Eduard Isphording

Kräuter und Blumen
Botanische Bücher bis 1850 im Germanischen Nationalmuseum

Der Bestandskatalog ist einer nach Anzahl und Qualität bedeutenden Teilsammlung der Museumsbibliothek gewidmet, den botanisch-pharmazeutischen Büchern. Ein Gang durch die Geschichte der botanischen Literatur und Buchillustration schildert die Erforschung der Pflanzenwelt von ihren Anfängen in der Antike bis ins 19. Jahrhundert und ihren Niederschlag in teils prachtvoll illustrierten Büchern. Der Katalog der rund 330 Pflanzenbücher aus fünf Jahrhunderten erläutert mit technischen Angaben, kurzen Beiträgen zu Inhalt, Autor und Illustration sowie mit zahlreichen Abbildungen die Besonderheit des jeweiligen Buches. Zahlreiche Querverweise zwischen dem historischen Streifzug und den Einzelbeschreibungen belegen die Reichhaltigkeit der Sammlung. Ein Autorenregister und ein Personenregister erschließen den Band. Das umfangreiche Literaturverzeichnis ermöglicht die weitergehende Beschäftigung mit dem Thema.
Das Buch bringt dem Leser die Grundlagen heutiger Sichtweisen auf die Pflanzenwelt nahe: den Blick der Naturwissenschaft, speziell der Pharmazie, der Landwirtschaft – und der Gartenliebhaber.

Daniel Burger

Die Cadolzburg
Dynastenburg der Hohenzollern und markgräflicher Amtssitz

Die Cadolzburg war ein wichtiges Verwaltungszentrum der Hohenzollern in Franken und zählte bis zu den verheerenden Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg zu den besterhaltenen Burgen Deutschlands. Das Germanische Nationalmuseum (GNM) beteiligte sich an Nutzungsüberlegungen für die Cadolzburg und beauftragte Daniel Burger, ein Konzept für ein dort einzurichtendes Deutsches Burgenmuseum zu erstellen. In diesem Zusammenhang entstand die vorliegende Monographie. Sie umfasst den Forschungsstand, einen historischen Abriss, eine analysierende Baubeschreibung sowie die Stellung der Cadolzburg innerhalb des zollernschen Burgenbaus in Franken. Exkurse gehen auf Steinmetzzeichen, die Befestigung des Marktes Cadolzburg sowie die Folter in der Cadolzburg ein; ein Verzeichnis der Beamten und Inventare der Burg sowie Personen- und Ortsregister beschließen den Band.

Thomas Eser, Dietrich Matthes, G. Ulrich Großmann

Die älteste Taschenuhr der Welt?
Der Henlein-Uhrenstreit

Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum, Band 16

Vor 500 Jahren stellte der Nürnberger Schlosser Peter Henlein als einer der ersten kleine, tragbare Uhren her. Schon seine Zeitgenossen priesen Henlein für diese technische Meisterleistung. Doch gibt es überhaupt noch von Henlein hergestellte Uhren? Wenn ja, wie kann man sie identifizieren? Die Diskussion um diese Fragen wird in Sammlerkreisen und unter Museumsfachleuten schon seit Langem geführt, bis hin zu dem Streit, welche Uhr den Titel „Älteste Taschenuhr der Welt“ erhält.
Die ausstellungsbegleitende Publikation, die dieses Mal in der Reihe der Kulturgeschichtlichen Spaziergänge erscheint, ordnet die am GNM jüngst erlangten Forschungsergebnisse zur „Henlein-Uhr“ in einen breiten historischen Kontext ein.

Jutta Zander-Seidel (Hrsg.)

In Mode
Kleider und Bilder aus Renaissance und Frühbarock

Der Begleitband zur Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum vom 03.12.2015 - 06.03.2016 stellt die rund 50 Originalkostüme des Museums aus der Zeit von 1560 bis 1650 vor, die in der Sonderausstellung erstmals präsentiert werden, ergänzt um internationale Leihgaben. Gemalte und grafische Porträts der Zeit überliefern ursprüngliche Wirkungen und Trageweisen. Sie inszenierten die Dargestellten und deren Status, während illustrierte Flugblätter modekritische Ansichten verbreiteten. Den Kleideralltag dokumentieren archäologische Funde aus einer Bremer Schneiderwerkstatt des frühen 17. Jh. sowie heute ebenfalls selten erhaltenes Arbeitsgerät und Zunftutensilien. Der „Fokus Restaurierung“ geht anhand ausgewählter Exponate auf die aufwendigen Herstellungs- und konservatorischen Methoden ein. Im Anhang sind zu den textilen Objekten des GNM Materialien und Techniken erfasst. Der Katalog bietet Nahsichten auf Formen, Materialien und Dekore frühneuzeitlicher Kleidung und macht ihre in Vergessenheit geratenen Botschaften für heutige Betrachter wieder lesbar.

Martina Sauer

Faszination - Schrecken
Zur Handlungsrelevanz ästhetischer Erfahrung anhand Anselm Kiefers "Deutschlandbilder"

2. Auflage

Wie nehmen wir Welt wahr, wie Bilder? Auf der Annahme, dass wir Welt wie Bilder zunächst über unsere Empfindungen erschließen, mithin zwischen beidem ein unmittelbarer Zusammenhang besteht, baut das Buch auf. In der Diskussion von Faszination und Schrecken, wie sie die Deutschlandbilder Anselm Kiefers auslösen können, diskutiert die Autorin die Konsequenzen und Schlussfolgerungen daraus für unser kulturelles Selbstverständnis. Für die Forschung neu entwickelt die Autorin darauf aufbauend eine Bild- und Kulturtheorie, die den Sonderstatus der Kunst mit erläutert.

Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Corpus Vitrearum Deutschland (Hrsg.)

Originale Kaltmalerei auf historischen Glasmalereien
Beiträge des Arbeitsgesprächs vom 10./11. März 2016 im Germanischen Nationalmuseum

Das Phänomen der "Kaltmalerei", das heißt der nicht eingebrannten Malerei auf mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Glasgemälden, ist erst in jüngerer Zeit in den Fokus von Glasmalerei-Restaurierung und -Forschung gerückt. Im März 2016 war ein vom Nationalkomitee des Corpus Vitrearum Deutschland gemeinsam mit dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg veranstalteter Workshop allein diesem Themenfeld gewidmet. Die Impuls-Referate und Vorträge liegen jetzt in publizierter Form vor.

Jürgen Stöhr

Das Sehbare und das Unsehbare
Abenteuer der Bildanschauung. Théodore Géricault, Frank Stella, Anselm Kiefer

Die Bildanschauung wird zum unvergleichlichen Abenteuer, wenn Kunstwerke intensiv betrachten werden: Erst dann ist es möglich, tief in ihre Phänomenwelt und in die Eigenwirklichkeit der Malerei einzutauchen. Erst dann aktualisiert sich auch das genuine Wirkungspotential der Bilder. Jürgen Stöhr, Professor für Kunstgeschichte an der Universität Konstanz, lädt ein zu einer rezeptionsästhetisch-phänomenologischen Reise durch großartige Bildlandschaften.

In Théodore Géricaults Floß der Medusa gilt es, das dynamische Seh-Geschehen und die komplexen Gestaltbildungen zu verfolgen, die dem Werk bisher ungesehene Sinndimensionen eröffnen. Mit den Bildreliefs von Frank Stella beginnt die Jagd auf Moby Dick. Alles kreist hier um die Frage: Wie können dessen ungegenständliche Werke Melvilles Roman narrativ folgen, wenn dieser selber schon von der Unmöglichkeit des Erzählens handelt? Die Bildlandschaft, die Anselm Kiefer in seinem Historienbild Varus entfaltet, erfordert ein Eintreten in den Gründungsmythos der Hermannsschlacht. Hier stößt man auf eine detaillierte bildlogisch entfaltete Genealogie patriotisch-vaterländischen Denkens – aber auch auf die Frakturen und Instabilitäten und auf die apokalyptischen Konsequenzen dieses deutschen Ur-Narrativs.

Stets geht es um das, was für das Auge sehbar wird, und um das, was unsehbar bleibt, aber dennoch nicht wegzudenken ist.

Stephanie Armer, Thomas Eser (Hrsg.)

Luther, Kolumbus und die Folgen
Welt im Wandel 1500-1600

Mit den Namen Luther und Kolumbus verbinden sich heute meist Vorstellungen von Aufbruch, Expansion und Glaubensfreiheit. Ausstellung und Katalog fragen anlässlich des 500. Reformationsjubiläums nach den Folgen der Gleichzeitigkeit von Glaubens- und Weltbildwandel im 16. Jahrhundert. Wie konnte eine sich auf die Autorität des Alten berufende Gesellschaft mit dem Veränderungsdruck ihrer Zeit umgehen? Ein 185 Nummern umfassender, reich illustrierter Katalog und sieben wissenschaftliche Beiträge beleuchten eine faszinierende Welt im Wandel, in der Aufbruchs-und Endzeitstimmung gleichermaßen ihren Platz hatten und der Umgang mit Neuem und Fremdem erst erprobt werden musste.

Jutta Zander-Seidel (Hrsg.)

Kleiderwechsel
Frauen-, Männer- und Kinderkleidung des 18. bis 20. Jahrhunderts

Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 1

Die Neukonzeption der Schausammlung »Kleidung des 18. bis 20. Jahrhunderts« konnte 2002 mit einer feierlichen Eröffnung abgeschlossen werden. Die neue Dauerausstellung der Kostümsammlung führt durch 300 Jahre Kleidungskultur. Da sie nicht nur den Wandel der Kleider und Moden zeigt, sondern auch inhaltlich und ausstellungstechnisch auf neuen Grundlagen beruht, trägt sie den Titel »Kleiderwechsel«. Die Kostümsammlung des Germanischen Nationalmuseums gehört zu den ältesten textilen Fachsammlungen. Begleitet wird die Ausstellung vom ersten Band einer Publikationsreihe, mit der das Germanische Nationalmuseum seine neu eingerichteten Schausammlungen erschließt.

Claudia Selheim, G. Ulrich Großmann, Barbara Stambolis (Hrsg.)

Aufbruch der Jugend
Deutsche Jugendbewegung zwischen Selbstbestimmung und Verführung

Begleitband zur Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum vom 26.09.2013–19.01.2014.
Jugend stand ganz besonders um 1900 für Aufbruch und Erneuerung, für Zukunft und Visionen. Jugendliche aus bürgerlichen Kreisen begehrten gegen die Elternwelt auf. Viele ihrer Ziele trafen sich mit den Forderungen der Lebensreformbewegung. Junge Leute schlossen sich in Bünden wie dem „Wandervogel“ zusammen. Gemeinsame Unternehmungen stärkten das Gruppengefühl.
Der reich bebilderte Band zeichnet in 35 wissenschaftlich kritischen Essays und einem 280 Nummern umfassenden Objektkatalog die Jugendbewegung von ihren Anfängen über ihre politische Ideologisierung bis hin zum ersten Open-Air-Festival in der BRD auf Schloss Waldeck 1964 nach.