Heinz Herbert Mann

Marcel Duchamp: 1917

"Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet." Als Joseph Beuys dies 1964 aussprach, konnte er nicht ahnen, daß dreißig Jahre später die Literatur über Duchamp auch für Spezialisten nicht mehr zu überblicken, geschweige denn zu verstehen ist. Und dennoch sind viele blinde Stellen geblieben: zum Beispiel der "in manchen Details unklare Versuch, als R. Mutt ein Pissoir in eine Juryfreie Ausstellung zu schmuggeln, deren Komitee er selbst angehörte." In seiner detaillierten Recherche widmet sich der Autor diesem "Fall Mutt", entzieht einigen Spekulationen den Nährboden und rückt diverse Unwahrheiten und Irrtümer zurecht.

G. Ulrich Großmann, Annika Dix (Hrsg.)

Heiß diskutiert: Kachelöfen
Geschichte - Technologie - Restaurierung

Veröffentlichung des Instituts für Kunsttechnik und Konservierung am Germanischen Nationalmuseum; Band 9
Der Tagungsband verbindet aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse aus dem Gebiet der Kunst- und Kulturgeschichte, Archäologie und Volkskunde mit Fallbeispielen aus der handwerklichen sowie der restauratorischen Praxis und Forschung. Die Beiträge erörtern die Aspekte der historischen Wohnforschung, der Werkstattpraxis oder des Auftragswesens. Es werden Facetten der Firmengeschichte, der Materialkunde und der Sammlungsgeschichte angerissen. V.a. die restauratorischen Beiträge behandeln ein bislang vernachlässigtes Thema: Sie zeigen nicht nur die komplexen Tätigkeitsfelder auf, sondern auch Möglichkeiten im Umgang mit Kachelöfen und Einzelkacheln in Museen und Denkmalpflege im Spannungsfeld zwischen konservatorisch-restauratorischer und handwerklich-traditioneller Herangehensweise. Die 14 Beiträge sind in Deutsch und Englisch zusammengefasst.

Thomas W. Gaehtgens, Uwe Fleckner (Hrsg.)

Historienmalerei

Geschichte der klassischen Bildgattungen in Quellentexten und Kommentaren, Band 1
Mit 43 Quellentexten von Alberti bis ins späte 19. Jahrhundert gibt der Band "Historienmalerei" einen umfassenden Überblick über die Theoriegeschichte dieser Gattung, der die führende Rolle in der Hierarchie der Bildaufgaben zugewiesen worden ist. die vorliegende Textsammlung bietet damit die Möglichkeit, bei der Deutung des einzelnen Kunstwerks und seiner historischen Stellung die kunsthistorische Debatten der unterschiedlichen Epochen stärker zu berücksichtigen.

Frank Matthias Kammel

Heiße Kufen. Schlittenfahren: Repräsentation, Vergnügen, Sport

Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum, Band 10

Der Band stellt Schlitten und Schlittendarstellungen aus den reichen Beständen des GNM vor und behandelt die kulturgeschichtliche Bedeutung des Schlittenfahrens vom 16. Jh. bis heute. Hervorgehoben wird die mit den geselligen Vergnügungen von Adeligen und Patriziern verbundene Repräsentation von Herrschaft und Macht. Neben Prachtfahrzeugen werden Schlitten als Transport- und Verkehrsmittel in der Arbeitswelt der Neuzeit thematisiert, ferner Aspekte ihrer Verwendung im kindlichen Spiel und in der winterlichen Freizeitgestaltung. Schlitten und Schlittenfahren stehen darüber hinaus metaphorisch etwa für die Eitelkeit oder die Wechselfälle des Lebens. Die zahlreichen, meist farbigen Abbildungen vermitteln dazu informative, individuell künstlerische und überraschende Einblicke.

Eva Emenlauer-Blömers, Andreas Bienert, James R. Hemsley (Hrsg.)

Konferenzband EVA Berlin 2018. Elektronische Medien & Kunst, Kultur und Historie
25. Berliner Veranstaltung der internationalen EVA-Serie Electronic Media and Visual Arts

EVA Berlin, Band 25

Die 25. EVA Berlin Konferenz [Electronic Media & Visual Arts] fokussiert den Spannungsbogen zwischen materiellem Kulturerbe und virtueller Repräsentanz. «Digitale Zwilling» verändern die Praxis des Kuratierens, der wissenschaftlichen Dokumentation und der Vermittlung. Sie begründen breitere Zugänge zu den Sammlungsbeständen und innovative Verfahren der Visualisierung und Narration. Als E-Installations oder Streamingdienste sichern sie den performativen Künsten Dauer und ermöglichen originale Klangerlebnisse in der digitalen Konzerthalle.

Kristina Hagen

Architektur als Argument
Frühneuzeitliche Klosterhöfe der Abtei St. Blasien im Dienste herrschaftlicher Verwaltung und institutioneller Rangansprüche

Schlossartige Höfe des 16.-18. Jahrhunderts dienten dem vorderösterreichischen Benediktinerkloster St. Blasien als Verwaltungsmittelpunkte seines großen Fernbesitzes: In Stadthöfen, ländlichen Amtshäusern und Propsteien wurden Abgaben – Naturalerträge und Geld – gesammelt, gelagert, verkauft oder weiterverteilt. Hier war Raum für öffentliche Zusammenkünfte sowie Verwalter, Quartier nehmende Äbte, Konventsmitglieder und Gäste. Die Bauten mussten somit neben sehr praktischen Aufgaben auch repräsentativen Ansprüchen gerecht werden.
Die Studie untersucht daher neben der Funktion den Beitrag der Gebäude zur Definition des herrschaftlichen Territoriums und inwieweit Form und Stil als rhetorische Mittel zur Abbildung von Rangansprüchen dienen sollten.
Vergleiche mit zeitgleichen Höfen des Damenstifts Säckingen und der weltlichen Herren von Schönau runden die Untersuchung ab.

Sandra König

Albinmüller 1871–1941
Raumkunst zwischen Jugendstil, Neoklassizismus und Werkbund

Albinmüller (d. i . Albin Müller, 1871–1941), Mitglied des Deutschen Werkbunds und der Darmstädter Künstlerkolonie, entwarf eine Vielzahl an Raumausstattungen sowie Gebrauchs- und Ziergeräten, welche hier erstmals übergreifend in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Ebenso wird die Lehrtätigkeit an der Magdeburger Kunstgewerbeschule (1900–1906) und den Großherzoglichen Lehrateliers in Darmstadt (1907–1911) behandelt. Albinmüller war überzeugt, dass eine moderne, zeitgemäße Formgebung „ohne Zutat überlieferter Formen“ möglich sei. Seine Entwürfe wurden u. a. auf den Weltausstel-lungen in St. Louis 1904 und Brüssel 1910 sowie der III. Deutschen Kunstgewerbe-Ausstellung in Dresden 1906 prämiert.

Andreas Bienert, Eva Emenlauer-Blömers, James R. Hemsley (Hrsg.)

Konferenzband EVA Berlin 2017. Elektronische Medien & Kunst, Kultur und Historie
24. Berliner Veranstaltung der internationalen EVA-Serie Electronic Media and Visual Arts

EVA Berlin, Band 24

Die digitale Transformation des Kulturerbes ist ein generativer und co-kreativer Prozess. Längst geht es nicht mehr um die reproduktive Digitalisierung von Sammlungsobjekten, sondern um die Prägung authentischer Erlebnisäquivalente. Telepräsenztechnologien und dreidimensionale Visualisierungen ermöglichen ein virtuelles Reenactment der Sammlungen in Dokumentation und Vermittlung. Nicht als digitaler Zwilling, sondern als dokumentarisch und funktional angereichertes digitales Unikat verlässt das Objekt den Raum des Museums und entfaltet als Virtual-, Smart- und Shared-Heritage seine eigene, auratische Wirksamkeit im Internet der Dinge, in den sozialen Netzwerken, auf Gaming Plattformen oder in Forschung und Wissenschaft. Neben dem breiteren Zugang zum kulturellen Erbe stehen neue Zirkulationsformen des Wissens und die Ausdifferenzierung öffentlicher Medienumgebungen auf der digitalen Agenda der GLAM Institutionen.
Die 24. Berliner EVA Konferenz 2017 ist das Forum, auf dem diese Themen entwickelt werden - an der Schnittstelle zwischen Gedächtnisinstitutionen, Technologieentwicklern, Informations-wissenschaftlern und öffentlichen Verwaltungen.

Katharina Frank

Die biblischen Historiengemälde der Cranach-Werkstatt
Christus und die Ehebrecherin als lehrreiche ›Historie‹ im Zeitalter der Reformation

Stuttgarter Akademieschriften, Band 2

Eines der bekanntesten Bildsujets Lucas Cranachs d. Ä. und seiner Söhne ist die Erzählung aus dem Johannesevangelium über Christus und die Ehebrecherin. Ab den 1530er Jahren wurde die biblische ›Historie‹ in der Wittenberger Werkstatt in zahlreichen Varianten gemalt. Die bildrhetorische Wirkung der Gemälde soll den Betrachter belehren, erfreuen und bewegen.
Die medienhistorische Studie untersucht den Bildgebrauch dieser Werke in der Reformationszeit. Die Historiengemälde sind nicht nur als Ausdruck der lutherischen Gnadenlehre zu verstehen, sondern auch als Tugendspiegel fürstlicher Milde und Exempel weiser Rechtsprechung – zugleich fordern sie die Gläubigen zur inneren Einkehr auf.

Romana Sammern, Julia Saviello (Hrsg.)

Schönheit ― Der Körper als Kunstprodukt
Kommentierte Quellentexte von Cicero bis Goya

Spätestens seit der berühmten Anekdote vom Bild der schönen Helena gilt körperliche Schönheit als ein Kunstprodukt. Für sein Bildnis der Helena soll der griechische Maler Zeuxis die fünf hervorragendsten Jungfrauen ausgewählt und von jedem Modell den jeweils schönsten Körperteil gemalt haben.
Nach dieser Vorstellung ist vollkommene Schönheit erst durch einen künstlichen Eingriff zu erzielen; das gilt sowohl für den lebendigen Körper als auch für sein künstlerisches Abbild. Kunst und Körperpflege stehen damit in einem spannungsvollen Wechselverhältnis. Denn die Grundlagen und Mittel zur Erzeugung und Steigerung von körperlicher Schönheit, die in beiden Bereichen zur Verfügung stehen, über- schneiden, ergänzen und beeinflussen sich. Das Buch beleuchtet dieses Wechselverhältnis anhand ausgewählter Grundlagentexte in deutscher Übersetzung, ergänzt um fundierte Kommentare zum historischen Kontext.

Piotr Kuroczyński, Peter Bell, Lisa Dieckmann (Hrsg.)

Computing Art Reader
Einführung in die digitale Kunstgeschichte

Computing in Art and Architecture, Band 1

Der Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte versteht sich als Netzwerk, das digitale Methoden im Fach Kunstgeschichte stärkt und gleichsam bildwissenschaftliche Forschung weitreichender in den Digital Humanities etabliert. Dazu richtet sich das Engagement des Arbeitskreises und seiner Mitglieder nicht nur auf die Weiterentwicklung digitaler Infrastrukturen und Werkzeuge, sondern auch auf die methodenkritische Vermittlung vielfältiger Ansätze digitaler Kunstgeschichte in der Lehre.
Der Computing Art Reader — Einführung in die digitale Kunstgeschichte stellt einen Schritt zur Umsetzung dieser Aufgaben dar. Studierende und Lehrende der Kunstgeschichte und der Digital Humanities erhalten einen ersten Überblick über die verschiedenen Inhalte und Institutionen der digitalen Kunstgeschichte; festgehalten durch einige der Akteurinnen und Akteure selbst. Die Texte bilden ein Mosaik aus theoretischen Essays, praxisnahen Projektbeschreibungen, Überblicken über Forschungszweige und kontroversen Positionstexten, in denen konkrete Technologien, aktuelle Diskurse und zukünftige Ziele des Teilgebiets ersichtlich werden.

Hans-Rudolf Meier, Daniela Spiegel (Hrsg.)

Kulturreformer. Rassenideologe. Hochschuldirektor
Der lange Schatten des Paul Schultze-Naumburg

Paul Schultze-Naumburg (1869–1949), Mitbegründer des Werkbundes und des Deutschen Bundes Heimatschutz, gehört zu den schillerndsten Vertretern der deutschen Kulturgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Als Maler, Publizist, Unternehmer, Architekt und Kulturpolitiker erreichte er eine große Popularität, nach dem Ersten Weltkrieg radikalisierte er sich jedoch zum völkischen Rassisten und wurde früh Mitglied der NSDAP.

Von 1930 bis 1940 leitete Paul Schultze-Naumburg die „Staatlichen Hochschulen für Baukunst, bildende Künste und Handwerk“ in Weimar. Der Zielvorgabe folgend, die ehemalige Bauhaus-Stätte auf den Kurs der neuen Machthaber zu bringen, entwickelte Schultze-Naumburg ein explizit antimodernes, an Heimatschutz orientierter Handwerklichkeit ausgerichtetes Konzept.

Im vorliegenden Band werden Persönlichkeit, Werk und Wirken Paul Schultze-Naumburgs sowie das Profil der Weimarer Hochschule unter seinem Direktorat beleuchtet. Nicht zuletzt werden Wirkung und Nachleben dieser widersprüchlichen, bis heute schwierigen und daher wenig beforschten Persönlichkeit diskutiert. Vorgelegt werden die Ergebnisse eines vom Bauhaus-Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung organisierten wissenschaftlichen Symposiums, das vom 3. bis 4. Dezember 2015 an der Bauhaus-Universität Weimar stattfand.

Jacob Birken

Die kalifornische Institution
Fernwestliche Weltbilder um 1906

Dissertationen der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Band 1

Im April 1906 schießt Arnold Genthe in San Francisco eine Reihe von Aufnahmen der durch Erdbeben und Feuer zerstörten Küstenstadt. Seine Bilder sind als Dokumentationen der Katastrophe bis heute bekannt, Genthe selbst fast vergessen – die verträumt verwaschenen Portraits und Tanzbilder, die den Großteil seines Werks stellten und ihn über die USA hinaus berühmt machten, entsprachen kaum den Prinzipien der nachfolgenden künstlerischen Avantgarden. Ausgehend von Genthes bekanntesten Aufnahmen der Katastrophe möchte dieses Buch die ästhetischen, medienphilosophischen und gesellschaftspolitischen Konflikte nachzeichnen, die die Weltbilder des ‚Fernen Westens‘ um die Jahrhundertwende prägten.

Simone Bogner, Birgit Franz, Hans-Rudolf Meier, Marion Steiner (Hrsg.)

Denkmal – Erbe – Heritage
Begriffshorizonte am Beispiel der Industriekultur

Veröffentlichungen des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V., Band 27

Dieser Band ist zweisprachig (dt./eng.)
Der Band „Denkmal – Erbe – Heritage“ umfasst unterschiedliche disziplinäre und generationsspezifische Ansätze zu den Titel gebenden Begriffen, die mit dem Motto „Sharing Heritage“ des Kulturerbejahres 2018 korrespondieren. Entstanden ist der Band 2017 aus der Kooperation des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. mit dem Graduiertenkolleg 2227 „Identität und Erbe“, die ihre Jahrestagung zusammenlegten.
Wenn „Sharing Heritage“ ernst gemeint ist, muss das auch Konsequenzen für die Bewertung von Objekten haben – auch über Europa hinaus: anstelle des eher exkludierenden „World Heritage“, das zumeist die eigenen, oft national definierten Verdienste in den Vordergrund rückt, wäre ein kritisches „Global Heritage“ anzustreben, das auf der Grundlage universeller Werte die notwendigen Brücken bauen kann, um die Menschen als globale Schicksalsgemeinschaft einander näher zu bringen.

Dominik von Roth, Linda Escherich (Hrsg.)

Private Passion – Public Challenge
Musikinstrumente sammeln in Geschichte und Gegenwart

Während Musikinstrumente auch heute von Privatpersonen begeistert gesammelt werden, so wird die Sammelleidenschaft öffentlicher Museen zumeist von vollen Depots und knappen Kassen gebremst.
Beim Verkauf der Sammlung Rück an das Germanische Nationalmuseum Anfang der 1960er Jahre ging in Deutschland letztmals eine große Musikinstrumentensammlung aus Privatbesitz in die öffentliche Hand über. Dem Beispiel Rück entsprechend ist das private Sammeln von Musikinstrumenten zentraler Angelpunkt der Konferenz. Beiträge zu historischen und zeitgenössischen Sammlungen aus ganz Europa sowie Fragen an die Musikwissenschaft und damit verknüpfte Aufgaben musealer Präsentationen von Sammlungsbeständen werden durch Erfahrungsberichte privater Sammler ergänzt. Positionen aus den Bereichen Literaturwissenschaft, Kulturmanagement, Transcultural Music Studies und Kunstgeschichte bieten transdisziplinäre Korrektive und runden den Tagungsband ab.

Stephan Hoppe, Krista De Jonge, Stefan Breitling (Hrsg.)

The Interior as an Embodiment of Power
The Image of the Princely Patron and its Spatial Setting (1400-1700)

PALATIUM e-Publications, Band 5

This volume is dedicated to the study of the in- and outside of princely residences and of their setup as the stage for a developing European early modern court culture. At a time of increasing aristocratization (1400-1700) and with many new nascent princely courts, both the princely person and the performance of princely power required an appropriate type of elaborate backdrop as its setting. Even though such an interest in the palace interior and its functions is not entirely new, interior architecture and court culture have only recently come to be seen as two sides of the same medal: embodiment and expression of the princely presence.
Therefore, the essays included focus in particular on diverse types of functions that palaces and apartments, state rooms and privy chambers had to fulfil at certain periods and in certain residential contexts between the ages of feudalism and absolutism at courts in London, Edinburgh, Neuburg am Inn, Karlstein and Prague, Červený Kameň and Ludwigsburg. They compare and contrast specific local examples with international trends such as, for example, the palace and court ceremonial developed at or adapted to diverse circumstances in Burgundy, Spain or Lithuania. Consequently, the aim of this volume consists of the combination of personal and dynastic ambitions with fashionable trends and court etiquette followed by royalty and minor princes alike during a period of calculated magnificence. It considers processional routes towards the presence of the ruler or towards its image. Thereby, it helps to define the complementary roles of residential interiors and of the courtly personnel at the same time.
The ten papers collected in this volume were first presented at the PALATIUM colloquium The Interior as an Embodiment of Power―The Image of the Prince and its Spatial Setting (1400–1700), organized by Stephan Hoppe, Krista De Jonge and Stefan Breitling and held in Bamberg in October 2013.

Sylva Dobalová, Ivan P. Muchka (Hrsg.)

Looking for Leisure
Court Residences and their Satellites 1400–1700

PALATIUM e-Publications, Band 4

This volume focuses on the leisure buildings – often called casino, palazotto or Lusthaus – which formed an integral part of princely residential complexes in Europe in the period 1400–1700. The aim of this collection is to study these satellite buildings as counterparts to the main palaces. The relatively small size of these structures belies their importance. They took on representative roles and developed certain  ideological programmes that would have been difficult to achieve in the larger residential buildings.
Many of these buildings were meant only for seasonal use. Their primary role was as a place of rest, leisure and repose. This relaxation could either take a contemplative form or could include such vigorous  activities as hunting, sports and various court festivities. The case studies presented here illustrate the shared principles of these recreational buildings and investigate how their architects and patrons attempted to realize a ‘paradise on earth’ and managed to bring the human world into harmony with the natural world.
Discussing examples from all over Europe – from Central Europe via Italy and France to Denmark and Scotland – the seventeen papers gathered in this volume address four different aspects of ‘palazotto culture’: the terminology that was used to identify these small palaces, which reflects the wide variety of needs they fulfilled; the functions and typologies of these buildings; their artistic decorations; and their gardens and natural surroundings.

Gitta Bertram

Peter Paul Rubens as a Designer of Title Pages
Title Page Production and Design in the Beginning of the Seventeenth Century

Stuttgarter Akademieschriften, Band 1

Diese sozio- und medienhistorische Untersuchung der buchgestalterischen Arbeit von Peter Paul Rubens zeigt, dass er mit den Traditionen der Titelblattgestaltung bewusst umzugehen wusste. In enger Zusammenarbeit mit Kupferstechern und Verlegern schuf Rubens 48 visuelle und intellektuelle Kunstwerke für sehr unterschiedliche Bücher, die im 17. Jahrhundert in keiner Bibliothek von Rang fehlen durften. Die Titelblätter waren nicht nur Werbung für die Werke, sondern auch für deren Autoren und Verleger, oft Balthasar Moretus. Rubens' vielfach kopierte Entwürfe trugen dazu bei, dass sich sein Ruf als gelehrter Künstler, Altertumsforscher, Humanist und Katholik in der Welt verbreitete.

Eduard Isphording

Kräuter und Blumen
Botanische Bücher bis 1850 im Germanischen Nationalmuseum

Der Bestandskatalog ist einer nach Anzahl und Qualität bedeutenden Teilsammlung der Museumsbibliothek gewidmet, den botanisch-pharmazeutischen Büchern. Ein Gang durch die Geschichte der botanischen Literatur und Buchillustration schildert die Erforschung der Pflanzenwelt von ihren Anfängen in der Antike bis ins 19. Jahrhundert und ihren Niederschlag in teils prachtvoll illustrierten Büchern. Der Katalog der rund 330 Pflanzenbücher aus fünf Jahrhunderten erläutert mit technischen Angaben, kurzen Beiträgen zu Inhalt, Autor und Illustration sowie mit zahlreichen Abbildungen die Besonderheit des jeweiligen Buches. Zahlreiche Querverweise zwischen dem historischen Streifzug und den Einzelbeschreibungen belegen die Reichhaltigkeit der Sammlung. Ein Autorenregister und ein Personenregister erschließen den Band. Das umfangreiche Literaturverzeichnis ermöglicht die weitergehende Beschäftigung mit dem Thema.
Das Buch bringt dem Leser die Grundlagen heutiger Sichtweisen auf die Pflanzenwelt nahe: den Blick der Naturwissenschaft, speziell der Pharmazie, der Landwirtschaft – und der Gartenliebhaber.

Daniel Burger

Die Cadolzburg
Dynastenburg der Hohenzollern und markgräflicher Amtssitz

Die Cadolzburg war ein wichtiges Verwaltungszentrum der Hohenzollern in Franken und zählte bis zu den verheerenden Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg zu den besterhaltenen Burgen Deutschlands. Das Germanische Nationalmuseum (GNM) beteiligte sich an Nutzungsüberlegungen für die Cadolzburg und beauftragte Daniel Burger, ein Konzept für ein dort einzurichtendes Deutsches Burgenmuseum zu erstellen. In diesem Zusammenhang entstand die vorliegende Monographie. Sie umfasst den Forschungsstand, einen historischen Abriss, eine analysierende Baubeschreibung sowie die Stellung der Cadolzburg innerhalb des zollernschen Burgenbaus in Franken. Exkurse gehen auf Steinmetzzeichen, die Befestigung des Marktes Cadolzburg sowie die Folter in der Cadolzburg ein; ein Verzeichnis der Beamten und Inventare der Burg sowie Personen- und Ortsregister beschließen den Band.