naufragium …? Aspekte und Bedeutungen von Schiffsdarstellungen im Grab
II. Repertorium der Schiffsdarstellungen auf Grabdenkmälern der hellenistischen und römischen Zeit unter besonderer Berücksichtigung der Inschriften

Das vorliegende Online-Repertorium ist als Materialgrundlage für eine kürzlich erschienene Studie der Verfasserin zu Aspekten und Bedeutungen von Schiffsdarstellungen im Grab entstanden. Zunächst schlicht ‚propädeutisches Nebenprodukt‘, nahm sich die über 500 Beispiele zählende Sammlung einschlägiger Darstellungen von Schiffen in Grabkontexten als zu reichhaltig aus, um nach Abschluss der  Studie zu den Akten gelegt und der weiteren Nutzung entzogen zu werden. Die Entscheidung für eine elektronische Publikationsform war dabei von der Absicht geleitet, dem Repertorium durch Hyperlinks auf frei im Netz verfügbare Digitalisate ein Maximum an Bildmaterial zur Seite stellen zu können. In gedruckter Form hätte ein solches Ansinnen jeglichen Rahmen gesprengt. Neben den bisherigen einschlägigen Sammelwerken zu antiken Schiffsdarstellungen, dem Repertorium von I. Pekáry und der Navis II Datenbank, positioniert sich das Online-Repertorium als verlässliche Sammlung von Schiffsdarstellungen im Grabbereich unter besonderer Berücksichtigung der dort bezeugten Inschriften.

Zugehörige Forschungsdaten finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link:

https://doi.org/10.11588/data/OOC0ZI

Georg Korting

VARUS’ UNTERGANG
Textkritische Anmerkungen zu Florus 2,30,34 b

Diese Arbeit geht der Frage nach, ob der Überfall des Arminius auf Varus im Jahre 9 im Lager stattfand oder unterwegs und an mehreren Tagen, ob Florus oder Dio Recht hatte, Ranke oder Mommsen. Sie vertritt die These, dass der römische Historiker, Rhetor und Dichter Florus in seinem Abriss der römischen Geschichte, in dem er auf diesen Vorgang zu sprechen kommt (2,30,34 b cum ille o securitas ad tribunal citaret, undique invadunt), falsch verstanden wurde. Nach dem üblichen Verständnis der Florus-Stelle soll Varus die Germanen vor sein Tribunal zitiert haben und diese sollen dann ins Lager eingedrungen sein. Die Historiker folgen zwar mittlerweile in großer Mehrheit Dio, werten aber häufig Florus ab.
Von Germanen ist in dem Satz aber nicht die Rede. Meine Hauptthese lautet: Es fehlt das Akkusativobjekt zu citaret. Mehr als 200 Sätze mit citare im Lateinischen werden deshalb daraufhin überprüft, ob in ihnen der Akkusativ überhaupt wegfallen darf. Ergebnis: In der Regel darf er es nicht. Ausnahmen werden eigens untersucht. Danach bleibt für mich die Möglichkeit für Konjekturen. Ich schlage eine vor, die es ermöglicht, den Widerspruch zu Dio ganz aufzuheben. Es sollte eigentlich heißen: cum ille securi ita se ad tribunal citaret.
Alle maßgeblichen Editionen von Florus’ Epitome kommen ohne eine Konjektur an der fraglichen Stelle aus. Eine nachträgliche Prüfung zahlreicher neuzeitlicher Florus-Editionen (aus einer Zahl von ca. 150-200) ergab aber, dass die Hauptthese (fehlender Akkusativ) implizit bereits 1672 von Tanneguy Le Fèvre (Tanaquillus Faber) und 1674 ausdrücklich von seiner Tochter Anne le Fèvre (Anna Fabri filia / Anne Dacier) jeweils in einer kurzen Anmerkung vorgetragen und hier und da (bis 1844) rezipiert wurde.

Friedrich Matz, Ingo Pini (Hrsg.)

Paris, Cabinet des Médailles

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band 9

Band IX präsentiert die bis dato größtenteils unpublizierten Siegel aus der Sammlung des Cabinet des Médailles in Paris sowie diejenigen aus dem Musée du Louvre, da diese im Jahr 1950 in das Cabinet ausgelagert worden sind. Die Siegel stammten ursprünglich aus verschiedenen Kollektionen, die in der Einleitung kurz umrissen werden. Aufgrund ihrer Herkunft aus dem Kunsthandel sind keine gesicherten Fundplatz- und Kontextangaben  vorhanden. Die angegebenen Datierungen sind daher stilistischer Natur und nach dem Schema Vor-, Alt-, Neupalastzeit und Mykenisch unterteilt. Die Gliederung des Bandes verläuft nach ebendieser chronologischen Einordnung der Stücke.

Ingo Pini (Hrsg.)

Die Schweizer Sammlungen

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band 10

Band X enthält Siegel aus den öffentlichen und privaten Sammlungen in der Schweiz, die zuvor größtenteils unveröffentlicht waren. Die Gliederung setzt sich in alphabetischer Reihenfolge nach den Aufbewahrungsorten zusammen (Wie in CMS V und XIII). Da die Stücke aus dem Kunsthandel stammen, fehlen sicher dokumentierte Fundplatz- und Kontextangaben. Die Siegel der Schweizer Privatsammlungen werden noch rege gehandelt und  bereits zur Zeit der Publikation des Bandes hatten einige den Besitzer gewechselt. In den Fällen, in denen der neue Aufbewahrungsort unbekannt ist, wird stets der Händler oder Sammler angegeben, bei dem die Siegel zuletzt gesehen worden sind.

Thomas Eser et al. (Hrsg.)

Authentisierung im Museum
Ein Werkstatt-Bericht

RGZM – Tagungen, Band 32

Museen sind Orte des »Originals« und »authentischer« Objekte. Aber was ist mit dem schillernden Begriff des Authentischen im musealen Bereich überhaupt gemeint? Können Kopien, wenn schon keine Originale, so doch authentische Objekte sein? Ist Authentizität eine Eigenschaft der Dinge oder eine Zuschreibung durch Museumsmacher? Und welche Rolle spielen Authentizität und Aura für die Besucher und Nutzer unterschiedlicher Museen?
Der vorliegende Band schlägt einen neuen Weg bei der Beantwortung dieser Fragen ein: Er untersucht Praktiken des Authentisierens im Museum. Thematisiert wird, wie Sammlungslogiken und Auswahlprozesse, wissenschaftliche Forschung, restauratorische und konservierende Praktiken sowie Ausstellungspräsentationen und Vermittlungsperspektiven Dinge authentisieren, auratisieren und sakralisieren. Oder aber umgekehrt ehemalige Gewissheiten infrage stellen und das zunächst als authentisch Angesehene dekonstruieren. Insofern schaffen Museen nicht nur historische Authentizität, sondern sie zerstören sie auch, indem alte Zusammenhänge verändert und neue kreiert werden – etwa wenn Gebrauchs- oder Fundzusammenhänge in eine Ausstellung überführt oder modifiziert werden.
Der Band gibt Einblicke in archäologische, kultur- und zeithistorische, technik- und naturkundliche Museen und ihren Umgang mit dem Authentischen. Er geht auf aktuelle Forschungen des Leibniz-Forschungsverbunds Historische Authentizität und seiner beteiligten Institutionen zurück und will zugleich dafür sensibel machen, in der kuratorialen Praxis die Chancen und Hürden beim Operieren mit dem Authentizitätsbegriff stärker wahrzunehmen.

Lech Krzyżaniak, Karla Kroeper, Michał Kobusiewicz (Hrsg.)

Cultural Markers in the Later Prehistory of Northeastern Africa and Recent Research

Studies in African Archaeology, Band 8

  

Ruben Neidinger

Das Erbe des Minos
Die Überbauung minoischer Ruinen im dorischen Kreta

Daidalos – Heidelberger Abschlussarbeiten zur Klassischen Archäologie, Band 7

Das Interesse der archäologischen Forschung zu und auf der Insel Kreta hat sich seit den Ausgrabungen von Knossos durch Arthur Evans stets auf die dort entdeckte Zivilisation der minoischen Bronzezeit konzentriert. Die nachfolgenden Epochen von der frühen Eisenzeit bis in die römische Kaiserzeit wurden dagegen oft in weitaus geringem Ausmaß erforscht, unter anderen deshalb, weil ihre Befunde nicht mit den spektakulären Monumenten der übrigen griechischen Welt konkurrieren konnten und Kreta in diesen Phasen seiner Geschichte keine bedeutende historische Rolle gespielt zu haben scheint. Daher haben Gebäuden aus den späteren, dorischen Epochen der Insel, die teilweise direkt auf den Mauern der bronzezeitlichen Strukturen sitzen, weitaus geringere Aufmerksamkeit erfahren als die minoischen Befunde. Die vorliegende Arbeit plant diese Forschungslücke ein Stück weit zu schließen, die einzelnen Befunde, in denen eine Überbauung minoischer Strukturen durch spätere Architektur ab der geometrischen Zeit bis in die römische Kaiserzeit vorliegt, zusammenzutragen und erstmals in einer Gesamtübersicht darzustellen und zu interpretieren. Hierbei wird sich zeigen, dass die Überbauungen vor allem aus der geometrischen-(früh)archaischen und aus der hellenistischen-römischen Zeit stammen. Ihre Interpretation versucht dieses Phänomen in den Kontext der historischen Entwicklung Kretas in diesen Epochen zu stellen und nachzuweisen, dass die Überbauung minoischer Gebäude absichtlich aus einem bestimmten Grund geschah. Vor allem die zahlreichen Heiligtümer im Umland der Städte, könnten darauf hindeuten, dass es hier um die Beanspruchung von Territorium ging. Im Zusammenhang mit den Palästen soll auch die Bedeutung der Mythen um König Minos im dorischen Kreta untersucht werden. Inwieweit hier die minoische Kultur von den späteren Kretern als ihre Vorfahren wahrgenommen wurden, wird ebenfalls diskutiert.

Lech Krzyżaniak, Michał Kobusiewicz (Hrsg.)

Origin and early development of food-producing cultures in North-Eastern Africa

Studies in African Archaeology, Band 1

  

Tünde Kaszab-Olschewski, Ingrid Tamerl (Hrsg.)

Wald- und Holznutzung in der römischen Antike
Festgabe für Jutta Meurers-Balke zum 65. Geburtstag

Archäologische Berichte, Band 27

Holz war seit prähistorischen Zeiten ein wichtiger, ja unentbehrlicher Rohstoff mit vielfältigen Arten der Verwendung. Dies gilt im Besonderen auch für die Römerzeit, der dieser Band im Schwerpunkt gewidmet ist. Allerdings wird der aktuelle Stand der Forschungen zum Holz seiner wirklichen Bedeutung in der antiken Lebenswelt immer noch nicht gerecht. Dies ist leicht erklärlich – Holz hat sich nur in den wenigsten Fällen im Boden erhalten und wurde in den schriftlichen Quellen wegen seiner Selbstverständlichkeit im täglichen Leben nur nebenbei genannt.

Jutta Meurers-Balke, der dieser Band gewidmet ist, und ihr Team vom Labor für Archäobotanik der Universität zu Köln haben sich in zahlreichen Arbeiten um die Rekonstruktion der Waldgeschichte zur Römerzeit sowie die Dokumentation und Interpretation von Pflanzen- und Holzfunden aus der römischen Antike verdient gemacht. Zu Ehren von Frau Meurers-Balke fand im Oktober 2014 unter Leitung der beiden Herausgeberinnen eine internationale Tagung zum Thema “Wald- und Holznutzung in der römischen Antike” auf dem Rheinbacher Campus der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn statt. Mit dem vorliegenden Band, in dem die meisten der dort gehaltenen Vorträge sowie die Laudatio von A. J. Kalis anlässlich der Verabschiedung von Jutta Meurers-Balke vorgelegt werden, wird das immense historische Potenzial römischer Holzfunde und botanischer Reste in eindrucksvoller Weise erkennbar.

Melanie Eigen

Die eisenzeitliche und römische Siedlung von Tönisvorst‐Vorst (Kreis Viersen)

Archäologische Quellen, Band 1

Das Buch publiziert in einer neuartigen Weise die archäologische Ausgrabung in Tönisvorst-Vorst (Kreis Viersen, Nordrhein-Westfalen) vom Sommer 2015, bei der eine eisenzeitliche (ca. 7. – 1. Jh. v.Chr.) und eine ihr folgende ländliche römische Siedlung (ca. 1. – 3. Jh. n.Chr.) freigelegt wurden. Es handelt sich um eine vom Investor finanzierte Ausgrabung, die von der Firma Archbau ausgeführt wurde. Finanzielle Mittel für eine vertiefte wissenschaftliche Auswertung der Grabung waren nicht vorhanden. Statt die Dokumentation nun wie üblich ausschließlich dem zuständigen staatlichen Archiv zu übergeben, wird sie mit dieser Publikation samt einer sehr knappen Analyse öffentlich zugänglich gemacht. So können Fachkolleginnen und -kollegen, die an verwandten Themen forschen, sich leicht und schnell informieren, was in Tönisvorst-Vorst ergraben wurde, mit den Ergebnissen weiterarbeiten und über die Fundstelle forschen. Bürgerinnen und Bürger aus der Region können sich mittels des vorliegenden Bandes über die Geschichte ihrer Heimatregion informieren.

Zugehörige Forschungsdaten finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link:

http://dx.doi.org/10.11588/data/UWPXVH

Jutta Zerres

Kapuzenmäntel in Italien und den Nordwestprovinzen des Römischen Reiches
Gebrauch – Bedeutung – Habitus

Archäologische Berichte, Band 26

Kapuzenmäntel waren in römischer Zeit wegen ihrer Wetterfestigkeit geschätzte und weit verbreitete Kleidungsstücke. Die vorliegende Studie beleuchtet mehr als die gängigen Fragen altertumskundlicher Analysen wie Typologie, Chronologie,
Material und Verbreitung, sondern sie fokussiert auf einen bislang wenig beachteten Aspekt dieses Alltagsgegenstandes: seine Rolle innerhalb der gesellschaftlichen Kommunikation. Das historische und archäologische Quellenmaterial wird im
Hinblick auf folgende Fragen analysiert: Gibt es Personen, zu deren Habitus (im Sinne des französischen Soziologen P. Bourdieu) Kapuzenmäntel zählen? Welche Personen(-gruppen) lassen sich identifizieren? Verwenden sie dabei spezielle
Formen von Mänteln? In welchen Situationen tragen sie das Kleidungsstück und welche Botschaften transportieren sie damit? Woher stammen die verwendeten Bedeutungszuweisungen an die Mäntel? Wie gestaltet sich der Umgang der Akteure
damit? Das Untersuchungsgebiet der Studie sind Italien und die Nordwestprovinzen des römischen Reiches in der Zeit der späten Republik bis in die Spätantike.

Thorsten Uthmeier

Micoquien, Aurignacien und Gravettien in Bayem
Eine regionale Studie zum Übergang vom Mittel- zum Jungpaläolithikum

Archäologische Berichte, Band 18

Bayern ist ein Schlüsselgebiet in der Diskussion des Übergangs vom Mittel- zum Jungpaläolithikum. Die in den immer eisfreien Korridor zwischen skandinavischem und alpinem Eisschild eingebettete Donauebene verbindet als ein wichtiger eiszeitlicher Wanderungsweg die reichen Fundregionen des späten Mittel- und frühen Jungpaläolithikums in Südwesteuropa einerseits und Mittel- und Osteuropa andererseits. Mit Fundstellen des spätesten Mittelpaläolithikums, des frühesten Aurignaciens und des Gravettiens bietet sich hier die einmalige Gelegenheit, bisherige Erklärungsmodelle für eine der spannendsten Kapitel der Menschheitsgeschichte - der Ausbreitung des modernen Menschen - zu überprüfen.

Irene Berti

Gerechte Götter?
Vorstellungen von göttlicher Vergeltung im Mythos und Kult des archaischen und klassischen Griechenlands

Die Idee eines Gottes als Richter, der nach abstrakten Gesetzen bestraft und belohnt, sucht man im antiken Griechenland vergebens. Die Gerechtigkeit der olympischen Götter manifestiert sich vielmehr durch Reziprozität. So ist in den literarischen Quellen der trostspendende Gedanke verbreitet, dass die Götter mit derselben Loyalität, mit der die Mitglieder der Polisgemeinschaft den Kult für die Götter pflegen, die Menschen in Krisenzeiten schützen. Was geschieht aber, wenn diese Beziehung aufgrund von Verbrechen zerbrochen wird und die Götter erzürnen? In welchen Kultpraktiken spiegelt sich die Angst vor der göttlichen Strafe und an welche Gottheiten appelliert man, wenn die Gerechtigkeit verletzt wird? Anhand von literarischen, epigraphischen und archäologischen Quellen untersucht dieses Buch die Mechanismen der göttlichen Vergeltung und wie sich diese in der kultischen Praxis des archaischen und klassischen Griechenlands widerspiegeln.

Ingo Pini, Walter Müller (Hrsg.)

Oxford - The Ashmolean Museum

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band 6.1

Band VI dokumentiert in zwei Teilbänden 516 Siegel, die im Ashmolean Museum in Oxford aufbewahrt werden darunter die Sammlung Sir Arthur Evans‘. Eine Vielzahl ist bereits publiziert worden, doch präsentiert der Band auch vormals unveröffentlichte Stücke und legt Wert auf eine Neubewertung einiger Siegel, deren Authentizität  als Zweifelhaft galt. Die Liste der Dubitandae konnte durch diese Arbeit stark gekürzt werden. Für viele der Siegel ist kein gesicherter Fundort bekannt, doch können in einigen Fällen vage Angaben gemacht werden, was durch einfache Anführungszeichen gekennzeichnet ist.  Teilband CMS VI,1 enthält die Nummern  1–185.

Ingo Pini, Walter Müller (Hrsg.)

Oxford - The Ashmolean Museum

Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, Band 6.2

Band VI dokumentiert in zwei Teilbänden 516 Siegel, die im Ashmolean Museum in Oxford aufbewahrt werden darunter die Sammlung Sir Arthur Evans‘. Eine Vielzahl ist bereits publiziert worden, doch präsentiert der Band auch vormals unveröffentlichte Stücke und legt Wert auf eine Neubewertung einiger Siegel, deren Authentizität  als Zweifelhaft galt. Die Liste der Dubitandae konnte durch diese Arbeit stark gekürzt werden. Für viele der Siegel ist kein gesicherter Fundort bekannt, doch können in einigen Fällen vage Angaben gemacht werden, was durch einfache Anführungszeichen gekennzeichnet ist. Teilband CMS VI,2 enthält die Nummern  186–514.

Jacek Kabaciński, Marek Chłodnicki, Michał Kobusiewicz (Hrsg.)

Hunter-Gatherers and Early Food Producing Societies in Northeastern Africa

Studies in African Archaeology, Band 14

  

Andrea Lorenz

Der spätbronzezeitliche Hortfund von Stadtallendorf unter besonderer Berücksichtigung seiner Gläser

Archäologische Berichte, Band 20

Der Hortfund von Stadtallendorf bei Marburg liegt isoliert am Nordrand der süddeutschen Urnenfelderkultur. Er zählt zu jenen Depots der Spätbronzezeit, die durch eine einzigartige Zusammensetzung auffallen. Diese zeichnet sich primär durch die große Typenvielfalt der deponierten Glasperlen aus.

Die vorliegende Studie untersucht die Perlen anhand von Mikrosonden-Analysen im Hinblick auf ihre chemische Zusammensetzung. So klären sich Fragen hinsichtlich der benutzten Rohstoffe und deren Mixtur sowie des kulturellen Ursprungs der Gläser. Darüber hinaus beinhaltet die Arbeit eine komplette Neuvorlage des 1943 entdeckten Fundes.

Caroline Hamon, Jan Graefe (Hrsg.)

New Perspectives on Querns in Neolithic Societies

Archäologische Berichte, Band 23

Seit der Zeit der ersten neolithischen Gesellschaften wird das Korn der angebauten Kulturpflanzen mittels Mahlsteinen zu Mehl verarbeitet. Grundlage einer agrarischen Lebensweise stellt die Domestikation und Zucht von Tieren sowie der Anbau und die Verarbeitung von Kulturpflanzen dar. Erst innerhalb der vergangenen fünfzehn Jahre konnten grundlegende Aspekte der Pflanzenverarbeitung geklärt werden. Untersuchungen zu Mahl- und Schleifsteinen tragen zum Verständnis und Wissen neolithischer Wirtschaftsformen und sozialer Organisation bei. Durch neue, mehr oder weniger regionale Studien wurden neue Daten gewonnen, die Aussagen zu Austauschsystemen der Rohmaterialien, der wirtschaftlichen Grundlagen oder auch der sozialen und symbolischen Bedeutung der Mahlsteine ermöglichen.

Die hier veröffentlichten Artikel resultieren aus einer Sitzung, die im Rahmen des 13. Jahrestreffens der European Association of Archaeologists (EAA) im September 2007 in Zadar (Kroatien) stattgefunden hat.

Die Aufsätze zeigen, dass durch einen globalen Überblick zu Mahl- und Schleifsteinen wichtige Beiträge für die Interpretation des Status und der Funktion eines Siedlungsplatzes geliefert werden können.