Von analogen und digitalen Zugängen zur Kunst
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Krysmanski, Bernd: Nur Hogarth zeigt den Alten Fritz wahrheitsgemäß mit krummem „Zinken“, in: Effinger, Maria et al. (Hrsg.): Von analogen und digitalen Zugängen zur Kunst: Festschrift für Hubertus Kohle zum 60. Geburtstag, Heidelberg: arthistoricum.net, 2019. https://doi.org/10.11588/arthistoricum.493.c6583

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ISBN 978-3-947449-57-6 (PDF)

Veröffentlicht am 07.06.2019.


Krysmanski, Bernd

Nur Hogarth zeigt den Alten Fritz wahrheitsgemäß mit krummem „Zinken“

Die uns vertrauten Bilder von Pesne bis Menzel tun dies nicht

Wussten Sie, dass Friedrich der Große eine stark gebogene Nase hatte und sich selbst für so hässlich wie eine Vogelscheuche hielt? Sie wussten es nicht? Kein Wunder, denn alle historisch überlieferten, offiziellen, bis heute in Geschichtsbüchern abgebildeten Porträts zeigen das Antlitz des Alten Fritz mit klassisch begradigter Nase und auch sonst in stark geschönter, idealisierter Weise. Sie wurden von den zeitgenössischen Künstlern, etwa dem preußischen Hofmaler Antoine Pesne, mehr oder weniger frei erfunden. Noch Adolph Menzel stellte im 19. Jahrhundert Friedrich II. mit begradigter Nase dar, obwohl er gewusst haben muss, dass der Alte Fritz eine krumme Nase hatte. Nur ein Künstler zeigte den Preußenkönig annähernd so, wie er wirklich ausgesehen hat, nämlich mit Adlernase und Flöte spielend vor einem Sinnbild der Homosexualität: der Engländer William Hogarth auf einem 1744 vollendeten Gemälde, das heute in der Londoner Nationalgalerie ausgestellt ist.

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