Von analogen und digitalen Zugängen zur Kunst
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Kemp, Wolfgang: Der Freiheitsturm in Teheran, in: Effinger, Maria et al. (Hrsg.): Von analogen und digitalen Zugängen zur Kunst: Festschrift für Hubertus Kohle zum 60. Geburtstag, Heidelberg: arthistoricum.net, 2019. https://doi.org/10.11588/arthistoricum.493.c6583

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Identifikatoren (Buch)
ISBN 978-3-947449-57-6 (PDF)

Veröffentlicht am 07.06.2019.


Kemp, Wolfgang

Der Freiheitsturm in Teheran

Ein Geschichtsknotenpunkt

In meinem Beitrag geht es noch einmal um die urbanistische Spezialität des Nahen Ostens, den Verkehrskreisel, und um die Monumente in seiner Mitte, die zu politischen Markern werden konnten. Zuerst in Teheran, wo Schah Reza Pahlevi die Neustadt mit einer riesigen Verkehrsellipse und mit einem monumentalen anikonischen Turm/ Tor-Hybrid ausstatten ließ. Das war 1971: Schahyad-Turm hieß das Gebilde, also Turm zu Ehren der Könige, der Schahs, und 1978/79, während der Revolution der Mullahs, wurde es umbenannt in Turm der Freiheit, und so heißt auch der große Verkehrskreisel um ihn herum: Platz der Freiheit. Im Gegensatz zu vielen anderen Stiftungen des Schahs behielten die Mullahs das Monument bei und machten es zu einem Marker ihrer neuen Herrschaft. 2009 versuchten wiederum verschiedene Gruppen der iranischen Gesellschaft auf dem Platz der Freiheit den Sinn dieses Wortes zurückzuerobern und beanspruchten den Turm für sich. Auch diese Umfunktionierung hat das Monument überlebt. Wie hat es das
geschafft?, fragt der Aufsatz und widmet sich detailliert der Formgebung und Ikonografie eines anikonischen Denkmals.

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