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Steffen, Nils und Arendes, Cord (Hrsg.): Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben: Osteuropäische Juden in der Republik Baden (1918–1923), Heidelberg: heiBOOKS, 2017. DOI: 10.11588/heibooks.182.241

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ISBN

978-3-946531-29-6 (PDF)

978-3-946531-30-2 (Softcover)

978-3-946531-33-3 (Hardcover)

Veröffentlicht am 30.03.2017.

Statistik


Nils Steffen, Cord Arendes (Hrsg.)

Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben

Osteuropäische Juden in der Republik Baden (1918–1923)

Rund 10 Millionen Menschen sind nach dem Ersten Weltkrieg in Europa auf der Flucht. Unter ihnen „Ostjuden“, die vor den mörde­rischen Pogromen in ihren osteuropäischen Heimatländern nach Westen fliehen – Sehnsuchtsziel USA. Doch die Vereinigten Staaten schließen ihre Grenzen. Die Fluchtroute über die deutschen Auswandererhäfen Hamburg und Bremen wird zu einer Sackgasse für viele Geflüchtete. Tausende dieser Gestrandeten suchen ihr Glück in Baden.

Sie kommen an in einem Land, das vom Krieg gezeichnet und politisch zerrissen ist. In einem Land, das für die eigene Bevölkerung kaum genug zu essen, Wohnungen und Arbeitsplätze hat. In einem Land, das nach „Schuldigen“ sucht und sie vielfach in der jüdischen Bevölkerung zu finden glaubt. Die neu ankommenden jüdischen Geflüchte­ten sind deshalb vielen unerwünscht.

Studierende der Universität Heidelberg haben in Archiven recherchiert und versucht, Lebens­wege „lästiger Ausländer“ zu rekonstruieren sowie den Umgang der deutschen Gesell­schaft und der Behörden mit den Geflüchteten zu untersuchen. Der Band vereint ihre For­schungsergebnisse und ausgewählte Quellen aus zeitgenössischen Akten, Briefen, Parla­mentsdebatten und Zeitungsartikeln.

Nils Steffen, geb. 1985, ist Akademischer Mitarbeiter an der Professur für Angewandte Geschichtswissenschaft – Public History der Universität Heidelberg.

Cord Arendes, geb. 1971, ist Professor für Angewandte Geschichtswissenschaft – Public History an der Universität Heidelberg.

Inhaltsverzeichnis
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Titelei
INHALT
Nils Steffen, Cord Arendes
Vorwort
Cord Arendes
Public History und die Inszenierung von Quellen mit Mitteln des Theaters
Teil 1: GEFLÜCHTET
Malte Rehren
Keine Heimat, nirgends. „Ostjuden“ auf der Flucht
Axel-Wolfgang Kahl
„Wohlfahrtsarbeit ist Dienst am Menschen“. Die jüdische Wohlfahrtspflege und ihre Bedeutung für Geflüchtete
Teil 2: UNERWÜNSCHT
Sebastian Horn
„Die Juden müssen in Deutschland ausgerottet werden!“ Arnold Ruge und die Radikalisierung des Antisemitismus nach 1919
Ann-Kathrin Hinz
Antisemitismus im Parlament. Einblicke in die Debatten aus Reichstag und Badischem Landtag
Julia Schneider
(Für)Sorge – Die „Ostjudenfrage“ in der deutsch-jüdischen Presse
Linus Maletz
Das „Ostjudenproblem“ im Spiegel der badischen und überregionalen Presse
Julia Schneider
„Ein neuer Beweis ‚deutscher Barbarei‘“. Albert Einstein über die Ausweisung osteuropäischer Juden
Laura Moser
Der Versuch zu bleiben – Einbürgerungsanträge in der Republik Baden
Aurélie Audeval
„Unerwünscht“. Die internationale Dimension eines Begriffs
Teil 3: Abgeschoben
Jasper Theodor Kauth
„Ein Stück Polizeistaat“. Fremdenrecht und Ausweisungen in der ersten deutschen Demokratie
Fabian Promutico
Eine Alternative zur Abschiebung? Die Einrichtung der ersten Konzentrationslager
Jasper Theodor Kauth
Der Fall Isaak Nouhim – ein bolschewistischer Spion in Baden?
Nils Steffen
Der Fall Elter. Eine Familiengeschichte im Getriebe europäischer Migrationsregime