Sigrid Böge

Orthogonale Gruppen und der Satz von Minkowski-Siegel
Vorlesung Wintersemester 2016–2017

Dieses Manuskript ist aus einer Vorlesung entstanden, die ich im Wintersemester 2016/17 in Heidelberg gehalten habe. Der Reiz für mich bestand darin, wirklich im Einzelnen und mit allen Formeln in Evidenz zu setzen, daß die Siegel-Minkowski'sche Formel in der großen Arbeit von Siegel aus dem Jahre 1935 äquivalent ist zu der Aussage, daß die Tamagawazahl der orthogonalen Gruppe (zunächst zu einer positiv definiten quadratischen Form) gleich 2 ist. Jeder weiß das, aber niemand hat das im Einzelnen vorgerechnet. Außerdem kann man die Formeln benutzen, um Darstellungen von Zahlen durch Formen zu betrachten. Den Ansatz dazu habe ich dem Buch von M. Kneser entnommen. Außerdem werden die Minkowski'schen Ungleichungen in orthogonalen Gruppen bewiesen und Siegelbereiche beschrieben.

Gerd Uwe Auffarth (Hrsg.), Frank Krogmann

Die Zukunft im Blick
150 Jahre Universitäts-Augenklinik Heidelberg

2018 blicken wir auf eine in diesem Buch sehr unterhaltsam dargestellte 150-jährige Geschichte der Universitäts-Augenklinik zurück, lernen die Menschen kennen, die die Klinik geprägt haben, sowie ihre akademischen Ehren und Verwicklungen. Die jeweiligen gesellschaftlichen Entwicklungen werden aufgezeigt, z. B. von der Einführung des Frauenstudiums („unerhört“) bis zu den ersten Assistenzärztinnen, wie ein Ordinarius berufen wird und wie viel Reichsmark ein „geheimer Hofrat“ verdiente.

Dieses Buch ist daher nicht nur für Mediziner, sondern für alle historisch Interessierten lesenswert.

Sara Springfeld

Modi di cantar sonetti
Italienische Sonettvertonungen bis ins 17. Jahrhundert

Das Sonett gilt als eine der beständigsten Formen der europäischen Lyrik. In den fast 800 Jahren seiner Geschichte forderte es nicht nur Dichter, sondern auch Komponisten immer wieder zu einer künstlerischen Auseinandersetzung heraus. Die vielfältigen Möglichkeiten einer Vertonung, aber auch die Probleme, die bei einer musikalischen Bearbeitung der asymmetrischen Strophenform des Sonetts auftreten konnten, werden in dieser Arbeit in den Fokus genommen. Gegenstand sind italienische Sonette von Francesco Petrarca bis Giambattista Marino, die vor allem im 16. und 17. Jahrhundert zu beliebten Textvorlagen in der Frottola, im Madrigal und im begleiteten Sologesang avancierten.

Carsten Wergin, Corinna Erckenbrecht

Der Ruf des Schneckenhorns
Hermann Klaatsch (1863 – 1916). Ein Heidelberger Wissenschaftler in Nordwestaustralien

Diese Publikation präsentiert bisher nicht analysiertes Material des Heidelberger Wissenschaftlers Hermann Klaatsch (1863-1916) über geistiges und materielles Erbe indigener Gruppen in Nordwestaustralien. Von 1904 bis 1907 betrieb Klaatsch ethnografisch-kulturwissenschaftliche Forschung in Australien und legte umfangreiche Sammlungen an. Die Auswertung vor allem seiner produktivsten Zeit 1905/1906 in Nordwestaustralien bietet neue ideengeschichtliche Ansätze zur Verbreitung und zum Einfluss deutscher Wissenschaftstradition, Verstehenskultur und Forschungsethik. Das Buch leistet damit einen aktuellen Beitrag zur Provenienz-, Repatriierungs- und Kulturerbeforschung in einer globalisierten Welt.

Immo Appenzeller, Dirk Dubbers, Hans-Georg Siebig, Albrecht Winnacker (Hrsg.)

Heidelberger Physiker berichten - Rückblicke auf Forschung in der Physik und Astronomie
Band 5: Vielfalt der Physik

Mit diesem Band endet die Reihe "Heidelberger Physiker berichten" vorläufig. Mit einer Fortsetzung in einigen Jahren kann aber gerechnet werden, wenn ein neuer Kreis von Emeriti nachgewachsen ist. Der vorhergehende Band 4 hatte den Fokus auf wichtigen Anwendungen, die aus der Physik hervorgegangen sind. Der vorliegende Band 5 hingegen dokumentiert noch einmal die volle Breite der in Heidelberg betriebenen Physik: von den allergrößten Dimensionen im Kosmos zu den allerkleinsten Skalen der Elementarteilchen, von den höchsten Energien machtvoller Beschleuniger zu den niedrigsten Energien ultrakalter Neutronen, von den (nur scheinbar) einfachen Systemen des Nukleons zu den höchst komplexen Systemen der Umwelt und des menschlichen Gehirns.

Immo Appenzeller, Dirk Dubbers, Hans-Georg Siebig, Albrecht Winnacker (Hrsg.)

Heidelberger Physiker berichten - Rückblicke auf Forschung in der Physik und Astronomie
Band 4: Von den Grundlagen zur Anwendung

Auch in diesem Band 4, dem nach derzeitiger Planung vorletzten der Reihe „Heidelberger Physiker berichten“, blicken Heidelberger Hochschullehrer der Physik und, in diesem Band, auch der Physikalischen Chemie auf ihren wissenschaftlichen Lebensweg und die Entwicklung ihres Fachgebietes zurück. Eine besondere Note erhält dieser Band durch den bereits im Titel angesprochenen Bezug zur Anwendung, die in der Heidelberger Physiktradition eher eine Randstellung einnimmt. Der Untertitel des Bandes weist einerseits auf eine persönliche fachliche Entwicklung des jeweiligen Vortragenden hin, kennzeichnet aber auch eine allgemeine Tendenz von Grundlagenforschung, sich zur Anwendung hin zu öffnen. In den vorliegenden Texten erfolgt diese Annäherung auf methodischer Basis, sie ergibt sich also aus der Möglichkeit, hochentwickelte Methoden der Laserspektroskopie, der modernen Optik oder der Spinresonanz auf praktische Fragestellungen oft interdisziplinären Charakters anzuwenden, in Biologie und Medizin, in Verfahrenstechnik und Materialwissenschaften. Gerade auch der interdisziplinäre Charakter der vorgestellten Forschung ist bezeichnend für einen Trend unserer heutigen Wissenschaft.

 

Lukas Ruprecht Herbert

Die akademische Gerichtsbarkeit der Universität Heidelberg
Rechtsprechung, Statuten und Gerichtsorganisation von der Gründung der Universität 1386 bis zum Ende der eigenständigen Gerichtsbarkeit 1867

Von der Gründung der Universität bis ins ausgehende 19. Jahrhundert existierte in Heidelberg eine akademische Gerichtsbarkeit. Bekanntestes Relikt ist heute der Karzer, das Studentengefängnis. Allerdings waren der akademischen Gerichtsbarkeit  nicht nur Studenten unterworfen, sondern auch Professoren, Hausangestellte von Universitätsmitgliedern und bestimmte Handwerker. Zuständig für alle Rechtsgebiete, waren die Fälle, die vor dem akademischen Gericht verhandelt wurden, vielfältig und die Kompetenzen durchaus weitreichend. Mindestens in einem Fall verhängte das Gericht die Todesstrafe.

Anne Jürgens

Russischsprachige Bevölkerung in Osteuropa – von der Titularnation zur Minderheit
Demokratische Transformation und gesellschaftliche Integration im Baltikum und in der Ukraine

Die russischsprachige Bevölkerung lebt heute als eine relativ große Gruppe in den Ländern des postsowjetischen Raums. Ihre gesellschaftliche Position geht zurück auf ihre Rolle im demokratischen Transformationsprozess und beruht auf den Entscheidungen der neuen politischen Eliten. Obwohl keineswegs homogen und weder als politische noch soziale Einheit aktiv, wird sie häufig als Minderheit wahrgenommen und zum Teil gesetzlich und sozioökonomisch benachteiligt. Diesem Problem widmet sich die vorliegende Arbeit und analysiert die Entwicklung im Baltikum, insbesondere in Estland, und in der Ukraine. Die Ukraine-Krise des Jahres 2014 wird dabei in Form eines exemplarischen Exkurses thematisiert.

Lajos Berkes, Laura Willer (Hrsg.)

Christen und Muslime am Nil
Zusammenleben im früharabischen Ägypten. Begleitheft zur Ausstellung im Universitätsmuseum Heidelberg vom 28. April bis 16. Juli 2017

Universitätsmuseum Heidelberg – Kataloge, Band 13

Mit der arabischen Eroberung Ägyptens änderte sich zunächst wenig für die einheimische Bevölkerung.

Die Ausstellung "Christen und Muslime am Nil" (28. April - 16. Juli 2017) im Universitätsmuseum Heidelberg zeigte anhand griechischer, koptischer und arabischer Papyri und archäologischer Objekte Veränderungen und Kontinuitäten innerhalb der früharabischen Zeit Ägyptens im Vergleich zur ausgehenden byzantinischen Epoche. Untersucht wurden unter anderem Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Glaube und Jenseitsvorstellungen, das Alltagsleben mit seinen Aspekten Ernährung und Kleidung sowie Veränderungen in den Verwaltungsstrukturen.

Immo Appenzeller, Dirk Dubbers, Hans-Georg Siebig, Albrecht Winnacker (Hrsg.)

Heidelberger Physiker berichten: Rückblicke auf Forschung in der Physik und Astronomie
Band 2: Grundlegende Beiträge zur Physik der Atomkerne und der Sternatmosphären

Mit diesem Band 2 werden die Berichte ehemaliger Heidelberger Hochschullehrer der Physik und Astronomie über ihre wissenschaftliche Arbeit und die Geschichte ihres Fachgebietes fortgesetzt. Alle Beiträge beruhen wieder auf autobiographischen Vorträgen, die für den vorliegenden Band in den Jahren 2006 bis 2008 im Rahmen einer Ringvorlesung präsentiert wurden. Sie berichten über die Entwicklung der Physik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und behandeln insbesondere Fortschritte in unserem Verständnis der Physik der Atomkerne sowie den Neubeginn der Astrophysik an der Heidelberger Universität. Neben wissenschaftlichen Inhalten liefern sie Einsichten in das jeweilige Umfeld und die Wege, die zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen führten, wobei die Texte vieles von der Lebendigkeit des mündlichen Vortrags und der Authentizität persönlicher Erinnerung widerspiegeln.